[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Aufhängen von Fassadenplatten
in einem Fassadensystem an einer Unterkonstruktion, sowie auf ein Fassadensystem zur
Durchführung des Verfahrens.
[0002] Fassadensysteme sind Befestigungssysteme, um Fassadenplatten, die im Normalfall ungefähr
rechteckige Platten sind, an einer Gebäudewand zu befestigen. Dazu werden an der Wand
Ausleger oder Halter befestigt, an denen je nach System horizontal oder vertikal Bolzen
befestigt werden können, die in in die Schmalseiten der Platten gebohrte Löcher eingeführt
werden. Zur Fixierung wird dabei der Hohlraum zwischen Bolzen und Bohrung mit einem
aushärtenden Kunststoff oder Beton o. ä. ausgefüllt. In der Regel werden auf zwei
gegenüberliegenden Schmalselten je zwei solche Bohrungen angebracht.
[0003] Diese Fassadensysteme haben verschiedene Nachteile: Durch Temperaturschwankungen
bedingte Änderungen der Dimension der Platten quer zu den Bohrungen sind nur eingeschränkt
möglich. Eine einzelne Platte lässt sich wegen der eingegossenen Bolzen nur entfernen,
indem zumindest diese eingegossenen Bolzen durchgetrennt werden. Das Entfernen der
Bolzenreste aus der Platte ist, wenn die gleiche Platte wieder angebracht werden soll,
relativ mühsam. Zement und Kunststoffe härten nur oberhalb einer bestimmten Temperatur
sicher aus, so dass die Montage auch durch zu niedrige Temperatur verhindert werden
kann. Es sind pro Platte im Mittel zwei bis drei Halterungen vorzusehen, die jeweils,
da sie in der Regel aus Metall bestehen, Kältebrücken darstellen. Schliesslich bedingen
die Bohrungen in den Schmalseiten eine untere Grenze der Dicke der Platten, um eine
ausreichende Stabilität der Bohrungswandungen sicherzustellen. Ein unterer Richtwert
aus der Praxis ist daher eine Plattendicke von 30 mm, d.h. ein Abstand von der Vorderseite
bzw. Rückseite der Platte zum Bohrungszentrum von wenigstens 15 mm. In ästhetischer
Hinsicht haben die bekannten Systeme den Nachteil, dass die Tragelemente durch die
Fugen zwischen den Platten sichtbar sind.
[0004] Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Montage von Fassadenplatten
an einer Unterkonstruktion, die das Demontieren einzelner Platten erlaubt, weiter
angestrebte Verbesserungen, im wesentlichen die Beseitigung der oben aufgeführten
Mängel bekannter Fassadensysteme.
[0005] Ein derartiges Verfahren, dass die Aufgabe löst, ist im Anspruch 1 angegeben. Bevorzugte
Varianten und ein Fassadensystem zur Durchführung des Verfahrens sind in den weiteren
Ansprüchen enthalten.
[0006] Demgemäss werden an den Rückseiten der Fassadenplatten mindestens zwei Befestigungsanker
angebracht. Diese sind bevorzugt zylinderförmig oder prismatisch und weisen eine Längsbohrung
auf, in die ein Gewinde geschnitten ist. Die Befestigungsanker werden auf Gewindebolzen
aufgeschraubt, deren anderes Ende in je eine Sackbohrung, bevorzugt eine Hinterschnittbohrung,
in der Rückseite der Fassadenplatten eingesetzt ist. Die Befestigung der Bolzen in
der Sackbohrung kann dabei durch Dübel, Hinterschnittanker, oder auch durch Eingiessen
mittels Kunststoff, Zement und dergleichen erfolgen. Bevorzugt ist dabei eine nach
innen sich erweiternde Sackbohrung, um einen grösseren Widerstand gegen Ausreissen
zu erhalten. Eine bevorzugte Befestigung bedient sich Hinterschnittdübeln, die in
eine nutförmige Erweiterung am Boden der Bohrung eingreifen. Durch das Anbringen der
Halterungselemente auf der Rückseite der Platte sind diese von aussen nicht sichtbar,
wodurch der ästhetische Wert einer derartigen Fassade wesentlich erhöht wird.
