[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines textilen Flächengebildes,
bei dem zumindest zwei Schmelzen zumindest zweier polymerer Werkstoffe mit Hilfe einer
Spinnvorrichtung in die Gestalt von Fäden überführt werden und bei dem die Fäden nachfolgend
vereint und verfestigt werden.
[0002] Ein solches Verfahren ist aus der DE-OS 15 60 800 bekannt. Dieses Verfahren ist zur
Herstellung von Mischvliesen geeignet, wobei im Schmelzspinnverfahren abwechselnd
verschiedene Polymere ausgesponnen werden. Dabei ist allerdings zu beachten, daß die
Filtereigenschaften des vorbekannten Vliesstoffs wenig befriedigend sind.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der vorbekannten Art derart
weiterzuentwickeln, daß Filterelemente aus Faservliesstoffen gute Gebrauchseigenschaften
während einer langen Gebrauchsdauer aufweisen.
[0004] Diese Aufgabe wird mit den kennzeichnenden Merkmalen von Anspruch 1 gelöst, auf vorteilhafte
Ausgestaltungen nehmen die Unteransprüche 2 bis 5 Bezug.
[0005] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es vorgesehen, daß die Spinnvorrichtung aus
einem Spinnrotor besteht, daß die polymeren Werkstoffe ein elektrisches Differenzpotential
von zumindest zehn Ladungseinheiten aufweisen, daß die Werkstoffe getrennt voneinander
aufgeschmolzen werden, daß jede Schmelze nur jeweils einem Teilbereich von Austrittsöffnungen
des Spinnrotors unvermischt zugeführt und durch diese hindurchgeführt wird, daß die
aus dem Spinnrotor austretenden Fäden verstreckt und zu einem gemeinsamen Flächengebilde
vereint werden und daß das Flächengebilde durch eine Nachbehandlung triboelektrisch
aufgeladen wird. Hierbei ist von Vorteil, daß die unterschiedlichen polymeren Werkstoffe
einen möglichst großen Potentialunterschied aufweisen, der beispielsweise durch ein
Vernadeln des ausgesponnenen Flächengebildes auch während einer sehr langen Gebrauchsdauer
erhalten bleibt. Die Filterwirkung ist dadurch während der gesamten Gebrauchsdauer
des Filtermaterials annähernd gleichbleibend gut. Als bevorzugte polymere Werkstoffpaare
gelangen beispielsweise Polypropylen und Polyacryl 6 zur Anwendung. Nachdem die beiden
polymeren Werkstoffe zu einem homogenen Vliesstoff abgelegt wurden und der Vliesstoff
durch eine mechanische Nachbehandlung, z. B. Vernadeln, triboelektrisch aufgeladen
wurde, bleibt die unterschiedliche Ladung und die gute Filterwirkung lange erhalten.
Durch die Reibungskräfte beim Vernadeln werden elektrostatische Aufladungen in dem
Filtervlies erzeugt. Der Spinnrotor bietet verschiedene Möglichkeiten, triboelektrische
Filtervliesstoffe herzustellen. Neben der bereits erwähnten Werkstoffkombination können
beispielsweise auch Werkstoffe aus Glas und Polypropylen hergestellt werden. Die Verwendung
von Glaskugeln ist dabei problemlos möglich. Bei einem derartigen Verfahren ist es
wichtig, daß der Vliesstoff frei von Avivagen ist, da diese ein Abfließen der Ladungen
begünstigen würden. Neben einem Vernadeln der Vliesstoffbahn ist beispielsweise auch
eine Wasserstrahlverfestigung möglich, bei der die Avivage gleichzeitig entfernt wird.
[0006] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung kann die Schmelze durch zwei voneinander
getrennte Verteilersegmente einer Verteilervorrichtung innerhalb des Spinnrotors nur
den in radialer Richtung jeweils angrenzenden Austrittsöffnungen zugeführt werden,
so daß aus den Austrittsöffnungen im Bereich eines jeden Verteilersegments nur Fäden
eines Werkstoffs austreten. Eine zuverlässige Trennung der aufgeschmolzenen, unterschiedlichen
polymeren Werkstoffe ist dadurch gewährleistet und einer vorzeitigen Vermischung der
Werkstoffe vor ihrem Austritt und ihrer Verfestigung wird dadurch zuverlässig vorgebeugt.
