[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Schalten, insbesondere zum Einschalten
eines Sicherungslasttrenners, bei weichem drei an einem Oberteil des Sicherungslasttrenners
angebrachte Sicherungseinsätze gleichzeitig und im wesentlichen parallel um die gleiche
Strecke bewegt und mit an einem Unterteil des Sicherungslasttrenners angeordneten
Gegenkontakten (Zu-/Abgangskontakten) in bzw. außer Eingriff gebracht werden.
[0002] Ebenso betrifft die vorliegende Erfindung auch einen Sicherungslasttrenner mit an
einem Unterteil angeordneten Zu-/Abgangskontakten, die mit den drei Phasen eines Wechselstromnetzes
verbindbar sind, und mit einem Oberteil, das eine Halterung für Sicherungseinsätze
aufweist, wobei Unterteil und Oberteil derart gegeneinander bewegbar sind, daß die
Kontaktmesser der Sicherungseinsätze mit den Gegenkontakten, d.h. den Zu-/Abgangskontakten
des Unterteils in bzw. außer Eingriff treten.
[0003] Derartige Sicherungslasttrenner sind seit langem bekannt. Dabei gibt es im wesentlichen
zwei verschiedene Typen. Bei einem ersten Typ wird das Oberteil relativ zum Unterteil
linear verschoben, behält also seine relative Lage im Raum bei, wobei sich lediglich
der Abstand zwischen Unterteil und Oberteil ändert und das Oberteil die Sicherungseinsätze
jeweils mitnimmt, so daß hierdurch die Kontaktmesser der Sicherungseinsätze in und
außer Eingriff gebracht werden.
[0004] Bei einem anderen Typ ist das Oberteil relativ zum Unterteil um eine Achse verschwenkbar,
wobei die vorliegende Erfindung nur auf solche Sicherungslasttrenner des zweiten Typs
zur Anwendung kommen kann, bei welchen die Sicherungseinsätze im wesentlichen den
gleichen Abstand zur Schwenkachse des Oberteiles haben, da nur bei diesem Typ die
Sicherungseinsätze gleichzeitig parallel um dieselbe Strecke bewegt werden.
[0005] Generell sind NH-Sicherungslasttrenner Schaltgeräte, bei denen der NH-Sicherungseinsatz
als bewegliches Schaltstück dient.
[0006] Der NH-Sicherungseinsatz bildet im eingeschalteten Zustand das Überstrom- und/oder
Kurzschluß-Schutzorgan für den angeschlossenen Stromkreis. Im ausgeschalteten Zustand
stellt der NH-Sicherungslasttrenner eine sichere sichtbare Trennstrecke zwischen den
Anschlüssen her, die auch das Arbeiten an den abgeschalteten Stromkreisteilen ermöglicht.
[0007] Der Schaltvorgang selbst erfolgt mit einer von der Bewegung der Bedienperson abhängigen
Geschwindigkeit. Diese Geschwindigkeit ist ausreichend, um mit einem solchen Gerät
auch einen unter Last stehenden Stromkreis unterbrechen zu können. Zur besseren Beherrschung
der Schaltlichtbögen können die Geräte in bekannter Weise mit Löschblechen (sogenannte
Deionkammern) oder Hartgaslöschkammern versehen werden. Als besonders vorteilhaft
haben sich die bereits erwähnten Ausführungen von NH-Sicherungsglasttrennern erwiesen,
bei denen das Schaltstück (NH-Sicherungseinsatz) so bewegt wird, daß seine Längsachse
sich parallel verschiebt und beide Kontaktseiten gleichzeitig geöffnet oder geschlossen
werden. Hierdurch entstehen beim Ausschalten zwei Teillichtbögen, die ggf. durch Unterstützung
zweier Löschkammern eine Verdoppelung der Lichtbogenlänge und damit auch der wirksamen
Schaltgeschwindigkeit ergeben. Diese Ausführung hat außerdem den Vorteil, daß nach
Unterbrechen des Stromkreises das bewegliche Schaltstück selbst nicht mehr mit der
Stromkreisspannung in Verbindung steht und ein versehentliches Berühren unter Spannung
stehender Teile vermieden wird.
