(19)
(11) EP 0 602 201 B2

(12) NEUE EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Veröffentlichungstag und Bekanntmachung des Hinweises auf die Entscheidung über den Einspruch:
28.01.2004  Patentblatt  2004/05

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
15.10.1997  Patentblatt  1997/42

(21) Anmeldenummer: 93912537.3

(22) Anmeldetag:  01.07.1993
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7D01D 5/253, D01D 5/098, D01F 6/60
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/CH1993/000168
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 1994/001603 (20.01.1994 Gazette  1994/03)

(54)

PROFILIERTES, FEINFIBRILLIGES FILAMENTGARN UND VERFAHREN ZUR HERSTELLUNG DESSELBEN

SHAPED-SECTION FINE-FIBRE FILAMENT YARN AND METHOD OF PRODUCING IT

FIL CONTINU FIBRILLAIRE PROFILE ET SON PROCEDE DE FABRICATION


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK ES FR GB IE IT LI LU NL PT SE

(30) Priorität: 03.07.1992 CH 210992

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
22.06.1994  Patentblatt  1994/25

(73) Patentinhaber: NYLSTAR SA
62054 Saint-Laurent Blangy Cedex (FR)

(72) Erfinder:
  • KRÄMER, Hans-Georg
    CH-6020 Emmenbrücke (CH)

(74) Vertreter: Esson, Jean-Pierre et al
Rhodia Services, Direction de la Propriété Industrielle, Crit-Carrières, B.P. 62
69192 Saint-Fons Cédex
69192 Saint-Fons Cédex (FR)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 573 376
DD-A- 293 379
JP-A- 58 081 609
US-A- 3 994 121
WO-A-91/19839
DE-A- 1 949 324
US-A- 2 939 201
   
  • PATENT ABSTRACTS OF JAPAN vol. 7, no. 175 (C-179)3. M{rz 1983
  • DATABASE WPI Section Ch, Week 7902, Derwent Publications Ltd., London, GB; Class A, AN 79-02696B
  • H. Treptow in Man-Made Fiber Year Book 1986
  • BARMAG information Service Brochure No. 8/1973
  • Encyclopaedia of Polymer Science and Engineering, John Wiley & Sons, 2nd Edition (1988), vol. 11, pages 362-364
  • G.Koschinek and L. Riehl in Chemiefasern 1983 (9/83) pages E69-E71
  • M. Mayer in Cheniefasern 2/85 (1985) E9-E13
   


Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein trilobales, feinfibrilliges Filamentgarn mit einer Fadenviskosität RV von 40-55 und einer Festigkeit von 30-45 cN/tex, insbesondere als Vorlagegarn zum Texturieren, sowie ein Verfahren zur Herstellung desselben.

[0002] Profilierte Polyhexamethylenadipamidgame sind bekannt (US-A-4801503). Bei dem bekannten Gam handelt es sich um ein glattes Filament mit bandförmigem Fibrillenquerschnitt mit einem Einzeititer von 2.8 dtex, welches wegen seiner hohen Biegefestigkeit als Spandexersatz zur Herstellung von Strümpfen geeignet ist. Der tiefe Biegemodul wird vor allem auf die besondere Profilierung zurückgeführt. Das bekannte Gam wird als sogenanntes Polyamid LOY-Gam zweistufig hergestellt.

[0003] Unter einem Polyamid LOY ist ein Filament zu verstehen, welches bei Spinn-Abzugsgeschwindigkeiten bis etwa 1800 m/min aufgewickelt wird; Polyamid POY ist durch Spinn-Abzugsgeschwindigkeiten zwischen 3700 und 5000 m/min erzeugt.

[0004] Aus der JP-A-58081609 sind trilobale ultrafeine Game aus Polyester mit einem Einzeltiter < 1.5 dpf bekannt. Die bekannten Garne weisen extrem hohe Schmelzeviskositäten auf, dienen zur Herstellung von beispielsweise künstlichem Leder. Die Herstellung erfolgt bei Spinngeschwindigkeiten grösser gleich 2500 m/min. Sie sind für den textilen Einsatz in der Weberei ungeeignet.

[0005] Ein Nachteil von Polyamid LOY für den geplanten Einsatz des vorliegenden Gams ist vor allem in den niedrigen Spinngeschwindigkeiten zu sehen, welche eine wirtschaftliche Herstellung nicht gewährleistet. Ein weiterer Nachteil ist die schlechtere Weiterverarbeitung (Fadenbrüche) von Polyamid LOY bei hohen Geschwindigkeiten.

[0006] Aus der WO 91/19839 ist ein Verfahren zur Herstellung eines trilobalen Polyamidfilamentgarn bekannt.

[0007] Nach Beispiel 6 (S69), wird der Faden mit einer Aufspulgeschwindigkeit von 3909 mpm aufgewickelt.

[0008] Das Garn wird aus einem Polyamid 6.6 mit einer RV ron ∼50 hergestellt. Der erhaltene Faden weist einen Titer von 55/17 den auf.

