[0001] Es sind viele Packungen bekannt, deren Oberboden wenigstens eine mit thermoplastischem
Kunststoff belegte Oberfläche und ein Loch hat, welches mit einer verschließbaren
Ausgießeinrichtung öffnungsfähig verschlossen werden muß. Zum Beispiel gibt es Flüssigkeitspackungen,
insbesondere für Milch oder Säfte, die nach oder vor dem Füllen mit verschließbaren
Ausgießeinrichtungen versehen und öffnungsfähig verschlossen werden.
[0002] Es ist auch schon vorgeschlagen worden, Flüssigkeitspackungen aus einem tiefziehfähigen
Kunststoffmaterial durch Verbinden zweier tiefgezogener Halbschalen zu erstellen,
so daß sich daraus eine Fließmittelpackung mit einem Oberboden ergibt, in dem ein
Loch zum Befüllen vorgesehen wird. Ferner hat man versucht, das Loch mit einer noch
im geöffneten Zustand befindlichen Ausgießeinrichtung zu verbinden, wenn die Packung
noch ungefüllt vorliegt, so daß die Befüllung mit Fließmittel durch die noch offene
Ausgießeinrichtung und durch das Loch im Oberboden der Packung erfolgen kann.
[0003] Die betriebsinternen Versuche zur Anbringung einer derartigen Ausgießeinrichtung
im Loch des Oberbodens einer Fließmittelpackung haben betriebsintern zu noch verbesserungsfähigen
Verschließeinrichtungen geführt.
[0004] Vorgeschlagen sind auch bereits zweiteilige und über ein Scharnier miteinander verbundene
Ausgießeinrichtungen, deren ringförmiges Unterteil eine Ausgießöffnung hat, welche
von dem über das Scharnier angelenkte Verschlußteil durch Darüberklappen dicht verschlossen
werden kann. Eine solche Ausgießeinrichtung hat einen geöffneten Zustand, in welchem
das Verschlußteil über das gelenkartige Scharnier relativ zum Unterteil herausgezogen
und aufgeklappt ist; und eine Verschließstellung, in welcher das Verschlußteil mit
Hilfe des scharnierartigen Gelenkes so auf das Unterteil heruntergeschwenkt und in
dieses eingedrückt ist, daß die Ausgießöffnung vom Verschlußteil dicht verschlossen
ist.
[0005] Bei der vorliegenden Erfindung geht es nun darum, eine solche Ausgießeinrichtung
am Loch im Oberboden einer Packung anzubringen, die ein mit dem Kunststoffmaterial
der Ausgießeinrichtung siegelfähiges Material aufweist, entweder durchgängig oder
an der Oberfläche.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Schaffung eines Anbringverfahrens und
einer Anbringvorrichtung der eingangs genannten Art₁ mit welchen unter Einsparung
von Kosten an Maschine und Material für das Produkt Zuverlässigkeit und Hygieneanforderungen
beim Anbringvorgang verbessert werden.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Ausgießeinrichtung erwärmt
und zwischen wenigstens zwei soeben tiefgezogene Packungsteilschalen dort eingeführt
wird, wo sich entsprechende Ausnehmungen in den Packungsteilschalen befinden, mit
deren Oberflächen die Ausgießeinrichtung dadurch versiegelt wird, daß die Ausgießeinrichtung
und die wenigstens zwei Packungsteilschalen gleichzeitig unter Anpressen bei Siegeltemperatur
der zu verbindenden Oberflächen versiegelt werden. Durch den Tiefziehvorgang für die
Erstellung der Packungsteilschalen, welche vorzugsweise Packungshalbschalen sind,
befinden sich diese noch auf gegenüber der Umgebung erhöhter Temperatur, d.h. sie
enthalten eine Restwarme. Kurze Zeit (eine halbe bis fünf Sekunden, vorzugsweise ein
bis zwei Sekunden) nach Abschluß des Tiefziehvorganges werden die zwei Packungsteilschalen
zur Bildung einer hohlen Gesamtpackung aufeinanderzubewegt, während gleichzeitig die
erwärmte Ausgießeinrichtung an bestimmter, gewünschter Stelle dazwischen eingebracht
und so gehalten wird, daß die wenigstens drei miteinander zu versiegelnden Teile gleichzeitig
zusammengebracht werden. Dadurch ist ein Anpressen und Versiegeln der Ausgießeinrichtung
gegen die wenigstens zwei Packungsteilschalen unter Nutzung der Restwärme möglich.
Ersichtlich werden dadurch sowohl an der Maschine als auch an Material für das Produkt
Kosten eingespart, und gleichwohl verbessert man sowohl die Zuverlässigkeit als auch
die Hygienebedingungen der neuen Packung. Es versteht sich, daß die Anbringung der
Ausgießeinrichtung in einer entsprechenden Ausnehmung in den Packungsteilschalen erfolgt,
also entlang gegenseitig entsprechend geformter Oberflächen.
[0008] Hinsichtlich der Vorrichtung wird die Aufgabe gemäß der Erfindung dadurch gelöst,
daß im Bereich des Außenumfanges des Dornrades in Winkelabständen bezüglich der Drehachse
eine Aufsetzstation, danach eine Erwärmungsstation, dann eine Einsiegelstation und
eine Abstreifstation derart angeordnet sind, daß das äußere Ende jedes Dornes schrittweise
nacheinander mit den Stationen in Eingriff bringbar ist. Die Ausgießeinrichtung ist
zweckmäßigerweise vorgewärmt. Ihre Anbringung erfolgt vorzugsweise unter Nutzung von
in der Packung vorhandener Restwärme.
[0009] Man kann sich vorstellen, daß das Anbringen einer Ausgießeinrichtung am Loch in der
Packungswand durch Ankleben zusätzlich aufgebrachter Klebemittel, durch zusätzlich
aufgebrachtes Hotmelt oder durch Anspritzen einer entsprechenden Ausgießeinrichtung
direkt am Loch im Oberboden der Packung erfolgt. Keine dieser denkbaren Maßnahmen
verwendet die Erfindung, vielmehr wird bei der neuen Anbringvorrichtung ein Dornrad
beweglich innerhalb von vier Stationen derart angebracht, daß der betreffende Dorn
nacheinander mit den einzelnen Stationen in Eingriff gebracht wird, so daß in der
ersten Aufsetzstation die mit dem Loch der Packung zu verbindende Ausgießeinrichtung
aufgesetzt und am Dorn gehalten wird, so daß dieser zusammen mitder aufgesetzten Ausgießeinrichtung
danach zu einer Erwärmungsstation gebracht wird, in welcher vorzugsweise von außen
auf die zu versiegelnde und vorzugsweise ringförmige Oberfläche der Ausgießeinrichtung
Wärme zum Aufwärmen des Kunststoffes solange aufgebracht wird, daß ein siegelfähiger
Zustand erreicht ist; wonach durch weitere Bewegung dieses Dornes der Eingriff mit
einer Einsiegelstation erfolgt, in welcher die Ausgießeinrichtung durch Anpressen
an die entsprechenden Innenoberflächen des Loches im Oberboden der Packung mit letzterer
verbunden wird; und schließlich das äußere Ende des Dornes mit einer Abstreifstation
in Eingriff gebracht wird, in welcher die Ausgießeinrichtung mit fest an dieser angesiegelten
Packung vom Dorn abgestreift und anderen Einrichtungen zugeführt wird, welche der
erfindungsgemäßen Anbringvorrichtung nachgeschaltet sind.
