[0001] Die Erfindung betrifft ein Etui, insbesondere zur Aufnahme von Schmuckgegenständen,
gemäss dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
[0002] Des weiteren umfasst die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung derartiger Etuis
sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
[0003] Etuis der genannten Art sind bekannt. In derartigen Etuis werden Schmuckgegenstände
wie Ringe, Anhänger, Halsketten, Ohrgehänge, Armbänder, Armbanduhren, aber auch andere
Wertgegenstände wie Münzen präsentiert und aufbewahrt. Diese Etuis bestehen vorzugsweise
aus einem schachtelartigen Bodenstück aus Kunststoff, in welchem eine Einlage angeordnet
ist, die der Aufnahme und der Präsentation des darin aufzunehmenden Gegenstandes dient.
Das schachtelförmige Bodenstück ist mit einer aus Kunststoff bestehenden Abdeckung
versehen, die schachtelförmig oder kalottenförmig ausgeführt ist, und die auf das
Bodenstück aufsetzbar ist, oder mit diesem gelenkig verbunden und mit einer Verschlussmechanik
versehen ist.
[0004] Die Herstellung derartiger Etuis ist aufwendig und demzufolge teuer. Diese Etuis
werden auch in der geschlossenen Form vom Produzenten zum Verbraucher versandt, wodurch
der Platzbedarf der Sendungen gross wird.
[0005] Für Etuis, die nicht mehr gebraucht werden, ist eine umweltgerechte Entsorgung nicht
unproblematisch, da die zu entsorgenden Bestandteile vorwiegend aus Kunststoff bestehen.
[0006] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Etui zu schaffen, welches einfach in
der Herstellung ist, dessen Platzbedarf zum Versand gering ist, das aus einem Material
besteht, dessen umweltgerechte Entsorgung unproblematisch ist und das die ästhetischen
Anforderungen an die Präsentation erfüllt.
[0007] Erfindungsgemäss erfolgt die Lösung dieser Aufgabe durch die in der Kennzeichnung
des Anspruchs 1 angegebenen Merkmale.
[0008] Dadurch, dass die Faltschachtel durch zwei Streifen gebildet wird, die aus dem in
Bogenform oder bahnförmig vorliegendem biegesteifen Material ausgestanzt werden, können
diese Streifen in optimaler Form nebeneinander oder in Reihe hintereinander auf dem
entsprechenden biegesteifen Material angeordnet sein, wodurch die Abfallreste minimalisiert
werden können.
[0009] Die Verbindung der beiden Streifen, die kreuzweise derart übereinandergelegt sind,
dass die beiden Zentralteile aufeinanderzuliegen kommen, erfolgt in bevorzugter Weise
durch Verkleben.
[0010] Die beiden Klappen des äusseren Streifens, der den gefalteten inneren Streifen bei
der Faltung umschliesst, sind in einer bevorzugten Ausführungsform mit einer Verschlusseinrichtung
versehen. Diese Verschlusseinrichtung besteht als einfache Ausführungsform aus einer
Lasche, die die eine Klappe des Streifens verlängert, und die in einen Schlitz einschiebbar
ist, welcher Schlitz in der anderen Klappe desselben Streifens durch Ausstanzung eingebracht
ist.
[0011] Durch das kreuzweise übereinanderlegen und zusammenfügen der beiden die Faltschachtel
bildenden Streifen kann der den inneren Boden des Etuis bildende Zentralteil mit einer
ausgestanzten Öffnung oder durch einen mittels Stanzung erhaltbaren ausklappbaren
Lappen versehen sein, der eine praktisch beliebige Form haben kann, die an das Schmuckstück,
das im Etui aufgenommen werden soll, in optimaler Weise angepasst werden kann. Durch
diese Anordnung kann der das Schmuckstück aufnehmende Teil in einem Arbeitsgang mit
der Ausstanzung des Streifens hergestellt werden, so dass keine zusätzliche Einlage
in das Etui eingebracht werden muss, was neben einer Vereinfachung auch eine Verbilligung
der Herstellung mit sich bringt.
