[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Ausscheiden von Mehrwegflaschen, insbesondere
Kunststoff-Mehrwegflaschen, aus dem Mehrweg-Umlauf. Ferner betrifft die Erfindung
eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
[0002] Insbesondere bei Kunststoff-Mehrwegflaschen, z.B. bei Pet-Flaschen, welche eine begrenzte
Lebensdauer haben, stellt sich das Problem, dass diejenigen Flaschen, deren Lebensdauer
sich dem Ende zu neigt, rechtzeitig aus dem Mehrweg-Umlauf entfernt werden sollten.
Dies nicht nur, um beim Konsumenten einen Bruch oder ein Reissen der Flaschen zu verhindern,
sondern auch, um in der Abfüllanlage beim jeweiligen erneuten Befüllen der Flasche,
bei welchem die jeweilige Flasche mit relativ hohem Druck beaufschlagt wird, ein Reissen
oder Platzen der Flasche zu vermeiden. Bisher ist es nicht gelungen, die üblichen
Ermüdungsschäden solcher Flaschen, welche sich insbesondere in der Form von feinen,
mehr oder weniger tiefen Rissen darstellen, in einer solchen Weise zu erfassen, dass
das Ende der Lebensdauer der Flasche sicher erkannt werden kann. Insbesondere ist
es nicht befriedigend gelungen, die Tiefe der Risse festzustellen.
[0003] Es stellt sich daher die Aufgabe, eine Möglichkeit zu schaffen, dass Flaschen rechtzeitig
vor deren Lebensdauer-Ende aus dem Mehrweg-Umlauf ausgeschieden werden können, ohne
dass deshalb die Flaschen wesentlich zu früh aus dem Mehrweg-Umlauf entnommen werden.
[0004] Diese Aufgabe wird gemäss der Erfindung dadurch gelöst, dass zur Befüllung rücklaufende
Flaschen jeweils durch eine Prüfeinrichtung auf das Vorhandensein von Ermüdungsschäden
geprüft werden, dass in Abhängigkeit vom Prüfergebnis die jeweilige Flasche mit einer
ersten Markierung versehen wird oder nicht, dass jeweils bei einer bereits mit mindestens
einer solchen Markierung versehenen Flasche diese festgestellt wird und bei jedem
Rücklauf mindestens eine weitere Markierung angebracht wird, und dass diejenigen Flaschen,
deren Anzahl Markierungen einen vorbestimmten Wert erreicht, aus dem Umlauf ausgeschieden
werden.
[0005] Es hat sich überraschenderweise gezeigt, dass ab einem gewissen Grad der Beschädigung,
welcher durch eine Prüfeinrichtung feststellbar ist, ein Abzählen der weiteren Flaschenumläufe
und das Ausscheiden der Flaschen nach einer vorbestimmten Zahl solcher Umläufe zu
einer sehr guten Ausscheidquote führt. Das heisst, dass bei diesem Verfahren mit relativ
hoher Sicherheit solche Flaschen ausgeschieden werden, die bei einem der nächsten
Umläufe versagen wurden, und solche Flaschen nicht ausgeschieden werden, welche noch
eine genügende Anzahl von Umläufe mit genügender Sicherheit aushalten. Es besteht
somit keine Korrelation von neuen Flaschen bis zum Entstehen von Ermüdungsrissen.
Nach einem erkennbaren Beschädigungsgrad bis zum Durchreissen besteht eine Korrelation.
[0006] Vorzugsweise werden dabei jeder Flasche, welche den noch eindeutig erkennbaren Beschädigungsgrad
erreicht hat, 8 bis 15, insbesondere noch zehn Umläufe zugestanden.
[0007] Vorzugsweise erfolgt die Prüfung auf den vorbestimmten Grad der Schäden durch eine
optische Prüfung, insbesondere durch ein Bildverarbeitungsverfahren.