[0010] Durch die neuartige Anbringvorrichtung für die Ausgießeinrichtungen kann man die
Leckagerate für Flüssigkeitspackungen erheblich senken. Mit einer technisch einfacher
ausgestalteten Vorrichtung können mit großem Durchsatz Fließmittelpackungen in zuverlässiger
Weise mit Ausgießeinrichtungen derart versehen werden, daß z.B. nach dem Anbringen
dieser Ausgießeinrichtung ein Befüllen der Packung und danach ein Verschließen der
Ausgießeinrichtung erfolgen kann. Es brauchen keine Klebemittel oder zusätzliche Hotmeltmengen
hinzugefügt zu werden, so daß auch die Hygiene des Anbringverfahrens beachtlich verbessert
werden kann.
[0011] Erfindungsgemäß ist es besonders zweckmäßig, wenn das Dornrad in Linie von der Aufsetzstation
zur Einsiegelstation und umgekehrt translatorisch bewegbar ist und wenn die Erwärmungsstation
in zwei getrennten Stufen aufgebaut ist, wobei der Abstand zwischen der Vorwärmstufe
und der Endwärmstufe gleich dem Hub des Dornrades bei seiner translatorischen Bewegung
ist. Wenngleich diese zusätzliche translatorische Bewegungsmöglichkeit für das Dornrad
einen Aufwand gegenüber einem nur drehbaren Dornrad bedeutet, erreicht man doch durch
diese technisch einfach beherrschbare Zusatzmaßnahme die Möglichkeit, auf engstem
Raum die erwähnten vier Stationen mit dem äußeren Ende des jeweiligen Dornes über
kurze Wege in Eingriff zu bringen, so daß der Ausstoß der erfindungsgemäßen Vorrichtung
groß ist, wenngleich das Anbringen der Ausgießeinrichtung sehr zuverlässig und unter
Beachtung hoher Hygieneanforderungen erfolgt. Die zusätzliche translatorische Bewegung
des Dornrades gestattet es mit Vorteil, die Ausgießeinrichtung an die gewünschte Position
zum Siegelwerkzeug heranzubringen und nach dem Einsiegelvorgang der Ausgießeinrichtung
am Loch der Packung die Ausgießeinrichtung zusammen mit der Packung aus dem Siegelwerkzeug
herauszuziehen, um danach durch weitere Drehung des Dornrades die Abstreifstation
zu erreichen.
[0012] Die Erfindung ist in vorteilhafter Weise weiterhin dadurch ausgestaltet, daß die
Aufsetzstation einen in radialer Richtung zur Dornachse translatorisch bewegbaren
Aufschieberzum Aufschieben der vereinzelten Ausgießeinrichtung auf das äußere Ende
des Dornes bei dessen Stillstand aufweist. Eine Erwärmungsstufe, vorzugsweise die
Vorwärmstufe, kann gegebenenfalls entfallen. Man erkennt den sehr einfachen und dadurch
zuverlässigen Aufbau der Aufsetzstation, welcher beispielsweise von einem Strang von
Ausgießeinrichtungen nur durch eine Sollbruchlinie mit dem Strang verbundene Ausgießeinrichtungen
zugeführt werden, welche durch geradlinige Bewegung des Aufschiebers durch Scherwirkung
gebrochen wird, wodurch die Ausgießeinrichtung vereinzelt ist und danach sogleich
auf das äußere Ende des Dornes aufgeschoben wird.
[0013] Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn erfindungsgemäß die Erwärmungsstation jeder Stufe
einen Wärmehohlkörper aufweist, der senkrecht zur Verbindungslinie zwischen Aufsetz-
und Einsiegelstation geradlinig hin- und herbewegbar angetrieben ist. Die vorstehend
erwähnte translatorische Bewegung des Dornrades für den Eingriff der Ausgießeinrichtung
mit dem Siegelwerkzeug und das Herausziehen der Ausgießeinrichtung mit daran angesiegelter
Packung wird mit Vorteil zugleich dazu ausgenutzt, die Erwärmung in zwei unterschiedlichen
Stufen besonders effektiv und energiesparend so auszugestalten, daß in der einen Stufe
die Ausgießeinrichtung vorgewärmt und in der zweiten auf Endtemperatur nachgewärmtwird.
Bei sehr gutem Wärmeübergang auf die Ausgießvorrichtung kann auf eine Heizstufe verzichtet
werden. Außerdem ist unter weiterer optimaler Ausnutzung der Wärmeenergie durch den
Wärmehohlkörper ein Umfassen des zu erwärmenden Teils der Ausgießeinrichtung vorgesehen,
so daß die vom Werkzeug der Erwärmungsstation erzeugte Wärme durch erzwungene Konvektion
und Strahlung (Heißluft, Gasflamme) nahezu vollständig und ohne wesentlichen Verlust
auf die zu erwärmende ringförmige Oberfläche der Ausgießeinrichtung gebracht werden
kann.
[0014] Während das Dornrad drehunbeweglich ist, wird es in der beschriebenen Weise translatorisch
in Linie von der Aufsetzstation zur Einsiegelstation bewegt, und damit steht der wenigstens
eine im Winkelabstand andere Dorn mit der aufgesetzten Ausgießeinrichtung für den
Eingriff mit der Erwärmungsstation zur Verfügung. Die erwähnte translatorische Bewegung
des Dornrades zum Einsiegeln wird in vorteilhafter Weise gleichzeitig dazu benutzt,
das äußere Ende des anderen, nur die Ausgießeinrichtung tragenden Dornes von der Endwärmstufe
in die Vorwärmstufe und umgekehrt zu transportieren. Ist die jeweilige Stufe erreicht,
dann brauchen die besonders praktisch ausgestalteten Wärmehohlkörper nur senkrecht
zu der erwähnten Verbindungslinie zwischen Aufsetz- und Einsiegelstation auf das Dornende
mit der Ausgießeinrichtung zubewegt bzw. nach dem Erwärmungsvorgang von diesem wegbewegt
zu werden.