[0012] Zur Verbesserung der ästhetischen Wirkung eines derartigen Etuis können die beiden
aus biegesteifem Material bestehenden Streifen einseitig oder beidseitig mit einem
Überzug versehen werden, der stoff- oder folienartig ist. In vorteilhafter Weise sind
diese Überzüge jeweils nur entlang den Konturen des Zuschnitts der Streifen, und zwar
nur in dessen Randbereich, mit dem Streifen verklebt. Dadurch entstehen beim Zusammenfalten
der Streifen zum entsprechenden Etui keine Spannungen auf die Überzüge, und die Überzüge
können sich jeweils an den entsprechenden Streifen anschmiegen. In vorteilhafter Weise
werden die den Falz bildenden Stellen der Streifen, wenn diese je beidseitig mit einem
Überzug versehen sind, vollständig durchgeschnitten, so dass der Falz nur durch das
Material der beiden Überzüge gebildet ist. Dadurch entsteht bei der Faltung eine genaue
und saubere Kante.
[0013] In vorteilhafter Weise besteht das biegesteife Material, aus welchem die Streifen
geformt sind, aus Karton, was eine billige Herstellung ermöglicht und bei einer eventuellen
Entsorgung eines derartigen Etuis keine Probleme mit sich bringt.
[0014] Eine weitere Möglichkeit zur Herstellung eines derartigen Etuis besteht darin, dass
die Streifen aus Wellkarton ausgestanzt werden, welcher Wellkarton unter dem Begriff
"Mikrowell" auf dem Markt erhältlich ist. Um bei diesem Material saubere Kanten zu
erhalten, können die Randbereiche zusammengepresst und unter Verwendung des im Wellkarton
vorhandenen Klebemittels verklebt werden, was in vorteilhafter Weise durch Heissiegelung
erfolgt.
[0015] Eine weitere Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Verfahren zur Herstellung eines
Etuis zu schaffen, dessen Streifen je beidseitig mit einem Überzug versehen sind,
welche in einfacher Weise und in einem Arbeitsgang herstellbar sind, deren erfindungsgemässe
Lösung durch die in der Kennzeichnung des Anspruchs 9 angegebenen Merkmale erfolgt.
[0016] Eine zusätzliche Aufgabe der Erfindung besteht des weiteren darin, eine Vorrichtung
zur Durchführung des Verfahrens zur Herstellung derartiger Etuis zu schaffen, deren
Streifen beidseitig mit einem Überzug versehen sind, die erfindungsgemäss durch die
in der Kennzeichnung des Anspruchs 10 angegebenen Merkmale gelöst ist.
[0017] Vorteilhafte Ausführungsformen der Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens ergeben
sich aus den weiteren abhängigen Vorrichtungsansprüchen.
[0018] Ausführungsarten von erfindungsgemässen Etuis zur Aufnahme von Schmuckstücken, ein
Verfahren zur Herstellung derartiger Etuis, die mit Überzügen versehen sind, sowie
eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zur Herstellung derartiger Etuis
werden nachfolgend anhand der beiliegenden Zeichnungen beispielhaft näher erläutert.
[0019] Es zeigt:
Fig. 1 die beiden aus bogen- oder bahnförmigen, biegesteifen Material ausgestanzten Streifen;
Fig. 2 eine Draufsicht auf die beiden kreuzweise übereinandergelegten und zusammengefügten
Streifen;
Fig. 3 eine perspektivische Darstellung der beiden zusammengefügten Streifen gemäss Fig.
