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EP 0 594 097 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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18.06.1997 Patentblatt 1997/25 |
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Anmeldetag: 18.10.1993 |
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Löschbare Druckform
Erasable printing forms
Formes d'impression effaçables
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Benannte Vertragsstaaten: |
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CH DE FR GB IT LI NL SE |
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Priorität: |
20.10.1992 DE 4235242
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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27.04.1994 Patentblatt 1994/17 |
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Patentinhaber: M.A.N.-ROLAND Druckmaschinen
Aktiengesellschaft |
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63012 Offenbach (DE) |
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Erfinder: |
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- Hirt, Alfred, Dr.
D-81477 München (DE)
- Nüssel, Barbara, Dr.
D-86316 Friedberg (DE)
- Weiss, Robert
D-86368 Gersthofen (DE)
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| (74) |
Vertreter: Schober, Stefan |
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MAN Roland Druckmaschinen AG,
Postfach 10 00 96 86135 Augsburg 86135 Augsburg (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 262 475 DE-A- 3 713 801 GB-A- 593 561 US-A- 5 129 321
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WO-A-84/02494 DE-A- 3 911 932 US-A- 3 289 578
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf Verfahren zur Herstellung einer löschbaren Druckform,
Verfahren um Löschen der Druckform, die Druckform selbst sowie ihre Verwendung als
Beschichtung einer Walze.
[0002] Bei den heute üblichen Offset-Verfahren, die ein Feuchtmittel zum Befeuchten der
Druckform verwenden, wird auf eine hydrophile (wasserannehmende) Oberfläche der Druckform
ein Photopolymer aufgebracht, das zunächst belichtet wird und anschließend bildmäßig
entwickelt wird. Dabei verbleiben entsprechend einem zu druckenden Bild hydrophobe
(farbannehmende) Bildstellen auf der Druckform-Oberfläche zurück, während das Photopolymer
an den Nicht-Bildstellen entfernt wird. An den Nicht-Bildstellen wird durch den Entwicklungsschritt
wieder die Oberfläche des die Druckform bildenden Materials freigelegt. Die Druckform
stellt beispielsweise eine aufgerauhte Aluminiumplatte dar, auf der anodisch eine
Aluminiumoxid (Al
2O
3)-Schicht aufgebracht worden ist. Die Aluminiumoxid-Schicht hat eine poröse Oberfläche,
die die Haftung einer hydrophoben Beschichtung begünstigt und außerdem Feuchtmittel
in den Poren speichert und damit die hydrophilen Eigenschaften verbessert.
[0003] Diese Aluminiumoxid-Schicht hat jedoch den Nachteil, daß sich eine auf ihr aufgebrachte
Polymerschicht nur sehr schwierig wieder entfernen läßt, wenn die Druckform mehrfach
genutzt werden soll. Um die in der Oberfläche der Aluminiumoxid-Schicht vorhandenen
Kapillaren so zu reinigen, daß sie keine für einen nachfolgenden Druckprozeß störende
Rückstände enthalten, müssen in einem langdauernden Reinigungsprozeß tiefenwirksame
Reiniger verwendet werden, die unter Umständen auch die Aluminiumoxid-Schicht angreifen
und deren Lebensdauer herabsetzen.
[0004] Andererseits ist aus der DE 36 33 758 A1 eine Druckform bekannt, auf der hydrophobe
und hydrophile Bereiche darstellbar sind und die ein Material mit ferroelektrischen
Eigenschaften enthält, das örtlich polarisierbar und depolarisierbar ist oder in die
drei verschiedenen Polarisationszustände (positiv oder negativ polarisiert oder depolarisiert)
gebracht werden kann. Die Druckform wird dadurch polarisiert, daß eine elektrische
Gleichspannung an einer Elektrode anliegt und als Gegenelektrode eine elektrisch leitfähige
Schicht unterhalb des ferroelektrischen Materials dient.
