[0001] Die Erfindung geht aus von einem Rundfunkempfänger nach der Gattung des Hauptanspruchs.
[0002] Bei bekannten Rundfunkempfängern mit einer Einrichtung zur Decodierung von Radio-Daten-Signalen
- im folgenden RDS-Empfänger genannt -, insbesondere Autoradios, wird von Zeit zu
Zeit zunächst geprüft, ob ein Sender mit einer anderen Frequenz empfangswürdig ist
(Qualitäts-Prüfung), und weiterhin, ob er das gleiche Programm abstrahlt (Programmidentifikations(PI)-Prüfung).
Bei den bekannten RDS-Empfängern benötigt die Qualitäts-Prüfung eine Zeit von 20 ms
bis 30 ms und die PI-Prüfung eine Zeit von 150 ms bis 300 ms, was zu störenden Knackgeräuschen
bei Phasensprüngen und Mute-Pausen führt, weil solange kein Audiosignal aus der empfangenen
Frequenz zur Verfügung steht.
[0003] Aus der EP 497 115 A2 ist es bekannt, während der Dauer der Prüfung, d. h. während
des vorübergehenden Umschaltens, in die unterbrochenen Audiosignale Ersatzsignale
einzusetzen, die aus den vor der Umschaltung empfangenen Audiosignalen gebildet sind
und den Zeitpunkt der Umschaltung von einem Nulldurchgang des Audiosignals abhängig
zu machen.
[0004] Aus der DOS 35 05 720 ist es bekannt, die in einem Rundfunkempfänger empfangenen
Signale, um die Dauer einer Störungsprüfung zu verzögern und gegebenenfalls das verzögerte
Signal anstelle des gestörten Signals während der Dauer der Störung in die Wiedergabe
einzublenden.
[0005] Die vorliegende Erfindung löst die Aufgabe, die Störung der Wiedergabe bei dem Einblendvorgang
noch weiter zu verringern.
[0006] Eine Weiterbildung der Erfindung besteht darin, daß während eines ersten Betriebszustandes
das unverzögerte empfangene Audiosignal zu einer Wiedergabeeinrichtung weitergeleitet
wird und daß während eines zweiten Betriebszustandes, bei welchem eine Prüfung auf
Pausen erfolgt, das verzögerte empfangene Audiosignal zur Wiedergabeeinrichtung weitergeleitet
wird. Dadurch ist es auch bei Auslegung eines zur Verzögerung verwendeten digitalen
Speichers im Hinblick auf geringere Signalqualität möglich, eine Wiedergabe mit voller
Signalqualität während des normalen Betriebes zu erhalten. Lediglich im Zeitbereich
um eine oder mehrere kurz nacheinander folgenden probeweisen Umschaltungen ist die
Wiedergabequalität entsprechend vermindert.
[0007] Zum Aufzeichnen und Abfragen von Verkehrsdurchsagen zu einem beliebigen Zeitpunkt
sind Rundfunkempfänger bekanntgeworden, bei welchen zur Aufzeichnung der Verkehrsdurchsagen
ein digitaler Speicher - ein sogenannter Sprachspeicher - vorgesehen ist. Ein wirtschaftlicher
Vorteil ergibt sich bei einem erfindungsgemäßen Rundfunkempfänger dadurch, daß als
digitaler Speicher mindestens teilweise ein Sprachspeicher zur Aufzeichnung von Verkehrsdurchsagen
benutzt wird.
[0008] Bei diesem erfindungsgemäßen Rundfunkempfänger wird vorzugsweise beim Aufzeichnen
von Verkehrsdurchsagen das probehalber Umschalten auf eine andere Frequenz unterbunden.
[0009] Praktisch alle probeweisen Umschaltungen können erfaßt werden, wenn die Verzögerung
300 ms beträgt. Bei dem erfindungsgemäßen Gerät können die Audiosignale im Basisband
(als Signale L und R) oder als Multiplexsignale verzögert und auf Pausen überprüft
werden.
[0010] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung anhand mehrerer Figuren
dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- ein Blockschaltbild eines ersten Ausführungsbeispiels,
- Fig. 2
- ein Blockschaltbild eines zweiten Ausführungsbeispiels,
- Fig. 3
- Zeitdiagramme von Audiosignal-Pegeln bei den Ausführungsbeispielen nach den Figuren
1 und 2 und
- Fig. 4
- ein Blockschaltbild eines dritten Ausführungsbeispiels.
[0011] Gleiche Teile sind in den Figuren mit gleichen Bezugszeichen versehen.
[0012] Bei dem Rundfunkempfänger nach Fig. 1 enthält ein Empfangsteil 1 alle zum Empfang
der von einer Antenne 2 erforderlichen Schaltungsanordnungen bishin zur Demodulation.