2, aus der die Zusammenfaltung ersichtlich ist;
Fig. 4 eine perspektivische Darstellung, die das zusammengefaltete Etui zeigt, wie es aus
den in Fig. 3 dargestellten Streifen entsteht;
Fig. 5 eine perspektivische Darstellung eines anderen Ausführungsbeispiels eines Etuis im
aufgefalteten Zustand;
Fig. 6 eine perspektivische Darstellung des vollständig zusammengefalteten Etuis gemäss
Fig. 5;
Fig. 7 eine perspektivische Darstellung eines weiteren Ausführungsbeispiels eines Etuis
im aufgefalteten Zustand;
Fig. 8 eine perspektivische Darstellung des vollständig zusammengefalteten Etuis gemäss
Fig. 7;
Fig. 9a eine Ansicht eines in den Zentralteil eines Streifens eingestanzten Lappens, der
der Aufnahme eines Anhängers mit Kette dient;
Fig. 9b eine Schnittdarstellung entlang Linie IX-IX gemäss Fig. 9a, den ausgeklappten Lappen
zeigend;
Fig. 10a eine Ansicht auf einen anders gestalteten Lappen, der in den Zentralteil eines Streifens
gestanzt ist, der der Aufnahme einer Armbanduhr dient;
Fig. 10b eine Schnittdarstellung entlang Linie X-X gemäss Fig. 10a durch den ausgeklappten
Lappen; und
Fig. 11 eine Schnittdarstellung durch eine Vorrichtung zur Herstellung von Streifen, die
beidseitig mit einem Überzug versehen sind, aus welchen ein Etui zusammengesetzt ist.
[0020] In Fig. 1 sind die beiden Streifen 1 und 2 dargestellt, aus welchen ein Etui zur
Aufnahme von einem Schmuckgegenstand zusammengesetzt ist. Diese beiden Streifen 1
und 2 sind aus einem biegesteifen Material, das bogen- oder bahnförmig vorliegt, durch
Stanzung ausgeschnitten. Der Streifen 1 besteht in diesem Ausführungsbeispiel aus
einem quadratischen Zentralteil 3. An einer Seite dieses Zentralteils 3 ist eine Seitenwand
4 vorgesehen, die bezüglich des Zentralteils 3 um einen ersten Falz 5 faltbar ist.
Den Abschluss der Seitenwand 4 bildet ein weiterer Falz 6, der parallel zum ersten
Falz 5 ausgerichtet ist, und um welchen eine Klappe 7 faltbar angeordnet ist.
[0021] Auf der Seite des Zentralteils 3, die der Seite, an welcher die Seitenwand 4 angebracht
ist, gegenüberliegt, ist ebenfalls eine Seitenwand 8 angebracht, die um einen ersten
Falz 9 faltbar ist, und welche ebenfalls mit einer Klappe 10 versehen ist, die bezüglich
der Seitenwand 8 um einen weiteren Falz 11 faltbar ist.
[0022] In gleicher Weise wie der Streifen 1 ist der Streifen 2 aufgebaut. Er verfügt ebenfalls
über einen Zentralteil 12, der in diesem Beispiel ebenfalls quadratisch geformt ist,
und der an zwei einander gegenüberliegenden Seiten mit Seitenwänden 13 und 14 versehen
ist, die je um einen ersten Falz 15 bzw. 16 bezüglich des Zentralteils 12 faltbar
sind. Jede Seitenwand 13 und 14 ist mit einer Klappe 17 bzw. 18 ausgerüstet, wobei
beide Klappen 17 und 18 bezüglich der entsprechenden Seitenwand 13, 14 um einen weiteren
Falz 19 bzw. 20 faltbar ist.
[0023] In den Zentralteil 12 des Streifens 2 ist ein Lappen 21 eingeschnitten, was während
der Ausstanzung des Streifens 2 aus dem biegesteifen Material bewerkstelligt wird,
welcher Lappen 21 um den Falz 22 aus der Ebene, die durch den Zentralteil 12 gebildet
ist, ausklappbar ist. Der Lappen 21 kann eine praktisch beliebige Form aufweisen,
die an den Schmuckgegenstand angepasst ist, welcher durch diesen Lappen 21 gehalten
werden soll.
[0024] Die Klappen 7 und 10 des Streifens 1 und die Klappen 17 und 18 des Streifens 2 weisen
Seitenkanten auf, die gegen aussen hin leicht zusammenlaufen. Die Länge der jeweiligen
Klappen 7, 10, 17 und 18 beträgt in Längsrichtung des Streifens 1 bzw. 2 etwa drei
Viertel der Länge des entsprechenden Zentralteils 3 bzw. 12, ebenfalls in Längsrichtung
des Streifens. Die Klappe 7 des Streifens 1 ist mit einem Schlitz 23 versehen, der
mit der Lasche 24, die an die Klappe 10 des Streifens 1 angeformt ist, korrespondiert.
