[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur zonalen Steuerung der
Farbführung in einer Druckmaschine mit mehreren Druckwerken gemäß dem Oberbegriff
der Ansprüche 1 und 13.
[0002] Die Steuerung der Farbführung im laufenden Druckprozeß stellt die wichtigste Möglichkeit
dar, die Farbgebung und damit den Bildeindruck zu beeinflussen. Ziel der Farbführungssteuerung
ist es, eine möglichst gute farbliche Übereinstimmung zwischen einem o.k.-Bogen und
einem im Fortdruck erstellten Druckprodukt zu erreichen.
[0003] Als wesentliche Verbesserung ist in diesem Zusammenhang die Steuerung der Farbführung
nach farbmetrischen Größen zu werten, da eine Regelung im Sinne eines Abgleiches von
Soll- und Ist-Farborten in guter Näherung an das Farbempfinden des menschlichen Auges
angepaßt ist.
[0004] Spektrale Messungen der Emissionen von Farbmeßfeldern, die mathematische Umsetzung
dieser Meßwerte in farbmetrische Größen und weiterführend in Steuerdaten zur Verstellung
der Farbführungsorgane einer Druckmaschine sind bereits bekannt geworden. In der EP-PS
02 28 347 ist neben einer entsprechend ausgerüsteten Druckmaschine und einer Meßvorrichtung
für eine solche Druckmaschine auch ein Verfahren zur Farbführungssteuerung der Druckmaschine
angegeben. Für den Farbabgleich zwischen o.k.-Bogen und im Druck/Fortdruck erstelltem
Bogen werden die spektralen Remissionen bestimmter Meßfelder ausgemessen. Aus den
Meßwerten werden die entsprechenden Farb-Koordinaten errechnet. Durch Vergleich des
Ist-Farbortes mit dem entsprechenden Soll-Farbort wird ein eventuell vorhandener Farbabstand
ermittelt. Der Farbabstand wird in Änderungen der Schichtdicken in den einzelnen Druckfarben
umgerechnet. Die errechneten Änderungen in den Schichtdicken der einzelnen Druckfarben
werden an die Farbführungsorgane der Druckmaschine weitergeleitet, so daß der Farbabstand
zwischen Ist-Farbort und Soll-Farbort minimal wird.
[0005] Obwohl die farbmetrische Steuerung optimal an das Farbempfinden des menschlichen
Auges angeglichen ist, ist die Güte der Farbführung gewissen Einschränkungen unterworfen.
Diese Einschränkungen hängen mit der technischen Realisierung eines Regelprozesses
zusammen:
Ein Abgleich zwischen Ist-Farbort und Soll-Farbort findet vorzugsweise nur statt,
wenn der Ist-Farbort außerhalb eines vorgegebenen Toleranzbereiches um den Soll-Farbort
liegt. Hierdurch wird einerseits ein ständiges, Instabilitäten hervorrufendes Regeln
vermieden. Andererseits wird der Tatsache Rechnung getragen, daß jeder Meß- und Steuerprozeß
nur innerhalb gewisser Fehlergrenzen sinnvoll durchgeführt werden kann.
[0006] Die Farbtoleranz E
Tol um den Soll-Farbort wird bei der Farbführungsregelung in einer Druckmaschine so gewählt,
daß der Soll-Farbort in der Mitte des Toleranzraumes liegt und das Auge üblicherweise
innerhalb der Toleranz keine störenden Farbveränderungen im Druckbild wahrnimmt. Es
kann also durchaus sein, daß bei einem leicht rotstichigen Soll-Farbort ein Ist-Farbort
mit einem größeren Rotstich als akzeptabel empfunden wird. Hat der Ist-Farbort jedoch
bei gleich großem Farbabstand einen leichten Grünstich, so kann das Bild nicht akzeptiert
werden. Durch die heutige Festlegung des Toleranzbereiches wird nun aber entweder
ein Farbstich ins Grüne, Blaue und Gelbe zugelassen oder die Toleranz muß unnötig
klein gewählt werden. So kann dann der Fall eintreten, daß beispielsweise die Grünstichigkeit
das visuelle Empfinden stört, d. h. im Extremfall wird Makulatur gedruckt, obwohl
der Ist-Farbort innerhalb der Farbtoleranz E
Tol um den Soll-Farbort liegt.
