[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Buchblöcken aus einem Stapel
flachseitig aneinandergereihter Druckbogen, die durch einen Bindefaden geheftet sind
und deren Falze den Buchlockrücken bilden, der wenigstens zwei beabstandete, durch
den die Falze der Druckbogen von aussen durchsetzenden und entlang der Falzinnenkante
an die Austrittsstelle verlaufenden doppelsträngig geführten Bindefaden gebildete
Quernähte aufweist, von denen die eine durch eine Verkettung nacheinander aus den
Falzen der Druckbogen herausgezogener, schlaufenartiger Abschnitte des Bindefadens
gebildet und nach einem den Buchblock bestimmenden Stapelabschnitt unterbrochen ist.
[0002] Aus der EP - A - 0295 220 ist ein Verfahren der eingangs formulierten Art und eine
Einrichtung zu dessen Durchführung bekannt, wonach zur Separierung von Buchblöcken
aus einem Stapel von Druckbogen der Bindefaden an der sog. flachen Naht unter der
Einwirkung einer durch den fortbewegten Stapel aus Druckbogen erzeugten Spannkraft
entzweigeschnitten und an der benachbarten Schlaufennaht bzw. verketteten Naht aus
dem Falz der Druckbogen herausgezogen und dann von einem Messer aufgeschnitten wird.
Durch diese Vorgehensweise tritt am Stapel eine Atmung bzw. Entspannung zwischen den
Druckbogen ein, die sich negativ auf die Stabilität der Buchblöcke und die zu erzeugende
Kompaktheit durch die Heftung auswirkt.
Durch den Wechsel des Bindefadens von der Hakennadeln an das Messer entsteht ein zusätzliches
Verunsicherungsmoment hinsichtlich Übergabe.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es deshalb, ein Verfahren der eingangs genannten
Art zu schaffen, mit welchem die Herstellung von mit einem Bindefaden gehefteten Buchlöcken
zuverlässiger durchgeführt und die verwendete Einrichtung einfach ausgebildet werden
kann.
[0004] Erfindungsgemäss wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass der für einen Buchblock
gebildete schlaufenartige Abschnitt des Bindefadens an dem durch die Falze der Druckbogen
gebildeten Rücken eines Buchblockes oder an der verketteten Quernaht unauflösbar befestigt
bzw. verankert wird. Dadurch wird es möglich sein, dass die Buchblöcke nach dem Heften
ohne Schaden zu nehmen weiterverarbeitet werden können.
Auf diese Weise kann beispielsweise ein zusätzlicher Leerstich oder eine Klebeverbindung
mit dem letzten Druckbogen eines Buchblockes vermieden werden.
[0005] Vorteilhaft kann der letzte schlaufenartige Abschnitt des Bindefadens mittels Wärmezufuhr
zur formschlüssigen Verankerung geschrumpft oder mit der bestehenden Quernaht schrumpfend
verbunden werden, sodass eine Atmung des Buchblockes oder ein teilweises Auflösen
der Heftung verhindert wird.
[0006] Eine alternative Befestigungs- oder Verankerungsart besteht darin, dass der letzte
schlaufenartige Abschnitt des Bindefadens unter Zuführung eines fliessfähigen und
erhärtenden Stoffes oder durch Schweissen an dem Rücken des Buchblockes befestigt
wird.
[0007] Zweckmässigerweise kann der letzte schlaufenartige Abschnitt des Bindefadens unter
Zuführung einer giessfähigen Masse mit dem Rücken des Buchblockes vergossen werden.
[0008] Bei einer sich als günstig erweisenden Ausführungsform ist der Bindefaden durch Deformation
des letzten schlaufenartigen Abschnittes an dem Rücken des Buchblockes formschlüssig
verankert.
[0009] Als Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens sind u.a. Antriebseinrichtungen
für die zugeführten Druckbogen und den Vorschub des daraus gebildeten Stapels sowie
für wenigstens zwei den Bindefaden heftend verarbeitenden Nadeln (Nadelpaare) vorgesehen,
von denen der der verketteten Quernaht zugeordneten, als Hakennadel ausgebildeten
Nadel in der durch den Falz in den Druckbogen eingetauchten Lage der Bindefaden durch
einen innerhalb des Druckbogens oszillierenden Fadenträger von der anderen, den Falz
durchsetzten, den Bindefaden führenden Nadel übergeben wird sowie für eine Trennvorrichtung
zum Entzweischneiden des Bindefadens, indem der Hakennadel zur Bildung eines am Buchblockende
freigestellten schlaufenartigen Abschnittes des Bindefadens eine die Drehbewegung
unterbindende Steuervorrichtung zugeordnet ist.