[0025] Die Seitenwände 13 und 14 des Streifens 2 sind an jeder ihrer Aussenseite mit einem
Eckstück 25 versehen, welche um einen Falz 26 faltbar sind, der je in der Verlängerung
der freien Randseite des Zentralteils 12 liegt.
[0026] Wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, werden die beiden Streifen 1 und 2 gemäss Fig. 1
kreuzweise übereinandergelegt und durch Klebung miteinander verbunden. Hierzu wird
der Streifen 2 auf den Streifen 1 gelegt, und zwar so, dass der Zentralteil 12 des
Streifens 2 auf dem Zentralteil 3 des Streifens 1 deckungsgleich zu liegen kommt,
wobei das Aufeinanderlegen des Streifens 1 und 2 kreuzweise erfolgt. Die Verklebung
der beiden Zentralteile 3 und 12 miteinander erfolgt in bevorzugter Weise so, dass
nur schmale Randstreifen entlang der Seiten der Zentralteile aneinander haften.
[0027] Das durch die beiden Streifen 1 und 2 gebildete Kreuz gemäss Fig. 2 kann nun, wie
in Fig. 3 dargestellt ist, zu einem Etui gefaltet werden. Hierzu werden zuerst die
Eckstücke 25 der Seitenwände 13 und 14 des obenliegenden Streifens 2 um 90 Grad um
den entsprechenden Falz 26 nach oben gefaltet. Danach können die beiden Seitenwände
13 und 14 des Streifens 2 ebenfalls um 90 Grad nach oben gefaltet werden, wonach die
beiden Lappen 17 und 18, die nun senkrecht nach oben stehen, gegeneinander gefaltet
werden, so dass sie parallel zum Zentralteil 12 zu liegen kommen. Danach werden die
beiden Seitenwände 4 und 8 des untenliegenden Streifens 1 ebenfalls um 90 Grad nach
oben gefaltet, und anschliessend die nun senkrecht nach oben stehenden Klappen 7 und
10 gegeneinander gefaltet, bis sie ebenfalls in einer zum Zentralteil 3 parallelen
Ebene und auf die beiden Klappen 17 und 18 des Streifens 2 zu liegen kommen. Hierbei
wird die Klappe 10 auf die Klappe 7 gelegt. Dabei kann die Lasche 24 in den Schlitz
23 eingeschoben werden, wodurch das nun entstandene Etui im geschlossenen Zustand
verbleibt.
[0028] Das so entstandene Etui ist im vollständig zusammengefalteten und geschlossenen Zustand
aus Fig. 4 ersichtlich. Durch die an den Seitenwänden 13 und 14 angebrachten Eckstücken
25 ist gewährleistet, dass beim geschlossenen Etui die Seitenkanten 27, 28 und 29
und die nicht sichbare Seitenkante 30 sauber ausgebildet sind.
[0029] In Fig. 5 und 6 ist eine weitere Ausführungsvariante eines derartigen Etuis dargestellt.
Wie aus Fig. 5 ersichtlich ist, sind die beiden Streifen 1 und 2, die wiederum kreuzweise
übereinandergelegt und zusammengefügt sind, mit Seitenwänden 4, 8, 13 und 14 versehen,
die gegenüber dem Beispiel, das in Fig. 1 bis 4 dargestellt wurde, eine grössere Höhe
aufweisen. Wie im geöffneten Zustand des Etuis, dargestellt in Fig. 5, ersichtlich
ist, weist der Lappen 21, welcher in den Zentralteil 12 des Streifens 2 eingestanzt
ist, und der um den Falz 22 aufgeklappt ist, im wesentlichen eine Kreisform auf, in
welcher seitliche Einbuchtungen 31 und 32 angebracht sind. Der ausgeklappte Lappen
21 wird so gebogen, dass im wesentlichen eine zylindrische Mantelfläche entsteht,
auf welche beispielsweise ein Fingerring aufgesteckt werden kann. Fig. 6 zeigt das
zusammengefaltete und geschlossene entsprechende Etui.
