[0001] Die Erfindung betrifft eine aus einzelnen Brückenabschnitten zusammensetzbare, verlegbare
Brücke, bei der jeder Brückenabschnitt folgende lösbar miteinander verbundene Teile
aufweist: zwei Fachwerkträgeranordnungen - jeweils eine an jeder Brückenseite - mit
je einem Obergurt, einem Untergurt und Diagonalen und mindestens einen Querträger
(zuzüglich einem Querträger für die gesamte Brücke).
[0002] Eine derartige Brücke ist aus der DE-OS 22 50 013 bekannt. Sie ist geeignet, schweren
Fahrzeugen, insbesondere Panzern, als Fahrweg über Hindernisse, z. B. Flußläufe, Schluchten,
usw., zu dienen. Die bekannte Brücke weist schwere, im Querschnitt dreieckförmige
Fachwerkträgeranordnungen auf, zwischen denen an dem jeweils inneren Untergurtprofil
Querträger befestigt sind, die wiederum jeweils zu zweit durch Längsträger verbunden
sind. Zur Fahrbahnabdeckung wird eine Vielzahl von Brettern auf die Längsträger gelegt.
Nachteilig an dieser Brücke ist, daß die Fachwerkträgeranordnungen eine erheblichen
Transportraum benötigen. Auch die durch Längsträger verbundenen Querträger benötigen
einen entsprechenden Transportraum. Die vielen einzelnen Fahrbahnbretter erfordern
zudem viel Montageaufwand. Weiterhin nachteilig ist, daß die außerhalb der senkrechten
Mittelebene durch die Fachwerkträgeranordnungen angeordneten Verbindungsstellen für
die Querträger entsprechend biegesteif ausgebildet sein müssen.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine verlegbare Brücke zu schaffen, die
in Einzelteilen auch mit Flugzeugen oder Hubschraubern an den gewünschten Ort herantransportiert,
ggf. mit Fallschirmen abgeworfen und dort durch wenig Personal ohne gesondertes Gerät
im freien Vorbau zusammengebaut werden kann.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Fachwerkträgeranordnungen
für den Transportzustand in eine Ebene zusammenfaltbar sind, daß die Querträger bei
der fertig montierten Brücke zur unmittelbaren oder mittelbaren Abstützung auf dem
Untergurt der Fachwerkträgeranordnung über den Untergurt bzw. - bei einer Fachwerkträgeranordnung
mit mehreren Untergurtprofilen - über das jeweils innere Untergurtprofil seitlich
hinausragt, und daß auf jeder Brückenseite eine formschlüssige Verbindung zwischen
Obergurt und Querträger in zwei verschiedenen, jeweils parallel zur Brückenlängsrichtung
verlaufenden Ebenen besteht.
[0005] Jeder Brückenabschnitt und damit das gesamte Haupttragsystem der Brücke weist lediglich
wenige verschieden ausgebildete Bauteile auf. Diese können durch ihre Abmessungen
und einen Werkstoff mit geringer spezifischer Masse so leicht ausgebildet werden,
daß sie von Personen z. B. von der Abwurfstelle zur Einsatzstelle getragen und dort
von Hand montiert werden können.
[0006] Die Zusammenfaltbarkeit der Fachwerkträgeranordnungen reduziert den benötigten Transportraum
erheblich. Trotzdem ist zur Montage kein großer Montageaufwand nötig, weil die Fachwerkträgeranordnungen
lediglich auseinandergefaltet zu werden brauchen. Die Ausbildung der Querträger und
ihre Auflage erlaubt eine gleichmäßige Belastung der Untergurtprofile jeder Fachwerkträgeranordnung,
so daß die Verbindung einfach und montagefreundlich gestaltet werden kann. Die Querträger
können kompakt verladen werden und benötigen dabei nur einen geringen Transportraum.
[0007] Um die Fachwerkträgeranordnungen sofort bei Montagebeginn in eine standsichere Position
zu bringen, bestehen diese bei einer Weiterbildung der Erfindung aus zwei im Bereich
des Obergurts gelenkig miteinander verbundenen Fachwerkträgerwänden, die mit ihren
jeweils eigenen Untergurten durch Auseinanderfalten auf einen Abstand gebracht werden
können.
