| (19) |
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(11) |
EP 0 598 195 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
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12.11.1997 Patentblatt 1997/46 |
| (22) |
Anmeldetag: 10.09.1993 |
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| (54) |
Verfahren sowie Vorrichtung zur Behandlung eines fadenartigen Gebildes
Method and apparatus for treating a yarn-like product
Procédé et dispositif pour le traitement d'une structure filée
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT DE FR GB IT |
| (30) |
Priorität: |
12.09.1992 DE 4230634 12.09.1992 DE 4230632
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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25.05.1994 Patentblatt 1994/21 |
| (73) |
Patentinhaber: Amann & Söhne GmbH & Co. |
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D-74355 Bönnigheim (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- Truckenmüller, Kurt
D-74076 Heilbronn (DE)
- Räuchle, Eberhard, Dr.
D-71686 Remseck (DE)
- Greifeneder, Karl
D-74074 Heilbronn (DE)
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| (74) |
Vertreter: Döring, Wolfgang, Dr.-Ing.
Patentanwälte
Hauck, Graalfs, Wehnert, Döring, Siemons |
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Mörickestrasse 18 40474 Düsseldorf 40474 Düsseldorf (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 415 032 EP-A- 0 496 117
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EP-A- 0 492 649 CH-A- 11 615
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- CHEMICAL ABSTRACTS, Band 105, Nr. 2, Juli 1986, Columbus, OH (US); O DEMUTH et al.,
Seite 70, AN 7806n
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Behandlung eines fadenartigen
Gebildes, eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens und die Verwendung eines
entsprechend behandelten fadenartigen Gebildes.
[0002] Um die Eigenschaften eines fadenartigen Gebildes, wie beispielsweise eines Nähgarnes
oder eines sonstigen Garnes, einer Lunte, eines Vorgespinnstes, eines Kardenbandes,
einer faden- bzw. bandartigen Vlieslage, zu verändern, ist es bekannt, die zuvor benannten
fadenartigen Gebilde mit einer entsprechenden Ausrüstung zu versehen. Hierbei erfolgt
die Applikation einer derartigen Ausrüstung derart, daß das fadenartige Gebilde, sofern
es in Längsrichtung gegenüber einer Spannungsbeaufschlagung stabil ist, durch eine
entsprechende Lösung oder Dispersion einer Ausrüstung geführt wird, so daß ein definierter
Teil der in der Lösung bzw. Dispersion enthaltenen Ausrüstung auf dem fadenartigen
Gebilde verbleibt. Sollte das fadenartige Gebilde jedoch gegenüber einer Spannungsbeaufschlagung
in Längsrichtung nicht stabil sein, wird die zuvor genannte Lösung bzw. Dispersion
der Ausrüstung auf das fadenartige Gebilde aufgesprüht.
[0003] Derartige bekannte Verfahren weisen jedoch den Nachteil auf, daß hierbei immer das
Problem besteht, daß nur ein Teil der Ausrüstung auf dem fadenartigen Gebilde verbleibt,
während ein weiterer Teil der die Ausrüstung enthaltenen Lösung bzw. Dispersion in
das Abwasser gelangt. Darüber hinaus sind die bei dem bekannten Verfahren erzielbaren
erwünschten Eigenschaftsveränderungen begrenzt.
[0004] Darüber hinaus sind Verfahren bekannt, bei denen fadenartige Gebilde einer elektrischen
Entladung unterworfen werden.
[0005] So beschreibt die CH-A 11 615 ein Behandlungsverfahren, bei dem ein Lichtbogen und
somit eine kontinuierlich brennende Entladung zwischen den Gegenelektroden und den
Elektroden erzeugt wird, wobei dieser Lichtbogen dann auf ein fadenartiges Gebilde
einwirkt, um so auf der Faseroberfläche des fadenartigen Gebildes feine Kanäle auszubilden
und damit die Faseroberfläche mikroskopisch fein aufzurauhen. Die für die Erzeugung
des Lichtbogens erforderlichen und in der CH-A 11 615 beschriebenen Gegenelektroden
und Elektroden sind mit einer gemeinsamen Spannungsquelle direkt verbunden.
[0006] Ein derartig bekanntes Verfahren beinhaltet jedoch die Problematik, daß bereits bei
einer geringfügigen Schwankung der Transportgeschwindigkeit des fadenartigen Gebildes
durch die Behandlungseinrichtung eine ungleichmäßige Aufrauhung der Faseroberfläche
wahrscheinlich wird, so daß dann eine reproduzierbare Behandlung des fadenartigen
Gebildes nicht gegeben ist. Desweiteren stellt die CH-A 11 615 heraus, daß stoßweise
durchgeführte Entladungen keine wirksame Vorbereitungen von Textilfasern für das Veredeln
ermöglichen.
[0007] Die EP-A 0 496 117, EP-A 0 492 649 und EP-A 0 415 032 beschreiben Corona-Behandlungen
von fadenartigen Gebilden, insbesondere von Nähgarnen, wobei jedoch dieser Stand der
Technik völlig offenläßt, wie diese Corona-Behandlungen durchgeführt werden und unter
welchen Bedingungen und mit welchen Eigenschaften das Corona erzeugt wird.
[0008] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der angegebenen
Art zur Verfügung zu stellen, bei dem die Möglichkeit zur Veränderung der Eigenschaft
des zu behandelnden fadenartigen Gebildes vervielfacht sind.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1 gelöst.
[0010] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Behandlung eines fadenartigen Gebildes, insbesondere
eines Nähgarnes oder eines sonstigen Garnes, einer Lunte oder eines Vorgespinnstes,
wird das fadenartige Gebilde zur Veränderung seiner Eigenschaften mit einer vorgegebenen
Geschwindigkeit relativ zu einer Behandlungseinrichtung transportiert. Hierbei wird
die Behandlungseinrichtung derart ausgebildet, daß elektrische Entladungen durch mit
Abstand voneinander angeordnete, mit einer Vielzahl von mit einer gemeinsamen Spannungsquelle
verbundenen und parallel geschalteten Gegenelektroden sowie mindestens einer Elektrode
erzeugt werden, wobei die Gegenelektroden elektrisch entkoppelt werden. Das fadenartige
Gebilde wird bei dem erfindungsgemäßen Verfahren den elektrischen Entladungen zeitweise
oder ständig unterworfen, wobei als elektrische Entladungen eine Funken- und/oder
kurzzeitige Bogenentladung mit einer Brenndauer zwischen 10
-1 Sekunden und 10
-8 Sekunden, vorzugsweise zwischen 10
-6 Sekunden und 10
-2 Sekunden, ausgewählt wird.
[0011] Das erfindungsgemäße Verfahren weist eine Reihe von Vorteilen auf. Bedingt dadurch,
daß bei dem erfindungsgemäßen Verfahren die Behandlung vorzugsweise berührungslos
erfolgt, kann es hierbei nicht zu einer unkontrollierten Eigenschaftsbeeinflussung
kommen, die beim Stand der Technik immer dann gegeben ist, wenn das fadenartige Gebilde
während der Behandlung einer mechanischen Spannungsbeaufschlagung unterworfen wird.
Auch lassen sich bei dem erfindungsgemäßen Verfahren durch die Funken- und/oder kurzzeitigen
Bogenentladungen Eigenschaftsveränderungen des fadenartigen Gebildes herbeiführen,
ohne daß es hierzu erforderlich ist, auf das fadenartige Gebilde eine entsprechende
Ausrüstung zu applizieren. Abhängig von der jeweiligen Energie der Funken- und/oder
kurzzeitigen Bogenentladungen ist es beispielsweise möglich, die Oberfläche des fadenartigen
Gebildes aufzurauhen, abzutragen oder punktuell oder flächig zu verschmelzen, so daß
eine entsprechende physikalische Modifizierung des Materials eintritt, aus dem das
fadenartige Gebilde besteht. Desweiteren konnte festgestellt werden, daß allein schon
durch die beim erfindungsgemäßen Verfahren beschriebene vorzugsweise berührungslose
Behandlung des fadenartigen Gebildes mit der vorstehend genannten Funken- und/oder
kurzzeitigen Bogenentladung aufgrund der Anwesenheit von Luft während der Behandlung
chemische Veränderungen des Materials, aus dem das fadenartige Gebilde besteht, herbeigeführt
werden, die sich beispielsweise darin äußern, daß ein derartig behandeltes fadenartiges
Material bei einer späteren Weiterverarbeitung eine erheblich verbesserte Haftung
zu anderen Oberflächen, wie beispielsweise zu Avivagen, Präparationen, Klebstoffen,
Ausrüstungen, Farben, Bindemitteln o.dgl., besitzt. Ferner kann das erfindungsgemäße
Verfahren besonders einfach dahingehend modifiziert werden, daß ein hiernach behandeltes
fadenartiges Gebildes veränderte Eigenschaften in bezug auf die Hydrophilie, Hydrophobie,
Oleophilie oder Oleophobie, aufweist, ohne daß es dabei erforderlich ist, entsprechende
Ausrüstungsprodukte auf die Oberfläche des fadenartigen Gebildes zu applizieren. Ferner
lassen sich bei dem erfindungsgemäßen Verfahren durch Auswahl geeigneter Produkte
diese Produkte gezielt chemisch und/oder physikalisch an das Material, aus dem das
fadenartige Gebilde besteht, anbinden, so daß es nahezu unmöglich oder unmöglich ist,
später diese Produkte ohne Zerstörung wieder von der Oberfläche des fadenartigen Gebildes
zu entfernen. Allein dadurch, daß Ausführungsvarianten des erfindungsgemäßen Verfahrens
Eigenschaftsveränderungen des fadenartigen Gebildes ermöglichen, ohne daß es hierbei
erforderlich wird, entsprechende Ausrüstungsmittel auf das fadenartige Material zu
applizieren, trägt das erfindungsgemäße Verfahren wesentlich zur Reduzierung der Umweltbeeinträchtigung
bei, da bei diesen Ausführungsvarianten keine Ausrüstungsprodukte in die Abluft oder
das Abwasser gelangen.
[0012] Die zuvor beschriebenen Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens treten insbesondere
dann zu Tage, wenn nach dem erfindungsgemäßen Verfahren als fadenartiges Gebilde ein
Nähgarn behandelt wird. Hier konnte festgestellt werden, daß bedingt dadurch, daß
bei dem erfindungsgemäßen Verfahren eine berührungslose Behandlung erfolgt und somit
keinerlei mechanische Spannungsschwankungen auftreten, bei der Behandlung von Nähgarnen
keine Veränderungen auftreten, die die mechanisch-technologischen Eigenschaften, so
z.B. die Höchstzugkraftdehnung oder die Reißfestigkeit, negativ beeinflussen. Dies
wird darauf zurückgeführt, daß es bei dem erfindungsgemäßen Verfahren nicht zu einer
Vorschädigung des Nähgarnes und damit auch nicht zu Kapillarbrüchen oder -rissen kommt,
so daß das erfindungsgemäß behandelte Nähgarn wegen der zuvor genannten fehlenden
Kapillarvorschädigungen bzw. der fehlenden Kapillarbrüche bei der späteren Verarbeitung
oder Verwendung in der Konfektion mit hervorragendem Erfolg eingesetzt werden kann.
Desweiteren lassen sich durch das erfindungsgemäße Verfahren abhängig von der jeweiligen
Energie der Funken- bzw. kurzzeitigen Bogenentladung die äußeren Kapillaren des Nähgarnes
punktuell, kurzstreckig oder über die gesamte axiale Länge des Nähgarnes gesehen mit
anderen äußeren Kapillaren und/oder innenliegenden Kapillaren verschweißen, wobei
diese Schweißbereiche dadurch ausgebildet werden, daß das Fasermaterial durch die
Funken- bzw. Bogenentladung aufgeschmolzen wird und anschließend wieder erstarrt.
