[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung gemäss dem Oberbegriff von Anspruch
1. Sie bezieht sich weiter auf Schaftstangen, Schafttriebe und Webmaschinen mit einer
erfindungsgemässen Vorrichtung.
[0002] Aus der DE-OS 23 45 754 ist eine Vorrichtung mit einer Hülse zur Halterung einer
Achse zwischen zwei parallelen Teilen bekannt. Eine Achse, die sich zwischen die zwei
parallelen Teile einfügen lässt, wird durch die Hülse gelenkig gelagert.
[0003] Eine solche Ausführung weist jedoch gewisse Nachteile auf. Das Lösen oder Auswechseln
einer Achse beziehungsweise der Ausbau einer Hülse ist verhältnismässig kompliziert,
da der Abstand zwischen den beiden parallelen Teilen an der Ausbaustelle zu vergrössern
ist. Ein Lösen der Teile ohne Verbiegen bedingt, dass die zwei parallelen Teile auf
ihrer gesamten Länge zu lösen sind. Beim Lösen der Teile durch Verbiegen besteht die
Gefahr einer plastischen Verformung.
[0004] Zusätzliche Nachteile treten auf, wenn an einer Ausbaustelle weitere mechanische
Komponenten beispielsweise die Zugänglichkeit oder die Bewegungsfreiheit der zwei
parallelen Teile einschränken. So weist zum Beispiel der Schafttrieb einer Webmaschine
eine Vielzahl von Gelenken und Stangen auf, die, entsprechend dem Abstand der Schaftrahmen,
üblicherweise sehr dicht nebeneinander liegen. Ein Lösen oder Austauschen von Gelenken
oder Stangen ist daher entsprechend aufwendig.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es daher, zwei parallele Teile mit einem dritten Teil gelenkig
zu verbinden, ohne beim Ein- und Ausbauen des dritten Teiles die zwei parallel verlaufenden
Teile zu spreizen.
[0006] Diese Aufgabe wird gelöst gemäss den kennzeichnenden Merkmalen von Anspruch 1. Die
weiteren abhängigen Ansprüche beziehen sich auf vorteilhafte Weiterbildungen, sowie
auf Schaftstangen, Schafttriebe und Webmaschinen mit der erfindungsgemässen Vorrichtung.
[0007] Die Vorteile der Erfindung sind darin zu sehen, dass das gelenkig gehaltene dritte
Teil schnell und ohne Deformation der zwei parallelen Teile lösbar und ausbaubar ist.
Das Verbiegen der zwei parallelen Teile während dem Lösen bedingte bisher eine relativ
lange Schenkellänge der zwei parallelen Teile zwischen der Hülse und einer festen
Einspannung, um entweder ein plastisches Verbiegen auszuschliessen, ober, im Falle
eines plastischen Verbiegens, die Öffnungskräfte in einem tiefen, handhabbaren Bereich
zu halten. Da mit der erfindungsgemässen Vorrichtung keine Deformation notwendig ist,
können die zwischen der gelenkigen Lagerung und der festen Einspannung liegenden Schenkel
der zwei parallelen Teile sehr kurz ausgebildet sein.
[0008] Im folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen beschrieben. Es
zeigen:
- Fig. 1
- Eine perspektivische Ansicht der erfindungsgemässen Vorrichtung;
- Fig. 2a
- eine Schnittansicht mit einem einseitigen Befestigungsmittel;
- Fig. 2b
- eine Aufsicht auf ein Teil mit Befestigungsmittel;
- Fig. 2c
- eine weitere Schnittansicht mit einem einseitigen Befestigungsmittel;
- Fig. 2d
- eine weitere Aufsicht auf ein Teil mit Befestigungsmittel;
- Fig. 3
- eine Schnittansicht mit einem zweiseitigen Verbindungselement;
- Fig. 4
- eine perspektivische Ansicht einer erfindungsgemässen Vorrichtung mit einer eingespannten
Schaftstange.
