[0001] Die Erfindung betrifft ein Laufwerk gemäss dem Oberbegiff des Anspruchs 1 sowie eine
Verschiebeeinrichtung mit mindestens einem erfindungsgemässen Laufwerk.
[0002] Ein gattungsgemässes Laufwerk ist aus der WO-A-86/03541 bekannt. An einem derartigen
Laufwerk oder mehreren davon werden meist verhältnismässig schwere Bauteile wie Türen
aufgehängt, welche oft beträchtliche Momente, insbesondere solche, die auf eine Drehung
um eine zur Laufrichtung parallele Achse hinwirken, auf das Laufwerk ausüben, sei
es nun, dass ihr Schwerpunkt nicht genau unterhalb der Tragrolle liegt oder dass sie
seitlich auf sie einwirkenden Kräften ausgesetzt sind. Durch solche Momente kann es,
da die seitlich festgehaltenen Führungsrollen eine Drehachse festlegen, dazu kommen,
dass die Tragrolle seitlich verschoben wird, was zu unkontrollierter Bewegung des
am Laufwerk aufgehängten Bauteils führt und Beschädigungen desselben oder anderer
Teile zur Folge haben kann. Ausserdem kann ein Verrutschen der Tragrolle zu unangenehmen
Geräuschen, vorzeitiger Abnutzung und im Extremfall zu einem Verklemmen des Laufwerks
führen.
[0003] Hier soll die Erfindung Abhilfe schaffen. Die Erfindung, wie sie in den Ansprüchen
gekennzeichnet ist, schafft ein Laufwerk, das gegen Momente der oben beschriebenen
Art stabilisiert ist und zwar derart, dass besagte Momente von Rollen aufgefangen
werden, sodass sie ein Verschieben des Laufwerks nicht behindern können.
[0004] Ausserdem gibt die Erfindung eine Verschiebeeinrichtung an, welche neben mindestens
einem erfindungsgemässen Laufwerk eine auf dasselbe abgestimmte Laufschiene umfasst.
[0005] Im folgenden wird die Erfindung anhand von Zeichnungen, welche nur Ausführungsbeispiele
darstellen, näher erläutert. Es zeigen
- Fig. 1a
- eine Seitenansicht quer zur Laufrichtung eines erfindungsgemässen Laufwerks gemäss
einer ersten Ausführungsform,
- Fig. 1b
- eine Verschiebeeinrichtung mit einem in Laufrichtung gesehenen Laufwerk gemäss Fig.
1a, an welchem eine Türe aufgehängt ist und einer geschnitten dargestellten Laufschiene,
- Fig. 1c
- eine Verschiebeeinrichtung ähnlich wie die in Fig. 1b dargestellte, aber mit zwei
Laufwerken, an deren jedem eine Türe aufgehängt ist und eine geschnitten dargestellte
Doppelschiene,
- Fig. 2a
- eine Seitenansicht quer zur Laufrichtung eines erfindungsgemässen Laufwerks gemäss
einer zweiten Ausführungsform,
- Fig. 2b
- eine Verschiebeeinrichtung mit einem in Laufrichtung gesehenen Laufwerk gemäss Fig.
2a, an welchem eine Kartentasche aufgehängt ist und einer geschnitten dargestellten
Laufschiene,
- Fig. 2c
- eine Verschiebeeinrichtung ähnlich wie die in Fig. 2b dargestellte, wobei am Laufwerk
eine Türe aufgehängt ist,
- Fig. 3a
- eine Seitenansicht quer zur Laufrichtung eines erfindungsgemässen Laufwerks gemäss
einer dritten Ausführungsform,
- Fig. 3b
- eine Verschiebeeinrichtung mit einem in Laufrichtung gesehenen Laufwerk gemäss Fig.
3a und einer geschnitten dargestellten Laufschiene,
- Fig. 4a
- eine Seitenansicht quer zur Laufrichtung eines erfindungsgemässen Laufwerks gemäss
einer vierten Ausführungsform,
- Fig. 4b
- eine Verschiebeeinrichtung mit einem in Laufrichtung gesehenen Laufwerk gemäss Fig.
4a und einer geschnitten dargestellten Laufschiene und
- Fig. 5
- eine Seitenansicht quer zur Laufrichtung eines erfindungsgemässen Laufwerks gemäss
einer fünften Ausführungsform.
