[0001] Die Erfindung betrifft ein Druckmaschinen-Temperierungssystem für Rotarionskörper
einer Druckmaschine gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.
[0002] Durch die Erfindung soll die Aufgabe gelöst werden, das Temperierungssystem so auszubilden,
daß das Druckwerk der Druckmaschine wahlweise mit der Blasluftkühlvorrichtung (wasserloser
Offsetdruck) oder mit Farbauftragswalzen, sogenannten Farbverreiberwalzen, die von
Kühlflüssigkeit durchströmt werden (wasserloser Offsetdruck), oder mit Befeuchtungsflüssigkeit,
welche auf die Oberfläche der Druckplatte aufgebracht wird (Feuchtwasser-Offsetdruck),
oder mit zweien oder mit allen dreien dieser drei Betriebsarten zusammen in Kombination
betrieben werden kann. Bei jeder dieser drei verschiedenen Betriebsarten soll der
für den Betrieb erforderliche Energieaufwand gering sein. Ferner soll gemäß der Erfindung
das Temperierungsystem derart ausgebildet sein, daß es preiswert hergestellt werden
kann. Ein wesentliches Ziel der Erfindung ist außerdem, daß das Druckplatten-Temperierungssystem
derart ausgebildet ist, daß es in kurzer Zeit, und ohne umfangreiche Baumaßnahmen,
von der einen Betriebsart auf eine andere dieser drei Betriebsarten oder auf eine
gleichzeitige Benutzung von zwei oder drei dieser Betriebsarten umgestellt werden
kann. Diese Umschaltung soll vorzugsweise auf einfache Weise durch Umschalten von
Ventilen möglich sein, ohne daß Maschinenteile ausgebaut oder umgebaut werden müssen.
[0003] Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch die kennzeichnenden Merkmale von Anspruch
1 gelöst.
[0004] Rotationskörper einer Druckmaschine, welche mit dem Temperierungssystem nach der
Erfindung temperiert werden können, sind insbesondere Druckplattenzylinder, Gummituchzylinder,
Gegendruckzylinder, Rollen und Walzen von Feuchtwerken und von Farbwerken der Druckmaschine.
[0005] Die Erfindung betrifft insbesondere den wasserlosen kontinuierlichen Offsetdruck
und ermöglicht es, daß stattdessen mit dem gleichen Druckwerk einer Durckmaschine
wahlweise kontinuierlich Feuchtwasser-Offsetdruck gedruckt wird.
[0006] Beim wasserlosen fortlaufenden Offsetdruck mit sogenannten "TORAY"-Druckplatten ist
es notwendig, die Temperatur der zylindrischen rotierenden Druckplattenoberfläche
auf 24
oC bis 27
oC zu begrenzen. Hierzu kann die Druckplattenoberfläche mit Kaltluft gekühlt werden.
[0007] Ferner besteht der Wunsch, statt mit wasserlosem Offsetdruck auch mit bekanntem Feuchtwasser-Offsetdruck
zu drucken. Gemäß der Erfindung wurde ein Druckplatten-Temperierungssystem geschaffen,
welches in Serie hergestellt werden kann und beide Betriebsarten "wasserloser Offsetdruck"
und "Feuchtwasser-Offsetdruck" gleichzeitig oder alternativ ermöglicht.
[0008] Gemäß der Erfindung ist ein Mikrocomputer vorgesehen, in welchem Regelungskennlinien
für alle Betriebsarten des Druckplatten-Temperierungssystems gespeichert sind, welcher
alle Betriebswert-Sollwerte enthält und welcher alle für den Betrieb zu überwachenden
Istwerte empfängt. Beim wasserlosen Offsetdruck wird als Kühlflüssigkeit Wasser verwendet,
welches mit Zusatzmitteln vermischt sein kann. Dieses Wasser wird im folgenden als
"Kaltwasser" bezeichnet. Es wird in einem ersten Vorratsbehälter aufbereitet und gespeichert.
In einem davon getrennten zweiten Vorratsbehälter wird für den Feuchtwasser-Offsetdruck
"Feuchtwasser" aufbereitet und gespeichert. Sowohl das Feuchtwasser als auch das Kaltwasser
werden von einer ihnen gemeinsamen Kühlanlage gekühlt. Dadurch ist insgesamt eine
kompakte, preiswerte Anlage gegeben, die es ermöglicht mit geringem Energiebedarf
wahlweise je eine der drei möglichen Betriebsarten zu verwenden: 1. wasserloser Offsetdruck
mit Blasluftkühlung durch die Blasluftkühlvorrichtung; 2. wasserloser Offsetdruck
durch Kühlung von Farbverreiberwalzen eines Farbwerkes mit dem gleichen Kaltwasser,
mit welchem in der Blasluftkühlvorrichtung die Kaltluft gekühlt wird; 3. Feuchtwasser-Offsetdruck
durch Befeuchten der Druckplattenoberfläche mit dem Feuchtwasser.
[0009] Die Erfindung wird im folgenden mit Bezug auf die Zeichnungen anhand einer bevorzugten
Ausführungsform als Beispiel beschrieben. In den Zeichnungen zeigen
- Fig. 1
- eine abgebrochene perspektivische Ansicht einer Blasluftkühlvorrichtung in Form einer
balkenartig länglichen Baueinheit, die gekühlte Luft gegen die Oberfläche einer rotierenden
zylindrischen Druckplatte bläst,
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung eines Druckplatten-Temperierungssystems nach der Erfindung
für eine Druckmaschine, die beispielsweise zwei Druckwerke enthält, die wahlweise
mit der gleichen Druckart oder je mit einer anderen Druckart, wasserloser Offsetdruck
oder Feuchtwasser-Offsetdruck, betrieben werden können, und
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung einer weiteren Ausführungsform eines Druckplatten-Temperierungssystems
nach der Erfindung, bei welcher eine Gebläse- und Wärmetauschereinheit örtlich getrennt
von Blasdüsen und Saugdüsen angeordnet, jedoch über Fluidleitungen mit diesen verbunden
ist.
