[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Behandlung eines fadenartigen
Gebildes mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Patentanspruchs 1, eine Vorrichtung
zur Durchführung des Verfahrens mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Patentanspruchs
21 und die Verwendung eines entsprechend behandelten fadenartigen Gebildes.
[0002] Um die Eigenschaften von fadenartigen Gebildes, wie beispielsweise von Nähgarnen
oder sonstigen Garnen, Lunten, Vorgespinnsten, Kardenbändern, faden- bzw. bandartigen
Vlieslagen, zu verändern, ist es bekannt, die zuvor benannten fadenartigen Gebilde
mit einer entsprechenden Ausrüstung zu versehen. Hierbei erfolgt die Applikation einer
derartigen Ausrüstung derart, daß das fadenartige Gebilde, sofern es in Längsrichtung
gegenüber einer Spannungsbeaufschlagung stabil ist, durch eine entsprechende Lösung
oder Dispersion einer Ausrüstung geführt wird, so daß ein definierter Teil der in
der Lösung bzw. Dispersion enthaltenen Ausrüstung auf dem fadenartigen Gebilde verbleibt.
Sollte das fadenartige Gebilde jedoch gegenüber einer Spannungsbeaufschlagung in Längsrichtung
nicht stabil sein, wird die zuvor genannte Lösung bzw. Dispersion der Ausrüstung auf
das fadenartige Gebilde aufgesprüht.
[0003] Derartige bekannte Verfahren weisen jedoch den Nachteil auf, daß hierbei immer das
Problem besteht, daß nur ein Teil der Ausrüstung auf dem fadenartigen Gebilde verbleibt,
während ein weiterer Teil der die Ausrüstung enthaltenen Lösung bzw. Dispersion in
das Abwasser gelangt. Darüber hinaus sind die bei dem bekannten Verfahren erzielbaren
erwünschten Eigenschaftsveränderungen begrenzt.
[0004] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der angegebenen
Art zur Verfügung zu stellen, bei dem die Möglichkeit zur Veränderung der Eigenschaften
des zu behandelnden fadenartigen Gebildes vervielfacht sind.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den kennzeichnenden Merkmalen
des Patentanspruchs 1 gelöst.
[0006] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Behandlung eines fadenartigen Gebildes, insbesondere
zur Behandlung eines Nähgarnes, eines sonstigen Garnes, einer Lunte oder eines Vorgespinnstes,
sieht vor, daß das fadenartige Gebilde zur Veränderung seiner Eigenschaften mit einer
vorgegebenen Geschwindigkeit relativ zu einer Behandlungseinrichtung transportiert
wird. Hierbei wird bei dem erfindungsgemäßen Verfahren die Behandlung berührungslos
durchgeführt, wobei die Behandlungseinrichtung derart ausgebildet ist, daß während
des Transportes des Gebildes durch die Behandlungseinrichtung das fadenartige Gebilde
zeitweise oder ständig einer Funken- und/oder kurzzeitigen Bogenentladung unterworfen
wird. Mit anderen Worten schlägt somit das erfindungsgemäße Verfahren eine berührungslose
Funken- und/oder kurzzeitige Bogenentladung des fadenartigen Gebildes vor, um so gezielt
und reproduzierbar die Eigenschaften des fadenartigen Gebildes (z.B. Nähgarnes, sonstigen
Garnes, Lunte, Vorgespinst) zu verändern.
[0007] Das erfindungsgemäße Verfahren weist eine Reihe von Vorteilen auf. Bedingt dadurch,
daß bei dem erfindungsgemäßen Verfahren die Behandlung vorzugsweise berührungslos
erfolgt, kann es hierbei nicht zu einer unkontrollierten Eigenschaftsbeeinflussung
kommen, die beim Stand der Technik immer dann gegeben ist, wenn das fadenartige Gebilde
während der Behandlung einer mechanischen Spannungsbeaufschlagung unterworfen wird.
Auch lassen sich bei dem erfindungsgemäßen Verfahren durch die Funken- und/oder kurzzeitigen
Bogenentladungen Eigenschaftsveränderungen des fadenartigen Gebildes herbeiführen,
ohne daß es hierzu erforderlich ist, auf das fadenartige Gebilde eine entsprechende
Ausrüstung zu applizieren. Abhängig von der jeweiligen Energie der Funken- und/oder
kurzzeitigen Bogenentladungen ist es beispielsweise möglich, die Oberfläche des fadenartigen
Gebildes aufzurauhen, abzutragen oder punktuell oder flächig zu verschmelzen, so daß
eine entsprechende physikalische Modifizierung des Materials eintritt, aus dem das
fadenartige Gebilde besteht. Desweiteren konnte festgestellt werden, daß allein schon
durch die beim erfindungsgemäßen Verfahren beanspruchte vorzugsweise berührungslose
Behandlung des fadenartigen Gebildes mit einer Funken- und/oder kurzzeitigen Bogenentladung
aufgrund der Anwesenheit von Luft während der Behandlung chemische Veränderungen des
Materials, aus dem das fadenartige Gebilde besteht, herbeigeführt werden, die sich
beispielsweise darin äußern, daß ein derartig behandeltes fadenartiges Material bei
einer späteren Weiterverarbeitung eine erheblich verbesserte Haftung zu anderen Oberflächen,
wie beispielsweise zu Avivagen, Präparationen, Klebstoffen, Ausrüstungen, Farben,
Bindemitteln o.dgl., besitzt. Ferner kann das erfindungsgemäße Verfahren besonders
einfach dahingehend modifiziert werden, daß ein hiernach behandeltes fadenartiges
Gebildes veränderte Eigenschaften in bezug auf die Hydrophilie, Hydrophobie, Oleophilie
oder Oleophobie, aufweist, ohne daß es dabei erforderlich ist, entsprechende Ausrüstungsprodukte
auf die Oberfläche des fadenartigen Gebildes zu applizieren. Ferner lassen sich bei
dem erfindungsgemäßen Verfahren durch Auswahl geeigneter Produkte diese Produkte gezielt
chemisch und/oder physikalisch an das Material, aus dem das fadenartige Gebilde besteht,
anbinden, so daß es nahezu unmöglich oder unmöglich ist, später diese Produkte ohne
Zerstörung wieder von der Oberfläche des fadenartigen Gebildes zu entfernen. Allein
dadurch, daß Ausführungsvarianten des erfindungsgemäßen Verfahrens Eigenschaftsveränderungen
des fadenartigen Gebildes ermöglichen, ohne daß es hierbei erforderlich wird, entsprechende
Ausrüstungsmittel auf das fadenartige Material zu applizieren, trägt das erfindungsgemäße
Verfahren wesentlich zur Reduzierung der Umweltbeeinträchtigung bei, da bei diesen
Ausführungsvarianten keine Ausrüstungsprodukte in die Abluft oder das Abwasser gelangen.
[0008] Die zuvor beschriebenen Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens treten insbesondere
dann zu Tage, wenn nach dem erfindungsgemäßen Verfahren als fadenartiges Gebilde ein
Nähgarn behandelt wird. Hier konnte festgestellt werden, daß bedingt dadurch, daß
bei dem erfindungsgemäßen Verfahren eine berührungslose Behandlung erfolgt und somit
keinerlei mechanische Spannungsschwankungen auftreten, bei der Behandlung von Nähgarnen
keine Veränderungen auftreten, die die mechanisch-technologischen Eigenschaften, so
z.B. die Höchstzugkraftdehnung oder die Reißfestigkeit, negativ beeinflussen. Dies
wird darauf zurückgeführt, daß es bei dem erfindungsgemäßen Verfahren nicht zu einer
Vorschädigung des Nähgarnes und damit auch nicht zu Kapillarbrüchen oder -rissen kommt,
so daß das erfindungsgemäß behandelte Nähgarn wegen der zuvor genannten fehlenden
Kapillarvorschädigungen bzw. der fehlenden Kapillarbrüche bei der späteren Verarbeitung
oder Verwendung in der Konfektion mit hervorragendem Erfolg eingesetzt werden kann.
Desweiteren lassen sich durch das erfindungsgemäße Verfahren abhängig von der jeweiligen
Energie der Funken- bzw. kurzzeitigen Bogenentladung die äußeren Kapillaren des Nähgarnes
punktuell, kurzstreckig oder über die gesamte axiale Länge des Nähgarnes gesehen mit
anderen äußeren Kapillaren und/oder innenliegenden Kapillaren verschweißen, wobei
diese Schweißbereiche dadurch ausgebildet werden, daß das Fasermaterial durch die
Funken- bzw. Bogenentladung aufgeschmolzen wird und anschließend wieder erstarrt.
Dies wiederum führt dazu, daß der Fadenschluß eines derartig behandelten Nähgarnes
erheblich verbessert wird, so daß ein erfindungsgemäß behandeltes Nähgarn ein besonders
gutes Nähverhalten besitzt. Dieses verbesserte Nähverhalten des erfindungsgemäß behandelten
Nähgarnes drückt sich im Vergleich zu einem identischen Nähgarn, das jedoch nicht
die zuvor genannten Schmelzbereiche besitzt, darin aus, daß bei dem nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren behandelten Nähgarn die Fadenbruchhäufigkeit beispielsweise bei einem multidirektionalen
Nähen bei hohen Verarbeitungsgeschwindigkeiten (bis zu 7.000 Stichen/Minute) oder
beim Nähen von Knopflöchern erheblich reduziert ist. Desweiteren konnte festgestellt
werden, daß allein schon durch die beim erfindungsgemäßen Verfahren beanspruchte vorzugsweise
berührungslose Behandlung des Nähgarnes mit einer Funken- und/oder kurzzeitigen Bogenentladung
aufgrund der Anwesenheit von Luft während der Behandlung chemische und/oder physikalische
Veränderungen des das Nähgarn bildenden Fasernpolymeren herbeigeführt werden, die
sich beispielsweise darin äußern, daß ein derartig behandeltes Nähgarn eine wesentlich
bessere Haftung zwischen der Oberfläche des Nähgarnes und einer hierauf aufgebrachten
Ausrüstung besitzt. Desweiteren kann das erfindungsgemäße Verfahren derart modifiziert
werden, daß ein hiernach behandeltes Nähgarn eine erhöhte Hydrophilie und eine verringerte
Oliophilie aufweist, ohne daß es dabei erforderlich ist, entsprechende Ausrüstungsprodukte
auf die Oberfläche des synthetischen Nähgarnes zu applizieren. Diese Verbesserungen
werden darauf zurückgeführt, daß das das Nähgarn bildende Faserpolymere entsprechende
physikalisch und/oder insbesondere chemisch durch die erfindungsgemäße Behandlung
modifiziert wird. Somit lassen sich durch das erfindungsgemäße Verfahren Eigenschaftsveränderungen
auch insbesondere bei entsprechend behandelten Nähgarnen herbeiführen, die nach herkömmlichen
Verfahren allenfalls nur dadurch zu erreichen sind, daß entsprechende Ausrüstungsprodukte
auf die Oberfläche des behandelten Nähgarnes appliziert werden. Dies wiederum führt
dazu, daß das erfindungsgemäße Verfahren auch bei Nähgarnen im Hinblick auf seine
Umweltverträglichkeit besonders geeignet ist, wie dies bereits vorstehend allgemein
für das fadenartige Gebilde ausgeführt wurde.