[0006] Das Laufwerk 1 gemäss Fig. 1a, 1b umfasst eine Grundplatte 2, welche eine um eine
horizontale Achse drehbare Tragrolle 3 trägt. Zur Führung des Laufwerks 1 sind unterhalb
der Tragrolle 3 zwei Führungsrollen 4a,b angeordnet, welche um vertikale Achsen drehbar
auf einem am unteren Ende der Grundplatte 2 angebrachten Flansch 5 angebracht sind
und nach oben weisen. Sie sind in Laufrichtung gegenüber der Achse der Tragrolle 3
nach entgegengesetzten Seiten versetzt.
[0007] An einem weiteren Flansch 6 am oberen Ende der Grundplatte 2 sind zwei ebenfalls
um vertikale Achsen drehbare, nach unten weisende Stabilisierungsrollen 7a,b angebracht.
Die beiden Stabilisierungsrollen 7a,b liegen, ebenso wie die beiden Führungsrollen
4a,b jeweils in Laufrichtung hintereinander und auf gleicher Höhe. Zudem ist die Stabilisierungsrolle
7a genau oberhalb der Führungsrolle 4a und die Stabilisierungsrolle 7b genau oberhalb
der Führungsrolle 4b angeordnet.
[0008] Gemäss Fig. 1b ist am Laufwerk 1 eine Türe 8 aufgehängt, die mit der Grundplatte
2 verschraubt ist. Die Türe 8 hängt an mindestens zwei Laufwerken der in Fig. 1a,b
dargestellten Ausführung. An einer Platte 9 ist ein Befestigungsflansch 10 einer Laufschiene,
die als Aluminiumprofil ausgeführt sein kann, befestigt, welche einen vertikalen Tragflansch
11 trägt, von welchem ein unterer Quersteg 12 und ein oberer Quersteg 13 seitlich
abstehen. Die Oberseite des unteren Querstegs 12 bildet eine Lauffläche 14, auf welcher
die Tragrolle 3 abläuft. An seiner Unterseite trägt er eine vertikale, d. h. vertikal
eingeschnittene Führungsnut 15, in welche von unten die Führungsrollen 4a,b eingreifen.
Der obere Quersteg 13 trägt an seiner Oberseite eine vertikale Stabilisierungsnut
16, in welche von oben die Stabilisierungsrollen 7a,b eingreifen.
[0009] Fig. 1c zeigt eine Anordnung mit einer im wesentlichen symmetrischen Doppelschiene,
bei welcher der Tragflansch 11 beidseits je einen unteren Quersteg 12 bzw. 12' und
einen oberen Quersteg 13 bzw. 13' trägt. Auf jeder Seite läuft ein Laufwerk 1, 1',
an dem jeweils eine Türe 8 bzw. 8' aufgehängt ist, im ersten Fall wie im Zusammenhang
mit Fig. 1b erläutert, im anderen über einen die innere Türe 8 übergreifenden Bügel
17, der an den Flansch 6' des Laufwerks 1' anschliesst. Die beiden Türen 8, 8' können
unabhängig voneinander verschoben werden.
[0010] Bei der Ausführung gemäss Fig. 2a, 2b weisen, bei sonst gleicher Ausführung des Laufwerks
1 wie gemäss Fig. 1a,b die Stabilisierungsrollen 7a,b nach oben. Der Flansch 6, auf
dem sie montiert sind, ist dafür tiefer angebracht.
[0011] Zwischen den Führungsrollen 4a,b ist am Flansch 5 ein Tragbolzen 18 angebracht, an
welchem z. B. (Fig. 2b) eine Kartentasche 19 aufgehängt sein kann. Derartige Kartentaschen
können z. B. Landkarten und Tafeln für den Schulgebrauch aufnehmen.
[0012] Die Stabilisierungsnut 16 der Laufschiene ist entsprechend der Anordnung der Stabilisierungsrollen
7a,b an der Unterseite des oberen Querstegs 13 angebracht. Oberhalb des oberen Querstegs
13 weist die Laufschiene eine Haltenut 20 auf, in welche Haltebolzen 21 eingreifen,
an denen sie aufgehängt ist. Die Verbindung zwischen einem Haltebolzen 21 und der
Laufschiene kann durch Lösen einer Mutter 22 so gelockert werden, dass die Laufschiene
verschiebbar ist.
[0013] Fig. 2c zeigt eine gleichartige Konstruktion von Laufwerk und Laufschiene wie Fig.
2a,b, jedoch ist am Laufwerk 1 in ähnlicher Weise wie gemäss Fig. 1b eine Türe 8 aufgehängt.
[0014] Die beschriebenen Laufwerke sind durch die Führungsrollen 4a,b und die Stabilisierungsrollen
7a,b jeweils gegen Momente, die auf eine Drehung des Laufwerks 1 um eine zur Laufrichtung
parallel Achse hinwirken sowie gegen quer zur Laufrichtung wirkende Kräfte stabilisiert.