[0008] Um die Last der Querträger gleichmäßig auf die Untergurte zu verteilen, ist bei einer
bevorzugten Ausführungsform vorgesehen, an einem der Fachwerkträgerwände jeder Fachwerkträgeranordnung
einen Querriegel anzulenken, der zur Auflage auf beiden Untergurten der Fachwerkträgeranordnung
vorgesehen ist.
[0009] Die formschlüssige Verbindung zwischen dem Obergurt und den Querträgern ist vorzugsweise
durch am Obergurt angelenkte Pfosten verwirklicht, die zum Transport in die Ebene
der Fachwerkträgerwände eingeschwenkt und zur Montage aus diesen herausgeschwenkt
werden können. Dabei können die Ebenen der Pfosten im fertig montierten Zustand unter
einem Winkel zueinander stehen und auch symmetrisch zur Mittelebene der Fachwerkträgeranordnung
angeordnet sein.
[0010] Im einfachsten Fall kann die Fachwerkträgeranordnung auch nur aus einer einzigen
Fachwerkträgerwand bestehen, die über ausgeschwenkte Stützen oder Pfosten am Querträger
abgestützt ist. Bei dieser sehr materialsparenden Ausführungsform bildet die Stütze
gleichzeitig einen Teil der formschlüssigen Verbindung zwischen dem Obergurt und dem
Querträger.
[0011] Um der Brücke eine große Querstabilität zu geben, sind die Querträger nach einer
Weiterbildung der Erfindung mit Aufnahmen für Fahrbahnplatten versehen, die durch
an den Querträgern angeordneten Zapfen in ihrer Lage fixiert sind. Vorteilhaft an
der Bildung der Fahrbahn durch Platten - im Gegensatz zu einzelnen Bohlen oder Brettern
- ist zudem die geringe Anzahl von Einzelteilen und die damit verbundene kurze Montagezeit
auch bei wenig Personal.
[0012] Damit die Einzelteile durch Personen getragen werden können, ist als Werkstoff eine
Aluminiumlegierung vorgesehen. Es kommen jedoch auch faserverstärkte Kunststoffe als
Konstruktionsmaterial in Betracht.
[0013] Die erfindungsgemäße Brücke kann sowohl als Festbrücke zur Auflage auf Ufern von
Hindernissen verwendet werden als auch, auf Schwimmkörpern aufgelgt, als Fähre oder
Schwimmbrücke dienen . Dabei können jeweils zusätzliche Auffahrrampen angeordnet sein.
[0014] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden im
folgenden näher erläutert. Es zeigen
- Fig. 1
- eine Schwimmbrücke in einer auszugsweise Seitenansicht,
- Fig. 2
- einen Brückenabschnitt in der Seitenansicht,
- Fig. 3
- den Brückenabschnitt in einem Querschnitt,
- Fig. 4
- den Brückenabschnitt in einem auszugsweisen Querschnitt in vergrößerter Darstellung
und
- Fig. 5 bis 7
- jeweils eine andere Ausführungsform eines Brückenabschnitts in einem auszugsweisen
Querschnitt.
[0015] Die Schwimmbrücke
B besteht aus einzelnen, miteinander verbundenden Brückenabschnitten
A von z. B. 2,75 m Länge, die jeweils auf einem Schlauchboot
D abgestützt sind. An den jeweils äußersten Brückenabschnitten ist ein spezielles Endfeld
E angeordnet, das zur Anlenkung einer Rampenplatte
R, die auf dem Ufer eines Gewässers
W aufliegt. Zur Handhabung der Rampenplatte
R ist diese an ihrem Auffahrende über einen längenveränderbaren Seilzug
S mit dem Obergurt des Brückenfachwerks verbunden.
[0016] Jeder Brückenabschnitt
A weist an jeder Seite eine Fachwerkträgeranordnung 10 mit zwei Fachwerkträgerwänden
(im folgenden auch nur kurz als "Wand" bzw. "Wände" bezeichnet) 11, 12 auf. Jede Fachwerkträgerwand
11, 12 weist für sich ein rohrförmiges Obergurtprofil (im folgenden auch nur kurz
als "Obergurt" bezeichnet) 13 und ein rohrförmiges Untergurtprofil (im folgenden auch
nur kurz als "Untergurt" bezeichnet) 14 auf, die durch senkrechte Stützen 15 und Diagonalstreben
16 miteinander verbunden sind.