[0007] Entscheidend für die Ausreissfestigkeit ist in erster Linie die Länge der Sackbohrung.
Die Distanz zwischen dem Ende der Bohrung und der Vorderseite der Fassadenplatte kann
daher gegenüber den bekannten Systemen beträchtlich verringert werden.
[0008] Die Befestigungsanker weisen am Umfang eine Nut auf, in die Tragelemente der Unterkonstruktion
eingreifen können. Die Platten werden also befestigt, indem die Nuten der Traganker
über die Tragelemente positioniert und die Fassadenplatten abgesenkt wird, wobei die
Tragelemente in die Nut der Befestigungselemente hineingleiten. Die Seitenwände der
Nuten bewirken dabei die Fixierung der Fassadenplatten in Längsrichtung der Befestigungsanker,
während quer dazu die Bewegung nicht gehindert ist. Zusätzlich kann die Bohrung längs
der Befestigungsanker exzentrisch angeordnet sein. Dadurch kann die Platte durch Drehen
des Ankers angehoben oder abgesenkt werden, um sie gegenüber den umliegenden Platten
zu justieren. Aehnlich kann durch Verändern des Abstands der Befestigungs- bzw. der
unten erläuterten Sicherungsanker der Abstand der Fassadenplatten von der Mauer eingestellt
werden, wie es z.B. für eine ebene Fassadenfläche nötig ist.
[0009] Zusätzlich zu den Befestigungsankern sind vorteilhafterweise noch Sicherungsanker
angebracht. Die Sicherungsanker sind im wesentlichen gleich gebaut wie die Befestigungsanker,
zeigen also ebenfalls eine Nut, in die bei montierter Platte ein Tragelement eingreift,
wobei jedoch das Tragelement über die Nutwände nur den Abstand der Platte von der
Gebäudewand festlegt, jedoch nicht mit dem Gewicht der Platte belastet wird. Bricht
nun einer der Befestigungsanker, so fällt die Platte etwas nach unten, wodurch an
einem der Sicherungsanker das jeweilige Tragelement tiefer in die Nut hineingleitet,
bis sich der Sicherungsanker am Tragelement anstützt. Damit übernimmt einerseits einer
der Sicherungsanker die Funktion des ausgefallenen Befestigungsankers, und andererseits
hat sich die Position der Platte doch so verändert, dass durch eine optische Kontrolle
der Defekt erkennbar ist.
[0010] Die Tragelemente sind entweder als Einzelträger ausgeführt, die jeweils einzeln an
der Gebäudewand angebracht werden, oder an einem Schienensystem befestigt, das aus
auf Böcken befestigten Schienen besteht. Der Vorteil des Schienensystems liegt darin,
dass weniger Verbindungsstellen zwischen Gebäudewand und Unterkonstruktion vorhanden
sind, die jeweils auch Wärmebrücken darstellen. Beispielsweise kann es genügen, einen
Bock pro Stockwerk vorzusehen. Folgerichtig werden Einzelträger bevorzugt nur an Ecken
und anderen Problemstellen eingesetzt. Bevorzugt weisen die Tragelemente einen oder
mehrere plattenförmige Elemente auf, die zumindest teilweise in die Nuten der Sicherungs-
und Befestigungsanker hineingleiten können. Im einfachsten Fall erfolgt die Abstützung
an dem Befestigungsanker durch Anschlag am Grund der Nut. Möglich ist jedoch auch,
dass das plattenförmige Element einen Grat aufweist, der in die Nut hineingleitet,
und sich der Anker mit den Wänden am Fuss des Grats, wo das Element verbreitert ist,
abstützt.
[0011] Zum Feststellen der Platten in horizontaler Richtung, in der die Befestigungsanker
längs der Nuten auf den Tragelementen verschiebbar sind, wird pro Platte beidseitig
mindestens eines Befestigungsankers je ein Feststeller auf dem Tragelement angebracht.
[0012] Zur Montage der Unterkonstruktion wie auch der Fassadenplatten ist es also möglich,
ausschliesslich Schraubverbindungen einzusetzen, die bevorzugt mit einem Sicherungsmittel
versehen sind. Die Montage ist damit auch bei tiefen Temperaturen möglich, und die
Befestigungsgüte lässt sich über vorgegebene Drehmomente zum Anziehen der Schrauben
exakt definieren. Die Anker können auch bereits im Werk an den Platten angebracht
werden.