Dies wiederum führt dazu, daß der Fadenschluß eines derartig behandelten Nähgarnes
erheblich verbessert wird, so daß ein erfindungsgemäß behandeltes Nähgarn ein besonders
gutes Nähverhalten besitzt. Dieses verbesserte Nähverhalten des erfindungsgemäß behandelten
Nähgarnes drückt sich im Vergleich zu einem identischen Nähgarn, das jedoch nicht
die zuvor genannten Schmelzbereiche besitzt, darin aus, daß bei dem nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren behandelten Nähgarn die Fadenbruchhäufigkeit beispielsweise bei einem multidirektionalen
Nähen bei hohen Verarbeitungsgeschwindigkeiten (bis zu 7.000 Stichen/Minute) oder
beim Nähen von Knopf löchern erheblich reduziert ist. Desweiteren konnte festgestellt
werden, daß allein schon durch die beim erfindungsgemäßen Verfahren beanspruchte vorzugsweise
berührungslose Behandlung des Nähgarnes mit einer Funken- und/oder kurzzeitigen Bogenentladung
aufgrund der Anwesenheit von Luft während der Behandlung chemische und/oder physikalische
Veränderungen des das Nähgarn bildenden Fasernpolymeren herbeigeführt werden, die
sich beispielsweise darin äußern, daß ein derartig behandeltes Nähgarn eine wesentlich
bessere Haftung zwischen der Oberfläche des Nähgarnes und einer hierauf aufgebrachten
Ausrüstung besitzt. Desweiteren kann das erfindungsgemäße Verfahren derart modifiziert
werden, daß ein hiernach behandeltes Nähgarn eine erhöhte Hydrophilie und eine verringerte
Oliophilie aufweist, ohne daß es dabei erforderlich ist, entsprechende Ausrüstungsprodukte
auf die Oberfläche des synthetischen Nähgarnes zu applizieren. Diese Verbesserungen
werden darauf zurückgeführt, daß das das Nähgarn bildende Faserpolymere entsprechende
physikalisch und/oder insbesondere chemisch durch die erfindungsgemäße Behandlung
modifiziert wird. Somit lassen sich durch das erfindungsgemäße Verfahren Eigenschaftsveränderungen
auch insbesondere bei entsprechend behandelten Nähgarnen herbeiführen, die nach herkömmlichen
Verfahren allenfalls nur dadurch zu erreichen sind, daß entsprechende Ausrüstungsprodukte
auf die Oberfläche des behandelten Nähgarnes appliziert werden. Dies wiederum führt
dazu, daß das erfindungsgemäße Verfahren auch bei Nähgarnen im Hinblick auf seine
Umweltverträglichkeit besonders geeignet ist, wie dies bereits vorstehend allgemein
für das fadenartige Gebilde ausgeführt wurde.
[0013] Abhängig von der gewünschten axialen Erstreckung der durch die Funken- und/oder kurzzeitigen
Bogenentladung herbeigeführten Effekte wird das fadenartige Gebilde und insbesondere
auch das Nähgarn während des Transportes zeitweise oder ständig der Funken- und/oder
kurzzeitigen Bogenentladung unterworfen. Sollen sich die durch das erfindungsgemäße
Verfahren herbeigeführten Veränderungen über die gesamte axiale Länge des fadenartigen
Gebildes erstrecken, so ist eine ständige Behandlung während des Transportes des fadenartigen
Gebildes durch die Behandlungseinrichtung mit der Funken- und/oder kurzzeitigen Bogenentladung
erforderlich, während eine teilweise und in axiale Richtung des fadenartigen Gebildes
gesehen unterbrochene Veränderung bei dem erfindungsgemäßen Verfahren dadurch erreicht
wird, daß hier während des Transportes das fadenartige Gebilde nur zeitweise der Funken-
und/oder kurzzeitigen Bogenentladung unterworfen wird.
[0014] Eine erste Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens sieht vor, daß das erfindungsgemaße
Verfahren in einer Gasatmosphäre, so zum Beispiel in einer Schutzgasatmosphäre, einer
Luftatmosphäre und/oder einer Atmosphäre von reaktiven Gasen, ausgeführt wird. Hierbei
variiert der Gasdruck im Bereich des normalen Druckbereiches, so vorzugsweise zwischen
90 x 10
3 Pa bis 110 x 10
3 Pa, insbesondere bei einem Druck im Bereich von etwa 10
5 Pa.
[0015] Bezüglich der Behandlungstemperatur, d.h. der Temperatur des fadenartigen Gebildes
während der Behandlung, ist bei dem erfindungsgemäßen Verfahren festzustellen, daß
diese Behandlungstemperatur normalerweise zwischen 15 °C und 200 °C, vorzugsweise
zwischen 20 °C und 60 °C, variiert. Bedingt durch diese relativ niedrigen Temperaturen
treten beim erfindungsgemäßen Verfahren auch keine unerwünschten physikalischen Strukturveränderungen
auf, so daß das erfindungsgemäße Verfahren demnach auch keine unerwünschten Veränderungen
beispielsweise des ursprünglichen Schrumpfverhaltens des fadenartigen Gebildes und
insbesondere der Nähgarne, so zum Beispiel des Kochschrumpfverhaltens oder des Heißluftschrumpfverhaltens,
bewirkt.
[0016] Wie bereits vorstehend beschrieben ist, kann das erfindungsgemäße Verfahren in einer
Gasatmosphäre durchgeführt werden. Hierfür werden inerte Gase, wie beispielsweise
ein Edelgas oder mehrere Edelgase, Stickstoff oder ein Gemisch der zuvor genannten
Gase, Luft und/oder reaktive Gase oder Gasgemische eingesetzt. Die Auswahl des jeweils
eingesetzten Gases bzw. des jeweils eingesetzten Gasgemisches richtet sich danach,
aus welchem Material das fadenartige Gebilde besteht und welche Eigenschaftsveränderungen
erwünscht sind. Sollen beispielsweise durch die Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahren
die einzelnen Fäden eines mehrfädigen fadenartigen Gebildes, insbesondere eines Nähgarnes,
über die axiale Länge gesehen punktuell oder flächig miteinander verschmolzen werden,
ohne daß dabei eine chemische Veränderung des Materials, aus dem das fadenartige Gebilde
bzw. Nähgarn besteht, erwünscht ist, so empfiehlt es sich, eine Schutzgasatmosphäre
(Edelgase, Stickstoff) anzuwenden. Diese Schutzgasatmosphäre kann im einfachsten Falle
bei dem erfindungsgemäßen Verfahren dadurch erreicht werden, daß während der Funken-
und/oder kurzzeitigen Bogenentladung das fadenartige Gebilde bzw. Nähgarn mit dem
entsprechenden Schutzgas umspült wird.
[0017] Ebenso ist es möglich, durch die Funken- und/oder kurzzeitige Bogenentladung die
das fadenartige Gebilde bildende Faserpolymere aufzuspalten und hierdurch faserpolymereigene
reaktive Zentren zu schaffen, die untereinander und/oder mit anderen Substanzen, beispielsweise
den zuvor genannten reaktiven Gasen, unter Ausbildung von modifizierten Faserpolymeren
reagieren.
[0018] Soll hingegen durch das erfindungsgemäße Verfahren eine chemische Veränderung des
Materials, aus dem das fadenartige Gebilde besteht, herbeigeführt werden, so arbeitet
man bei der Funken- und/oder kurzzeitigen Bogenentladung in einer Luftatmosphäre oder
in einer Atmosphäre von reaktiven Gasen. Zur Erreichung einer derartigen chemischen
Veränderung werden dann vorzugsweise als reaktive Gase Sauerstoff, Wasserstoff, Ammoniak,
Kohlenmonoxid, Kohlendioxid, Schwefeldioxid, Schwefeltrioxid jeweils allein oder in
Mischung eingesetzt, was zur Folge hat, daß sich auf der Oberfläche des fadenartigen
Gebildes und insbesondere des Nähgarnes funktionelle Gruppen ausbilden, die dann beispielsweise
eine Veränderung des Anfärbeverhaltens, der chemischen Anbindung von Ausrüstungen,
Präparationen, Avivagen, der Hydrophobierung bzw. Hydrophilierung, der Oleophobierung
bzw. Oleophilierung oder des antistatischen Verhaltens eines derartigen mit funktionellen
Gruppen versehenen fadenartigen Gebildes bzw. Nähgarnes bewirken.
[0019] Anstelle der zuvor beschriebenen Gase oder zusätzlich zu den zuvor beschriebenen
Gasen sieht eine andere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens vor, daß
vor und/oder während der Behandlung des fadenartigen Gebildes (Nähgarnes, sonstigen
Garnes, Lunte, Vorgespinst, Karde, Vlieslage) mit der Funken- und/oder kurzzeitigen
Bogenentladung das fadenartige Gebilde mit mindestens einer Substanz imprägniert wird.
Hierbei kann es abhängig von der jeweils eingesetzten Substanz, den Bedingungen der
Funken- und/oder kurzzeitigen Bogenentladung, der Verweilzeit und der Behandlungstemperatur
dazu kommen, daß die jeweilige Substanz chemisch und/oder physikalisch auf der Oberfläche
des fadenartigen Gebildes und/oder im Inneren des fadenartigen Gebildes gebunden wird
oder daß aus der jeweiligen Substanz durch die Funken- und/oder kurzzeitigen Bogenentladung
reaktionsfähige Bestandteile ausgebildet werden, die dann entweder direkt mit dem
Material, das das fadenartige Gebilde ausbildet, reagieren oder zunächst untereinander
reagieren, beispielsweise polymerisieren und/oder oligomerisieren, so daß anschließend
die miteinander reagierten Bestandteile an und/oder in dem fadenartigen Gebilde chemisch
und/oder physikalisch fixiert werden. Auf diese Weise lassen sich dann in besonders
einfacher Weise solche fadenartigen Gebilde erzeugen, die chemisch modifiziert sind
oder die mit entsprechenden Substanzschichten auf der Oberfläche versehen sind.
[0020] Die Auswahl der bei der zuvor beschriebenen Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens beschriebenen Substanz richtet sich nach der erwünschten Eigenschaftsveränderung
des fadenartigen Gebildes. Soll beispielsweise durch die Substanz bei einer textilen
Lunte oder einem textilen Vorgespinnst der Fadenschluß der das Vorgespinnst bzw. der
die Lunte bildenden Fasern bzw. Fäden verbessert werden, so bietet es sich an, hier
eine Substanz auszuwählen, die unter Einfluß der Funken- und/oder kurzzeitigen Bogenentladung
aufschmilzt, so daß die aufgeschmolzene Substanz beim späteren Erstarren die einzelnen
Fasern bzw. Fäden miteinander verklebt. Analoges gilt, wenn ein Garn aus Multifilamenten
oder einer Vielzahl von einzelnen Fasergarnen gesponnen wird oder wenn aus mindestens
zwei Vorgarnen ein Zwirn erstellt wird. Ist es hingegen erwünscht, die Oberfläche
des fadenartigen Gebildes aufzurauhen, so kann dies bei dem erfindungsgemäßen Verfahren
dadurch erreicht werden, daß man hier punktuell oder auf Teilflächen begrenzte Monomeren,
Oligomeren oder Polymere auf- bzw. anpfropft, wodurch einerseits die Oberflächenrauhigkeit
erhöht und andererseits das Haftvermögen zu anderen Substraten verbessert wird. Konkret
kommen für die zuvor beispielhaft wiedergegebene Substanz polymerisierbare bzw. oligomerisierbare
Monomere, beispielsweise Acrylate, Acrylsäurederivate, Vinylacetate, Vinylalkoholderivate
o.dgl., in Frage.
[0021] Eine andere Ausführungsvariante des erfindungsgemäßen Verfahrens sieht vor, daß hierbei
das erfindungsgemäße Verfahren dazu dient, den Fadenschluß von Garnen und insbesondere
von Nähgarnen zu verbessern. Dies wird dadurch erreicht, daß polymerisierbare und/oder
oligomerisierbare Substanzen vor oder während der Funken- und/oder kurzzeitigen Bogenentladung
auf das jeweils zu behandelnde Substrat aufgebracht und insbesondere in die Faser-
bzw. Fadenzwischenräume der das Garn bildenden Fasern bzw. Fäden eingearbeitet werden,
so daß diese Substanzen dann durch die Funken- bzw. kurzzeitige Bogenentladung polymerisieren
bzw. oligomerisieren und somit ein Verkleben der Fasern bzw. Fäden bewirken. Insbesondere
unterwirft man bei dieser Ausführungsvariante des erfindungsgemäßen Verfahrens das
jeweils zu behandelnde Garn und insbesondere das jeweils zu behandelnde Nähgarn einer
ständigen Funken- und/oder kurzzeitigen Bogenentladung, während das Garn durch die
Behandlungseinrichtung transportiert wird. Als Substanz werden insbesondere bei dieser
Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens die im vorherigen Abschnitt genannten
polymerisierbaren bzw. oligomerisierbaren Monomere verwendet.
[0022] Ist es hingegen erwünscht, durch Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens das Gleitverhalten
des fadenartigen Gebildes und insbesondere eines Nähgarnes zu verbessern, so werden
hierfür vorzugsweise oligomerisierbare bzw. polymerisierbare organische Siliciumverbindungen
ausgewählt, die dann durch die Funken- und/oder kurzzeitige Bogenentladung physikalisch
und/oder vorzugsweise chemisch auf der Oberfläche des fadenartigen Gebildes fixiert
werden. Dies wiederum führt dazu, daß die zuvor genannte Substanzen, die den Fadenschluß
oder die Rauhigkeit der Oberflächen verändern, oder solche Substanzen, die das Gleitverhalten
des fadenartigen Gebildes verbessern, aufgrund ihrer Fixierung an dem Material, aus
dem das fadenartige Gebilde besteht, bei der Weiterverarbeitung oder beim Gebrauch
des fadenartigen Gebildes nicht abreiben, so daß hierdurch entsprechende Störungen
bei der Verarbeitung des fadenartiges Gebildes vermieden werden.
[0023] Ebenso ist es durch Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens möglich, auf der Oberfläche
des fadenartigen Gebildes solche Substanzen chemisch und/oder physikalisch zu fixieren,
die das fadenartige Gebilde vollflächig umhüllen, so daß beispielsweise das Brennverhalten
verbessert oder der Oberflächenabrieb des fadenartigen Gebildes verringert wird.