[0010] Fig. 1 zeigt eine abgebrochene perspektivische Darstellung einer Blasluftkühlvorrichtung
2, welche eine balkenartig längliche Baueinheit ist. Diese Baueinheit oder Blasluftkühlvorrichtung
2 erstreckt sich mit geringem Abstand im wesentlichen über die gesamte axiale Länge
einer zylindrischen Oberfläche 4 einer zylindrischen Druckplatte 6, die in Richtung
eines Pfeiles 8 rotiert. Die Blasluftkühlvorrichtung 2 ist relativ zur rotierenden
Druckplatte 6 ortsfest angeordnet. Die Blasluftkühlvorrichtung 2 besteht aus einem
Gehäuse 10, welches auf seiner der Druckplattenoberfläche 4 zugewandten Seite offen
ist und dadurch einen sich über die gesamte Walzenlänge erstreckenden Luftauslaß 12
bildet; einem um ein Scharnier 14 schwenkbaren Deckel 16 auf der vom Luftauslaß 12
abgewandten Gehäuseseite, in welchem eine Vielzahl von Bohrungen 18 als Lufteinlaß
für Luft von außerhalb des Gehäuses 10 gebildet ist; Luftrückführkanälen 20 und 22,
die je zwischen einem unteren Gehäuseblech 24 und einem oberen Gehäuseblech 26 und
einem je mit Abstand davon angeorndeten unteren Leitblech 28 und oberen Leitblech
30 gebildet sind und je einen Rücklufteinlaß 32 und 34 auf der der Druckplattenoberfläche
4 gegenüberliegenden Seite der Blasluftkühlvorrichtung 2 bilden, und auf der dazu
abgewandten Seite der Blasluftkühlvorrichtung 2 Rückluftauslässe 36 und 38 haben,
über welche von der Druckplattenoberfläche 4 abgeführte Rückluft 40 und 41 mit Frischluft
42 zusammenströmt und vermischt wird, die über den Lufteinlaß 18 im Deckel 16 in die
Blasluftkühlvorrichtung 2 einströmt. Die Öffnungsränder 44 und 46 der Leitbleche 28
und 30 bilden zusammen mit den Öffnungsrändern des Luftauslasses 12 die Rücklufteinlässe
32 und 34.
[0011] Hinter dem Deckel 16 befindet sich ein Luftfilter 50, welcher sich über den Lufteinlaß
18 und die Rückluftauslässe 36 und 38 erstreckt und deren Luft filtert. Hinter dem
Luftfilter 50 befindet sich zwischen den Leitblechen 28 und 30 ein Wärmetauscher 52,
der sich im wesentlichen über die gesamte axiale Länge der Druckplattenoberfläche
4 erstreckt. Auf seiner von der Druckplattenoberfläche 4 abgewandten Seite bilden
der Lufteinlaß 18 und die Rückluftauslässe 36 und 38 einen Wärmetauscher-Lufteinlaß
54. Die der Druckplattenoberfläche 4 zugewandte Seite des Wärmeaustauschers 52 bildet
einen Wärmetauscher-Luftauslaß 56.
[0012] Am Wärmetauscher-Luftauslaß 56, zwischen dem Wärmetauscher 52 und der Druckplatte
6, befindet sich zwischen den beiden Leitblechen 28 und 30 mindestens ein, vorzugsweise
jedoch eine Vielzahl von Gebläsen 60, welche über die axiale Länge der zylindrischen
Druckplatte 6 und damit über die Länge der Blasluftkühlvorrichtung 2 verteilt nebeneinander
angeordnet sind. Die Gebläse 60 saugen am Wärmetauscher-Lufteinlaß 54 Frischluft 42
durch den Lufteinlaß 18 und Rückluft 40 und 41 durch die Rückluftauslässe 36 und 38,
saugen die sich miteinander vermischende Frischluft 42 und Rückluft 40 und 41 durch
den Wärmetauscher 52, in welchem die vermischte Luft gekühlt wird, und blasen dieses
Gemisch auf die zylindrische Oberfläche 4 der zylindrischen Druckplatte 6. Die Oberfläche
4 lenkt die Luft in Drehrichtung 8 und in Gegendrehrichtung tangential weg in die
Rücklufteinlässe 32 und 34. Diese Rückluft 40 und 41 strömt durch die Luftrückführkanäle
20 und 22 über die Rückluftauslässe 36 und 38 wieder zum Wärmetauscher-Lufteinlaß
54. Damit ist ein Luftrezirkulationskreislauf gebildet, in welchem nur soviel Frischluft
42 durch die Saugwirkung der Gebläse 60 hinzugefügt wird, wie Luft am Luftauslaß 12
zwischen dem Gehäuse 10 und der Oberfläche 4 der Druckplatte 6 in die Umgebung entweicht.
Dadurch ergibt sich gegenüber einer Ausführungsform, welche keinen Rezirkulationskreislauf
durch Luftrückführkanäle 20 und 22 hat, sondern nur mit Frischluft arbeitet, eine
sehr große Energieeinsparung. Die Gebläse 60 enthalten einen ihre Propeller antreibenden
Elektromotor, dessen Drehzahl über ein Bündel elektrischer Leitungen 64 von einer
elektronischen Steuereinrichtung 66, die einen Mikrocomputer enthält, in Abhängigkeit
von einem Temperatur-Sollwert der Druckplattenoberfläche 4 und dem jeweiligen Temperatur-Istwert
dieser Druckplattenoberfläche 4 reguliert wird. Die Istwert-Temperatur der Druckplattenoberfläche
4 wird durch Sensoren 68 gemessen, welches vorzugsweise Infrarot-Sensoren sind. Bei
einer Erhöhung der Istwert-Temperatur über den Temperatur-Sollwert wird automatisch
die Drehzahl der Rotoren der Gebläse 60 durch den Mikrocomputer der Steuereinrichtung
66 erhöht, um die Druckplattenoberfläche 4 stärker zu kühlen; bei einem Abfall der
Istwert-Temperatur der Druckplattenoberfläche 4 unter den Temperatur-Sollwert wird
die Drehzahl des Rotors der Gebläse 60 durch den Mikrocomputer entsprechend erniedrigt.