[0013] Die Erfindung soll weiter an einem Ausführungsbeispiel anhand von Figuren erläutert
werden.
- Fig. 1
- zeigt einen Ausschnitt aus einer Fassadenverkleidung mit Durchblick auf die Unterkonstruktion,
- Fig. 2
- die Befestigung einer Schiene der Unterkonstruktion,
- Fig. 3
- die Befestigung eines Ankers,
- Fig. 4
- einen Befestigungsanker,
- Fig. 5
- einen Tragausleger,
- Fig. 6
- eine zweite Ausführung eines Tragauslegers,
- Fig. 7
- eine Seitenansicht eines Tragauslegers,
- Fig. 8
- eine Seitenansicht eines Sicherungsankers,
- Fig. 9
- eine Seitenansicht eines Einzelträgers der Unterkonstruktionen und
- Fig. 10
- eine Seitenansicht eines anderen Einzelträgers.
[0014] Fig. 1 zeigt einen Ausschnitt einer Fassadenkonstruktion, die gemäss der Erfindung
erstellt ist. Sie besteht aus den Platten 1, von denen eine durchbrochen dargestellt
ist. Zur Auflockerung der Fassade sind die Platten 1 mit versetzten Horizontalfugen
2 angeordnet, was mit der Schienenunterkonstruktion leicht möglich ist.
[0015] Die Platten 1 hängen über die Befestigungsanker 3 und die Tragausleger 4 an den Schienen
5 der Unterkonstruktion. Fig. 2 zeigt das obere und untere Ende einer Schiene 5, die
jeweils auf einem Bock 6 angeschraubt ist, der seinerseits wiederum an der Wand des
Gebäudes über Schrauben 7 befestigt ist. Eine nach oben bzw. unten anschliessende
Schiene kann jeweils an den noch freien Löchern 8 fortlaufend befestigt werden. Im
Fall, dass die Länge der Schienen 5 der Stockwerkhöhe entspricht, genügt damit ein
Bock 6 pro Stockwerk.
[0016] Die Tragausleger 4 sind mittels Schraubverbindungen 9 an der Schiene 5 befestigt.
Zum Fixieren der Position ist ein Nocken 10 an jedem Tragausleger 4 vorhanden, der
in ein zweites Loch der Schiene 5 eingreift. Um die Tragelemente frei auf der Länge
der Schiene 5 verteilt anbringen zu können, weisen daher die Seiten der Schienen 5
eine gleichmässige Lochreihe auf, wobei naheliegenderweise der Abstand zwischen der
Schraubverbindung 9 und dem Nocken 10 ein ganzzahliges Vielfaches des Lochabstands
ist.
[0017] Die Befestigungsanker 3 und die Sicherungsanker 11 haben einen sechseckigen Querschnitt,
um den Angriff beispielsweise eines Schraubenschlüssels zu gestatten. In die Befestigungsanker
3 ist eine Nut eingeschnitten, deren Grund 12 gestrichelt angedeutet ist. Ausserdem
ist die Bohrung 13 in den Befestigungsankern 3 exzentrisch zum Grund 12 der Nut angebracht.
Da die Befestigungsanker mit dem Grund 12 auf den Tragauslegern 4 aufliegen, ist es
durch Verdrehen eines Befestigungsankers möglich, die Platte anzuheben oder abzusenken
und so beispielsweise waagrecht auszurichten oder auch durch gleichsinniges Drehen
beider Befestigungsanker anzuheben oder abzusenken. Wie noch dargestellt wird, ist
es damit und mit nur zwei Ausführungen der Tragausleger 4 möglich, die Platten 1 auf
jeder beliebigen Höhe anzubringen.
