[0001] Die Erfindung betrifft ein Zylinderschloß mit mindestens einem gegen Verdrehen gesicherten
Sperrkörper und mindestens einem mittels eines Schlüssels gegenüber dem Sperrkörper
um eine Drehachse drehbaren Zylinderkörper, sowie mit einer drehbar gelagerten Aufbohrsicherung.
[0002] Zylinderschlösser ohne eine Aufbohrsicherung lassen sich verhältnismäßig leicht dadurch
aufbrechen, daß der üblicherweise aus Messing bestehende Zylinderkörper von der Außenseite
des Zylinderschlosses her angebohrt, ein Gewinde eingeschnitten und der Zylinderkörper
mit Hilfe einer mechanischen oder hydraulischen Zugvorrichtung aus dem Schloß herausgezogen
wird, ähnlich wie ein Korken aus einer Flasche, wobei die das Schloß umgebenden Türfläche
als Widerlager für die Zugvorrichtung verwendet wird.
[0003] Um ein derartiges Vorgehen zu verhindern, ist es aus der DE-35 44 749 C2 bereits
bekannt, auf der Außenseite des Zylinderschlosses eine Schutzrosette anzubringen,
in der eine Abdeckscheibe aus Stahl oder dergleichen widerstandsfähigem Material in
einer nach vorne über eine Türfläche überstehenden Halterung gelagert ist, die ein
Eindringen eines Bohrers in den dahinterliegenden Zylinderkörper verhindert. Die mit
einem Schlitz zum Einführen des Schlüssels versehene Abdeckscheibe ist mittels eines
Kugellagers um die Drehachse des Zylinderschlosses drehbar gelagert, so daß sie sich
beim Drehen des Schlüssels mitdrehen kann. Eine nach außen über die Türfläche überstehende
Schutzrosette bietet jedoch zu viele Angriffsflächen für Einbruchswerkzeuge, so daß
ein ausreichender Schutz vor Aufstemmen oder Abdrehen nicht gegeben ist, Zum anderen
läßt sich die drehbare Abdeckscheibe durch Blockieren des Kugellagers mit schnell
aushärtendem Zement oder Kunstharz leicht arretieren, woraufhin der Schlitz als Führung
für ein Bohrwerkzeug dienen kann, so daß trotz des widerstandsfähigen Materials ein
Anbohren des Schlosses durch die verhältnismäßig dünne Abdeckscheibe hindurch möglich
ist.
[0004] Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Zylinderschloß der
eingangs genannten Art dahingehend zu verbessern, daß ein Anbohren ohne nach außen
über eine Stirnfläche des Zylinderschlosses überstehende Vorrichtungen sicher verhindert
wird.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Aufbohrsicherung innerhalb
des Zylinderschlosses angeordnet ist. Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, daß
eine innerhalb des Zylinderschlosses drehbar gelagerte Aufbohrsicherung sich zum einen
beim Aufsetzen eines Bohrers mitdreht und somit ein Eindringen desselben verhindert
und sich zum anderen im wesentlichen bündig mit der Stirnfläche des Zylinderschlosses
ausbilden läßt, so daß sie einem Angriff eines Einbruchswerkzeugs nur ihre vordere
Stirnfläche darbietet.
[0006] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung wird mindestens ein auf der Außenseite
des Zylinderschlosses angeordneter Zylinderkörper von der konzentrisch zur Drehachse
angeordneten Aufbohrsicherung durchsetzt. Vorteilhafterweise durchsetzt die Aufbohrsicherung
sowohl den Zylinderkörper als auch den Sperrkörper und dient gleichzeitig dazu, das
Zylinderschloß in axialer Richtung zusammenzuhalten.
[0007] Bei Doppelzylinderschlössern erstreckt sich die drehbar gelagerte Aufbohrsicherung
zweckmäßig durch den Sperrkörper und die beiden Zylinderkörper hindurch, so daß ihre
Stirnfläche jeweils mit der Abschlußfläche des Zylinderkörpers bündig ist.
[0008] Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung sieht vor, daß die Aufbohrsicherung in axialer
Richtung unverschiebbar im Zylinderschloß gehalten wird. Um Schlägen oder Druckkräften,
die von der Außenseite des Schlosses her auf die Aufbohrsicherung ausgeübt werden,
besser zu widerstehen, sieht eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung
vor, daß sich die Aufbohrsicherung gegen eine der Außenseite des Schlosses zugewandte
Schulter abstützt, die gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung
von einer umlaufenden Ringschulter einer als Stufenbohrung ausgebildeten zentralen
Bohrung des Zylinderschlosses gebildet sein kann.