[0030] Eine weitere Ausführungsvariante eines Etuis, das beispielsweise zur Aufnahme einer
Münze vorgesehen ist, ist in den Fig. 7 und 8 dargestellt. Im Streifen 2, der wie
in den vorgängigen Beispielen kreuzweise auf den Streifen 1 aufgelegt und mit diesem
verbunden ist, ist im Zentralteil 12 eine kreisrunde Öffnung 33 ausgestanzt, die der
Grösse der aufzunehmenden Münze entspricht. Um die in die Öffnung 33 eingelegte Münze
wieder herausnehmen zu können, ist die Öffnung 33 mit einer Ausbuchtung 34 versehen.
Die Seitenwände 4, 8, 13 und 14 können in diesem Ausführungsbeispiel sehr niedrig
gehalten werden, wie insbesondere aus dem zusammengefalteten Zustand des Etuis, dargestellt
in Fig. 8, ersichtlich ist.
[0031] Wie beispielsweise der Lappen 21 eines derartigen Etuis zur Aufnahme einer Halskette
mit Anhänger gestaltet sein kann, ist in den Fig. 9a und 9b dargestellt. Fig. 9a zeigt
in einer Draufsicht auf den Zentralteil 12 des Streifens 2, dass der eingestanzte
Lappen 21 im wesentlichen eine rechteckige Form aufweist, und dass der Lappen 21 um
den Falz 22 aus der Ebene des Zentralteils 12 ausklappbar ist, wie aus der Schnittdarstellung
gemäss Fig. 9b, welche einen Schnitt entlang Linie IX-IX nach Fig. 9a zeigt, ersichtlich
ist. Der Lappen 21 weist an der dem Falz 22 abgewandten Seite 34 eine Einbuchtung
35 auf. In den beiden seitlich der Einbuchtung 35 vorstehenden Teilen 36 und 37 ist
je nochmals ein kleiner Lappen 38 bzw. 39 eingestanzt, die gegenüber dem Lappen 21
nochmals ausgeklappt sind, wie insbesondere in Fig. 9b ersichtlich ist. Der Anhänger
der Kette kann nun auf den Lappen 21 aufgelegt werden, die Kette wird je um die beiden
kleinen Lappen 38 und 39 geführt, während der Rest der Kette durch die Einbuchtung
35 des Lappens 21 in den Hohlraum 40, der zwischen dem ausgeklappten Lappen 21 und
den Zentralteil 12 entsteht, geführt und dort untergebracht ist.
[0032] Wie beispielsweise die Aufnahme für eine Armbanduhr in einem derartigen Etui gestaltet
sein kann, ist in den Fig. 10a und 10b dargestellt. Im Zentralteil 12 des Streifens
2, der wiederum kreuzweise auf den Streifen 1 aufgelegt und mit diesem verbunden ist,
ist eine im wesentlichen T-förmige Ausstanzung vorgesehen, die den Lappen 21 bildet.
Wie aus Fig. 10b ersichtlich ist, wird die T-förmige Ausstanzung um den Falz 22 um
90 Grad aus dem Zentralteil 12 herausgebogen, wonach der Balken 41 der T-förmigen
Ausstanzung, welche den Lappen 21 bildet, um den Falz 42 um 90 Grad zurückgebogen,
so dass der Balken 41 parallel zum Zentralteil 12 zu liegen kommt. Die Uhr kommt nun
auf den Balken 41 zu liegen, das Armband kann um die stirnseitigen Enden des Balkens
41 gelegt werden, so dass die Armbandenden in den Hohlraum 43 zu liegen kommen, der
durch den Balken 41 zum darunterliegenden Zentralteil 12 gebildet wird.