[0018] Bei den Sicherungsankern 11 ist dagegen die Nut 14 tiefer ausgeführt, und die Bohrung
15 in etwa zentral angebracht. Damit umgreifen die Nuten 14 zwar den Tragausleger
4, dieser berührt jedoch nicht den Grund 14 der Nut. Das Gewicht wird daher vollständig
von den Befestigungsankern 3 auf die Unterkonstruktion übertragen, eine Führung erfolgt
jedoch sowohl durch die Befestigungs- als auch durch Sicherungsanker 3 bzw. 11. Im
Falle des Versagens eines der Befestigungsanker kippt die Platte um den verbleibenden
Befestigungsanker, wodurch der unter dem ausgefallenen Befestigungsanker sich befindende
Sicherungsanker auf seinen Tragausleger aufsetzt und damit die Haltefunktion übernimmt.
Damit ist einerseits ein Herausfallen der Fassadenplatte 1 vermieden, andererseits
hat sich die Lage der Platte 1 gegenüber den umliegenden doch so geändert, dass sie
leicht identifiziert werden kann.
[0019] Die Feststellung der Position der Platte 1 in Nutrichtung erfolgt durch die Feststeller
19. Sie werden rechts und links von bevorzugt nur einem Befestigungsanker 3 pro Platte
1 auf dem Tragausleger 4 festgeklemmt. Damit kann sich die Platte 1 weiterhin frei
gemäss den Temperaturschwankungen in Richtung der Ankernuten ausdehnen.
[0020] Fig. 3 zeigt einen Schnitt durch eine Schiene 5 und einen Sicherungsanker 11. Der
Bock 6 ist zur Verringerung von Wärmeverlusten über Isolierelemente 31 mit der Gebäudewand
32 verbunden. Der gezeigte, geschnittene Sicherungsanker 11 ist auf einen Gewindebolzen
16 aufgeschraubt, der in einer am Grund aufgeweiteten Sackbohrung 27 in der Platte
1 durch einen Hinterschnittdübel 28 gehalten wird. Vorzugsweise kann noch eine Isolation
33 angebracht werden.
[0021] Die Fig. 4 zeigt vergrössert einen Befestigungsanker. Die Exzentrizität e der Bohrung
ist dabei zu ¼ des Abstands der Tragauslegerbefestigungslöcher auf den Schienen 5
gewählt. Um eine Verschiebung um einen halben solchen Abstand zu ermöglichen, sind
zwei Typen von Tragauslegern vorgesehen, und zwar gemäss Fig. 5 mit dem Tragbalken
17 in etwa der Mitte zwischen dem Loch 18 und dem Nocken 10, und gemäss Fig. 6 mit
dem Tragbalken 17 um die Hälfte des genannten Abstands zur Nocke 10 hin versetzt.
Fig. 7 zeigt die letztere Ausführung des Tragauslegers 4 nochmals in einer Seitenansicht.
Diese Aufteilung der Positioniermöglichkeiten ist nötig, um eine ausreichende Stabilität
der Schienen 5 zu gewährleisten, die u. a. auch vom Abstand der Befestigungslöcher
für die Tragausleger abhängt.
[0022] Fig. 8 zeigt vergrössert einen Sicherungsanker 11 in einer Seitenansicht. Die Nut
14 ist gegenüber derjenigen in dem Befestigungsanker 3 tiefer ausgeschnitten, im Extremfall
bis zu der Grenze, die durch die Mindestanforderungen bezüglich Stabilität der Wände
der Bohrung 15 gesetzt wird. Der Querschnitt des Körpers des Sicherungsankers 11 entspricht
der Einfachheit halber derjenigen eines Befestigungsankers 3. Die Bohrung 15 ist zentriert
angebracht, da der Sicherungsanker 11 im Normalfall keine Justierungsaufgaben hat.
[0023] Fig. 9 zeigt schliesslich einen Einzelträger 20, der an Stellen verwendet werden
kann, wo das Schienensystem nicht praktibel ist. Er besteht aus der an der Gebäudewand
anschraubbaren Basis 21, die aus Stabilitätsgründen aus einem U-Blech geschnitten
ist. Sie weist zwei Befestigungslöcher 29 und 30 auf, von denen das letztere aus praktischen
Gründen als Langloch ausgeführt ist. Auf der Basis 21 ist der Ausleger 22 mit sich
von der Basis weg verengendem U-Profil angeschweisst. Ausserdem ist die Basis 23 des
Ausleger-U's nicht rechtwinklig zur Basisgrundfläche ausgeführt, und zwar derart,
dass, wenn der Einzelträger 20 an einer Wand montiert ist, der Ausleger 22 eine von
der Wand wegführende Neigung hat, um sich ansammelndes Wasser abzuleiten.