[0024] Unter den Begriff fadenartiges Gebildes sollen im Rahmen der vorliegenden Anmeldung
alle solche Materialien verstanden werden, die überwiegend eine große axiale Ausdehnung
bei einer geringen Breite aufweisen, d.h. somit beispielsweise alle Fäden, Fasergarne,
Multifilamentfasern, Garne, Lunten, Kardenbänder, Vorgespinnste, Bänder, Vlieslagen
o. dgl.. Insbesondere fallen hierunter Garne (Fasergarne, Multifilamentgarne) oder
Zwirne aus Polyamid6.-, Polyamid6.6-, Polyester-, (Polyethylenterephthalat) Glas-,
Polyalkylen- und/oder Carbonfasern.
[0025] Bei einer anderen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird während und/oder
vor der Behandlung des fadenartigen Gebildes das fadenartige Gebilde mit mindestens
einem Initiator imprägniert, der durch die Behandlung (Funken- und/oder kurzzeitige
Bogenentladung) in Radikale und/oder Ionen zerfällt. Hierbei entstehen somit unmittelbar
auf der Oberfläche des fadenartigen Gebildes reaktionsfähige Teilchen (Radikale und/oder
Ionen), die dann wahlweise mit dem Material, aus dem das fadenartige Gebilde besteht,
der gasförmigen Umgebungsatmosphäre des fadenartigen Gebildes und/oder einer auf das
fadenartige Gebilde aufgebrachten Substanz reagieren. Durch diese Ausführungsvariante
ist eine besonders einfache und kostengünstige physikalische und insbesondere auch
chemische Modifizierung des fadenartigen Gebildes möglich, wobei bei dieser Variante
die zuvor genannten Substanzen und/oder die vorstehend beschriebenen Gase eingesetzt
werden.
[0026] Grundsätzlich kann bei der zuvor beschriebenen Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens jeder Initiator verwendet werden, der durch die Funken- und/oder kurzzeitige
Bogenentladung derart modifiziert wird, daß er in Radikale und/oder Ionen zerfällt.
Vorzugsweise bieten sich hierfür Initiatoren auf der Basis eines Persulfates, insbesondere
Kaliumpersulfat und/oder Ammoniumpersulfat, eines Peroxides, insbesondere Dibenzoylperoxid,
Cumolhydroperoxid, Cyclohexanonperoxid, Ditert-Butylperoxid, Cyclohexylsulfonylacetylperoxid,
Initiatoren auf der Basis einer Azoverbindung, insbesondere Azodiisobuttersäurenitril,
und/oder ein Initiator auf der Basis von Benzpinakol, Diisopropylpercarbonat und/oder
tert.-Butylperoctoat an.
[0027] Weiterhin konnte festgestellt werden, daß bei dem erfindungsgemäßen Verfahren als
Initiator auch ein Redoxsystem, insbesondere Kaliumpersulfat/Natriumhyposulfit, Wasserstoffperoxid/Eisen-II-Sulfat,
Cumolhydroperoxid/Polyamin und/oder Benzoylperoxid/N-Dimethylanilin, mit gutem Erfolg
eingesetzt werden kann, da diese zuvor genannten Redoxsysteme in besonders hoher Ausbeute
die vorstehend beschriebenen reaktiven Zentren ausbilden.
[0028] Bei einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das jeweils zu behandelnde
fadenartige Gebilde vor und/oder während des Auftragens des Initiators durch Aufbringen
eines Quellmittels gequollen. Diese Variante erlaubt, daß die reaktiven Zentren, die
aus dem Initiator durch die Funken- und/oder kurzzeitige Bogenentladung ausgebildet
werden, sich ausschließlich oder teilweise im Inneren des fadenartigen Gebildes aufgrund
der vorherigen Quellung desselben befinden, so daß dementsprechend auch die zuvor
beschriebenen Reaktionen ausschließlich oder teilweise im Fadeninnern des fadenartigen
Gebildes ablaufen.
[0029] Eine andere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens sieht vor, daß der mindestens
eine Initiator zusammen mit der mindestens einen Substanz auf das fadenartige Gebilde
aufgebracht wird. Diese Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens wird immer dann
angewendet, wenn eine oligomerisierbare und/oder polymerisierbare Substanz mit den
durch den Zerfall des Initiators entstehenden reaktiven Zentren reagieren soll.
[0030] Wie bereits vorstehend erwähnt ist, können die auf das fadenartige Gebilde aufgebrachten
Substanzen im Inneren des fadenartigen Gebildes, auf dessen Oberfläche oder sowohl
im Inneren als auch auf dessen Oberfläche angeordnet werden. Um beispielsweise die
Hydrophilie bzw. die Hydrophobie, die Oleophobie bzw. die Oleopholie, das Gleitverhalten,
das Haftungsvermögen oder die elektrostatische Aufladung des nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren bearbeiteten fadenartigen Gebildes zu verändern, bietet es sich an, die
zuvor genannten Substanzen in einer Schicht oder vorzugsweise in mehreren Schichten
auf der Oberfläche des fadenartigen Gebildes anzuordnen. Zum Aufbau der verschiedenen,
übereinander angeordneten Schichten empfiehlt es sich, hier das fadenartige Gebilde
zunächst mit der ersten Schicht zu imprägnieren, dann das fadenartige Gebilde einer
Funken- und/oder kurzzeitigen Bogenentladung zu unterwerfen, hiernach ein erneutes
Imprägnieren mit einer zweiten Substanz vorzunehmen und danach das so imprägnierte
fadenartige Gebilde einer zweiten Funken- und/oder kurzzeitigen Bogenentladung zu
unterwerfen, wobei der Aufbau der hierauf folgenden Schichten zunächst jeweils ein
entsprechendes Imprägnieren und danach jeweils eine Funken- und/oder kurzzeitige Bogenentladung
vorsieht.
[0031] Bezüglich der Ausrichtung der Funken- und/oder kurzzeitigen Bogenentladung relativ
zur Transportrichtung des fadenartigen Gebildes ist festzuhalten, daß bei dem erfindungsgemäßen
Verfahren grundsätzlich zwei Möglichkeiten gegeben sind. So sieht die erste Möglichkeit
vor, daß hier die Funken- und/oder Bogenentladung in Transportrichtung bzw. entgegengesetzt
zur Transportrichtung des fadenartigen Gebildes ausgerichtet ist, während bei der
zweiten Möglichkeit die Funken- und/oder kurzzeitige Bogenentladung unter einem Winkel
zwischen 75° und 105°, insbesondere unter einem Winkel von etwa 90°, relativ zur Transportrichtung
des fadenartigen Gebildes erfolgt. Ist hingegen eine besonders hohe Energiebeaufschlagung
des fadenartigen Gebildes durch die Funken- und/oder Bogenentladung erwünscht, so
bietet es sich insbesondere an, die zuvor beschriebenen beiden Möglichkeiten gleichzeitig
anzuwenden, d.h. die Funken- und/oder kurzzeitige Bogenentladung sowohl unter den
zuvor genannten Winkeln quer zur Transportrichtung des fadenartigen Gebildes als auch
in Transportrichtung und/oder entgegengesetzt hierzu auszurichten, wie dies nachfolgend
noch bei einem Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens beschrieben ist.
[0032] Um bei dem erfindungsgemäßen Verfahren die hierfür erforderliche Funken- und/oder
kurzzeitige Bogenentladung reproduzierbar zu erzeugen, bietet es sich an, eine Wechselspannung
oder eine hochfrequente Spannung anzulegen. Eine derartige Spannungsversorgung ist
immer dann empfehlenswert, da bei dem erfindungsgemäßen Verfahren eine Vielzahl von
Funken- und/oder Bogenentladungen von einer einzigen Spannungsquelle erzeugt werden.
[0033] Um besonders energiereiche Funkenentladungen bzw. kurzzeitige Bogenentladungen bei
dem erfindungsgemäßen Verfahren sicherzustellen, sieht eine Weiterbildung vor, daß
man hier eine Spannungsquelle mit einer Spannung kleiner als 50 kV, insbesondere mit
einer Spannung zwischen 2 kV und 25 kV, verwendet.
[0034] Bezüglich der Zeit, die erforderlich ist, um die zuvor beschriebenen Veränderungen
des fadenartigen Gebildes und insbesondere des Nähgarnes zu erzielen, ist allgemein
festzuhalten, daß sich diese Behandlungszeit nach der jeweils erwünschten Eigenschaftsveränderungen,
dem eingesetzten Material des fadenartigen Gebildes und der erforderlichen Energie
der Funken- und/oder Bogenentladung richtet. Üblicherweise beträgt bei dem erfindungsgemäßen
Verfahren die Behandlungszeit kleiner als 2 Sekunden und variiert vorzugsweise zwischen
0,01 Sekunden und 1,5 Sekunden.
[0035] Bezüglich der Transportgeschwindigkeit, mit der bei dem erfindungsgemäßen Verfahren
das fadenartige Gebilde relativ zur Behandlungseinrichtung transportiert wird, ist
festzuhalten, daß diese Transportgeschwindigkeit in der Regel zwischen 20 m/min und
1.500 m/min, vorzugsweise zwischen 150 m/min und 800 m/min, schwankt.
[0036] Die vorliegende Erfindung betrifft ferner eine Vorrichtung zur Durchführung des zuvor
beschriebenen erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0037] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Durchführung des zuvor beschriebenen Verfahrens
weist eine Behandlungseinrichtung auf, die ein Transportsystem für das fadenartige
Gebilde sowie mindestens eine, mit Abstand von einer Vielzahl von parallel geschalteten
Gegenelektroden angeordnete Elektrode zur Erzeugung der elektrischen Entladungen umfaßt.
Die mindestens eine Elektrode und die Vielzahl der Gegenelektroden sind mit einer
gemeinsamen Spannungsquelle verbunden, wobei jeder Gegenelektrode zur elektrischen
Entkopplung mindestens ein Kondensator oder ein Widerstand zugeordnet ist. Dieser
Kondensator bzw. Widerstand ist zwischen der jeweiligen Gegenelektrode und der Spannungsquelle
vorgesehen, wobei bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung an der Gegenelektrode als
elektrische Entladung eine Funken- und/oder kurzzeitige Bogenentladung mit einer Brenndauer
zwischen 10
-1 Sekunden und 10
-8 Sekunden, vorzugsweise zwischen 10
-6 Sekunden und 10
-2 Sekunden, erzeugt wird.
[0038] Die bereits vorstehend bei dem erfindungsgemäßen Verfahren angesprochene elektrische
Entkoppelung der Gegenelektroden, die bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung durch
die Anordnung jeweils eines Kondensator oder Widerstandes zwischen der gemeinsamen
Spannungsquelle und der jeweiligen Gegenelektrode bewirkt wird, führt dazu, daß eine
bezüglich der Energie gleichbleibende und/oder an allen Elektroden auftretende Funken-
und/oder Bogenentladung sichergestellt wird, so daß dementsprechend reproduzierbare
Effekte mit dem erfindungsgemäßen Verfahren und mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung
erreicht werden. Diese Vorteile kommen insbesondere dann zum Tragen, wenn eine Reihe
von Elektroden und eine Reihe von Gegenelektroden bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung
vorgesehen sind, wobei sich die Reihe der Gegenelektroden bzw. die Reihe der Elektroden
entlang des Transportweges des fadenartigen Gebildes erstrecken. Hierbei bewirken
die den Gegenelektroden zugeordneten Kondensatoren, daß diese Gegenelektroden elektrisch
entkoppelt sind. Anstelle dieser Kondensatoren können jedoch auch Widerstände vorgesehen
sein, wobei dabei jedoch Stromverluste in Folge des Erwärmens der Widerstände auftreten,
die bei Verwendung von Kondensatoren vermieden werden. Durch Variation der Kapazität
des Kondensators ist es ferner möglich, die Leistung der Funken- und/oder kurzzeitigen
Bogenentladung zu begrenzen und auf einen vorgegebenen Wert zu halten. Desweiteren
wird durch diese elektrische Entkoppelung bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung verhindert,
daß nur an einer Elektrode oder an einigen wenigen Elektroden die Funken- bzw. Bogenentladung
stattfindet, so daß sich die Entladungen gleichmäßig über alle Elektroden erstrecken.
Ferner kann mit einer derartigen Anordnung eine unbegrenzte Zahl von Gegenelektroden
und Elektroden über eine einzige Spannungsquelle betrieben werden.
[0039] Bezüglich der Ausbildung des Transportsystems für das fadenartige Gebilde ist festzuhalten,
daß hier verschiedene Möglichkeiten bestehen. So wird im einfachsten Fall das Transportsystem
durch zwei, mit Abstand voneinander angeordneten Umlenkrollen gebildet, wobei wahlweise
diese beiden Umlenkrollen angetrieben oder nicht angetrieben sind. Ebenso ist es möglich,
hier nur eine der beiden Umlenkrollen anzutreiben, wobei es sich dann empfiehlt, in
Transportrichtung gesehen die zweite Umlenkrolle anzutreiben, wobei es dann angebracht
ist, diese Umlenkrolle mindestens einmal mit dem zu transportierenden fadenartigen
Gebilde zu umschlingen, so daß eine derartig umschlungene Umlenkrolle als Abzugswerk
dient und somit die erforderliche Konstanz der Geschwindigkeit des Transportes des
fadenartigen Gebildes sicherstellt. Zwischen diesen, mit Abstand voneinander angeordneten
Umlenkrollen sind dann die Elektroden und die Gegenelektrode positioniert.