[0015] Günstig ist es ferner, wenn erfindungsgemäß die Einsiegelstation ein wenigstens zweiteiliges
Siegelwerkzeug mit einer Mitteltrennebene aufweist, die in Verlängerung der Bewegungsebene
der Drehachse des Domrades liegt, und wenn die seitlich der Mitteltrennebene angeordneten
Siegelwerkzeughälften durch Antriebe quer zur Mitteltrennebene translatorisch hin-
und herbewegbar sind. Damit ist auch eine einfache und zuverlässig wirksame Einsiegelstation
geschaffen. Es ist bei betriebsintemen Versuchen schon vorgeschlagen worden, aus Kunststoffplatten
Packungshälften tiefzuziehen und die zwei Packungshälften längs einer Mitteltrennebene
durch Gegeneinanderdrücken miteinander so zu versiegeln, daß eine hohle Gesamtpackung
entsteht. Hierfür hat man eine Tiefziehmaschine entwickelt in Gestalt einer Thermoformmaschine,
bei welcher in der Mitteltrennebene geradlinig hin- und herbewegbare Wärmeplatten
vorgesehen werden, die auf jeder ihrer gegenüberliegenden Oberfläche eine solche Kunststoffplatte
tragen und diese auf die betreffende Endtemperatur so erwärmen, daß Tiefziehwerkzeughälften
an die Wärmeplatte mit der erwärmten Kunststoffplatte heranfahren können und durch
Anlegen von Vakuum von der einen und Druckluft von der anderen Seite Packungshalbschalen
tiefziehen. Bei dieser betriebsintern entwickelten Maschine wird dann die mittlere
Erwärmungsplatte ohne die (weil jetzt abgegebenen und tiefgezogenen) Kunststoffhalbschalen
ganz aus dem Raum zwischen den Tiefzieh- und Siegelwerkzeugen herausgezogen. Dies
ist der Augenblick, in welchem das äußere Ende des Dornes mit der aufgesetzten und
auf Endtemperatur erwärmten Ausgießeinrichtung in diejenige Lage zwischen die Siegelwerkzeuge
herangeführt wird (durch die erwähnte translatorische Bewegung des Dornrades), in
welcher in den tiefgezogenen Halbschalen aus Kunststoff z.B. und vorzugsweise halbkreisförmige
Ausnehmungen vorgesehen sind, die mit der ringförmigen Ausgießeinrichtung versiegelt
werden sollen. Der Dorn mit der erwärmten Ausgießeinrichtung befindet sich also dann
in der erwähnten Mitteltrennebene, und dann bewegen sich die beiden seitlich dieser
Mitteltrennebene befindlichen Siegelwerkzeughälften durch Antriebe quer zu dieser
Ebene soweit aufeinanderzu, bis die Außenränder der Packungshalbschalen einander berühren
und miteinander versiegelt werden, während auch die erwärmte Oberfläche des Unterteils
der Ausgießeinrichtung mit den entsprechend passenden Oberflächen in den Ausnehmungen
der Packungshalbschalen in Siegeleingriff kommen. Auf diese Weise werden praktisch
drei Teile gleichzeitig mit einander versiegelt, nämlich die beiden Halbschalen und
das Unterteil der Ausgießeinrichtung. Es ist zu beachten, daß hierbei das Verschlußteil
der Ausgießeinrichtung aufgeklappt ist. Die Ausgießeinrichtung ist nämlich von Anfang
an im geöffneten oder aufgeklappten Zustand so auf das Dornende aufgesetzt worden,
daß eigentlich nur das ringförmige Unterteil der Ausgießeinrichtung auf dem Dornende
festsitzt, während das Verschlußteil bei dem ganzen Versiegelungsvorgang und auch
bei den einzelnen Bewegungen der Ausgießeinrichtung mit dem Dorn keine Rolle spielt.
[0016] Die zuletzt erwähnte hin- und hergehende Bewegung der Siegelwerkzeughälften quer
zur Mitteltrennebene dient auch dazu, daß nach dem Versiegeln der drei Teile miteinander,
d.h. nach dem Anbringen der Ausgießeinrichtung am Packungsoberboden ein Losen der
Siegelwerkzeughälften vom Produkt besorgt wird.
[0017] Nach dem Einsiegeln der Ausgießeinrichtung im Packungsoberboden bewegen sich also
die Siegelwerkzeughälften auseinander, und dann hängt die Packung mit Ausgießeinrichtung
an dem betreffenden äußeren Ende des Dornes, wonach wieder die translatorische Bewegung
des Dornrades zurück in die erste Bewegungsstellung der Drehachse des Dornrades erfolgt,
in welchem letzteres intermittierend weitergedreht wird.
[0018] Bei weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung weist die Abstreifstation
eine den Dorn wenigstens teilweise umfassende und auf dem Dorn gleitend angetriebene
Abstreiferhülse auf, die in ihrer zurückgezogenen Ausgangsstellung das äußere Ende
des Dornes freiläßt. Es wurde vorstehend erläutert, daß der betreffende Dorn an seinem
äußeren Ende über die Ausgießeinrichtung auch die fertige, leere Packung trägt, die
durch Drehen des Dornrades in die Abstreifstation gebracht wird. Die Abstreiferhülse
befindet sich auf dem betreffenden Dorn und bewegt sich mit diesem mit. Sie läßt das
äußere Ende des Dornes frei, so daß die Ausgießeinrichtung in der Aufsetzstation aufgeschoben,
in der Erwärmungsstation erwärmt und in der Einsiegelstation mit den Packungshalbschalen
verbunden werden kann. In der Abstreifstation wird diese Gesamtheit von Teilen nun
dadurch abgestreift, daß die Abstreiferhülse durch einen daneben am Dorn angebrachten
Antrieb gleitend parallel zur Dornachse radial nach außen in Richtung auf die Ausgießeinrichtung
soweit geschoben wird, bis das radial äußere vordere, ringförmige Ende der Abstreiferhülse
mit dem Unterteil der Ausgießeinrichtung in Eingriff kommt und dieses zusammen mit
der daran befestigten Packung vom Dorn abstreift. In zweckmäßiger Weise befindet sich
in diesem Bereich ein Fließband oder eine andere Fördereinrichtung etwas unterhalb
der Abstreifstation, so daß die vereinzelte Packung mit der eingesiegelten Ausgießeinrichtung
sogleich richtig auf den nächsten Förderer fällt und weiteren Bearbeitungen zugeführt
werden kann.