[0024] Am basisabgewandten Ende des Auslegers 22 ist das Tragblech 24 angeschweisst, und
zwar so, dass noch eine Öffnung verbleibt, durch die das oben erwähnte Wasser abfliessen
kann. Es wäre auch möglich, das Tragblech 24 den ganzen Querschnitt des Auslegers
22 abdeckend anzubringen und gegebenenfalls Ablauflöcher anzubringen.
[0025] Das Tragblech 24 kann funktionell bis zu zwei der Tragausleger 4 ersetzen.
[0026] Fig. 10 zeigt eine andere Ausführung eines Einzelträgers 34. Er besteht aus zwei
Teilen: einer an der Gebäudewand befestigbaren Konsole 35 und einem Reiter 36. Die
Befestigung der Konsole 35 kann beispielsweise mit Schrauben und Dübel erfolgen, wofür
die Konsole 35 Löcher 37 und 38 aufweist. Die Löcher 37 und 38 sind bevorzugt als
Langlöcher ausgeführt. Die Oberfläche, auf der der Kopf der Befestigungsschrauben
aufliegt, ist bevorzugt aufgerauht, um ein Verrutschen im montierten Zustand zu verhindern.
[0027] Der Konsolausleger 39, auf dem der Reiter 36 aufliegt, weist mindestens eine Querbohrung
auf. Das dem Konsolausleger 39 angepasste Reitblech 40 verfügt über mindestens eine,
bevorzugt jedoch mehrere Bohrungen 41, die mit der Querbohrung des Konsolauslegers
39 durch Verschieben des Reiters 36 gefluchtet werden können, wonach ein Bolzen, eine
Schraube, eine Niete oder ä. durch Reitblech- und Konsolbohrung durchgesteckt werden
kann, um den Reiter 36 zu befestigen. Damit kann die Ausladung des Einzelträgers 34
auf einfache Art durch die Wahl einer Bohrung 41 an die örtlichen Gegebenheiten angepasst
werden. Quer am Reitblech 40 ist wieder ein Tragblech 42 angebracht, wie es bereits
für die erste Ausführung beschrieben wurde.
[0028] Bei der Montage werden zunächst die Böcke 6 an der Gebäudewand 31 befestigt. Mit
Böcken verschiedener Höhe und gegebenenfalls Distanzteilen, Isolationsteilen verschiedener
Dimensionen u. ä. werden die Plateaus 25 der Böcke 6 (siehe Fig. 3) nivelliert. Auch
die eventuell nötigen Einzelträger 20 werden jetzt angebracht. Danach kann die Isolation
33 angebracht werden. Die U-Schienen 5 werden angeschraubt und an diesen die Tragausleger
4. Dann werden die Platten 1, an denen bereits die Befestigungs- und Sicherungsanker
3 bzw. 11 angebracht sind, an ihre Position gebracht und an der Unterkonstruktion
eingehängt. Zu einem passenden Zeitpunkt können die Platten parallel in einer Ebene
ausgerichtet werden, indem die Anker 3, 11 auf den Gewindebolzen ein- oder ausgeschraubt
werden, und die senkrechte und Höhenjustierung durch Drehung der Befestigungsanker
3 um höchstens eine Drehung. Die so eingestellten Positionen werden, wie auch die
übrigen Schraubverbindungen, durch ein Gewindesicherungsmittel, z. B. Loctite (TM),
fixiert.
[0029] Vorteilhaft wird der gesamte Materialbedarf durch eine vorangehende Vermessung, bevorzugt
eine Laservermessung, mit folgender Bedarfsplanung ermittelt. Beide Vorgänge können
auch mit Hilfe eines Computers durchgeführt werden.
