[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen explosionssicheren Flaschenausguss für feuergefährliche
Flüssigkeiten oder Pasten.
[0002] In Flaschen, die zur Aufbewahrung feuergefährlicher Flüssigkeiten oder Pasten dienen,
können sich nach einer Teilentleerung explosionsfähige Brennstoff-Luftgemische bilden.
Wenn diese in den Bereich einer offenen Flamme gelangen, können sich diese entzünden
und im Innern der Flasche eine Explosion bewirken, was schwerwiegende Folgen haben
kann.
[0003] Mit der Erfindung soll die Aufgabe gelöst werden, einen einfachen, als Massenartikel
herstellbaren, sicher wirkenden, explosionssicheren Flaschenausguss ohne bewegliche
Teile zu schaffen, der mit konventionellen Flaschen, insbesondere Quetschflaschen,
verbindbar ist.
[0004] Diese Aufgabe wird durch die im Kennzeichen des Anspruches 1 genannten Merkmale gelöst.
[0005] Die Wirkungsweise beruht darauf, dass eine Explosion eines explosionsfähigen Gemisches
nur dann stattfinden kann, wenn die Entzündungstemperatur erreicht wird. Bei einer
Temperatur unterhalb dieser gemischspezifischen Entzündungstemperatur kann keine Explosion
stattfinden. Da die Ausgussöffnung einen engen, länglichen Spalt aufweist, kann kein
Flammen- oder Funkenrückschlag in das Flascheninnere erfolgen, weil die stark verengte
Stelle die Abkühlung einer Flamme oder eines Funkens unter die Explosionstemperatur
bewirkt und somit keine Explosion stattfinden kann, obwohl zündfähiges Gemisch vorhanden
ist.
[0006] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes dargestellt:
[0007] Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Längsschnitt durch den Flaschenausguss
- Fig. 2
- einen Schnitt nach der Linie II-II in Figur 1
[0008] Der Flaschenausguss 1 besteht aus einem einstückigen Kunststoff-Spritzgussstück,
beispielsweise aus Polyaethylen, und ist zur Befestigung in einem Flaschenhals, vorzugsweise
einer Quetschflasche aus Kunststoff, bestimmt. Ein Ausgussrohr 4 enthält eine im wesentlichen
zylindrische Innenwand 5. Am Grund 16 dieser Rohröffnung befindet sich ein durch einen
Haltesteg 6 unterbrochener ringförmiger Spalt 2, der an seinem unteren Ende in eine
durchmessergrössere Bohrung 11 eines Rohrstummels 10 einmündet. Der Spalt 2 wird innen
durch einen länglichen Kern 3 begrenzt. Zwischen Kern und Umgebungswand 9 ist mindestens
ein Haltesteg 6 vorhanden. Versuche haben ergeben, dass bei einer Spaltbreite von
weniger als 1,3 mm, vorzugsweise 1,2 mm oder weniger, und einer Länge von mehr als
5mm, vorzugsweise 8-10 mm, die angestrebte Explosionssicherheit erreicht wird. Etwa
auf der Höhe des Spaltes 2 befindet sich aussen ein von der Umgebungswand 9 radial
distanzierter Ringteil 8, der oben mit einer Schulter 17 versehen ist. Zwischen diesem
Ring 8 und der Umgebungswand 9 befindet sich eine ringförmige Ausnehmung 12, die sich
bis nahe an den Grund 13 des Ringes 8 erstreckt. Dieser Ring 8 dient dazu in den Hals
einer Flasche eingesetzt zu werden, wobei infolge der Elastizität des Ringes 8 eine
Haft- oder Klemmbefestigung stattfindet. Da dieser Ring kein Gewinde aufweist, ergibt
sich eine sichere Befestigung dieses Flaschenausgusses 1 im Flaschenhals, aber im
unwahrscheinlichen Fall eines starken Ueberdruckes oder einer Explosion im Flascheninnern
kann dieser Flaschenausguss ausgestossen werden ohne dass deswegen die Flasche selbst
explodiert. Am Eingang des Spaltes 2 befindet sich auf der oberen Stirnseite des Kerns
3 eine kegelförmige Ausnehmung, welche vor dem Spalteingang eine Art Wirbelkammer
16 bildet. Die Länge der Rohrbohrung entspricht vorzugsweise mindestens der Länge
des Spaltes 2; bei einer praktischen Realisation hat sich eine Länge von etwa 11 mm
als zweckmässig erwiesen, um eine ausreichende Distanz von einer allfällig vorhandenen
Flamme sicherzustellen.