[0019] Es ist besonders vorteilhaft, wenn das Dornrad vier um 90° zueinander versetzte Dorne
aufweist und nach jeder Viertelkreisdrehung in der ersten Bewegungsstellung der Drehachse
des Dornrades translatorisch in die zweite Bewegungsstellung der Drehachse und danach
wieder zurückbewegbar vorgesehen ist. Die Drehachse des Dornrades bewegt sich, wie
oben schon beschrieben wurde, in einer Ebene, welche in der Verlängerung mitder Mitteltrennebene
zwischen den Siegelwerkzeugen zusammenfällt. In dieser Bewegungsebene nimmt die Drehachse
des Dornrades zu Anfang eine erste Bewegungsstellung ein, in welcher jeweils die intermittierenden
Drehbewegungen des Dornrades erfolgen; stets nur in dieser ersten Bewegungsstellung.
Danach, d.h. nach jeder Viertelkreisdrehung wird das Dornrad translatorisch soweit
auf die Einsiegelstation hin bewegt, bis die Drehachse des Dornrades ihre zweite Bewegungsstellung
erreicht hat. In dieser erfolgt keinerlei Drehung des Dornrades. Vielmehr erfolgt
in dieser zweiten Bewegungsstellung der Drehachse das Einsiegeln der Ausgießeinrichtung
in die Packungshalbschalen; und gleichzeitig an dem in Drehbewegungsrichtung vorhergehenden
Dorn die Vorwärmung des auf dessen äußerem Ende aufgesetzten Unterteils der Ausgießeinrichtung.
Nach dieser Vorerwärmung und gleichzeitig nach dem Einsiegeln der Ausgießeinrichtung
in die Packungshalbschalen wird dann die erwähnte Rückbewegung des Dornrades in die
erste Bewegungsstellung seiner Drehachse vorgenommen.
[0020] Weiterhin ist es erfindungsgemäß vorteilhaft, wenn am äußeren Ende des Dornes eine
mechanische Klemm- oder Vakuumhalteeinrichtung und/oder im Inneren des Dornes Kühlleitungen
angebracht sind. Die erstgenannte Einrichtung sorgt für die Aufnahme und Halterung
der in der Aufsetzstation auf das Dornende aufgeschobenen Ausgießeinrichtung, und
die Kühlleitungen erlauben die Zufuhr von Kühlmittel, z.B. Wasser, um die Ausgießeinrichtung
von innen gekühlt zu halten, damit nicht eine Verformung des Schließbereiches der
Ausgießeinrichtung während der Erwärmung entsteht. Außerdem dient die Kühlung der
Aushärtung der Siegelflächen der Ausgießeinrichtung.
[0021] Man kann auch die erwähnte Abstreiferhülse mit zugeordnetem Antrieb an jedem Dorn
vorsehen, so daß sich also die Abstreiferhülse mit Antrieb mit dem Dorn mitdreht und
in der Abstreifstation ohne Zuführzeiten sofort bei Bedarf zur Verfügung steht. Die
Abstreiferhülse wird von einem feststehenden Antrieb bei horizontaler Stellung des
Dornes betätigt.
[0022] Zur Erhöhung des Durchsatzes der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist es auch zweckmäßig,
wenn mehrere Dornräder auf einer gemeinsamen Drehwelle befestigt sind. Es sind bei
Versuchen z.B. sechs Dornräder in gleichmäßigem Abstand axial voneinander auf der
gemeinsamen Drehwelle angebracht worden, so daß jeweils mit einer Drehung bzw. translatorischen
Bewegung sechs Stationen von sechs Ausgießeinrichtungen besetzt werden können. Bedenkt
man, daß bei vier Dornen an einem Dornrad mit einer solchen Vorrichtung sechs mal
vier Funktionen bei jedem Schritt durchgeführt werden können, dann nat man eine Packungsfüllmaschine
mit hohem Durchsatz trotz ihrer Zuverlässigkeit und obwohl sie die hohen Hygieneanforderungen
optimal erfüllt.
[0023] Verwendet man tiefziehfähigen Kunststoff bei der Erstellung der Packung durch Erwärmen
von Kunststoffplatten in der oben beschriebenen Weise und Tiefziehen, dann kann man
als Kunststoffmaterial thermoplastischen Kunststoff verwenden, z.B. Polypropen. Auch
PVC kann als solcher Kunststoff dienen, wobei Polypropen in der Technik weitgehend
auch als Polypropylen bekannt ist. Die Packung besteht dann - sogar zusammen mit der
Ausgießeinrichtung, die aus demselben Material hergestellt sein kann - aus einwandfrei
wiederaufarbeitbaren und leicht verrottbaren Teilen und Materialien. Bei einer besonders
bevorzugten Ausführungsform kann man das Kunststoffmaterial, z.B. das Polypropen,
auch füllen, wobei als Füllstoffe hier an Kreide, Glimmer, Talkum, Gips oder dergleichen
gedacht ist. Es hat sich gezeigt, daß derartige gefüllte Kunststoffmaterialien einerseits
leicht verrottbar sind, natürlich auch ohne weiteres und nach einfachen Methoden wieder
aufgearbeitet bzw. rezykliert werden können und andererseits die Eigenschaften eines
Kunststoffes gering beeinträchtigen, so daß derartige gefüllte Kunststoffmaterialien
insbesondere tiefziehfähig und auch siegelfähig sind.
[0024] Weitere Vorteile, Merkmale und Anwendungsmöglichkeiten der vorliegenden Erfindung
ergeben sich aus der folgenden Beschreibung im Zusammenhang mit den anliegenden Zeichnungen.
Bei diesen zeigen:
- Figur 1
- schematisch und teilweise abgebrochen die Ansicht der Vorrichtung gemäß der Erfindung
mit den zwei Bewegungsstellungen des nur in der ersten Bewegungsstellung gedrehten
Dornrades mit oben angeordnetem Siegelwerkzeug,
- Figur 2
- in vergrößertem Maßstab zwei Dorne des Dornrades in dessen erster Bewegungsstellung,
wobei die anderen beiden Dorne abgebrochen sind,
- Figur 3
- die zwei auseinandergezogen dargestellten Siegelwerkzeughälften mit in der richtigen
Höhe darunter eingefahrenem Dornende mit aufgesetzter Ausgießeinrichtung,
- Figur 4
- den späteren Zustand der Siegelwerkzeughälften nach dem Zusammensiegeln der Packungshalbschalen
und der Ausgießeinrichtung,
- Figur 5
- teilweise abgebrochen und in kleinerem Maßstab den Zustand des Siegelwerkzeuges wie
bei Figur 4, wobei jedoch auch das Dornrad mit der translatorischen Bewegungsmöglichkeit
dargestellt ist, und
- Figur 6
- den rechten Dorn des Dornrades, dessen andere drei Dorne weggelassen sind, nach dem
Abstreifen der Ausgießeinrichtung mit angesiegelter Packung und kurz vor dem Weiterdrehen
um 90° in Richtung des gebogenen Pfeiles.