[0040] Bei einer vorteilhaften Weiterbildung der zuvor beschriebenen Ausführungsform, bei
der das Transportsystem aus zwei mit Abstand voneinander angeordneten Rollen gebildet
ist, ist eine Rolle als Elektrode und die andere als Gegenelektrode geschaltet. Dies
führt dann dazu, daß die Funken- bzw. kurzzeitige Bogenentladung in Transportrichtung
des fadenartigen Gebildes oder entgegengesetzt zur Transportrichtung des fadenartigen
Gebildes ausgebildet wird. Die selbe Ausrichtung der Funken- und/oder kurzzeitigen
Bogenentladung kann auch dadurch erreicht werden, daß zwischen den beiden Rollen jeweils
mindestens eine Ringelektrode und eine ringförmige Gegenelektrode positioniert ist,
wobei das transportierte fadenartige Gebilde dann durch das Ringinnere der ringförmigen
Elektrode geführt ist.
[0041] Soll die Funken- bzw. kurzzeitige Bogenentladung quer unter den zuvor beim Verfahren
angegebenen Winkeln zur Transportrichtung des fadenartigen Gebildes ausgebildet werden,
so werden die mindestens eine Elektrode und die hierzu gehörigen Gegenelektroden seitlich
mit Abstand von dem transportierten fadenartigen Gebilde positioniert, wie dies nachfolgend
noch bei einem weiteren Ausführungsbeispiel näher erläutert ist.
[0042] Eine andere Möglichkeit der Ausbildung des Transportsystem für das fadenartige Gebilde
sieht vor, daß hier das Transportsystem eine Verlegeeinrichtung sowie eine Aufwickeleinrichtung
für eine Spule des fadenartigen Gebildes umfaßt. Hierbei wird somit das fadenartige
Gebilde, während es auf der Aufwickeleinrichtung aufgewickelt wird, mit der Funken-
und/oder kurzzeitigen Bogenentladung beaufschlagt. Die Verlegeeinrichtung bewirkt
dabei, daß das fadenartige Gebilde gleichmäßig über die axiale Länge der Spule verteilt
aufgewickelt wird. Diese Ausführungsvariante der erfindungsgemäßen Vorrichtung weist
den Vorteil auf, daß hier das fadenartige Gebilde im Vergleich zu der zuvor beschriebenen
Ausführungsform bei gleicher Verarbeitungsgeschwindigkeit wesentlich länger mit der
Funken- bzw. Bogenentladung beaufschlagt werden kann.
[0043] Bei einer besonders geeigneten Weiterbildung der zuvor beschriebenen Ausführungsform
ist dann die Aufwickeleinrichtung als Elektrode geschaltet, während die Gegenelektroden
mit Abstand von der Aufwickeleinrichtung angeordnet sind und sich insbesondere über
die gesamte axiale Länge der Aufwickeleinrichtung erstrecken, so daß die mit Abstand
von der Aufwickeleinrichtung angeordneten Gegenelektroden eine gleichmäßige Funken-
bzw. Bogenentladung über die gesamte axiale Breite der entsprechend aufgewickelten
Spule sicherstellen.
[0044] Die zuvor beschriebene Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind insbesondere
dort anzuwenden, wo das fadenartige Gebilde mit einer gewissen mechanischen Spannungsbeaufschlagung
beim Transport versehen werden kann, so insbesondere bei Nähgarnen oder sonstigen
Garnen. Sollte dies nicht der Fall, was beispielsweise auf Kardenbänder oder Vorgespinnste
zutreffen kann, so bietet es sich an, das Transportsystem derart zu gestalten, daß
das fadenartige Gebilde hierbei am Transportsystem anliegt und bei einer Bewegung
des Transportsystemes transportiert wird. Um dies zu erreichen, kann das Transportsystem
beispielsweise als entsprechend im Durchmesser groß ausgebildete Transportrolle ausgestaltet
sein.
[0045] Eine besondere geeignete Ausführungsvariante der erfindungsgemäßen Vorrichtung sieht
vor, daß hierbei das Transportsystem als Endlosförderband ausgebildet ist, so daß
das fadenartige Gebilde zum Transport auf das endlose Förderband abgelegt wird.
[0046] Bei einer besonders vorteilhaften Weiterbildung der zuvor beschriebenen Ausführungsvariante
der erfindungsgemäßen Vorrichtung, bei der das Transportsystem als Förderband ausgestaltet
ist, ist das Förderband aus einem elektrisch leitfähigen Material, beispielsweise
Kupfer, Aluminium, Eisen oder Stahl, gefertigt. Oberhalb des Förderbandes, auf das
das fadenartige Gebilde zum Transport abgelegt wird, sind die Gegenelektroden positioniert,
während das elektrisch leitende Förderband als Elektrode geschaltet ist. Hierdurch
wird erreicht, daß das fadenartige Gebilde mit der Funken- und/oder kurzzeitigen Bogenentladung
beaufschlagt wird, während es mittels des Förderbandes transportiert wird. Um bei
dieser Weiterbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung eine unerwünschte und seitlich
neben dem fadenartigen Gebilde stattfindenden Funken- und/oder kurzzeitigen Bogenentladung
zu verhindern, die dann nicht auf das fadenartige Gebilde gerichtet wäre, bietet es
sich an, die Seitenbereiche des elektrisch leitenden Förderbandes aus einem Isolator
zu fertigen, so daß das fadenartige Gebilde auf dem elektrisch leitenden Förderband
aufliegt und seitlich durch den Isolator gehaltert wird.
[0047] Eine besonders geeignete Weiterbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung, bei der
jeder Gegenelektrode mindestens ein Kondensator zugeordnet ist, sieht vor, daß der
Kondensator als Koaxialkabel ausgebildet ist. Diese Weiterbildung weist den Vorteil
auf, daß durch Variation der Länge des Koaxialkabels besonders einfach die Kapazität
des als Koaxialkabel ausgebildeten Kondensators variierbar ist, so daß hierbei in
beliebiger Weise und innerhalb von kürzester Zeit die Leistung der Funken- und/oder
kurzzeitigen Bogenentladung verändert und auf die jeweiligen Verhältnisse angepaßt
werden kann.
[0048] Bezüglich der Kapazität des Kondensators, der zwischen der jeweiligen Gegenelektrode
und der Spannungsquelle geschaltet ist, ist festzuhalten, daß diese zwischen 5 pF
und 5.000 pF, vorzugsweise zwischen 100 pF und 1.500 pF, variiert.
[0049] Bei den Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Vorrichtung, bei denen mehrere Elektroden
und eine entsprechende Anzahl von Gegenelektroden mit einer einzigen Spannungsquelle
verbunden sind, ist festzuhalten, daß die jeweiligen Elektroden und die jeweiligen
Gegenelektroden parallel geschaltet sind.
[0050] Bezüglich der Materialien, aus denen die Elektrode und die Gegenelektrode gefertigt
ist, ist allgemein festzuhalten, daß hierfür elektrisch leitende Materialien, insbesondere
solche Materialien, die ihre Eigenschaften unter den jeweiligen Bedingungen der Funken-
bzw. kurzzeitigen Bogenentladung nicht verändern, ausgewählt werden. So können beispielsweise
die Elektrode bzw. die Gegenelektrode aus Metallen oder Metallegierungen, insbesondere
aus Aluminium, Kupfer, Eisen, Edelstahl, Platin, Platinlegierungen, Wolfram oder Nickel
angefertigt werden, wobei aus Kostengründen Aluminium, Eisen oder Kupfer bevorzugt
werden. Ebenso ist es möglich, eine elektrisch leitende Flüssigkeit oder eine elektrisch
leitende Schmelze als Elektrode oder Gegenelektrode auszuwählen.
[0051] Eine andere, besonders geeignete Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung
sieht vor, daß jeder Gegenelektrode ein zweiter Kondensator zugeordnet ist, wobei
vorzugsweise der zweite Kondensator die Gegenelektrode mit der zugehörigen Elektrode
verbindet. Hierbei erlaubt dieser zweite Kondensator, daß der zeitliche Verlauf der
Funken- bzw. kurzzeitigen Bogenentladung und somit der Frequenzbereich der Entladung
zeitlich moduliert wird.
[0052] Die Kapazität dieses zweiten Kondensators richtet sich dabei nach der erwünschten
Modulation, wobei vorzugsweise solche Kondensatoren als zweite Kondensatoren eingesetzt
werden, deren Kapazität gleich oder kleiner ist als die Kapazität des ersten Kondensators.
Insbesondere werden solche zweiten Kondensatoren verwendet, deren Kapazität 10 % bis
90 % der Kapazität des ersten Kondensators beträgt.
[0053] Die zuvor beschriebene Variation der Kapazität des zweiten Kondensators und damit
die Modulation der Funken- und/oder kurzzeitigen Bogenentladung kann insbesondere
dadurch in besonders einfacher Weise erreicht werden, daß hierbei ebenfalls der zweite
Kondensator als Koaxialkabel ausgebildet wird, wobei durch eine Veränderung der Länge
des Koaxialkabels die gewünschte Kapazität eines derartigen zweiten Kondensators eingestellt
werden kann.
[0054] Vorzugsweise weist die erfindungsgemäße Vorrichtung eine Behandlungseinrichtung auf,
die insbesondere zwei bis vierzig, mit Abstand voneinander angeordnete Gegenelektroden
umfaßt. Hierbei sind diese Gegenelektroden parallel geschaltet und mit einer einzigen
gemeinsamen Spannungsquelle verbunden, wobei eine der Zahl der Gegenelektroden entsprechende
Anzahl von Elektroden ebenfalls an diese gemeinsame Spannungsquelle angeschlossen
ist. Mit einer derartigen Behandlungseinrichtung ist es in besonders einfacher Weise
möglich, die Intensität der Behandlung, d.h. die Zahl der auf das fadenartige Gebilde
einwirkenden Funken- und Bogenentladungen, durch Variation der Anzahl der Gegenelektroden
und der hierzu gehörigen Elektroden zu verändern.
[0055] Bezüglich der Spannungsquelle, mit der bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung die
mindestens eine Elektrode und die Gegenelektroden jeweils verbunden sind, ist festzuhalten,
daß vorzugsweise eine als Wechselspannung ausgebildete Spannungsquelle eingesetzt
wird. Üblicherweise erzeugt dann diese Spannungsquelle eine Wechselspannung mit einer
Frequenz zwischen 5 Hz und 20.000 Hz, vorzugsweise 50 Hz.
[0056] Bezüglich der durch die bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung vorgesehenen Spannungsquelle
erzeugten Spannung ist festzuhalten, daß sich die Größe dieser Spannung nach der Ausgestaltung
und Anordnung der Gegenelektroden und der hierzu zugeordneten Elektrode richtet. Üblicherweise
weist die erfindungsgemäße Vorrichtung eine Spannungsquelle auf, die eine Wechselspannung
zwischen 500 V und 50 kV, vorzugsweise zwischen 2 kV und 25 kV, erzeugt.
[0057] Um die zuvor beim erfindungsgemäßen Verfahren genannten Substanzen auf das fadenartige
Gebilde aufzubringen, besteht die Möglichkeit, hier entsprechende Lösungen oder Dispersionen
der Substanzen aufzupflatschen bzw. mittels eines Foulards aufzubringen. Diese Möglichkeit
ist jedoch nur bei solchen fadenartigen Gebilden gegeben, die zum Transport einer
mechanischen Spannungsbeaufschlagung unterworfen werden können, so insbesondere bei
Nähgarnen oder sonstigen Garnen. Sollte dies bei speziellen fadenartigen Gebilden
nicht möglich sein, so bietet es sich an, hier die entsprechende Dispersion bzw. Lösung
der Substanzen aufzusprühen oder aufzunebeln, wobei es sich als besonders vorteilhaft
erwiesen hat, wenn dabei das spannungsempfindliche fadenartige Gebilde durch ein geeignetes
Transportsystem, beispielsweise durch eine Transportrolle mit einem entsprechend großem
Durchmesser oder durch ein Transportband, gestützt und gleichzeitig transportiert
wird.
[0058] Das nach dem erfindungsgemäßen Verfahren behandelte fadenartige Gebilde wird vorzugsweise
dazu verwendet, um hieraus Verstärkungslagen für Verbundwerkstoffe wie beispielsweise
Reifen, Plane, carbonfaserverstärkte Kunststoffe, polyesterverstärkte Kunststoffe
o.dgl., herzustellen. Hier hat sich gezeigt, daß derartige Verbundwerkstoffe im Gebrauch
eine hohe Standzeit besitzen, da infolge der physikalischen und/oder chemischen Oberflächenveränderung
des fadenartigen Gebildes eine hohe Haftung zwischen dem fadenartigen Gebilde und
dem umgebenden Verbundstoff, zum Beispiel Gummi oder Kunststoff, auftritt.