[0005] Umgekehrt läßt sich die Druckform durch eine Wechselspannung, deren Frequenz weit
oberhalb der Resonanzfrequenz des Ferroelektrikums liegt, oder durch Erwärmung auf
eine Temperatur oberhalb der Curie-Temperatur wieder depolarisieren oder durch anschließendes
Anlegen einer Gleichspannung wieder einheitlich polarisieren. Als ferroelektrisches
Material läßt sich beispielsweise Bariumtitanat verwenden, dessen Curie-Temperatur
bei 120°C liegt. Anstelle des Bariumtitanats können auch andere Materialien mit ferroelektrischen
Eigenschaften benutzt werden, beispielsweise ein Verbundmaterial mit hydrophoben Eigenschaften,
wie weichplastische Matten, in denen ferroelektrische Mikrokristallite eingeschlossen
sind.
[0006] Nachteilhaft an den bisher bekannten Verfahren, um Druckformen mit ferroelektrischen
Eigenschaften für den Offset-Prozeß wieder verwendbar zu machen, ist jedoch, daß entweder
eine Stromquelle und eine Gegenelektrode an die Druckform herangeführt werden müssen
oder daß eine Wärmequelle benötigt wird. Um unnötig hohe elektrische Spannungen zu
vermeiden, müssen die ferroelektrischen Schichten dünn sein.
[0007] Es ist die Aufgabe der Erfindung, Verfahren zur Herstellung einer löschbaren Druckform
zu schaffen, die sich auf einfache Weise für ein Offset-Druckverfahren wiederverwendbar
machen läßt.
[0008] Die Aufgabe wird, wie in den Patentansprüchen 1 und 8 angegeben, für das Naßoffset-
bzw. das Trockenoffset-Druckverfahren gelöst.
[0009] Es ist außerdem die Aufgabe der Erfindung, die löschbare Druckform zur Verwendung
bei den oben genannten Verfahren zu schaffen.
[0010] Diese Aufgabe wird, wie in Patentanspruch 11 angegeben, gelöst.
[0011] Gemäß Patentanspruch 16 schafft die Erfindung eine Verwendung der Schicht mit starken
Mikrodipolen als Beschichtung einer Walze in einem Feuchtwerk oder einem Farbwerk.
[0012] Vorteilhaft an der Erfindung ist, daß die die Hydrophilie der hydrophilierten Bereiche
auch nach mehr als 10.000 Zylinderumdrehungen noch erhalten ist und daß ein Ablösen
des zur Maskierung der farbannehmenden Bildbereiche aufgebrachten Materials während
des Druckvorganges das Druckbild nicht verändert, da das beim Ablösen zu Tage tretende
Grundmaterial der Druckform hydrophob ist. Selbst ein absichtliches Entfernen des
zur Markierung der farbannehmenden Bildbereiche aufgebrachten Materials mit Lösungsmitteln,
wie z.B. Aceton, beeinflußt das Druckbild nicht. Bleibt das die Bildbereiche maskierende
Material jedoch erhalten, so können die hydrophilen Bereiche jederzeit aufgefrischt
werden oder durch Zusätze im Feuchtmittel kontinuierlich hydrophiliert werden. Ein
besonderer Vorteil bei der Verwendung einer ferroelektrischen Schicht als Schicht
mit starken Mikrodipolen besteht darin, daß sie permanent polarisiert werden kann
und daß in polarisierten Bereichen gezielt Hydrophiliermittel gebunden werden kann.
Da die nichtpolarisierten Bereiche hydrophob sind, muß die Beschichtung nicht auflagenbeständig
sein. Dennoch lassen sich auch ferroelektrische Schichten zur Erzeugung der Bildbereiche
beschichten. Bei polarisiertem Material kann auch die Beschichtung jederzeit wieder
aufgefrischt werden.