[0009] Die Aufbohrsicherung ist vorteilhafterweise aus gehärtetem Stahl ausgebildete, so
daß sie auch einem Angriff von Hartmetallbohrern widersteht, falls es einem Einbrecher
gelingen sollte, die Drehung der Aufbohrsicherung zu blockieren.
[0010] Zum Zusammenbauen des Zylinderschlosses weist dieses zweckmäßig einen in eine radiale
Ringnut der Aufbohrsicherung einführbaren zweckmäßig mit einem Außengewinde versehenen
Sperrstift auf, der nach einem Einsetzen der Aufbohrsicherung in die das Zylinderschloß
durchsetzende Stufenbohrung in eine in die Ringnut mündende Gewindebohrung eingeschraubt
wird, bis er in die Ringnut eingreift.
[0011] Eine das Zylinderschloß mittig durchsetzende Aufbohrsicherung läßt sich gemäß einer
weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung am leichtesten dadurch verwirklichen,
daß der Zylinderkörper und der Sperrkörper in Richtung der Drehachse hintereinander
angeordnet sind, und daß der Zylinderkörper und der Sperrkörper jeweils miteinander
fluchtende Ausnehmungen aufweisen, in denen die unter der Einwirkung von mindestens
einer Druckfeder stehenden Zuhaltungen längsverschiebbar sind, von denen mindestens
ein Teil bei gesperrtem Schloß mindestens eine zwischen dem Sperrkörper und dem Zylinderkörper
angeordnete Trennfläche durchsetzt. Bei derartigen Schlössern können die Zuhaltungen
zylinderförmig um die Drehachse herum angeordnet werden, so daß zwischen ihnen Platz
für die zur Drehachse konzentrische Aufbohrsicherung geschaffen wird.
[0012] Um weiter zu verhindern, daß sich ein derartig gesichertes Zylinderschloß verhältnismäßig
einfach mit einem Nachschlüssel öffnen läßt, sieht eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung
der Erfindung vor, daß das Zylinderschloß und bevorzugt auch der Schlüssel reversibel
codierbar sind, so daß z.B. bei Verlust oder Diebstahl eines Schlüssels das Schloß
umcodiert und die restlichen Schlüssel ohne Inanspruchnahme eines Fachbetriebs an
die neue Codierung des Schlosses angepaßt werden können.
[0013] Im folgenden wird die Erfindung anhand eines in der Zeichnung in schematischer Weise
dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1:
- eine Draufsicht auf einen Ausschnitt eines Schloßkastens eines Türschlosses mit eingesetztem
Doppelzylinderschloß;
- Fig. 2:
- einen Längsschnitt durch das gesperrte Doppelzylinderschloß entlang der Linie A -
A der Fig. 1;
- Fig. 3:
- einen Längsschnitt durch das geöffnete Doppelzylinderschloß entlang der Linie A -
A der Fig. 1;
- Fig. 4:
- einen Querschnitt durch das Doppelzylinderschloß entlang der Linie B - B der Fig.
2;
- Fig. 5:
- einen Längsschnitt durch einen Schlüssel;
- Fig. 6:
- einen Querschnitt durch den Schlüssel entlang der Linie C - C der Fig. 5;
- Fig. 7:
- eine Seitenansicht des Sperrkörpers;
- Fig. 8:
- einen Querschnitt durch den Sperrkörper entlang der Linie D - D der Fig. 2.
[0014] Das in der Zeichnung dargestellte Doppelzylinderschloß 1 besteht im wesentlichen
aus einem im Schloßkasten 4 gegen Verdrehen gesicherten Sperrkörper 6, zwei mittels
eines Schlüssels 8 gegenüber dem Sperrkörper 6 um eine axiale Drehachse 10 verdrehbaren
Zylinderkörpern 12,14, einer Mehrzahl von Zuhaltungen 16a,16b, die in kranzförmig
um die Drehachse 10 verteilt angeordneten, den Sperrkörper 6 und die Zylinderkörper
12,14 in axialer Richtung durchsetzenden Ausnehmungen 20 verschiebbar gelagert sind,
sowie einer in einer durchgehenden zentralen Stufenbohrung 22 des Zylinderschlosses
1 eingesetzten Aufbohrsicherung 24.