[0059] Wie bereits vorstehend mehrfach hervorgehoben ist, werden das erfindungsgemäße Verfahren
sowie die erfindungsgemäße Vorrichtung auch vorzugsweise bei Nähgarnen verwendet.
Hierbei fallen unter den Begriff Nähgarn im Rahmen dieser Beschreibung solche Garne,
die aus Synthesefasern, insbesonder Polyamid6.-, Polyamid6.6- und/oder Polyesterfasern
(Polyethylenterephthalatfasern), aus Naturfasern, insbesondere aus Baumwoll- und/oder
Seidefasern, oder aus Mischungen von Synthesefasern und Naturfasern der vorstehend
genannten Art bestehen. Besonders gute Ergebnisse lassen sich nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren und mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung bei solchen Nähgarnen erzielen,
die zu 100 % aus Polyesterfasern (Polyethylenterephthalatfasern) bestehen. Bezüglich
der Konstruktion derartiger Nähgarne ist festzuhalten, daß hierzu sowohl Fasergarne,
Filamentgarne oder Filament-Fasergarne in der üblichen Nähgarnkonstruktion zu zählen
sind, so insbesondere Zwirne, Coregarne und/oder luftverwirbelte Garne, wobei die
Titer derartiger Garne zwischen 100 dtex und 3.500 dtex, vorzugsweise zwischen 500
dtex und 1.500 dtex, variieren.
[0060] So konnte beispielsweise festgestellt werden, daß durch Anwendung des erfindungsgemäßen
Verfahrens das Gleitverhalten von Nähgarnen dann erheblich verbessert wird, wenn als
Substanz auf das Nähgarn eine oligomerisierbare bzw. polymersierbare organische Siliciumverbindung,
ggf. zusammen mit den zuvor genannten Initiatoren, appliziert wird, wobei die Siliciumverbindung
anschließend durch die Funken- bzw. kurzzeitige Bogenentladung physikalisch und/oder
vorzugsweise chemisch an das das Nähgarn bildende Faserpolymere fixiert wird. Dies
wiederum führt dazu, daß derartige Verbindungen, die das Gleitverhalten des Nähgarnes
und abhängig von ihrem chemischen Aufbau auch den Fadenschluß des Nähgarnes verbessern,
aufgrund ihrer Fixierung am Faserpolymeren bei der Weiterverarbeitung oder beim Gebrauch
des Nähgarnes nicht abreiben, so daß hierdurch entsprechende Störungen in der Verarbeitung
vermieden werden. Weiterhin können derartig fixierte Substanzen, sofern sie überwiegend
im Oberflächenbereich des Nähgarnes angeordnet werden, das Nähverhalten dahingehend
verbessern, daß derartig fixierte Substanzen unter Ausbildung einer das Nähgarn umhüllenden
Schicht die thermische Belastbarkeit des Nähgarnes verbessern und/oder das Gleitverhalten
des Nähgarnes bei der Verarbeitung in einer gewünschten Weise modifizieren, so daß
derartig behandelte Nähgarne ein erheblich verbessertes Nähvermögen besitzen.
[0061] Desweiteren ist es möglich, durch Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahren auf das
Nähgarn eine solche Substanz zu applizieren, die das Wasseraufnahmevermögen des Nähgarnes
verändert, vorzugsweise verringert. Hierfür werden dann bevorzugt solche Substanzen
eingesetzt, die auf der Basis von Fluorcarbonsäureverbindungen, siliciumorganischen
Verbindungen oder auf der Basis von Mischungen von Fluorcarbonsäureverbindungen mit
siliciumorganischen Verbindungen aufgebaut sind.
[0062] Wie dies bereits vorstehend erwähnt ist, können die zuvor beschriebenen Substanzen
im Inneren des Nähgarnes, auf dessen Oberfläche und sowohl im Inneren als auch auf
der Nähgarnoberfläche angeordnet werden. Um beispielsweise die Hydrophilie bzw. Hydrophobie,
die Oliophobie bzw. Oliophilie, das Gleitverhalten oder die elektrostatische Aufladung
des nach dem erfindungsgemäßen Verfahren bearbeiteten Nähgarnes zu verändern, bietet
es sich an, die zuvor genannten Substanzen auf der Oberfläche vorzusehen. Soll hingegen
der Fadenschluß des Nähgarnes verbessert werden, empfiehlt es sich, die hierfür eingesetzten
Substanzen im Inneren des Nähgarnes anzuordnen, so daß eine Verklebung der das Nähgarn
bildenden Fasern und/oder Filamente von innen heraus erfolgt.
[0063] Vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Verfahrens sowie der erfindungsgemäßen
Vorrichtung sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0064] Die erfindungsgemäße Vorrichtung wird nachfolgend anhand von fünf Ausführungsformen
in Verbindung mit der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- ein allgemeines Schaltbild;
- Figur 2
- eine Abwandlung des in Figur 1 wiedergegebenen Schaltbildes;
- Figur 3
- eine schematische Seitenansicht einer ersten Ausführungsform der Vorrichtung;
- Figur 4
- eine schematische Ansicht einer zweiten Ausführungsform der Vorrichtung;
- Figur 5
- eine schematische Ansicht einer dritten Ausführungsform der Vorrichtung;
- Figur 6
- eine schematische Darstellung einer vierten Ausführungsform der Vorrichtung;
- Figur 7
- eine schematische Darstellung einer fünften Ausführungsform der Vorrichtung; und
- Figur 7a
- ein Schnitt längs der Linie A-B in Figur 7.
[0065] In den Figuren 1 bis 7 sind die selben Teile mit den selben Bezugsziffern versehen.
[0066] Die Figur 1 bildet schematisch eine Schaltskizze ab, die bei den in Figuren 3 bis
6 gezeigten Ausführungsformen der Vorrichtung zur Anwendung gelangen. Hierbei weist
die Schaltung eine Spannungsquelle 1 auf, wobei die Spannungsquelle 1 z.B. eine Wechselspannung
von 5 kV mit einer Frequenz von 50 Hz erzeugt. Mit dieser Spannungsquelle 1 sind drei
beispielhaft gezeigte Elektroden 2, 3 und 4 sowie drei beispielhaft gezeigte Gegenelektroden
5, 6 und 7 verbunden, wobei sowohl die Elektroden 2 bis 4 als auch die Gegenelektroden
5 bis 7 parallel geschaltet sind. Jeder Gegenelektrode 5 bis 7 ist ein Kondensator
8, 9 bzw. 10 zugeordnet, wobei die Kondensatoren 8 bis 10 eine Kapazität von 500 pF
besitzen. Mit anderen Worten sind somit die Gegenelektroden 5 bis 7 entkoppelt, was
dazu führt, daß bei einer Spannungsbeaufschlagung zwischen den Elektroden 5 und 2,
den Elektroden 6 und 3 sowie den Elektroden 7 und 4 bei Überschreitung einer gewissen
Grenzspannung, die durch den Elektrodenabstand sowie durch die Kapazität der Kondensatoren
8 bis 10 bestimmt wird, eine elektrische Funken- und/oder kurzzeitige Bogenentladung
ausgebildet wird.
[0067] Das in Figur 2 gezeigte Schaltbild unterscheidet sich von dem zuvor beschriebenen
Schaltbild dadurch, daß hierbei die Schaltung einen zweiten Kondensator 11 aufweist.
Auch hier umfaßt die Schaltung eine Spannungsquelle 1, einen ersten Kondensator 8,
eine Gegenelektrode 5, eine Elektrode 2, wobei in der Figur 2 nur beispielhaft ein
einziges Elektrodenpaar 5 und 2 abgebildet ist. Parallel zu den Elektroden 5 und 2
ist ein zweiter Kondensator 11 geschaltet, der eine zeitliche Modulation der zwischen
den Elektroden 5 und 2 stattfindenden Funken- bzw. kurzzeitigen Bogenentladung bewirkt.
Der Kondensator 11 besitzt eine Kapazität von 400 pF. Die Spannungsquelle 1 erzeugt
eine solche Spannung, wie dies vorstehend für das Schaltbild 1 angegeben wurde.
[0068] In der Figur 3 ist eine erste Ausführungsform der Vorrichtung dargestellt, wobei
die Vorrichtung ein Transportsystem für das fadenartige Gebilde 21 aufweist. Das Transportsystem
für das fadenartige Gebilde 21 umfaßt ein Abzugswerk 22, eine untere Umlenkrolle 23,
einen Umlenkstift 24 sowie einen Umlenkstift 25. Durch eine Drehung der Abzugseinrichtung
22 in Pfeilrichtung 26 erfolgt der Transport des fadenartigen Gebildes 21 in Pfeilrichtung
27. Vor der Rolle 23 ist eine insgesamt mit 20 bezeichnete Produktauftragseinrichtung
vorgesehen. Hierbei umfaßt die Produktauftragseinrichtung 20 ein Chassis 28 zur Aufnahme
eines flüssigen Produktes und eine Pflatschrolle 29, die sich teilweise in das Chassis
erstreckt und drehbar vom Chassis gehaltert ist. Die Pflatschrolle 29 befindet sich
in Anlage an das fadenartige Gebilde 21.
[0069] In Transportrichtung des fadenartigen Gebildes 21 gesehen schließt sich an die Umlenkrolle
23 ein zylindrischer rohrförmiger Körper 30 an, der mit einer zylindrischen Bohrung
31 versehen ist, durch die das fadenartige Gebilde 21 geführt wird. Innerhalb des
zylindrischen Körpers, der aus einem elektrisch isolierenden Material besteht, sind
hier vier beispielhaft gezeigte Elektroden 2, 3, 4 und 4a sowie vier beispielhaft
gezeigte Gegenelektroden 5, 6, 7, und 7a angeordnet, wobei diese Elektroden (2 - 4,
4a; 5 - 7, 7a) als Ringelektroden ausgebildet sind. Jeder Gegenelektrode 5 - 7, 7a
sind jeweils ein Kondensator 8, 9, 10 und 10a zugeordnet. Die Elektroden und Gegenelektroden
sind jeweils an die mit 1 bezeichneten Wechselspannungsquelle angeschlossen, wobei
die Spannungsquelle eine Spannung von 10 kV bei einer Frequenz von 50 Hz erzeugt.
[0070] Fuß- und kopfseitig des zylindrischen Körpers 30 sind ein Gaseinführventil 32 sowie
ein Gasauslaßventil 33 angeordnet, mit denen es möglich ist, ein Gas in den Bereich
der Bohrung 31 einzuführen.
[0071] Die vorstehend in der Figur 3 gezeigte Ausführungsform arbeitet wie folgt:
[0072] Zunächst wird an der Auftragseinrichtung 20 ein Produkt mittels der Pflatschrolle
29 auf das entlang der Auftragseinrichtung 20 transportierte fadenartige Gebilde 21
aufgetragen. Hiernach wird das entsprechend imprägnierte fadenartige Gebilde 21 in
Pfeilrichtung 27 transportiert und gelangt dann in den Bereich der Bohrung 31, wo
eine Funken- bzw. kurzzeitige Bogenentladung durchgeführt wird. Hierbei bildet sich
diese Entladung zwischen den Elektrodenpaaren 10a und 4a, 7 und 4, 6 und 3 sowie 5
und 2 in Transportrichtung 27 des Garnes aus. Dies wiederum führt dazu, daß die bei
20 aufgebrachte Substanz vernetzt oder chemisch und/oder physikalisch an das fadenartige
Gebilde gebunden wird, so daß das entsprechend ausgerüstete Gebilde über die Abzugseinrichtung
22 abgezogen oder entsprechend aufgewickelt werden kann.
[0073] Mit der in der Figur 3 gezeigten Ausführungsform der Vorrichtung wurde ein fadenartige
Gebilde hydrophobiert. Hierbei wurde eine Mischung einer wäßrigen Emulsion eines Fluorcarbonharzes
mit einem Siliconöl verwendet, wobei diese Emulsion 20 Gewichtsteile Fluorcarbonharz
und 80 Gewichtsteile Siliconöl aufwies. Der Produktauftrag betrug 4 Gew.%. Die Transportgeschwindigkeit
lag bei 300 m/min. Die an der Spannungsquelle 1 angelegte Spannung betrug 10 kV, was
dazu führt, daß eine Funkenentladung von etwa 1 cm Länge zwischen den Elektroden (2
- 4, 4a; 5 - 7, 7a) ausgebildet wurde.
[0074] Parallel hierzu wurde das selbe fadenartige Gebilde mit dem selben, zuvor beschriebenen
Hydrophobierungsmittel ausgerüstet. Zur Kondensation des Hydrophobierungsmittels wurde
das fadenartige Gebilde einer Heißluftbehandlung bei 180° während 75 Minuten unterworfen.
Das so konventionell ausgerüstete fadenartige Gebilde wurde wie das auf der zuvor
beschriebenen Vorrichtung ausgerüstete fadenartige Gebilde jeweils einzeln auf einem
entsprechenden wasserdichten Gewebe vernäht. Anschließend wurden beiden Nähte auf
Wasserdichtigkeit geprüft, wobei festgestellt wurde, daß die mit dem konventionell
ausgerüsteten fadenartige Gebilde hergestellte Naht nach 120 Minuten durchnäßte, während
die mit dem fadenartigen Gebilde, das auf der in Figur 3 gezeigten Vorrichtung ausgerüstet
wurde, hergestellte Naht selbst nach 240 Minuten nicht durchnäßte.