[0013] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Oberfläche der äußeren Schicht sehr glatt
ist, was sich durch Polieren mit einem feinkörnigen Poliermittel erreichen läßt, und
wenn sie porenfrei ist. Im Gegensatz zu den bekannten Druckplatten mit poröser Oberfläche
wird das Hydrophiliermittel bei der erfindungsgemäßen Druckform mit starken elektrostatischen
Kräften auf der glatten, porenfreien Oberfläche gehalten.
[0014] Nachstehend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Für die Herstellung der Druckform wird ein Material verwendet, das starke Mikrodipole
enthält. Die elektrischen Felder der ungeordneten (nicht-polarisierten), aber dennoch
wirksamen Mikrodipole reichen aus, um hydrophilierend wirkende Substanzen so fest
an die Oberfläche zu binden, daß eine während des Druckprozesses nur schwer abtragbare
hydrophile Schicht gebildet wird. Es ist nicht notwendig, von außen ein elektrisches
Feld anzulegen. Da nur die Mikrodipole zur Haftung nötig sind, muß das Material als
ganzes nicht unbedingt polarisierbar, d.h. zum Beispiel ferroelektrisch, sein; es
genügt, daß es ausreichend starke Mikrodipole hat.
[0015] Ein derartiges, aber nicht ferrolektrisches Material ist beispielsweise Aluminiumtitanat.
Insbesondere weisen aber ferroelektrische Materialien starke Mikrodipole auf, beispielsweise
Bariumtitanat, Bleizirkontitanate oder als Plastikmaterial Polyvinylidenfluorid, das
ein ferroelektrisches Polymer ist. Die äußere Schicht der Druckform muß nicht ausschließlich
aus einem Ferroelektrikum bestehen; es reicht vielmehr aus, wenn ferroelektrische
Mikrokristallite in einem weichplastischen Material eingelagert sind oder einen Verbund
mit nicht-ferroelektrischem Material, wie z.B. Gläsern, Hartkunststoffen oder Keramik,
bilden. Als Keramik eignet sich vorzugsweise eine gesinterte Keramik, aber auch über
thermische Spritzverfahren hergestellte, dichte Keramikschichten sind geeignet. Insgesamt
eignen sich Materialien, die porenfrei sind und eine glatte Oberfläche aufweisen.
Die äußere Schicht erhält beispielsweise dadurch eine glatte Oberfläche, daß sie mit
einem Poliermittel mit einer Körnigkeit von weniger als 20 µm poliert ist.
[0016] Für das Naßoffset-Druckverfahren wird eine löschbare Druckform hergestellt, indem
durch das Abreiben mit einem Hydrophiliermittel die Nicht-Bildstellen einer an den
Bildstellen mit einem Abdeckmaterial bebilderten, hydrophoben Druckform mit einer
erfindungsgemäßen Schicht mit starken Mikrodipolen hydrophiliert werden. Das Hydrophiliermittel
ist vorzugsweise ein in der Offsettechnik üblicher Plattenreiniger. Derartige Plattenreiniger
sind beispielsweise aus der SU 42 97 485 A oder aus der DE 31 17 358 A1 und der DE
34 01 159 A1 bekannt. Die Plattenreiniger enthalten z.B. Orthophosphorsäure, Silikate,
nichtionische Tenside und langkettige Kohlenwasserstoffe. Derartige Plattenreiniger
wurden bislang nur für die Reinigung von vorbeschichteten AluminiumOffsetdruckplatten
verwendet.
[0017] Wenn ein derartiger Plattenreiniger jedoch als Hydrophiliermittel auf die Nicht-Bildteile
einer starke Mikrodipole enthaltenden Druckform aufgebracht wird, so wird diese hydrophil,
und ihre Hydrophilie bleibt während eines ganzen Druckprozesses erhalten. Dies gilt
auch für hohe Druckauflagen, beispielsweise bei mehr als 10.000 Zylinderumdrehungen.
Die Oberfläche der Druckform weist eine geringe Empfindlichkeit gegenüber Schwankungen
des pH-Wertes des Feuchtmittels auf. Es läßt sich sogar reines Leitungswasser ohne
jegliche Zusätze wie z.B. als Feuchtmittel verwenden.