[0015] Der Sperrkörper 6 weist die Form einer Scheibe 26 auf, die in axialer Richtung von
den Ausnehmungen 20 und der Stufenbohrung 22 durchsetzt wird und über deren zylindrische
Umfangsfläche 28 ein Kamm 30 mit zylindrischer Umfangsfläche 32 übersteht, der in
axialer Richtung durch Ringschultern 34 gegenüber der Umfangsfläche 28 der Scheibe
26 abgesetzt ist. Der Kamm 30 weist dabei zwei einander diametral gegenüberliegende,
in eingebautem Zustand im Schloßkasten 4 seitlich angeordnete Ausnehmungen 36,38 auf,
die nach oben und unten zu durch parallele Führungsflächen 40 begrenzt sind. Bei eingebautem
Zylinderschloß 1 greifen von beiden Seiten her gegen die Führungsflächen 40 anliegende
Haltestücke 37,39 in die Ausnehmungen 36,38 ein und gewährleisten so, daß der Sperrkörper
6 gegenüber dem Schloßkasten 4 nicht verdreht werden kann.
[0016] Die jeweils gegen eine Stirnseitenfläche 42 bzw. 44 des Sperrkörpers 6 anliegenden
Zylinderkörper 12 bzw. 14 sind im wesentlichen zylindrisch geformt und weisen an ihren
dem Sperrkörper zugewandten Stirnenden Eindrehungen 46,48 auf, welche jeweils von
einem über eine Stirnfläche 50,52 axial überstehenden Rand 53,57 begrenzt sind, dessen
innere und axiale Begrenzungsflächen gegen die Ringschultern 34 des Sperrkörpers anliegen.
[0017] Im Zylinderkörper 12 sind die Ausnehmungen 20 als Stufenbohrungen 54 ausgebildet,
die von der Stirnfläche 50 her eingebracht sind, wobei in die Ausnehmungen 20 jeweils
eine Druckfeder 56 eingesetzt ist, die sich in Richtung einer axialen Abschlußfläche
58 des Zylinderkörpers 12 gegen eine Ringschulter 62 der Stufenbohrung 54 abstützt.
Der Zylinderkörper 14 ist demgegenüber zweiteilig ausgebildet, wobei die Druckfedern
56 jeweils in eine Bohrung 61 eines dem Sperrkörper 6 zugewandten Aufnahmeteils 59
eingesetzt sind und sich gegen eine Stirnseitenfläche 63 eines kappenförmig ausgebildeten
Abschlußteils 65 abstützen, welches auf das Aufnahmeteil 59 aufgesetzt und auf diesem
von Madenschrauben 67 gehalten wird, die von außen her in Gewindebohrungen des Abschlußteils
65 eingedreht sind und in radiale Bohrungen des Aufnahmeteils 59 eingreifen.
[0018] Die gegen die Kraft der Druckfedern 56 in axialer Richtung nach beiden Seiten zu
verschiebbar in die Ausnehmungen 20 eingesetzten Zuhaltungen 16a,16b bestehen jeweils
aus zwei Betätigungsstiften 64a,64b, zwischen deren aufeinanderzu gerichteten Stirnenden
66 wahlweise ein oder zwei Sperrkerne 68 lose eingesetzt sind. Die Betätigungsstifte
64a,64b weisen jeweils ein im erweiterten Teil der Stufenbohrung 54 des Zylinderkörpers
12 bzw. in der Bohrung 61 des Aufnahmeteils 59 verschiebbar geführtes, gegen die Druckfeder
56 abgestütztes und gegen einen Sperrkern 68 anliegendes Kopfteil 72, sowie ein in
unbelastetem Zustand um ein vorbestimmtes Maß über die axialen Abschlußflächen 58,60
der Zylinderkörper 12,14 überstehendes Betätigungsteil 74 auf, das im engeren Teil
der Stufenbohrung 54 bzw. in einer Bohrung 55 des Abschlußteils 65 gleitend geführt
ist. Die zylindrischen Sperrkerne 68 weisen sämtlich die gleiche Länge auf und sind
in axialer Richtung durch radiale Stirnflächen 70 begrenzt, die an den Kopfteilen
72 der Betätigungsstifte 64a,64b oder an der Stirnfläche 70 des weiteren Sperrkerns
68 anliegen. Der äußere Rand der Stirnfläche 70 ist jeweils abgeschrägt, um das Einführen
des Sperrkerns 68 in die Ausnehmung 20 zu erleichtern.
