[0001] Die Erfindung betrifft eine auslösende Skibindung nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Eine derartige Skibindung ist beispielsweise aus der EP 0 300 143 A2 bekannt. Diese
Skibindung besitzt ein sich in ihre Längsrichtung erstreckendes, eine Auslösefeder
aufnehmendes Gehäuse und einen Sohlenhalter, der auf einem im wesentlichen senkrecht
zur Skioberseite verlaufenden Bolzen angeordnet ist. Dieser Bolzen ist mit seinem
unteren Ende in einem separat im Gehäuse vorhandenen Tragkörper gelagert. Der Sohlenhalter
ist am Bolzen verschiebbar geführt und steht unter dem Einfluß einer ihn gegen die
Oberseite der Schuhsohle drückenden Schraubenfeder. So wird der Sohlenhalter innerhalb
einer vorgeschriebenen Toleranzgrenze angehoben, falls sich beispielsweise unter der
Schuhsohle Schnee befindet.
[0003] Ähnliche Sohlenhalter sind aus der DE 89 00 827 U und der FR 2 662 612 A1 bekannt.
[0004] Beispielsweise aus der EP 0 228 524 A1 und der EP 0 271 694 B1 sind andere Skibindungskonstruktionen
bekannt, bei denen die Seitenbacken des Sohlenhalters nicht auf den zuvorgenannten
Bolzen, die die Grundplatte und das Gehäuseoberteil verbinden, gelagert sind. Hier
sind die Seitenbacken an Anlenkzapfen eines Gelenkvierecks angelenkt, das aus zwei
im Gehäuse seitlich angeordneten Hebeln und einer dieser verbindenden Koppel besteht.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine automatische Höheneinstellung des
Sohlenhalters mit einfachen Mitteln auch bei einer Skibindungskonstruktion zu ermöglichen,
in der der Sohlenhalter nicht unmittelbar an dem Verbindungsbolzen gelagert ist. Darüber
hinaus soll auch eine definierte Rückwärtsauslösung möglich sein.
[0006] Die Erfindung wird ausgehend von einem gattungsgemäßen Backenkörper durch die Merkmale
des kennzeichnenden Teils des Anspruchs 1 gelöst. Hier wird zumindest ein Ende des
mindestens eines Verbindungselements, vorzugsweise Bolzens, unter Zwischenschaltung
eines federnden Mittels entweder im Gehäuseoberteil und/oder in der Grundplatte gelagert.
Alternativ dazu ist das Verbindungselement zwischen Gehäuseoberteil und Grundplatte
selbst federnd ausgebildet. Hier macht man sich zunutze, daß das Gehäuseoberteil an
einem Ende mit der Grundplatte verbunden ist. Aufgrund der Elastizität des Gehäusematerials
sind die freien Enden des Gehäuseoberteils und der Grundplatte gegeneinander bis zu
einem gewissen Maß verschwenkbar. Der nahe dem frei verschwenkbaren Ende des Gehäuseoberteils
angeordnete mindestens eine Bolzen zur Verbindung von Gehäuseoberteil und Grundplatte
begrenzt diesen Schwenkweg nach oben, so daß die Überbeanspruchung des gesamten Gehäuses
an der Verbindungsstelle zwischen Gehäuseoberteil und Grundplatte verhindert wird.
Durch die Zwischenschaltung des federnden Mittels, das eine definierte Federcharakteristik
aufweist, kann die federnde Eigenschaft des Gehäuses zur automatischen Höhenanpassung
des Sohlenhalters an die Schuhsohle genutzt werden.
[0007] Grundplatte und Gehäuseoberteil können einstückig ausgebildet sein und beispielsweise
aus einem einstückigen Kunststoffspritzgußteil bestehen.
[0008] Andererseits können Grundplatte und Gehäuseoberteil auch zweistückig sein. Sie können
beispielsweise über Schrauben miteinander verbunden sein, wobei gemäß einer besonders
vorteilhaften Ausführungsform der Abstand zwischen Grundplatte und Gehäuseoberteil
über mindestens eine Einstellschraube verstellbar ist. Hierdurch kann eine Grobeinstellung
bezüglich des Schwenkweges des Gehäuseoberteils vorgenommen werden.
[0009] Eine besonders einfache Ausführungsform besteht darin, daß das federnde Mittel aus
einer Elastomerscheibe besteht.
[0010] Die Sohle kann sich unmittelbar am Gehäuseoberteil nach oben abstützen. Alternativ
dazu kann die Sohle im Sohlenhalter nicht nur seitlich, sondern auch nach oben festgelegt
sein.