[0018] Die Löschung der Bildbereiche erfolgt durch Ablösen von eventuell noch vorhandenem
Abdeckmaterial an den Bildstellen und durch Rückgängigmachung der Hydrophilierung
der Nicht-Bildbereiche. Der Prozeß der Hydrophilierung der Oberfläche der Druckfläche
zur Erzeugung der Nicht-Bildstellen läßt sich leicht durch Behandlung mit einem unpolaren
Lösungsmittel wieder rückgängig machen. Hierfür eignen sich beispielsweise die aus
der Elektrophotographie bekannten Lösungsmittel für Flüssigtoner, die im wesentlichen
eine Mischung langkettiger, verzweigter aliphatischer, flüssiger, d.h. isoparaffinischer,
Kohlenwasserstoffe sind. Auf diese Weise wird eine reversibel hydrophilier- und hydrophobierbare
Oberfläche einer Druckform geschaffen, die löschbar und somit wiederverwendbar ist.
Insbesondere hochpolierte Druckformen aus ferroelektrischem Material sind oft wiederverwendbar.
[0019] Eine Druckform wird für den Druckprozeß vorbereitet, indem bildmäßig Abdeckmaterial
auf die hydrophobe, farbannehmende Oberfläche der äußeren Schicht aufgebracht wird.
Hierzu eignen sich alle Verfahren, bei denen zur Bilddifferenzierung ein Materialauftrag
auf die Oberfläche stattfindet. Das Abdeckmaterial ist vorzugsweise selbst hydrophob.
Beispiele hierfür sind Verfahren wie Thermotransfer, Tintenstrahlbeschichtung, elektrostatischer
Tonertransfer, bei denen thermoplastische Schichten, durch Wärmeeintrag farbannehmende
Tinten aus Tintendüsen oder geladene Tonerpartikel durch Anlagerung an elektrisch
geladenen Oberflächen übertragen und anschließend fixiert werden, sowie auch Aufbringung
von Photopolymeren mit anschließendem bilddifferenzierten Schichtabtrag bei der Entwicklung.
Anschließend werden die nichtbebilderten Anteile der Oberfläche durch das Hydrophiliermittel
hydrophiliert.
[0020] Eine besondere Eigenschaft der ferroelektrischen Schicht ist es, daß ihre Oberfläche,
bevor sie behandelt wird, zunächst hydrophob ist. Die Bildeinheit muß daher nur für
den je Druckprozeß einmaligen Vorgang der Hydrophilierung die Belegung der Bildbereiche
mit dem Hydrophiliermittel verhindern. Die Druckform wird hydrophiliert, indem das
Hydrophiliermittel, z.B. ein Plattenreiniger, aus Düsen auf die äußere Schicht aufgesprüht
wird. Bei einem anderen Verfahren wird das Hydrophiliermittel auf der äußeren Schicht
verrieben. Darüber hinaus kann jedoch auch während des Fortdrucks ein Hydrophiliermittel,
beispielsweise als Zusatz zum Feuchtmittel, auf die Druckform aufgebracht werden,
um die Druckqualität zu verbessern.
[0021] Selbst wenn die Bildschicht während des Drucks teilweise abgetragen werden sollte,
beispielsweise infolge mangelnder Auflagenbeständigkeit oder absichtlich durch ein
Lösungsmittel wie Aceton, bleibt dies ohne Einfluß auf das Druckbild. Nach Beendigung
des Druckprozesses läßt sich die Druckform als ganze mit einem Lösungsmittel, z.B.
Aceton, reinigen und mittels eines unpolaren Lösungsmittels, z.B. eines isoparaffinischen
Kohlenwasserstoffs, wieder in den hydrophoben Ursprungszustand zurückversetzen. Die
Reinigung läßt sich vollziehen, ohne die Druckform aus der Druckmaschine auszubauen.
