[0001] Die Erfindung betrifft ein elektrisches Schaltgerät, insbesondere einen Parallelhub-Taster,
mit einem Handbetätigungselement und einer von diesem beaufschlagbaren schwenkbar
gelagerten Schaltwippe zur Betätigung von Schaltkontakten.
[0002] Elektrische Schaltgeräte dienen zur Schließung bzw. zur Unterbrechung elektrischer
Stromkreise, wobei häufig eine Schaltwippe zur Beaufschlagung von Schaltkontakten
mittels eines Handbetätigungselements betätigt wird. Dabei hat die Schaltwippe die
Aufgabe die von dem Handbetätigungselement aufgeprägte Schaltbewegung möglichst verzögerungsfrei
in eine Schalthandlung umzusetzen, d. h. die Schaltkontakte dementsprechend zu betätigen.
Bei sogenannten Parallelhub-Tastern kommt hinzu, daß die geradlinige Bewegung des
Handbetätigungselements durch die Schaltwippe in eine Schwenkbewegung der Schaltkontakte
umgesetzt wird.
[0003] Aus der DE-A1 32 47 319 ist ein elektrischer Drucktastenschalter mit einem schwenkbar
gelagerten Druckbügel bekannt geworden, bei welchem ein auf ein kippbares Kontaktelement
wirkendes Kippelement in Wirkverbindung mit Stößeln eines an einem Handbetätigungselement
angeordneten Druckbügels steht. Hierbei sind das Kontaktelement sowie das Kippelement
zu einer Kontaktwippe vereinigt und mit einer Schaltkulisse versehen. Der Druckbügel
ist als Schwenkschieber ausgestaltet, dessen im Bereich seiner Schwenkachse angeformte
Lagerzapfen in Nuten geführt sind und so eine Längsverschiebung des Schwenkschiebers
zwischen Drucktaste und Kontaktwippe ermöglichen. Die bekannte Gestaltung wurde geschaffen,
um eine automatische Montage des Schaltgeräts zu ermöglichen, wozu eine Vereinfachung
des Aufbaus erforderlich war. Das heißt, es wurden neue, eigens für dieses Schaltgerät
benötigte Einzelteile benötigt. Dies führt unvermeidlich zu einer unerwünschten Vergrößerung
des Werkzeugbedarfs und der Lagerhaltung der Einzelteile.
[0004] Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es Aufgabe der Erfindung ein Schaltgerät
der eingangs genannten Art zu schaffen, das unter weitgehender Verwendung vorhandener
Einzelteile kostengünstig herstellbar, funktionssicher aufgebaut und die Möglichkeit
des Parallelhubs zur Betätigung der Schaltkontakte bietet.
[0005] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruchs
1 gelöst. Danach ist vorgesehen, daß zwischen dem Betätigungselement und der Schaltwippe
eine Schaltkupplung angeordnet ist zur Beaufschlagung der Schaltwippe.
[0006] In vorteilhafter Weiterbildung ist die Schaltkupplung durch eine Schaltkulisse und
eine mit der Schaltkulisse im Eingriff befindliche Hebelanordnung gebildet. Dabei
kann in vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen sein, daß die Schaltkulisse
am Handbetätigungselement und die Hebelanordnung an der Schaltwippe angeordnet sind.
Gemäß einer anderen zweckmäßigen Ausgestaltung der Erfindung kann die Schaltkulisse
auch an der Schaltwippe und die Hebelanordnung an dem Handbetätigungselement angeordnet
sein.
[0007] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist die Schaltkulisse zwei
gegeneinander unter einem Winkel angestellte Gleitflächen auf, auf welchen wechselweise
ein Hebel der Hebelanordnung entlanggleitet und hierdurch eine Lageänderung der Schaltwippe
bewirkt.
[0008] Dabei kann die Hebelanordnung aus zwei in U-Form zueinander angeordneten Hebeln gebildet
sein, die in Weiterbildung der Erfindung durch einen U-Steg einstückig miteinander
verbunden sind und von wenigstens einer Anformung gehalten sind, die am Handbetätigungselement
bzw. an der Schaltwippe angebracht ist.
[0009] Vorteilhafterweise können zur Befestigung der Hebelanordnung zwei Haltenocken vorgesehen
sein, welche den die Hebel verbindenden U-Steg seitlich einfassen. Dabei kann der
U-Steg beiderseits mit Ausnehmungen versehen sein, in welche die Haltenocken eingreifen.
[0010] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung können am U-Steg einstückig angeformte Haltelaschen
vorgesehen sein, welche die Ausnehmungen beiderseits begrenzen und sich im montierten
Zustand am jeweils zugeordneten Haltenocken abstützen, mit dem sie kraft- und/oder
formschlüssig im Eingriff sind. Hierbei ist es zweckmäßig, die Hebelanordnung aus
Federwerkstoff herzustellen.