[0011] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform kann das federnde Mittel soweit zusammendrückbar
sein, daß der Sohlenhalter für den Fall, daß der Schwenkweg des Gehäuseoberteils durch
den Bolzenkopf begrenzt wird, den Schuh nach oben freigibt. Damit läßt sich in besonders
einfacher Weise eine definierte Rückwärtsauslösung der Schuhsohle realisieren, falls
beispielsweise ein Vorderbacken realisiert ist.
[0012] Die Vorspannung des federnden Mittels kann einstellbar sein, so daß hierdurch der
Schwenkweg des Gehäuseoberteils bezüglich der Grundplatte veränderbar ist.
[0013] Der Sohlenhalter kann in an sich bekannter Bauweise mit der Kraft einer Auslösefeder
beaufschlagt sein. Diesbezüglich ist beispielsweise auf die EP 0 228 524 A1 oder die
EP 0 271 694 B1 zu verweisen. Vorteilhaft ist es, wenn die Einstellbarkeit der Vorspannung
des federnden Mittels mit der Einstellbarkeit der Kraft dieser Auslösefeder gekoppelt
ist. Dabei kann die seitliche Auslösekraft des Sohlenhalters derart beeinflußbar sein,
daß sie mit zunehmender Vertikalbewegung des Gehäuseoberteils herabgesetzt wird.
[0014] Eine besonders stabile Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, daß Grundplatte
und Gehäuseoberteil über zwei Bolzen miteinander verbunden sind, wobei diese jeweils
über die federnden Mittel in im Gehäuseoberteil angeordneten Sacklöchern lagern.
[0015] Der Sohlenhalter ist gemäß einer bevorzugten Ausführungsform an einem Gelenkviereck
angelenkt, das über zwei Hebel um im Gehäuseoberteil ortsfest verankerte Bolzen schwenkbar
gelagert ist. Hierdurch ist sichergestellt, daß der Sohlenhalter mit dem Gelenkviereck
zusammen mit dem Gehäuseoberteil gegenüber der Grundplatte verschwenkt werden kann.
[0016] Weitere Einzelheiten und Vorteile werden anhand der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
erläutert. Die beiden Figuren zeigen eine teilweise geschnittene Seitenansicht einer
bevorzugten Ausführungsform der Erfindung.
[0017] Der hier in Fig. 1 dargestellte Vorderbacken 10 umfaßt ein Gehäuse, das aus einer
auf einem Ski zu befestigenden Grundplatte 14 und einem an diesem gehaltenen Gehäuseoberteil
12 besteht. Die Grundplatte 14 erstreckt sich in bezug auf die Darstellung nach rechts
hin über das Gehäuseoberteil 12 hinaus und bildet an seinem freien Ende eine Kralle
zum Halten des freien Endes einer schwenkbaren Trittplatte 28, die an sich bekannt
und nicht Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist.
[0018] Zwischen der Grundplatte 14 und dem Gehäuseoberteil 12 ist über zwei sich rechtwinklig
zur Skiebene erstreckenden Bolzen 32 ein Gelenkviereck mit Hebeln 30 und einer in
der Zeichnung nicht dargestellten Koppel angeordnet. Die Koppel dient in bekannter
Art und Weise als Stützglied für zwei Seitenbacken, die auf jeweils einem der Anlenkzapfen
34 der Koppel an die Hebel 30 gelagert sind. Die Seitenbacken sind Teil des Sohlenhalters
20. Die Funktionsweise des Gelenkvierecks als solche ist beispielsweise aus der EP
0 228 524 A1 oder der EP 0 271 694 B1 bekannt und ist nicht Gegenstand der Erfindung.
[0019] Nahe des freien Endes des Gehäuseoberteils 12 ist dieses über einen, vorzugsweise
zwei Bolzen 22 mit der Grundplatte 14 verbunden. In dem Gehäuseoberteil 12 sind Sacklöcher
24 zur Aufnahme von als federnde Mittel 18 dienenden Elastomerscheiben ausgenommen.
Auf diesen stützen sich die Bolzenköpfe 26 der Bolzen 22 ab. Zur besseren Krafteinleitung
vom Bolzenkopf auf das federnde Mittel 18 ist zwischen den Bolzenköpfen 26 und den
federnden Mitteln 18 eine Metallscheibe 16, die sich über die gesamte Fläche des Sacklochs
ausdehnt, angeordnet. Durch diese Anordnung bildet das Gehäuseoberteil 12 mit der
Grundplatte 14 ein Gehäuse, das einen Freiheitsgrad für eine Bewegung in Richtung
senkrecht zur Grundplatte 14 aufweist.