[0009] Abhängig von der gewünschten axialen Erstreckung der durch die Funken- und/oder kurzzeitigen
Bogenentladung herbeigeführten Effekte wird das fadenartige Gebilde und insbesondere
auch das Nähgarn während des Transportes zeitweise oder ständig der Funken- und/oder
kurzzeitigen Bogenentladung unterworfen. Sollen sich die durch das erfindungsgemäße
Verfahren herbeigeführten Veränderungen über die gesamte axiale Länge des fadenartigen
Gebildes erstrecken, so ist eine ständige Behandlung während des Transportes des fadenartigen
Gebildes durch die Behandlungseinrichtung mit der Funken- und/oder kurzzeitigen Bogenentladung
erforderlich, während für eine teilweise und in axiale Richtung des fadenartigen Gebildes
gesehen eine unterbrochene Veränderung bei dem erfindungsgemäßen Verfahren dadurch
erreicht wird, daß hier während des Transportes das fadenartige Gebilde nur zeitweise
der Funken- und/oder kurzzeitigen Bogenentladung unterworfen wird.
[0010] Eine erste Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens sieht vor, daß das erfindungsgemäße
Verfahren in einer Gasatmosphäre, so zum Beispiel in einer Schutzgasatmosphäre, einer
Luftatmosphäre und/oder einer Atmosphäre von reaktiven Gasen, ausgeführt wird. Hierbei
variiert der Gasdruck im Bereich des normalen Druckbereiches, so vorzugsweise zwischen
90 x 10³ Pa bis 110 x 10³ Pa, insbesondere bei einem Druck im Bereich von etwa 10⁵
Pa.
[0011] Bezüglich der Behandlungstemperatur, d.h. der Temperatur des fadenartigen Gebildes
während der Behandlung, ist bei dem erfindungsgemäßen Verfahren festzustellen, daß
diese Behandlungstemperatur normalerweise zwischen 15 °C und 200 °C, vorzugsweise
zwischen 20 °C und 60 °C, variiert. Bedingt durch diese relativ niedrigen Temperaturen
treten beim erfindungsgemäßen Verfahren auch keine unerwünschten physikalischen Strukturveränderungen
auf, so daß das erfindungsgemäße Verfahren demnach auch keine unerwünschten Veränderungen
beispielsweise des ursprünglichen Schrumpfverhaltens des fadenartigen Gebildes und
insbesondere der Nähgarne, so zum Beispiel des Kochschrumpfverhaltens oder des Heißluftschrumpfverhaltens,
bewirkt.
[0012] Wie bereits vorstehend beschrieben ist, kann das erfindungsgemäße Verfahren in einer
Gasatmosphäre durchgeführt werden. Hierfür werden inerte Gase, wie beispielsweise
ein Edelgas oder mehrere Edelgase, Stickstoff oder ein Gemisch der zuvor genannten
Gase, Luft und/oder reaktive Gase oder Gasgemische eingesetzt. Die Auswahl des jeweils
eingesetzten Gases bzw. des jeweils eingesetzten Gasgemisches richtet sich danach,
aus welchem Material das fadenartige Gebilde besteht und welche Eigenschaftsveränderungen
erwünscht sind. Sollen beispielsweise durch die Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahren
die einzelnen Fäden eines mehrfädigen fadenartigen Gebildes, insbesondere eines Nähgarnes
über die axiale Länge gesehen, punktuell oder flächig miteinander verschmolzen werden
ohne daß dabei eine chemische Veränderung des Materials, aus dem das fadenartige Gebilde
bzw. Nähgarn besteht, erwünscht ist, so empfiehlt es sich, eine Schutzgasatmosphäre
(Edelgase, Stickstoff) anzuwenden. Diese Schutzgasatmosphäre kann im einfachsten Falle
bei dem erfindungsgemäßen Verfahren dadurch erreicht werden, daß während der Funken-
und/oder kurzzeitigen Bogenentladung das fadenartige Gebilde bzw. Nähgarn mit dem
entsprechenden Schutzgas umspült wird.
[0013] Ebenso ist es möglich, durch die Funken- und/oder kurzzeitige Bogenentladung die
das fadenartige Gebilde bildende Faserpolymere aufzuspalten und hierdurch faserpolymereigene
reaktive Zentren zu schaffen, die untereinander und/oder mit anderen Substanzen, beispielsweise
den zuvor genannten reaktiven Gasen, unter Ausbildung von modifizierten Faserpolymeren
reagieren.
[0014] Soll hingegen durch das erfindungsgemäße Verfahren eine chemische Veränderung des
Materials, aus dem das fadenartige Gebilde besteht, herbeigeführt werden, so arbeitet
man bei der Funken- und/oder kurzzeitigen Bogenentladung in einer Luftatmosphäre oder
in einer Atmosphäre von reaktiven Gasen. Zur Erreichung einer derartigen chemischen
Veränderung werden dann vorzugsweise als reaktive Gase Sauerstoff, Wasserstoff, Ammoniak,
Kohlenmonoxid, Kohlendioxid, Schwefeldioxid, Schwefeltrioxid jeweils allein oder in
Mischung eingesetzt, was zur Folge hat, daß sich auf der Oberfläche des fadenartigen
Gebildes und insbesondere des Nähgarnes funktionelle Gruppen ausbilden, die dann beispielsweise
eine Veränderung des Anfärbeverhaltens, der chemischen Anbindung von Ausrüstungen,
Präparationen, Avivagen, der Hydrophobierung bzw. Hydrophilierung, der Oleophobierung
bzw. Oleophilierung oder des antistatischen Verhaltens eines derartigen mit funktionellen
Gruppen versehenen fadenartigen Gebildes bzw. Nähgarnes bewirken.
[0015] Anstelle der zuvor beschriebenen Gase oder zusätzlich zu den zuvor beschriebenen
Gasen sieht eine andere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens vor, daß
vor und/oder während der Behandlung des fadenartigen Gebildes (Nähgarnes, sonstigen
Garnes, Lunte, Vorgespinst, Karde, Vlieslage) mit der Funken- und/oder kurzzeitigen
Bogenentladung das fadenartige Gebilde mit mindestens einer Substanz imprägniert wird.
Hierbei kann es abhängig von der jeweils eingesetzten Substanz, den Bedingungen der
Funken- und/oder kurzzeitigen Bogenentladung, der Verweilzeit und der Behandlungstemperatur
dazu kommen, daß die jeweilige Substanz chemisch und/oder physikalisch auf der Oberfläche
des fadenartigen Gebildes und/oder im Inneren des fadenartigen Gebildes gebunden wird
oder daß aus der jeweiligen Substanz durch die Funken- und/oder kurzzeitigen Bogenentladung
reaktionsfähige Bestandteile ausgebildet werden, die dann entweder direkt mit dem
Material, das das fadenartige Gebilde ausbildet, reagieren oder zunächst untereinander
reagieren, beispielsweise polymerisieren und/oder oligomerisieren, so daß anschließend
die miteinander reagierten Bestandteile an und/oder in dem fadenartigen Gebilde chemisch
und/oder physikalisch fixiert werden. Auf diese Weise lassen sich dann in besonders
einfacher Weise solche fadenartigen Gebilde erzeugen, die chemisch modifiziert sind
oder die mit entsprechenden Substanzschichten auf der Oberfläche versehen sind.
[0016] Die Auswahl der bei der zuvor beschriebenen Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens beschriebenen Substanz richtet sich nach der erwünschten Eigenschaftsveränderung
des fadenartigen Gebildes. Soll beispielsweise durch die Substanz bei einer textilen
Lunte oder einem textilen Vorgespinnst der Fadenschluß der das Vorgespinnst bzw. der
die Lunte bildenden Fasern bzw. Fäden verbessert werden, so bietet es sich an, hier
eine Substanz auszuwählen, die unter Einfluß der Funken- und/oder kurzzeitigen Bogenentladung
aufschmilzt, so daß die aufgeschmolzene Substanz beim späteren Erstarren die einzelnen
Fasern bzw. Fäden miteinander verklebt. Analoges gilt, wenn ein Garn aus Multifilamenten
oder einer Vielzahl von einzelnen Fasergarnen gesponnen wird oder wenn aus mindestens
zwei Vorgarnen ein Zwirn erstellt wird. Ist es hingegen erwünscht, die Oberfläche
des fadenartigen Gebildes aufzurauhen, so kann dies bei dem erfindungsgemäßen Verfahren
dadurch erreicht werden, daß man hier punktuell oder auf Teilflächen begrenzte Monomeren,
Oligomeren oder Polymere auf- bzw. anpfropft, wodurch einerseits die Oberflächenrauhigkeit
erhöht und andererseits das Haftvermögen zu anderen Substraten verbessert wird. Konkret
kommt für die zuvor beispielhaft wiedergegebene Substanz polymerisierbare bzw. oligomerisierbare
Monomere, beispielsweise Acrylate, Acrylsäurederivate, Vinylacetate, Vinylalkoholderivate
o.dgl. in Frage.
[0017] Eine andere Ausführungsvariante des erfindungsgemäßen Verfahrens sieht vor, daß hierbei
das erfindungsgemäße Verfahren dazu dient, um den Fadenschluß von Garnen und insbesondere
von Nähgarnen zu verbessern. Dies wird dadurch erreicht, daß polymerisierbare und/oder
oligomerisierbare Substanzen vor oder während der Funken- und/oder kurzzeitigen Bogenentladung
auf das jeweils zu behandelnde Substrat aufgebracht und insbesondere in die Faser-
bzw. Fadenzwischenräume der das Garn bildenden Fasern bzw. Fäden eingearbeitet werden,
so daß diese Substanzen dann durch die Funken- bzw. kurzzeitige Bogenentladung polymerisieren
bzw. oligomerisieren und somit ein Verkleben der Fasern bzw. Fäden bewirken. Insbesondere
unterwirft man bei dieser Ausführungsvariante des erfindungsgemäßen Verfahrens das
jeweils zu behandelnde Garn und insbesondere das jeweils zu behandelnde Nähgarn einer
ständigen Funken- und/oder kurzzeitigen Bogenentladung, während das Garn durch die
Behandlungseinrichtung transportiert wird. Als Substanz werden insbesondere bei dieser
Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens die im vorherigen Abschnitt genannten
polymerisierbaren bzw. oligomerisierbaren Monomere verwendet.