[0008] Das gleichzeitige Berühren beider Kontakteilen beim Zuschalten des Gerätes kann jedoch
auch nachteilig sein, insbesondere, wenn im angeschlossenen Stromkreis ein Kurzschluß
besteht.
[0009] Das sehr hohe Ausschaltvermögen der NH-Sicherungseinsätze ( 100 kA ) führt dazu,
daß die beschriebenen Schaltgeräte in Stromkreisen mit immer größerer Kurzschlußleistung
eingesetzt werden.
[0010] Dabei muß aber unbedingt beachtet werden, daß selbst das versehentliche Einschalten
eines kurzgeschlossenen Stromkreises für die Bedienperson ungefährlich ist.
[0011] Während normale Lastschaltungen mit handabhängig betätigten NH-Sicherungslasttrennern
innerhalb der durch die Gebrauchskategorie vorgegebenen Grenzen ohne Gefährdung für
die Bedienperson durchgeführt werden können, ist das Einschalten auf einen kurzgeschlossenen
Stromkreis bei sehr hohen Kurzschlußleistungen mit größeren Risiken behaftet. Ursächlich
hierfür sind zum einen die durch die Bedienperson vorgegebene Schaltgeschwindigkeit
sowie zum anderen die Tatsache, daß durch die relativ lose Aufhängung des Schalstückes
(NH-Sicherungseinsatz) die erste Kontaktgabe praktisch ohne nennenswerten Kontaktdruck
erfolgt.
[0012] Als Anhaltspunkt für die Schaltgeschwindigkeit kann die für Einschaltversuche an
solchen Geräten in der Europanorm (EN 60947-3) vorgegebene Obergrenze von 0,5 m/s
am Handgriff angenommen werden. Unter Berücksichtigung eines üblichen Hebelverhältnisses
zwischen Handgriffentfernung und Kontaktentfernung zum Drehpunkt ist die Kontaktgeschwindigkeit
zum Zeitpunkt der ersten Kontaktgabe etwa die Hälfte der Betätigungsgeschwindigkeit.
Der Messerkontakt (z. B. 3a,b) des NH-Sicherungseinsatzes (3) bewegt sich deshalb
mit einer Geschwindigkeit von ungefähr 0,25 m/s in den V-förmigen Einlaufbereich des
Aufnahmekontaktes (z. B. 7a,b).
[0013] Sobald der Stromkreis geschlossen ist, entwickelt sich unabhängig von der Höhe des
Kontaktdruckes der Kurzschlußstrom im angeschlossenen Stromkreis. Wegen des fehlenden
Kontaktdruckes erhitzt der Strom die sich berührenden Metalloberflächen so stark,
daß sie erst anschmelzen und dann sogar verdampfen. Der Kurzschlußstrom kann letztendlich
nur in Form eines Lichtbogens zwischen Messerkontakt (3a,b) und Aufnahmekontakt (7a,b)
fließen. Dieser Vorgang ist vergleichbar dem Prozeß des Lichtbogenschweißens. Der
extrem steile Anstieg des Kurzschlußstromes führt zu einer explosionsartigen Emission
von Metalldampf, der benachbarte unter Spannung stehende Teile elektrisch kurtschließen,
einen Störlichtbogen erzeugen und zur Zerstörung einer ganzen Schaltanlage führen
kann.
[0014] Bleibt der Kurzschlußstrom auf den zugeschalteten Stromkreis beschränkt, wird er
innerhalb von wenigen Millisekunden durch die Sicherungseinsätze abgeschaltet. Bei
einer Schließgeschwindigkeit von 0,25 m/s, entsprechend 0,25 mm/ms, erreicht der Messerkontakt
(z. B. 3a,b) des NH-Sicherungseinsatzes (3) während dieser Zeit in der Regel nicht
die unter Federdruck stehenden Kontaktflächen des Aufnahmekontaktes (7a,b). Die Möglichkeit,
einer definierten Kontaktgabe und damit der Unterdrückung eines Einschaltlichtbogens
ist somit für die beschriebene Geräteart praktisch ausgeschlossen.