Sie läßt sich beispielsweise mit den gleichen Reinigungsgeräten durchführen, die auch
zum Waschen des Gummituchzylinders dienen.
[0022] Die Druckform ist entweder eine auf einen Formzylinder aufspannbare Platte oder als
zylindrische Hülse eines kanallosen Formzylinders ausgebildet.
[0023] Wenn das Ferroelektrikum aus gesinterter Keramik besteht oder in eine harte Keramik
eingebettet ist, so hat die Druckform wegen der harten, abriebfesten Keramikoberfläche
eine besonders lange Lebensdauer.
[0024] Eine löschbare Druckform, die wenigstens in ihrer äußeren Schicht starke Mikrodipole
aufweist, läßt sich auch für das Trockenoffset-Druckverfahren herstellen, wobei bildmäßig
Abdeckmaterial aufgebracht wird und Nicht-Bildbereiche anschließend durch ein oleophobes
Medium oleophob gemacht werden. Als oleophobes Medium eignet sich z.B. ein flüssiges
Silikon.
[0025] Die Fähigkeit zur Ablagerung von elektrisch aktiven Substanzen auf einer ferroelektrischen
Schicht gestattet neben deren Verwendung als löschbare Druckform auch Anwendungen,
bei denen die Wirkung der obersten Schicht auf einer Oberfläche für die Oberflächeneigenschaften
maßgebend sind. Dies sind z.B. Oberflächeneigenschaften wie Oberflächenspannung, Klebrigkeit
oder Haftung, die durch gezielte Anlagerung in bestimmten Grenzen steuerbar und u.U.
regenerierbar gemacht werden können. In einer Druckmaschine läßt sich dadurch auch
die Wirkung des Feuchtmittels auf Feuchtwerkswalzen oder die der Druckfarbe auf die
Farbwerkswalzen steuern.
[0026] Gemäß der Erfindung läßt sich demnach eine Druckform herstellen, die auf einfache
Weise bebilderbar und wieder löschbar ist, ohne sie aus der Druckmaschine herausnehmen
zu müssen. Eine gute Haftfähigkeit der Bildstellen ist ohne Bedeutung, weil die Oberfläche
des ferroelektrischen Materials ohne jede Behandlung hydrophob, d.h. farbannehmend,
ist. Die durch das Hydrophiliermittel wasserfreundlichen Nicht-Bildstellen weisen
eine hohe Auflagenbeständigkeit auf. Die Druckform umgibt vorzugsweise die ganze Mantelfläche
des Formzylinders, so daß dieser keinen Spannkanal aufweist. Die Eigenschaften des
Feuchtmittels, beispielsweise sein pH-Wert, können in weiten Bereichen schwanken,
ohne die Druckqualität zu verschlechtern.
1. Verfahren zur Herstellung einer löschbaren Druckform für das Naßoffset-Druckverfahren,
die wenigstens in ihrer äußeren Schicht starke Mikrodipole aufweist und deren Oberfläche
hydrophob ist, auf die bildmäßig Abdeckmaterial aufgebracht wird und dern Nicht-Bildbereiche
anschließend durch ein Hydrophiliermittel hydrophiliert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß hydrophobes Abdeckmaterial
aufgebracht wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Abdeckmaterial
durch Thermotransfer, Tintenstrahlbeschichtung, statischem Tonertransfer oder durch
Aufbringung von Photopolymeren mit anschließendem bilddifferenziertem Schichtabtrag
bei der Entwicklung aufgebracht wird.
4. Verfahren zum Drucken mit einer nach einem der Ansprüche 1 bis 3 hergestellten Druckform,
wobei während des Fortdruckes Hydrophiliermittel auf die Druckform aufgebracht wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß ein Zusatz des Feuchtmittels
als Hydrophiliermittel verwendet wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Hydrophiliermittel
auf der äußeren Schicht der Druckform verrieben oder aus Düsen auf die äußere Schicht
gesprüht wird.