[0007] Die Fäden können unmittelbar nach ihrem Austreten aus den Austrittsöffnungen in noch
klebrigem Zustand mit einer Luftströmung beaufschlagt werden, in die vor ihrem Auftreffen
auf die noch klebrigen Fäden feste Dipolpartikel eingestreut werden, wobei die Fäden
anschließend einer ionisierenden Bestrahlung ausgesetzt werden können. Die Dipolpartikel
können beispielsweise aus Bariumtitanat bestehen, die bei Raumtemperatur Agglomerate
bilden und damit ihre Ladung neutralisieren. Erwärmt man die Partikel mit Hilfe der
Luftströmung auf Temperaturen von über 120°C, verlieren sie ihre Ladung. In diesem
Zustand gelangen die Partikel in gleichmäßiger Verteilung auf die der Luftströmung
zugewandte, noch plastische Faseroberfläche und verkleben mit dieser. Dieser Salzstangeneffekt
weist den Vorteil auf, daß kein separater Klebstoff zur Anwendung gelangt, der die
Filterwirkung des Flächengebildes negativ beeinflußt. Mit zunehmender Größe der aufgebrachten
Partikel wird die Filterwirkung des Faservlieses weiter verbessert. Eine weitere Verbesserung
des Filterwirkung ergibt sich, wenn die Fäden unmittelbar nach ihrer Beaufschlagung
mit den Partikeln einer ionisierende Bestrahlung ausgesetzt werden. Durch die ionisierende
Bestrahlung bilden sich filterwirksame Ladungen, die auch bei langem Filtereinsatz
wirksam bleiben.
[0008] Die Fäden können nach ihrer Formgebung und Verfestigung kontinuierlich fortschreitend
auf einem Trägervlies zur Ablage gebracht werden. Die so verarbeiteten Stoffbahnen
können nachfolgend beispielsweise mit einem Abdeckmaterial laminiert und auf einer
Wickelstation aufgerollt werden.
[0009] Desweiteren betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zur Verwendung bei einem Verfahren,
wie vorstehend beschrieben, umfassend einen in eine Drehbewegung um seine Achse versetzbaren
Spinnrotor mit Austrittsöffnungen im Bereich seiner Umfangsfläche und quer zu der
Achse bewegbare erste Hilfsmittel zum kontinuierlichen Auffangen der aus den Austrittsöffnungen
austretenden Fäden.
[0010] Eine solche Vorrichtung ist aus der DE-OS 38 01 080 bekannt. Dabei ist allerdings
zu beachten, daß nur ein polymerer Werkstoff aufgeschmolzen wird und unter einem Vordruck
in den Spinnrotor eingebracht wird. Die aus den Austrittsöffnungen austretenden Schmelzströme
werden durch ein Gebläse umgelenkt, verstreckt und auf einem ersten Hilfsmittel, einem
Trägervlies, zur Ablage gebracht. Neben dem Nachteil, daß das durch diese Vorrichtung
gebildete Vlies als Filtervlies wenig geeignet ist, da es keine ausreichend hohe Filterwirkung
während einer langen Gebrauchsdauer gewährleistet, ist die Zuverlässigkeit der Vorrichtung
während der bestimmungsgemäßen Verwendung wenig befriedigend. Mit zunehmender Gebrauchsdauer
neigt die vorbekannte Vorrichtung bei druckbeaufschlagtem Einbringen der Schmelze
in den Spinnrotor zu Undichtigkeiten.
[0011] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs genannten
Art derart weiterzuentwickeln, daß sie bessere Gebrauchseigenschaften während einer
längeren Gebrauchsdauer aufweist und zur Herstellung von Filtervliesen geeignet ist,
die eine hohe Filterwirkung während einer langen Gebrauchsdauer gewährleisten.
[0012] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den kennzeichnenden Merkmalen von Anspruch
6 gelöst. Auf vorteilhafte Ausgestaltungen nehmen die Unteransprüche 7 bis 11 Bezug.
[0013] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung ist es vorgesehen, daß der Spinnrotor zum Einspeisen
zweier Schmelzen aus voneinander abweichenden, polymeren Werkstoffen zwei voneinander
getrennte Gruppen von Austrittsöffnungen aufweist, sowie eine dem Spinnrotor im Bereich
der Achse zugeordnete Verteilervorrichtung zum Einspeisen der Schmelzen in die Austrittsöffnungen,
die in voneinander verschiedenen die Achse umschließenden Radialebenen angeordnet
sind und daß dem ersten Hilfsmittel eine Vernadelungseinrichtung zugeordnet ist. Hierbei
ist von Vorteil, daß die unterschiedlichen polymeren Schmelzen den Austrittsöffnungen
des Spinnrotors unvermischt zugeführt werden und durch diese hindurchtreten. Die anschließend
zu einem textilen Flächengebilde verfestigten und auf einem Trägervlies abgelegten
Fasern können dadurch besonders gut triboelektrisch aufgeladen werden. Dem ersten
Hilfsmittel, das beispielsweise durch ein Trägervlies gebildet ist, ist eine Vernadelungsanlage
zugeordnet. Durch die Vernadelung der Vliesstoffbahn, bei der die Fasern jeweils immer
nur aus einem polymeren Werkstoff bestehen, können elektrostatische Aufladungen bedingt
durch die Reibung der Vernadelungsanlage während einer besonders langen Gebrauchsdauer
nahezu unverändert erhalten bleiben. Die Filterwirkung derartiger Vliesstoffe ist
besonders gut.