[0007] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung
anzugeben, die eine nicht tolerierbare Farbstichigkeit im Druckbild ausschließen.
[0008] Die Aufgabe wird dadurch gelöst, daß ein Ist-Farbort nur dann tolerierbar ist, wenn
er innerhalb des Bereiches um den Soll-Farbort liegt, in dem kein Farbumschlag auftritt
(zulässiger Bereich) und der Farbabstand kleiner als E
Tol ist.
[0009] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist vorgesehen,
daß der pro Farbzone ausgewählte Meßbereich entweder im Sujet des Druckproduktes liegt
oder aber in einem Druckkontrollstreifen.
[0010] In einer vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird vorgeschlagen,
daß der ausgewählte Bereich in der Nähe der Unbuntachse (0,0,L) liegt. Bei dem ausgewählten
Bereich handelt es sich also um ein Graufeld, in dem alle druckrelevanten Farben vertreten
sind. Das erfindungsgemäße Verfahren wird in vorteilhafter Weise durch folgende Ausgestaltung
weitergebildet: Der zulässige Bereich "kein Farbumschlag" genügt der Bedingung h₀±α,
wobei h₀ den Bunttonwinkel h des Soll-Farbortes E
Soll und α die maximal zulässige Änderung des Bunttonwinkels h kennzeichnet. Solange der
Ist-Farbort sich innerhalb dieses vorgegebenen Winkelbereiches befindet, besteht keinerlei
Gefahr, daß im Druckbild ein Farbumschlag auftritt.
[0011] Die Wahl eines zulässigen Bereiches in Form eines Winkelsektors läßt sich mathematisch
für anschließende farbmetrische Berechnungen nur schwer umsetzen. Daher wird gemäß
einer vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens vorgeschlagen,
daß innerhalb des zulässigen Bereiches "kein Farbumschlag" eine Farbtoleranz E
Tol' um den Soll-Farbort E
Soll vorgegeben wird. Bei dieser Farbtoleranz handelt es sich um einen Toleranzraum, der
beispielsweise die Form einer Kugel eines Ellipsoiden oder eines Quaders annehmen
kann. Weitere geometrische Räume sind denkbar. Diese neue Farbtoleranz E
Tol' erfüllt folgende Bedingungen:
- alle Punkte von ETol' liegen innerhalb einer vorgegebenen Toleranz ETol um den Soll-Farbort,
- innerhalb von ETol' erfolgt kein Farbumschlag,
- ETol' wird bei gegebener Toleranzraumform maximal.
[0012] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens berücksichtigen
unterschiedliche Verfahrensschritte, je nach Buntheit C₀ des Soll-Farbortes. Ist die
Buntheit C₀ des Soll-Farbortes groß, d. h., die vorgegebene Farbtoleranz liegt stets
innerhalb des zulässigen Bereiches h₀±α, so besteht nicht die Gefahr eines Farbumschlages
und jeder Ist-Farbort, der innerhalb der Farbtoleranz um den Soll-Farbort liegt, wird
von der Steuerung als gut-Farbort behandelt.
[0013] Sobald die Buntheit C₀ des Soll-Farbortes der Bedingung C
min ≦ C₀ < C
max genügt, besteht die Gefahr eines Farb-Umschlages bei der Akzeptanz gewisser Ist-Farborte,
da diese zwar noch innerhalb der Farbtoleranz, aber nicht mehr innerhalb des zulässigen
Bereiches liegen. C
min charakterisiert in diesem Fall die Genauigkeitsgrenze, mit der irgendwelche Messungen
oder Einstellvorgänge an den Farbführungsorganen der Druckmaschine durchgeführt werden
können. Um auch in diesem Fall noch sicherzustellen, daß kein Farbumschlag auftritt,
wird der Soll-Farbort durch einen Ersatz-Soll-Farbort ersetzt, der eine maximal große
Farbtoleranz E
Tol' ermöglicht. Dieser Ersatz-Soll-Farbort liegt zwar noch auf der Verbindungsgeraden
zwischen Unbuntpunkt und Soll-Farbort, rückt aber weiter vom Unbuntpunkt weg; E
Tol' ist hierbei kleiner als E
Tol aber größer als bei einer Toleranz um E
Soll ohne Farbumschlag.
