(57) Die Erfindung betrift ein Verfahren zur Herstellung einer Faserbahn, insbesondere
einer Papierbahn, mit folgenden Verfahrensschritten:
- die Fasersuspension wird mit Hilfe eines Stoffauflaufes über die Breite der Maschine
gleichmäßig auf ein Sieb bzw. zwischen zwei Siebe verteilt;
- der auf das Sieb bzw. zwischen die Siebe aufgelegten Fasersuspension wird in einer
Entwässerungszone der Großteil der Feuchte entzogen.
Die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet daß der Fasersuspension sektional eine unterschiedliche
Menge an Retentionsmitteln beigemischt wird, um den Retentionsgrad sektional zu beeinflussen.
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Papierbahn mit einem Stoffauflauf
gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.
[0002] Ein solcher Stoffauflauf soll das Stoffdichte- und Faserorientierungsquerprofil der
Papierstoffsuspension spätestens vor dem Auslaufspalt derart einstellen, daß das Flächengewichts-
und Faserorientierungsquerprofil der Papierbahn über die gesamte Breite den gewünschten
Anforderungen entspricht, das bedeutet in der Regel konstant ist und gleichzeitig
für eine gleichmäßige Papierzusammensetzung sorgen. Unter Papierzusammensetzung ist
die Konzentration der einzelnen Bestandteile wie z.B. Langfasern, Kurzfasern, Füllstoffe
usw. gemeint.
[0003] Es ist folgender Stand der Technik zur Beeinflussung des Querprofils einer Papierbahn
bekannt geworden:
[0004] DE 35 14 554 schlägt vor, die Stoffdichte örtlich zu verändern, d.h. je nach Bedarf
an bestimmten Stellen die Stoffdichte anzupassen. Dabei bleibt jedoch offen, auf welche
Art und Weise dies vorgenommen werden soll.
[0005] DE 40 19 593 A1 empfiehlt folgendes Vorgehen: Bei Abweichen des Flächengewichtsprofils
der Papierbahn an einer bestimmten Stelle der Bahnbreite soll die Konzentration C
M des betreffenden Sektionsstromes, und damit des aus dem betreffenden Mischer austretenden
Stromes entsprechend geändert werden. Um dies zu erreichen, wird das Verhältnis der
Mengen der dem Mischer zugeführten Regelstrome Q
H/Q
L verändert. Bei Ventilen der üblichen Bauart läßt es sich jedoch nur schwer vermeiden,
daß auch der den Mischer verlassende Sektionsstrom Q
M vom Sollwert unkontrolliert und ungewollt abweicht. Es ist außerdem aus DE-OS 35
38 466 bekannt, daß eine Veränderung des Volumenstromes einer Sektion zu einer Beeinflussung
des Faserorientierungswinkels im Auslaufbereich des Stoffauflaufes führt. Weicht die
Menge eines Sektionsstromes in unkontrollierter Weise von einem Sollwert ab, so ändert
sich damit auch die Faserorientierung in unkontrollierter Weise.
[0006] Es ist ferner z.B. aus DE-PS 29 42 966 oder DE-OS 35 35 849 bekannt, die Weite des
Auslaufspaltes zu verändern, beispielsweise durch Gewindespindeln zum Verschwenken
oder Verbiegen der Oberlippe. Hierdurch kann der Durchsatz der Suspension örtlich
verändert werden. Gleichzeitig wird jedoch auch die Strömungsrichtung örtlich beeinflußt,
und damit auch die Faserorientierung. Durch eine örtliche Spaltverengung wird nämlich
den Fasern an den Engstellen eine andere Strömungsrichtung erteilt, als an anderen
Stellen des Auslaufspaltes. Dies bedeutet, daß zwar das Flächengewicht durch diese
sogenannte Verdrängunsregelung über die Breite des Stoffauflaufes gleichmäßig gemacht
werden kann, daß jedoch die an sich gute Faserorientierung wieder zerstört wird.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das Zusammensetzungsquerprofil der Faserbahn
einer Papiermaschine so zu beeinflußen, daß es dem Idealprofil möglichst nahe kommt.
[0008] Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des ersten Verfahrensanspruches
und des ersten Vorrichtungsanspruches gelöst.
[0009] Die Erfinder haben erkannt, daß unterschiedliche Retention ein ungleichmäßiges Flächengewichtsquerprofil
der Faserbahn einer Papiermaschine bewirkt, des weiteren kann durch Zugabe einer Flüssigkeit
mit gegenüber dem Hauptstrom abweichender Beschaffenheit, z.B. Stoff mit hohem Langfaseranteil
im Randbereich der Papierbahn oder mit hohem Ascheanteil das Zusammensetzungsquerprofil
in einer für die Produktion günstigen Richtung beeinflußt werden. Dem Stande der Technik
entsprechend wird dieses ungleichmäßige Flächengewichtsquerprofil durch Blendenverformung
oder durch sektionale Stoffdichteänderungen beeinflußt mit der Absicht ein möglichst
ideales Flächengewichtsquerprofil zu erhalten. Bei der nachfolgenden Entwässerung
kommt es jedoch dazu, daß in Abhängigkeit von der Retention durch die Maschen des
Siebes bevorzugt kurze Fasern und Asche mit dem Siebwasser hindurchfallen, d.h., daß
auch bei erfolgreicher Flächengewichtsquerprofilkorrektur ein nicht ideales, weil
nicht gleichmäßiges Papierzusammensetzungsquerprofil entsteht. Es wird daher vorgeschlagen,
die Retention durch sektionale Zugabe eines Retentionsmittels in ihren Abweichungen
zum Mittelwert zu begrenzen, um an den Stellen extremer Retentionsabweichungen die
Papiereigenschaften nicht so stark zu verändern.
[0010] Das Verfahren läßt sich auf alle Stoffauflauf-Typen (z.B. Einlagenstoffaufläufe,
Mehrlagen- bzw. Mehrschichten-Stoffaufläufe, Stoffaufläufe für Spaltformer, Stoffaufläufe
für Langsiebe, etc.) anwenden.
1. Verfahren zur Herstellung einer Faserbahn, insbesondere einer Papierbahn, mit folgenden
Verfahrensschritten:
1.1 die Fasersuspension wird mit Hilfe eines Stoffauflaufes über die Breite der Maschine
gleichmäßig auf ein Sieb bzw. zwischen zwei Siebe verteilt;
1.2 der auf das Sieb bzw. zwischen die Siebe aufgelegten Fasersuspension wird in einer
Entwässerungszone der Großteil der Feuchte entzogen;
gekennzeichnet durch folgenden Verfahrensschritt:
1.3 der Fasersuspension wird sektional eine unterschiedliche Menge an Retentionsmitteln
beigemischt, um den Retentionsgrad sektional zu beeinflussen.