[0033] Derartige Etuis können in vielfältiger Weise gestaltet sein, wobei die Gestaltung
insbesondere des Lappens dem im Etui aufzunehmenden Gegenstand und deren Präsentation
praktisch beliebig angepasst werden kann. Die beiden Streifen 1 und 2, aus denen diese
Etuis gebildet sind, können beispielsweise aus einem feinen Wellkarton, der im Handel
unter dem Namen "Mikrowell" angeboten wird, hergestellt werden. Hierzu werden die
Streifen 1 und 2 aus dem Wellkarton in der entsprechenden Form ausgestanzt, wobei
das Stanzmesser so ausgerüstet ist, dass der ausgeschnittene Streifen entlang der
Schnittkanten im Randbereich zusammengepresst und durch Heissiegelung unter Verwendung
des im Wellkarton vorhandenen Klebemittels verklebt wird. Durch diese Fertigungsmassnahme
werden alle Ränder der Streifen schön ausgebildet.
[0034] Die Streifen können aber auch aus Karton gefertigt sein, wobei der Karton einseitig
oder beidseitig mit einem Überzug versehen werden kann. Durch die Wahl der Überzüge
können die verschiedensten ästhetischen Wirkungen derartiger Etuis erreicht werden.
[0035] Ein erfindungsgemässes Verfahren zur Herstellung von Streifen, aus denen derartige
Etuis hergestellt werden, welche beidseits mit einem Überzug versehen sind, sowie
eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens werden nachfolgend mit Bezugnahme
auf Fig. 11 näher beschrieben. In eine nicht dargestellte Stanzpresse, die einen stillstehenden
Stanztisch 44 und einen gegen den Stanztisch auf- und abbewegbaren Stanzstempel 45
aufweist, wird das biegesteife Material im Takt der Hubbewegung des Stanzstempels
45 zugeführt. Das biegesteife Material besteht aus Karton, der in Form von Bogen oder
bahnförmig zugeführt wird und auf dem Stanztisch 44 aufliegt. Mit einer auf dem Stanzstempel
45 angebrachten ersten Stanzform 56 wird der Karton an den Stellen durchtrennt, die
die Falzkanten des entsprechenden Streifens 1 bzw. 2 bilden. Der so mit Einschnitten
versehene Karton 46 wird in Pfeilrichtung 47 um das entsprechende Mass vorgezogen.
Durch eine Öffnung 48 im Stanztisch 44 wird ein Klebefilm 49 und der untere Überzug
von unten her gegen den Karton 46 über die Walze 51 angelegt. Im Bereich der Öffnung
48 wird von oben auf den Karton ein Klebefilm 52 und darauf der obere Überzug 53 auf
den Karton 46 aufgelegt, geführt durch die Walzen 54 und 55. Um den Klebefilm 52 und
den oberen Überzug 53 im gewünschten Bereich auf den Karton 46 auflegen zu können,
ist die Stanzform 56 mit einem Schlitz 57 versehen, durch welchen Klebefilm 52 und
oberer Überzug 53 von aussen hindurchführbar sind.
[0036] Der Karton 46 mit darunter liegendem Klebefilm 49 und unterem Überzug 50 und dem
darüberliegenden Klebefilm 52 und oberem Überzug 53 werden nun gemeinsam auf dem Stanztisch
44 der zweiten Stanzform 58 zugeführt. Diese zweite Stanzform 58 besteht aus Stanzmessern
59, mit welchen die Fasson der Streifen 1 und 2 und die Form des Lappens 21 in den
Streifen 2 gestanzt werden. In den Stanzmessern 59 sind Prägestempel 60 verschiebbar
gelagert, die mit Federn 61 gegen die Vorderkante der Stanzmesser 59 gedrückt werden.
Diese Prägestempel weisen schmale, entlang den Schnittkanten der Stanzmesser 59 verlaufende
Bereiche auf. Die Prägestempel 60 und die Gegenhalteflächen des Stanztisches 44 werden
durch Heizungen 62, die im Stanzstempel 45 und im Stanztisch 44 untergebracht sind,
aufgeheizt. Wenn die zweite Stanzform 58 gegen den Stanztisch 44 niederfährt, werden
die Überzüge 50 und 53 und die Klebefilme 49 und 52 gegen den Karton gepresst, durch
die aufgeheizten Prägestempel 60 im Randbereich der Schnitte mit dem Karton 46 durch
Heissiegelung verbunden, wonach die Stanzmesser 59 weiter vorfahren und die Streifen
1 und 2 sowie den Lappen 21 ausschneiden, während der Prägestempel 60 entgegen der
durch die Federn 61 ausgeübten Kraft zurückbleibt. Nach dem Hochheben des Stanzstempels
45 und dem Vorziehen des bearbeiteten Materials können die fertig ausgeschnittenen
und bearbeiteten Streifen 1 und 2 aus dem Bogen oder der Bahn entnommen werden.