Die Drehachse müsste im erstgenannten Fall einer Geraden entsprechen, welche durch
die beiden Führungsrollen 4a, 4b geht, da dieselben mit nur geringem Spiel in der
Führungsnut 15 laufen und daher seitlich nicht ausweichen können. Eine Drehung um
diese Gerade würde jedoch bereits durch eine gleichfalls in ihrer Bewegungsfreiheit
nach beiden Seiten eingeschränkte Stabilisierungsrolle, die nicht auf dieser Geraden
liegt, verunmöglicht. Damit ist aber auch ein seitliches Verrutschen der Tragrolle
3 unterbunden.
[0015] Dadurch, dass jede der beiden Stabilisierungsrollen 7a,b genau über einer der Führungsrollen
4a,b angebracht ist, werden Schräglagen des Laufwerks 1 in Kurven vermieden. Wenn
die Laufschiene keine gebogenen Abschnitte aufweist, ist eine solche Anordnung nicht
erforderlich.
[0016] Gegen Momente, die auf Drehungen um Achsen quer zur Laufrichtung hinwirken, sind
die Laufwerke gemäss Fig. 1a,b und Fig. 2a,b nicht stabilisiert. Bei vielen Anwendungen,
etwa wenn eine Türe an jedem Ende in der in Fig. 1b dargestellten Weise mit einem
Laufwerk verschraubt ist, ist eine derartige Stabilisierung auch nicht erforderlich.
Wenn jedoch die Laufwerke einzeln aufgehängt sind und z. B. zum Tragen eines Kabels
oder Schlauchs verwendet werden, wo derartige Momente leicht entstehen können, ist
ein Verklemmen eines diesbezüglich nicht stabilisierten Laufwerks nicht auszuschliessen.
[0017] Für derartige Einsätze eignet sich das Laufwerk gemäss Fig. 3a,b. Es ist prinzipiell
wie das in Fig. 1a,b dargestellte Laufwerk aufgebaut, weist aber zwei gleiche Tragrollen
3a, 3b auf, die in Laufrichtung aufeinanderfolgen. Die Laufschiene ist ebenfalls wie
die in Fig. 1b dargestellte ausgebildet, weist allerdings eine Haltenut 20 zur Aufnahme
von Haltebolzen 21 auf entsprechend der in Fig. 2b gezeigten Ausführung. Der obere
Quersteg 13 bildet eine Deckfläche 23, welche zur Lauffläche 14 parallel verläuft
und zu derselben einen Abstand aufweist, welcher nur geringfügig grösser ist als der
Durchmesser der Tragrollen 3a,b.
[0018] Wird nun ein Moment auf das Laufwerk 1 ausgeübt, das auf eine Drehung um eine Achse
quer zur Laufrichtung hinwirkt, so erfolgt eine allfällige Drehung um eine der beiden
Tragrollenachsen, während die andere Tragrolle abgehoben wird. Sie stösst jedoch sofort
gegen die Deckfläche 23, sodass weitere Drehung unterbunden ist. Momente, aber auch
Kräfte jeder Richtung werden stets von den Tragrollen 3a,b, Fürungsrollen 4a,b und
Stabilisierungsrollen 7a,b aufgefangen, sodass ein Verklemmen des Laufwerks 1 ausgeschlossen
ist. Es bleibt immer verschiebbar.
[0019] Ein weiteres, vor allem, was die Ausdehnung in vertikaler Richtung betrifft, besonders
platzsparendes Laufwerk ist in Fig. 4a,b dargestellt. Hier sind die Führungsrollen
4a,b in Laufrichtung unmittelbar vor bzw. hinter der Tragrolle 3 angebracht. Sie sind
unterhalb der Achse der Tragrolle 3 an Flanschen 5a,b befestigt und ragen nach unten,
jedoch nur so weit, dass die Tragrolle 3 sie geringfügig überragt. Entsprechendes
gilt für die Stabilisierungsrollen 7a,b, die spiegelsymmetrisch zu den Führungsrollen
4a,b an Flanschen 6a,b angebracht sind und nach oben ragen. Die Laufschiene kann besonders
einfach ausgebildet sein, da der Grund der Führungsnut 15, in welche die Führungsrollen
4a,b eingreifen, zugleich als Lauffläche 14 dient, auf welcher die Tragrolle 3 abläuft.