[0025] Die Gesamtanordnung der hier nur beispielsweise dargestellten und beschriebenen Anbringvorrichtung
gemäß der Erfindung läßt sich am besten zunächst anhand Figur 1 beschreiben. Das mit
vier im Winkelabstand von 90° zueinander angeordneten Dornen 1 versehene Dornrad 2
ist stufenweise um jeweils 90° um die Drehachse 3 in der ersten Bewegungsstellung
drehbar und translatorisch über den Hub H aus der mit ausgezogenen Linien gezeigten
ersten Bewegungsstellung der Figur 1 in die mit gestrichelten Linien gezeigte Stellung
und zurück angetrieben, wobei in der gestrichelten zweiten Bewegungsstellung das Domrad
2 um die Drehachse 3' nicht gedreht wird.
[0026] In das nicht dargestellte Loch im Oberboden 4 einer Flüssigkeitspackung 5 ist eine
Ausgießeinrichtung 6 anzubringen, die aus einem Unterteil 7 und einem über ein nicht
bezeichnetes Scharnier angelenktes Verschlußteil 8 besteht.
[0027] Die Drehrichtung des Dornrades 2 und damit ihrer Nabe 9 mit den senkrecht zur Drehachse
3 in der ersten Bewegungsstellung abstehenden Dornen 1 ist in Richtung des gebogenen
Pfeiles 11 aus der in Figur 1 unten gezeigten Aufsetzstation I in die im Uhrzeigersinn
gedrehte nächste Erwärmungsstation II (zweite Stufe), danach translatorisch in Richtung
des Pfeiles 12 nach oben zur zweiten Bewegungsstellung der Drehachse 3' so verschiebbar,
daß der betreffende Dorn dann an der Erwärmungsstation der ersten Stufe II' ansteht;
während der in Uhrzeigerrichtung gesehen nächste Dorn 1 mit seinem äußeren Ende an
der Einsiegelstation III steht; während schließlich der weiter in Uhrzeigerrichtung
angeordnete nächste Dorn in der zurückgezogenen Position der ersten Bewegungsstellung
der Drehachse 3 im Betätigungsbereich der Abstreifstation IV steht, d.h. hier tritt
die Abstreifstation IV in Betriebseingriff. Das jeweils äußere Ende des Dornes 1 ist
also schrittweise nacheinander mit der Aufsetzstation I, danach der Erwärmungsstation
II', II, danach mit der Einsiegelstation III und schließlich der Abstreifstation IV
in einer Position für den Wirkeingriff.
[0028] Nur die Aufsetzstation I und die Erwärmungsstation der zweiten Stufe II (Enderwärmung)
befinden sich bei Blickrichtung in Richtung der Achse 3 der ersten Bewegungsstellung
in der 6-Uhr- bzw. 9-Uhr-Position, während erst nach Verschieben des Dornrades 2 translatorisch
in Richtung des Pfeiles 12 nach oben derart, daß die Drehachse 3' die zweite Bewegungsstellung
erreicht hat, sich die Erwärmungsstation II' der ersten Stufe (Vorwärmung) wiederum
in der 9-Uhr-Stellung und die Einsiegelstation III in der 12-Uhr-Stellung befinden.
An jedem Dorn 1 sind Mittel zum Abstreifen der Ausgießeinrichtung 6 vorhanden. diese
treten aber erst in der unteren 3-Uhr-Position in Tätigkeit, wenn sich die Drehachse
3 wieder in der ersten Bewegungsstellung befindet. Die einzelnen Eingriffsphasen werden
deutlicher im Zusammenhang mit der nachfolgenden Beschreibung des Betriebes. Zunächst
aber wird die Ausgestaltung der einzelnen Arbeitsstationen näher erläutert.
[0029] Das Dornrad 2 mit seiner Nabe 9 ist von der Aufsetzstation I in Richtung zur Einsiegelstation
III in Richtung des Pfeiles 12 und umgekehrt so bewegbar, daß die Drehachse 3 der
ersten Bewegungsstellung auf einer Linie zur zweiten Bewegungsstellung der Drehachse
3' bewegbar ist, und diese Linie liegt in der Mitteltrennebene 13, welche dadurch
aufgespannt wird, daß man die Drehachse der ersten Bewegungsstellung 3 zur Drehachse
3' der zweiten Bewegungsstellung translatorisch hin- und herbewegt, wobei diese gedachte
Mittelebene selbstverständlich auch darüber und darunter hinaus vorstellbar ist. Jeweils
zwei Dorne erstrecken sich symmetrisch in dieser Mittelebene 13 und die zwei anderen
Dorne senkrecht dazu. Die Mitteltrennebene 13 ist also identisch mit der Bewegungsebene
der Drehachse 3 des Dornrades 2.
[0030] Die Aufsetzstation I weist einen in Richtung des Doppelpfeiles 14 geradlinig hin-
und herbewegbaren Aufschieber 15 mit Schiebestange 16 auf, die von einem nicht dargestellten
pneumatischen Antrieb intermittierend in Richtung der Mitteltrennebene 13 bewegbar
sind. An der mit 17 gezeigten Stelle ist ein Messer zum Abscheren einer Ausgießeinrichtung
6 von der vorhergehenden vor dem Aufsetzen auf das äußere Ende des Dornes 1 angebracht.
[0031] Die Erwärmungsstation ist in zwei Stufen aufgebaut, nämlich die erste Stufe der Vorwärmeinrichtung
II', die in den Figuren 1 und 5 oben dargestellt ist, und die zweite Stufe der Erwärmungsstation
II für die Enderwärmung, die in den Figuren 1 und 5 unten links dargestellt ist. Der
Abstand der beiden Erwärmungsstufen 2, 2' der Erwärmungsstation ist gleich dem Abstand
H (Figur 5) zwischen der Position der Drehachse 3 der ersten Bewegungsstellung und
der Position der Drehachse 3' der zweiten Bewegungsstellung.
[0032] Jede Stufe der Erwärmungsstation II, II' ist gleich der anderen aufgebaut, d.h. der
wichtigste Teil ist der Wärmehohlkörper 18, der bei der ersten Stufe der Erwärmungsstation
II' die Vorwärmheizung und in der zweiten Stufe der Erwärmungsstation II die Endheizung
enthält. Der Warmehohlkörper 18 ist so aufgebaut, daß er nach vorn zum jeweiligen
Dorn 1 des Dornrades 2 offen ist und das äußere Ende des Dornes 1 mit aufgesetzter
Ausgießeinrichtung 6, genauer gesagt ihres Unterteils 7, in sich aufnehmen kann, wenn
die betriebliche Eingriffsposition erreicht ist. Außerdem ist der jeweilige Wärmenohlkörper
18 in Richtung senkrecht auf die Mitteltrennebene 13 gemäß Doppelpfeil 19 geradlinig
hin- und herbewegbar. Denn über den pneumatischen Zwischenkolben 20 innerhalb des
pneumatischen Zylinders 21 ist eine Traverse 23 über die Kolbenstange 22 so hin- und
herbewegbar, daß die Führungsstange 24 den genannten Warmehohlkörper 18 aus der in
Figur 1 links oben gezeigten zurückgezogenen Ruheposition auf die Drehachse 3' in
die zweite Bewegungsstelle hin senkrechtzur Mitteltrennebene 13 nach rechts bewegt,
wie in Figur 1 links unten in Verbindung mit der Erwärmungsstation II in der Enderwärmungsstufe
dargestellt ist.