[0014] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung ist es vorgesehen, daß die Verteilervorrichtung
scheibenförmig ausgebildet ist, aus metallischem Werkstoff besteht und konzentrisch
und unverdrehbar innerhalb des Spinnrotors angeordnet ist. Neben einer guten thermischen
Beständigkeit ist eine derartige Verteilervorrichtung in wirtschaftlicher Hinsicht
kostengünstig herstellbar.
[0015] Die Verteilervorrichtung kann im Bereich ihrer beiden axialen Begrenzungsflächen
nutförmige Vertiefungen aufweisen, die axial und radial in Richtung des Spinnrotors
geöffnet sind. Die im wesentlichen kanalförmigen Vertiefungen sind gegeneinander abgedichtet,
so daß eine zuverlässige Trennung der beiden Schmelzen gewährleistet ist. In strömungstechnischer
Hinsicht ist von Vorteil, wenn die Vertiefungen in radialer Richtung von der Drehachse
ausgehend trichterförmig erweitert sind.
[0016] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist es vorgesehen, daß die Vertiefungen
im wesentlichen senkrecht zueinander angeordnet sind. Bei Verwendung zweier polymerer
Werkstoffe und im wesentlichen mittiger Einspeisung der Schmelzen in die Verteilervorrichtung,
werden die Schmelzen während der bestimmungsgemäßen Verwendung der Vorrichtung jeweils
abwechselnd auf ein 90°-Segment der Austrittsöffnungen gelenkt, wobei die Segmente,
die von derselben Schmelze beaufschlagt werden, einander in radialer Richtung gegenüberliegend
angeordnet sind.
[0017] Gemäß einer anderen Ausgestaltung können die Austrittsöffnungen des Spinnrotors in
voneinander verschiedenen, die Achse umschließenden Radialebenen angeordnet sein,
wobei die Austrittsöffnungen in einer Radialebene nur durch eine Schmelze beaufschlagbar
sind. Auch diese Ausgestaltung der Vorrichtung bedingt aus dem Spinnrotor austretende,
nicht vermischte Fasern aus unterschiedlichen polymeren Ausgangsstoffen, so daß eine
gute triboelektrische Aufladung des abgelegten Faservlieses vorgenommen werden kann
und die elektrostatischen Aufladungen auf den Fasern während einer sehr langen Gebrauchsdauer
erhalten bleiben.
[0018] Anhand der als Anlage beigefügten Zeichnungen werden das Verfahren und die Vorrichtung
im folgenden näher beschrieben.
[0019] Figur 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung in schematischer
Darstellung, Figur 2 den Spinnrotor mit eingebauter Verteilereinrichtung, Figur 3
die Verteilereinrichtung als Einzelteil und Figur 4 den Aufbau des Filtervliesstoffs
und der schematisch dargestellten Vernadelungsvorrichtung.
[0020] Figur 1 zeigt die erfindungsgemäße Vorrichtung in schematischer Darstellung. Zum
besseren Verständnis ist nur das erst Trägervlies 6 abgebildet, das den Spinnrotor
1 entlang einer im wesentlichen halbkreisförmigen Umfangsfläche mit radialen Abstand
umschließt. Ein zur Anwendung gelangendes zweites Trägervlies 7 ist dem ersten Trägervlies
6 parallel zugeordnet und umschließt die andere Hälfte des Spinnrotors 1 in gleicher
Weise, ist aber hier nicht dargestellt. Dem zweiten Trägervlies 7 ist die hier ebenfalls
nicht dargestellte zweite Hälfte des Saugkastens 10 zugeordnet.
[0021] Durch die Rotation des Spinnkopfs wird auf die beiden Polymerschmelzen eine Zentrifugalkraft
ausgeübt. Die Schmelzen lagern sich nur im Bereich des Ihnen zugeteilten Innenumfangs
des Spinnrotors 1 vor den Austrittsöffungen 4 an und werden in Abhängigkeit von der
Drehzahl des Spinnrotors 1 und der Viskosität der Schmelze durch diese hindurchgedrückt.