7. Verfahren zum Löschen einer nach einem der Ansprüche 1 bis 3 hergestellten Druckform,
wobei die Druckform durch ein Lösungsmittel, insbesondere Aceton, gereinigt wird und
ein unpolares Lösungsmittel auf die Druckform aufgebracht wird, durch das die Druckform
wieder hydrophob wird.
8. Verfahren zum Löschen der Druckform nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß als
unpolares Lösungsmittel ein isoporaffinischer Kohlenwasserstoff verwendet wird.
9. Verfahren zur Herstellung einer löschbaren Druckform für das Trockenoffset-Druckverfahren,
die wenigstens in ihrer äußeren Schicht starke Mikrodipole aufweist und deren Oberfläche
hydrophob ist, wobei bildmäßig Abdeckmaterial aufgebracht wird und Nicht-Bildbereiche
anschließend durch ein oleophobes Medium oleophob gemacht werden.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß als oleophobes Medium ein flüssiges
Silikon eingesetzt wird.
11. Löschbare Druckform für das Naßoffset-Druckverfahren mit einer äußeren Schicht mit
starken Mikrodipolen und einer äußeren hydrophoben Oberfläche, die entsprechend den
Bildanteilen eines zu druckenden Bildes mit einem entfernbaren Maskenmaterial versehen
ist und deren Nicht-Bildanteile durch ein Hydrophilierungsmittel hydrophiliert sind.
12. Druckform nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die äußere Schicht eine polierte
Oberfläche hat, die mit einem Poliermittel mit einer Körnigkeit von weniger als 20
µm poliert ist.
13. Druckform nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß die äußere Schicht
porenfrei ist.
14. Druckform nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß sie wenigstens
in ihrer äußeren Schicht ein Ferrolektrikum, insbesondere Bariumtitanat oder ein Bleizirkontitanat,
oder ein ferroelektrisches Polymer, insbesondere Polyvinylidenfluorid, enthält oder
aus einer ferroelektrischen Keramik, insbesondere einer gesinterten oder nach einem
thermischen Spritzgußverfahren hergestellten Keramik, oder aus einem weichplastischen
Material oder Glas oder Hartkunststoff oder Keramik und jeweils darin eingelagerten
ferroelektrischen Mikrokristalliten besteht oder daß sie ein nichtferroelektrisches
Titanat, insbesondere Aluminiumtitanat, enthält.
15. Druckform nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß sie als
eine auf einen Formzylinder aufspannbare Platte oder als zylindrische Hülse eines
Formzylinders ausgebildet ist.
16. Verwendung einer Schicht mit starken Mikrodipolen, die vorzugsweise ain Ferroelektrikum,
insbesondere Bariumtitanat oder ein Bleizirkontitanat, oder ein ferroelektrisches
Polymer, insbesondere Polyvinylidenfluorid, enthält oder aus einer ferroelektrischen
Keramik, insbesondere einer gesinterten oder nach einem thermischen Spritzgußverfahren
hergestellten Keramik, oder aus einem weichplastischen Material oder Glas oder Hartkunststoff
oder Keramik und jeweils darin eingelagerten ferroelektrischen Mikrokristalliten besteht
oder ein nichtferroelektrisches Titanat, insbesondere Aluminiumtitanat, enthält, als
Beschichtung einer Walze in einem Feuchtwerk oder einem Farbwerk.
1. Process for the production of an erasable printing forme for the wet offset printing
process, which has strong micro-dipoles at least in its outer layer and whose surface
is hydrophobic, onto which covering material is applied image-wise and whose non-image
areas are then hydrophilised by a hydrophilising agent.
2. Process according to claim 1, characterised in that hydrophobic covering material
is applied.
3. Process according to claim 1 or claim 2, characterised in that the covering material
is applied by thermal transfer, ink jet coating, static toner transfer or by application
of photopolymers with subsequent image-differentiated layer removal on development.