[0010] Nachfolgend wird das erfindungsgemässe Verfahren anhand eines in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispiels beschrieben. Die
- einzige Figur
- zeigt einen aus zwei gehefteten Buchblöcken bestehenden Stapel aus Druckbogen.
[0011] Der veranschaulichte Stapel 1 ist in Pfeilrichtung A einem Heftvorgang unterzogen
worden und die dazu erforderlichen Druckbogen 2 wurden/werden jeweils von unten an
der Rückseite des fortbewegten Stapels 1 zugeführt. Gemäss Darstellung liegt ein gehefteter
Buchblock aus drei Druckbogen 2 und ein sich unmittelbar vor Beendigung des Heftvorganges
befindender Buchblock vor.
[0012] Gemäss dem gezeichneten Fabrikationsausschnitt wurde an den gehefteten Buchblock
3 erneut ein erster, für den nachfolgenden Buchblock 4 bestimmter Druckbogen 2 angelegt.
Dieser Druckbogen wurde vorerst von unten mittels den Falz von innen nach aussen durchsetzenden
Vorstechnadeln zur Durchführung des Bindefadens 5, der in die darüber angeordnete
Nadel 6 eingezogen ist, vorbereitet. Mit dem Rückhub der Vorstechnadeln (nicht ersichtlich)
werden die Nadel 6, die den Bindefaden 5 zuführt, und die Hakennadel 7, die jeweils
gemeinsam ein Nadelpaar zur Herstellung zweier Quernähte 8 und 9 bilden, durch die
vorgestochenen Oeffnungen des Falzes 10 des sich in Verarbeitung befindenden Druckbogens
2 gestossen. An dem doppelsträngig unterhalb die Falzinnenkante eingetauchten Bindefaden
5 wird eine Schlinge gebildet, beispielsweise durch einen kurzen Rückhub der Nadel
6, sodass ein sog. Fadengreifer (nicht gezeichnet) den Bindefaden 5 an der gebildeten
Schlinge erfassen und auf die der Quernaht 9 zugeordnete, gegenüberliegende Seite
transportieren kann. Hier wird der Bindefaden 5 von der eingetauchten Hakennadel 7
erwartet und durch eine Kippbewegung des Fadengreifers am Haken 11 übernommen. Anschliessend
fahren die Nadeln 6 und 7 in die Ausgangsstellung über dem eben verarbeiteten Druckbogen
2 zurück und der Fadengreifer wird in die Ausgangslage versetzt. Dabei bildet sich
an der Hakennadel 7 über dem Druckbogen 2 eine Schlaufe resp. ein schlaufenartiger
Abschnitt 12 am Bindefaden 5, der teilweise durch eine Rückstellkraft gespannt wird
und entlang der Falzinnenkante verläuft.
Anschliessend wird die Hakennadel 7 um 180° gedreht, sodass der Haken 11 entgegen
der Fortbewegungsrichtung des Stapels 1 gerichtet ist. Diese Verdrehung der Hakennadel
7 dient der Verkettung des schlaufenartigen Abschnittes 12, indem dieser sich von
der Hakennadel 7 nicht entfernen soll, sondern letztere beim Absenken für den nächsten
Druckbogen 2 weiterhin umgibt, wobei die auf den Bindefaden 5 einwirkende Spannkraft
den schlaufenartigen Abschnitt 12 entsprechend dem Abstand zum nächsten Druckbogen
2 verkleinert. Auf dem Weg in die Stellung innerhalb des folgenden Druckbogens 2 verdreht
sich die Hakennadel 7 wieder in die Lage, in der der Haken 11 in die Fortbewegungsrichtung
A des Stapels 1 ausgerichtet ist.
Für den vorliegenden Fall, wo vier Druckbogen 2 einen Buchblock 3 resp. 4 bilden,
wird dieser Vorgang nach dem ersten Druckbogen zweimal wiederholt und beim vierten
bzw. letzten Druckbogen 2 für einen Buchblock insofern geändert, als dass sich die
Hakennadel 7 nach der Bildung des schlaufenartigen Abschnittes 12 nicht verdreht,
sodass sich letzterer beim Absenken der Hakennadel 7 für den ersten Druckbogen des
nächsten Buchblockes aus dem Haken 11 bzw. von der Hakennadel 7 absetzen wird. Die
Fadenspannung wird jetzt vorerst aufgehoben und im vorliegenden Fall die Schneidvorrichtung
13 eingesetzt bzw. seitlich verschoben, derart, dass der Bindefaden 5 beim erwähnten
Hub der Nadel 6 sich an der Schneidvorrichtung 13 um ein Schneidblatt 14 legt. Damit
der Schneidvorgang störungsfrei durchgeführt werden kann, empfiehlt sich der Einsatz
einer scherenartigen Schneidvorrichtung 13, durch welche ein Nachziehen des umgespannten
Bindefadens 5 an dem schlaufenartigen Abschnitt vermieden werden kann.