[0018] Ist es hingegen erwünscht, durch Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens das Gleitverhalten
des fadenartigen Gebildes und insbesondere eines Nähgarnes zu verbessern, so werden
hierfür vorzugsweise oligomerisierbare bzw. polymerisierbare organische Siliciumverbindungen
ausgewählt, die dann durch die Funken- und/oder kurzzeitige Bogenentladung physikalisch
und/oder vorzugsweise chemisch auf der Oberfläche des fadenartigen Gebildes fixiert
werden. Dies wiederum führt dazu, daß die zuvor genannte Substanzen, die den Fadenschluß
oder die Rauhigkeit der Oberflächen verändern, oder solche Substanzen, die das Gleitverhalten
des fadenartigen Gebildes verbessern, aufgrund ihrer Fixierung an dem Material, aus
dem das fadenartige Gebilde besteht, bei der Weiterverarbeitung oder beim Gebrauch
des fadenartigen Gebildes nicht abreiben, so daß hierdurch entsprechende Störungen
bei der Verarbeitung des fadenartiges Gebildes vermieden werden.
[0019] Ebenso ist es durch Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens möglich, auf der Oberfläche
des fadenartigen Gebildes solche Substanzen chemisch und/oder physikalisch zu fixieren,
die das fadenartige Gebilde vollflächig umhüllen, so daß beispielsweise das Brennverhalten
verbessert oder der Oberflächenabrieb des fadenartigen Gebildes verringert wird.
[0020] Unter den Begriff fadenartiges Gebildes sollen im Rahmen der vorliegenden Anmeldung
alle solche Materialien verstanden werden, die überwiegend eine große axiale Ausdehnung
bei einer geringen Breite aufweisen, d.h. somit beispielsweise alle Fäden, Fasergarne,
Multifilamentfasern, Garne, Lunten, Kardenbänder, Vorgespinnste, Bänder, Vlieslagen
o. dgl.. Insbesondere fallen hierunter Garne (Fasergarne, Multifilamentgarne) oder
Zwirne aus Polyamid6.-, Polyamid6.6-, Polyester-, (Polyethylenterephthalat) Glas-,
Polyalkylen- und/oder Carbonfasern.
[0021] Bei einer anderen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird während und/oder
vor der Behandlung des fadenartigen Gebildes das fadenartige Gebilde mit mindestens
einem Initiator imprägniert, der durch die Behandlung (Funken- und/oder kurzzeitige
Bogenentladung) in Radikale und/oder Ionen zerfällt. Hierbei entstehen somit unmittelbar
auf der Oberfläche des fadenartigen Gebildes reaktionsfähige Teilchen (Radikale und/oder
Ionen), die dann wahlweise mit dem Material, aus dem das fadenartige Gebilde besteht,
der gasförmigen Umgebungsatmosphäre des fadenartigen Gebildes und/oder einer auf das
fadenartige Gebilde aufgebrachten Substanz reagieren. Durch diese Ausführungsvariante
ist eine besonders einfache und kostengünstige physikalische und insbesondere auch
chemische Modifizierung des fadenartigen Gebildes möglich, wobei bei dieser Variante
die zuvor genannten Substanzen und/oder die vorstehend beschriebenen Gase eingesetzt
werden.
[0022] Grundsätzlich kann bei der zuvor beschriebenen Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens jeder Initiator verwendet werden, der durch die Funken- und/oder kurzzeitige
Bogenentladung derart modifiziert wird, daß er in Radikale und/oder Ionen zerfällt.
Vorzugsweise bieten sich hierfür Initiatoren auf der Basis eines Persulfates, insbesondere
Kaliumpersulfat und/oder Ammoniumpersulfat, eines Peroxides, insbesondere Dibenzoylperoxid,
Cumolhydroperoxid, Cyclohexanonperoxid, Ditert-Butylperoxid, Cyclohexylsulfonylacetylperoxid,
Initiatoren auf der Basis einer Azoverbindung, insbesondere Azodiisobuttersäurenitril,
und/oder ein Initiator auf der Basis von Benzpinakol, Diisopropylpercarbonat und/oder
tert.-Butylperoctoat an.
[0023] Weiterhin konnte festgestellt werden, daß bei dem erfindungsgemäßen Verfahren als
Initiator auch ein Redoxsystem, insbesondere Kaliumpersulfat/Natriumhyposulfit, Wasserstoffperoxid/Eisen-II-Sulfat,
Cumolhydroperoxid/Polyamin und/oder Benzoylperoxid/N-Dimethylanilin mit gutem Erfolg
eingesetzt werden kann, da diese zuvor genannten Redoxsysteme in besonders hoher Ausbeute
die vorstehend beschriebenen reaktiven Zentren ausbilden.
[0024] Bei einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das jeweils zu behandelnde
fadenartige Gebilde vor und/oder während des Auftragens des Initiators durch Aufbringen
eines Quellmittels gequollen. Diese Variante erlaubt, daß die reaktiven Zentren, die
aus dem Initiator durch die Funken- und/oder kurzzeitige Bogenentladung ausgebildet
werden, sich ausschließlich oder teilweise im Inneren des fadenartigen Gebildes aufgrund
der vorherigen Quellung desselben befinden, so daß dementsprechend auch die zuvor
beschriebenen Reaktionen ausschließlich oder teilweise im Fadeninnern des fadenartigen
Gebildes ablaufen.
[0025] Eine andere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens sieht vor, daß der mindestens
eine Initiator zusammen mit der mindestens einen Substanz auf das fadenartige Gebilde
aufgebracht wird. Diese Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens wird immer dann
angewendet, wenn eine oligomerisierbare und/oder polymerisierbare Substanz mit den
durch den Zerfall des Initiators entstehenden reaktiven Zentren reagieren soll.
[0026] Wie bereits vorstehend erwähnt ist, können die auf das fadenartige Gebilde aufgebrachten
Substanzen im Inneren des fadenartigen Gebildes, auf dessen Oberfläche oder sowohl
im Inneren als auch auf dessen Oberfläche angeordnet werden. Um beispielsweise die
Hydrophilie bzw. die Hydrophobie, die Oleophobie bzw. die Oleopholie, das Gleitverhalten,
das Haftungsvermögen oder die elektrostatische Aufladung des nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren bearbeiteten fadenartigen Gebildes zu verändern, bietet es sich an, die
zuvor genannten Substanzen in einer Schicht oder vorzugsweise in mehreren Schichten
auf der Oberfläche des fadenartigen Gebildes anzuordnen. Zum Aufbau der verschiedenen,
übereinander angeordneten Schichten empfiehlt es sich, hier das fadenartige Gebilde
zunächst mit der ersten Schicht zu imprägnieren, dann das fadenartige Gebilde einer
Funken- und/oder kurzzeitigen Bogenentladung zu unterwerfen, hiernach ein erneutes
Imprägnieren mit einer zweiten Substanz vorzunehmen und danach das so imprägnierte
fadenartige Gebilde einer zweiten Funken- und/oder kurzzeitigen Bogenentladung zu
unterwerfen, wobei der Aufbau der hierauf folgenden Schichten zunächst jeweils ein
entsprechendes Imprägnieren und danach jeweils eine Funken- und/oder kurzzeitige Bogenentladung
vorsieht.
[0027] Bezüglich der Ausrichtung der Funken- und/oder kurzzeitigen Bogenentladung relativ
zur Transportrichtung des fadenartigen Gebildes ist festzuhalten, daß bei dem erfindungsgemäßen
Verfahren grundsätzlich zwei Möglichkeiten gegeben sind. So sieht die erste Möglichkeit
vor, daß hier die Funken- und/oder Bogenentladung in Transportrichtung bzw. entgegengesetzt
zur Transportrichtung des fadenartigen Gebildes ausgerichtet ist, während bei der
zweiten Möglichkeit die Funken- und/oder kurzzeitige Bogenentladung unter einem Winkel
zwischen 75° und 105°, insbesondere unter einem Winkel von etwa 90°, relativ zur Transportrichtung
des fadenartigen Gebildes erfolgt. Ist hingegen eine besonders hohe Energiebeaufschlagung
des fadenartigen Gebildes durch die Funken- und/oder Bogenentladung erwünscht, so
bietet es sich insbesondere an, die zuvor beschriebenen beiden Möglichkeiten gleichzeitig
anzuwenden, d.h. die Funken- und/oder kurzzeitige Bogenentladung sowohl unter den
zuvor genannten Winkeln quer zur Transportrichtung des fadenartigen Gebildes als auch
in Transportrichtung und/oder entgegengesetzt hierzu auszurichten, wie dies nachfolgend
noch bei einem Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens beschrieben ist.
[0028] Um bei dem erfindungsgemäßen Verfahren die hierfür erforderliche Funken- und/oder
kurzzeitige Bogenentladung reproduzierbar zu erzeugen, bietet es sich an, eine Wechselspannung
oder eine hochfrequente Spannung anzulegen. Eine derartige Spannungsversorgung ist
immer dann empfehlenswert, wenn bei dem erfindungsgemäßen Verfahren eine Vielzahl
von Funken- und/oder Bogenentladungen erzeugt werden, wobei dann vorzugsweise eine
einzige Spannungsquelle verwendet wird.
[0029] Um besonders energiereiche Funkenentladungen bzw. kurzzeitige Bogenentladungen bei
dem erfindungsgemäßen Verfahren sicherzustellen, sieht eine Weiterbildung vor, daß
man hier eine Spannungsquelle mit einer Spannung kleiner als 50 kV, insbesondere mit
einer Spannung zwischen 2 kV und 25 kV, verwendet.
[0030] Bezüglich der Zeit, die erforderlich ist, um die zuvor beschriebenen Veränderungen
des fadenartigen Gebildes und insbesondere des Nähgarnes zu erzielen, ist allgemein
festzuhalten, daß sich diese Behandlungszeit nach der jeweils erwünschten Eigenschaftsveränderungen,
dem eingesetzten Material des fadenartigen Gebildes und der erforderlichen Energie
der Funken- und/oder Bogenentladung richtet. Üblicherweise beträgt bei dem erfindungsgemäßen
Verfahren die Behandlungszeit kleiner als 2 Sekunden und variiert vorzugsweise zwischen
0,01 Sekunden und 1,5 Sekunden.