[0030] Modifikationen der Erfindung sind dem Fachmann zugänglich, ohne den Erfindungsgedanken
zu verlassen. Es ist denkbar, anstatt der gezeigten Schraubverbindungen andere Verbindungen,
wie z. B. Nieten zu verwenden. Anstatt der Hinterschnittdübel sind beliebige andere
Befestigunsarten für die Gewindebolzen 16 denkbar, wie z. B. Eingiessen in einen aushärtbaren
Kunststoff, andere Dübelarten, in der Plattenvorderseite versenkte oder anderweitig
unsichtbar gemachte Muttern.
[0031] Da die Platten von oben her in die Unterkonstruktion eingehängt werden, ist es möglich,
die Horizontalfugen zu verschliessen, indem die Ober- und Unterkante der Platten 1
z. B. stufenförmig ausgebildet werden. Dabei gleitet die am unteren Ende vorstehende
Rückseite der oberen Platte hinter die an der unterhalb montierten Platte vorstehende
Vorderseite. Verbunden damit ist es allerdings bei entsprechend ausgeprägter Überlappung
nicht mehr möglich, wahlfrei Platten zu demontieren, sondern es muss bei der Demontage
von oben nach unten gearbeitet werden.
[0032] Denkbar ist auch, die Sicherungsanker an beliebigen anderen Positionen anzubringen,
wie beispielsweise auch oberhalb der Befestigungsanker, sowie die Befestigungsanker
unterhalb des Schwerpunkts der Platten vorzusehen.
1. Verfahren zum Aufhängen von Fassadenelementen an einer Unterkonstruktion, dadurch
gekennzeichnet, dass an der Rückseite jedes Fassadenelements (1) mindestens zwei Befestigungsanker
angebracht werden, von denen zwei die Hauptanker (3) darstellen, wobei sich der Schwerpunkt
der Fassadenplatte in einer Ebene befindet, die die Position der Hauptanker (3) einschliessende
Strecke zwischen den Hauptankern senkrecht schneidet, und dass die Fassadenelemente
mittels zumindest der Hauptanker (3) an im wesentlichen horizontalen Tragelementen
(4, 24) einer Unterkonstruktion aufgehängt werden.
2. Verfahren gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Sicherungsanker (11) an
der Rückseite der Fassadenelemente (1) angebracht werden und beim Aufhängen der Fassadenelemente
(1) derart mit jeweils einem Tragelement (4, 24) in Eingriff gebracht werden, dass
die Position des Fassadenelements (1) bezüglich einer im wesentlich senkrecht zur
Oberfläche des Fassadenelements verlaufenden Achse mit allenfalls geringem Spiel festgelegt
wird, jedoch keine oder nur geringe Traglast auf das Tragelement (4, 24) übertragen
wird.
3. Verfahren gemäss Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Sicherungsanker (11)
derart ausgebildet werden, dass sie bei Versagen eines Befestigungsankers, insbesondere
eines Hauptankers (3), bei der resultierenden Bewegung des Fassadenelements (1) an
ihrem jeweiligen Tragelement (4, 24) anschlagen, wodurch die Traglast vom Tragelement
des Sicherungsankers übernommen wird und sich eine optisch wahrnehmbare Veränderung
der Position des Fassadenelements ergibt.
4. Fassadensystem zur Durchführung des Verfahrens gemäss einem der Ansprüche 1 bis 3,
bestehend aus einer an einer Gebäudewand befestigbaren Unterkonstruktion und aus plattenförmigen
Fassadenelementen mit einer Vorder- und einer Rückseite, dadurch gekennzeichnet, dass
an der Rückseite der Fassadenelemente (1) mindestens zwei Befestigungsanker (3) vorhanden
sind und die Unterkonstruktion erste Tragelemente (4, 20) aufweist, in die die Fassadenelemente
(1) im montierten Zustand des Fassadensystems mittels mindestens zweier der Befestigungsanker
(3) eingehängt sind.