[0075] Auch nach 4 Wäschen bei 60° trat keine Änderung der zuvor beschriebenen Wasserdurchlässigkeit
auf.
[0076] Die in der Figur 4 gezeigte zweite Ausführungsform unterscheidet sich von der zuvor
beschriebenen Ausführungsform dahingehend, daß hierbei das fadenartige Gebilde auf
einer Aufwickeleinrichtung 40 in Form einer Spule aufgewickelt wird. Die Aufwickeleinrichtung
40 besitzt einen Wickelkern 2, der elektrisch leitend und mit der Spannungsquelle
1 verbunden ist, so daß der Kern 2 die Elektrode ausbildet. Oberhalb der Aufwickeleinrichtung
40 und mit Abstand von dem Kern 2 ist eine Reihe von Gegenelektroden 5, 6, 7 und 7a
angeordnet, wobei diese Gegenelektroden über entsprechende Kondensatoren 8, 9, 10
und 10a mit der Spannungsquelle 1 verbunden sind. Der Aufwickeleinrichtung 40 ist
desweiteren eine nicht gezeigte Verlegeeinrichtung zugeordnet, die sicherstellt, daß
das fadenartige Gebilde 21 gleichmäßig über die axiale Ausdehnung des Kernes 2 verteilt
wird. Bedingt dadurch, daß das fadenartige Gebilde durch eine entsprechende Imprägnierung
mit einer elektrisch leitfähigen Lösung einer Substanz selbst elektrisch leitend ist,
bildet sich zwischen den Gegenelektroden 5 bis 7 und 7a und der Elektrode 2 (Kern)
über das elektrisch leitende und aufgewickelte fadenartige Gebilde 21 eine Funken-
und/oder kurzzeitige Bogenentladung aus, was zur Folge hat, daß die auf das fadenartige
Gebilde aufgetragene Substanz kondensiert oder vernetzt wird.
[0077] Die in der Figur 5 schematisch gezeigte Ausführungsform der Vorrichtung weist ein
Transportsystem für das fadenartige Gebilde 21 auf, das aus einer Abzugseinrichtung
22 und einer Liefereinrichtung 23 besteht. Hierbei sind die beiden Einrichtungen 22
und 23 als entsprechende Rollen ausgebildet, um die das fadenartige Gebilde 21 umgelenkt
und entsprechend in Pfeilrichtung 27 transportiert wird.
[0078] Die Liefereinrichtung 23 ist als Gegenelektrode geschaltet und über einen Kondensator
8 mit der Wechselspannungsquelle U
2 verbunden. Die Abzugseinrichtung 22 ist als Elektrode ausgebildet und direkt an die
Spannungsquelle U
2 angeschlossen.
[0079] Unter einem Winkel von 90° relativ zur Transportrichtung des fadenartige Gebildes
sind eine Gegenelektrode 5 sowie eine Elektrode 2 angeordnet, wobei diese beiden Elektroden
mit Abstand voneinander positioniert sind. Die Gegenelektrode 5 ist über einen Kondensator
9 mit der Spannungsquelle U
1 und die Elektrode 2 direkt mit der Wechselspannungsquelle U
1 verbunden.
[0080] Wird nunmehr das fadenartige Gebilde 21 in Transportrichtung gesehen vor der Liefereinrichtung
23 mit einer wäßrigen Lösung, Dispersion oder Suspension einer leitfähigen Substanz
imprägniert, wie dies beispielsweise in Figur 3 beschrieben ist, und gelangt es dann
in den Bereich zwischen den beiden Einrichtungen 23 und 22, so erfolgt zunächst aufgrund
der Leitfähigkeit des nassen fadenartigen Gebildes 21 eine Erwärmung desselben, die
zu einem Trocknen des fadenartigen Gebildes führt. Sobald das fadenartige Gebilde
getrocknet ist, wobei dieser Punkt in der Figur 5 beispielhaft mit A bezeichnet ist,
bildet sich eine elektrische Funken- und/oder kurzzeitige Bogenentladung in Transportrichtung
27 des fadenartige Gebildes aus, wie dies durch F
2 in der Figur 5 angedeutet ist. Hierbei ist der Abstand zwischen der Liefereinrichtung
23 und der Abzugseinrichtung 22 derart ausgewählt, daß ein direkter Funkendurchschlag
zwischen den Einrichtungen 22 und 23 verhindert wird. Desweiteren bildet sich eine
zweite Funken- und/oder Bogenentladung zwischen den Elektroden 5 und 2 aus, wobei
diese zweite Entladung quer zur Transportrichtung des fadenartige Gebildes erfolgt
und durch F
1 in der Zeichnung angedeutet ist. Sowohl die Entladung F
1 als auch F
2 führen zu den zuvor beschriebenen Fixierung der Ausrüstung am fadenartige Gebilde.
Desweiteren bewirkt die Entladung F
2, daß das fadenartige Gebilde abhängig von der Transportgeschwindigkeit zumindestens
soweit getrocknet wird, daß es problemlos aufgewickelt werden kann.
[0081] Die in der Figur 6 gezeigte Ausführungsform der Vorrichtung weist wie die zuvor beschriebene
Ausführungsform eine Abzugseinrichtung 22 und eine Liefereinrichtung 23 auf, wobei
die Abzugseinrichtung 22 und die Liefereinrichtung 23 als Rollen ausgebildet sind.
Hierdurch wird sichergestellt, daß das fadenartige Gebilde 21 in Pfeilrichtung 27
mit einer vorgegebenen kontinuierlichen Geschwindigkeit transportiert wird. Die Abzugseinrichtung
22 und die Liefereinrichtung 23 sind parallel geschaltet und mit der Spannungsquelle
1 verbunden, wobei die Spannungsquelle eine Wechselspannung erzeugt. Drei beispielhaft
gezeigte Gegenelektroden 5 bis 7 sind über drei Kondensatoren 8 bis 10 ebenfalls mit
der Spannungsquelle 1 verbunden, wobei die Gegenelektroden 5, 6 und 7 ebenfalls parallel
geschaltet sind.
[0082] Wird nunmehr das fadenartige Gebilde 21 mit einer elektrisch leitenden Substanz imprägniert,
was dazu führt, daß das fadenartige Gebilde ebenfalls leitfähig wird, und gelangt
das so imprägnierte und leitfähige fadenartige Gebilde in den Bereich zwischen den
Einrichtungen 23 und 22, so bilden sich hier entsprechende Funken- und/oder kurzzeitige
Bogenentladungen F
1 bis F
3 aus. Hierdurch wird die Substanz chemisch und/oder physikalisch am fadenartige Gebilde
fixiert, wie dies bereits vorstehend mehrfach beschrieben ist. Gleichzeitig ändert
sich durch die Entladungen die elektrische Leitfähigkeit des fadenartige Gebildes,
so daß bei Unterschreiten eines sich einstellenden minimalen Leitfähigkeitswertes
des fadenartige Gebildes die Ausbildung der Funken- und/oder kurzzeitigen Bogenentladung
automatisch unterbrochen wird. Hierdurch kann der entsprechende Behandlungsprozeß
besonders einfach gesteuert werden.
[0083] Die in den Figuren 7 und 7a gezeigte Ausführungsform der Vorrichtung dient insbesondere
für solche fadenartigen Gebilde 50, die während der Funken- und/oder kurzzeitigen
Bogenentladung zum Zwecke des Transportes nicht mit einer mechanischen Spannung beaufschlagt
werden dürfen. Die Vorrichtung weist eine Stützrolle 41 sowie ein Transportband 42
auf, wobei die Stützrolle 41 in Pfeilrichtung 43 angetrieben ist, während das Transportband
42 in Pfeilrichtung 44 bewegt wird. Diese Bewegung hat zur Folge, daß das fadenartige
Gebilde 50 bei einer entsprechenden Drehung der Rolle 41 sowie einer entsprechenden
Bewegung des Transportbandes 42 in Richtung 27 transportiert wird. Am Ende des Transportbandes
42 ist eine Aufwickelrolle 45 angeordnet, worauf das fadenartige Gebilde 50 aufgewickelt
wird.
[0084] Oberhalb der Rolle 41 ist eine Imprägnierdüse 46 angeordnet, durch die eine Lösung
oder Dispersion einer Substanz auf das fadenartige Gebilde 50 gestäubt wird. Um nicht
hierbei eine Spannungsbeaufschlagung des fadenartigen Gebildes zu verhindern, liegt
während des Aufstäubens das fadenartige Gebilde auf der Oberfläche der Transportrolle
41 auf.
[0085] Oberhalb des Transportbandes 42 sind eine Reihe von Gegenelektroden angeordnet, wobei
hier nur beispielhaft die Gegenelektroden 5 bis 7 eingezeichnet sind. Die Gegenelektroden
erstrecken sich in Transportrichtung des fadenartigen Gebildes. Neben den entsprechenden
Kondensatoren 8, 9 und 10 sind die parallel geschalteten Gegenelektroden 5 bis 7 mit
einer Spannungsquelle 1 verbunden. Desweiteren ist das Transportband 42, das aus einem
elektrisch leitenden Material besteht, als Elektrode mit der Spannungsquelle 1 verbunden.
Dies bewirkt, daß eine Funken- und/oder kurzzeitige Bogenentladung ausgebildet wird,
wie dies beispielhaft durch F
1 gezeigt ist.
[0086] Um sicherzustellen, daß das fadenartige Gebilde, das, wie am besten in Figur 7a erkennbar
ist, aus einer Vielzahl von einzelnen Fäden besteht, einwandfrei mit der Funken- und/oder
kurzzeitigen Bogenentladung F
1 behandelt wird, weist das Transportband 42 einen mittleren Bereich 51 auf (Figur
7a), der aus dem elektrisch leitenden Material besteht. Seitlich an dem mittleren
Bereich 51 des Transportbandes 50 sind zwei Isolatorenabschnitte 52 und 53 vorgesehen,
so daß die Funken- und/oder kurzzeitige Bogenentladung stets auf den mittleren Bereich
51 des Transportbandes gerichtet ist.
[0087] Ebenso besteht die Möglichkeit, das zuvor beschriebene Transportband 50 als Transportrolle
auszubilden, wobei der Durchmesser der Transportrolle entsprechend groß gewählt wird.
Hierbei weist die Transportrolle einen mittleren, elektrisch leitfähigen Bereich auf,
der in Kontakt mit dem fadenartigen Gebilde steht und das fadenartige Gebilde stützt.
Dieser mittlere Bereich wird von jeweils einem Seitenbereich abgegrenzt, wobei die
Seitenbereiche radial über den mittleren Bereich vorstehen und aus einem elektrisch
isolierenden Material ausgebildet sind, wie dies vorstehend für die Isolatorenabschnitte
52 und 53 des Transportbandes 50 beschrieben ist.
[0088] Die in den Figuren 3 - 6 gezeigten Ausführungsformen der Vorrichtung können hervorragend
auch zur Behandlung von Garnen, insbesondere Nähgarnen, eingesetzt werden.
1. Verfahren zur Behandlung eines fadenartigen Gebildes, insbesondere eines Nähgarnes
oder eines sonstigen Garnes, einer Lunte oder eines Vorgespinstes, bei dem das fadenartige
Gebilde zur Veränderung seiner Eigenschaften mit einer vorgegebenen Geschwindigkeit
relativ zu einer Behandlungseinrichtung transportiert wird und bei dem die Behandlungseinrichtung
derart ausgebildet wird, daß elektrische Entladungen durch mit Abstand voneinander
angeordnete, mit einer Vielzahl von mit einer gemeinsamen Spannungsquelle verbundenen
und parallel geschalteten Gegenelektroden, die elektrisch entkoppelt werden, sowie
mindestens einer Elektrode erzeugt werden, wobei das fadenartige Gebilde den elektrischen
Entladungen zeitweise oder ständig unterworfen wird und wobei als elektrische Entladungen
eine Funken- und/oder kurzzeitige Bogenentladung mit einer Brenndauer zwischen 10-1 Sekunden und 10-8 Sekunden, vorzugsweise zwischen 10-6 Sekunden und 10-2 Sekunden, ausgewählt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Behandlung in einer Gasatmosphäre
bei einem Druck zwischen 90 x 103 Pa bis 110 x 103 Pa, vorzugsweise bei einem Druck von etwa 105 Pa, ausgeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Behandlung bei einer
Temperatur zwischen 15 °C und 200 °C, vorzugsweise bei einer Temperatur zwischen 20
°C und 60 °C, durchgeführt wird.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Behandlung in einer Atmosphäre von reaktiven Gasen durchgeführt wird.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß vor
und/oder während der Behandlung das fadenartige Gebilde mit mindestens einer Substanz
imprägniert wird.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß vor
und/oder während der Behandlung das fadenartige Gebilde mit mindestens einem Initiator
imprägniert wird, der durch die Funken- und/oder kurzzeitige Bogenentladung in Radikale
und/oder Ionen zerfällt.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß ein Initiator auf der Basis
eines Persulfates, insbesondere Kaliumpersulfat und/oder Ammoniumpersulfat, eines
Peroxides, insbesondere Dibenzoylperoxid, Cumolhydroperoxid, Cyclohexanonperoxid,
Di-tert.-Butylperoxid, Cyclohexylsulfonylacetylperoxid, einer Azoverbindung, insbesondere
Azodiisobuttersäuredinitril, und/oder ein Initiator auf der Basis von Benzpinakol,
Diisopropylpercarbonat und/oder tert.-Butylperoctoat ausgewählt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß als Initiator ein Redoxsystem,
insbesondere Kaliumpersulfat/Natriumhyposulfit, Wasserstoffperoxid/Eisen-II-Sulfat,
Cumolhydroperoxid/Polyamin und/oder Benzoylperoxid/N-Dimethylanilin, eingesetzt wird.
9. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das
fadenartige Gebilde vor und/oder während des Auftragens des Initiators durch Aufbringen
eines Quellmittels gequollen wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der mindestens
eine Initiator zusammen mit der mindestens einen Substanz auf das fadenartige Gebilde
aufgebracht wird.
11. Verfahren nach der Ansprüche 5 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß eine solche Substanz
für die Imprägnierung des fadenartigen Gebildes ausgewählt wird, die den Fadenschluß
und/oder das Haftvermögen des fadenartigen Gebildes verbessert.
12. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß als
fadenartiges Gebilde ein Garn, insbesondere ein Nähgarn, aus Polyamid6.-, Polyamid6.6.-,
Polyester-, Glas-, Polyalkylen- und/oder Carbonfasern ausgewählt.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 5, 10, 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß
mehrere Substanzen schichtweise übereinanderliegend auf das fadenartige Gebilde aufgebracht
werden.
14. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Funken- und/oder kurzzeitige Bogenentladung in Transportrichtung des fadenartigen
Gebildes oder entgegengesetzt zur Transportrichtung des fadenartigen Gebildes gesehen,
durchgeführt wird.
15. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Funken- und/oder kurzzeitige Bogenentladung unter einem Winkel zwischen 75° und 105°,
insbesondere unter einem Winkel von etwa 90°, relativ zur Transportrichtung des fadenartige
Gebildes durchgeführt wird.
16. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das
fadenartige Gebilde ständig der Funken- und/oder kurzzeitigen Bogenentladung unterworfen
wird.
17. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zur
Erzeugung der Funken- und/oder der kurzzeitigen Bogenentladung eine Wechselspannung
oder eine hochfrequente Spannung angelegt wird.
18. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine
Spannungsquelle mit einer Spannung kleiner als 50 kV, insbesondere mit einer Spannung
zwischen 2 kV und 25 kV, verwendet wird.
19. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das
fadenartige Gebilde mit der Funken- und/oder kurzzeitigen Bogenentladung während einer
Behandlungszeit kleiner als 2 Sekunden, vorzugsweise zwischen 0,01 Sekunden und 1,5
Sekunden, beaufschlagt wird.
20. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das
fadenartige Gebilde ein Nähgarn ist.
21. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorangehenden Ansprüche
mit einer Behandlungseinrichtung, die ein Transportsystem (22, 23, 24, 25; 40; 42)
für das fadenartige Gebilde (21, 50) sowie mindestens eine mit Abstand von einer Vielzahl
von parallel geschalteten Gegenelektroden (5, 6, 7, 7a) angeordnete Elektrode (2,
3, 4, 4a) zur Erzeugung der elektrischen Entladungen (F1, F2, F3) umfaßt, wobei die
mindestens eine Elektrode (2, 3, 4, 4a) und die Vielzahl der Gegenelektroden (5, 6,
7, 7a) mit einer gemeinsamen Spannungsquelle (1, U, U1, U2) verbunden sind, wobei
jeder Gegenelektrode (5, 6, 7, 7a) zur elektrischen Entkoppelung mindestens ein Kondensator
(8, 9, 10, 10a) oder ein Widerstand zugeordnet ist, der zwischen der jeweiligen Gegenelektrode
(5, 6, 7, 7a) und der Spannungsquelle (1, U, U1, U2) geschaltet ist, und wobei die
Gegenelektroden (5, 6, 7, 7a) als elektrische Entladung (F1, F2) eine Funken- und/oder
kurzzeitige Bogenentladung mit einer Brenndauer zwischen 10-1 Sekunden und 10-8 Sekunden, vorzugsweise zwischen 10-6 Sekunden und 10-2 Sekunden, erzeugen.
22. Vorrichtung nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß das Transportsystem aus
zwei, mit Abstand voneinander angeordneten Rollen (22, 23) gebildet ist.
23. Vorrichtung nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens eine der beiden
Rollen (22, 23) als Elektrode oder Gegenelektrode geschaltet ist.
24. Vorrichtung nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß das Transportsystem eine
Verlegeeinrichtung sowie eine Aufwickeleinrichtung (2, 40) für eine Spule des fadenartigen
Gebildes umfaßt.
25. Vorrichtung nach Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufwickeleinrichtung
(40) als Elektrode (2) geschaltet ist und daß die Gegenelektroden (5, 6, 7) mit Abstand
von der Elektrode (3) angeordnet sind und sich über die gesamte axiale Länge der Aufwickeleinrichtung
(40) erstrecken.
26. Vorrichtung nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß das Transportsystem ein
Förderband (42) für das fadenartige Gebilde (50) umfaßt.
27. Vorrichtung nach Anspruch 26, dadurch gekennzeichnet, daß das Förderband (42) aus
einem elektrisch leitfähigen Material gefertigt ist, daß oberhalb des Förderbandes
(42) und mit Abstand von diesem die Gegenelektroden (5 - 7) angeordnet sind und daß
das Förderband (42) als Elektrode geschaltet ist.
28. Vorrichtung nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß der Kondensator (8, 9, 10,
10a) als Koaxialkabel ausgebildet ist.
29. Vorrichtung nach Anspruch 28, dadurch gekennzeichnet, daß die Kapazität des Kondensators
(8, 9, 10, 10a) 5 pF bis 5.000 pF, vorzugsweise 100 pF bis 1.500 pF, beträgt.
30. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche 27 oder 28, dadurch gekennzeichnet,
daß die Elektroden (2, 3, 4, 4a) und die Gegenelektroden (5, 6, 7, 7a) aus einem Metall,
insbesondere Aluminium, Kupfer oder Eisen, bestehen.
31. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 21 bis 30, dadurch gekennzeichnet, daß jeder
Gegenelektrode (5, 6, 7, 7a) ein zweiter Kondensator (11) zugeordnet ist.
32. Vorrichtung nach Anspruch 31, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Kondensator (11)
jeweils die Gegenelektrode (5) mit der Elektrode (2) verbindet.
33. Vorrichtung nach Anspruch 31 oder 32, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Kondensator
(11) eine Kapazität aufweist, die gleich oder kleiner ist als die Kapazität des ersten
Kondensators.
34. Vorrichtung nach Anspruch 33, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Kondensator eine
Kapazität aufweist, die 10 % bis 90 % der Kapazität des ersten Kondensators beträgt.
35. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 21 bis 34, dadurch gekennzeichnet, daß die Behandlungseinrichtung
zwei bis 40 Gegenelektroden (5, 6, 7, 7a), aufweist.
36. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 21 bis 35, dadurch gekennzeichnet, daß die Gegenelektroden
(5, 6, 7, 7a) mit einer als Wechselspannung ausgebildeten Spannungsquelle (1, U, U1,
U2) verbunden sind.
37. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 21 bis 36, dadurch gekennzeichnet, daß die Spannungsquelle
(1, U1, U2) eine Wechselspannung mit einer Frequenz zwischen 5 Hz und 20.000 Hz, vorzugsweise
50 Hz, erzeugt.
38. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 21 bis 37, dadurch gekennzeichnet, daß die Spannungsquelle
(1, U, U1, U2) eine Wechselspannung zwischen 500 V und 50 kV, vorzugsweise zwischen
2 kV und 25 kV, erzeugt.
39. Verwendung des nach einem der Ansprüche 1 bis 20 behandelten fadenartigen Gebildes
zur Herstellung von Verstärkungslagen für Verbundwerkstoffe.
1. A method for the treatment of a yarn-like formation, particularly of a sewing yarn
or of any other yarn, of a slubbing or of a roving, whereby for changing its properties
the yarn-like formation is transported relative to a treatment device with a predetermined
speed, and whereby the treatment device is formed in that way that electrical discharges
are generated by a multitude of electrically decoupled and parallely arranged counter
electrodes which are arranged in a distance from each other and which are connected
to a common power source, as well as by at least one electrode, whereby the yarn-like
formation is submitted to the electrical discharges from time to time or constantly,
and whereby as electrical discharges a spark discharge and/or a short-time arc discharge
with a burning time of betweeb 10-1 seconds and 10-8 seconds, preferably of between 10-6 seconds and 10-2 seconds, is chosen.
2. The method according to claim 1, characterised in that the treatment is carried out
in a gas atmosphere at a pressure of between 90 x 103 Pa to 110 x 103 Pa, preferably at a pressure of about 105 Pa.
3. The method according to claim 1 or 2, characterised in that the treatment is carried
out at a temperature of between 15 °C and 200 °C, preferably at a temperature of between
20 °C and 60 °C.
4. The method according to one of the preceding claims, characterised in that the treatment
is carried out in an atmosphere of reactive gases.
5. The method according to one of the preceding claims, characterised in that the yarn-like
formation is impregnated with at least substance before and/or during the treatment.
6. The method according to one of the preceding claims, characterised in that before
and/or during the treatment the yarn-like formation is impregnated with at least one
initiator which disintegrates into radicals and/or ions by the spark discharge and/or
the short-time arc discharge.
7. The method according to claim 6, characterised in that an initiator is selected which
is based on a persulfate, particularly potassium persulfate and/or ammonium persulfate,
on a peroxide, particularly dibenzoyl peroxide, cumenehydrogen peroxide, cyclohexanon
peroxide, Di-tert.-butyl peroxide, cyclohexylsulfonylacetyl peroxide, on an azoic
compound, particularly azodiisobutyric acid dinitrile, and/or on an initiator on the
basis of benzpinacol, diisopropylpercarbonate and/or tert.-butylperoctoate.
8. The method according to claim 6 or 7, characterised in that as initiator a redox system,
particularly potassium persulfate/sodium hyposulfite, hydrogen peroxide/iron-II-sulfate,
cumenehydroperoxide/polyamine and/or benzoylperoxide/N-dimethylaniline, is used.
9. The method according to one of the preceding claims, characterised in that the yarn-like
formation is swollen by applying a swelling agent before and/or during the application
of the initiator.
10. The method according to one of the claims 5 to 10, characterised in that the at least
one initiator is applied to the yarn-like formation together with the at least one
substance.
11. The method according to one of the claims 5 or 10, characterised in that for the impregnation
of the yarn-like formation such a substance is selected that improves the cover and
the tackiness of the yarn-like formation.
12. The method according to one of the preceding claims, characterised in that a yarn,
particularly a sewing yarn, comprising polyamide6.-, polyamide6.6-, polyester-, glass-,
polyalkylene- and/or carbon fibres is selected as yarn-like formation.
13. The method according to one of the claims 5, 10, 11 or 12, characterised in that several
substances are applied layerwise onto the yarn-like formation.
14. The method according to one of the preceding claims, characterised in that the spark
discharge and/or the short-time arc discharge is carried out in the transport direction
of the yarn-like formation or in the opposite transport direction of the yarn-like
formation.
15. The method according to one of the preceding claims, characterised in that the spark
discharge and/or the short-time arc discharge is carried out under an angle of between
75 ° and 105 °, particularly under an angle of about 90 °, relative to the transport
direction of the yarn-like formation.
16. The method according to one of the preceding claims, characterised in that the yarn-like
formation is constantly submitted to the spark discharge and/or the short-time arc
discharge.
17. The method according to one of the preceding claims, characterised in that an alternating
voltage or a high frequency voltage is applied for the generation of the spark discharge
and/or the short-time arc discharge.
18. The method according to one of the preceding claims, characterised in that a power
source with a voltage of less than 50 kV, particularly with a voltage of between 2
kV and 25 kV, is used.
19. The method according to one of the preceding claims, characterised in that the yarn-like
formation is charged with the spark discharge and/or the short-time arc discharge
during a treatment time of less than 2 seconds, preferably between 0,01 seconds and
1,5 seconds.
20. The method according to one of the preceding claims, characterised in that the yarn-like
formation is a sewing yarn.
