[0001] Die Erfindung betrifft ein trilobales, feinfibrilliges Filamentgarn mit einer Fadenviskosität
RV von 40-55 und einer Festigkeit von 30-45 cN/tex, insbesondere als Vorlagegarn zum
Texturieren, sowie ein Verfahren zur Herstellung desselben.
[0002] Profilierte Polyhexamethylenadipamidgame sind bekannt (US-A-4801503). Bei dem bekannten
Gam handelt es sich um ein glattes Filament mit bandförmigem Fibrillenquerschnitt
mit einem Einzeititer von 2.8 dtex, welches wegen seiner hohen Biegefestigkeit als
Spandexersatz zur Herstellung von Strümpfen geeignet ist. Der tiefe Biegemodul wird
vor allem auf die besondere Profilierung zurückgeführt. Das bekannte Gam wird als
sogenanntes Polyamid LOY-Gam zweistufig hergestellt.
[0003] Unter einem Polyamid LOY ist ein Filament zu verstehen, welches bei Spinn-Abzugsgeschwindigkeiten
bis etwa 1800 m/min aufgewickelt wird; Polyamid POY ist durch Spinn-Abzugsgeschwindigkeiten
zwischen 3700 und 5000 m/min erzeugt.
[0004] Aus der JP-A-58081609 sind trilobale ultrafeine Game aus Polyester mit einem Einzeltiter
< 1.5 dpf bekannt. Die bekannten Garne weisen extrem hohe Schmelzeviskositäten auf,
dienen zur Herstellung von beispielsweise künstlichem Leder. Die Herstellung erfolgt
bei Spinngeschwindigkeiten grösser gleich 2500 m/min. Sie sind für den textilen Einsatz
in der Weberei ungeeignet.
[0005] Ein Nachteil von Polyamid LOY für den geplanten Einsatz des vorliegenden Gams ist
vor allem in den niedrigen Spinngeschwindigkeiten zu sehen, welche eine wirtschaftliche
Herstellung nicht gewährleistet. Ein weiterer Nachteil ist die schlechtere Weiterverarbeitung
(Fadenbrüche) von Polyamid LOY bei hohen Geschwindigkeiten.
[0006] Aus der WO 91/19839 ist ein Verfahren zur Herstellung eines trilobalen Polyamidfilamentgarn
bekannt.
[0007] Nach Beispiel 6 (S69), wird der Faden mit einer Aufspulgeschwindigkeit von 3909 mpm
aufgewickelt.
[0008] Das Garn wird aus einem Polyamid 6.6 mit einer RV ron ∼50 hergestellt. Der erhaltene
Faden weist einen Titer von 55/17 den auf.
[0009] Es ist auch bekannt, dass es bisher nicht gelungen ist, feinere, profilierte Filamente,
mit ausreichender Anfärbehomogenität im textilen Flächengebilde mit annehmbarer Titerregelmässigkeit
(U%) herzustellen. Die Herstellung von profilierten Filamenten im Titerbereich von
glatten Strumpfgamen mit Feinheiten von dtex 22 f 8, d. h. einem Einzeltiter von etwa
dtex 2.8 bereitet keine Schwierigkeiten.
[0010] Hingegen bietet die Herstellung eines feinfibrilligen profilierten Vorlagegarnes
aus Polyhexametliylenadipamid (Nylon 66) POY erhebliche Schwierigkeiten. Das mag daran
liegen, dass ein runder Fibrillenquersehnitt energetisch einen Idealzustand darstellt,
von welchem man sich beim Profifspinnen erheblich entfemt. Mit steigender Feinfibrilfigkeit
wird beim Schmelzspinnen der Fadenbildungsprozess instabiler. Dies äussert sich vor
allem darin, dass die Trterregelmässigkeit stark abnimmt und am fertigen Flächengebilde
eine ungleichmässige Anfärbbarkeit resultiert. Diese Nachteile treten verstärkt beim
Schmelzspinnen von Polyamid-POY auf.
[0011] Die Fadenviskosität wird in bekannter Weise als relative Viskosität (RV).in Ameisensäure
gemessen.