[0031] Bezüglich der Transportgeschwindigkeit, mit der bei dem erfindungsgemäßen Verfahren
das fadenartige Gebilde relativ zur Behandlungseinrichtung transportiert wird, ist
festzuhalten, daß diese Transportgeschwindigkeit in der Regel zwischen 20 m/min und
1.500 m/min, vorzugsweise zwischen 150 m/min und 800 m/min, schwankt.
[0032] Die vorliegende Erfindung betrifft ferner eine Vorrichtung zur Durchführung des zuvor
beschriebenen erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0033] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Durchführung des zuvor beschriebenen Verfahrens
weist eine Behandlungseinrichtung auf, die ein Transportsystem für das fadenartige
Gebilde sowie mindestens eine mit Abstand von mindestens einer Gegenelektrode angeordnete
Elektrode zur Erzeugung der Funken- und/oder kurzzeitigen Bogenentladung umfaßt. Hierbei
sind die mindestens eine Elektrode und die mindestens eine Gegenelektrode mit einer
Spannungsquelle verbunden. Bedingt dadurch, daß die erfindungsgemäße Vorrichtung im
einfachsten Fall neben dem Transportsystem für den kontinuierlichen Transport des
fadenartigen Gebildes nur zwei Elektroden (Gegenelektrode und Elektrode) sowie eine
Spannungsquelle umfaßt, weist die erfindungsgemäße Vorrichtung eine besonders kleine
Bauweise auf. Dies wiederum hat zur Folge, daß die erfindungsgemäße Vorrichtung im
Prinzip überall im Verarbeitungsablauf der Herstellung oder Verarbeitung des fadenartigen
Gebildes eingesetzt werden kann. Auch läßt sich die erfindungsgemäße Vorrichtung wegen
der relativ wenigen Bauteilen recht preisgünstig herstellen.
[0034] Bezüglich der Ausbildung des Transportsystemes für das fadenartige Gebilde ist festzuhalten,
daß hier verschiedene Möglichkeiten bestehen. So wird im einfachsten Fall das Transportsystem
durch zwei, mit Abstand voneinander angeordneten Umlenkrollen gebildet, wobei wahlweise
diese beiden Umlenkrollen angetrieben oder nicht angetrieben sind. Ebenso ist es möglich,
hier nur eine der beiden Umlenkrollen anzutreiben, wobei es sich dann empfiehlt, in
Transportrichtung gesehen die zweite Umlenkrolle anzutreiben, wobei es dann angebracht
ist, diese Umlenkrolle mindestens einmal mit dem zu transportierenden fadenartigen
Gebilde zu umschlingen, so daß eine derartig umschlungene Umlenkrolle als Abzugswerk
dient und somit die erforderliche Konstanz der Geschwindigkeit des Transportes des
fadenartigen Gebildes sicherstellt. Zwischen diesen mit Abstand voneinander angeordneten
Umlenkrollen sind dann die Elektroden und die Gegenelektrode positioniert.
[0035] Bei einer vorteilhaften Weiterbildung der zuvor beschriebenen Ausführungsform, bei
der das Transportsystem aus zwei mit Abstand voneinander angeordneten Rollen gebildet
ist, ist eine Rolle als Elektrode und die andere als Gegenelektrode geschaltet. Dies
führt dann dazu, daß die Funken- bzw. kurzzeitige Bogenentladung in Transportrichtung
des fadenartigen Gebildes oder entgegengesetzt zur Transportrichtung des fadenartigen
Gebildes ausgebildet wird. Die selbe Ausrichtung der Funken- und/oder kurzzeitigen
Bogenentladung kann auch dadurch erreicht werden, daß zwischen den beiden Rollen jeweils
mindestens eine Ringelektrode und eine ringförmige Gegenelektrode positioniert ist,
wobei das transportierte fadenartige Gebilde dann durch das Ringinnere der ringförmigen
Elektrode geführt ist.
[0036] Soll die Funken- bzw. kurzzeitige Bogenentladung quer unter den zuvor beim Verfahren
angegebenen Winkeln zur Transportrichtung des fadenartigen Gebildes ausgebildet werden,
so werden die mindestens eine Elektrode und die hierzu gehörige mindestens eine Gegenelektrode
seitlich mit Abstand von dem transportierten fadenartigen Gebilde positioniert, wie
dies nachfolgend noch bei einem weiteren Ausführungsbeispiel näher erläutert ist.
[0037] Eine andere Möglichkeit der Ausbildung des Transportsystem für das fadenartige Gebilde
sieht vor, daß hier das Transportsystem eine Verlegeeinrichtung sowie eine Aufwickeleinrichtung
für eine Spule des fadenartigen Gebildes umfaßt. Hierbei wird somit das fadenartige
Gebilde, während es auf der Aufwickeleinrichtung aufgewickelt wird, mit der Funken-
und/oder kurzzeitigen Bogenentladung beaufschlagt. Die Verlegeeinrichtung bewirkt
dabei, daß das fadenartige Gebilde gleichmäßig über die axiale Länge der Spule verteilt
aufgewickelt wird. Diese Ausführungsvariante der erfindungsgemäßen Vorrichtung weist
den Vorteil auf, daß hier das fadenartige Gebilde im Vergleich zu der zuvor beschriebenen
Ausführungsform bei gleicher Verarbeitungsgeschwindigkeit wesentlich länger mit der
Funken- bzw. Bogenentladung beaufschlagt werden kann.
[0038] Bei einer besonders geeigneten Weiterbildung der zuvor beschriebenen Ausführungsform
ist dann die Aufwickeleinrichtung als Elektrode oder Gegenelektrode geschaltet. Bevorzugt
wird hierbei dann die Aufwickeleinrichtung als Elektrode geschaltet, während die Gegenelektrode
mit Abstand von der Aufwickeleinrichtung angeordnet ist und sich insbesondere über
die gesamte axiale Länge der Aufwickeleinrichtung erstreckt, so daß die mit Abstand
von der Aufwickeleinrichtung angeordnete Gegenelektrode eine gleichmäßige Funken-
bzw. Bogenentladung über die gesamte axiale Breite der entsprechend aufgewickelten
Spule sicherstellt.
[0039] Die zuvor beschriebene Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind insbesondere
dort anzuwenden, wo das fadenartige Gebilde mit einer gewissen mechanischen Spannungsbeaufschlagung
beim Transport versehen werden kann, so insbesondere bei Nähgarnen oder sonstigen
Garnen. Sollte dies nicht der Fall, was beispielsweise auf Kardenbänder oder Vorgespinnste
zutreffen kann, so bietet es sich an, das Transportsystem derart zu gestalten, daß
das fadenartige Gebilde hierbei am Transportsystem anliegt und bei einer Bewegung
des Transportsystemes transportiert wird. Um dies zu erreichen, kann das Transportsystem
beispielsweise als entsprechend im Durchmesser groß ausgebildete Transportrolle ausgestaltet
sein.
[0040] Eine besondere geeignete Ausführungsvariante der erfindungsgemäßen Vorrichtung sieht
vor, daß hierbei das Transportsystem als Endlosförderband ausgebildet ist, so daß
das fadenartige Gebilde zum Transport auf das endlose Förderband abgelegt wird.
[0041] Bei einer besonders vorteilhaften Weiterbildung der zuvor beschriebenen Ausführungsvariante
der erfindungsgemäßen Vorrichtung, bei der das Transportsystem als Förderband ausgestaltet
ist, ist das Förderband aus einem elektrisch leitfähigen Material, beispielsweise
Kupfer, Aluminium, Eisen oder Stahl, gefertigt. Oberhalb des Förderbandes, auf das
das fadenartige Gebilde zum Transport abgelegt wird, ist die mindestens eine Gegenelektrode
positioniert, während das elektrisch leitende Förderband als Elektrode geschaltet
ist. Hierdurch wird erreicht, daß das fadenartige Gebilde mit der Funken- und/oder
kurzzeitigen Bogenentladung beaufschlagt wird, während es mittels des Förderbandes
transportiert wird. Selbstverständlich ist es jedoch auch möglich, oberhalb des Förderbandes
die mindestens eine Elektrode anzuordnen, so daß in diesem Fall dann das Förderband
selbst als Gegenelektrode geschaltet wird. Um bei dieser Weiterbildung der erfindungsgemäßen
Vorrichtung eine unerwünschte und seitlich neben dem fadenartigen Gebilde stattfindenden
Funken- und/oder kurzzeitigen Bogenentladung zu verhindern, die dann nicht auf das
fadenartige Gebilde gerichtet wäre, bietet es sich an, die Seitenbereiche des elektrisch
leitenden Förderbandes aus einem Isolator zu fertigen, so daß das fadenartige Gebilde
auf dem elektrisch leitenden Förderband aufliegt und seitlich durch den Isolator gehaltert
wird.
[0042] Um bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung eine bezüglich der Energie gleichbleibende
und/oder an allen Elektroden auftretende Funken- und/oder Bogenentladung sicherzustellen
und somit reproduzierbare Effekte zu gewähren, sieht eine weitere, besonders vorteilhafte
Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung vor, daß hierbei jeder Gegenelektrode
mindestens ein Kondensator zugeordnet ist, der zwischen der jeweiligen Gegenelektrode
und der Spannungsquelle geschaltet ist. Eine derartige Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung bietet sich insbesondere dann an, wenn eine Reihe von Elektroden und eine
Reihe von Gegenelektroden vorgesehen sind, wobei sich die Reihe der Gegenelektroden
bzw. die Reihe der Elektroden entlang des Transportweges des fadenartigen Gebildes
erstrecken. Hierbei bewirken die den Gegenelektroden zugeordneten Kondensatoren, daß
die Elektroden elektrisch entkoppelt sind. Anstelle der Kondensatoren können jedoch
auch Widerstände vorgesehen sein, wobei dabei jedoch Stromverluste infolge des Erwärmens
der Widerstände auftreten, die bei Verwendung von Kondensatoren vermieden werden.
Durch Variation der Kapazität des Kondensators ist es ferner möglich, die Leistung
der Funken- und/oder kurzzeitigen Bogenentladung zu begrenzen und auf einen vorgegebenen
Wert zu halten. Desweiteren verhindert diese Ausführungsvariante der erfindungsgemäßen
Vorrichtung, daß nur an einer Elektrode oder an einigen wenigen Elektroden die Funken-
bzw. Bogenentladung stattfindet, so daß sich die Entladungen über alle Elektroden
gleichmäßig erstrecken. Darüber hinaus können mit einer derartigen Anordnung eine
unbegrenzte Zahl von Gegenelektroden und Elektroden über eine einzige Spannungsquelle
betrieben werden.
