[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung zur Erzeugung von gerichtet
abstrahlbarem Licht für Signal- oder Beleuchtungszwecke, insbesondere im Flughafenbereich,
wobei durch eine Optik mit optisch wirkenden Flächen, wie Reflektoren und Refraktoren,
gegebenenfalls auch Filtern, ein gerichtet abgestrahlter Lichtstrahl aus einer Lichtquelle,
z.B. einer Halogenlampe, im Inneren der für das Verfahren vorgesehenen Signal- oder
Beleuchtungseinrichtung erzeugt wird.
[0002] Aus der Luftfahrt, aber auch aus der Seefahrt sind Signaleinrichtungen bekannt, bei
denen um eine Lichtquelle, z.B. eine Glühfadenlampe, ein Fresnel-Linsensystem umläuft,
wodurch eine ringförmige Lichtverteilung erzeugt wird. Der erzeugte Lichtstrahl hat
eine sehr gleichmäßige Lichtintensitätsverteilung und weist nur eine geringe Aufweitung
auf.
[0003] Es ist Aufgabe der Erfindung, das oben beschriebene Fresnel-Prinzip in Abwandlung
auch für kleine, mit festen Linsensystemen ausgerüstete Signal- oder Beleuchtungseinrichtungen
nutzbar zu machen.
[0004] Kleine Fresnel-Linsen-Systeme mit feststehenden Optiken sind bereits aus der sogenannten
binären Optik bekannt (Aufsatz: "Binary Optics", Scientific American May 1992). Die
hier beschriebenen Fresnel-Linsenplatten sind jedoch aus Kosten- und Wirkungsgradgründen
für technische Beleuchtungseinrichtungen wenig geeignet.
[0005] Eine weitere Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Optik mit einer einer Fresnel-Linsenplatte
ähnlichen Wirkung so auszubilden, daß sie kostengünstig serienmäßig, z.B. durch Gießen,
herstellbar ist und dabei insbesondere für eine Verwendung in Signaleinrichtungen
im Freien geeignet ist.
[0006] Die Hauptaufgabe wird im wesentlichen dadurch gelöst, daß zum Erreichen einer spezifizierten,
vorzugsweise gleichmäßigen, Intensitätsverteilung des abgestrahlten Lichts dieses
zunächst einer Querschnittsanpassung und dann einer Korrektur durch dem Fresnel-Prinzip-ähnliche
Wirkungen derart unterzogen wird, daß die sich durch unterschiedliche Lichtwege im
Inneren der Einrichtung ergebenden Fehlrichtungen des Lichts spezifiktionsgerecht
korrigiert werden. Dabei erfolgt die Korrektur durch Umverteilung des in die Optik
gelangenden Lichtes.
[0007] Zur Lösung der Nebenaufgabe werden die verwendeten optischen Mittel vorteilhaft als
minioptische Mittel mit einer Größe im Millimeterbereich ausgebildet. Dabei werden
auch Interferenzphänomene mit ihren möglicherweise nachteiligen Folgen für die Farbqualität
vermieden.
[0008] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen sind aus den Unteransprüchen entnehmbar, desgleichen
die vorzugsweise vorgesehene Verwendung.
[0009] Die Erfindung wird in Zeichnungen näher erläutert, aus denen weitere, auch nur zeichnerisch
dargestellte, erfinderische Einzelheiten entnehmbar sind, insbesondere in Verbindung
mit den Unteransprüchen. Im einzelnen zeigen:
- FIG 1
- eine Erläuterung des Prinzips,
- FIG 2
- eine dreidimensionale Darstellung eines Abstrahlprismas mit lichteintrittsseitigen
erfindungsgemäßen optischen Mitteln,
- FIG 3
- die Aufsicht auf eine erfindungsgemäße Lichteintrittsfläche,
- FIG 4
- einen Schnitt entsprechend den Linien A-A in FIG 3,
- FIG 5
- einen Schnitt entsprechend der Linie B-B in FIG 3 und
- FIG 6
- einen Schnitt entsprechend der Linie C-C in FIG 3,
- FIG 7
- eine vergrößerte Darstellung eines minioptischen Mittels,
- FIG 8
- eine in beispielhafter Form gezeigte Taxiway-Lampe im Schnitt sowie
- FIG 9
- eine Fußgängerbereichs-Beleuchtungseinrichtung mit abbildender Optik im Schnitt.