[0019] Alle Zuhaltungen 16a,16b weisen dieselbe Gesamtlänge auf, was dadurch gewährleistet
wird, daß die Betätigungsstifte 64a der Zuhaltungen 16a, die nur einen Sperrkern 68
aufweisen, länger sind, als die Betätigungsstifte 64b der Zuhaltungen 16b mit zwei
Sperrkernen 68.
[0020] Bei den Zuhaltungen 16b, die zwei Sperrkerne 68 aufweisen, sind diese bei gesperrtem
Zylinderschloß 1 in unbelastetem Zustand so angeordnet, daß sie jeweils eine der beiden
Trennflächen 76,78 durchsetzen, die zwischen den Stirnseitenflächen 42,44 des Sperrkörpers
6 und den gegen die Stirnseitenflächen 42,44 anliegenden Stirnflächen 50,52 der Zylinderkörper
12,14 gebildet werden, welche beim Öffnen des Zylinderschlosses 1 gegeneinander verdreht
werden. Demgegenüber sind bei den Zuhaltungen 16a, die nur einen Sperrkern 68 aufweisen,
die Sperrkerne 68 bei gesperrtem Zylinderschloß 1 in unbelastetem Zustand so angeordnet,
daß ihre Stirnflächen 70 mit den Trennflächen 76,78 fluchten. Zum Öffnen des Schlosses
müssen die Zuhaltungen 16b mit dem Schlüssel 8 so weit verschoben werden, bis die
Stirnflächen 70 eines der beiden Sperrkerne 68 ebenfalls mit den Trennflächen 76,78
fluchten. Die Zuhaltungen 16a dürfen dabei nicht verschoben werden, da sonst ihr Sperrkern
68 eine der beiden Trennflächen 76,78 durchsetzen und damit ein Öffnen des Zylinderschlosses
1 verhindern würde.
[0021] Auf ihren zylindrischen Außenflächen 80 weisen die Zylinderkörper 12,14 jeweils eine
als Evolventenverzahnung ausgebildete Transportverzahnung 82 auf, die derart in eine
entsprechend ausgebildete Zahnstange 84 eines im Schloßkasten 4 verschiebbaren Riegels
86 eingreift, daß der Riegel 86 beim Drehen des auf einen der Zylinderkörper 12,14
aufgesteckten Schlüssels 8 im Uhrzeigersinn zurückgezogen wird, während er beim Drehen
gegen den Uhrzeigersinn aus dem Schloßkasten 4 herausgeschoben wird. Die im Bereich
der axial über die Stirnflächen 50,52 überstehenden Ränder 53,57 angeordneten Transportverzahnungen
82 sind dabei jeweils nur auf einem Teilumfang der Zylinderkörper 12,14 in diese eingeformt.
[0022] Die beiden Zylinderkörper 12,14 und der Sperrkörper 6 werden durch die Aufbohrsicherung
24 zusammengehalten, die im Zylinderkörper 12 mit einer umlaufenden Ringschulter 88
gegen eine Ringschulter 90 der Stufenbohrung 22 anliegt, während sie im Zylinderkörper
14 von zwei einander diametral gegenüberliegenden, in Radialbohrungen 96 des Zylinderkörpers
14 eingesetzten Sperrstiften 92 gehalten wird, welche in radialer Richtung von außen
her in eine Ringnut 94 der Aufbohrsicherung 24 eingreifen. Die jeweils von einer Madenschraube
98 in den Radialbohrungen 96 gehaltenen Sperrstifte 92 bewirken, daß die aus Stahl
bestehende Aufbohrsicherung 24 gegenüber den Zylinderkörpern 12,14 und dem Sperrkörper
6 drehbar und axial unverschiebbar ist, so daß ein Bohrer, der auf eine der mit den
Abschlußflächen 58,60 fluchtenden Stirnflächen der Aufbohrsicherung 24 aufgesetzt
wird, diese mit gleicher Drehgeschwindigkeit in Drehung versetzt und damit nicht in
sie eindringen kann. Zur Veranschaulichung sind die Sperrstifte 92 und die Madenschrauben
98 in den Figuren 1 und 2 in einer Ebene mit einem Paar Zuhaltungen 16a, 16b dargestellt;
in der Praxis verlaufen die Radialbohrungen 96 demgegenüber zwischen zwei einander
benachbarten Zuhaltungen 16 hindurch.