[0043] Eine besonders geeignete Weiterbildung der zuvor beschriebenen Ausführungsform der
erfindungsgemäßen Vorrichtung, bei der jeder Gegenelektrode mindestens ein Kondensator
zugeordnet ist, sieht vor, daß der Kondensator als Koaxialkabel ausgebildet ist. Diese
Weiterbildung weist den Vorteil auf, daß durch Variation der Länge des Koaxialkabels
besonders einfach die Kapazität des als Koaxialkabel ausgebildeten Kondensators variierbar
ist, so daß hierbei in beliebiger Weise und innerhalb von kürzester Zeit die Leistung
der Funken- und/oder kurzzeitigen Bogenentladung verändert und auf die jeweiligen
Verhältnisse angepaßt werden kann.
[0044] Bezüglich der Kapazität des Kondensators, der zwischen der mindestens einen Gegenelektrode
und der Spannungsquelle geschaltet ist, ist festzuhalten, daß diese zwischen 5 pF
und 5.000 pF, vorzugsweise zwischen 100 pF und 1.500 pF, variiert.
[0045] Bei den Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Vorrichtung, bei denen mehrere Elektroden
und eine entsprechende Anzahl von Gegenelektroden mit einer einzigen Spannungsquelle
verbunden sind, ist festzuhalten, daß die jeweiligen Elektroden und die jeweiligen
Gegenelektroden vorzugsweise parallel geschaltet sind.
[0046] Bezüglich der Materialien, aus denen die Elektrode und die Gegenelektrode gefertigt
ist, ist allgemein festzuhalten, daß hierfür elektrisch leitende Materialien, insbesondere
solche Materialien, die ihre Eigenschaften unter den jeweiligen Bedingungen der Funken-
bzw. kurzzeitigen Bogenentladung nicht verändern, ausgewählt werden. So können beispielsweise
die Elektrode bzw. die Gegenelektrode aus Metallen oder Metallegierungen, insbesondere
aus Aluminium, Kupfer, Eisen, Edelstahl, Platin, Platinlegierungen, Wolfram oder Nickel
angefertigt werden, wobei aus Kostengründen Aluminium, Eisen oder Kupfer bevorzugt
werden. Ebenso ist es möglich, eine elektrisch leitende Flüssigkeit oder eine elektrisch
leitende Schmelze als Elektrode oder Gegenelektrode auszuwählen.
[0047] Eine andere, besonders geeignete Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung
sieht vor, daß jeder Gegenelektrode ein zweiter Kondensator zugeordnet ist, wobei
vorzugsweise der zweite Kondensator die Gegenelektrode mit der zugehörigen Elektrode
verbindet. Hierbei erlaubt dieser zweite Kondensator, daß der zeitliche Verlauf der
Funken- bzw. kurzzeitigen Bogenentladung und somit der Frequenzbereich der Entladung
zeitlich moduliert wird.
[0048] Die Kapazität dieses zweiten Kondensators richtet sich dabei nach der erwünschten
Modulation, wobei vorzugsweise solche Kondensatoren als zweite Kondensatoren eingesetzt
werden, deren Kapazität gleich oder kleiner ist als die Kapazität des ersten Kondensators.
Insbesondere werden solche zweiten Kondensatoren verwendet, deren Kapazität 10 % bis
90 % der Kapazität des ersten Kondensators beträgt.
[0049] Die zuvor beschriebene Variation der Kapazität des zweiten Kondensators und damit
die Modulation der Funken- und/oder kurzzeitigen Bogenentladung kann insbesondere
dadurch in besonders einfacher Weise erreicht werden, daß hierbei ebenfalls der zweite
Kondensator als Koaxialkabel ausgebildet wird, wobei durch eine Veränderung der Länge
des Koaxialkabels die gewünschte Kapazität eines derartigen zweiten Kondensators eingestellt
werden kann.
[0050] Vorzugsweise weist die erfindungsgemäße Vorrichtung eine Behandlungseinrichtung auf,
die eine Vielzahl von mit Abstand voneinander angeordneten Gegenelektroden, insbesondere
zwei bis vierzig Gegenelektroden, umfaßt. Hierbei sind diese Gegenelektroden parallel
geschaltet und mit einer einzigen gemeinsamen Spannungsquelle verbunden, wobei eine
der Zahl der Gegenelektroden entsprechende Anzahl von Elektroden ebenfalls an diese
gemeinsame Spannungsquelle angeschlossen ist. Mit einer derartigen Behandlungseinrichtung
ist es in besonders einfacher Weise möglich, die Intensität der Behandlung, d.h. die
Zahl der auf das fadenartige Gebilde einwirkenden Funken- und Bogenentladungen, durch
Variation der Anzahl der Gegenelektroden und der hierzu gehörigen Elektroden zu verändern.
[0051] Bezüglich der Spannungsquelle, mit der bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung die
mindestens eine Elektrode und die mindestens eine Gegenelektrode jeweils verbunden
ist, ist festzuhalten, daß vorzugsweise eine als Wechselspannung ausgebildete Spannungsquelle
eingesetzt wird. Üblicherweise erzeugt dann diese Spannungsquelle eine Wechselspannung
mit einer Frequenz zwischen 5 Hz und 20.000 Hz, vorzugsweise 50 Hz.
[0052] Bezüglich der durch die bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung vorgesehenen Spannungsquelle
erzeugten Spannung ist festzuhalten, daß sich die Größe dieser Spannung nach der Ausgestaltung
und Anordnung der mindestens einen Gegenelektrode und der hierzu zugeordneten Elektrode
richtet. Üblicherweise weist die erfindungsgemäße Vorrichtung eine Spannungsquelle
auf, die eine Wechselspannung zwischen 500 V und 50 kV, vorzugsweise zwischen 2 kV
und 25 kV, erzeugt.
[0053] Um die zuvor beim erfindungsgemäßen Verfahren genannten Substanzen auf das fadenartige
Gebilde aufzubringen, besteht die Möglichkeit, hier entsprechende Lösungen oder Dispersionen
der Substanzen aufzupflatschen bzw. mittels eines Foulards aufzubringen. Diese Möglichkeit
ist jedoch nur bei solchen fadenartigen Gebilden gegeben, die zum Transport einer
mechanischen Spannungsbeaufschlagung unterworfen werden können, so insbesondere bei
Nähgarnen oder sonstigen Garnen. Sollte dies bei speziellen fadenartigen Gebilden
nicht möglich sein, so bietet es sich an, hier die entsprechende Dispersion bzw. Lösung
der Substanzen aufzusprühen oder aufzunebeln, wobei es sich als besonders vorteilhaft
erwiesen hat, wenn dabei das spannungsempfindliche fadenartige Gebilde durch ein geeignetes
Transportsystem, beispielsweise durch eine Transportrolle mit einem entsprechend großem
Durchmesser oder durch ein Transportband, gestützt und gleichzeitig transportiert
wird.
[0054] Das nach dem erfindungsgemäßen Verfahren behandelte fadenartige Gebilde wird vorzugsweise
dazu verwendet, um hieraus Verstärkungslagen für Verbundwerkstoffe wie beispielsweise
Reifen, Plane, carbonfaserverstärkte Kunststoffe, polyesterverstärkte Kunststoffe
o.dgl., herzustellen. Hier hat sich gezeigt, daß derartige Verbundwerkstoffe im Gebrauch
eine hohe Standzeit besitzen, da infolge der physikalischen und/oder chemischen Oberflächenveränderung
des fadenartigen Gebildes eine hohe Haftung zwischen dem fadenartigen Gebilde und
dem umgebenden Verbundstoff, zum Beispiel Gummi oder Kunststoff, auftritt.
[0055] Wie bereits vorstehend mehrfach hervorgehoben ist, werden das erfindungsgemäße Verfahren
sowie die erfindungsgemäße Vorrichtung vorzugsweise bei Nähgarnen verwendet. Hierbei
fallen unter den Begriff Nähgarn im Rahmen dieser Anmeldung solche Garne, die aus
Synthesefasern, insbesonder Polyamid6.-, Polyamid6.6- und/oder Polyesterfasern (Polyethylenterephthalatfasern),
aus Naturfasern, insbesondere aus Baumwoll- und/oder Seidefasern oder aus Mischungen
von Synthesefasern und Naturfasern der vorstehend genannten Art bestehen. Besonders
gute Ergebnisse lassen sich nach dem erfindungsgemäßen Verfahren und mit der erfindungsgemäßen
Vorrichtung bei solchen Nähgarnen erzielen, die zu 100 % aus Polyesterfasern (Polyethylenterephthalatfasern)
bestehen. Bezüglich der Konstruktion derartiger Nähgarne ist festzuhalten, daß hierzu
sowohl Fasergarne, Filamentgarne oder Filament-Fasergarne in der üblichen Nähgarnkonstruktion
zu zählen sind, so insbesondere Zwirne, Coregarne und/oder luftverwirbelte Garne,
wobei die Titer derartiger Garne zwischen 100 dtex und 3.500 dtex, vorzugsweise zwischen
500 dtex und 1.500 dtex, variieren.
[0056] So konnte beispielsweise festgestellt werden, daß durch Anwendung des erfindungsgemäßen
Verfahrens das Gleitverhalten von Nähgarnen dann erheblich verbessert wird, wenn als
Substanz auf das Nähgarn eine oligomerisierbare bzw. polymersierbare organische Siliciumverbindung,
ggf. zusammen mit den zuvor genannten Initiatoren, appliziert wird, wobei die Siliciumverbindung
anschließend durch die Funken- bzw. kurzzeitige Bogenentladung physikalisch und/oder
vorzugsweise chemisch an das das Nähgarn bildende Faserpolymere fixiert wird. Dies
wiederum führt dazu, daß derartige Verbindungen, die das Gleitverhalten des Nähgarnes
und abhängig von ihrem chemischen Aufbau auch den Fadenschluß des Nähgarnes verbessern,
aufgrund ihrer Fixierung am Faserpolymeren bei der Weiterverarbeitung oder beim Gebrauch
des Nähgarnes nicht abreiben, so daß hierdurch entsprechende Störungen in der Verarbeitung
vermieden werden. Weiterhin können derartig fixierte Substanzen, sofern sie überwiegend
im Oberflächenbereich des Nähgarnes angeordnet werden, das Nähverhalten dahingehend
verbessern, daß derartig fixierte Substanzen unter Ausbildung einer das Nähgarn umhüllenden
Schicht die thermische Belastbarkeit des Nähgarnes verbessern und/oder das Gleitverhalten
des Nähgarnes bei der Verarbeitung in einer gewünschten Weise modifizieren, so daß
derartig behandelte Nähgarne ein erheblich verbessertes Nähvermögen besitzen.