[0015] Das Entstehen eines Einschaltlichtbogens mit der kurzschlußstromabhängigen Metalldampfemission
muß deshalb für NH-Sicherungslasttrenner als systemimmanente Eigenschaft angesehen
werden. Infolge der strombegrenzenden Wirkung des NH-Sicherungseinsatzes ist diese
Metalldampfemission auch relativ unkritisch, solange sie keine Sekundärkurzschlüsse
in benachbarten Stromkreisen oder gar im Vorsicherungsbereich auslöst. Ein durch Sicherungseinsätze
begrenzter Kurzschlußstrom führt allenfalls zur Beschädigung des betroffenen Schaltgerätes
und zur Störung des ohnehin fehlerhaften Stromkreises. Ein Sammelschienenkurzschluß
dagegen führt zum Ausfall oder gar zur Zerstörung der gesamten Schaltanlage.
[0016] Die schädliche Wirkung auf benachbarte Stromkreise, insbesondere, auf das Sammelschienensystem
kann durch große Abstände zwischen den Metallteilen oder durch Abschottungen und Isolierungen
begrenzt werden. Diese Maßnahmen führen jedoch zu größeren Abmessungen der Schaltanlage
oder verursachen erhöhte Kosten und/oder thermische Probleme durch behinderte Wärmeabfuhr.
[0017] Aus der DE-OS 1816 938 und der DE-OS 1918 473 ist eine Lösung bekannt, bei der durch
Isolierstoffansätze am Messerkontakt oder Aufnahmekontakt bei Einschalten von handabhängig
betätigten Geräten die Bildung eines Lichtbogens verhindert werden soll.
[0018] Bei dieser Lösung werden die Aufnahmekontakte mit Isolierstoffaufsätzen versehen,
welche beim Einführen des Messerkontaktes die Kontaktflächen vorspreizen, wobei die
Kontaktgabe erst nach völligem Eintauchen des Messerkontaktes zwischen die Aufnahmekontakthälften
handunabhängig erfolgen soll. Es ist einerseits zu bezweifeln, daß das Kontaktmesser
während des Schaltvorganges bei der Verwendung handelsüblicher NH-Sicherungseinsätze
so präzise geführt werden kann, daß eine vorzeitige Berührung und damit das vorzeitige
Auslösen des Kurzschlußstromes ausgeschlossen werden kann. Zum anderen hat die beschriebene
Kontaktanordnung den gravierenden Nachteil, daß bei Ausschaltvorgängen unter Last
der Aufnahmekontakt geöffnet wird. während sich das Kontaktmesser noch nicht aus dem
Kontaktbereich entfernt hat.
[0019] Wegen der geringen Schaltgeschwindigkeit handabhängig betätigter Geräte brennt der
Schaltlichtbogen ausreichend lange zwischen den Kontaktflächen, um diese zu zerstören.
Selbst wenn diese Kontaktanordnung günstigere Eigenschaften beim Einschalten auf einen
Kurzschluß zeigen sollte, ist sie durch die nachteiligen Eigenschaften beim Ausschalten
von Lastströmen als untauglich für den Einsatz In NH-Sicherungslasttrennem anzusehen.
Zumal da das Ausschalten zu den normalen, häufig wiederkehrenden Funktionen des Sicherungslasttrenners
gehört, während das Einschalten auf einen Kurzschluß eine Ausnahmesituation darstellt,
die allerdings sicherheitstechnisch beherrscht werden muß.
[0020] Aus der DE-A-40 08 869 ist eine verbesserte Ausführung bekannt, welche die o.g. Nachteile
nicht aufweist. Aber auch bei dieser Lösung entstehen bei paralleler F0hrung des Schaltstückes
zwei Einschaltlichtbogen. Beide Lösungswege verwenden aufwendigere Aufnahmekontakte,
an die zusätzliche Isolierstofftelle zu montieren sind.