[0033] Die allgemein mit III bezeichnete Einsiegelstation (Figuren 1, 3 bis 5) weist zwei
zur Mitteltrennebene 13 symmetrisch aufgebaute Siegelwerkzeughälften 25 auf mit aufeinander
zugerichteten muldenförmigen Ausnehmungen 26 für die Tiefziehausgestaltung jeweils
einer Packungshalbschale 27. Jede Siegelwerkzeughälfte 25 ist über eine Antriebsstange
28 mit einem pneumatischen Zylinder 29 verbunden, welcher für eine hin- und hergehende
Bewegung der beiden Siegelwerkzeughälften 25 in Richtung der Doppelpfeile 30 um den
Hub h sorgt. Um diesen können die beiden Siegelwerkzeughälften 25 aus der in den Figuren
1, 4 und 5 gezeigten geschlossenen Position in die in Figur 3 gezeigte offene Position
auseinandergezogen werden. Das Schließen erfolgt dann selbstverständlich in umgekehrter
Weise. Hierbei werden die einander zugewandten Vorderflächen der Siegelwerkzeughälften
25 bis auf Anlage und gegenseitiger Berührung aufeinander zugefahren, wobei dann diese
Vorderflächen mit der Mitteltrennebene 13 in Flucht liegen (Position der Figuren 1,
4 und 5).
[0034] Man erkennt, daß die Flüssigkeitspackung 5 vollständig aus dem tiefziehfähigen Kunststoffmaterial
hergestellt ist, weiches oben beschrieben wurde. Die Packung wird dabei aus den zwei
Halbschalenhälften 27 gebildet, die über ihren Rand 31 (Figur 3) (gegenseitig) miteinander
verbunden werden, so daß sich die in Figur 4 angedeutete, doppellagige Versteifungsrippe
32 bildet. Auf der in den Figuren jeweils gezeigten unteren Seite, welche dem Domrad
2 gegenüberliegt, wird diese Versteifungsrippe 22 unterbrochen durch die Öffnungsvorrichtung,
die bei der fertigen Packung im wesentlichen aus der geschlossenen Ausgießeinrichtung
6 besteht. Zweck der hier beschriebenen Vorrichtung ist das Anbringen dieser Ausgießeinrichtung
6 an der Verpackung 5, jeweils hälftig an den Halbschalen 27. Diese Anbringung erfolgt
in halbzylindermantelförmigen Ausnehmungen 33 an der Seite der späteren Packung 5,
welche den Oberboden 4 derselben bildet.
[0035] Aus Figur 3 erkennt man deutlich, daß der Dorn 1 in Richtung der Mitteltrennebene
13 soweit nach oben zur Einsiegelstation III in Richtung des Pfeiles 12 translatorisch
bewegt wurde, daß die (jeweils auf einer Seite der Mitteltrennebene 13 befindliche)
halbzylindermantelförmige Oberfläche des Unterteils 7 der Ausgießeinrichtung 6 einem
entsprechenden Ringkragen 38 (Figur 6) an der Packung 5 bzw. jeweils zur Hälfte der
entsprechenden Innenoberfläche der Halbschale 27 gegenübersteht. Sind die beiden aus
kompatiblem Kunststoff bestehenden und miteinander zu verbindenden Teile entsprechend
erwärmt und siegelfähig und werden dann die Siegelwerkzeughälften 25 aus der Position
der Figur 3 in die der Figur 4 zusammengefahren, dann versteht man den Einsiegelvorgang
des ringförmigen Unterteils 7 der Ausgießeinrichtung 6 in das Loch im Oberboden 4
der Packung 5, womit der Zweck der hier beschriebenen Vorrichtung erreicht ist.
[0036] Die Abstreifstation kann am besten anhand Figur 6 beschrieben werden, bei welcher
die Drehachse 3 der ersten Bewegungsstellung in der Nabe 9 mit zur Verdeutlichung
nur einem Dorn 1 dargestellt ist, der der in Figur 1 nach rechts ragende Dorn in der
3-Uhr-Stellung sein soll. Die Abstreifstation IV weist eine den Dorn 1 auf dem gesamten
Umfang, aber nur auf einem Teil seiner Länge umfassende und auf dem Dorn 1 gleitend
bewegbare Abstreiferhülse 34 auf, die in Figur 6 in ihrer zurückgezogenen Position
dargestellt ist.
[0037] Zwar kann an jedem Dorn 1 zusätzlich zu der Abstreiferhülse 34 auch der allgemein
mit 35 bezeichnete Antrieb angebracht sein und sich mit dem Dornrad 2 mitdrehen; bei
der hier dargestellten Ausführungsform wird aber davon ausgegangen, daß nur im Bereich
der Position IV, d.h. der Wirkbetriebsposition der Abstreifstation IV ein Antrieb
35 vorhanden ist, mit dem nur in dieser in Figur 1 unten dargestellten 3-Uhr-Stellung
ein Wirkeingriff hergestellt wird. Dieser erfolgt über den Flansch 36 der Abstreiferhülse
34, der auf der radial inneren Seite zur Habe 9 hin bezüglich der Hülse an dieser
angebracht ist. Über eine Zugfeder 37 kann die Abstreiferhülse 34 ohne Eingriff mit
dem Antrieb 35 immer in ihrer zurückgezogenen Position gehalten werden, in welcher
das äußere Ende des Dornes 1 in der in Figur 6 dargestellten zurückgezogenen Ausgangsstellung
frei derart belassen ist, daß das ringförmige Unterteil 7 der Ausgießeinrichtung 6
aufschiebbar ist (hier in Figur 6 gerade abgeschoben).
[0038] Mit dem Ringflansch 36 der Abstreiferhülse 34 tritt der Greifer 39 in Wirkeingriff,
der über die Kolbenstange 40 von dem pneumatischen Zylinder 41 in Richtung des Doppelpfeiles
42 radial in Richtung des Dornes 1 hin- und herbewegbar ist.
[0039] Auf der dem Greifer 39 gegenüberliegenden (in Figur 6 unteren) Seite des Dornes 1
ist die Zugfeder 37 am Flansch 36 einerseits und am Dorn 1 über die feste Schraube
43 eingespannt.