Als Kühlflüssigkeit zur Kühlung des Wärmetauschers 52, vorzugsweise ein Plattenwärmetauscher,
wird Kaltwasser verwendet, welches den Wärmetauscher von einem Kaltwassereinlaß 70
zu einem Kaltwasserauslaß 72 in Richtung von Pfeilen 74 durchströmt. Der Wärmetauscher
52 ist Bestandteil eines Kühlflüssigkeitskreislaufes, in welchem das vom Wärmetauscher
52 aufgewärmte Kaltwasser ständig abgekühlt wird bevor es dem Wärmetauscher 52 wieder
zugeführt wird. Dadurch ist es möglich, die Temperatur der von den Gebläsen 60 auf
die Druckplattenoberfläche 4 geblasenen Luft durch Änderung der Temperatur des Kaltwassers
des Wärmetauschers 52 zu verändern. Dadurch ist es möglich, die Temperatur der Druckplattenoberfläche
4 wahlweise durch Variation der Rotordrehzahl der Gebläse 60 und/oder durch Variation
der Temperatur des Kaltwassers zu beeinflussen, welches dem Wärmetauscher 52 zugeführt
wird.
[0013] Durch die Verwendung von mehreren, statt nur eines einzigen Gebläses 60, hat die
Blasluftkühlvorrichtung 2 über die axiale Länge der Druckplattenoberfläche verteilt
eine der Anzahl der Gebläse 60 entstprechende Anzahl von Kühlluftabschnitten 76, 77,
78 usw. Durch getrennte Ansteuerung der Gebläse 60 kann die Druckplattenoberfläche
4 entlang ihrer axialen Länge entsprechend den Kühlluftabschnitten 76, 77, 78 usw.
individuell stärker oder schwächer gekühlt werden. Anstelle eines einzigen Wärmetauschers
52, der sich über die Saugseiten von allen Gebläsen 60 erstreckt, kann jedem Gebläse
60 ein eigener Wärmetauscher 52 zugeordnet und bezüglich der Kaltwassertemperatur
einzeln geregelt werden. Dadurch kann die Temperatur der Druckplattenoberfläche ebenfalls
in jedem Kühlluftabschnitt 76, 77, 78 separat durch die entsprechende Kaltwassertemperatur
der Wärmetauscher 52 eingestellt und geregelt werden. Damit kann die Druckplattenoberfläche
4 nicht nur insgesamt, sondern wahlweise in gewünschten Zonen entsprechend den Kühlluftabschnitten
76, 77, 78 optimal dem Druckvorgang entsprechend temperaturgeregelt werden.
[0014] Fig. 2 zeigt ein komplettes Druckplatten-Temperierungssystem für eine Druckmaschine
nach der Erfindung, wobei in Fig. 2 unter anderem auch die Blasluftkühlvorrichtung
2, deren Kaltwassereinlaß 70 und Kaltwasserauslaß 72, sowie das Bündel elektrischer
Leitungen 64 der Elektromotoren der Gebläse 60, und die das gesamte Temperierungssystem
steuernde Mikrocomputer-Steuereinrichtung 66 dargestellt sind.
[0015] Das als Kühlflüssigkeit dienende Kaltwasser für den Wärmetauscher 52 wird in einem
ersten Vorratsbehälter 80 gespeichert, gegebenenfalls mit Zusatzmitteln versehen,
auf einem bestimmten Niveau 81 gehalten, und von einer Pumpe 82 durch eine Leitung
83, einen zweiten Wärmetauscher 84, eine Leitung 85 mit einem vom Mikrocomputer der
Steuereinrichtung 66 regelbaren Ventil 86 durch den Kaltwassereinlaß 70 dem ersten
Wärmetauscher 52 der Blasluftkühlvorrichtung 2 zugeleitet. Das Kaltwasser gibt im
ersten Wärmetauscher 52 der Blasluftkühlvorrichtung 2 Kälte an die Frischluft 42 und
die rezirkulierte Rückluft 40 und 41 ab. Das dabei erwärmte Kaltwasser strömt durch
den Wärmetauscher 52 hindurch und über dessen Kaltwasserauslaß 72 und eine Kaltwasserrückleitung
88 in den ersten Vorratsbehälter 80 zurück. Je schneller das Kaltwasser durch den
ersten Wärmetauscher 52 der Blasluftkühlvorrichtung 2 strömt, desto stärker kühlt
es die Luft 42 und 40, 41 im ersten Wärmetauscher 52 ab. Der die Temperatur der Oberfläche
4 messende Sensor 68 ist über elektrische Leitungen 90 an die Mikrocomputer-Steuereinrichtung
66 angeschlossen und meldet ihr die jeweilige Istwert-Tempertur der Druckplattenoberfläche
4. Die erste Pumpe 82 ist ebenfalls durch, nicht dargestellte, elektrische Leitungen
mit der Mikrocomputer-Steuereinrichtung 66 verbunden. Dadurch kann die Mikrocomputer-Steuereinrichtung
66 in Abhängigkeit von einem in ihr gespeicherten Temperatur-Sollwert und in Abhängigkeit
des vom Sensor 68 gemessenen Temperatur-Istwertes die Drehzahl der Pumpe 82 und dadurch
die Strömungsgeschwindigkeit des durch den ersten Wärmetauscher 52 strömenden Kaltwassers
derart regeln, daß die von der Blasluftkühlvorrichtung 2 auf die Druckplattenoberfläche
4 geblasene Luft 40, 41, 42 die Istwerttemperatur der Druckplattenoberfläche 4 auf
dem gewünschten Sollwert hält. Diese Temperaturregelung kann zusätzlich oder anstelle
der Temperaturregelung durch die Drehzahlregelung der Gebläse 60 erfolgen.