[0010] In FIG 1 bezeichnen 1 und 2 zwei Eintrittsstrahlen in ein Prisma 3 mit Austrittsstrahlen
4 und 5. Eintrittsseitig weist das Prisma 3 die erfindungsgemäßen minioptischen Mittel
5 auf, die die ungleichmäßig aufgefächerten Eintrittsstrahlen 1 und 2 (α > β) in ungefähr
gleich aufgefächerte Austrittsstrahlen (χ1 ≈ χ2) verwandeln. Die Ungleichmäßigkeit
der Eintrittsstrahlen 1 und 2 ergibt sich dabei nicht nur durch den Reflektor 6, sondern
auch durch die räumliche Verteilung des Lichterzeugungselementes 7, z.B. die Wendel
einer Lampe.
[0011] In FIG 2 bezeichnet 8 ein Prisma mit den eintrittsseitig angeordneten Mitteln 9,
die Fresnel-ähnlich wirken und erfindungsgemäß die Austrittsstrahlen 10 vergleichmäßigen
(χL ≈ χM ≈ χR). Die minioptischen Mittel 9 selbst, die zur Verdeutlichung in den Figuren
vergrößert dargestellt sind, sind räumlich, entsprechend der Einfallsaufweitung, gekrümmt
(R2) und ebenfalls entsprechend der Einfallsaufweitung verteilt auf einem Radius R1
angeordnet. Die minioptischen Mittel sind also dreidimensional beeinflußt angeordnet
(Krümmung in sich, Anordnung auf einer gekrümmten Mittellinie und Schränkung gegeneinander,
insbesondere V-förmig).
[0012] In FIG 3 bezeichnet 10 die Eintrittsseite des Prismas mit den minioptischen Mitteln
11, die zur Vereinfachung durch gestreckte Außenkanten gezeichnet sind. So ergibt
sich in der Mitte ein V-förmiger Keil 12, der in der Realität gebogene Seiten aufweist.
Die Schränkung der einzelnen minioptischen Mittel 11 gegeneinander erfolgt entsprechend
dem Radius R1. Die hier gezeigte Konfiguration ist für eine Abstrahlung in Abstrahl-Normalrichtung
des Prismas geeignet, zur Abstrahlung unter einem Winkel zur Seite, z.B. für Runways,
wird eine asymmetrische, einseitig abgelenkt strahlende Konfiguration gewählt.
[0013] In FIG 4 bezeichnet 12 das Prisma und 13 die Mittel der Minioptik in Seitenansicht.
Wie ersichtlich sind die Krümmungen teils konkav und teils konvex.
[0014] In FIG 5 bezeichnet 14 einen Teilschnitt des Prismas und 15 die nur angedeuteten
minioptischen Mittel. Aus der Zusammenschau der FIG 3 und 5 ergibt sich die räumliche
Krümmung entsprechend der Radien R1 und R4 für die Gesamtheit der minioptischen Mittel,
während die einzelnen minioptischen Mittel die Radien R2 und R3 aufweisen. Weiterhin
für die minioptischen Mittel bedeutsam sind die Radien R5 und R6, die in FIG 6 gezeigt
sind. In FIG 6 bezeichnet 16 einen Teilschnitt durch das Prisma und 17 die Seitenansicht
eines minioptischen Mittels.