[0011] Entsprechend einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist an der dem Handbetätigungselement
abgewandten Seite der Schaltwippe wenigstens ein Hohlzapfen an der Schaltwippe angeformt,
der zur Aufnahme und Führung eines federbelasteten Schaltstößels dient, der seinerseits
einen beweglichen Schaltkontakt beaufschlagt.
[0012] Diese und weitere vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstände der Unteransprüche.
[0013] Anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels der Erfindung sollen
die Erfindung, vorteilhafte Ausgestaltungen und Verbesserungen sowie besondere Vorteile
der Erfindung näher erläutert und beschrieben werden.
[0014] Es zeigen:
- Figur 1
- einen Längsschnitt durch ein erfindungsgemäßes Schaltgerät im betätigten Zustand
- Figur 2
- eine Schnittansicht entsprechend Schnittlinie II in Figur 1
- Figur 3
- das Schaltgerät gemäß Figur 1 im unbetätigten Zustand
[0015] Figur 1 zeigt ein elektrisches Schaltgerät 10 mit einem Gehäuse 12, einem unterhalb
davon angeordneten Sockel 14 und einem Gehäuseoberteil 16.
[0016] Am Gehäuseoberteil 16 sind diametral gegenüberliegend nasenförmige Rastelemente 18
angeformt, die in hierfür vorgesehene Ausnehmungen 19 eines an das Gehäuseoberteil
16 angesetzten Handbetätigungselements 20 eingreifen.
[0017] Das Handbetätigungselement 20 ist topfähnlich ausgebildet mit den erwähnten diametral
gegenüberliegend in seiner Seitenwand angeordneten Rastöffnungen 19 für die Verrastung
mit den Rastnasen 18 am Gehäuseoberteil 16. Im Inneren des Handbetätigungselements
20 ist eine Schaltkulisse 22 angeordnet, welche zwei im Winkel zueinander angestellte
Gleitflächen 24, 25 besitzt, die im Eingriff sind mit einer U-förmig ausgebildeten
Hebelanordnung 26. Die Hebelanordnung 26 besitzt zwei zueinander parallel nach oben
weisende Hebel 28, 29 und ist an einer schwenkbar gelagerten Schaltwippe 30 befestigt.
Hierzu sind an der Schaltwippe 30, wie insbesondere aus Figur 2 ersichtlich ist zwei
Haltenocken 31, 32 angeformt, welche die U-förmige Hebelanordnung 26 im Bereich ihres
U-Stegs 34, d. h. ihres Verbindungsstegs, beiderseits einfassen. Zu diesem Zweck weist
der U-Steg 34 seitliche Ausnehmungen 35, 36 auf, in welche die Haltenocken 31, 32
eingreifen.
[0018] Beiderseits der Haltenocken 31, 32 sind jeweils parallel zur Längsachse des U-Stegs
34 Haltelaschen 38, 39 angeordnet, welche im kraft- und/oder formschlüssigen Eingriff
mit den Haltenocken 31, 32 stehen. Diese Haltelaschen sind einstückig mit der Federanordnung
26 verbunden, die aus Federwerkstoff hergestellt ist. Vorzugsweise sind die Haltelaschen
leicht gleichsinnig aus der Stegebene des U-Stegs 34 nach oben zu den freien Enden
der Hebel 28, 29 hin gerichtet abgewinkelt, wobei in Ruhelage der horizontale Abstand
zwischen den freien Enden der Haltelaschen jeweils kleiner ist als die entsprechende
Breite der hier zugeordneten Haltenocken 31, 32. Hierdurch wird eine besondere Klemmwirkung
erzielt, die insbesondere auf kraftschlüssiger Halterung beruht.
[0019] An der gegenüberliegenden Seite der Schaltwippe 30, d. h. unterhalb, ist wenigstens
ein hohlzylindrischer Zapfen 40 mit einer Längsbohrung 41 angeformt, der zur Halterung
und Führung eines von einer Druckfeder 42 beaufschlagten Schaltstößels 44 dient.
[0020] Der Schaltstößel 44 dient seinerseits zur Betätigung einer Kontaktanordnung 46, insbesondere
zur Betätigung einer Kontaktwippe 48, die im Sockel 14 des Schaltgeräts 10 angeordnet
sind.