[0008] Im folgenden werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnungen näher
erläutert. Dabei zeigt:
Figur 1 einen Teil eines Flaschenbodens im Querschnitt;
Figur 2 ein Flussdiagramm als Beispiel zur Durchführung des Verfahrens;
Figur 3 eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
[0009] In Figur 1 ist ein Abschnitt des Flaschenbodens einer Kunststoff-Flasche im Querschnitt
gezeigt. Dabei sind schematisch einige der sich durch die Ermüdung des Materials ergebenden
Risse 1, 2, 3 und 4 beispielhaft dargestellt. Es ist bekannt, dass bei den im Blasverfahren
hergestellten Kunststoff-Flaschen relativ hohe Spannungen im Bodenbereich vorhanden
sind. Bei der üblichen Beanspruchung solcher Flaschen beim jeweiligen Reinigen, Befüllen
und beim üblichen Gebrauch, entstehen eine grosse Anzahl von feinen Rissen im Flaschenmaterial,
insbesondere im Bodenbereich der Flasche. Die Anzahl und die Tiefe der Risse nimmt
während der Lebensdauer der Flasche zu. Dies führt dazu, dass die Flasche nach einer
unbestimmten Anzahl Mehrweg-Umläufen defekt wird. Insbesondere kann dies bei der Befüllung
auftreten, bei welcher die Flasche einem relativ hohen Druck, von z.B. 8 Bar, ausgesetzt
ist. Es ist bisher nicht gelungen, die Zunahme der Risse und insbesondere die Zunahme
der Risstiefe durch eine Prüfeinrichtung für den industriellen Einsatz derart detektieren
zu können, dass durch die Erkennung der Risse, bzw. der Risstiefe das Lebensdauer-Ende
der Flasche festgestellt werden kann. Es ist aber bekannt, dass grundsätzlich Beschädigungen
im Flaschenbodenbereich mit einer optischen Prüfmethode ermittelt werden können, so
insbesondere aus der Publikation DE 40 27 992.
[0010] Es hat sich gezeigt, dass Ermüdungsschäden mit einer Prüfeinrichtung, insbesondere
mit der oben genannten Bildverarbeitungs-Einrichtung gemäss der DE 40 27 992 bis zu
einem gewissen Grad erkennbar sind. Die weitere Zunahme der Beschädigungen und insbesondere
die Zunahme der Tiefe der Risse sind aber nicht mehr genügend gut detektierbar. Die
vorliegende Erfindung löst das Problem nun dergestalt, dass mit einer Prüfeinrichung,
welche vorzugsweise eben eine Bildverarbeitungs-Einrichtung ist, das Vorliegen von
Ermüdungsschäden bei jedem Rücklauf der Flasche erfasst wird. Haben diese Schäden
einen gewissen Grad erreicht, welcher noch sicher detektierbar ist, so wird ab diesem
Rücklauf jeweils eine Markierung auf der Flasche aufgebracht, welche es erlaubt, die
folgenden Rückläufe dieser Flasche zu zählen. Sobald dann, ausgehend von dem erkennbaren
Grad der Beschädigung, eine vorbestimmte Anzahl weiterer Rückläufe erfolgt ist, wird
die Flasche ausgeschieden.
[0011] Als durch die Prüfeinrichtung erkennbares Kriterium für das Vorliegen von Ermüdungsschäden
hat sich insbesondere die Dichteverteilung der Risse im Bodenbereich als geeignet
erwiesen. Es könnte aber auch zum Beispiel die absolute Häufigkeit und/oder die Länge
der Risse bestimmt werden. Das Aufbringen der Markierung auf die jeweilige Flasche,
bei welcher der vorbestimmte Grad von Schäden ermittelt worden ist, erfolgt vorzugsweise
durch einen Laser. Das Aufbringen eines Codes auf Flaschen zu anderen Zwecken ist
an sich bekannt. Auch das Bearbeiten und Markieren mit Lasern ist grundsätzlich bekannt,
es kann dazu zum Beispiel auf die US-Patentschrift 4.128.752 verwiesen werden. Besonders
bevorzugt ist es, wenn die Erfassung der Markierungen mit der gleichen Prüfeinrichtung,
also insbesondere mit der Bildverarbeitungs-Einrichtung, erfolgt, welche auch für
die Erkennung der Ermüdungsrisse verwendet wird. Es ergibt sich dann eine besonders
einfache Ausführung des Verfahrens. Natürlich kann die Erkennung der Ermüdungsrisse
und die Erkennung evtl. bereits aufgebrachter Markierungen auch getrennt vorgenommen
werden. So kann für die Erkennung der Schäden auch ein anderes optisches Erkennungsverfahren
verwendet werden, welches zum Beispiel die Reflektionseigenschaften des Flaschenbodens
verwendet, oder es können die Schäden durch Ultraschall-Prüfung detektiert werden.
Die Zählung der Markierungen kann ebenfalls auf andere Weise erfolgen, zum Beispiel
durch eine optische Abtastung. Auch das Aufbringen der Markierungen kann natürlich
anders als mit Laser erfolgen, zum Beispiel durch ein Druckverfahren.