[0016] Der beste Wirkungsgrad wird mit der Blasluftkühlvorrichtung 2 dann erreicht, wenn
die Ränder des Luftauslasses 12 des Gehäuses 10 luftdicht an der Druckplattenoberfläche
4 anliegen, weil dann keine Luft zwischen dem Gehäuse 10 und der Durckplattenoberfläche
4 aus der Blasluftkühlvorrichtung 2 entweichen könnte. Eine solche dichte Anlage ist
jedoch in der Praxis nicht möglich. Es genügt, wenn die Ränder des Luftauslasses 12
des Gehäuses 10 einen sehr kleinen Abstand von der Druckplattenoberfläche 4 haben.
Dadurch, daß die Ränder 44 und 46 der Leitbleche 28 und 30 einen größeren Abstand
von der Druckplattenoberfläche 4 haben als die Ränder des Luftauslasses 12, ist der
Strömungswiderstand für die Luft in die Luftrückführkanäle 20 und 22 um ein Vielfaches
kleiner als der Luftwiderstand zwischen den Rändern des Luftauslasses 12 des Gehäuses
10 und der Druckplattenoberfläche 4.
[0017] Wie Fig. 2 zeigt, kann die Blasluftkühlvorrichtung 2 auch auf einer diametral entgegengesetzten
Seite der zylindrischen Druckplatte 6 angeordnet sein, oder es können mehrere Blasluftkühlvorrichtungen
2 und mehrere Temperatursensoren 68 auf der Oberfläche 4 der Druckplatte 6 verteilt
angeordnet sein.
[0018] Ein Niveausensor 91 im ersten Vorratsbehälter 80 meldet dem Mikrocomputer der Steuereinrichtung
66 das Kaltwasserniveau 81. Der Mikrocomputer erzeugt ein Signal, wenn das Kaltwasserniveau
81 im ersten Vorratsbehälter 80 zu niedrig oder zu hoch ist, so daß automatisch oder
manuell das Kaltwasserniveau 81 konstant gehalten werden kann. Auf der Druckseite
der Pumpe 82 führt eine Entlüftungsleitung 92 mit einer Strömungsdrossel 93 von der
Kaltwasserleitung 83 zurück in den ersten Vorratsbehälter 80. Die Entlüftungsleitung
92 verhindert, daß bei abgeschalteter Pumpe 82 Kaltwasser vom ersten Vorratsbehälter
80 in die Blasluftkühlvorrichtung 2 durch Kapillarwirkung oder Schwerkraftwirkung
gesaugt werden kann.
[0019] Gemäß Fig. 2 ist die Druckplatte 6 Bestandteil eines Druckwerkes 100 einer Druckmaschine.
Das Druckwerk 100 enthält eine Gummituchwalze 102, welche das Druckbild von der Oberfläche
4 der Druckplatte 6 auf ein Bedruckmaterial 104 überträgt, welches in Richtung eines
Pfeiles 105 über die zylindrische Oberfläche der Gummituchwalze 102 rollt. Die Oberfläche
der sogenannten Gummituchwalze 102 kann aus Gummi oder einem anderen Material bestehen.
Ein Farbwerk 106 überträgt Druckfarbe mittels Rollen 107, sogenannten Farbverreiberrollen,
aus einem Farbvorratsbehälter, einem sogenannten Farbduktor 108 auf die Oberfläche
4 der Druckplatte 6. Durch die Farbverreiberrollen 107 kann Kaltwasser des ersten
Vorratsbehälters 80 hindurchgeleitet werden, um die zylindrischen Oberflächen der
Farbverreiberrollen 107 und dadurch auch die Druckfarbe und die Oberfläche 4 der Druckplatte
6 zu kühlen. Die Oberfläche 4 der Druckplatte 6 kann somit wahlweise durch Luft 40,
41, 42 der Blasluftkühlvorrichtung 2 und/oder durch Kaltwasserkühlung der Farbverreiberrollen
107 gekühlt und dadurch auf einer gewünschten Temperatur gehalten werden. Die durch
Kaltwasser gekühlten Farbverreiberrollen 107 können mit Kaltwasser aus dem ersten
Vorratsbehälter 80 dadurch versorgt werden, daß sie an die Kaltwasservorleitung 85
und an die Kaltwasserrückleitung 88 durch Vorlauf-Anschlußleitungen 111 und Rücklaufanschlußleitungen
112 angeschlossen sind. In den Vorlaufanschlußleitungen 111 befindet sich vorzugsweise
ein Ventil 114, welches von der Mikrocomputer-Steuereinrichtung 66 in Abhängigkeit
von einem Temperatur-Sollwert und einem Temperatur-Istwert geöffnet oder geschlossen
wird. Der Temperatur-Istwert kann der vom Infrarotsensor 68 gemessene Temperaturwert
der Oberfläche 4 der Druckplatte 6 sein. Bei beiden Kühlarten (Blasluft-Kühlvorrichtung
2 und Kühlung der Farbverreiberwalzen 107) wird keine Kühlflüssigkeit auf die Druckplattenoberfläche
4 aufgebracht, so daß diese Druckart auch als "wasserloser Offsetdruck" bezeichnet
werden kann. Mit dem gleichen Druckwerk 100 kann jedoch auch "Feuchtwasser-Offsetdruck"
gedruckt werden, wenn zusätzlich eine Wanne 120 vorgesehen wird, aus welcher eine
in das Feuchtwasser 124 eintauchende rotierende Walze 122 Feuchtwasser 124 aufnimmt
und direkt oder über weitere Walzen auf die Oberfläche 4 der rotierenden Druckplatte
6 überträgt. Dadurch kann mit dem gleichen Druckwerk 100 wahlweise nach drei verschiedenen
Arten gedruckt werden: 1. Feuchtwasser-Offsetdruck, 2. wasserloser Offsetdruck mit
Kühlung der Druckplattenoberfläche 4 durch Kühlung der Farbverreiberwalzen 107, und/oder
3. wasserlosesr Offsetdruck mit Kühlung der Oberfläche 4 der Druckwalze 6 durch die
Blasluftkühlvorrichtung 2. Wie Fig. 2 zeigt, kann die Druckmaschine mehrere Druckwerke
100, 200 usw. haben, die alle gleich oder verschieden ausgebildet sein können. Alle
Druckwerke 100, 200 usw. können für eines oder mehrere der genannten drei Druckarten
ausgebildet sein. Dadurch ist es möglich, daß das Bedruckmaterial 104 in mehreren
Druckwerken nach einer der drei genannten verschiedenen Arten bedruckt wird. Dadurch
können bessere Druckqualitäten und neue Druckbildvarianten bei geringerem Energiebedarf
und bei geringerem Materialaufwand als bisher erzielt werden. Die Blasluftkühlvorrichtung
2 kann in jedes bekannte Druckwerk auch nachträglich eingebaut werden.