[0021] Es ist zwar bereits ein Sicherungslasttrenner bekannt, der die vorstehend genannten
Nachteile nicht aufweist, und bei welchem die Sicherungseinsätze in einer Reihe hintereinander
an einem Oberteil befestigt sind, das um eine Achse verschwenkbar ist, wobei sich
die Reihe der Sicherungseinsätze von der Achse forterstreckt. Diese Art von Sicherungsglasttrennern
hat jedoch den großen Nachtell, daß das Oberteil sehr weit von dem Unterteil weggeschwenkt
werden muß, damit auch der der Achse am nächsten liegende Sicherungseinsatz von seinen
Gegenkontakten getrennt wird. Dabei liegen in nachteiliger Weise insbesondere in den
weiter von der Achse entfernten Bereichen spannungsführende Teile sehr leicht zugänglich
offen. Zudem hat diese Art von Sicherungslasttrennern den Nachteil, daß wegen ungünstiger
Hebelverhältnisse beim Ausschalten unter Last Lichtbögen an den Kontakten des der
Achse am nächsten liegenden Sicherungseinsatzes sehr lange stehenbleiben, die über
kurz oder lang zur Zerstörung der Kontaktoberflächen führen. Bei diesem gattungsfremden
Sicherungslasttrenner werden also die Sicherungseinsätze nicht parallel bzw. nicht
um die gleiche Strecke bewegt.
[0022] Gegenüber dem vorstehend genannten Stand der Technik liegt der vorliegenden Erfindung
die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Schalten von Stromkreisen mittels Sicherungslasttrennern
sowie einen entsprechenden Sicherungslasttrenner mit den eingangs genannten Merkmalen
zu schaffen, bei welchen die Gefahren für die Schaltanlage und für Bedienpersonen
beim Einschalten auf einen kurzgeschlossenen Stromkreis erheblich vermindert sind.
[0023] Hinsichtlich des Verfahrens wird die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe dadurch
gelöst, daß der Stromschluß über die drei Sicherungseinsätze zeitlich versetzt erfolgt,
in dem die Kontaktierung der ersten Kontaktmesser jedes der Sicherungseinsätze gleichzeitig
oder in einer beliebig vorgebbaren zeitlichen Reihenfolge erfolgt, während für mindestens
einen ersten Sicherungseinsatz mindestens die Kontaktierung seines zweiten Kontaktmessers
mit dem zugehörigen Gegenkontakt zeitlich vor der Kontaktierung des zweiten Kontaktmessers
der beiden anderen Sicherungseinsätze erfolgt. Dabei erfolgt der Ausschaltvorgang
vorzugsweise in der umgekehrten Reihenfolge.
[0024] Dabei ist ein Verfahren bzw. eine Vorgehensweise bevorzugt, bei weicher die erwähnten
zweiten Kontaktmesser in einem zeitlichen Abstand von etwa ein bis fünf Millisekunden
nacheinander mit ihren entsprechenden Gegenkontakten in Berührung treten.
[0025] Durch die zeitliche Verschiebung der Kontaktierung der zweiten Kontaktmesser der
Sicherungseinsätze kann man erreichen, daß die Zahl der Einschaltlichtbögen im günstigsten
Fall auf einen einzigen Kontakt beschränkt wird, während bei der ansonsten bevorzugten
Ausführungsform nach dem Sind der Technik mit parallel verschiebbaren Sicherungseinsätzen
beim Einschalten auf einen Kurzschluß gleichzeitig 6 Lichtbogen entstehen konnten.
Sofern dennoch in ungünstigen Fällen und bei nicht symmetrischer Schaltung bei dem
erfindungsgemäßen Verfahren zwei oder drei Lichtbogen entstehen, wird die Gefahr von
Sekundärkurzschlüssen durch entsprechende Metalldampfemissionen dennoch vermindert,
weil diese Lichtbögen nicht gleichzeitig, sondern zeitlich versetzt entstehen und
damit die Metalldampfkonzentration zu einem beliebigen Zeitpunkt nicht so groß wird,
daß ein Sekundärkurzschluß entstehen kann.
[0026] In einer zweckmäßigen Ausführungsform der Erfindung istvorgesehen, daß die Kontaktierung
des zweiten Kontaktmessers des ersten Sicherungseinsatzes nach dem Kontaktieren des
ersten Kontaktmessers des ersten Sicherungseinsatzes erfolgt. Diese Ausführungsform
ist vor allem dann vorzuziehen, wenn die Schaltung des über den Sicherungslasttrenner
versorgten Verbrauchers nicht symmetrisch ist.