[0037] Als Überzüge 50 und 53 können folienartige Materialien, gewebeförmige Stoffe, wie
beispielsweise Seide oder ähnliches verwendet werden, abhängig von den Anforderungen,
die an die Etuis im Bezug auf Aussehen gestellt werden.
[0038] Die Falzstellen der Streifen 1 und 2 werden nur durch die beiden Überzüge 50 und
53 gebildet, da der Karton in diesem Bereich vollständig durchgeschnitten ist. Dadurch
ergeben sich schöne und genaue Falzungen.
[0039] Die beiden Stanzformen 56 und 58 können so ausgestaltet sein, dass pro Stanzform
mehrere hintereinander und/oder nebeneinander angeordnete Streifen auf dem biegesteifen
Material, das in Bogen- oder Bahnform in die Stanzpresse zugeführt wird, gleichzeitig
bearbeitet werden, wodurch pro Arbeitshub der Stanzpresse gleich mehrere gefertigte
Streifen anfallen.
1. Etui, insbesondere zur Aufnahme von Schmuckgegenständen, welches aus einem biegesteifen,
zu einer Schachtel geformten Material besteht, dadurch gekennzeichnet, dass die Schachtel
als Faltschachtel ausgebildet ist, die aus einem ebenen Zuschnitt besteht, welcher
Zuschnitt im wesentlichen aus zwei Streifen (1) und (2) zusammengesetzt ist, welche
beide einen im wesentlichen rechteckigen Zentralteil (3), (12) aufweisen und an welchen
beiden Zentralteilen (3), (12) an zwei einander gegenüberliegenden Seiten je eine
um einen ersten Falz (5, 9, 15, 16) faltbare Seitenwand (4, 8, 13, 14) angeordnet
ist, die mit einer um einen weiteren Falz (6, 11, 19, 20), der im wesentlichen parallel
zum ersten Falz (5, 9, 15, 16) angeordnet ist, faltbaren Klappe (7, 10, 17, 18) versehen
ist, dass die beiden Streifen (1) und (2) kreuzweise übereinandergelegt und miteinander
verbunden sind, sodass die beiden Zentralteile (3), (12) aufeinander zu liegen kommen.
2. Etui nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die vier Klappen (7, 10, 17, 18)
der beiden Streifen (1, 2) den Deckel des Etuis bilden, und dass die beiden Klappen
(7, 10) des einen Streifens (1), die im gefalteten Zustand des Etuis aussenseitig
auf die beiden Klappen (17, 18) des anderen Streifens (2) zu liegen kommen, mit einer
Verschlusseinrichtung versehen sind.
3. Etui nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschlusseinrichtung aus einer
an der einen Klappe (10) des einen Streifens (1) angebrachten Lasche (24) besteht,
welche in einen Schlitz (23), der in der anderen Klappe (7) des einen Streifens (1)
angeordnet ist, einschiebbar ist.
4. Etui nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der den inneren
Boden des Etuis bildende Zentralteil (12) der beiden kreuzweise übereinandergelegten
Streifen (1) und (2) mit einer Einrichtung in Form einer ausgestanzten Öffnung (33)
oder eines in den Zentralteil (12) eingeschnittenen und ausklappbaren Lappens (21)
versehen ist, welche der Aufnahme des im Etui unterbringbaren Schmuckstückes dienen.
5. Etui nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die aus biegesteifem
Material bestehenden Streifen (1, 2) mindestens einseitig mit einem stoff- oder folienartigen
Überzug (50, 53) versehen sind, welcher Überzug eine dem jeweiligen Streifen entsprechende
Form aufweist, und welcher Überzug (50, 53) mindestens entlang der Schnittkantenbereiche
mit dem entsprechenden Streifen (1, 2) verbunden ist.