[0015] In FIG 7 bezeichnet 18 die Umrisslinie eines vergrößert dargestellten minioptischen
Mittels, die im wesentlichen aus einzelnen Kreisbögen mit in einander übergehenden
Radien besteht. So ergibt sich eine vorteilhaft stufenlos wirkende Lichtverteilung
trotz stufiger Anordnung der minioptischen Mittel. Die Größe der einzelnen Radien
und die Länge der Kreisbögen sowie die Richtung der Verbindungslinie 19 mit definierter
Neigung gegenüber der Abstrahlrichtung ist von der Geometrie der verwendeten Lichtquelle
und der optischen Einrichtung in der Lampe abhängig und wird jeweils an diese Vorgaben
angepaßt.
[0016] In FIG 8 bezeichnet 20 den Deckel einer Beleuchtungseinrichtung im Flughafenbereich,
z.B. eines Taxiway-Lights. 21 bezeichnet die untere Gehäuseseite, auf der die Lichtquelle
22 mit Reflektor befestigt ist. Diese ist herkömmlicher Ausführung, ebenso ihre Anordnung
in der Beleuchtungseinrichtung sowie die Beleuchtungseinrichtung selbst. Das in der
Lampe 22 erzeugte Licht gelangt durch ein Filter, das optionell ist, in das Austrittsprisma
23 mit den minioptischen, erfindungsgemäß ausgestalteten Mitteln 24 und verläßt das
Prisma 23 in vorteilhaft gleichmäßiger Verteilung.
[0017] In FIG 9 ist eine Ausführung einer Einrichtung zur Illumination im Fußgängerbereich
mit dem Abstrahlwinkel 0° gezeigt. Das in der Lichtquelle 25, z.B. eine bekannte Halogenlampe,
erzeugte Licht gelangt über Linsen 27 und durch eine Blende 26 auf den Spiegel 28,
wo es reflektiert wird und durch das Prisma 31, mit nicht näher gezeigten erfindungsgemäßen
minioptischen Mitteln, die Oberseite der Leuchte verläßt. Die Oberseite der Leuchte
ist in 29 mit dem Gehäuse 33 in üblicher Weise verschraubt. Die Linsen und die Blende
sind in einer Haltevorrichtung 34 angeordnet. Diese wirkt als optische Bank, so daß
sich eine gemeinsame optische Achse mit der Lichtquelle 25 ergibt.
[0018] Die beiden gezeigten Anwendungsbeispiele sind nur beispielhaft, es versteht sich,
daß die erfindungsgemäße Idee und ihre Grundzüge universell einsetzbar sind, die Notwendigkeit
ihres Einsatzes ist jedoch besonders bei Signaleinrichtungen im Luftfahrtbereich mit
ihren besonderen Anforderungen gegeben.
1. Verfahren zur Erzeugung von gerichtet abstrahlbarem Licht für Signal- oder Beleuchtungszwecke,
insbesondere im Flughafenbereich, wobei durch eine Optik mit optisch wirkenden Flächen,
wie Reflektoren und Refraktoren, gegebenenfalls auch Filtern, ein gerichtet abgestrahlter
Lichtstrahl aus einer Lichtquelle, z.B. einer Halogenlampe, im Inneren der für das
Verfahren vorgesehenen Signal- oder Beleuchtungseinrichtung erzeugt wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß zum Erreichen einer spezifizierten, vorzugsweise gleichmäßigen, Intensitätsverteilung
des abgestrahlten Lichts dieses zunächst einer Querschnitts-Anpassung und dann einer
Korrektur durch dem Fresnel-Prinzip-ähnliche Wirkungen derart unterzogen wird, daß
die sich durch unterschiedliche Lichtwege im Inneren der Einrichtung ergebenden Fehlrichtungen
des Lichts spezifikationsgerecht korrigiert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Korrektur durch Umverteilung des in die Optik gelangenden Lichtes erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Korrektur nach dem Fresnel-Prinzip durch binär wirkende minioptische Mittel
ohne Interferenzwirkung erfolgt.
4. Verfahren nach Anspruch 1,2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Korrektur nach dem Fresnel-Prinzip teilweise in, vorzugsweise asymmetrisch,
verteilten, treppenstufenähnlichen Linsenabschnitten erfolgt, deren Größe im Millimeterbereich
(Minioptik) liegt.