[0027] Bei einer symmetrischen Verbrauchsschaltung ist jedoch eine Ausführungsform der Erfindung
bevorzugt, bei welcher die Kontaktmesser des ersten Sicherungskontaktes gleichzeitig
in ihrer entsprechenden Gegenkontakte eingeführt werden (können), während mindestens
das zweite Kontaktmesser des zweiten Sicherungseinsatzes zeitlich nach dem Schließen
der Kontakte des ersten Sicherungseinsatzes und auch zeitlich dem Schließen des ersten
Kontaktes des zweiten Sicherungseinsatzes erfolgt. Die Begriffe "erster", "zweiter"
und "dritter" Sicherungseinsatz und "erster", "zweiter" Kontakt bzw. "erstes" und
"zweites" Kontaktmesser beziehen sich auf die zeitliche Reihenfolge der Kontaktierung,
d.h. der erste Sicherungseinsatz ist derjenige, bei welchem beide Kontakte geschlossen
sind, bevor an irgendeinem der anderen Sicherungseinsätze beide Kontakte geschlossen
sind und das zweite Kontaktmesser wird nie vor dem ersten Kontaktmesser in Berührung
mit dem entsprechenden Gegenkontakt gebracht, wobei allerdings die vorstehenden Begriffe
im Prinzip auch eine Gleichzeitigkeit der Kontaktgebung noch nicht ausschließen, solange
dies nicht ausdrücklich durch Angabe der zeitlichen Reihenfolge verlangt wird.
[0028] In dem zuletzt konkret genannten Beispiel können also beispielsweise beide Kontakte
des ersten Sicherungseinsatzes und auch der erste Kontakt des zweiten Sicherungseinsatzes
(wahlweise auch noch der erste Kontakt des dritten Sicherungseinsatzes) gleichzeitig
geschaltet werden. Erst die Schaltung des zweiten Kontaktes des zweiten Sicherungseinsatzes
erfolgt daraufhin zeitlich versetzt und schließlich erfolgt auch die Schaltung des
zweiten Kontaktes des dritten Sicherungseinsatzes nochmals zeitlich versetzt nach
der Schaltung des zweiten Kontaktes des zweiten Sicherungseinsatzes. Bei symmetrischen
Schaltungen fließt erst dann Strom, wenn mindestens zwei Sicherungseinsätze bzw. deren
Kontaktmesser mit ihren jeweiligen Gegenkontakten in Eingriff stehen. D.h. die Kontaktierung
beider Kontaktmesser des ersten Sicherungseinsatzes erfolgt stromlos, ebenso wie auch
die Kontaktierung der ersten Kontaktmesser der zweiten und dritten Sicherungseinsätze.
Erst der Kontakt des zweiten Kontaktmessers des zweiten Sicherungseinsatzes erfolgt
unter Kurzschlußbedingungen auf der Verbraucherseite mit einem Lichtbogen. Der dabei
fließende Kurzschlußstrom wird durch den ersten und zweiten Sicherungseinsatz innerhalb
von ein bis zwei ms (Millisekunden) abgeschaltet. Wenn also schließlich die Kontaktierung
des zweiten Kontaktmessers des dritten Sicherungseinsatzes mit einer entsprechenden
Verzögerung stattfindet, so erfolgt dies wiederum stromlos, da die beiden anderen
Phasen nunmehr bereits abgeschaltet sind. Es entsteht also lediglich ein einziger
Lichtbogen und zwar eindeutig am zweiten Kontaktmesser des zweiten Sicherungseinsatzes
und dem entsprechenden Gegenkontakt, so daß man durch die Wahl des Sicherungseinsatzes,
der als zweiter schaltet (beide Kontakte nacheinander schließt) eindeutig festlegen
kann, an welcher Stelle der Lichtbogen erzeugt wird. Dabei wird man einen Kontakt
wählen, bei welchem aufgrund seiner räumlichen Lage in dem Sicherungseinsatz die Gefahr
eines Sekundärkurzschlusses zu den übrigen Phasen oder gar zu den Sammelschienen am
geringsten ist. Die Zeitfolge der Kontaktierung der jeweils ersten Kontaktmesser der
Sicherungseinsätze ist weitgehend beliebig. So können wahlweise die ersten Kontaktmesser
gleichzeitig geschaltet werden, während die zweiten Kontaktmesser der Sicherungseinsätze
die vorstehend beschriebene Reihenfolge einer Kontaktierung haben, man kann jedoch
auch die ersten Kontaktmesser relativ zueinander zeitlich versetzt in Eingriff mit
ihren entsprechenden Gegenkontakten bringen.