Der über dem unteren Scherenblatt liegende Bindefaden 5 wird im Verlauf des weiteren
Heftens geschnitten, nämlich dann, wenn er durch die sich kontinuierlich in Pfeilrichtung
A verschiebenden Druckbogen 2 oder Buchblöcke 3, 4 zwischen zwei Scherenblättern positioniert
ist. Bis zu diesem Moment verschiebt sich der Bindefaden oberhalb des Scherenblattes
mit dem ihm zugeordneten Druckbogen 2.
Hilfsweise könnte der zu schneidende Bereich des Bindefadens 5 zur Meidung von Spannungen
an der nächstliegenden Stichplatte 15, 16 festgeklemmt werden. Letztere dient als
Niederhalter für die Druckbogen 2 und zum Schutz gegen das Ausreissen des Bindefadens
5 aus den Druckbogen 2 während dem Heften.
1. Verfahren zur Herstellung von Buchblöcken aus einem Stapel flachseitig aneinandergereihter
Druckbogen, die durch einen Bindefaden geheftet sind und deren Falze den Buchblockrücken
bilden, der wenigstens zwei beabstandete, durch den die Falze der Druckbogen von aussen
durchsetzenden und entlang der Falzinnenkante an die Austrittsstelle verlaufenden
doppelsträngig geführten Bindefaden gebildete Quernähte aufweist, von denen die eine
durch eine Verkettung nacheinander aus den Falzen der Druckbogen herausgezogener,
schlaufenartiger Abschnitte des Bindefadens gebildet und nach einem den Buchblock
bestimmenden Stapelabschnitt unterbrochen ist, dadurch gekennzeichnet, dass der für
einen Buchblock zuletzt gebildete schlaufenartige Abschnitt des Bindefadens an dem
durch die Falze der Druckbogen gebildeten Rücken eines Buchlockes oder an der verketteten
Quernaht unauflösbar befestigt bzw. verankert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der letzte schlaufenartige
Abschnitt des Bindefadens durch Wärmezufuhr geschrumpft oder mit der bestehenden Quernaht
schrumpfend verbunden wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der letzte schlaufenartige
Abschnitt des Bindefadens unter Zuführung eines fliessfähigen/härtbaren Stoffes oder
durch Schweissen an dem Rücken des Buchblockes befestigt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der letzte schlaufenartige
Abschnitt des Bindefadens unter Zuführung einer fliessfähigen Masse mit dem Rücken
des Buchblockes vergossen wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Bindefaden durch Deformation
des letzten schlaufenartigen Abschnittes an dem Rücken des Buchblockes formschlüssig
verankert wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Bindefaden am Ende des
Buchblokkes an der gegenüberliegenden Quernaht entzweigeschnitten wird.
7. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, mit Antriebseinrichtungen
für die zugeführten Druckbogen und den Vorschub des aus Druckbogen gebildeten Stapels
sowie für wenigstens zwei den Bindefaden heftend verarbeitenden Nadeln, von denen
der der verketteten Quernaht zugeordneten als Hakennadel ausgebildeten Nadel in der
durch den Falz in den Druckbogen eingetauchten Lage der Bindefaden durch einen innerhalb
des Druckbogens oszillierenden Fadenträger von der anderen, den Falz durchsetzten,
den Bindefaden führenden Nadel übergeben wird sowie zum Entzweischneiden des Bindefadens,
dadurch gekennzeichnet, dass zur Bildung eines am Buchblockende freigestellten schlaufenartigen
Abschnittes des Bindefadens eine die Drehbewegung der Hakennadel unterbindende Steuervorrichtung
vorgesehen ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die über der flachen Quernaht
(8) angeordnete Schneidvorrichtung (13) als quer zur Fortbewegungsrichtung des Stapels
(1) versetzbar angetriebene Schere (13) ausgebildet ist.
9. Buchblock, bestehend aus einem Stapel flachseitig aneinandergereihter Druckbogen,
die durch einen Bindefaden geheftet sind und deren Falze den Buchblockrücken bilden,
der wenigstens zwei beabstandete, durch den die Falze der Druckbogen von aussen durchsetzenden
und entlang der Falzinnenkante an die Austrittsstelle verlaufenden doppelsträngig
geführten Bindefaden gebildete Quernähte aufweist, von denen die eine durch eine Verkettung
nacheinander aus jeweils einem Falz eines Druckbogens herausgezogenen, schlaufenartigen
Abschnitten des Bindefadens gebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass der letzte
schlaufenartige Abschnitt des Buchblockes an dessen Rücken mittelbar oder unmittelbar
befestigt bzw. verankert ist.