[0020] Das Feuchtwasser 124 ist in einem vom Kaltwasser 130 des ersten Vorratsbehälters
80 hermetisch getrennten zweiten Vorratsbehälter 132 gespeichert, in welchem es durch
einen an die Mikrocomputer-Steuereinrichtung 66 angeschlossenen Niveausensor oder
Niveauschalter 134 auf einem im wesentlichen konstanten Niveau 135 gehalten wird und
mit Zusatzstoffen, beispielsweise Alkohol, vermischt werden kann. Zum Ausgleich von
Wasserverlusten haben sowohl der erste Vorratsbehälter 80 als auch der zweite Vorratsbehälter
132 je einen eigenen, nicht dargestellten Wasserzulauf, der von der Mikrocomputer-Steuereinrichtung
66 in Abhängigkeit vom Niveau-Istwert 81 bzw. 135 geregelt wird, der vom Niveausensor
91 bzw. 134 gemessen wird. Eine zweite Pumpe 138 fördert Feuchtwasser 124 vom zweiten
Vorratsbehälter 132 über eine Leitung 139 durch einen dritten Wärmetauscher 140 und
nach dem Wärmetauscher durch eine Feuchtwasser-Vorlaufleitung 142 in die Feuchtwasserwanne
120. Das Feuchtwasser 124 wird in der Feuchtwasserwanne 120 auf einem bestimmten Flüssigkeitsniveau
144 konstant gehalten. Dies kann durch einen Flüssigkeitsüberlauf realisiert werden.
Das Feuchtwasser gelangt von der Feuchtwasserwanne 120 über den Flüssigkeitsüberlauf
durch Schwerkraft durch eine Abflußleitung 150 und einen Filter 152 in einen Filterbehälter
154. Eine dritte Pumpe 156 fördert das gereinigte Feuchtwasser vom Filterbehälter
154 über eine Rücklaufleitung 158 in den zweiten Vorratsbehälter 132 zurück. Ein Filtersensor
160 erzeugt ein Signal, wenn der Filter 152 so stark verschmutzt ist, daß er ausgewechselt
werden muß. Auf der Druckseite der zweiten Pumpe 138 befindet sich in der Leitung
139 ein Alkoholsensor 162, welcher dazu dient, den Alkoholgehalt des Feuchtwassers
im zweiten Vorratsbehälter 132 durch die Mikrocomputer-Steuereinrichtung 66 automatisch
konstant zu halten oder ein Alarmsignal zu erzeugen, wenn der Alkoholgehalt von einem
gewünschten Sollwert abweicht. Gemäß einer abgewandelten Ausführungsform kann die
Abflußleitung 150 direkt mit der Saugseite 164 der dritten Pumpe 156 verbunden sein,
der Filter 152 kann auswechselbar in oder auf dem zweiten Behälter 132 entsprechend
der dortigen Bezugszahl 152/2 angeordnet sein, und das Auslaßende 166 kann auf den
im Vorratsbehälter 132 angeordneten Filter 152/2 gerichtet sein, so daß das zurückgeführte
Feuchtwasser von der dritten Pumpe 156 bis oberhalb des Filters 152/2 gepumpt wird
und dann durch Schwerkraft durch diesen Filter 152/2 hindurch in den zweiten Vorratsbehälter
132 sickert. Wenn mehrere Druckwerke 100, 200 usw. vorgesehen sind, kann von der Feuchtwasser-Vorlaufleitung
142 jeweils eine Zweigleitung 170 in die Feuchtwasserwanne 120 der weiteren Druckwerke
200 usw. fließen. Die Feuchtwasser-Wannen 120 der weiteren Druckwerke sind in gleicher
Weise wie beim zuerst beschriebenen Druckwerk 100 über eine Abfluß-Zweigleitung 172
an die Abflußleitung 150, oder in abgewandelter Ausführungsform direkt an die Saugseite
164 der dritten Pumpe 156 angeschlossen.