[0020] Bei der Ausführung nach Fig. 5, welche wie schon im Zusammenhang mit Fig. 3a,b geschildert,
durch zwei gleiche, in Laufrichtung aufeinanderfolgende Tragrollen 3a,b gegen Momente,
die auf eine Drehung um eine Achse quer zur Laufrichtung hinwirken, stabilisiert ist,
wirkt ausserdem der Grund der Stabilisierungsnut 16, in welche die Stabilisierungsrollen
7a,b eingreifen, als Deckfläche 23, welche derartige Drehungen unterbindet.
[0021] Es sei noch darauf hingewiesen, dass die erwünschten Stabilisierungswirkungen jeweils
prinzipiell durch eine einzige Stabilisierungsrolle erzielbar sind. Diese Stabilisierungsrolle
braucht nicht oberhalb, sondern kann auch unterhalb der Führungsrollen angebracht
sein. Es ist jedoch im Sinne einer stabilen und störungssicheren Ausbildung der Verschiebeeinrichtung
sinnvoll, jeweils zwei Stabilisierungsrollen vorzusehen, welche vorzugsweise gleich
wie die Führungsrollen ausgebildet sind.
1. Laufwerk mit mindestens einer um eine horizontale Achse drehbaren Tragrolle (3) und
zwei in Laufrichtung voneinander beabstandeten, um mindestens annähernd vertikale
Achsen drehbaren Führungsrollen (4a, 4b), dadurch gekennzeichnet, dass es mindestens eine Stabilisierungsrolle (7a, 7b) aufweist, welche von einer durch
die Führungsrollen (4a, 4b) verlaufenden Geraden beabstandet ist.
2. Laufwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Stabilisierungsrolle (7a, 7b) um eine vertikale Achse drehbar
und vertikal von mindestens einer der Führungsrollen (4a, 4b) beabstandet ist.
3. Laufwerk nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Stabilisierungsrolle (7a, 7b) genau oberhalb oder genau unterhalb
einer der Führungsrollen (4a; 4b) angeordnet ist.
4. Laufwerk nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsrollen (4a, 4b) und zwei Stabilisierungsrollen (7a, 7b) jeweils auf gleicher
Höhe angeordnet sind und jede Stabilisierungsrolle (7a, 7b) genau oberhalb einer Führungsrolle
(4a; 4b) angeordnet ist.
5. Laufwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsrollen (4a, 4b) unterhalb oder oberhalb der Tragrolle (3) angeordnet
sind und die mindestens eine Stabilisierungsrolle (7a, 7b) oberhalb bzw. unterhalb
der Tragrolle (3) angeordnet ist.
6. Laufwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass es zwei in
Laufrichtung auf gleicher Höhe aufeinanderfolgende Tragrollen (3a, 3b) gleichen Durchmessers
aufweist.
7. Laufwerk nach einem der Ansprüche 2 bis 4 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die
Führungsrollen (4a, 4b) in Laufrichtung vor und hinter der Tragrolle (3) angeordnet
sind und die mindestens eine Stabilisierungsrolle (7a, 7b) ebenfalls in Laufrichtung
vor oder hinter der Tragrolle (3) angeordnet ist und dass die Führungsrollen (4a,
4b) und die mindestens eine Stabilisierungsrolle (7a, 7b) in vertikaler Richtung nicht
über die Tragrolle (3) hinausragen.
8. Verschiebeeinrichtung mit mindestens einem Laufwerk (1) nach einem der Ansprüche 1
bis 7 sowie mit einer Laufschiene, welche eine horizontale Lauffläche (14) umfasst,
auf welcher die mindestens eine Tragrolle (3; 3a, 3b) abläuft sowie mindestens eine
mindestens annähernd vertikale Führungsnut (15), in welcher die Führungsrollen (4a,
4b) geführt werden und mindestens eine Stabilisierungsnut (16), in welcher die mindestens
eine Stabilisierungsrolle (7a, 7b) geführt wird.
9. Verschiebeeinrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Lauffläche
(14) durch die Oberfläche eines unteren Querstegs (12) gebildet wird, welcher an seiner
Unterseite die Führungsnut (15) trägt.
10. Verschiebeeinrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass oberhalb der Lauffläche (14) eine von derselben um eine den Tragrollendurchmesser
geringfügig überschreitende Distanz beabstandete parallele Deckfläche (23) angeordnet
ist.
11. Verschiebeeinrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckfläche (23) von der Unterseite eines oberen (13) Querstegs gebildet wird,
welcher an der Oberseite eine vertikale Stabilisierungsnut (16) trägt.
12. Verschiebeeinrichtung nach Anspruch 8 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Lauffläche (14) den Grund der Führungsnut (15) bildet.
13. Verschiebeeinrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Lauffläche (14) den Grund der Führungsnut (15) und die Deckfläche (23) den Grund
der Stabilisierungsnut (16) bildet.