[0029] Hinsichtlich der eingangs genannten Vorrichtung wird die der Erfindung zugrundeliegende
Aufgabe dadurch gelöst, daß entweder
a) mindestens ein Teil der Kontakte eine unterschiedliche Kontakthöhe hat
und/oder
b) die Sicherungseinsätze in unterschiedlicher Höhe oder relativ zueinander geneigt
am Oberteil des Sicherungslasttrenners aufgehängt sind,
wobei die unterschiedliche Kontakthöhe bzw. die Neigung der Sicherungseinsätze relativ
zueinander so gewählt ist, daß beim Aufeinanderzubewegen von Oberteil und Unterteil
des Sicherungslasttrenners der Stromschluß über beide Kontakte an einem der Sicherungseinsätze
zeitlich vordem Stromschluß über die Kontakte derzweiten und dritten Sicherungseinsätze
erfolgt. Der Begriff "Höhe der Kontakte" bezieht sich dabei auf eine Ebene, die im
Moment der ersten Berührung eines der Kontaktmesser mit seinem entsprechendem Gegenkontakt
senkrecht zur Bewegungsrichtung des Oberteils gegenüber dem Unterteil verläuft.
[0030] Im Falle einer Neigung der Sicherungseinsätze relativ zueinander bezieht sich der
Neigungsbegriff selbstverständlich auf die durch die Sicherungseinsätze und die beiden
gegenüberliegenden Kontaktmesserverlaufende Längsachse der Sicherungseinsätze, wobei
dann höchstens einer der Sicherungseinsätze in einer Ebene bzw.parallel zu einer Ebene
senkrechtzur Bewegungsrichtung der Sicherungseinsätze im Moment des ersten Kontaktes
zwischen einem Kontaktmesser und dem Gegenkontaktliegt, während die beiden anderen
Sicherungseinsätze relativ zu dieser Ebene, und damit auch zu dem erstgenannten Sicherungseinsatz,
geneigt angeordnet sind. Bei einer solchen Ausgestaltung können alle Gegenkontakte
die gleiche Höhe aufweisen, wobei selbstverständlich auch beide Lösungen miteinander
kombiniert werden können, d.h. es können sowohl die Gegenkontakte am Unterteil eine
unterschiedliche Höhe aufweisen, während auch die Sicherungseinsätze relativ zueinander
und, mindestens teilweise, auch gegenüber der zur Bewegungsrichtung senkrechten Ebene
geneigt angeordnet sind. Dabei versteht es sich, daß die Neigung der Sicherungseinsätze
und die unterschiedliche Höhe der Kontakte nicht gerade so gewählt werden dürfen,
daß sich der Effekt der Neigung und der unterschiedlichen Kontakthöhe aufhebt. Grundsätzlich
gilt für jede Anordnung die Bedingung, daß sie gerade so erfolgen muß, daß der beidseitige
Kontaktschluß am ersten Sicherungseinsatz zeitlich vor dem beidseitigen Kontaktschluß
der beiden anderen Sicherungseinsätze liegt, wobei auch deren vollständiger Kontaktschluß
wiederum zeitlich gestaffelt ist. Da der Kontaktschluß erst dann vollständig hergestellt
ist, wenn beide Kontaktmesser eines Sicherungseinsatzes mit ihren entsprechenden Gegenkontakten
in Eingriff stehen, reicht es aus, die Kontaktierung des jeweils zweiten Kontaktmessers
der Sicherungseinsätze zu betrachten, wobei das erste Kontaktmesser höchstens gleichzeitig,
vorzugsweise zeitlich vor dem zweiten Kontaktmesser mit seinem entsprechendem Gegenkontakt
in Eingriff gebracht wird.
[0031] Bevorzugte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Sicherungslasttrenners entsprechen
den oben beschriebenen, bevorzugten Verfahrensschritten. Besonders bevorzugt ist ein
Sicherungslasttrenner, bei welchem das Oberteil parallel und im wesentlichen linear
gegenüber dem Unterteil verschoben wird, so daß alle Sicherungseinsätze dieselbe lineare
Bewegung ausführen und die Kontaktierungsreihenfolge lediglich durch die Höhe der
Kontakte und/oder die relative Neigung der Sicherungseinsätze zueinander bzw. zu einer
Ebene senkrecht zur Bewegungsrichtung bestimmt wird.