4. Process for printing with a printing forme produced according to one of claims 1 to
3, wherein hydrophilising agent is applied to the printing forme during the continued
print run.
5. Process according to claim 4, characterised in that an addition of dampening agent
is used as a hydrophilising agent.
6. Process according to one of claims 1 to 4, characterised in that the hydrophilising
agent is rubbed on the outer layer of the printing forme or sprayed out of nozzles
onto the outer layer.
7. Process for erasing a printing forme produced according to one of claims 1 to 3, where
the printing forme is cleaned by a solvent, in particular acetone, and a non-polar
solvent is applied to the printing forme whereby the printing forme again becomes
hydrophobic.
8. Process for erasing the printing forme according to claim 7, characterised in that
an isoparaffinic hydrocarbon is used as the non-polar solvent.
9. Process for the production of an erasable printing forme for the dry offset printing
process which has strong micro-dipoles at least in its outer layer and whose surface
is hydrophobic, with covering material being applied image-wise, and non-image areas
then being rendered oleophobic by an oleophobic medium.
10. Process according to claim 9, characterised in that a liquid silicone is used as the
oleophobic medium.
11. Erasable printing forme for the wet offset printing process, having an outer layer
with strong micro-dipoles and an outer hydrophobic surface which is provided with
a removable masking material according to the image portions of an image to be printed,
and whose non-image areas are hydrophilised by a hydrophilising agent.
12. Printing forme according to claim 11, characterised in that the outer layer has a
polished surface which is polished with a polishing agent having a grain size of less
than 20 µm.
13. Printing forme according to claim 11 or 12, characterised in that the outer layer
is pore-free.
14. Printing forme according to one of claims 11 to 13, characterised in that in its outer
layer it contains a ferro-electric material, in particular barium titanate or a lead
zirconium titanate, or a ferro-electric polymer, in particular polyvinylidene fluoride,
or it is made of a ferro-electric ceramic, in particular a sintered ceramic or one
produced in accordance with a thermal injection casting process, or of a soft plastic
material or glass or hard plastics or ceramics, and ferro-electric micro-crystallites
respectively embedded therein, or that it contains a non-ferro-electric titanate,
in particular aluminium titanate.
15. Printing forme according to one of claims 11 to 14, characterised in that it is constructed
as a plate which can be clamped onto a forme cylinder, or as a cylindrical sleeve
of a forme cylinder.
16. Use of a layer with strong micro-dipoles, which contains preferably a ferro-electric
material, in particular barium titanate or a lead zirconium titanate, or a ferro-electric
polymer, in particular polyvinylidene fluoride, or it is made of a ferro-electric
ceramic, in particular a sintered ceramic or a ceramic produced in accordance with
a thermal injection casting process, or of a soft plastic material or glass or hard
plastics or ceramic and ferro-electric microcrystallites respectively embedded therein,
or it contains a non-ferro-electric titanate, in particular aluminium titanate, as
a coating of a roller in a dampening unit or an inking unit.
1. Procédé pour fabriquer une forme d'impression effaçable pour le procédé d'impression
offset humide, qui comporte, au moins dans sa couche extérieure, des microdipôles
intenses et dont la surface est hydrophobe, et sur laquelle un matériau de revêtement
est déposé en fonction de l'image et dont les zones ne comportant pas d'image sont
ensuite rendues hydrophiles par un agent apte à les rendre hydrophiles.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'on dépose un matériau de revêtement
hydrophobe.
3. Procédé selon la revendication 1 ou la revendication 2, caractérisé en ce qu'on dépose
le matériau de revêtement par transfert thermique, recouvrement par jet d'encre, transfert
statique de toner ou par dépôt de photopolymères avec enlèvement ultérieur d'une couche,
différencié en fonction de l'image, lors du développement.
4. Procédé d'impression utilisant une forme d'impression fabriquée selon l'une des revendications
1 à 3, selon lequel pendant l'impression continue, on dépose sur la forme d'impression
un agent créant un état hydrophile.