[0009] Fig. 1 zeigt eine Vorrichtung 1 zum gelenkigen Verbinden von zwei parallelen Teilen
3 mit einem dritten Teil 2. Die zwei parallelen Teile 3 sind auf der einen Seite fest
mit einem Kraftübertragungsmittel 4 verbunden. Die gegenüberliegenden Ende der Schenkel
der zwei parallelen Teile 3 liegt auf einem Lagerteil 6 auf, und sind mit mindestens
einem Befestigungsmittel 7, zum Beispiel einer Schraube, mit dem Lagerteil 6 verbunden.
Das weitere Teil 2, z.B. ein Winkelhebel eines Schafttriebes, umfasst das Lagerteil
6, und ist somit gelenkig mit den zwei parallelen Teilen 3 verbunden, wobei zur Reduzierung
der Reibung zum Beispiel ein Gleitlager mit Lagerring 5 oder ein Wälzlager Verwendung
finden kann. Zum Lösen der Verbindung zwischen den Teilen 2 und 3 werden alle Befestigungsmittel
7 aus dem Lagerteil 6 entfernt, worauf der Teil 2 zwischen den zwei parallelen Teilen
3 herausschiebbar ist.
[0010] Fig. 2a zeigt einen Querschnitt durch ein Befestigungsmittel 7, das ein Teil 3 mit
dem Lagerteil 6 verbindet. Das Lagerteil 6 weist eine achsiale Bohrung auf, in der
sich als Befestigungsmittel 7 eine Schraube mit Schraubenkörper 7c und einem konischen
Schraubenkopf 7a befindet. Im Teil 3 ist, entsprechend der kegelstumpfförmigen Trägerfläche
7b des Schraubenkopfes 7a, eine Bohrung eingelassen, die zum Beispiel eine kegelstumpfförmige
Auflagefläche 9 aufweist, sodass der Schraubenkopf 7a in Teilbereichen des kegelstumpfförmigen
Trägers 7b darauf aufliegt. Im Lagerteil 6 ist der unmittelbar unter dem Schraubenkopf
7a liegende Bereich der Bohrung angesenkt, beispielsweise kegelstumpfförmig, derart,
dass zwischen der Flanke der Ausnehmung 6a und dem kegelstumpfförmigen Träger 7b immer
ein Hohlraum 8 besteht, sodass der Schraubenkopf 7a nur auf das Teil 3 unmittelbar
aufliegt und Kräfte ausübt. Dabei ist der Durchmesser der Ausnehmung 6a an der Oberfläche
des Lagerteils 6 grösser gewählt als der Durchmesser der darüberliegenden Bohrung
im Teil 3, sodass zwischen dem Teil 3 und dem Lagerteil 6 eine kreisförmige, frei
liegende Fläche 10 entsteht. Beim Zusammenschrauben und Zusammenziehen der Teile 3
und 6 wird der kegelstumpfförmige Träger 7b im Bereich der Auflagefläche 9 gegen das
Teil 3 gepresst, wobei der Teil 3 im Bereich der frei liegenden Fläche 10 elastisch
verformbar ist. Dies unterstützt die Übertragung der Kräfte zwischen den Teilen 3
und dem Lagerteil 6 und erlaubt zudem, das Befestigungselement 7 federnd einzuspannen,
was ein Lösen des Befestigungselementes 7 behindert.
[0011] Zum Verbinden des Lagerteiles 6 mit den zwei parallelen Teilen 3 genügt ein einziges
Befestigungsmittel 7. Für eine gleichmässigere Übertragung der Kräfte sind jedoch
mehrere Befestigungsmittel 7 vorteilhaft, beispielsweise in einer mit Fig. 1 dargestellten
Anordnung von vier Befestigungsmitteln 7, die symmetrisch zur Drehachse der gelenkigen
Verbindung angeordnet sind.
Der Schraubenkopf 7a kommt in seiner endgültigen Stellung vorteilhafterweise derart
in dem Teil 3 zu liegen, dass der Schraubenkopf 7a nicht aus der Oberfläche vom Teil
3 vorsteht.