[0040] Die Drehachse 3 des Dornrades 2 ist in den Figuren in horizontaler Richtung liegend
vorzustellen, so daß die in Figur 6 rechts neben dem Dorn 1 gezeigte und abgestreifte
Packung 5 horizontal liegt und nach dem Abstreifen vertikal herunterfallen kann auf
ein Fließband 44 oder eine andere geeignete Fördereinrichtung.
[0041] Die so beschriebene Anbringvorrichtung arbeitet wie folgt:
Ein Strang von Ausgießeinrichtungen 6 wird in einer Form ähnlich wie In Figur 1 unten
links dargestellt ist in Zuführrichtung 45 von einer Vorratsrolle auf die Aufsetzstation
I hin zugeführt. Dabei sind das Unterteil 7 vom Verschlußteil 8 getrennt, d.h. die
beiden Teile sind etwa senkrecht zueinanderstehend aneinander angelenkt. Das Unterteil
7 ist ringförmig derart, daß auch nach dem Einsiegeln im Zustand der Figur 6 das Innere
der Packung 5 für eine Fülleinrichtung durch das Loch des Unterteils 7 von außen erreichbar
und befüllbar ist.
[0042] Der Aufschieber 15 wird in Richtung des Pfeiles 14 nach oben radial zur Drehachse
3 des Dornrades 2 in ihrer ersten Bewegungsstellung geradlinig bewegt, schert dabei
mit dem Messer 17 an einer Sollbruchlinie im Strang der Ausgießeinrichtungen 6 die
vorderste Ausgießeinrichtung ab, so daß diese vereinzelt ist und direkt auf das äußere
Ende des Dornes 1 aufgeschoben wird. Danach erfolgt das Rückziehen des Aufschiebers
15, so daß das äußere Ende des Dornes wieder frei ist.
[0043] Das Dornrad 2 dreht sich nun um 90° in Richtung des gebogenen Pfeiles 11. Nachdem
das Aufsetzen abgeschlossen ist, setzt die Drehung des Dornrades ein und dauert bis
zum Erreichen der nächsten Drehposition. Nun steht das betrachtete Domende mit aufgesetzter
Ausgießeinrichtung 6 vor der zweiten Stufe der Erwärmungsstation II, ohne daß dort
eine Erwärmung erfolgt. Stattdessen beginnt nun unmittelbar nach Abschluß der Drehbewegung
die translatorische Verschiebebewegung des Dornrades 2 in Richtung des Pfeiles 12
nach oben in Figur 1 bis in die gestrichelt dargestellte Position, wo die Drehachse
3' ihre zweite Bewegungsstellung erreicht hat. In dieser befindet sich nun der betrachtete
Dorn 1 vor der ersten Vorwärmstufe der Erwärmungsstation 2'. Diese wird nun in der
beschriebenen Weise derart betätigt, daß der Wärmehohlkörper 18 die ringförmige Außenfläche
des Unterteils 7 umfängt und vorwärmt. Inzwischen erfolgt der Vorschub einer weiteren
Ausgießeinrichtung gemäß Pfeil 45 unter die Aufsetzstation I. Der Wärmehohlkörper
18 wird wieder zurückgezogen nach links, so daß der Dorn 1 frei ist, das Dornrad 2
wird in entgegengesetzter Richtung zum Pfeil 12 translatorisch wieder nach unten bewegt,
so daß die vorerwärmte Ausgießeinrichtung nun vor der zweiten Endwärmstufe der Erwärmungsstation
11 steht. Hier erfolgt die zweite Erwärmung auf Endtemperatur, so daß nun die äußere
Fläche des Unterteils 7 siegelfähig ist.
[0044] Inzwischen war durch Tiefziehen auf beiden Seiten die jeweilige Packungshalbschale
27 geformt worden und befindet sich mit verhältnismäßig hoher Temperatur im Siegelwerkzeug
25.
[0045] Nach Zurückziehen des Wärmehohlkörpers 18 in der Erwärmungsstation II - und nachdem
auch während des Enderwärmens eine neue Ausgießeinrichtung 6 auf den nachfolgenden
Dorn 1 aufgeschoben worden war, beginnt nun die zweite Drehung des Dornrades 2 in
Richtung des Pfeiles 11 um 90°, so daß das hier betrachtete Dornrad nun die obere
12-Uhr-Position erreicht hat.
[0046] Wiederum bewegt sich das Dornrad 2 translatorisch in Richtung des Pfeiles 12 in die
in Figur 1 gestrichelte Position, in welcher zuvor die beiden Siegelwerkzeughälften
25 die Position der Figur 3 eingenommen haben, damit der Dorn 1 in die gewünschte
Höhe zwischen die Siegelwerkzeughälften 5 unten neben die Ausnehmungen 33 hochfahren
kann. Ist diese Stellung erreicht, in welcher das Unterteil 7 siegelfähige hohe Temperatur
hat und durch die Restwärme die jeweilige Halbschale 27 ebenfalls hohe Siegeltemperatur
hat, fahren die beiden Siegelwerkzeughälften 25 zusammen in die Position der Figur
4. Hierbei erfolgt das Einsiegeln der Ausgießeinrichtung 6 einerseits und das Zusammensiegeln
der beiden Halbschalen 27 zur Bildung der Packung 5 andererseits.
[0047] Nun öffnen die beiden Siegelwerkzeughälften 25 wieder und erreichen die Position
ähnlich Figur 3, nur daß die Packung 5 über die Befestigung mit der Ausgießeinrichtung
6 am Dorn 1 angebracht ist. Nur die Werkzeughälften 25 befinden sich nun im auseinandergezogenen
Zustand, und das Dornrad 2 bewegt die neue Packung mit eingesiegelter Ausgießeinrichtung
6 in der Mitteltrennebene nach unten entgegen Pfeilrichtung 12.
[0048] Es erfolgt das Endheizen der vorhergehenden Ausgießeinrichtung und das Aufsetzen
der neuen Ausgießeinrichtung unten an der Aufsetzstation I.
[0049] Das Dornrad 2 dreht nun den betrachteten Dorn 1 in die 3-Uhr-Stellung, so daß die
Abstreifstation IV, d.h. der Antrieb 35 mit der Abstreiferhülse 34 in Wirkeingriff
kommt (Figur 6).
[0050] Der Abstreifvorgang wird in der vorstehend beschriebenen Weise durch Betätigung des
pneumatischen Zylinders 41 eingeleitet. so daß der Flansch 36 der Abstreiferhülse
34 nach rechts in Richtung des Pfeiles 42 so bewegt wird, daß die Ausgießeinrichtung
6 zusammen mit der an dieser angebrachten Packung 5 vom Dorn 1 in die in Figur 6 rechts
gezeigte Position horizontal abgeschoben wird. Dabei wird die Feder 37 verlängert
und gespannt. Während die Packung 5 mit Ausgießeinrichtung 6 nach unten auf das Förderband
44 fällt und abgefördert wird, zieht die Feder 37 die Abstreiferhülse 34 bei abgeschaltetem
Luftzylinder 41 die Hülse 34 in die zurückgezogene Ausgangsstellung zurück.