5. Procédé selon la revendication 4, caractérisé en ce qu'on utilise un supplément de
l'agent de mouillage comme agent créant un état hydrophile.
6. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que l'agent créant
un état hydrophile est appliqué par frottement sur la couche extérieure de la forme
d'impression ou est pulvérisé par des buses sur la couche extérieure.
7. Procédé d'effacement d'une forme d'impression fabriquée selon l'une des revendications
1 à 3, selon lequel on nettoie la forme d'impression à l'aide d'un solvant, notamment
de l'acétone, et on applique à la forme d'impression un solvant non polaire, grâce
auquel la forme d'impression devient à nouveau hydrophobe.
8. Procédé pour effacer une forme d'impression selon la revendication 7, caractérisé
en ce qu'on utilise comme solvant non polaire un hydrocarbure isoparaffinique.
9. Procédé pour fabriquer une forme d'impression effaçable pour le procédé d'impression
offset à sec, qui possède des micro-dipôles intenses au moins dans sa couche extérieure
et dont la surface est hydrophobe, selon lequel on dépose un matériau de revêtement
en fonction de l'image et on rend ensuite oléophobes les zones ne comportant pas d'image,
au moyen d'un agent oléophobe.
10. Procédé selon la revendication 9, caractérisé en ce qu'on utilise comme agent oléophobe
un silicone liquide.
11. Forme d'impression effaçable pour le procédé d'impression offset par voie humide,
comportant une couche extérieure pourvue de micro-dipôles intenses et une couche extérieure
hydrophobe, qui est pourvue d'un matériau formant masque, que l'on peut retirer, en
fonction des parties d'une image devant être imprimée, et dont les parties ne contenant
pas d'image sont rendues hydrophiles par un agent créant un état hydrophile.
12. Forme d'impression selon la revendication 11, caractérisée en ce que la couche extérieure
possède une surface polie, qui est polie avec un agent de polissage ayant une structure
de grains d'une taille inférieure à 20 µm.
13. Forme d'impression selon la revendication 11 ou 12, caractérisée en ce que la couche
extérieure ne comporte pas de pores.
14. Forme d'impression selon l'une des revendications 11 à 13, caractérisée en ce qu'elle
contient, au moins dans sa couche extérieure, un matériau ferroélectrique, notamment
du titanate de baryum ou un titanate de plomb et de zirconium, ou un polymère ferroélectrique,
notamment du fluorure de polyvinylidène, ou est constituée par une céramique ferroélectrique,
notamment une céramique frittée ou une céramique fabriquée selon un procédé thermique
de moulage par injection ou par une matière plastique souple ou du verre ou une matière
synthétique dure ou céramique et par des microcristallites ferroélectriques respectivement
insérés dans ces matériaux, ou bien qu'elle contient un titanate non ferroélectrique,
notamment du titanate d'aluminium.
15. Forme d' impression selon l'une des revendications 11 à 14, caractérisée en ce qu'elle
est réalisée sous la forme d'une plaque pouvant être tendue sur un cylindre porte-cliché
ou sur la forme d'une douille cylindrique d'un cylindre porte-cliché.
16. Utilisation d'une couche comportant des microdipôles intenses qui contient de préférence
un matériau ferroélectrique, notamment du titanate de baryum ou un titanate de plomb
et de zirconium, ou un polymère ferroélectrique, notamment du fluorure de polyvinylidène,
ou est constituée par une céramique ferroélectrique, notamment une céramique frittée
ou une céramique fabriquée selon un procédé thermique de moulage par injection ou
par une matière plastique souple ou du verre ou une matière synthétique dure ou céramique
et par des microcristallites ferroélectriques respectivement insérés dans ces matériaux,
ou qui contient un titanate non ferroélectrique, notamment du titanate d'aluminium,
en tant que revêtement d'un cylindre dans une unité de mouillage ou une unité d'encrage.