In diesem Ausführungsbeispiel ist es vorgesehen, daß zwei Schmelzen A, B zur Anwendung
gelangen, denen abwechselnd jeweils 90° der Austrittsöffnungen 4 am Umfang des Spinnrotors
1 zugeordnet sind.
[0022] Durch die in den Figuren 2 und 3 dargestellte Verteilereinrichtung 3 treten jeweils
Fäden 2 eines Werkstoffs auf den einander gegenüberliegenden Seiten des Umfangs des
Spinnrotors 1 aus den Austrittsöffnungen 4 aus. Die austretenden, noch plastischen
Fäden 2 werden durch die Bremswirkung der Luft, die Zentrifugalkraft und die eigene
Massenträgheit verstreckt. In Richtung der Achse 8 des Spinnrotors 1 bewegen sich
die Trägervliese 6, 7 an den Austrittsöffnungen 4 vorbei, wobei der Spinnrotor 1 von
den Trägervliesen 6, 7 und einem Saugkasten 10 umfangsseitig umschlossen ist. Die
Trägervliese 6, 7 sind in radialer Richtung zwischen dem Spinnrotor 1 und dem zweiteiligen
Saugkastens 10 angeordnet. Bedingt durch die Saugwirkung des Saugkastens 10 werden
die Fäden 2 nach ihrer Verfestigung kontinuierlich fortschreitend auf den Trägervliesen
6, 7 zur Ablage gebracht. Im Walzenspalt 12 werden die beiden beschichteten Materialbahnen
laminiert und anschließend vernadelt. Die Nadeln 11 sind in Figur 1 schematisch dargestellt.
Durch die mechanische Nachbehandlung des Vernadelns und die schon in ihrem Urzustand
einen hohen Potentionalunterschied aufweisenden polymeren Werkstoffe erhält das Filtervlies
triboelektrische Eigenschaften, wobei die elektrostatischen Ladungen eine gute Filterwirkung
während einer langen Gebrauchsdauer bewirken.
[0023] In Figur 2 ist der Spinnrotor 1 schematisch dargestellt, der entlang seiner äußeren
Umfangsbegrenzung einen Ring mit Austrittsöffnungen 4 aufweist. Die Verteilervorrichtung
3 ist einstückig ausgebildet und besteht aus einem metallischen Werkstoff und ist
konzentrisch und unverdrehbar innerhalb des Spinnrotors 1 festgelegt. Die kanalartigen
Vertiefungen 9 sind in unterschiedlichen Radialebenen angeordnet, wobei auch die Zuführung
der beiden Schmelzen in die jeweilige Radialebene erfolgt. In diesem Ausführungsbeispiel
sind die Polymerströme der Schmelzen A und B einander senkrecht zugeordnet und erstrecken
sich im wesentlichen entlang der Symmetrieachsen. Die Schmelzen A und B beaufschlagen
abwechselnd jeweils 1/4 des Außenumfangs des Spinnrotors 1. Dabei ist darauf zu achten,
daß den jeweiligen Austrittsöffnungen 4 nur Schmelze eines polymeren Werkstoffs zugeführt
wird und eine Vermischung innerhalb des Spinnrotors 1 zuverlässig vermieden wird.
[0024] In Figur 3 ist die Verteilervorrichtung 3 als Einzelteil dargestellt. Zu sehen sind
die kanalartige Vertiefung 9, in die die Schmelze der polymeren Werkstoffe A und B
eingespeist und bei Rotation der Verteilervorrichtung 3 mit dem Spinnrotor 1 in radialer
Richtung gefördert werden. Senkrecht zum Schmelzstrom der Schmelze A wird in einer
tiefer angeordneten Radialebene der Schmelzstrom des Werkstoffs B in Richtung der
Austrittsöffnungen 4 gefördert. In diesem Ausführungsbeispiel ist es vorgesehen, daß
zwei Schmelzen A, B zur Anwendung gelangen, die jeweils zwei Umfangssegmenten des
Spinnrotors 1 gemäß Figur 2 zugeordnet sind. Davon abweichende Ausgestaltungen sind
ebenfalls möglich.
[0025] Figur 4 zeigt den Aufbau des erfindungsgemäßen Filtermaterials. Eingebettet zwischen
den Trägervliesen 6, 7 befindet sich eine Schicht Feinstfaservliesstoff 13 der durch
die Nadeln 11 einer hier schematisch dargestellten Vernadelungsvorrichtung triboelektrisch
aufladbar ist. Die Nadeln 11 der Vernadelungsvorrichtung bewegen sich in der durch
den Doppelpfeil dargestellten Richtung abwechselnd in das Filtermaterial hinein und
anschließend wieder heraus.