[0023] Zwischen der zylindrischen Umfangsfläche der Aufbohrsicherung 24 und der Innenfläche
der Stufenbohrung 54 bleibt nur ein sehr dünner, die Drehung der Aufbohrsicherung
24 ermöglichender Ringspalt frei, in den kein Einbruchswerkzeug eingeführt werden
kann.
[0024] Alternativ zu der dargestellten Ausführungsform kann die Aufbohrsicherung 24, insbesondere
bei Einfachzylinderschlössern aber auch bei Doppelzylinderschlössern auf der nach
außen weisenden Stirnseite des Zylinderschlosses so angeordnet sein, daß sie sich
mit ihrem entgegengesetzten Stirnende im Inneren des Zylinderschlosses abstützt. Die
Aufbohrsicherung 24 kann dabei beispielsweise entsprechend dem dargestellten Ausführungsbeispiel
lösbar in eine stirnseitige Sacklochbohrung des Zylinderkörpers eingesetzt sein.
[0025] Der Schlüssel 8 zum Öffnen und Schließen des Zylinderschlosses 1 besteht im wesentlichen
aus einer der Abschlußfläche 58,60 des Zylinderschlosses 1 zugewandten zylindrischen
Scheibe 100, welche kranzförmig angeordnete, in ihrer Position der Position der über
die Abschlußfläche 58,60 überstehenden Betätigungsstifte 64a,64b entsprechende durchgehende
axiale Bohrungen 102 für den Eingriff der Betätigungsstifte 64a,64b aufweist. Die
Bohrungen 102 weisen eine der halben Länge der Sperrkerne 68 entsprechende Länge auf
und sind an der dem Zylinderschloß 1 zugewandten Stirnfläche 126 der Scheibe 100 angefast,
um das Einführen der Betätigungsstifte 64a,64b beim Aufstecken des Schlüssels 8 zu
erleichtern. Die Scheibe 100 liegt mit ihrer von der Abschlußfläche 58,60 weg gerichteten
Stirnfläche 104 an der Stirnfläche 106 einer Betätigungsscheibe 108 an, mit der sie
durch axiale Haltebolzen 110 fest verbunden ist. In die Betätigungsscheibe 108 sind
von ihrer Stirnfläche 106 her Stufenbohrungen 112 eingebracht, deren Längsachsen 114
gegenüber den Längsachsen 116 der Bohrungen 102 in radialer Richtung um den Radius
der Bohrungen 102 versetzt sind. In die Stufenbohrungen 112 sind Einstellbolzen 118
drehbar eingesetzt, deren auf die Abschlußflächen 58,60 der Zylinderkörper 12,14 zu
gerichtete Stirnenden 120 jeweils zwei in axialer Richtung gegeneinander versetzte,
jeweils der halben Querschnittsfläche des Einstellbolzens 118 entsprechende halbrunde
Stirnflächen 122,124 aufweisen, von denen jeweils die in Verlängerung der Bohrung
102 angeordnete den Betätigungsstiften 64a,64b als Anschlagfläche dient. Während die
vorderen, einen geringeren Abstand von den Abschlußflächen 58,60 der Zylinderkörper
12,14 aufweisenden bzw. der Betätigungsscheibe 108 fluchten, entspricht der Abstand
zwischen den Stirnflächen 124 und der der Abschlußfläche 58,60 des Zylinderkörpers
12,14 zugewandten Stirnfläche 126 des Schlüssels 8 genau dem Maß, mit dem die Betätigungsstifte
64a, 64b über die Abschlußflächen 58,60 der Zylinderkörper 12,14 überstehen. Dadurch
wird bewirkt, daß beim Aufstecken eines passenden Schlüssels 8 nur die Betätigungsstifte
64b der zwei Sperrkerne 68 aufweisenden Zuhaltungen 16b verschoben werden, da die
Betätigungsstifte 64a der nur einen Sperrkern 68 aufweisenden Zuhaltungen 16a erst
dann an den Stirnflächen 124 zur Anlage kommen, wenn der Schlüssel 8 mit seiner der
Abschlußfläche 58,60 zugewandten Stirnfläche 126 gegen die Abschlußfläche 58,60 anstößt.