5. Befestigungsanker und Tragelement in einem Fassadensystem gemäss Anspruch 4, dadurch
gekennzeichnet, dass der Befestigungsanker (3) ein im wesentlichen zylindrischer oder
prismatischer Ankerkörper mit einer umlaufenden Nut (12) ist und eine Bohrung (13)
in Längsrichtung aufweist, die der Befestigung des Ankerkörpers an einem Fassadenelement
mittels einer aus dessen Rückseite ragenden und in die Bohrung (13) einführbaren Ankerbefestigung
(16) dient, und dass das Tragelement (4, 20) eine plattenförmige Vorrichtung (17,
24) aufweist, deren Dicke und Höhe so bemessen ist, dass sie mit geringem Spiel in
die Nut eines Befestigungsankers einführbar ist.
6. Befestigungsanker gemäss Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Ankerbefestigung
(16) stabförmig ist, mit einem Ende in einer Sackbohrung (27) fixiert ist, die in
der Rückseite des Fassadenelements (1) angebracht ist, und am anderen Ende mit einem
Gewinde versehen ist, und dass die Bohrung (13) im Ankerkörper einen dem genannten
Gewinde komplementäres Innengewinde aufweist, damit der Ankerkörper auf das zweite
Ende der Ankerbefestigung aufgeschraubt werden kann.
7. Befestigungsanker gemäss Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Bohrung
(13) exzentrisch zur Zentralachse des Ankerkörpers angebracht ist.
8. Fassadensystem gemäss einem der Ansprüche 4 bis 7 zur Durchführung des Verfahrens
gemäss einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Fassadenelemente
mindestens zwei Sicherungsanker (11) aufweisen, die mit zweiten Tragelementen (4,
20) der Unterkonstruktion im Sinne einer Führung im Eingriff stehen, ohne dabei wesentliche
Traglast auf die Tragelemente zu übertragen.
9. Sicherungsanker und Tragelement in einem Fassadensystem gemäss Anspruch 8 und einem
der Ansprüche 5 bis 7 , dadurch gekennzeichnet, dass der Sicherungsanker im wesentlichen
gleich einem Befestigungsanker gebaut ist, jedoch eine tiefere Nut (14) aufweist.
10. Unterkonstruktion in einem Fassadensystem gemäss einem der Ansprüche 8 und 9, dadurch
gekennzeichnet, dass an einer U-Schiene seitlich Tragelemente mit T-förmigem Querschnitt,
bevorzugt mittels einer Schraubverbindung derart befestigt sind, dass die dem Querbalken
des T entsprechende Fläche an der Seitenfläche der U-Schiene (5) seitlich anliegt
und dass die dem Stiel des T's entsprechende Platte (14) so gestaltet ist, dass sie
in die Nut der Befestigungs- bzw. der Sicherungsanker hineingleiten kann.
11. Einzelträger zur Verwendung mit einer Unterkonstruktion gemäss Anspruch 10, gekennzeichnet
durch:
- eine an einer Gebäudewand befestigbaren Grundplatte (21),
- ein von der Grundplatte abstehendes Profilblech (22), bevorzugt mit einem Querschnitt
in der Art eines U,
- und einem quer am Profilblech und am von der Grundplatte abgewandten Ende befestigten
Tragblech (24) mit einer Oberkante, wobei ein Befestigungs- oder Sicherungsanker die
Oberkante des Tragblechs in ihre Nut aufnehmen kann.
12. Einzelträger zur Verwendung mit einer Unterkonstruktion gemäss Anspruch 10, gekennzeichnet
durch eine Konsole mit einer Grundplatte, die an einer Gebäudewand befestigt werden
kann, und einem Konsolausleger (39), der von der Grundplatte in einem ungefähr rechten
Winkel absteht, und gekennzeichnet durch einen Reiter (36) aus einem länglichen Reitblech
(40) und einem Tragblech (42), wobei das Reitblech (40) so geformt ist, dass es auf
den Konsolausleger (39) aufgelegt und auf diesem verschoben werden kann, und wobei
das Tragblech (42) so ausgebildet ist, dass es in die Nut eines Befestigungs- oder
Sicherungsankers hineingleiten kann.
13. Einzelträger gemäss Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Konsolausleger (39)
mindestens ein Querloch und das Reitblech (40) mindestens zwei Bohrungen aufweisen,
wobei das Querloch und eine beliebige der Bohrungen (41) durch Verschieben gefluchtet
werden können und in diesem Zustand mittels eines durch- oder eingesteckten bolzenförmigen
Teils verriegelt werden können.