6. Etui nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Streifen (1, 2) beidseits mit
je einem stoff- oder folienartigen Überzug (50) und (53) versehen sind, dass die beiden
Überzüge (50, 53) entlang eines den Konturen des Zuschnitts der Streifen (1, 2) verlaufenden
Randstreifens mit den Streifen (1, 2) verklebt sind, dass die die Falze bildenden
Stellen des biegesteifen Materials der Streifen (1, 2) vollständig durchgetrennt sind
und die Falze nur durch das Material der beiden Überzüge (50, 53) gebildet sind.
7. Etui nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das biegesteife
Material, aus welchem die Streifen (1, 2) geformt sind, aus Karton besteht.
8. Etui nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das biegesteife
Material, aus welchem die Streifen (1, 2) geformt sind, aus Wellkarton (Mikrowell)
besteht, bei welchem entlang der Schnittkanten die Randbereiche zusammengepresst und
unter Verwendung des im Wellkarton vorhandenen Klebemittels verklebt sind.
9. Verfahren zur Herstellung eines Etuis nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet,
dass das biegesteife Material in Bahn- oder Bogenform einer ersten Stanzform zugeführt
wird, welche die Falzstellen von den Streifen durchschneidet, dass der so mit Einschnitten
versehene Bereich der Bahn oder des Bogens an eine weitere Bearbeitungsstation weitergeführt
wird, wobei während des Weiterführens von oben und von unten je eine Klebefolie und
darauf ein stoff- oder folienartiger Überzug an das biegesteife Material angelegt
wird, und dass in der weiteren Bearbeitungsstation die Überzüge mittels der Klebefolie
entlang der Aussenkontur und der zusätzlich anzubringenden Schnitte in Randstreifen
durch Heissprägung mit dem biegesteifen Material verbunden werden und danach in der
gleichen Bearbeitungsstation das Fertigschneiden erfolgt, wonach je zwei zusammengehörige
Streifen kreuzweise aufeinandergelegt und miteinander verbunden werden.
10. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet,
dass in einer Stanzpresse auf einem Stanzstempel (45) eine erste Stanzform (56) zum
Vorschneiden angeordnet ist, dass in Richtung des im Takt der Stanzpresse auf einem
Stanztisch (44) durch Vorschubeinrichtungen vorschiebbaren biegesteifen Materials
(46) eine zweite Stanzform (58) zum Fertigstanzen angeordnet ist, dass im Stanztisch
(44) zwischen den beiden Stanzformen (56) und (58) eine Öffnung (48) zur Zuführung
des unteren Überzugs (50) und der Klebefolie (49) unter das biegesteife Material (46)
vorgesehen ist, und dass der obere Überzug (53) und die obere Klebefolie (52) durch
eine im der ersten Stanzform (56) angebrachten Schlitz (57) zwischen die beiden Stanzformen
(56) und (58) auf das biegesteife Material (46) zuführbar sind.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Stanzform (58)
aus einem Stanzmesser (59) zur Fassonstanzung der Streifen (1, 2) besteht, in welchem
in Stanzrichtung ein Prägestempel (60) verschiebbar angeordnet ist, welcher derart
federnd gehalten ist, dass er zusammen mit dem Stanzmesser (59) auf die Streifen (1,
2) drückbar ist, die Randbereiche entlang der Fasson der Streifens (1, 2) prägt, und
bezüglich des weiter vorfahrenden Stanzmessers (59) zurückschiebbar ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Stanzform (58)
mit einer Heizung (62) zur Aufheizung des Prägestempels (60) ausgerüstet ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die erste
Stanzform (56) mit mehreren Stanzmessern und die zweite Stanzform (58) entsprechend
der ersten Stanzform (56) mit mehreren Stanzmessern (59) und darin angeordneten Prägestempeln
(60) zur gleichzeitigen Bearbeitung mehrerer auf dem biegesteifen Material (46) hintereinander
und/oder nebeneinander angeordneter Streifen (1, 2).