5. Optische Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem oder mehreren der
vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie fehlerbehaftet arbeitende Mittel zur Lichtaustritts-Querschnittsverteilung
und Abstrahlausrichtung in Form von Reflektoren, Refraktoren und/oder Linsen und Mittel
zur Korrektur der durch die Mittel der zur Verteilung und Strahlausrichtung entstandenen
Fehler aufweist, die ähnlich dem Fresnel-Prinzip arbeiten.
6. Optische Einrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die ähnlich dem Fresnel-Prinzip arbeitenden Mittel zumindest teilweise treppenstufenförmig
ausgebildete Linsen oder Prismenabschnitte mit asymmetrischen Profilen und vorzugsweise
symmetrischer räumlicher Verteilung sind.
7. Optische Einrichtung nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die ähnlich dem Fresnel-Prinzip arbeitenden Mittel eine Größe aufweisen, die im
Millimeterbereich liegt.
8. Optische Einrichtung nach Anspruch 5,6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die, vorzugsweise treppenstufenartig ausgebildeten, ähnlich dem Fresnel-Prinzip
arbeitenden Mittel, rippenförmig ausgebildet und vorzugsweise zentralsymmetrisch angeordnet
sind.
9. Optische Einrichtung nach Anspruch 5,6,7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die ähnlich dem Fresnel-Prinzip arbeitenden Mittel in treppenstufenartiger Ausbildung,
untereinander einzeln oder in Abschnitten V-förmig zueinandergeneigt verlaufend angeordnet
sind.
10. Optische Einrichtung nach Anspruch 5,6,7,8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die ähnlich dem Fresnel-Prinzip arbeitenden Mittel in treppenstufenartiger Ausbildung
kurvenförmig, insbesondere kreisbogenartig, gekrümmt ausgebildet sind.
11. Optische Einrichtung nach Anspruch 5,6,7,8,9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß die ähnlich dem Fresnel-Prinzip arbeitenden Mittel in treppenstufenartiger Ausbildung
auf einer kurvenförmigen, insbesondere kreisbogenförmigen, Mittellinie angeordnet
sind.
12. Optische Einrichtung nach Anspruch 5,6,7,8,9,10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß die treppenstufenartig ausgebildeten, ähnlich dem Fresnel-Prinzip arbeitenden
Mittel als eintrittsseitige Rippen oder Prismen ausgebildet sind, die untereinander
Übergangsradien aufweisen.
13. Optische Einrichtung nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Rippen oder Prismen konkav und konvex oszillierende, optisch zusammenwirkende
Abschnitte aufweisen.
14. Optische Einrichtung nach Anspruch 12 oder 13,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Höhe (Größe) der Eintrittsrippen zwischen 0,5 und 6 mm, vorzugsweise im Bereich
größer 1,5 mm liegt.
15. Optische Einrichtung nach Anspruch 12,13 oder 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Abstand der Eintrittsrippen zwischen 1 und 10 mm, insbesondere im Bereich
von 2,5 mm liegt.
16. Optische Einrichtung nach Anspruch 12,13,14 oder 15,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Übergangsradien zwischen den Eintrittsrippen im Bereich von 0,1 und 0,5 mm,
insbesondere im Bereich von 0,3 mm liegen.
17. Optische Einrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie zur Abstrahlung von Licht mit über die Abstrahlbreite definierten, vorzugsweise
richtungsgleichen, Abstrahlsubbereichen verwendet wird.
18. Optische Einrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie auf Flugplätzen, insbesondere für FlugplatzTaxiways, Rundways etc. verwendet
wird.
19. Optische Einrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie zur Beleuchtung von Gebäudeflächen, Fußgängerbereichen, Straßen etc. verwendet
wird.
20. Optische Einrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 17,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie in Verbindung mit einer abbildenden Optik, insbesondere im Innenbereich von
Gebäuden, verwendet wird.
21. Optische Einrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie insbesondere zur Erzeugung linien- bzw. rechteckförmiger gleichmäßiger Lichtverteilungen
verwendet wird.