[0014] Ein dritter, gesondert zu behandelnder Fall tritt auf, wenn die Buntheit C₀ des Soll-Farbortes
kleiner als die minimal mögliche Buntheit C
min ist. Wie bereits zuvor erwähnt, kennzeichnet diese minimale Buntheit C
min die untere Grenze für die Meßgenauigkeit bei der Bestimmung der Farborte bzw. für
die Einstellgenauigkeit der Farbdosierelemente in den einzelnen Druckwerken. Hier
macht es wenig Sinn, an die tolerierbaren Ist-Farborte die Bedingung zu stellen, daß
sie innerhalb des zulässigen Bereiches liegen müssen, da ein Farbumschlag nicht mehr
innerhalb der Toleranzen verhindert werden kann (z. B. Maschinenschwankungen sind
zu groß). Außerdem dürfen kleine Schwankungen des Sollwertes nicht zu großen Schwankungen
des Ersatz-Soll-Farbortes führen. Die Koordinaten des Ersatz-Soll-Farbortes lauten:
[0015] Die Farbtoleranz errechnet sich zu
Die Erfindung wird anhand der nachfolgenden Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- ein Blockschaltbild einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung,
- Fig. 2
- eine Darstellung des zulässigen Bereiches im Farbraum und
- Fig. 3
- eine Darstellung des erfindungsgemäßen Verfahrens im Farbraum.
[0016] Fig. 1 zeigt ein Blockschaltbild einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung.
Das in der Druckmaschine erstellte Druckprodukt 2 wird von einem fotoelektrischen
Detektor 5 an gewissen Bildstellen 4a, 4b abgetastet. Entweder liegen diese Bildstellen
4a, 4b im Druckkontrollstreifen 4, oder aber es sind bildrelevante Stellen. Die Positionierung
des Detektors 5 erfolgt über eine Rechen-/Regeleinrichtung 6 nach Eingabedaten, die
von dem Eingabe-/Ausgabegerät 7 geliefert werden. Je nach Vorgabe des Eingabe-/Ausgabegerätes
7 positioniert die Rechen-/Regeleinrichtung 6 den Detektor 5 an den ausgewählten Meßstellen
4a, 4b des in der Druckmaschine 1 erstellten Druckproduktes. Die Auswahl der Meßstellen
4a, 4b erfolgt entweder manuell durch das Bedienpersonal oder aber automatisch unter
Berücksichtigung vorgegebener Daten. Insbesondere werden von der Rechen-/Regeleinrichtung
6 die Meßstellen 4a, 4b üblicherweise pro Farbzone so ausgewählt, daß ihre Farborte
im Farbraum in der Nähe der Unbuntachse liegen, da hier Farbschwankungen meist als
besonders störend empfunden werden. In der Rechen-/Regeleinrichtung 6 wird der Ist-Farbort
E
Ist des jeweiligen Meßfeldes 4a, 4b bestimmt und mit einem vorgegebenen Sollwert E
Soll verglichen. Erfindungsgemäß wird je nach Lage des Ist-Farbortes im Farbraum sowohl
der Soll-Farbort verschoben als auch die vorgegebene Toleranz E
Toll neu festgelegt.
[0017] Die Beeinflussung der Farbgebung in den Meßfeldern 4a, 4b des Druckproduktes 2 erfolgt
über entsprechende Schichtdickenänderungen in den einzelnen Druckwerken, d. h., die
Farbführungsorgane 9 der Druckmaschine 1 werden so justiert, daß ein gemessener Ist-Farbort
mit einem vorgegebenen Soll-Farbort der entsprechenden Meßstelle 4a, 4b übereinstimmt.
Ein entsprechendes Verfahren wird in der EP 03 24 718 A1 hinreichend beschrieben.