[0032] Bei einer anderen Ausführungsform, bei welcher das Oberteil um eine Achse verschwenkbar
ist und die Sicherungseinsätze nebeneinander in gleichem Abstand zur Achse angeordnet
sind, werden aus geometrischen Gründen mehr oder weniger zwangsweise die der Achse
am nächsten liegenden Kontaktmesser mit ihren Gegenkontakten zuerst in Eingriff gebracht.
Die Höhe der zweiten Gegenkontakte kann dann in geeigneter Weise gestaffeltwerden,
wobei für symmetrische Schaltungen eine Ausführungsform der Erfindung bevorzugt wird,
bei weicher der mittlere Gegenkontakt am höchsten ist.
[0033] Bevorzugt werden die Kontakthöhen der Gegenkontakte und/oder die Neigungen der Sicherungseinsätze
so gewählt, daß im Moment der ersten Berührung des zuerst in Eingriff kommenden zweiten
Kontaktmessers der Abstand des als nächstes in Eingriff kommenden zweiten Kontaktmessers
zu seinem Gegenkontakt noch etwa zwei bis fünf Millimeter beträgt, während der Abstand
des zuletzt in Eingriff kommenden zweiten Kontaktmessers nochmals um weitere zwei
bis fünf Millimeter größer ist.
[0034] Dabei wird zweckmäßigerweise der Höhenunterschied zwischen den beiden zuerst genannten
Gegenkontakten bzw. die Neigung zwischen dem ersten und zweiten Sicherungseinsatz
hinreichend groß gewählt, damit das zuerst in Eingriff kommende zweite Kontaktmesser
bereits mit im wesentlichen dem vollen Kontaktdruck an den entsprechenden Gegenkontaktflächen
anliegt, wenn die Berührung des als nächstes in Eingriff kommenden zweiten Kontaktmessers
mit seinem Gegenkontakt stattfindet, wobei im Kurzschlußfall ein Lichtbogen erzeugt
wird. Der Höhenunterschied zu dem letzten Gegenkontakt bzw. die unterschiedliche Höhe
zwischen dem vorletzten und letzten Kontaktmesser, die mit ihren Gegenkontakten in
Eingriff treten, brauchen im Falle einer symmetrischen Schaltung nur noch so groß
zu sein, daß die typische Zeit, die vergeht, bevor das letzte Kontaktmesser bei einem
normalen Einschaltvorgang mit seinem Gegenkontakt in Berührung kommt, länger ist als
die Schaltzeit der Sicherungseinsätze, so daß der erste und zweite Sicherungseinsatz
den Stromkreis bereits unterbrochen haben und damit auch die Kontakte des dritten
Sicherungseinsatzes stromlos bleiben.
[0035] Weitere Vorteile, Merkmale und Anwendungsmöglichkeiten der vorliegenden Erfindung
werden deutlich aus der folgenden Beschreibung der Figuren, welche Ausführungsformen
von Sicherungseinsätzen bzw. Teile hiervon zeigen, durch die das Prinzip der vorliegenden
Erfindung verwirklicht wird. Es zeigen:
[0036] Figur 1a bis c verschiedene Ansichten eines Sicherungslasttrenners mit linearer Parallelführung
der Sicherungseinsätze.
[0037] Figur 2a und b jeweils drei nebeneinander angeordnete Kontaktmesser und Gegenkontakte,
welche eine gewünschte Schaltreihenfolge haben.