1. Verfahren zur Herstellung eines textilen Flächengebildes, bei dem zumindest zwei Schmelzen
zumindest zweier polymerer Werkstoffe mit Hilfe einer Spinnvorrichtung in die Gestalt
von Fäden überführt werden und bei dem die Fäden nachfolgend vereint und verfestigt
werden, dadurch gekennzeichnet, daß die Spinnvorrichtung aus einem Spinnrotor (1)
besteht, daß die polymeren Werkstoffe eine elektrisches Differenzpotential von zumindest
zehn Ladungseinheiten aufweisen, daß die Werkstoffe getrennt voneinander aufgeschmolzen
werden, daß jede Schmelze nur jeweils einen Teilbereich von Austrittsöffnungen (4)
des Spinnrotors (1) unvermischt zugeführt und durch diese hindurchgeführt wird, daß
die aus dem Spinnrotor (1) austretenden Fäden (2) verstreckt und zu einem gemeinsamen
Flächengebilde vereint werden und daß das Flächengebilde durch eine Nachbehandlung
triboelektrisch aufgeladen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schmelzen durch zwei voneinander
getrennte Verteilersegmente (3.1, 3.2) der Verteilervorrichtung (3) innerhalb des
Spinnrotors (1) nur den in radialer Richtung jeweils angrenzenden Austrittsöffnungen
(4) zugeführt werden und daß aus den Austrittsöffnungen (4) im Bereich eines jeden
Verteilersegments (3.1, 3.2) nur Fäden (2) eines Werkstoffs austreten.
3. Verfahren nach Anspruch 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Fäden (2) unmittelbar
nach ihrem Austreten aus den Austrittsöffnungen (4) in noch klebrigem Zustand mit
einer Luftströmung beaufschlagt werden, in die vor ihrem Auftreffen auf die Fäden
(2) feste Dipolpartikel (5) eingestreut werden und daß die Fäden (2) anschließend
eine ionisierenden Bestrahlung ausgesetzt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Fäden (2) nach ihrer
Formgebung und Verfestigung kontinuierlich fortschreitend auf einem Trägervlies (6,
7) zur Ablage gebracht werden.
5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß als Nachbehandlung ein
Vernadeln des Vliesstoffs erfolgt.
6. Vorrichtung zur Verwendung bei einem Verfahren nach Anspruch 1 bis 2, umfassend einen
in eine Drehbewegung um seine Achse versetzbaren Spinnrotor mit Austrittsöffnungen
im Bereich seiner Umfangsfläche und parallel zu der Achse bewegbare erste Hilfsmittel
zum kontinuierlichen Auffangen der aus den Austrittsöffnungen austretenden Fäden,
dadurch gekennzeichnet, daß der Spinnrotor (1) zum Einspeisen zweier Schmelzen aus
voneinander abweichenden, polymeren Werkstoffen zwei voneinander getrennte Gruppen
von Austrittsöffnungen (4.1, 4.2) aufweist sowie dem Spinnrotor (1) im Bereich der
Achse (8) zugeordnete Verteilervorrichtung (3) zur Einspeisung der Schmelzen in die
Austrittsöffnungen (4), die in voneinander verschiedenen, die Achse (8) umschließenden
Radialebenen angeordnet sind und daß dem ersten Hilfsmittel eine Vernadelungseinrichtung
zugeordnet ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Verteilervorrichtung
(3) scheibenförmig und einstückig ausgebildet ist, aus einem metallischen Werkstoff
besteht und konzentrisch und relativ unverdrehbar innerhalb des Spinnrotors (1) angeordnet
ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Verteilervorrichtung
(3) im Bereich ihrer axialen Begrenzungsflächen nutförmige Vertiefungen (9) aufweist,
die axial und radial in Richtung des Spinnrotors (1) geöffnet sind.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Vertiefungen (9) von
der Achse (8) ausgehend in radialer Richtung trichterförmig erweitert sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch 8 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Vertiefungen (9)
im wesentlichen senkrecht zueinander angeordnet sind.
11. Vorrichtung nach Anspruch 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Austrittsöffnungen
(4) des Spinnrotors (1) in voneinander verschiedenen, die Achse (8) umschließenden
Radialebenen angeordnet sind und daß die Austrittsöffnungen (4) einer Radialebene
nur einer Vertiefung (9) der Verteilervorrichtung (3) zugeordnet sind.