[0012] Zur Bestimmung der Farbgleichmässigkeit wird aus mehreren beliebigen Spinnwickeln
eines Lots ein Strumpfabschnitt gestrickt. Der Strumpfabschnitt wird in einem Bad
mit dem Farbstoff Alizarinlichtblau 4GL der Firma Sandoz AG, Basel in bekannter Weise
angefärbt und nach dem Trocknen kolorimetrisch auf die unterschiedlichen Remissionen
(Helligkeiten) der von den verschiedenen Spinnwickeln stammenden Abschnitte gemessen.
Von den Remissionen wird in bekannter Weise der Variationskoeffizient berechnet.
[0013] Aufgabe der Erfindung ist es, ein feines profiliertes Vorlagegarn zum Texturieren
oder Nachverstrecken zur Verfügung zu stellen, welches vor allem in der Weberei für
Kettfäden geeignet ist und die färberischen Nachteile der bekannten Profilfäden nicht
aufweist.
[0014] Eine weitere Aufgabe ist es, ein Filamentgarn zur Verfügung zu stellen, das im fertigen
textilen Flächengebilde keinen als "speckig" bekannten Glanz, einen verbesserten sehr
weichen Griff aufweist.
[0015] Die Aufgabe wird mit einem Profilfaden erfindungsgemäss gelöst, durch einen Einzelfibrillentiter
< 1,5 dtex, einer hohen Farbgleichmässigkeit (Variationskoeffizient) von < 2 und ein
Breiten/Längenverhältnis B/L des Fibrillenquerschnitts von 0,5 bis 0,7.
[0016] Ein Profilfaden, mit einem Einzelfibrillentiter von < 1,5 dtex, zeigt in überraschender
Weise keine sichtbären Unregefmässigkeiten wie beispielsweise Streifigkeit im gefärbten
Flächengebilde. Es ist erstmals gelungen, einen so feinen Fibrillentiter, mit einem
POY-Ausgangsmaterial herzustellen, der eine Farbgleichmässigkeit mit einem Variationskoeffizienten
von < 2 und einer Titerregelmässigkeit von Uster% < 1 aufweist. Auch das Breiten-/Längenverhältnis
des Filamentquerschnitts von 0,5 bis 0,7, insbesondere um 0,6, ist für die textilen
Anforderungen bezüglich Glanz und Griff besonders geeignet. Zur zahlenmässigen Erfassung
der Profilausprägung dient das Verhältnis aus Breite und Länge B/L, bei trilobalen
Fäden gemessen vom Beginn des Schenkels.
[0017] Es ist besonders zweckmässig das Filamentgarn mit einem trilobalen Profil zu versehen.
Im Einsatzgebiet Texturierung/Strumpf können aber auch Fäden mit einem allgemein flachen
Profil verwendet werden.
[0018] Bei der Herstellung des profilierten Polyamid-Filamentgarns mit einer Festigkeit
von 30-45 cN/tex, wird mit Spritzgeschwindigkeiten von 8-14 m/min, insbesondere von
8,5-10 m/min, bevorzugt 12m/min, gearbeitet. Sie tragen wesentlich zu einer verbesserten
Gamsauberkeit bei.
[0019] Die Erfindung soll anhand von Beispielen näher erläutert werden.
Beispiel A Vergleichsbeispiel
[0020] Polyhexamethylenadipamid-Granulat mit einer relativen Viskosität von 41,5 wird in
bekannter Weise in einem Extruder aufgeschmolzen und über eine Spinndüsenplatte mit
52 Kapillaröffnungen pro Faden und einer Querschnittsfläche von 0,1mm
2 pro Kapillare bei einer Kapillarlänge von 1,2mm und einem trilobalem Kapillarquerschnitt
bei einer Temperatur der Spinndüsenplatte von 276°C verspannen. Der Durchsatz durch
die Düsenplatte ist so eingestellt, dass der Faden einen POY-Titer von 100 dtex, entsprechend
einem Nominaltiter von 78 dtex aufweist, was einen Fibrillentiter von 1,5 dtex ergibt.
Das abgekühlte Fibrillenbündel wird konvergiert und gleichzeitig in bekannter Weise
mit einer Spinnpräparation versehen, verwirbelt und mit einer Spinngeschwindigkeit
von 4200 m/min direkt aufgespult.