[0009] Die feuergefährliche Flüssigkeit oder Paste kann somit durch Druck auf die Flaschenwandung
der Quetschflasche herausgedrückt werden, wobei sie durch den Spalt 2 hindurchströmt
und sodann durch die Ausguss-Öffnung 5 austritt. Selbst wenn ein explosionsfähiges
Gemisch aus der Flasche austreten sollte und in den Bereich einer Zündflamme oder
eines Funkens gelangt, ist es nicht möglich, dass bei üblicher Umgebungstemperatur
ein Funkenrückschlag in das Flascheninnere erfolgt, da im engen Spalt 2 eine Abkühlung
erfolgt, welche zum Erlöschen der Flamme führt. Der enge Spalt 2 ergibt zusammen mit
seiner relativ grossen Länge eine grosse Kühlfläche, welche verhindert, dass die Entzündungstemperatur
hinter dem Spalt 2 erreicht wird.
[0010] Durch die relativ einfache Ausbildung eines solchen im Kunststoff-Spritzgussverfahren
herstellbaren Flaschenausgusses 1 ohne bewegliche Teile kann der Ausguss von brennbaren
und somit feuergefährlichen und explosionsgefährdeten Flüssigkeiten oder Pasten aus
Flaschen explosionssicher gemacht werden. Unter "Spalt" soll ausser einer ringförmigen
Öffnung auch eine gerade oder anderweitig geformte Schlitzform verstanden werden.
1. Explosionssicherer Flaschenausguss für feuergefährliche Flüssigkeiten oder Pasten,
dadurch gekennzeichnet, dass die Ausgussöffnung einen Spalt (2) aufweist, welcher
in seiner Breite so eng und in seiner Länge so lang bemessen ist, dass kein Funkenrückschlag
in das Flascheninnere erfolgt.
2. Flaschenausguss nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Spalt (2) eine Breite
von weniger als 1,3 mm, vorzugsweise 1,2 mm und eine Länge von mehr als 5 mm, vorzugsweise
mindestens 8 mm hat.
3. Flaschenausguss nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Spalt (2) ringförmig
ausgebildet ist, mit mindestens einer Befestigungsrippe (6) des Kerns (3) an einer
den Spalt (2) umgebenden Wand (9).
4. Flaschenausguss nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, dass er aus
einem einzigen Kunststoff-Spritzgussstück besteht.
5. Flaschenausguss nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem
Spalt (2) ein Ausguss-Rohrteil (4) vorhanden ist.
6. Flaschenausguss nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausguss-Rohrteil
(4) eine Länge hat, die mindestens der Spaltlänge entspricht.
7. Flaschenausguss nach einem der Ansprüche 1-6, dadurch gekennzeichnet, dass sich zwischen
dem Ausguss-Rohrteil und einem in das Flascheninnere hinzuragen bestimmten Rohrstummel
(10) ein durchmessergrösserer Ringteil (8) etwa auf der Höhe des Spaltes (2) befindet,
der zur Haftbefestigung in einem Flaschenhals bestimmt ist.
8. Quetschflasche aus Kunststoff, insbesondere mit einem Flaschenausguss nach einem der
Ansprüche 1-7, dadurch gekennzeichnet, dass der Flaschenausguss durch einen gewindelosen
Haftsitzteil im Flaschenhals gehalten ist.