[0009] Es ist auch bekannt, dass es bisher nicht gelungen ist, feinere, profilierte Filamente, mit ausreichender Anfärbehomogenität im textilen Flächengebilde mit annehmbarer Titerregelmässigkeit (U%) herzustellen. Die Herstellung von profilierten Filamenten im Titerbereich von glatten Strumpfgamen mit Feinheiten von dtex 22 f 8, d. h. einem Einzeltiter von etwa dtex 2.8 bereitet keine Schwierigkeiten.

[0010] Hingegen bietet die Herstellung eines feinfibrilligen profilierten Vorlagegarnes aus Polyhexametliylenadipamid (Nylon 66) POY erhebliche Schwierigkeiten. Das mag daran liegen, dass ein runder Fibrillenquersehnitt energetisch einen Idealzustand darstellt, von welchem man sich beim Profifspinnen erheblich entfemt. Mit steigender Feinfibrilfigkeit wird beim Schmelzspinnen der Fadenbildungsprozess instabiler. Dies äussert sich vor allem darin, dass die Trterregelmässigkeit stark abnimmt und am fertigen Flächengebilde eine ungleichmässige Anfärbbarkeit resultiert. Diese Nachteile treten verstärkt beim Schmelzspinnen von Polyamid-POY auf.

[0011] Die Fadenviskosität wird in bekannter Weise als relative Viskosität (RV).in Ameisensäure gemessen.

[0012] Zur Bestimmung der Farbgleichmässigkeit wird aus mehreren beliebigen Spinnwickeln eines Lots ein Strumpfabschnitt gestrickt. Der Strumpfabschnitt wird in einem Bad mit dem Farbstoff Alizarinlichtblau 4GL der Firma Sandoz AG, Basel in bekannter Weise angefärbt und nach dem Trocknen kolorimetrisch auf die unterschiedlichen Remissionen (Helligkeiten) der von den verschiedenen Spinnwickeln stammenden Abschnitte gemessen. Von den Remissionen wird in bekannter Weise der Variationskoeffizient berechnet.

[0013] Aufgabe der Erfindung ist es, ein feines profiliertes Vorlagegarn zum Texturieren oder Nachverstrecken zur Verfügung zu stellen, welches vor allem in der Weberei für Kettfäden geeignet ist und die färberischen Nachteile der bekannten Profilfäden nicht aufweist.

[0014] Eine weitere Aufgabe ist es, ein Filamentgarn zur Verfügung zu stellen, das im fertigen textilen Flächengebilde keinen als "speckig" bekannten Glanz, einen verbesserten sehr weichen Griff aufweist.

[0015] Die Aufgabe wird mit einem Profilfaden erfindungsgemäss gelöst, durch einen Einzelfibrillentiter < 1,5 dtex, einer hohen Farbgleichmässigkeit (Variationskoeffizient) von < 2 und ein Breiten/Längenverhältnis B/L des Fibrillenquerschnitts von 0,5 bis 0,7.

[0016] Ein Profilfaden, mit einem Einzelfibrillentiter von < 1,5 dtex, zeigt in überraschender Weise keine sichtbären Unregefmässigkeiten wie beispielsweise Streifigkeit im gefärbten Flächengebilde. Es ist erstmals gelungen, einen so feinen Fibrillentiter, mit einem POY-Ausgangsmaterial herzustellen, der eine Farbgleichmässigkeit mit einem Variationskoeffizienten von < 2 und einer Titerregelmässigkeit von Uster% < 1 aufweist. Auch das Breiten-/Längenverhältnis des Filamentquerschnitts von 0,5 bis 0,7, insbesondere um 0,6, ist für die textilen Anforderungen bezüglich Glanz und Griff besonders geeignet. Zur zahlenmässigen Erfassung der Profilausprägung dient das Verhältnis aus Breite und Länge B/L, bei trilobalen Fäden gemessen vom Beginn des Schenkels.

[0017] Es ist besonders zweckmässig das Filamentgarn mit einem trilobalen Profil zu versehen. Im Einsatzgebiet Texturierung/Strumpf können aber auch Fäden mit einem allgemein flachen Profil verwendet werden.

[0018] Bei der Herstellung des profilierten Polyamid-Filamentgarns mit einer Festigkeit von 30-45 cN/tex, wird mit Spritzgeschwindigkeiten von 8-14 m/min, insbesondere von 8,5-10 m/min, bevorzugt 12m/min, gearbeitet. Sie tragen wesentlich zu einer verbesserten Gamsauberkeit bei.

[0019] Die Erfindung soll anhand von Beispielen näher erläutert werden.

Beispiel A Vergleichsbeispiel



[0020] Polyhexamethylenadipamid-Granulat mit einer relativen Viskosität von 41,5 wird in bekannter Weise in einem Extruder aufgeschmolzen und über eine Spinndüsenplatte mit 52 Kapillaröffnungen pro Faden und einer Querschnittsfläche von 0,1mm2 pro Kapillare bei einer Kapillarlänge von 1,2mm und einem trilobalem Kapillarquerschnitt bei einer Temperatur der Spinndüsenplatte von 276°C verspannen. Der Durchsatz durch die Düsenplatte ist so eingestellt, dass der Faden einen POY-Titer von 100 dtex, entsprechend einem Nominaltiter von 78 dtex aufweist, was einen Fibrillentiter von 1,5 dtex ergibt. Das abgekühlte Fibrillenbündel wird konvergiert und gleichzeitig in bekannter Weise mit einer Spinnpräparation versehen, verwirbelt und mit einer Spinngeschwindigkeit von 4200 m/min direkt aufgespult.