[0057] Desweiteren ist es möglich, durch Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahren auf das
Nähgarn eine solche Substanz zu applizieren, die das Wasseraufnahmevermögen des Nähgarnes
verändert, vorzugsweise verringert. Hierfür werden dann bevorzugt solche Substanzen
eingesetzt, die auf der Basis von Fluorcarbonsäureverbindungen, siliciumorganischen
Verbindungen oder auf der Basis von Mischungen von Fluorcarbonsäureverbindungen mit
siliciumorganischen Verbindungen aufgebaut sind.
[0058] Wie dies bereits vorstehend erwähnt ist, können die zuvor beschriebenen Substanzen
im Inneren des Nähgarnes, auf dessen Oberfläche und sowohl im Inneren als auch auf
der Nähgarnoberfläche angeordnet werden. Um beispielsweise die Hydrophilie bzw. Hydrophobie,
die Oliophobie bzw. Oliophilie, das Gleitverhalten oder die elektrostatische Aufladung
des nach dem erfindungsgemäßen Verfahren bearbeiteten Nähgarnes zu verändern, bietet
es sich an, die zuvor genannten Substanzen auf der Oberfläche vorzusehen. Soll hingegen
der Fadenschluß des Nähgarnes verbessert werden, empfiehlt es sich, die hierfür eingesetzten
Substanzen im Inneren des Nähgarnes anzuordnen, so daß eine Verklebung der das Nähgarn
bildenden Fasern und/oder Filamente von innen heraus erfolgt.
[0059] Vorstehend und nachfolgend wird der Begriff kurzzeitig im Zusammenhang mit der Funken-
und/oder Bogenentladung wiederholt verwendet. Hierunter ist zu verstehend, daß die
Entladung während einer Zeit zwischen 10⁻¹ Sekunden und 10⁻⁸ Sekunden, vorzugsweise
10⁻⁶ Sekunden und 10⁻² Sekunden, stattfindet.
[0060] Vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Verfahrens sowie der erfindungsgemäßen
Vorrichtung sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0061] Die erfindungsgemäße Vorrichtung wird nachfolgend anhand von fünf Ausführungsformen
in Verbindung mit der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- ein allgemeines Schaltbild;
- Figur 2
- eine Abwandlung des in Figur 1 wiedergegebenen Schaltbildes;
- Figur 3
- eine schematische Seitenansicht einer ersten Ausführungsform der Vorrichtung;
- Figur 4
- eine schematische Ansicht einer zweiten Ausführungsform der Vorrichtung;
- Figur 5
- eine schematische Ansicht einer dritten Ausführungsform der Vorrichtung;
- Figur 6
- eine schematische Darstellung einer vierten Ausführungsform der Vorrichtung;
- Figur 7
- eine schematische Darstellung einer fünften Ausführungsform der Vorrichtung; und
- Figur 7a
- ein Schnitt längs der Linie A-B in Figur 7.
[0062] In den Figuren 1 bis 7 sind die selben Teile mit den selben Bezugsziffern versehen.
[0063] Die Figur 1 bildet schematisch eine Schaltskizze ab, die bei den in Figuren 3 bis
6 gezeigten Ausführungsformen der Vorrichtung zur Anwendung gelangen. Hierbei weist
die Schaltung eine Spannungsquelle 1 auf, wobei die Spannungsquelle 1 z.B. eine Wechselspannung
von 5 kV mit einer Frequenz von 50 Hz erzeugt. Mit dieser Spannungsquelle 1 sind drei
beispielhaft gezeigte Elektroden 2, 3 und 4 sowie drei beispielhaft gezeigte Gegenelektroden
5, 6 und 7 verbunden, wobei sowohl die Elektroden 2 bis 4 als auch die Gegenelektroden
5 bis 7 parallel geschaltet sind. Jeder Gegenelektrode 5 bis 7 ist ein Kondensator
8, 9 bzw. 10 zugeordnet, wobei die Kondensatoren 8 bis 10 eine Kapazität von 500 pF
besitzen. Mit anderen Worten sind somit die Gegenelektroden 5 bis 7 entkoppelt, was
dazu führt, daß bei einer Spannungsbeaufschlagung zwischen den Elektroden 5 und 2,
den Elektroden 6 und 3 sowie den Elektroden 7 und 4 bei Überschreitung einer gewissen
Grenzspannung, die durch den Elektrodenabstand sowie durch die Kapazität der Kondensatoren
8 bis 10 bestimmt wird, eine elektrische Funken- und/oder kurzzeitige Bogenentladung
ausgebildet wird.
[0064] Das in Figur 2 gezeigte Schaltbild unterscheidet sich von dem zuvor beschriebenen
Schaltbild dadurch, daß hierbei die Schaltung einen zweiten Kondensator 11 aufweist.
Auch hier umfaßt die Schaltung eine Spannungsquelle 1, einen ersten Kondensator 8,
eine Gegenelektrode 5, eine Elektrode 2, wobei in der Figur 2 nur beispielhaft ein
einziges Elektrodenpaar 5 und 2 abgebildet ist. Parallel zu den Elektroden 5 und 2
ist ein zweiter Kondensator 11 geschaltet, der eine zeitliche Modulation der zwischen
den Elektroden 5 und 2 stattfindenden Funken- bzw. kurzzeitigen Bogenentladung bewirkt.
Der Kondensator 11 besitzt eine Kapazität von 400 pF. Die Spannungsquelle 1 erzeugt
eine solche Spannung, wie dies vorstehend für das Schaltbild 1 angegeben wurde.
[0065] In der Figur 3 ist eine erste Ausführungsform der Vorrichtung dargestellt, wobei
die Vorrichtung ein Transportsystem für das fadenartige Gebilde 21 aufweist. Das Transportsystem
für das fadenartige Gebilde 21 umfaßt ein Abzugswerk 22, eine untere Umlenkrolle 23,
einen Umlenkstift 24 sowie einen Umlenkstift 25. Durch eine Drehung der Abzugseinrichtung
22 in Pfeilrichtung 26 erfolgt der Transport des fadenartigen Gebildes 21 in Pfeilrichtung
27. Vor der Rolle 23 ist eine insgesamt mit 20 bezeichnete Produktauftragseinrichtung
vorgesehen. Hierbei umfaßt die Produktauftragseinrichtung 20 ein Chassis 28 zur Aufnahme
eines flüssigen Produktes und eine Pflatschrolle 29, die sich teilweise in das Chassis
erstreckt und drehbar vom Chassis gehaltert ist. Die Pflatschrolle 29 befindet sich
in Anlage an das fadenartige Gebilde 21.
[0066] In Transportrichtung des fadenartigen Gebildes 21 gesehen schließt sich an die Umlenkrolle
23 ein zylindrischer rohrförmiger Körper 30 an, der mit einer zylindrischen Bohrung
31 versehen ist, durch die das fadenartige Gebilde 21 geführt wird. Innerhalb des
zylindrischen Körpers, der aus einem elektrisch isolierenden Material besteht, sind
hier vier beispielhaft gezeigte Elektroden 2, 3, 4 und 4a sowie vier beispielhaft
gezeigte Gegenelektroden 5, 6, 7, und 7a angeordnet, wobei diese Elektroden (2 - 4,
4a; 5 - 7, 7a) als Ringelektroden ausgebildet sind. Jeder Gegenelektrode 5 - 7, 7a
sind jeweils ein Kondensator 8, 9, 10 und 10a zugeordnet. Die Elektroden und Gegenelektroden
sind jeweils an die mit 1 bezeichneten Wechselspannungsquelle angeschlossen, wobei
die Spannungsquelle eine Spannung von 10 kV bei einer Frequenz von 50 Hz erzeugt.
[0067] Fuß- und kopfseitig des zylindrischen Körpers 30 sind ein Gaseinführventil 32 sowie
ein Gasauslaßventil 33 angeordnet, mit denen es möglich ist, ein Gas in den Bereich
der Bohrung 31 einzuführen.
[0068] Die vorstehend in der Figur 3 gezeigte Ausführungsform arbeitet wie folgt:
Zunächst wird an der Auftragseinrichtung 20 ein Produkt mittels der Pflatschrolle
29 auf das entlang der Auftragseinrichtung 20 transportierte fadenartige Gebilde 21
aufgetragen. Hiernach wird das entsprechend imprägnierte fadenartige Gebilde 21 in
Pfeilrichtung 27 transportiert und gelangt dann in den Bereich der Bohrung 31, wo
eine Funken- bzw. kurzzeitige Bogenentladung durchgeführt wird. Hierbei bildet sich
diese Entladung zwischen den Elektrodenpaaren 10a und 4a, 7 und 4, 6 und 3 sowie 5
und 2 in Transportrichtung 27 des Garnes aus. Dies wiederum führt dazu, daß die bei
20 aufgebrachte Substanz vernetzt oder chemisch und/oder physikalisch an das fadenartige
Gebilde gebunden wird, so daß das entsprechend ausgerüstete Gebilde über die Abzugseinrichtung
22 abgezogen oder entsprechend aufgewickelt werden kann.
[0069] Mit der in der Figur 3 gezeigten Ausführungsform der Vorrichtung wurde ein fadenartige
Gebilde hydrophobiert. Hierbei wurde eine Mischung einer wäßrigen Emulsion eine Fluorcarbonharzes
mit einem Siliconöl verwendet, wobei diese Emulsion 20 Gewichtsteile Fluorcarbonharz
und 80 Gewichtsteile Siliconöl aufwies. Der Produktauftrag betrug 4 Gew.%. Die Transportgeschwindigkeit
lag bei 300 m/min. Die an der Spannungsquelle 1 angelegte Spannung betrug 10 kV, was
dazu führt, daß eine Funkenentladung von normal 1 cm Länge zwischen den Elektroden
(2 - 4, 4a; 5 - 7, 7a) ausgebildet wurde.
[0070] Parallel hierzu wurde das selbe fadenartige Gebilde mit dem selben, zuvor beschriebenen
Hydrophobierungsmittel ausgerüstet. Zur Kondensation des Hydrophobierungsmittels wurde
das fadenartige Gebilde einer Heißluftbehandlung bei 180° während 75 Minuten unterworfen.
Das so konventionell ausgerüstete fadenartige Gebilde wurde wie das auf der zuvor
beschriebenen Vorrichtung ausgerüstete fadenartige Gebilde jeweils einzeln auf einen
entsprechenden wasserdichten Gewebe vernäht. Anschließend wurden beiden Nähte auf
Wasserdichtigkeit geprüft, wobei festgestellt wurde, daß die mit dem konventionell
ausgerüsteten fadenartige Gebilde hergestellte Naht nach 120 Minuten durchnäßte, während
die mit dem fadenartigen Gebilde, das auf der in Figur 3 gezeigten Vorrichtung ausgerüstet
wurde, hergestellte Naht selbst nach 240 Minuten nicht durchnäßte.