Das demodulierte Audiosignal bzw. bei Stereo-Empfang das Multiplexsignal MPX wird
einerseits direkt und andererseits über eine Verzögerungseinrichtung 3 einem steuerbaren
Umschalter 4 zugeführt. Die Verzögerungseinrichtung besteht in an sich bekannter Weise
aus einem Analog/Digital-Wandler, einem Speicher (RAM) und einem Digital/Analog-Wandler.
Der Speicher kann beispielsweise als FIFO-Speicher organisiert sein, das heißt, die
Signale werden in der gleichen Reihenfolge ausgelesen wie sie eingeschrieben sind,
jedoch um eine vorgebbare Zeit verzögert. Diese Zeit beträgt beispielsweise 300 ms.
[0013] An den Ausgang des Umschalters 4 sind die zur Wiedergabe der Audiosignale erforderlichen
Einrichtungen angeschlossen, von denen in den Figuren lediglich ein Stereo-Decoder
4' und jeweils ein NF-Verstärker 5, 5' und jeweils ein Lautsprecher 6, 6' zur Stereo-Wiedergabe
dargestellt sind.
[0014] Ein Mikrocomputer 7 steuert verschiedene im einzelnen nicht dargestellte Funktionen
des Rundfunkempfängers. Unter anderem ist der Ausgang des Mikrocomputers 7 mit einem
Steuereingang des Empfangsteils 1 verbunden und kann somit die Abstimmung des Empfangsteils
1 vornehmen. Ferner ist der Mikrocomputer 7 mit einem Steuereingang des Umschalters
4 verbunden. Damit kann - vom Mikrocomputer 7 gesteuert - wahlweise entweder das unverzögerte
Multiplexsignal MPX oder das verzögerte Multiplexsignal MPX' zu den Wiedergabeeinrichtungen
geleitet werden. Das unverzögerte Multiplexsignal MPX wird einer Schaltung 8 zur Erkennung
von Pausen zugeleitet, die im wesentlichen aus einem Amplitudendemodulator und einer
Schwellwertschaltung gebildet ist. Am Ausgang der Schaltung 8 steht ein digitales
Signal an, das anzeigt, ob die jeweilige Amplitude des Multiplexsignals MPX unterhalb
eines vorgegebenen Wertes ist, was als Pause erkannt wird. Dieses Signal wird dem
Mikrocomputer 7 zugeführt.
[0015] Gegenüber dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 ist bei dem in Fig. 2 dargestellten
Ausführungsbeispiel keine Schaltung zum Erkennen der Pausen vorgesehen. Diese Aufgabe
übernimmt der Mikrocomputer 7', der einen Analog/Digital-Wandler 9 enthält, dessem
Eingang das unverzögerte Multiplexsignal MPX zuführbar ist.
[0016] Fig. 3 zeigt den zeitlichen Verlauf der Amplituden des Multiplexsignals MPX (Zeile
a) und des Multiplexsignals MPX' (Zeile b). Es sei angenommen, daß im Multiplexsignal
MPX eine Pause von beispielsweise 300 ms und mehrere kürzere Pausen vorhanden sind.
Da die Verzögerung zwischen beiden Signalen ebenfalls 300 ms beträgt, beginnt die
Pause im verzögerten Multiplexsignal MPX', wenn die Pause im unverzögerten Multiplexsignal
MPX beendet ist. Damit ist es möglich, am unverzögerten Multiplexsignal MPX zu erkennen,
ob eine Pause vorliegt, die mindestens so lang ist, wie die zum vorübergehenden Umschalten
benötigte Zeit. Wird die Umschaltung während der Pause des verzögerten Multiplexsignals
MPX' vorgenommen, so tritt keine Störung bei der Wiedergabe auf.
[0017] Benutzt man zum normalen Empfang das verzögerte Multiplexsignal MPX', so ist die
Verzögerungseinrichtung 3 derart auszulegen, daß keine Qualitätsverschlechterung der
Wiedergabe auftritt. Dazu sind beispielsweise folgende Voraussetzung zu erfüllen:
[0018] Es kann jedoch eine Verzögerungseinrichtung verwendet werden, welche geringere Qualitätsmerkmale
aufweist, wenn die Verzögerungseinrichtung nur vorübergehend benutzt wird. Gemäß einer
Weiterbildung der Erfindung ist dazu vorgesehen, daß bei einem ersten Betriebszustand
(dem Normalbetrieb) der Umschalter 4 in der unteren Stellung liegt, so daß das unverzögerte
Signal wiedergegeben wird. Dieses erfolgt immer dann, wenn die Qualität des empfangenen
Signals kein probeweises Umschalten auf eine andere Empfangsfrequenz erforderlich
macht. Erscheint jedoch die Prüfung einer anderen Empfangsfrequenz oder deren Programmidentifikationssignale
erforderlich zu sein, wird der Umschalter 4 in die obere Stellung geschaltet. Um hierbei
ein möglicherweise auftretendes Knackgeräusch zu vermeiden, kann dieses bereits in
einer Pause geschehen. Bei der ersten nach dem Umschalten auftretenden Pause, die
zum probeweisen Umschalten lang genug ist, erfolgt die Prüfung der anderen Frequenz,
wie es im Zusammenhang mit Fig. 3 beschrieben wurde.