[0021] Der hergestellte Faden weist eine Festigkeit von 33 cN/tex bei einer Bruchdehnung von 73% auf. Seine relative Viskosität beträgt 44; die Titerregelmässigkeit liegt bei 0,8 U%. Der Variationskoeffizient der Anfärbbarkeit liegt bei 1,02.

Beispiel 1



[0022] Beispiel 1 unterscheidet sich von Beispiel A durch die Verwendung einer Spinndüsenplatte mit 68 Kapillaröffnungen pro Faden, bei einem Nominaltiter von 78 dtex ergibt sich ein Fibrillentiter von 1,14 dtex. Die resultierende Festigkeit beträgt 32 cN/tex bei einer Bruchdehnung von 72%. RV und Titerregelmässsigkeit sind gleich.

Beispiel 2



[0023] Beispiel 2 unterscheidet sich von Beispiel A durch die Verwendung einer Spinndüsenplatte mit 34 Kapillaröffnungen pro Faden, wobei ein POY-Titer von 56 dtex eingestellt ist. Dies entspricht einem Nominaltiter von 44 dtex. Es ergibt sich ein Fibrillentiter von 1,29 dtex. Die resultierende Festigkeit beträgt 32,7 cN/tex bei einer Bruchdehnung von 69%. Der gesponnene Faden hat eine relative Viskosität von 40,9. Der Variationskoeffizient der Anfärbbarkeit liegt bei 0,9. Die erreichte Titerregelmässsigkeit ist 0,8 U%.

[0024] Zur Erläuterung der Kapillar- und Filamentform die Zeichnung dienen. Es zeigen
Fig.1
die Kapillarform
Fig.2
die Fibrillenform


[0025] Fig. 1 zeigt den Querschnitt einer Kapillare, wobei B die Breite eines Schenkels und L die Länge des Schenkels der Kapillare bedeuten.

[0026] Fig. 2 zeigt den Querschnitt einer Fibrille, wobei B die Breite eines Schenkels und L die Länge des Schenkels der Fibrille bedeuten.

[0027] Das erfindungsgemässe Filamentgarn, dtex 100 (78) f 52, weist im Flächengebilde gute textile Eigenschaften auf und dient auch als Vorlagegam zum Texturieren nach dem Falschzwim- und dem Taslanverfahren, aber auch zum Verstrecken zu einem Glattgarn. Es ist besonders zum Einsatz in der Weberei als Kettgarn mit seinen hohen färberischen Anforderungen geeignet.


Ansprüche

1. Verfahren zur Herstellung eines trilobalen feinfibrilligen Polyamid-Filamentgarns mit einer Fadenviskosität RV von 40 bis 55, einer Festigkeit von 30-45 cN/tex, insbesondere als Vorlagegarn zum Texturieren, mit einem Einzelfibrillentiter <1,5 dtex, bezogen auf den Nominaltiter, ein Breiten/Längenverhältnis B/L des Fibrillenquerschnitts von 0,5 bis 0,7 und einer Titerregelmässigkeit von Uster % <1, wobei die Polyamidschmelze mit einer Spritzgeschwindigkeit von 8-14 m/min durch eine Düse mit einer Kapillarfläche von 0,05 bis 0,1 mm2 extrudiert und die erstarrten Filamente zwischen 3700 und 5000 m/min aufgespult werden.
 


Claims

1. Process for producing a trilobal low-dpf polyamide filament yarn having a thread viscosity RV of 40 to 55, a tenacity of 30-45 cN/tex, especially for use as texturizing feed yarn, having an individual filament linear density < 1.5 dtex, based on the nominal linear density, a width/length ratio B/L of the filament cross-section of 0.5 to 0.7 and a linear density uniformity of Uster % < 1, the polyamide melt wherein extruded at an ejection rate of 8-14 m/min through a die having a capillary area of 0.05 to 0.1 mm2 and the solidified filaments are wound up at between 3700 and 5000 m/min.
 


Revendications

1. Procédé permettant de fabriquer un fil continu de polyamide à filaments fins de section trilobée, possédant une viscosité de fil RV comprise entre 40 et 55 et une ténacité de 30 à 45 cN/tex, qui est destiné en particulier à servir de fil d'alimentation pour la texturation et qui possède un titre unitaire (au brin) < 1,5 , calculé d'après le titre nominal, un rapport largeur/longueur B/L, dans la section droite du filament, de 0,5 à 0,7 et une régularité de titre < 1 % Uster, dans lequel le polyamide fondu est extrudé, avec une vitesse de 8 à 14 m/min, à travers une filière dont les capillaires ont une section comprise entre 0,05 et 0,1 mm2 et dans lequel les filaments solidifiés sont bobinés à une vitesse comprise entre 3700 et 5000 m/min.
 




Zeichnung