[0051] Nach Weiterdrehen des Dornes 1 in die Aufsetzstation I beginnt das beschriebene Spiel
von neuem, während mit den nachfolgenden drei Dornen das gleiche Spiel in gleicher
Weise erfolgt ist.
[0052] Die jeweilige Ausgießeinrichtung 6 kann durch mechanische Klemmwirkung am äußeren
Ende des Dornes 1 gehalten werden, es kann aber auch eine Vakuumleitung 46 verwendet
werden, um die Ausgießeinrichtung durch Vakuum am äußeren Ende des Dornes 1 zu halten.
Um eine Verformung des Schließbereiches zu vermeiden, kann die Ausgießeinrichtung
6 ferner über Kühlmittelleitungen 47 gekühlt gehalten werden.
Bezugszeichenliste
[0053]
- 1
- Dorne
- 2
- Dornrad
- 3, 3'
- Drehachse
- 4
- Oberboden
- 5
- Flüssigkeitspackung
- 6
- Ausgießeinrichtung
- 7
- Unterteil
- 8
- Verschlußteil
- 9
- Nabe
- 11
- Pfeil
- 12
- Pfeil
- 13
- Mitteltrennebene
- 14
- Doppelpfeil
- 15
- Aufschieber
- 16
- Schiebestange
- 17
- Stelle
- 18
- Wärmehohlkörper
- 19
- Doppelpfeil
- 20
- Zwischenkolben
- 21
- Zylinder
- 22
- Kolbenstange
- 23
- Traverse
- 24
- Führungsstange
- 25
- Siegelwerkzeughälften
- 26
- Ausnehmungen
- 27
- Packungshalbschale
- 28
- Antriebsstange
- 29
- Zylinder
- 30
- Doppelpfeile
- 31
- Rand
- 32
- Versteifungsrippe
- 33
- Ausnehmungen
- 34
- Abstreiferhülse
- 35
- Antrieb
- 36
- Flansch
- 37
- Zugfeder
- 38
- Ringkragen
- 39
- Greifer
- 40
- Kolbenstange
- 41
- Zylinder
- 42
- Doppelpfeil
- 43
- Schraube
- 44
- Fließband
- 45
- Zuführrichtung
- 46
- Vakuumleitung
- 47
- Kühlmittelleitungen
1. Verfahren zum Anbringen einer verschließbaren Ausgießeinrichtung (6) aus siegelfähigem
Kunststoff am Loch im Oberboden (4) einer Packung (4, 5) aus tiefziehfähigem Kunststoff,
dadurch gekennzeichnet, daß die Ausgießeinrichtung (6) erwärmt und zwischen wenigstens zwei soeben tiefgezogene
Packungsteilschalen (27) dort eingeführt wird, wo sich entsprechende Ausnehmungen
(33) in den Packungsteilschalen (27) befinden, mit deren Oberflächen (33, 38) die
Ausgießeinrichtung (6) dadurch versiegelt wird, daß die Ausgießeinrichtung (6) und
die wenigstens zwei Packungsteilschalen (27) gleichzeitig unter Anpressen bei Siegeltemperatur
der zu verbindenden Oberflächen (33, 38) versiegelt werden.
2. Vorrichtung zum Anbringen einer verschließbaren Ausgießeinrichtung (6) am Loch im
Oberboden (4) einer Packung (4, 5), mit einem um eine Drehachse (3) intermittierend
drehbar angetriebenen Domrad (2) mit wenigstens zwei von einer Nabe (9) radial vorstehenden
Dornen (1), dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich des Außenumfanges des Dornrades (2) in Winkelabständen bezüglich der
Drehachse (3) eine Aufsetzstation (I), danach eine Erwärmungsstation (II, II'), dann
eine Einsiegelstation (III) und eine Abstreifstation (IV) derart angeordnet sind,
daß das äußere Ende jedes Dornes (1) schrittweise nacheinander mit den Stationen (I-IV)
in Eingriff bringbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Dornrad (2) in Linie
von der Aufsetzstation (I) zur Einsiegelstation (III) und umgekehrt translatorisch
bewegbar ist und daß die Erwärmungsstation (II, II') in zwei getrennten Stufen aufgebaut
ist, wobei der Abstand zwischen der Vorwärmstufe (II') und der Endwärmestufe (II)
gleich dem Hub (H) des Dornrades (2) bei seiner translatorischen Bewegung ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufsetzstation
(I) einen in radialer Richtung (12) zur Achse des Dornes (1) translatorisch hin- und
herbewegbaren Aufschieber (15) zum Aufschieben der vereinzelten Ausgießeinrichtung
(6) auf das äußere Ende des Dornes (1) bei dessen Stillstand aufweist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Erwärmungsstation
(II, II') jeder Stufe einen Wärmehohlkörper (18) aufweist, der senkrecht zur Verbindungslinie
zwischen Aufsetz- (I) und Einsiegelstation (III) geradlinig hin- und herbewegbar angetrieben
ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Einsiegelstation
(III) ein wenigstens zweiteiliges Siegelwerkzeug (25) mit einer Mitteltrennebene (13)
aufweist, die in Verlängerung der Bewegungsebene der Drehachse (3) des Domrades (2)
liegt, und daß die seitlich der Mitteltrennebene (13) angeordneten Siegelwerkzeughälften
(25) durch Antriebe (29) quer zur Mitteltrennebene (13) translatorisch hin- und herbewegbar
sind.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Abstreifstation
(IV) eine den Dorn (1) wenigstens teilweise umfassende und auf dem Dorn (1) gleitend
angetriebene Abstreiferhülse (34) aufweist, die in ihrer zurückgezogenen Ausgangsstellung
das äußere Ende des Dornes 1 frei laßt.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Dornrad
(2) vier um 90° zueinander versetzte Dorne (1) aufweist und nach jeder Viertelkreisdrehung
in der ersten Bewegungsstellung der Drehachse (3) des Dornrades (2) translatorisch
in die zweite Bewegungsstellung der Drehachse (3') und danach wieder zurückbewegbar
vorgesehen ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß am äußeren
Ende des Dornes (1) eine mechanische Klemm- (100) oder Vakuumhalteeinrichtung (46)
und/oder im Inneren des Dornes (1) Kühlleitungen (47) angebracht sind.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß an jedem
Dorn (1) eine Abstreiferhülse (34) mit zugeordnetem Antrieb (35) vorgesehen ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere
Dornräder (2) auf einer gemeinsamen Drehwelle befestigt sind.