[0021] Die Funktion des erfindungsgemäßen Schaltgeräts ist wie folgt. Im Ruhezustand befindet
sich das Handbetätigungselement 20 im Anschlag an den Rastnasen 18 infolge Beaufschlagung
durch eine hier nicht näher dargestellte Druckfeder. Die Schaltwippe 30 befindet sich
hierbei in der gezeigten Schräglage. Bei Betätigung des Handbetätigungselements 20
gelangt die Schaltkulisse 22 in Eingriff mit der Hebelanordnung 26, wobei der Hebel
28 an der Gleitfläche 24 entlanggleitet, wobei aufgrund der Neigung der Gleitfläche
24 der zugehörige Hebel 28 nach außen beaufschlagt wird, wodurch sich der Auflagepunkt
des Schaltstößels 44 an der Kontaktwippe 48 nach rechts verlagert, hierbei den Totpunkt
überwindet und infolge der Federkraft der Feder 42 seine andere Schaltstellung, nämlich
der Öffnen der Kontaktstelle 46, einnimmt. Die erforderliche Betätigung erfolgt durch
eine geradlinige Bewegung des Handbetätigungselements 20, wodurch ein Parallelhub-Taster
bzw. -Schalter realisiert ist.
[0022] In Figur 3 ist das Schaltgerät 10, das in Figur 1 bereits dargestellt und erläutert
wurde, im unbetätigten Zustand gezeigt. Demgemäß gelten hier für gleiche Merkmale
die gleichen Bezugsziffern.
[0023] Bei dieser Darstellung ist ersichtlich, wie die Umschaltung der Schaltwippe 30 aufgrund
der Beaufschlagung der daran angeordneten Hebelanordnung 26 erfolgt. Mit Hilfe der
Schaltkulisse 22 wird einer der beiden Hebel 28, 29 der Hebelanordnung 26 beim Niederdrücken
des topfähnlichen Handbetätigungselements 20 beaufschlagt.
[0024] Das Handbetätigungselement 20 wird in bekannter Weise von einem hier nicht näher
gezeigten Federelement in seine in Figur 3 dargestellte Ruhelage beaufschlagt, wobei
am Gehäuseoberteil 16 angeformte Rastnasen 18 in jeweils in eine hierfür vorgesehene
Ausnehmung greifen und am unteren Anschlag 17 in Anlage gehen und das Handbetätigungselement
20 in seinem Hubweg begrenzen.
1. Elektrisches Schaltgerät (10), insbesondere Parallelhub-Taster oder -Schalter, mit
einem Handbetätigungselement (20) und einer von diesem beaufschlagbaren schwenkbar
gelagerten Schaltwippe (30) zur Betätigung von Schaltkontakten (46), dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Handbetätigungselement (20) und der Schaltwippe (30) eine Schaltkupplung
(22, 26) angeordnet ist zur Beaufschlagung der Schaltwippe (30).
2. Schaltgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schaltkupplung (22, 26)
von einer Schaltkulisse (22) und einer mit der Schaltkulisse (22) im Eingriff befindlichen
Hebelanordnung (26) gebildet ist.
3. Schaltgerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schaltkulisse (22) am
Handbetätigungselement (20) und die Hebelanordnung (26) an der Schaltwippe (30) angeordnet
sind.
4. Schaltgerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schaltkulisse (22) an
der Schaltwippe (30) und die Hebelanordnung (26) an dem Handbetätigungselement (20)
angeordnet sind.
5. Schaltgerät nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Schaltkulisse
(22) zwei gegeneinander unter einem Winkel angestellte Gleitflächen (24, 25) aufweist,
auf welchen wechselweise ein Hebel (28, 29) der Hebelanordnung (26) entlanggleitet
und hierdurch eine Lageänderung der Schaltwippe (30) bewirkt.
6. Schaltgerät nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Hebelanordnung
(26) aus zwei U-Form zueinander angeordneten Hebel (28, 29) gebildet ist.
7. Schaltgerät nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Hebel (28, 29)
der Hebelanordnung (26) einstückig durch einen U-Steg (34) miteinander verbunden sind
und von wenigstens einer Anformung (31, 32) gehalten sind, die am Handbetätigungselement
(20) bzw. an der Schaltwippe (30) angebracht ist.
8. Schaltgerät nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß zur Befestigung der Hebelanordnung
26 zwei Haltenocken (31, 32) vorgesehen sind, welche den die Hebel (28, 29) verbindenden
U-Steg (34) seitlich einfassen.
9. Schaltgerät nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der U-Steg (34) beiderseits
Ausnehmungen (35, 36) aufweist, in welche die Haltenocken (31, 32) eingreifen.
10. Schaltgerät nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmungen (35, 36)
im U-Steg (34) von einstückig an der Hebelanordnung (26) angeformten Haltelaschen
(38, 39) eingefaßt sind, welche sich am zugeordneten Haltenocken (31, 32) abstützen.
11. Schaltgerät nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Hebelanordnung
(26) aus Federwerkstoff gebildet ist.
12. Schaltgerät nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß an der
dem Handbetätigungselement (20) abgewandten Seite der Schaltwippe (30) daran wenigstens
ein Hohlzapfen (40) angeformt ist für die Aufnahme und Führung eines federbelasteten
Schaltstößels (44), der die Kontaktstelle (46) beaufschlagt.