[0026] Die Einstellbolzen 118 weisen an ihren vom Zylinderschloß 1 abgewandten, über die
Stirnfläche 132 des Schlüssels 8 etwas überstehenden Stirnenden 128 Schlitze 136 für
den Eingriff eines Schraubendrehers auf. Um das Drehen des Schlüssels 8 zu erleichtern,
ist die Umfangsfläche 134 der Betätigungsscheibe 108 aufgerauht. Eine auf der Umfangsfläche
134 angebrachte Markierung 140 gewährleistet, daß der Schlüssel 8 beim Aufstecken
die korrekte Drehlage aufweist.
[0027] Zum Umcodieren des Schlosses wird die Anzahl und/oder Anordnung der Zuhaltungen 16b
geändert, deren Sperrkerne 68 bei gesperrtem Schloß die Trennflächen 76,78 durchsetzen.
Dazu werden nach Lösen zweier Sperrschrauben 142 die beiden federbelasteten, im Schloßkasten
4 verschiebbar gelagerten, zwischen zwei aufeinanderzu gerichteten Ringflächen 41,43
der Zylinderkörper 12,14 in die Ausnehmungen 36,38 des Sperrkörpers 6 eingreifenden
Haltestücke 37,39 in entgegengesetzter Richtung auseinandergeschoben, so daß das Zylinderschloß
1 in axialer Richtung aus seinem Sitz im Schloßkasten 4 entfernt werden kann. Anschließend
wird nach Herausdrehen der Madenschrauben 67 das Abschlußteil 65 vom Aufnahmeteil
59 abgenommen, so daß die Bohrungen 61 an ihren Stirnenden geöffnet sind. Nunmehr
können bei einer beliebigen Anzahl der Zuhaltungen 16b die Betätigungsstifte 64b durch
Betätigungsstifte 64a ersetzt werden, wobei gleichzeitig ein Sperrkern 68 entnommen
wird, oder umgekehrt bei Zuhaltungen 16a bei gleichzeitigem Hinzufügen eines Sperrkerns
68 die Betätigungsstifte 64a durch Betätigungsstifte 64b ersetzt werden. Nachdem das
Zylinderschloß 1 anschließend wieder zusammengebaut und in den Schloßkasten 4 eingesetzt
ist, wird der Schlüssel 8 umcodiert, indem einfach alle Einstellbolzen 118 um 180°
verdreht werden, welche diejenigen Bohrungen 102 begrenzen, die den in ihrer Ausbildung
veränderten Zuhaltungen 16a,16b entsprechen.
- 1
- = Doppelzylinderschloß bzw. Zylinderschloß
- 4
- = Schloßkasten
- 6
- = Sperrkörper
- 8
- = Schlüssel
- 10
- = axiale Drehachse
- 12
- = Zylinderkörper
- 14
- = Zylinderkörper
- 16a
- = Zuhaltung
- 16b
- = Zuhaltung
- 20
- = Ausnehmung
- 22
- = Stufenbohrung
- 24
- = Aufbohrsicherung
- 26
- = Scheibe
- 28
- = zylindrische Umfangsfläche der Scheibe 26
- 30
- = Kamm
- 32
- = zylindrische Umfangsfläche des Kamms 30
- 34
- = Ringschulter
- 36
- = Ausnehmung
- 37
- = Haltestück
- 38
- = Ausnehmung
- 39
- = Haltestück
- 40
- = Führungsfläche
- 42
- = Stirnseitenfläche des Sperrkörpers 6
- 44
- = Stirnseitenfläche des Sperrkörpers 6
- 46
- = Eindrehung
- 48
- = Eindrehung
- 50
- = Stirnfläche der Zylinderkörper 12,14
- 52
- = Stirnfläche der Zylinderkörper 12,14
- 53
- = überstehender Rand
- 54
- = Stufenbohrung der Ausnehmung 20
- 55
- = Bohrungen im Abschlußteil 65
- 57
- = überstehender Rand
- 56
- = Druckfeder
- 58
- = axiale Abschlußfläche des Zylinderkörpers 12
- 59
- = Aufnahmeteil
- 60
- = axiale Abschlußfläche des Zylinderkörpers 14
- 62
- = Ringschulter der Stufenbohrung 54
- 63
- = Stirnseitenfläche des Abschlußteils 65
- 64a
- = Betätigungsstifte
- 64b
- = Betätigungsstifte
- 65
- = Abschlußteil
- 66
- = Stirnenden der Betätigungsstifte 64a,64b
- 67
- = Madenschraube
- 68
- = Sperrkern
- 70
- = Stirnfläche des Sperrkerns 68
- 72
- = Kopfteil des Betätigungsstifts 64
- 74
- = Betätigungsteil des Betätigungsstifts 64
- 76
- = Trennfläche
- 78
- = Trennfläche
- 82
- = Transportverzahnung
- 86
- = Riegel
- 90
- = Ringschulter
- 92
- = Sperrstift