[0021] Auf der Druckseite der zweiten Pumpe 138 ist an die Leitung 139, stromabwärts des
Alkoholsensors 162, eine Entlüftungsleitung 174 mit einer Strömungsdrossel 176 angeschlossen,
deren Auslaß 178 in den zweiten Vorratsbehälter 132 mündet. Die Entlüftungsleitung
174 verhindert ein Ansaugen von Feuchtwasser aus dem zweiten Vorratsbehälter 132 in
die Feuchtwasserwanne 120 durch Unterdruckwirkung (Saugwirkung) durch abfließendes
Feuchtwasser beim Abschalten der Pumpe 138. Vom Feuchtwasserauslaß 180 des dritten
Wärmetauschers 140, an welchen auch die Feuchtwasservorlaufleitung 142 angeschlossen
ist, führt eine Bypassleitung 182 mit einem einstellbaren Ventil 184 in den zweiten
Vorratsbehälter 132 zurück. Die Bypassleitung 182 ermöglicht es, die zweite Pumpe
138 in Dauerbetrieb konstant laufen zu lassen und das Feuchtwasser im Kreislauf zu
führen, wenn der Feuchtwasserwanne 120 kein Feuchtwasser zugeführt werden darf, beispielsweise
während Betriebsunterbrechungen oder dann, wenn das Feuchtwasserniveau im Feuchtwasserbehälter
120 über dem gewünschten Sollwert liegt. Der genannte Kreislauf wird durch den zweiten
Vorratsbehälter 132, die zweite Pumpe 138, die Leitung 139, den dritten Wärmetauscher
140, und die Bypassleitung 182 gebildet. Der Befeuchtungsflüssigkeitskreislauf ist
durch den zweiten Vorratsbehälter 132, die zweite Pumpe 138, den dritten Wärmetauscher
140, die Feuchtwasservorlaufleitung 142, die Feuchtwasserwanne 120, die Abflußleitung
150, Filter 152 dritte Pumpe 156 und Feuchtwasserrücklaufleitung 158 gebildet. Gemäß
einer bevorzugten Ausführungsform sind der zweite Wärmetauscher 84 und der dritte
Wärmetauscher 140 Bestandteil einer Kühlanlage 190, in welcher zur Kälteerzeugung
Kältemittel in einem Kältemittelkreislauf wechselweise vom gasförmigen Zustand in
einen flüssigen Zustand verdichtet und anschließend wieder in den gasförmigen Zustand
expandiert wird. Eine Besonderheit dieser Kühlanlage 190 besteht darin, daß sie nur
einen einzigen Kältemittelkreislauf mit einem Kältemittelverdichter 192, vorzugsweise
einem Kolbenverdichter, einem luftgekühlten Kondensator 194 und einem Kältemittelsammler
196 sowie zwei zueinander parallel geschalteten Kältemittelzweigen 198 und 199 hat.
Der eine Kältemittelzweig 198 enthält ein eigenes, von Hand oder von der Mikrocomputer-Steuereinrichtung
66 automatisch einstellbares Kältemittel-Expansionsventil 202 und führt durch den
zweiten Wärmetauscher 84, in welchem das Kältemittel dieses Zweiges das Kaltwasser
kühlt, welches durch die Kaltwasser-Vorleitungen 83 und 85 durch den zweiten Wärmetauscher
84 hindurchgeleitet wird. Der andere Kältemittel-Parallelzweig 199 enthält ebenfalls
ein eigenes Kältemittel-Expansionsventil 204, welches von Hand oder automatisch von
der Mikrocomputer-Steuereinrichtung 66 einstellbar ist, und führt durch den dritten
Wärmetauscher 140, in welchem das Kältemittel dieses Parallelzweiges 199 das Feuchtwasser
124 kühlt, welches durch die Vorlaufleitungen 139 und 142 durch diesen dritten Wärmetauscher
140 geleitet wird. Für jeden Kältemittel-Parallelzweig 198, 199 ist im Mikrocomputer
ein eigener Temperatur-Sollwert gespeichert. Im einen Kältemittel-Parallelzweig 198
befindet sich ein Temperatursensor 208, der dem Mikrocomputer über elektrische Leitungen
210 die Temperatur-Istwerte liefert, die der Mikrocomuter zur Regelung des Kältemittelexpansionsventils
202 über elektrische Leitungen 212 benötigt. Im anderen Kältemittel-Parallelzweig
199 befindet sich ebenfalls ein Temperaturfühler 214, der dem Mikrocomputer 66 die
Temperatur-Istwerte dieses Parallelzweiges 199 über elektrische Leitungen 216 liefert,
in Abhängigkeit von welchen die Mikrocomputer-Steuereinrichtung 66 über elektrische
Leitungen 218 das Kältemittelexpansionsventil 204 des zweiten Kältemittel-Parallellzweiges
199 regelt, entsprechend dem vorgegebenen Temperatursollwert. In Reihe zwischen den
beiden Parallelzweigen 198 und 199 und der Saugseite 220 des Kältemittelverdichters
192 befindet sich ein Verdampfungsdruckregler 222, der von Hand einstellbar oder von
der Mikrocomputer-Steuereinrichtung 66 regelbar sein kann. Die Verwendung eines einzigen
Kältemittelkreislaufes zusammen für das Kaltwasser 130 des ersten Vorratsbehälters
80 und für das Feuchtwasser 124 des zweiten Vorratsbehälters 132 ergibt sich eine
wesentliche Einsparung an Material und ein wesentlich geringerer Energieaufwand für
den Betrieb des gesamten Systems als bei bekannten Anlagen. Das gesamte Druckplatten-Temperierungssystem
ist sehr kompakt und klein. Es ermöglicht eine Vielzahl von verschiedenen Betriebsarten,
wie sie vorstehend beschrieben wurden, und kann mit einem einzigen Mikrocomputer gesteuert
und geregelt werden. Die Mikrocomputer-Steuereinrichtung 66 kann Anzeigeelemente 224
zum optischen Anzeigen wichtiger Betriebsdaten haben, und mehrere Prozessoren beinhalten.
[0022] Bei der Ausführungsform von Fig. 3 enthält ein Druckwerk 300 mehrere rotierende zylindrische
Druckplatten 6 und eine an ihnen anliegende Gummituchwalze 102 zur Druckbildübertragung
von den Druckplatten 6 auf ein zu bedruckendes Bedruckmaterial. Das Druckplatten-Temperierungssystem
dieser Ausführungsform enthält Kaltluftauslässe 304 in Form einer Vielzahl von Düsen,
welche gegen die zylindrischen Oberflächen 4 der Druckplatten 6 gerichtet sind und
auf diese Oberflächen 4 Kaltluft 306 blasen. Die Kaltluftdüsen 304 sind in Kaltluftkanälen
308 gebildet, vorzugsweise Rohren, von welchen sich je mindestens eines mit kleinen
radialem Abstand achsparallel über die Oberfläche 4 jeder Druckplatte 6 erstreckt.
Die von den Druckplatten-Oberflächen 4 abgelenkte Kaltluft 306, welches jetzt von
den Druckplatten 6 erwärmte Rückluft 310 ist, wird durch Rücklufteinlässe 312 abgesaugt.