[0012] Fig. 2b zeigt eine Aufsicht auf das Teil 3 mit dem federnd eingespannten Schraubenkopf
7a, dessen Auflagefläche 9 teilweise auf dem Teil 3 aufliegt. Der Innenrand 3a der
Ausnehmung im Teil 3 kann durchgehend kreisförmig ausgebildet sein, oder, wie in Fig.
2b dargestellt, von radialen Nuten 3b unterbrochen sein. Die frei liegende Fläche
10 des Teiles 3 bewirkt, dass das Teil 3 eine federnde Wirkung auf den Schraubenkopf
7a ausübt, wobei die Federkraft respektive der entsprechende Federweg durch die Ausbildung
sowie die Anzahl der radialen Nuten 3b bestimmbar ist. Die Nut 3b kann verschiedenartig
ausgebildet sein, wobei die radiale Breite 3c sowie die Winkelbreite α der Nut 3b
den wesentlichsten Beitrag auf die Federcharakteristik ausüben. Die elastische Biegung
des Teiles 3 zwischen der Kante 6b der Ausnehmung 6a im Lagerteil 6 und der Auflagefläche
9 bewirkt, dass zwischen dem Teil 3 und dem Lagerteil 6 zusätzliche Kräfte über die
Kante 6b übertragbar sind.
[0013] Fig. 2c zeigt einen weiteren Querschnitt durch ein Befestigungsmittel 7, das ein
Teil 3 mit dem Lagerteil 6 verbindet. Die im Bereich der Achse des Befestigungsmittels
7 oder koaxial zur Achse verlaufende Ausnehmung 6a ist dabei zylinderförmig ausgeführt.
Die kreisförmige Ausnehmung 6a weist an der Oberfläche des Lagerteils 6 einen Durchmesser
auf, der grösser ist als der Durchmesser der Bohrung im darüberliegenden Teil 3.
[0014] Fig. 2d zeigt eine weitere Ausführungsform, um die federnde Wirkung des Teils 3 auf
den eingespannten Schraubenkopf 7a zu beeinflussen. Entlang dem Umfang 3a der Bohrung
im Teil 3, auf der ein Kopf 7a,11a aufliegt, sind Durchbrüche eingebracht, die um
einen Bruchteil eines Bohrungsdurchmessers vom Umfang 3a beabstandet sind. Die Durchbrüche
3d können auf verschiedenste Arten angeordnet sein. Im Ausführungsbeispiel sind vier
konzentrisch zur Bohrung verlaufende, kreissegmentartige Durchbrüche 3d dargestellt.
Die Anordnung und Grösse der Durchbrüche 3d beeinflussen die Federwirkung des Teiles
3 auf den Kopf 7a, 11a respektive die elastische Verformung insbesondere derjenigen
Bereiche des Teiles 3, die über dem Hohlraum 8 der Ausnehmung 6a liegen. Durch die
elastische Verformung des Teiles 3 sind über die Kante 6b entsprechend höhere Kräfte
zwischen den Teilen 3 und 6 übertragbar.
[0015] Fig. 3 zeigt ein weiteres Befestigungsmittel, das beide parallelen Teile 3 gegen
das Lagerteil 6 presst. Das Befestigungsmittel setzt sich einerseits zusammen aus
einer Schraube mit Schraubenkörper 7c und Schraubenkopf 7a, andererseits aus einer
Schraube mit hohlem Schraubenkörper 11c, der eine axiale Innengewindbohrung aufweist,
und einem Schraubenkopf 11a. Der Schraubenkopf 11a weist die gleichen Eigenschaften
auf wie der mit Fig. 2a ausführlich beschriebene Schraubenkopf 7a. Für eine gleichmässige
Übertragung der Kräfte zwischen den zwei parallelen Teilen 3 und dem Lagerteil 6 genügt
ein einziges Befestigungsmittel, in der mit Fig. 3 dargestellten Ausführung.
[0016] In den Figuren 1 bis 3 wurden als Befestigungsmittel 7 und 11 immer Schrauben beschrieben.
Dies ist nur beispielhaft zu verstehen, gibt es doch weitere Befestigungsmittel mit
gleicher Wirkung.