[0012] Figur 2 zeigt stark vereinfacht ein Flussdiagramm für das Auscheiden von Flaschen
nach dem Verfahren, wobei ein Bildauswertungs-Verfahren, zum Beispiel gemäss der Publikation
DE 40 27 992 verwendet wird. Bei diesem Verfahren wird jeweils eine Bildaufnahme vom
Flaschenboden hergestellt und diese wird ausgewertet. Ist bereits mindestens eine
Markierung vorhanden, was durch die Aufnahme des Bildes festgestellt wird, so wird
geprüft, ob die Zahl der Markierungen bereits einen definierten Wert, insbesondere
den bevorzugten Wert von zehn erreicht hat. Wenn dies der Fall ist, wenn also die
Flasche bereits zehn Markierungen, bzw. zehn gezählte Rückläufe aufweist, so wird
die Flasche ausgeschieden bzw. als später entlang des Förderweges auszuscheidende
Flasche registriert und es wird die nächste Flasche geprüft. Ist die Zahl der Markierungen
unter dem definierten Wert, insbesondere unter dem als bevorzugten Beispiel angegebenen
Wert zehn, so erfolgt das Aufbringen einer weiteren Markierung und die Flasche wird
im Umlauf belassen. Wird festgestellt, dass noch gar keine Markierung auf der Flasche
vorhanden ist, so wird geprüft, ob die Beschädigung des Flaschenbodens bereits einen
vorbestimmten Grad erreicht hat. Es wird zum Beispiel anhand des aufgenommenen Bildes
geprüft, ob die Rissdichte grösser als ein vorbestimmter Wert ist. Ist dies nicht
der Fall, so wird die Flasche ohne weitere Massnahme im Umlauf gelassen. Hat die Rissdichte
den vorbestimmten Grenzwert erreicht, so wird die erste Markierung auf die Flasche
aufgebracht. Diese Flasche wird also nur noch eine vorbestimmte Anzahl von Umläufen
ausführen können, bevor sie ausgeschieden wird.
[0013] Die Zahl von 8 bis 15, insbesondere von zehn Umläufen ab dem vorbestimtmen Wert der
erkennbaren Beschädigungen hat sich als besonders vorteilhaft erwiesen. Bei zehn weiteren
Umläufen ist praktisch sichergestellt, dass die Flasche nicht versagt. Bereits bei
einer geringfügig höheren Umlaufzahl ist hingegen ein Versagen recht wahrscheinlich.
Natürlich hängt die Zahl der noch zu gestattenden Umläufe davon ab, wie der vorbestimmte
Grad der erkennbaren Beschädigungen definiert wird. Es hat sich gezeigt, dass mittels
der Bildverarbeitung die Zunahme der Beschädigungen bis zu einem gewissen Grad gut
erkennbar ist. Ab diesem Beschädigungsgrad bzw. Grenzwert ist die weitere Zunahme
nicht mehr gut erkennbar. Es ergibt sich also bei der Anwendung des Bildverarbeitungs-Verfahrens,
wie es in der DE 40 27 992 beschrieben ist, und bei solchen Kunststoff-Flaschen, wie
sie heute meistens gebräuchlich sind, nämlich bei Pet-Flaschen, ein relativ genau
bestimmbarer Grad von Beschädigung, ab welchem die weiteren Umläufe zu zahlen sind.
Es wird nämlich das Vorliegen dieses Beschädigungsgrades, bei dem eine weitere Zunahme
der Beschädigungen nicht mehr sicher erkennbar ist als Startzeitpunkt für das Zählen
gewählt.