Die Rücklufteinlässe 312 haben die Form einer Vielzahl von Saugdüsen, welche in mindestens
einem Luftrückführkanal 314 gebildet sind, der vorzugsweise ein Rohr ist. Das Luftrückführrohr
314 ist in einem durch die Kaltluftrohre 308, die Druckplatten 6 und die Gummituchwalze
102 gebildeten Zwischenraum 316 angeordnet. Der Zwischenraum 316 ist vorzugsweise
im wesentlichen geschlossen, z.B., durch eine Wand 318.
[0023] Eine Gebläse- und Wärmetauschereinheit 320 ist von den Kaltluftrohren 308 und dem
Luftrückführrohr 314 örtlich getrennt angeordnet. Sie enthält mindestens ein Gebläse
60 und mindestens einen Wärmetauscher 52. Der Wärmetauscher-Kaltluftauslaß 56 ist
mit der Saugseite 322 des Gebläses 60 in Strömungsverbindung. Die Druckseite 324 des
Gebläses 60 ist über eine Fluidleitung 326, teilweise schematisch durch Pfeile dargestellt,
mit einem Einlaßende 327 eines der Kaltluftrohre 308 verbunden und führt ihm vom Wärmetauscher
52 gekühlte Kaltluft zu. Ein Verbindungskanal 330 verteilt die Kaltluft auf alle Kaltluftrohre
308. Ein Wärmetauscher-Lufteinlaß 54 ist über einen Anschluß 332 und eine zweite Fluidleitung
334 teilweise schematisch durch Pfeile dargestellt, an ein Auslaßende 336 des Luftrückführrohres
314 angeschlossen, so daß das Gebläse 60 durch die Teile hindurch Rückluft 310 absaugt.
Am Wärmetauscher-Lufteinlaß 54 kann über Bohrungen 18 gleichzeitig Frischluft 42 angesaugt
werden.
[0024] Die Gebläse- und Wärmetauschereinheit 320 kann auch dann von dem Kaltluftkanal 308
und dem Luftrückführkanal 314 örtlich getrennt angeordnet werden, wenn je nur einer
dieser Kanäle 308 und 314 vorgesehen sind, oder wenn nur eine Druckplatte 6 vorgesehen
ist.
1. Druckmaschinen-Temperierungssystem für Rotationskörper einer Druckmaschine, mit folgenden
Merkmalen:
1.1. es sind mindestens zwei verschiedene Arten von Kühlvorrichtungen vorgesehen,
von welchen eine eine Feuchtwasser-Auftragsvorrichtung (120, 146, 142, 184, 174, 162,
138, 134, 132) zum Aufbringen von temperiertem Feuchtwasser (124) auf den betreffenden
Rotationskörper (6, 122) der Druckmaschine und die andere eine Kaltwasser-Kühlvorrichtung
(2, 107, 80, 82, 85, 88, 91) zum Wärmeaustausch zwischen temperiertem Kaltwasser und
der Oberfläche des betreffenden Rotationskörpers (6, 107) der Druckmaschine ist;
1.2. die Feuchtwasser-Auftragsvorrichtung enthält einen ersten Vorratsbehälter (132)
für das Feuchtwasser (124);
1.3. die Kaltwasser-Kühlvorrichtung enthält einen zweiten Vorratsbehälter (80) für
das Kaltwasser (130);
1.4 eine Kühlanlage (190) mit einem einzigen Kälteerzeuger (192, 194, 196, 202, 204,
208) zur Kühlung von Kältemittel und mit einer Wärmetauschervorrichtung (82, 83, 84,
88, 140, 93 und 140, 180, 162, 139, 138, 158, 174, 176) zum Wärmeaustausch zwischen
dem Kältemittel des Kälteerzeugers und dem Feuchtwasser (124) sowie zwischen dem Kältemittel
des Kälteerzeugers und dem Kaltwasser (130);
1.5. Mittel (66, 82, 86, 114, 138, 146, 184) zum wahlweisen Umschalten zwischen der
Betriebsart "Feuchtwasser-Offsetdruck" unter Verwendung der Feuchtwasser-Auftragsvorrichtung
mit oder ohne gleichzeitiger Kühlung durch die Kaltwasser-Kühlvorrichtung und der
Betriebsart "wasserloser Offsetdruck" unter Verwendung der Kaltwasser-Kühlvorrichtung
ohne gleichzeitiges Auftragen von Feuchtmittel durch die Feuchtwasser-Auftragsvorrichtung.
2. Temperierungssystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Wärmetauschervorrichtung mindestens zwei Wärmetauscher (84, 140) enthält,
die vom Kältemittel des Kälteerzeugers (192, 194, 196, 202, 204, 208) durchströmt
werden, daß mindestens einer der Wärmetauscher (84) vom Kaltwasser (Leitungen 83,
85) durchströmt wird und einen Wärmeaustausch zwischen dem Kaltwasser und dem Kältemittel
erzeugt, und daß mindestens ein anderer der Wärmetauscher (140) vom Feuchtwasser (Leitungen
139, 180) durchströmt wird und einen Wärmeaustausch zwischen dem Feuchtwasser und
dem Kältemittel erzeugt.
3. Temperierungssystem nach Anspruch 1 oder 2
dadurch gekennzeichnet,
daß der Kälteerzeuger einen Kältemittelkreislauf (192, 194, 196, 222) aufweist, welcher
mit zwei zueinander parallelen Kältemittelzweigen (198, 199) versehen ist, durch welche
gekühltes Kältemittel strömt, daß jeder Kältemittelzweig Mittel (202, 204) zur Einstellung
des Kältemitteldurchlasses enthält, daß der eine Kältemittelzweig (198) in Wärmeaustausch
(84) mit dem Kaltwasser und der andere Kältemittelzweig (199) in Wärmeaustausch (140)
mit dem Feuchtwasser ist.
4. Temperierungssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens einem der beiden Vorratsbehälter (80, 132) Mittel (91, 138, 66) zur
Aufrechterhaltung eines bestimmten Niveaus oder Niveaubereiches an darin enthaltenem
Kaltwasser oder Feuchtwasser zugeordnet sind.
5. Temperierungssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch
eine, einen Mikrocomputer enthaltende elektronische Steuereinrichtung (66) zur Steuerung
oder Regelung der Temperatur des Feuchtwassers und/oder des Kaltwassers mittels der
Kühlanlage (190) in Abhängigkeit von einer Temperatur (68, 208, 214).
6. Temperierungssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Kaltwasserkreislauf (80, 82 83, 84, 85, 2, 107, 88) zur Rezirkulation des
Kaltwassers vom ersten Vorratsbehälter (80) über die Kühlanlage (190) zu einer Kaltwasser-Wärmeaustauschvorrichtung
(2) des betreffenden Rotationskörpers (6, 107), und wieder zurück zum ersten Vorratsbehälter
(80),vorgesehen ist.
7. Temperierungssystem nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Kaltwasserkreislauf (80, 84, 85, 2, 107, 88) eine aus dem ersten Vorratsbehälter
(80) Kaltwasser herausfördernde erste Pumpe (82) aufweist, und daß stromabwärts der
Pumpe (82) eine Entlüftungsleitung (92) an den Kaltwasserkreislauf angeschlossen ist,
welche in den ersten Vorratsbehälter (80) für Kaltwasser mündet.
8. Temperierungssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Feuchtwasserkreislauf (132, 138, 139, 140, 180, 142, 170, 146, 120, 150, 154,
158) zur Rezirkulation des Feuchtwassers vom zweiten Vorratsbehälter (132) über die
Kühlanlage (190) zu dem betreffenden Rotationskörper (6, 122), und wieder zurück zum
zweiten Vorratsbehälter (132), vorgesehen ist.
9. Temperierungssystem nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Feuchtwasserkreislauf (132, 138, 139, 140, 180, 142, 170, 146, 120, 150, 154,
158) eine Feuchtwasser aus dem zweiten Vorratsbehälter (132) herausfördernde zweite
Pumpe (138) aufweist, und daß von einer stromabwärts der Kühlanlage (190) gelegenen
Stelle aus eine Bypassleitung (182) in den zweiten Vorratsbehälter (132) zurückführt,
über welche das Feuchtwasser wahlweise in den zweiten Vorratsbehälter (132) statt
zu dem zu befeuchtenden Rotationskörper (6 , 122) zurückgeführt werden kann.
10. Temperierungssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Temperatur und/oder Strömungsgeschwindigkeit des Kaltwassers in Abhängigkeit
von einem Temperatur-Sollwert und dem jeweiligen Temperatur-Istwert einer Druckplattenoberfläche
(4) eines Druckplattenzylinders (6) eingestellt oder geregelt wird.
11. Temperierungssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß Kaltwasser (130) aus dem ersten Vorratsbehälter (80) über einen weiteren Wärmetauscher
(52) einer Blasluftkühlvorrichtung (2) zur Kühlung von Luft, welche auf den betreffenden
Rotationskörper (6) geblasen wird, und alternativ oder gleichzeitig zu Farbverreiberwalzen
(107) eines Farbwerkes (106), welches Druckfarbe von einer Farbquelle (108) auf die
Druckplattenoberfläche (4) überträgt, zu ihrer Kühlung zugeführt werden kann.
12. Temperierungssystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kühlanlage (190) einen Kältemittelkreislauf enthält, in welchem zur Kälteerzeugung
Kältemittel wechselweise vom gasförmigen Zustand in einen flüssigen Zustand verdichtet
und anschließend wieder in den gasförmigen Zustand expandiert wird; daß ein Kaltwasserkreislauf
(80, 82, 83, 84, 85, 2, 88, 80) vorgesehen ist, dessen Kaltwasser (130) von einer
ersten Pumpe (82) aus dem ersten Vorratsbehälter (80) durch eine Wärmetauschervorrichtung
(82, 83, 84, 88,140, 93, 202, 204, 222) der Kühlanlage (190) und dann durch einen
Wärmetauscher (52) einer Blasluftkühlvorrichtung (2) gepumpt wird und anschließend
in den ersten Vorratsbehälter (80) zurückströmt; daß die Blasluftkühlvorrichtung (2)
derart ausgebildet ist, daß sie vom Kaltwasser gekühlte Luft gegen den zu kühlenden
Rotationskörper bläst; daß ein Feuchtwasserkreislauf (132, 138, 139, 140, 142, 120,
152, 156, 158, 132) vorgesehen ist, dessen Feuchtwasser (124) von einer zweiten Pumpe
(138) aus dem zweiten Vorratsbehälter (132) durch die Wärmetauschervorrichtung (84,
140, 202, 204, 222) der gleichen Kühlanlage (190) und dann in eine Feuchtwasserwanne
(120) gepumpt wird, aus welcher ein Teil des Feuchtwassers von einer darin rotierenden
Walze (122) aufgenommen und dann auf die Oberfläche (4) eines rotierenden Druckplattenzylinders
(6) übertragen wird, und überschüssiges Feuchtwasser aus der Feuchtwasserwanne (120)
in den zweiten Vorratsbehälter (132) zurückgeleitet wird.
13. Temperierungssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der erste Vorratsbehälter (80) und der zweite Vorratsbehälter (132) je mindestens
einen Flüssigkeits-Niveausensor (91, 134) enthalten, der in Abhängigkeit vom Flüssigkeitsniveau
ein Signal erzeugt.
14. Temperierungssystem nach Anspruch 12 oder 13,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Wärmetauschervorrichtung der Kühlanlage (190) mindestens zwei Wärmetauscher
(84, 140) aufweist, die im Kältemittelkreislauf parallel zueinander geschaltet sind
und deren Kältemittelströmung unabhängig voneinander einstellbar oder regelbar (202,
208, 204, 214) ist, und zwar für jeden dieser Wärmetauscher (84, 140) in Abhängigkeit
von einem eigenen Temperatur-Sollwert, daß mindestens einer (84) dieser Wärmetauscher
zur Kühlung des Kaltwassers (130) und mindestens ein anderer (140) dieser Wärmetauscher
zur Kühlung des Feuchtwassers (124) dient.