[0017] Fig. 4 zeigt eine Ausführungsform des Kraftübertragungsmittels 4, das eine Ausnehmung
aufweist, um eine beispielsweise runde, prismatische oder rechteckige Stange 4b zu
führen. Ein Befestigungsmittel 4c erlaubt einerseits die Stange 4b zu lösen, sodass
die freie Länge der Stange 4b einstellbar ist, und andererseits die Stange 4b im Kraftübertragungsmittel
4 zu fixieren. Die Stange 4b kann zum Beispiel starr oder biegeelastisch ausgeführt
sein.
1. Vorrichtung zum gelenkigen Verbinden von zwei parallelen Teilen (3) mit einem dazwischenliegenden
dritten Teil (2), dadurch gekennzeichnet,
dass die beiden parallelen Teile (3) auf einem dazwischen liegenden Lagerteil (6)
beidseitig aufliegen und mittels mindestens einem ausbaubaren Befestigungsmittel (7)
mit dem Lagerteil (6) verbunden sind,
dass eine Ausnehmung im Teil (2) das Lagerteil (6) umfasst,
dass das Lagerteil (6) an der einem Kopf (7a) des Befestigungsmittels (7) zugewandten
Seite eine Ausnehmung (6a) aufweist,
dass die Ausnehmung (6a) an der Oberfläche des Lagerteils (6) im Bereich der Achse
des Befestigungsmittels (7) eine Kreisfläche bildet, deren Durchmesser grösser ist
als die Bohrung im darüber liegenden Teils (3), auf dem der Kopf (7a) des Befestigungsmittels
(7) aufliegt,
und dass die auf dem Teil (3) aufliegende Fläche des Kopfes (7a) ein kegelstumpfförmiges
Profil aufweist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Bohrungen im Teil (3), auf
denen ein Kopf (7a,11a) aufliegt, kegelstumpfförmig angesenkt sind.
3. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Kopf
(7a) des Befestigungsmittels (7) im befestigten Zustand die durch das Teil (3) gebildete
Oberfläche nicht überragt.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass entlang
dem Umfang (3a) von Bohrungen im Teil (3), auf denen ein Kopf (7a,11a) aufliegt, Nuten
(3b) eingebracht sind.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass entlang
dem Umfang (3a) von Bohrungen, auf denen ein Kopf (7a,11a) aufliegt, im Teil (3) Durchbrüche
(3d) eingebracht sind, die um Bruchteile eines Bohrungsdurchmessers vom Umfang (3a)
beabstandet sind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Durchbrüche (3d) konzentrisch
zum Kopf (7a,11a) verlaufen.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Befestigungsmittel
(7) als Gewindekörper ausgeführt ist, der mit dem Lagerteil (6) verschraubbar ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Befestigungsmittel
(7) aus zwei Elementen (7,11) besteht, wobei der Elementkörper (11) eine Innengewindebohrung
(11b) aufweist, in die der Elementkörper (7) eingreift.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die zwei
parallelen Teilen (3) ebenfalls auf einem Kraftübertragungsmittel (4) aufliegen, wobei
im Kraftübertragungsmittel (4) eine runde oder prismatische, stabförmige Stange (4b)
angebracht ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Stange (4b) starr mit
dem Kraftübertragungsmittel (4) verbunden ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Stange (4b) innerhalb
des Kraftübertragungsmittels (4) mittels eines darin angeordneten Befestigungsmittel
(4c) in der Längsrichtung verstellbar und fixierbar ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass im Kraftübertragungsmittel
(4) senkrecht zur Richtung der Stange (4b) ein Befestigungsmittel (4c) angebracht
ist, das eine lösbare, einstellbare, auf die Stange (4b) wirkende Kraft ausübt.
13. Schaftstange einer Webmaschine mit einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis
12.
14. Schafttrieb einer Webmaschine mit Stangen (4b) mit einer Vorrichtung nach einem der
Ansprüche 1 bis 13.
15. Webmaschine mit Stangen mit einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14.