[0018] Die Berechnung der Soll-Stellungen der Farbführungsorgane 9 der Druckmaschine 1 wird
in der Farbsteuerungseinheit 8 durchgeführt. Die jeweilige Ist-Stellung der Farbführungsorgane
9 in den Druckwerken der Druckmaschine 1 wird über Potentiometer-Rückmeldung an die
Farbsteuerungseinheit 8 geleitet.
[0019] Prinzipiell kann die erfindungsgemäße Vorrichtung bzw. das erfindungsgemäße Verfahren
"in-line" oder "off-line" zur Anwendung kommen. Der prinzipielle Aufbau einer Einrichtung,
mit der eine "in-line" Messung, d. h. eine direkte Meßwerterfassung in ausgewählten
Meßstellen 4a, 4b des Druckproduktes 2 in der Druckmaschine 1 erfolgen kann, wird
beispielsweise in der DE 24 16 009 A1 beschrieben.
[0020] Das erfindungsgemäße Verfahren ist so ausgelegt, daß ein Farbumschlag innerhalb der
Farbtoleranz E
Tol um den Soll-Farbort E
Soll ausgeschlossen wird.
[0021] In Fig. 2 ist der zulässige Bereich, innerhalb dessen ein akzeptabler Ist-Farbort
E
Ist liegen kann, ohne daß das menschliche Auge einen störenden Farbumschlag wahrnimmt,
in der ab-Ebene des Farbraumes Lab dargestellt. Analoge Betrachtungen ergeben sich
für den Luv-Raum.
[0022] Ein Farbort, hier der Soll-Farbort E
Soll, wird in dem Farbraum durch die Koordinaten C₀, h₀ und L₀ beschrieben. C₀ kennzeichnet
anschaulich die Buntheit des Soll-Farbortes E
Soll und h₀ den Bunttonwinkel des Soll-Farbortes. Die Helligkeit L₀ des Soll-Farbortes
spielt im Falle des erfindungsgemäßen Verfahrens keine Rolle.
[0023] Der sogenannte zulässige Bereich um den Soll-Farbort E
Soll liegt innerhalb des Winkelbereiches h₀ ± α, d. h., liegt ein Ist-Farbort E
Ist innerhalb dieses zulässigen Bereiches, so nimmt das Auge keinen störenden Farbumschlag
wahr. Im gezeigten Fall beträgt der Winkel α, der die maximal zulässige Veränderung
des Bunttonwinkels h wiedergibt, 45°, Nur innerhalb dieses Winkelbereichs werden also
noch für das menschliche Auge akzeptable Druckergebnisse erzielt.
[0024] Fig. 3 zeigt vorteilhafte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens. Wie
in Fig. 1 ist die Lage der jeweiligen Soll-Farborte E
Soll mit den Koordinaten C₀, h₀, L₀ in der ab- bzw. der uv-Ebene des entsprechenden Farbraumes
dargestellt. Als zulässiger Winkelbereich wurde der Quadrant I der ab- bzw. uv-Ebene
gewählt. Im vorliegenden Fall entspricht h₀ dem Winkel α = 45° aus Fig. 1. Es sei
noch einmal erwähnt, daß der zulässige Bereich den Winkelbereich um den Soll-Farbort
E
Soll kennzeichnet, in dem kein das menschliche Farbempflnden störender Farbumschlag auftritt.
[0025] Je nach Lage des Soll-Farbortes E
Soll, charakterisiert durch die sich ändernden Koordinate C₀₁, C₀₂ bzw. C₀₃, sind drei
Fälle zu unterscheiden. Im ersten Fall ist die Buntheit C₀₁ des Soll-Farbortes

. Solange diese Bedingung erfüllt ist, kann ein Ist-Farbort an jeder beliebigen Stelle
dieses Toleranzbereiches E
Tol liegen, ohne daß ein Farbumschlag im Druckbild auftreten würde. Ist α = 45°, so bedeutet
dies, daß C
max mindestens den 1,4fachen Wert von der Farbtoleranz E
Tol haben muß.