[0017] Die Obergurte 13 der beiden Fachwerkträgerwände werden durch eine Schnallenanordnung
17 zusammengehalten. Innerhalb dieser Schnallenanordnung sind die Obergurte 13 um
ihre eigene Achse schwenkbar gelagert. An den Untergurten 14 der äußeren Wände 11
sind Querriegel 18 an Bolzen 19 angelenkt.
[0018] An den Obergurten 13 sind in der Wand 11 Pfosten 21 und in der Wand 12 Pfosten 22
angelenkt.
[0019] Die Brückenabschnitte
A weisen ferner zwei Querträger 23 und zwei Fahrbahnplatten 24 auf. Am Ende der Brücke
wird zusätzlich ein weiterer Querträger 23 zur Vervollständigung benötigt.
[0020] Die weitere Erläuterung erfolgt anhand der Montage eines Brückenabschnitts A. Von
den zur Einsatzstelle transportierten Brückenteilen werden zunächst zwei Brückenträgeranordnungen
10 von Hand zur Brückenstelle getragen. Dort werden die Wände 11, 12 mit ihren Untergurten
14 auseinandergefaltet und können sofort eine kippsichere Endposition einnehmen. Es
wird also kein zusätzliches Personal zum vorübergehenden Halten der Fachwerkträgeranordnungen
10 benötigt. Anschließend werden die Querriegel 18 aus der Ebene der äußeren Wand
11 um die Bolzen 19 in Richtung auf den Untergurt 14 der inneren Wand 12 geschwenkt
und dort aufgelegt. Durch nicht gesondert dargestellte Mittel wird über die Querriegel
18 ein Formschluß zwischen den beiden Untergurten 14 hergestellt. Auf jeweils zwei
nebeneinanderliegende Querriegel 18 wird das auskragende Ende eines Querträgers 23
aufgelegt, wobei an der Unterseite der Querträger 23 befindliche Zapfen 25 in entsprechende
Ausnehmungen der Querriegel 18 eingreifen. Die Zapfen 25 gewähren und sichern eine
einwandfreie Position der Teile zueinander. Die Querriegel 18 dienen zur gleichmäßigen
Einleitung der Last auf den Querträgern 23 in die Untergurte 14. Die Querträger 23
befinden sich am Stoß und in der Mitte eines jeden Brückenfeldes oder - abschnitts
A.
[0021] Nach der Montage der Querträger 23 werden die Fahrbahnplatten 24 eingelegt. Die Fahrbahnplatten
24 liegen jeweils mit ihren Querkanten auf einem Auflageblech 27 an der Unterseite
der Querträger 23. Durch Zapfen 28 an dem Auflageblech 27 und entsprechende Ausnehmungen
in den Fahrbahnplatten 24 wird einerseits die Lage der Fahrbahnplatten 24 und gleichzeitig
eine große Querstabilität des einzelnen Brückenabschnitts A und der ganzen Brücke
gewährleistet.
[0022] Anschließend werden die Pfosten 21 aus der Wand 11 und die Pfosten 22 aus der Wand
12 ausgeschwenkt, um eine in sich feste formschlüssige Verbindung zwischen den Fachwerkträgeranordnungen
10 und den Querträgern 23 zur Übertragung von Druck- und Zugkräften herzustellen.
[0023] Zum Schutz vor abirrenden Fahrzeugen weist die Fahrbahn Schrammborde 31 auf, die
an der Oberseite der Fahrbahnplatten 24 angelenkt sind.
[0024] Das Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 5 unterscheidet sich von dem zuvor beschriebenen
Ausführungsbeispiel im wesentlichen dadurch, daß die aus den Fachwerkträgerwänden
11, 12 ausschwenkbaren Pfosten 21, 22 eine - im Bezug auf die Mittelebene der Fachwerkträgeranordnungen
10 - zentrische Verbindung herstellen.
[0025] Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 6 liegen die Querträger 23 unmittelbar auf
den Untergurten 14 der Wände 11, 12 auf. Um die Lage in Querrichtung zu sichern, sind
Zapfen 32 an den Untergurten 14 vorgesehen. Die an den Obergurten 13 angelenkten Pfosten
21, 22 zur formschlüssigen Verbindung zwischen der Fachwerkträgeranordnung 10 und
den Querträgern 23 verbleiben bei diesem Ausführungsbeispiel innerhalb der Ebenen
der Wände 11, 12.