[0019] Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 4 wird ein ohnehin im Rundfunkempfänger vorhandener
Schreib/Lese-Speicher 11, der zur Speicherung von Verkehrsdurchsagen vorgesehen ist,
zur Verzögerung des Audiosignals für die erfindungsgemäßen Zwecke verwendet. Dabei
ist der Schreib/Lese-Speicher - auch Sprachspeicher genannt - entsprechend der Einrichtung
3 in Fig. 1 über einen Analog/Digital-Wandler 12 mit dem Ausgang des Empfangsteils
1 und mit einem Digital/Analog-Wandler 13 mit einem Eingang des Umschalters 4 verbunden.
Zur Steuerung der Schreib- und Lesevorgänge werden dem Sprachspeicher 11 vom Mikrocomputer
14 geeignete Signale zugeführt. Wie bei der Schaltungsanordnung nach Fig. 1 ist eine
Schaltung 8 zur Erkennung von Pausen vorgesehen. Außerdem wird das Audiosignal einem
Verkehrsfunkdecoder 15 zugeleitet, der die decodierten Verkehrsfunksignale, wie Senderkennung
und Durchsagekennung, dem Mikrocomputer 14 zuleitet.
[0020] Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 4 erfolgt die vorübergehende Umschaltung einschließlich
der Prüfung auf dazu geeignete Pausen entsprechend den Ausführungsbeispielen gemäß
den Figuren 1 und 2. Hierfür wird der Sprachspeicher 11 vom Mikrocomputer 14 derart
betrieben, daß er das Audiosignal lediglich um die zur Prüfung erforderliche Zeit
verzögert.
[0021] Wird jedoch eine Durchsagekennung empfangen, teilt der Verkehrsfunkdecoder 15 dieses
dem Mikrocomputer 14 mit, worauf dieser den Sprachspeicher 11 zum Einlesen der Verkehrsdurchsage
steuert. Soll eine Verkehrsdurchsage abgehört werden, wird über eine in Fig. 4 nicht
dargestellte Bedieneinheit und den Mikrocomputer 14 der Umschalter 4 in die untere
Stellung gebracht und der Sprachspeicher 11 entsprechend zum Auslesen gesteuert. Zweckmäßigerweise
wird beim Einschreiben von Verkehrsdurchsagen ein probeweises Umschalten auf andere
Frequenzen unterbunden, da der Sprachspeicher zum Aufzeichnen der Verkehrsdurchsage
benötigt wird bzw. ein Wechsel der Empfangsfrequenz nicht wünschenswert ist. Bei der
Wiedergabe von gespeicherten Verkehrsdurchsagen kann ohne weiteres das probeweise
Umschalten erfolgen, da eine Unterbrechung des Empfangs dann nicht stört.
1. Rundfunkempfänger mit einem RDS-Decoder und einer Einrichtung zum vorübergehenden
Umschalten von einer empfangenen Frequenz auf eine andere Frequenz,
dadurch gekennzeichnet,
daß empfangene Audiosignale um eine Zeit verzögert werden, welche mindestens der Zeit
des vorübergehenden Umschaltens entspricht, daß die unverzögerten empfangenen Audiosignale
auf Pausen überprüft werden, deren Dauer mindestens der Dauer des vorübergehenden
Umschaltens entspricht und daß das vorübergehende Umschalten während der entsprechenden
Pause im verzögerten empfangenen Audiosignal vorgenommen wird.
2. Rundfunkempfänger nach Anspruch 1, daß während eines ersten Betriebszustandes das
unverzögerte empfangene Audiosignal zu einer Wiedergabeeinrichtung (5, 5', 6, 6')
weitergeleitet wird und daß während eines zweiten Betriebszustandes, bei welchem eine
Prüfung auf Pausen erfolgt, das verzögert empfangene Audiosignal zur Wiedergabeeinrichtung
(5, 5', 6, 6') weitergeleitet wird.
3. Rundfunkempfänger nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Verzögerung 300 ms beträgt.
4. Rundfunkempfänger mit einem RDS-Decoder und einer Einrichtung zum vorübergehenden
Umschalten von einer empfangenen Frequenz auf eine andere Frequenz, wobei zur Verzögerung
von Audiosignalen ein digitaler Speicher (11) vorgesehen ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß als digitaler Speicher mindestens teilweise ein Sprachspeicher (11) zur Aufzeichnung
von Verkehrsdurchsagen benutzt wird.
5. Rundfunkempfänger nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß beim Aufzeichnen von Verkehrsdurchsagen das probeweise Umschalten unterbunden
wird.