[0071] Auch nach 4 Wäschen bei 60° trat keine Änderung der zuvor beschriebenen Wasserdurchlässigkeit
auf.
[0072] Die in der Figur 4 gezeigte zweite Ausführungsform unterscheidet sich von der zuvor
beschriebenen Ausführungsform dahingehend, daß hierbei das fadenartige Gebilde auf
einer Aufwickeleinrichtung 40 in Form einer Spule aufgewickelt wird. Die Aufwickeleinrichtung
40 besitzt einen Wickelkern 2, der elektrisch leitend und mit der Spannungsquelle
1 verbunden ist, so daß der Kern 2 die Elektrode ausbildet. Oberhalb der Aufwickeleinrichtung
40 und mit Abstand von dem Kern 2 ist eine Reihe von Gegenelektroden 5, 6, 7 und 7a
angeordnet, wobei diese Gegenelektroden über entsprechende Kondensatoren 8, 9, 10
und 10a mit der Spannungsquelle 1 verbunden sind. Der Aufwickeleinrichtung 40 ist
desweiteren eine nicht gezeigte Verlegeeinrichtung zugeordnet, die sicherstellt, daß
das fadenartige Gebilde 21 gleichmäßig über die axiale Ausdehnung des Kernes 2 verteilt
wird. Bedingt dadurch, daß das fadenartige Gebilde durch eine entsprechende Imprägnierung
mit einer elektrisch leitfähigen Lösung einer Substanz selbst elektrisch leitend ist,
bildet sich zwischen den Gegenelektroden 5 bis 7 und 7a und der Elektrode 2 (Kern)
über das elektrisch leitende und aufgewickelte fadenartige Gebilde 21 eine Funken-
und/oder kurzzeitige Bogenentladung aus, was zur Folge hat, daß die auf das fadenartige
Gebilde aufgetragene Substanz kondensiert oder vernetzt wird.
[0073] Die in der Figur 5 schematisch gezeigte Ausführungsform der Vorrichtung weist ein
Transportsystem für das fadenartige Gebilde 21 auf, das aus einer Abzugseinrichtung
22 und einer Liefereinrichtung 23 besteht. Hierbei sind die beiden Einrichtungen 22
und 23 als entsprechende Rollen ausgebildet, um die das fadenartige Gebilde 21 umgelenkt
und entsprechend in Pfeilrichtung 27 transportiert wird.
[0074] Die Liefereinrichtung 23 ist als Gegenelektrode geschaltet und über einen Kondensator
8 mit der Wechselspannungsquelle U₂ verbunden. Die Abzugseinrichtung 22 ist als Elektrode
ausgebildet und direkt an die Spannungsquelle U₂ angeschlossen.
[0075] Unter einem Winkel von 90° relativ zur Transportrichtung des fadenartige Gebildes
sind eine Gegenelektrode 5 sowie eine Elektrode 2 angeordnet, wobei diese beiden Elektroden
mit Abstand voneinander positioniert sind. Die Gegenelektrode 5 ist über einen Kondensator
9 mit der Spannungsquelle U₁ und die Elektrode 2 direkt mit der Wechselspannungsquelle
U₁ verbunden.
[0076] Wird nunmehr das fadenartige Gebilde 21 in Transportrichtung gesehen vor der Liefereinrichtung
23 mit einer wäßrigen Lösung, Dispersion oder Suspension einer leitfähigen Substanz
imprägniert, wie dies beispielsweise in Figur 3 beschrieben ist, und gelangt es dann
in den Bereich zwischen den beiden Einrichtungen 23 und 22, so erfolgt zunächst aufgrund
der Leitfähigkeit des nassen fadenartigen Gebildes 21 eine Erwärmung desselben, die
zu einem Trocknen des fadenartigen Gebildes führt. Sobald das fadenartige Gebilde
getrocknet ist, wobei dieser Punkt in der Figur 5 beispielhaft mit A bezeichnet ist,
bildet sich eine elektrische Funken- und/oder kurzzeitige Bogenentladung in Transportrichtung
27 des fadenartige Gebildes aus, wie dies durch F₂ in der Figur 5 angedeutet ist.
Hierbei ist der Abstand zwischen der Liefereinrichtung 23 und der Abzugseinrichtung
22 derart ausgewählt, daß ein direkter Funkendurchschlag zwischen den Einrichtungen
22 und 23 verhindert wird. Desweiteren bildet sich eine zweite Funken- und/oder Bogenentladung
zwischen den Elektroden 5 und 2 aus, wobei diese zweite Entladung quer zur Transportrichtung
des fadenartige Gebildes erfolgt und durch F₁ in der Zeichnung angedeutet ist. Sowohl
die Entladung F₁ als auch F₂ führen zu den zuvor beschriebenen Fixierung der Ausrüstung
am fadenartige Gebilde. Desweiteren bewirkt die Entladung F₂, daß das fadenartige
Gebilde abhängig von der Transportgeschwindigkeit zumindestens soweit getrocknet wird,
daß es problemlos aufgewickelt werden kann.
[0077] Die in der Figur 6 gezeigte Ausführungsform der Vorrichtung weist wie die zuvor beschriebene
Ausführungsform eine Abzugseinrichtung 22 und eine Liefereinrichtung 23 auf, wobei
die Abzugseinrichtung 22 und die Liefereinrichtung 23 als Rollen ausgebildet sind.
Hierdurch wird sichergestellt, daß das fadenartige Gebilde 21 in Pfeilrichtung 27
mit einer vorgegebenen kontinuierlichen Geschwindigkeit transportiert wird. Die Abzugseinrichtung
22 und die Liefereinrichtung 23 sind parallel geschaltete und mit der Spannungsquelle
1 verbunden, wobei die Spannungsquelle eine Wechselspannung erzeugt. Drei beispielhaft
gezeigte Gegenelektroden 5 bis 7 sind über drei Kondensatoren 8 bis 10 ebenfalls mit
der Spannungsquelle 1 verbunden, wobei die Gegenelektroden 5, 6 und 7 ebenfalls parallel
geschaltet sind.
[0078] Wird nunmehr das fadenartige Gebilde 21 mit einer elektrisch leitenden Substanz imprägniert,
was dazu führt, daß das fadenartige Gebilde ebenfalls leitfähig wird, und gelangt
das so imprägnierte und leitfähige fadenartige Gebilde in den Bereich zwischen den
Einrichtungen 23 und 22, so bilden sich hier entsprechende Funken- und/oder kurzzeitige
Bogenentladungen F₁ bis F₃ aus. Hierdurch wird die Substanz chemisch und/oder physikalisch
am fadenartige Gebilde fixiert, wie dies bereits vorstehend mehrfach beschrieben ist.
Gleichzeitig ändert sich durch die Entladungen die elektrische Leitfähigkeit des fadenartige
Gebildes, so daß bei Unterschreiten eines sich einstellenden minimalen Leitfähigkeitswertes
des fadenartige Gebildes die Ausbildung der Funken- und/oder kurzzeitigen Bogenentladung
automatisch unterbrochen wird. Hierdurch kann der entsprechende Behandlungsprozeß
besonders einfach gesteuert werden.
[0079] Die in den Figuren 7 und 7a gezeigte Ausführungsform der Vorrichtung dient insbesondere
für solche fadenartigen Gebilde 50, die während der Funken- und/oder kurzzeitigen
Bogenentladung zum Zwecke des Transportes nicht mit einer mechanischen Spannung beaufschlagt
werden dürfen. Die Vorrichtung weist eine Stützrolle 41 sowie ein Transportband 42
auf, wobei die Stützrolle 41 in Pfeilrichtung 43 angetrieben ist, während das Transportband
42 in Pfeilrichtung 44 bewegt wird. Diese Bewegung hat zur Folge, daß das fadenartige
Gebilde 50 bei einer entsprechenden Drehung der Rolle 41 sowie einer entsprechenden
Bewegung des Transportbandes 42 in Richtung 27 transportiert wird. Am Ende des Transportbandes
42 ist eine Aufwickelrolle 45 angeordnet, worauf das fadenartige Gebilde 50 aufgewickelt
wird.
[0080] Oberhalb der Rolle 41 ist eine Imprägnierdüse 46 angeordnet, durch die eine Lösung
oder Dispersion einer Substanz auf das fadenartige Gebilde 50 gestäubt wird. Um nicht
hierbei eine Spannungsbeaufschlagung der fadenartigen Gebildes zu verhindern, liegt
während des Aufstäubens das fadenartige Gebilde auf der Oberfläche der Transportrolle
41 auf.
[0081] Oberhalb des Transportbandes 42 sind eine Reihe von Gegenelektroden angeordnet, wobei
hier nur beispielhaft die Gegenelektroden 5 bis 7 eingezeichnet sind. Die Gegenelektroden
erstrecken sich in Transportrichtung des fadenartigen Gebildes. Neben den entsprechenden
Kondensatoren 8, 9 und 10 sind die parallel geschalteten Gegenelektroden 5 bis 7 mit
einer Spannungsquelle 1 verbunden. Desweiteren ist das Transportband 42, das aus einem
elektrisch leitenden Material besteht, als Elektrode mit der Spannungsquelle 1 verbunden.
Dies bewirkt, daß eine Funken- und/oder kurzzeitige Bogenentladung ausgebildet wird,
wie dies beispielhaft durch F₁ gezeigt ist.
[0082] Um sicherzustellen, daß das fadenartige Gebilde, das, wie am besten in Figur 7a erkennbar
ist, aus einer Vielzahl von einzelnen Fäden besteht, einwandfrei mit der Funken- und/oder
kurzzeitigen Bogenentladung F₁ behandelt wird, weist das Transportband 42 einen mittleren
Bereich 51 auf (Figur 7a), der aus dem elektrisch leitenden Material besteht. Seitlich
an dem mittleren Bereich 51 des Transportbandes 50 sind zwei Isolatorenabschnitte
52 und 53 vorgesehen, so daß die Funken- und/oder kurzzeitige Bogenentladung stets
auf den mittleren Bereich 51 des Transportbandes gerichtet ist.
[0083] Ebenso besteht die Möglichkeit, das zuvor beschriebene Transportband 50 als Transportrolle
auszubilden, wobei der Durchmesser der Transportrolle entsprechend groß gewählt wird.
Hierbei weist die Transportrolle einen mittleren, elektrisch leitfähigen Bereich auf,
der in Kontakt mit dem fadenartigen Gebilde steht und das fadenartige Gebilde stützt.