[0020] Eine Anpassung an die Sohlenhöhe erfolgt über den Sohlenhalter 20 und die Hebel 30,
die sich gegen das Gehäuseoberteil 12 abstützen und dies je nach Höhe der Sohle gegen
die federnde Vorspannung des Gehäuses und gegen die Kraft des federnden Mittels 18
nach oben drücken, wobei sich das Gehäuseoberteil 12 um die fiktive Drehachse 36 im
Bereich der Achsen 32 verschwenkt.
[0021] Im Falle einer Rückwärtsauslösung, wie in Fig. 2 dargestellt, wird der Sohlenhalter
20 soweit ausgelenkt, daß die Schuhsohle freigegeben wird (hier nicht näher dargestellt).
Die Bolzen 32 sind ortsfest im Gehäuseoberteil 12 gehalten und werden mit diesem verschwenkt.
Die der Grundplatte 14 zugewandten Enden der Bolzen 32 sind in der Grundplatte 14
jeweils in einem Langloch geführt, das den Bolzen 32 eine Verschwenkung mit dem Gehäuseoberteil
12 jeweils ermöglicht. Alternativ dazu können die Bolzen 32 auch über der Grundplatte
14 enden, so daß sie von dieser nicht an der Schwenkbewegung gehindert werden. Weitere
entsprechende Ausführungsformen sind möglich, bei denen es aber darauf ankommt, daß
die Bolzen 32 derart gelagert sind, daß die Hebel 30 und der Sohlenhalter 20 nicht
an der Schwenkbewegung gehindert sind.
[0022] Die Bolzen 22 sind in der Grundplatte 14 derart gelagert, daß sie eine Taumelbewegung
ausführen können und so die Schwenkbewegung des Gehäuseoberteils 12 gegenüber der
Grundplatte 14 nicht verhindern.
1. Auslösende Skibindung mit einem Gehäuseoberteil und einer an einem Ende mit diesem
verbundenen Grundplatte, wobei Gehäuseoberteil und Grundplatte zusätzlich durch mindestens
ein Verbindungselement verbunden sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß zumindest ein Ende des mindestens einen Verbindungselement (22) unter Zwischenschaltung
eines federnden Mittels (18) entweder im Gehäuseoberteil (12) und/oder in der Grundplatte
(14) gelagert ist oder daß das Verbindungselement selbst federnd ausgebildet ist.
2. Auslösende Skibindung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Verbindungselement
ein Bolzen (22) ist.
3. Auslösende Skibindung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß Grundplatte
(14) und Gehäuseoberteil (12) einstückig sind.
4. Auslösende Skibindung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß Grundplatte
(14) und Gehäuseoberteil (12) zweistückig sind.
5. Auslösende Skibindung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Grundplatte
(14) und das Gehäuseoberteil (12) über mindestens eine Einstellschraube in ihrem Abstand
gegeneinander verstellbar sind.
6. Auslösende Skibindung nach einem der Ansprüche 1-5, dadurch gekennzeichnet, daß das
federnde Mittel (18) eine Elastomerscheibe ist.
7. Auslösende Skibindung nach einem der Ansprüche 1-6, dadurch gekennzeichnet, daß das
federnde Mittel (18) soweit zusammendrückbar ist, daß der Sohlenhalter (20) den Schuh
nach oben freigibt.
8. Auslösende Skibindung nach einem der Ansprüche 1-7, dadurch gekennzeichnet, daß die
Vorspannung des federnden Mittels (18) einstellbar ist.
9. Auslösende Skibindung nach einem der Ansprüche 1-8, dadurch gekennzeichnet, daß der
Sohlenhalter (20) mit der Kraft einer Auslösefeder beaufschlagt ist und daß die Einstellbarkeit
der Vorspannung des federnden Mittels mit der Einstellbarkeit der Kraft der Auslösefeder
gekoppelt ist.
10. Auslösende Skibindung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die seitliche Auslösekraft
des Sohlenhalters (20) mit zunehmender Vertikalbewegung des Gehäuseoberteils (12)
herabgesetzt wird.
11. Auslösende Skibindung nach einem der Ansprüche 1-10, dadurch gekennzeichnet, daß Grundplatte
(14) und Gehäuseoberteil (12) über zwei Bolzen (22) miteinander verbunden sind, wobei
diese jeweils über die federnden Mittel (18) in im Gehäuseoberteil (12) angeordneten
Sacklöchern (24) gelagert sind.
12. Auslösende Skibindung nach einem der Ansprüche 1-11, dadurch gekennzeichnet, daß der
Sohlenhalter (20) an einem Gelenkviereck angelenkt ist, das über zwei Hebel (30) um
im Gehäuseoberteil (12) ortsfest verankerte Bolzen (32) schwenkbar gelagert ist.