[0026] Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 7 besteht die Fachwerkträgeranordnung lediglich
aus einer Fachwerkträgerwand 33, auf deren Untergurt 14 der Querträger 23 aufliegt.
Die formschlüssige Verbindung zwischen der Fachwerkträgerwand 33 und den Querträgern
23 wird durch innerhalb der Ebene der Wand 33 schwenkbare Pfosten 35 und aus dieser
Ebene schwenkbare Pfosten oder Stützen 36 hergestellt, wobei die Pfosten 36 an den
überkragenden seitlichen Enden der Tragarme 23 befestigt sind. Zur Montage werden
die Fachwerkträgerwände 33 von Hand zur Brückenstelle getragen und dort flach abgelegt.
Nach dem Auflegen der Querträger 23 wird die komplett montierte Brückenwand aufgerichtet
und mit Hilfe der an den Querträger 23 angeschlossenen Pfosten 36 gesichert.
1. Aus einzelnen Brückenabschnitten (A) zusammensetzbare, verlegbare Brücke, bei der
jeder Brückenabschnitt (A) folgende lösbar miteinander verbundene Teile aufweist:
- zwei Fachwerkträgerträgeranordnungen (10) - jeweils einer an jeder Brückenseite
- mit je einem Obergurt (13), einem Untergurt (14) und Diagonalen (16),
- und mindestens einen Querträger (23) (zuzüglich einem zusätzlichen Querträger für
die gesamte Brücke),
dadurch gekennzeichnet,
daß die Fachwerkträgeranordnungen (10) für den Transportzustand in eine Ebene zusammenfaltbar
sind,
- daß der Querträger (23) bei der fertig montierten Brücke zur Abstützung auf dem
Untergurt (14) der Fachwerkträgeranordnung (10) über den Untergurt (14) bzw. - bei
einer Fachwerkträgeranordnung mit mehreren Untergurtprofilen - über das jeweils innere
Untergurtprofil seitlich hinausragt und daß auf jeder Brückenseite eine formschlüssige
Verbindung (21, 22; 35, 36) zwischen Obergurt (13) und Querträger (23) in zwei verschiedenen,
jeweils parallel zur Brückenlängsrichtung verlaufenden Ebenen besteht.
2. Brücke nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fachwerkträgeranordnung (10)
zwei im Bereich des Obergurts (13) gelenkig miteinander verbundene Fachwerkträgerwände
(11, 12) mit jeweils eigenem Untergurtprofil (14) aufweist, wobei diese Untergurtprofile
(14) durch Auseinanderfalten der Fachwerkträgerwände (11, 12) auf einen Abstand gebracht
werdenkönnen.
3. Brücke nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine Fachwerkträgerwand (11) einen
an ihr angelenkten Querriegel (18) aufweist, der in ausgeschwenkter Stellung zur Auflage
auf dem Untergurtprofil (14) beider Fachwerkträgerwände (11, 12) vorgesehen ist.
4. Brücke nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die formschlüssige
Verbindung zwischen dem Obergurt (13) und den Querträgern (23) durch am Obergurt (13)
angelenkte Pfosten (21, 22; 35, 36) verwirklicht ist, die in die Ebenen der Fachwerkträgerwände
(11, 12) und aus diesen herausgeschwenkt werden können.
5. Brücke nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Ebenen der
formschlüssigen Verbindung (Pfosten 21, 22; 35, 36) unter einem Winkel zueinander
stehen.
6. Brücke nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Ebenen der formschlüssigen
Verbindung symmetrisch zur Mittelebene der Fachwerkträgeranordnung (10) angeordnet
sind.
7. Brücke nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß jede Fachwerkträgeranordnung
(10) aus einer einzigen Fachwerkträgerwand (33) besteht, die über ausschwenkbare Stützen
(36) am Querträger (23) abgestützt ist.
8. Brücke nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Stütze (36) gleichzeitig ein
Teil der formschlüssigen Verbindung zwischen Obergurt (13) und Querträger (23) darstellt.
9. Brücke nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Querträger
(23) Auflagen (27) für Fahrbahnplatten (24) und Zapfen (28) zum Eingriff in entsprechende
Ausnehmungen in den Fahrbahnplatten (24) aufweisen.