[0014] Figur 3 zeigt eine Inspektionsmaschine für Kunststoff-Flaschen, wie sie aus der DE
40 27 992 bekannt ist. Die Maschine hat dabei ein Einlaufkarussell 12 und ein Auslaufkarussell
14. Zwischen den Karussells 12 und 14 befindet sich ein Hauptkarussell 16. Jede Station
des Hauptkarussells 16 ist mit einer kompletten Prüfeinheit für Volumen- und Leckagenmessung,
Höhenmessung, Geradheitsmessung, Mündungsschräglagemessung und Restlaugenkontrolle
ausgerüstet, die hier nicht näher beschrieben werden. Die Flaschen 10 werden durch
eine Einlaufschnecke 18 dem Einlaufkarussell 12 zugeführt. Auslaufseitig werden die
Flaschen 10 mittels einer Auslaufschnecke 20 wieder aus der Maschine geführt. Ueber
dem Auslaufkarussell 14 ist eine Kamerabox 22 für die Codelesung angeordnet. Die Kamerabox
22 enthält eine Kamera 24, von der lediglich das Objektiv sichtbar ist. Gegenüber
der Kamera 24 ist eine Beleuchtungsquelle 32 angeordnet, mittels welcher der Boden
der Flasche, die sich zwischen Beleuchtungsquelle und Kamera befindet, gleichmässig
ausgeleuchtet wird. Die Kamera 24 wird so auf den unteren Bereich der Flasche 10 fokussiert,
dass die Ermüdungsrisse und eine Markierungszeichenkette 34, die an der Aussenwand
der Flasche in dem Bereich zwischen dem Flaschenboden und der Höhe, wo der Flaschenumfang
am grössten ist, aufgebracht ist, vom Inneren der Flasche aus mitaufgenommen wird.
Wenn die Flasche 10 durch das Auslaufkarussell 14 mit ihrer Längsachse in die Verbindungslinie
zwischen der Kamera 24 und der Beleuchtungsquelle 32 bewegt worden ist, nimmt die
Kamera 24 ein Bild von dem Flaschenboden einschliesslich des benachbarten unteren
Bereiches der Flaschenseitenwand als Momentaufnahme auf. Diese Momentaufnahme ist
der jeweiligen Flasche zugeordnet und wird aufgewertet, wie das beispielsweise in
Figur 2 erläutert worden ist. Anschliessend an die in Figur 3 gezeigte Maschine wird
nun die Flasche jeweils entweder mit einem Laser markiert oder nicht, oder es wird
die Flasche durch einen Auswerfer, zum Beispiel mit Druckluft, aus dem weiteren Förderweg
ausgeworfen. Die entsprechenden Stationen sind in Figur 3 nicht dargestellt. Solche
Markierungseinrichtungen, sowohl mit Laser als auch mit Farbdruck sind hingegen wohl
bekannt. Auch Auswerfer sind in verschiedenen Varianten bekannt.
1. Verfahren zum Ausscheiden von Mehrwegflaschen, insbesondere Kunststoff-Mehrwegflaschen,
aus dem Mehrwegumlauf, dadurch gekennzeichnet, dass zur Befüllung rücklaufende Flaschen
jeweils durch eine Prüfeinrichtung auf das Vorhandensein von Ermüdungschäden geprüft
werden, dass in Abhängigkeit vom Prüfergebnis die jeweilige Flasche mit einer ersten
Markierung versehen wird oder nicht, dass jeweils bei einer bereits mit mindestens
einer solchen Markierung versehenen Flasche diese festgestellt wird und bei jedem
Rücklauf mindestens eine weitere Markierung angebracht wird, und dass diejenigen Flaschen,
deren Anzahl Markierungen einen vorbestimmten Wert erreicht, aus dem Umlauf ausgeschieden
werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Prüfung auf Ermüdungsschäden
Ermüdungsrisse im Bodenbereich der Flasche erfasst werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Prüfung auf optischem
Wege erfolgt.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Prüfung durch Erfassung
und Auswertung eines Bildes des Flaschenbodenbereichs erfolgt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Prüfung
die Dichteverteilung der Ermüdungsrisse erfasst wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Prüfung
die Häufigkeit und/oder die Länge der Ermüdungsrisse erfasst wird.
7. Verfahren nache einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Markierungen
mittels Laser aufgebracht werden.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Prüfeinrichtung
auch die Markierungen erfasst.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Flasche
10 mal markiert und danach ausgeschieden wird.
10. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 9, gekennzeichnet
durch eine Karussell-Förderstrecke an der eine Prüfeinrichtung und eine Markierungseinrichtung
angeordnet sind.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Prüfeinrichtung von
einer Bilderfassungs- und Bildverarbeitungs-Anordnung gebildet wird, dass die Markierungseinrichtung
von mindestens einem steuerbaren Laser gebildet wird, und dass eine Steuereinrichtung
vorgesehen ist, welche aufgrund mindestens eines Ausgangssignals der Bildverarbeitungs-Anordnung
den Laser steuert oder ein Signal für eine Ausstosseinrichtung erzeugt, durch welche
auszuscheidende Flaschen ausstossbar sind.