- 94
- = Ringnut
- 96
- = Radialbohrung
- 98
- = Madenschraube
- 100
- = zylindrische Scheibe
- 102
- = Bohrung
- 104
- = Stirnfläche der Scheibe 100
- 106
- = Stirnfläche der Betätigungsscheibe 108
- 108
- = Betätigungsscheibe
- 110
- = axiale Haltebolzen
- 112
- = Stufenbohrungen
- 114
- = Längsachsen der Stufenbohrungen 112
- 116
- = Längsachsen der Bohrungen 102
- 118
- = Einstellbolzen
- 120
- = Stirnenden der Einstellbolzen 118
- 122
- = Stirnfläche der Einstellbolzen 118
- 124
- = Stirnfläche der Einstellbolzen 118
- 126
- = Stirnfläche der Scheibe 100
- 128
- = Stirnende der Einstellbolzen 118
- 132
- = Stirnfläche des Schlüssels 8
- 134
- = Umfangsfläche der Betätigungsscheibe 108
- 136
- = Schlitz
- 140
- = Markierung
- 142
- = Sperrschrauben
1. Zylinderschloß, mit mindestens einem gegen Verdrehen gesicherten Sperrkörper und mindestens
einem mittels eines Schlüssels gegenüber dem Sperrkörper um eine Drehachse drehbaren
Zylinderkörper, mit einer drehbar gelagerten Aufbohrsicherung, dadurch gekennzeichnet,
daß die Aufbohrsicherung (24) innerhalb des Zylinderschlosses (1) angeordnet ist.
2. Zylinderschloß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufbohrsicherung (24)
mindestens den Zylinderkörper (12, 14) durchsetzt.
3. Zylinderschloß nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufbohrsicherung
(24) konzentrisch zur Drehachse (10) angeordnet und um die Drehachse (10) drehbar
ist.
4. Zylinderschloß nach einem der Ansprüche 1 bis 3, daß die Aufbohrsicherung in einer
zentralen Bohrung (22) des Zylinderschlosses (1) angeordnet ist und mit ihrer Stirnfläche
einen Teil einer den Zylinderkörper (12,14) begrenzenden Abschlußfläche (58,60) bildet.
5. Zylinderschloß nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufbohrsicherung
(24) im Zylinderschloß (1) axial unverschiebbar gelagert ist.
6. Zylinderschloß nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß sich
die Aufbohrsicherung (24) gegen eine einer äußeren Stirnseite des Zylinderschlosses
(1) zugewandte Schulter (90) des Zylinderschlosses (1) abstützt.
7. Zylinderschloß nach einem der Ansprüche 1 bis 6, daß die Aufbohrsicherung (24) den
Zylinderkörper (12,14) und den Sperrkörper (6) in axialer Richtung zusammenhält.
8. Zylinderschloß nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufbohrsicherung
(24) das Zylinderschloß (1) zwischen zwei entgegengesetzten stirnseitigen Abschlußflächen
(58,60) durchsetzt.
9. Zylinderschloß nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufbohrsicherung
(24) aus einem harten, widerstandsfähigen Material, vorzugsweise aus Stahl besteht.
10. Zylinderschloß nach einem der Ansprüche 1 bis 9, gekennzeichnet durch mindestens eine
im Zylinderschloß (1) radial verschiebbare, in eine Ringnut (94) der Aufbohrsicherung
(24) eingreifende Sperrvorrichtung (92).
11. Zylinderschloß nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß der
Zylinderkörper (12,14) und der Sperrkörper (6) in Richtung der Drehachse (10) hintereinander
angeordnet sind.
12. Zylinderschloß nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die
Ausnehmungen (20) im wesentlichen ringförmig um einen die Aufbohrsicherung (24) aufnehmenden
zylindrischen Kern herum angeordnet sind.
13. Zylinderschloß nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß es codierbar
ist.
14. Zylinderschloß nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß der
Schlüssel (8) entsprechend der Codierung des Zylinderschlosses (1) reversibel codierbar
ist.