21. A device for carrying out the treatment according to one of the preceding claims with
a treatment device comprising a transport system (22, 23, 24, 25; 40; 42) for the
yarn-like formation (21, 50) as well as at least one electrode (2, 3, 4, 4a) which
is located in a distance from a multitude of parallely arranged counter electrodes
(5, 6, 7, 7a) and which generates the electrical discharges (F1, F2, F3), whereby
the at least one electrode (2, 3, 4, 4a) and the multitude of counter electrodes (5,
6, 7, 7a) are connected to a common power source (1, U, U1, U2), whereby for the electrical
decoupling each counter electrode (5, 6, 7, 7a) comprises at least one capacitor (8,
9, 10, 10a) or one resistance which is located between the respective counter electrode
(5, 6, 7, 7a) and the power source (1, U, U1, U2), and whereby the counter electrodes
(5, 6, 7, 7a) generate a spark discharge and/or the short-time arc discharge with
a burning time of between 10-1 seconds and 10-8 seconds, preferably of between 10-6 seconds and 10-2 seconds, as electrical discharge (F1, F2).
22. The device according to claim 21, characterised in that the transport system is formed
by two rolls (22, 23) being arranged in a distance from each other.
23. The device according to claim 22, characterised in that at least one of the two rolls
(22, 23) are arranged as electrode or counter electrode.
24. The device according to claim 21, characterised in that the transport system comprises
a displacement device as well as a winding-up device (2, 40) for a bobbin of the yarn-like
formation.
25. The device according to claim 24, characterised in that the winding-up device (40)
is arranged as electrode (2) and that the counter electrodes (5, 6, 7) are located
in a distance from the electrode (3) and extend over the whole axial length of the
winding-up device (40).
26. The device according to claim 21, characterised in that the transport system comprises
a conveyor belt (42) for the yarn-like formation (50).
27. The device according to claim 26, characterised in that the conveyor belt (42) is
made from an electrically conducting material, that the counter electrodes (5 - 7)
are arranged above the conveyor belt (42) and in a distance from it and that the conveyor
belt (42) is arranged as electrode.
28. The device according to claim 21, characterised in that the capacitor (8, 9, 10, 10a)
is formed as coaxial cable.
29. The device according to claim 21, characterised in that the capacitor (8, 9, 10, 10a)
has a capacity of 5 pF to 5000 pF, preferably of 100 pF to 1500 pF.
30. The device according to one of the preceding claims 27 or 28, characterised in that
the electrodes (2, 3, 4, 4a) and the counter electrodes (5, 6, 7, 7a) consist of a
metal, particularly aluminium, copper or iron.
31. The device according to one of the claims 21 to 30, characterised in that each counter
electrode (5, 6, 7, 7a) comprises second capacitor (11).
32. The device according to claim 31, characterised in that the second capacitor (11)
connects the counter electrode (5) with the electrode (2).
33. The device according to claim 31 or 32, characterised in that the second capacitor
(11) has a capacity which is the same as or smaller than the capacity of the first
capacitor.
34. The device according to claim 33, characterised in that the second capacitor has a
capacity which is equal to 10 % to 90 % of the capacity of the first capacitor.
35. The device according to one of the claims 21 to 34, characterised in that the treatment
device comprises two to forty counter electrodes (5, 6, 7, 7a).
36. The device according to one of the claims 21 to 35, characterised in that the counter
electrodes (5, 6, 7, 7a) are connected with a power source (1, U, U1, U2) being an
alternating voltage.
37. The device according to one of the claims 21 to 36, characterised in that the power
source (1, U1, U2) generates an alternating voltage with a frequency of between 5
Hz and 20000 Hz, preferably 50 Hz.
38. The device according to one of the claims 21 to 37, characterised in that the power
source (1, U, U1, U2) generates an alternating voltage of between 500 V and 50 kV,
preferably between 2 kV and 25 kV.
39. The use of a yarn-like formation treated according to one of the claims 1 to 20 for
the manufacturing of reinforcing layers for composite materials.
1. Procédé pour le traitement d'un article de type en filaments, en particulier d'un
fil à coudre ou d'une autre fil, d'une mèche ou d'un pré-filé, dans lequel, pour modifier
les propriétés de l'article de type en filaments, ce demier est transporté à une vitesse
prédéterminée par rapport à un dispositif de traitement, et dans lequel le dispositif
de traitement est configuré de telle sorte que des décharges électriques sont créées
par plusieurs contre-électrodes disposées à distance l'une de l'autre, reliées à une
source de tension commune et raccordées en parallèle et qui sont découplées électriquement,
ainsi que par au moins une électrode, l'article de type en filaments étant soumis
aux décharges électriques par intermittence ou en permanence, et dans lequel on choisit
comme décharges électriques une décharge par étincelles et/ou par arcs de courte durée
dont la durée d'allumage est comprise entre 10-1 seconde et 10-8 seconde, et de préférence entre 10-6 seconde et 10-2 seconde.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le traitement est réalisé
dans une atmosphère gazeuse à une pression comprise entre 90 x 103 Pa à 110 x 103 Pa et de préférence à une pression d'environ 105 Pa.
3. Procédé selon les revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que le traitement est réalisé
à une température comprise entre 15°C et 200°C, et de préférence à une température
comprise entre 20°C et 60°C.
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le traitement
est réalisé dans une atmosphère de gaz réactifs.
5. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'avant et/ou
pendant le traitement, l'article de type en filaments est imprégné d'au moins une
substance.
6. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'avant et/ou
pendant le traitement, l'article de type en filaments est imprégné d'au moins un amorceur
qui est décomposé en radicaux et/ou en ions par la décharge par étincelles et/ou par
arcs de courte durée.
7. Procédé selon la revendication 6, caractérisé en ce que l'on sélectionne un amorceur
à base d'un persulfate, en particulier le persulfate de potassium et/ou le persulfate
d'ammonium, à base d'un peroxyde, en particulier le peroxyde de dibenzoyle, l'hydroperoxyde
de cumène, le peroxyde de cyclohexanone, le peroxyde de di-tert-butyle, le peroxyde
de cyclohexylsulfonylacétyle, à base d'un composé azo, en particulier l'azodiisobutyronitrile
et/ou un amorceur à base de benzopinakol, de percarbonate de diisopropyle et/ou de
peroctoate de tert-butyle.
8. Procédé selon les revendications 6 ou 7, caractérisé en ce que l'on utilise comme
amorceur un système redox, en particulier le persulfate de potassium/hyposulfite de
sodium, le peroxyde d'hydrogène/sulfate de fer II, l'hydroperoxyde de cumène/polyamine
et/ou le peroxyde de benzoyle/diméthylaniline.
9. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'avant et/ou
pendant l'application de l'amorceur, l'article de type en filaments est gonflé par
application d'un agent de gonflement.
10. Procédé selon l'une des revendications 5 à 9, caractérisé en ce que l'amorceur au
moins utilisé est appliqué sur l'article de type en filaments en même temps que la
substance au moins utilisée.
11. Procédé selon les revendications 5 ou 10, caractérisé en ce que l'on sélectionne pour
l'imprégnation de l'article de type en filaments une substance qui améliore la compacité
de l'assemblage des filaments et/ou le pouvoir d'adhérence de l'article de type en
filaments.
12. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'on sélectionne
comme article de type en filaments un fil, en particulier un fil à coudre, en fibres
de polyamide 6., de polyamide 6.6, de polyester, de verre, de polyalkylène et/ou de
carbone.
13. Procédé selon l'une des revendications 5, 10, 11 ou 12, caractérisé en ce que plusieurs
substances sont apportées en couches superposées sur l'article de type en filaments.
14. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la décharge
par étincelles et/ou par arcs de courte durée est effectuée dans la direction du transport
de l'article de type en filaments ou dans la direction opposée à la direction du transport
de l'article de type en filaments.
15. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la décharge
par étincelles et/ou par arcs de courte durée est réalisée sous un angle compris entre
75° et 105°, et en particulier sous un angle d'environ 90° par rapport à la direction
du transport de l'article de type en filaments.
16. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'article
de type en filaments est soumis en permanence à la décharge par étincelles et/ou par
arcs de courte durée.
17. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que pour créer
la décharge par étincelles et/ou par arcs de courte durée, on applique une tension
altemative ou une tension à haute fréquence.
18. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'on utilise
une source de tension dont la tension est inférieure à 50 kV, et en particulier dont
la tension est comprise entre 2 kV et 25 kV.
19. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'article
de type en filaments est soumis à la décharge par étincelles et/ou par arcs de courte
durée pendant une durée de traitement inférieure à 2 secondes, et de préférence comprise
entre 0,01 seconde et 1,5 seconde.
20. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'article
de type en filaments est un fil à coudre.
21. Dispositif en vue de la réalisation du procédé selon l'une des revendications précédentes,
comportant un dispositif de traitement qui comporte un système de transport (22, 23,
24, 25; 40; 42) de l'article de type en filaments (21, 50) ainsi qu'au moins une électrode
(2, 3, 4, 4a) disposée à distance de plusieurs contre-électrodes (5, 6, 7, 7a) raccordées
en parallèle, en vue de la création des décharges électriques (F1, F2, F3), l'électrode
(2, 3, 4, 4a) au moins présente et les plusieurs contre-électrodes (5, 6, 7, 7a) étant
reliées à une source commune de tension (1, U, U1, U2), à chaque contre-électrode
(5, 6, 7, 7a) étant associé au moins un condensateur (8, 9, 10, 10a) ou une résistance,
pour leur découplage électrique, qui sont raccordés entre chaque contre-électrode
(5, 6, 7, 7a) et la source de tension (1, U, U1, U2), et les contre-électrodes (5,
6, 7, 7a) créent comme décharge électrique (F1, F2) une décharge par étincelles et/ou
par arcs de courte durée dont la durée d'allumage est comprise entre 10-1 seconde et 10-8 seconde, et de préférence entre 10-6 seconde et 10-2 seconde.
22. Dispositif selon la revendication 21, caractérisé en ce que le système de transport
est formé de deux rouleaux (22, 23) disposés à distance l'un de l'autre.
23. Dispositif selon la revendication 22, caractérisé en ce qu'au moins l'un des deux
rouleaux (22, 23) est raccordé comme électrode ou comme contre-électrode.
24. Dispositif selon la revendication 21, caractérisé en ce que le système de transport
comporte un dispositif de guidage d'enroulement ainsi qu'un dispositif d'enroulement
(2, 40) pour une bobine de l'article de type en filaments.
25. Dispositif selon la revendication 24, caractérisé en ce que le dispositif d'enroulement
(40) est raccordé comme électrode (2) et en ce que les contre-électrodes (5, 6, 7)
sont disposées à distance de l'électrode (3) et s'étendent sur toute la longueur axiale
du dispositif d'enroulement (40).
26. Dispositif selon la revendication 21, caractérisé en ce que le système de transport
comporte une bande transporteuse (42) pour l'article de type en filaments (50).
27. Dispositif selon la revendication 26, caractérisé en ce que la bande transporteuse
(42) est réalisée en un matériau électriquement conducteur, en ce que les contre-électrodes
(5-7) sont disposées au-dessus de la bande transporteuse (42) et à distance de celle-ci,
et en ce que la bande transporteuse (42) est raccordée comme électrode.
28. Dispositif selon la revendication 21, caractérisé en ce que le condensateur (8, 9,
10, 10a) est configuré comme câble coaxial.
29. Dispositif selon la revendication 28, caractérisé en ce que la capacité du condensateur
(8, 9, 10, 10a) comporte de 5 pF à 5000 pF, et de préférence de 100 pF à 1500 pF.
30. Dispositif selon l'une des revendications précédentes 27 ou 28, caractérisé en ce
que les électrodes (2, 3, 4, 4a) et les contre-électrodes (5, 6, 7, 7a) sont réalisées
en un métal, et en particulier en aluminium, en cuivre ou en fer.
31. Dispositif selon l'une des revendications 21 à 30, caractérisé en ce qu'à chaque contre-électrode
(5, 6, 7, 7a) est associé un deuxième condensateur (11).
32. Dispositif selon la revendication 31, caractérisé en ce que le deuxième condensateur
(11) relie chaque fois la contre-électrode (5) à l'électrode (2).
33. Dispositif selon les revendications 31 ou 32, caractérisé en ce que le deuxième condensateur
(11) présente une capacité qui est inférieure ou égale à la capacité du premier condensateur.
34. Dispositif selon la revendication 33, caractérisé en ce que le deuxième condensateur
présente une capacité qui vaut de 10% à 90% de la capacité du premier condensateur.
35. Dispositif selon l'une des revendications 21 à 34, caractérisé en ce que le dispositif
de traitement présente de deux à 40 contre-électrodes (5, 6, 7, 7a).
36. Dispositif selon l'une des revendications 21 à 35, caractérisé en ce que les contre-électrodes
(5, 6, 7, 7a) sont reliées à une source de tension (1, U, U1, U2) configurée comme
tension altemative.
37. Dispositif selon l'une des revendications 21 à 36, caractérisé en ce que la source
de tension (1, U, U1, U2) crée une tension altemative d'une fréquence comprise entre
5 Hz et 20000 Hz, et de préférence de 50 Hz.
38. Dispositif selon l'une des revendications 21 à 37, caractérisé en ce que la source
de tension (1, U, U1, U2) crée une tension alternative comprise entre 500 V et 50
kV, et de préférence entre 2 kV et 25 kV.
39. Utilisation de l'article de type en filaments traité selon l'une des revendications
1 à 20 en vue de la fabrication de couches de renfort pour matériaux composites.