[0026] Ein negativ sich bemerkbar machender Farbumschlag kann auftreten, sobald die Buntheit
des Soll-Farbortes E
Soll2 kleiner als die maximal zulässige Buntheit C
max wird. Für diesen zweiten Fall wird zusätzlich gefordert, daß C₀₂ ≧ C
min ist, d. h., zusammengefaßt erfüllt die Buntheit C₀₂ des Soll-Farbortes die Bedingung:

[0027] Würde die Farbregelung/Farbsteuerung nunmehr alle Ist-Farborte E
Ist akzeptieren, die innerhalb der Farbtoleranz E
Tol um den Soll-Farbort mit der Buntheit C₀₂ liegen, so würden dennoch im schraffiert
gezeichneten Bereich nicht akzeptable Druckergebnisse erzielt werden, da hier der
zulässige Bereich, in dem kein Farbumschlag auftritt, verlassen wird. In diesem Fall
sieht das erfindungsgemäße Verfahren folgendes vor: In den innerhalb des zulässigen
Bereiches 2 * h₀ verbleibenden Kreisausschnitt der Farbtoleranz E
Tol wird ein Toleranzkreis gelegt, der an keiner Stelle den zulässigen Bereich verläßt.
Der Mittelpunkt dieses Toleranzkreises wird zum Ersatz-Soll-Farbort mit C₀₂'. Der
neue Ersatz-Soll-Farbort mit C₀₂' hat die Koordinaten

.
[0028] Die errechnete Farbtoleranz E
Tol' läßt sich mathematisch folgendermaßen ausdrücken:
Aus der Fig. 3 ist weiterhin die Vorgehensweise ersichtlich, die zur Anwendung kommt,
wenn die Buntheit C₀₃ des Farb-Soll-Ortes E
Soll3 kleiner als die minimale Buntheit C
min ist. Wie bereits an vorhergehender Stelle beschrieben, kennzeichnet C
min die minimale Farbtoleranz. C
min liegt im Bereich der Meßgenauigkeit des Detektors bzw. der Eingabegenauigkeit der
Stellgrößen für die Farbführungsorgane 9 der Druckmaschine 1. Würde auch jetzt, wie
im vorhergehenden Fall, nur eine Farbtoleranz E
Tol' zugelassen werden die innerhalb des zulässigen Bereiches liegt, so würde eine Regelung
stattfinden, obwohl die Regelgenauigkeit dies nicht zuläßt. Andererseits würde natürlich
eine Farbtoleranz E
Tol um den Soll-Farbort mit der Buntheit C₀₃ im quergestreiften Bereich eindeutig zu
Farbumschlägen im Druckbild führen.
[0029] Ist die Buntheit C₀₃ des Soll-Farbortes E
Soll3 kleiner als C
min, so wird folgende Vorgehensweise vorgeschlagen:
Die Rechentoleranz E
Tol' wird so groß gewählt wie bei dem Soll-Farbort, bei dem

ist. Der Ersatz-Soll-Farbort E
Soll3' hat die Koordinaten
[0030] Hierbei kennzeichnet C
Grenz' den Farbort für den gilt:

[0031] Die Farbtoleranz E
Tol' des Ersatz-Soll-Farbortes mit C₀₃' läßt sich durch folgende Formel ausdrücken:
Aus der vorhergehenden Beschreibung läßt sich ablesen, daß sich das Problem eines
Farbumschlages nur dann zeigt, wenn ein Soll-Farbort innerhalb eines gewissen Raumbereichs
um die L₀ Achse liegt, d. h., daß Meßstellen, die zur Erkennung eines störenden Farbumschlages
herangezogen werden, in der Nähe der Unbuntachse (L₀) liegen müssen.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0032]
- 1
- Druckmaschine
- 2
- Druckprodukt
- 3
- Druckkontrollstreifen
- 4a,b
- Meßstelle
- 5
- fotoelektrischer Detektor
- 6
- Rechen-/Regeleinrichtung
- 7
- Ein-/Ausgabegerät
- 8
- Farbsteuerungseinheit
- 9
- Farbführungsorgane
1. Verfahren zur zonalen Steuerung/Regelung der Farbführung in einer Druckmaschine mit
mehreren Druckwerken, wobei ein in der Druckmaschine erstelltes Druckprodukt an mindestens
einer Stelle pro Farbzone fotoelektrisch ausgemessen wird, wobei aus den Meßwerten
der Ist-Farbort ermittelt wird und mit einem vorgegebenen Soll-Farbort der entsprechenden
Stelle verglichen wird und wobei im Falle eines Farb-Abstandes zwischen Ist- und Soll-Farbort
Steuerdaten für die Farbführungsorgane der Druckmaschine derart berechnet und an die
einzelnen Druckwerke geleitet werden, daß der Farbabstand zwischen Ist-Farbort und
Soll-Farbort minimal wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein tolerierbarer Ist-Farbort EIst innerhalb einer vorgegebenen Farbtoleranz ETol und innerhalb eines zulässigen Bereiches um den Soll-Farbort ESoll (C0, h0, L₀) liegt, indem kein Farbumschlag auftritt.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die pro Farbzone ausgewählte Meßstelle (4b) im Sujet des Druckproduktes (2) liegt.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die pro Farbzone ausgewählte Meßstelle (4a) in einem Druckkontrollstreifen (4)
des Druckproduktes liegt.
4. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die ausgewählte Meßstelle (4a, 4b) in der Nähe der Unbuntachse (0, 0, L) liegt.
5. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Meßwerte "in-line" ermittelt werden.
6. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Meßwerte "off-line" ermittelt werden.
7. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der zulässige Bereich der Bedingung h₀ ± α genügt, wobei h₀ den Bunttonwinkel
des Soll-Farbortes ESoll und α die maximal zulässige Änderung des Bunttonwinkels h kennzeichnet.
8. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Toleranzbereich ETol' um den Soll-Farbort ESoll bestimmt wird, der innerhalb der vorgegebenen Farbtoleranz ETol und innerhalb des zulässigen Bereiches h₀ ± α liegt.
9. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß für den Fall, daß die Buntheit C₀ des Soll-Farbortes ESoll der Bedingung genügt: C₀ ≧ Cmax, die Farbtoleranz um den Soll-Farbort ESoll gleich ETol ist.
10. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß für den Fall, daß für die Buntheit C₀ des Soll-Farbortes E
Soll die Bedingung gilt:

wobei C
min die Genauigkeitsgrenze kennzeichnet, E
Tol' - mit E
Tol' < E
Tol - so bestimmt wird, daß E
Tol' innerhalb des zulässigen Bereiches liegt.
11. Verfahren nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein neuer Soll-Farbort ESoll1 bestimmt wird, der im Zentrum der errechneten Farbtoleranz ETol' liegt.
12. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß für den Fall, daß für die Buntheit des Soll-Farbortes E
Soll gilt:
C₀ < C
min, ein neuer
Soll-Farbort (

) mit der Farbtoleranz

berechnet wird, wobei C
Grenz' die Buntheit des Soll-Farbortes E
Soll ist, bei dem

ist.
13. Vorrichtung zur zonalen Steuerung/Regelung der Farbführung in einer Druckmaschine
mit mehreren Druckwerken, wobei ein Detektor vorgesehen ist, der ein in der Druckmaschine
erstelltes Druckprodukt an mindestens einer Stelle pro Farbzone fotoelektrisch ausmißt,
wobei eine Rechen-/Regeleinrichtung vorgesehen ist, die aus den Meßwerten den Ist-Farbort
dieser Stelle ermittelt und mit einem vorgegebenen Soll-Farbort der entsprechenden
Stelle vergleicht und die im Falle eines Farbabstandes zwischen Ist-Farbort und Soll-Farbort
Steuerdaten für die Farbführungsorgane der Druckmaschine derart berechnet und an die
einzelnen Druckwerke leitet, so daß der Farbabstand minimal wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Rechen-/Regeleinrichtung (6) prüft, ob der Ist-Farbort EIst innerhalb eines zulässigen Bereiches um den Soll-Farbort ESoll (C₀, h₀, L₀) liegt, in dem kein Farbumschlag auftritt.