Dieser mittlere Bereich wird von jeweils einem Seitenbereich abgegrenzt, wobei die
Seitenbereiche radial über den mittleren Bereich vorstehen und aus einem elektrisch
isolierenden Material ausgebildet sind, wie dies vorstehend für die Isolatorenabschnitte
52 und 53 des Transportbandes 50 beschrieben ist.
[0084] Die in den Figuren 3 - 6 gezeigten Ausführungsformen der Vorrichtung können hervorragend
auch zur Behandlung von Garnen, insbesondere Nähgarnen, eingesetzt werden.
1. Verfahren zur Behandlung eines fadenartigen Gebildes, insbesondere eines Nähgarnes
oder eines sonstigen Garnes, einer Lunte oder eines Vorgespinnstes, bei dem das fadenartige
Gebilde zur Veränderung seiner Eigenschaften mit einer vorgegebenen Geschwindigkeit
relativ zu einer Behandlungseinrichtung transportiert wird, dadurch gekennzeichnet,
daß die Behandlungseinrichtung derart ausgebildet wird, daß bei der Behandlung das
fadenartige Gebilde zeitweise oder ständig einer Funken- und/oder kurzzeitigen Bogenentladung
unterworfen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Behandlung in einer Gasatmosphäre
bei einem Druck zwischen 90 x 10³ Pa bis 110 x 10³ Pa, vorzugsweise bei einem Druck
von etwa 10⁵ Pa, ausgeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Behandlung bei einer
Temperatur zwischen 15 °C und 200 °C, vorzugsweise bei einer Temperatur zwischen 20
°C und 60 °C, durchgeführt wird.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Behandlung in einer Atmosphäre von reaktiven Gasen durchgeführt wird.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß vor
und/oder während der Behandlung das fadenartige Gebilde mit mindestens einer Substanz
imprägniert wird.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß vor
und/oder während der Behandlung das fadenartige Gebilde mit mindestens einem Initiator
imprägniert wird, der durch die Funken- und/oder kurzzeitige Bogenentladung in Radikale
und/oder Ionen zerfällt.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß ein Initiator auf der Basis
eines Persulfates, insbesondere Kaliumpersulfat und/oder Ammoniumpersulfat, eines
Peroxides, insbesondere Dibenzoylperoxid, Cumolhydroperoxid, Cyclohexanonperoxid,
Di-tert-Butylperoxid, Cyclohexylsulfonylacetylperoxid, einer Azoverbindung, insbesondere
Azodiisobuttersäuredinitril, und/oder ein Initiator auf der Basis von Benzpinakol,
Diisopropylpercarbonat und/oder tert.-Butylperoctoat ausgewählt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß als Initiator ein Redoxsystem,
insbesondere Kaliumpersulfat/Natriumhyposulfit, Wasserstoffperoxid/Eisen-II-Sulfat,
Cumolhydroperoxid/Polyamin und/oder Benzoylperoxid/N-Dimethylanilin, eingesetzt wird.
9. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das
fadenartige Gebilde vor und/oder während des Auftragens des Initiators durch Aufbringen
eines Quellmittels gequollen wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der mindestens
eine Initiator zusammen mit der mindestens einen Substanz auf das fadenartige Gebilde
aufgebracht wird.
11. Verfahren nach der Ansprüche 5 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß eine solche Substanz
für die Imprägnierung des fadenartigen Gebildes ausgewählt wird, die den Fadenschluß
und/oder das Haftvermögen des fadenartigen Gebildes verbessert.
12. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß als
fadenartiges Gebilde ein Garn, insbesondere ein Nähgarn aus Polyamid6.-, Polyamid6.6.-,
Polyester-, Glas-, Polyalkylen- und/oder Carbonfasern ausgewählt.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 5, 10, 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß
mehrere Substanzen schichtweise übereinanderliegend auf das fadenartige Gebilde aufgebracht
werden.
14. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Funken- und/oder kurzzeitige Bogenentladung in Transportrichtung des fadenartigen
Gebildes oder entgegengesetzt zur Transportrichtung des fadenartigen Gebildes gesehen,
durchgeführt wird.
15. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Funken- und/oder kurzzeitige Bogenentladung unter einem Winkel zwischen 75° und 105°,
insbesondere unter einem Winkel von etwa 90°, relativ zur Transportrichtung des fadenartige
Gebildes erfolgt.
16. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das
fadenartige Gebilde ständig der Funken- und/oder kurzzeitigen Bogenentladung unterworfen
wird.
17. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zur
Erzeugung der Funken- und/oder der kurzzeitigen Bogenentladung eine Wechselspannung
oder eine hochfrequente Spannung angelegt wird.
18. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zur
Erzeugung einer Vielzahl von Funken- und/oder kurzzeitigen Bogenentladungen eine einzige
Spannungsquelle verwendet wird.
19. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine
Spannungsquelle mit einer Spannung kleiner als 50 kV, insbesondere mit einer Spannung
zwischen 2 kV und 25 kV, verwendet wird.
20. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das
fadenartige Gebilde mit der Funken- und/oder kurzzeitigen Bogenentladung während einer
Zeit kleiner als 2 Sekunden, vorzugsweise zwischen 0,01 Sekunden und 1,5 Sekunden,
beaufschlagt wird.
21. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung eine Behandlungseinrichtung aufweist,
die ein Transportsystem (22, 23, 40, 42) für das fadenartige Gebilde (21, 15) sowie
mindestens eine mit Abstand von mindestens einer Gegenelektrode (5, 6, 7, 7a) angeordnete
Elektrode (2, 3, 4, 4a) zur Erzeugung der Funken- und/oder kurzzeitigen Bogenentladung
umfaßt, wobei die mindestens eine Elektrode (2, 3, 4, 4a) und die mindestens eine
Gegenelektrode (5, 6, 7, 7a) mit einer Spannungsquelle (1) verbunden sind.
22. Vorrichtung nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß das Transportsystem aus
zwei, mit Abstand voneinander angeordneten Rollen (22, 23) gebildet ist.
23. Vorrichtung nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens eine der beiden
Rollen (22, 23) als Elektrode oder Gegenelektrode geschaltet ist.
24. Vorrichtung nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß das Transportsystem eine
Verlegeeinrichtung sowie eine Aufwickeleinrichtung (2, 40) für eine Spule des fadenartigen
Gebildes umfaßt.
25. Vorrichtung nach Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufwickeleinrichtung
(2, 40) als Elektrode oder als Gegenelektrode geschaltet ist.
26. Vorrichtung nach Anspruch 25, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufwickeleinrichtung
(40) als Elektrode (2) geschaltet ist und daß die Gegenelektrode (5, 6, 7) mit Abstand
von der Elektrode (3) angeordnet ist und sich über die gesamte axiale Länge der Aufwickeleinrichtung
(40) erstreckt.
27. Vorrichtung nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß das Transportsystem ein
Förderband (42) für das fadenartige Gebilde (50) umfaßt.
28. Vorrichtung nach Anspruch 27, dadurch gekennzeichnet, daß das Förderband (42) aus
einem elektrisch leitfähigen Material gefertigt ist, das oberhalb des Förderbandes
(42) und mit Abstand von diesem die mindestens eine Gegenelektrode (5 - 7) angeordnet
ist und daß das Förderband (42) als Elektrode geschaltet ist.
29. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 21 bis 28, dadurch gekennzeichnet, daß jeder
Gegenelektrode (5, 6, 7, 7a) mindestens ein Kondensator (8, 9, 10, 10a) zugeordnet
ist, der zwischen der jeweiligen Gegenelektrode (5, 6, 7, 7a) und der Spannungsquelle
(1) geschaltet ist.
30. Vorrichtung nach Anspruch 29, dadurch gekennzeichnet, daß der Kondensator (8, 9, 10,
10a) als Koaxialkabel ausgebildet ist.
31. Vorrichtung nach Anspruch 29 oder 30, dadurch gekennzeichnet, daß die Kapazität des
Kondensators (8, 9, 10, 10a) 5 pF bis 5.000 pF, vorzugsweise 100 pF bis 1.500 pF,
beträgt.
32. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche 29 bis 31, dadurch gekennzeichnet,
daß die Elektroden (2, 3, 4, 4a) und die Gegenelektroden (5, 6, 7, 7a) aus einem Metall,
insbesondere Aluminium, Kupfer oder Eisen, bestehen.
33. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 21 bis 32, dadurch gekennzeichnet, daß jeder
Gegenelektrode (5, 6, 7, 7a) ein zweiter Kondensator (11) zugeordnet ist.
34. Vorrichtung nach Anspruch 32, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Kondensator (11)
jeweils die Gegenelektrode (5) mit der Elektrode (2) verbindet.
35. Vorrichtung nach Anspruch 33 oder 34, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Kondensator
(11) eine Kapazität aufweist, die gleich oder kleiner ist als die Kapazität des ersten
Kondensators.
36. Vorrichtung nach Anspruch 35, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Kondensator eine
Kapazität aufweist, die 10 % bis 90 % der Kapazität des ersten Kondensators beträgt.
37. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 21 bis 36, dadurch gekennzeichnet, daß die Behandlungseinrichtung
eine Vielzahl von mit Abstand voneinander angeordneten Gegenelektroden (5, 6, 7, 7a)
insbesondere zwei bis 40 Gegenelektroden (5, 6, 7, 7a), aufweist, wobei die Gegenelektroden
(5, 6, 7, 7a) parallel geschaltet und mit der gemeinsamen Spannungsquelle (1) verbunden
sind.
38. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 21 bis 37, dadurch gekennzeichnet, daß die Gegenelektroden
(5, 6, 7, 7a) mit einer als Wechselspannung ausgebildeten Spannungsquelle (1) verbunden
sind.
39. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 21 bis 38, dadurch gekennzeichnet, daß die Spannungsquelle
(1) eine Wechselspannung mit einer Frequenz zwischen 5 Hz und 20.000 Hz, vorzugsweise
50 Hz, erzeugt.
40. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 21 bis 39, dadurch gekennzeichnet, daß die Spannungsquelle
(1) eine Wechselspannung zwischen 500 V und 50 kV, vorzugsweise zwischen 2 kV und
25 kV, erzeugt.
41. Verwendung des nach einem der Ansprüche 1 bis 20 behandelten fadenartigen Gebildes
zur Herstellung von Verstärkungslagen für Verbundwerkstoffe.
42. Verwendung des nach den Ansprüchen 1 bis 20 beschriebenen Verfahrens zur Behandlung
von Nähgarnen.
43. Verwendung der nach den Ansprüchen 21 bis 40 beschriebenen Vorrichtung zur Behandlung
von Nähgarnen.