[0021] Der hergestellte Faden weist eine Festigkeit von 33 cN/tex bei einer Bruchdehnung
von 73% auf. Seine relative Viskosität beträgt 44; die Titerregelmässigkeit liegt
bei 0,8 U%. Der Variationskoeffizient der Anfärbbarkeit liegt bei 1,02.
Beispiel 1
[0022] Beispiel 1 unterscheidet sich von Beispiel A durch die Verwendung einer Spinndüsenplatte
mit 68 Kapillaröffnungen pro Faden, bei einem Nominaltiter von 78 dtex ergibt sich
ein Fibrillentiter von 1,14 dtex. Die resultierende Festigkeit beträgt 32 cN/tex bei
einer Bruchdehnung von 72%. RV und Titerregelmässsigkeit sind gleich.
Beispiel 2
[0023] Beispiel 2 unterscheidet sich von Beispiel A durch die Verwendung einer Spinndüsenplatte
mit 34 Kapillaröffnungen pro Faden, wobei ein POY-Titer von 56 dtex eingestellt ist.
Dies entspricht einem Nominaltiter von 44 dtex. Es ergibt sich ein Fibrillentiter
von 1,29 dtex. Die resultierende Festigkeit beträgt 32,7 cN/tex bei einer Bruchdehnung
von 69%. Der gesponnene Faden hat eine relative Viskosität von 40,9. Der Variationskoeffizient
der Anfärbbarkeit liegt bei 0,9. Die erreichte Titerregelmässsigkeit ist 0,8 U%.
[0024] Zur Erläuterung der Kapillar- und Filamentform die Zeichnung dienen. Es zeigen
- Fig.1
- die Kapillarform
- Fig.2
- die Fibrillenform
[0025] Fig. 1 zeigt den Querschnitt einer Kapillare, wobei B die Breite eines Schenkels
und L die Länge des Schenkels der Kapillare bedeuten.
[0026] Fig. 2 zeigt den Querschnitt einer Fibrille, wobei B die Breite eines Schenkels und
L die Länge des Schenkels der Fibrille bedeuten.
[0027] Das erfindungsgemässe Filamentgarn, dtex 100 (78) f 52, weist im Flächengebilde gute
textile Eigenschaften auf und dient auch als Vorlagegam zum Texturieren nach dem Falschzwim-
und dem Taslanverfahren, aber auch zum Verstrecken zu einem Glattgarn. Es ist besonders
zum Einsatz in der Weberei als Kettgarn mit seinen hohen färberischen Anforderungen
geeignet.
1. Verfahren zur Herstellung eines trilobalen feinfibrilligen Polyamid-Filamentgarns
mit einer Fadenviskosität RV von 40 bis 55, einer Festigkeit von 30-45 cN/tex, insbesondere
als Vorlagegarn zum Texturieren, mit einem Einzelfibrillentiter <1,5 dtex, bezogen
auf den Nominaltiter, ein Breiten/Längenverhältnis B/L des Fibrillenquerschnitts von
0,5 bis 0,7 und einer Titerregelmässigkeit von Uster % <1, wobei die Polyamidschmelze
mit einer Spritzgeschwindigkeit von 8-14 m/min durch eine Düse mit einer Kapillarfläche
von 0,05 bis 0,1 mm2 extrudiert und die erstarrten Filamente zwischen 3700 und 5000 m/min aufgespult werden.
1. Procédé permettant de fabriquer un fil continu de polyamide à filaments fins de section
trilobée, possédant une viscosité de fil RV comprise entre 40 et 55 et une ténacité
de 30 à 45 cN/tex, qui est destiné en particulier à servir de fil d'alimentation pour
la texturation et qui possède un titre unitaire (au brin) < 1,5 , calculé d'après
le titre nominal, un rapport largeur/longueur B/L, dans la section droite du filament,
de 0,5 à 0,7 et une régularité de titre < 1 % Uster, dans lequel le polyamide fondu
est extrudé, avec une vitesse de 8 à 14 m/min, à travers une filière dont les capillaires
ont une section comprise entre 0,05 et 0,1 mm2 et dans lequel les filaments solidifiés sont bobinés à une vitesse comprise entre
3700 et 5000 m/min.