[0038] In Figur 1a erkennt man einen Sicherungslasttrenner in einer Seitenansicht, wobei
seitliche Gehäuseteile fortgelassen sind. Der Sicherungslasttrenner besteht aus einem
Unterteil 2 und einem lediglich gestrichelt angedeuteten Oberteil 1. Das Unterteil
2 ist auf drei Stromsammelschienen S1, S2 und S3 montiert, wobei Zugangsleitungen
10,11,12 jeweils eine der Stromsammelschienen S1, S2, S3 mit Zugangskontakten 7a,
8a und 9a verbinden. Den Zugangskontakten 7a, 8a und 9a sind jeweils Abgangskontakte
7b, 8b und 9b zugeordnet, die den Zugangskontakten im Abstand gegenüber liegen. Die
Zu-/Abgangskontakte haben generell die aus Figur 1c ersichtliche und im Stand der
Technik bekannte Lyra-Form. Oberhalb der Zu-/Abgangskontakte erkennt man noch Löschkammern
16, die vor allem der Vermeidung bzw. dem Löschen von Lichtbogen beim Ausschalten
des NH-Sicherungslasttrenners unter Last dienen. Am Oberteil 1 sind drei Sicherungseinsätze
3, 4, 5 aufgehängt, wobei die genaue Aufhängung bzw. Befestigung der Sicherungseinsätze
3, 4, 5 am Oberteil 1 nur schematisch wiedergegeben ist. Das Oberteil ist in Richtung
des Doppelpfeils 17 auf das Unterteil 2 zu bzw. von diesem weg bewegbar, wobei alle
Sicherungseinsätze 3, 4, 5 parallel dieselbe Bewegung ausführen.
[0039] Wie man anhand der eingezeichneten Hilfslinien leicht erkennt, haben die Zu-/Abgangskontakte
7a, 7b, 8a, 8b, 9a, 9b insgesamt drei unterschiedliche Höhen, wobei die Kontakte 7a,
7b und 8a gleichhoch und von allen Kontakten am höchsten sind, während die Kontakte
8b und 9a etwas tiefer enden und schließlich der Kontakt 9b nochmals etwas tiefer
endet als der Kontakt 9a.
[0040] Für eine optimale Funktion dieses Sicherungslasttrenners ist vorausgesetzt, daß über
dieses System ein symmetrisch geschalteter Verbraucher versorgt werden soll. Dies
bedeutet, daß beim vollständigen Schließen beider Kontakte eines Sicherungseinsatzes
zunächst noch kein Strom fließen kann, da bei einer solchen Schaltung mindestens zwei
Sicherungseinsätze vollständig kontaktiert sein müssen, bevor ein Strom durch die
Kontakte fließt.
[0041] Man erkennt aus Figur 1a, daß die Kontakte 7a, 7b und 8a um einen Betrag Δx höher
angeordnet sind bzw. weiter nach oben in Richtung auf das Oberteil 1 hinreichen, als
die Kontakte 8b, 9a, welche wiederum um den Betrag Δy höher liegen, als der letzte
Kontakt 9b, bzw. dessen Oberkante.
[0042] Wird nun das Oberteil 1 in Richtung des Pfeiles 17 nach unten bewegt, so treten zunächst
die Kontaktmesser 3a, 3b, 4a mit ihren jeweiligen Gegenkontakten 7a, 7b, 8a in Eingriff,
während das zweite Kontaktmesser 4b des zweiten Sicherungseinsatzes 4 erst miteiner
zeitlichen Verzögerung mit seinem Gegenkontakt 8b in Eingriff kommt, wobei diese zeitliche
Verzögerung der Bewegungsgeschwindigkeit des Oberteils 1 entlang des Doppelpfeiles
17 für den Weg Δx entspricht. In ähnlicher Weise wird der Kontakt zwischen dem Kontaktmesser
5b und dem Gegenkontakt 9b erst hergestellt, nachdem gegenüber der Kontaktierung zwischen
dem Kontaktmesser 5a und dem Gegenkontakt 9a eine Zeit verstrichen ist, die sich aus
der Schaltgeschwindigkeit, konkret der Bewegungsgeschwindigkeit entlang des Pfeiles
17, und dem Abstand Δy errechnen läßt.
[0043] Figur 1b ist eine schematische Draufsicht von oben auf das Unterteil 2 des Sicherungseinsatzes.
Auch in dieser Darstellung erkennt man wieder die Sammelschienen S1, S2 und S3 sowie
die Zu-/Abgangskontakte 7a, 7b, 8a, 8b, 9a, 9b. Gemäß der aus Figur 1 ersichtlichen
Schaltreihenfolge kann ein Lichtbogen allenfalls zwischen den Kontakten 4b und 8b
entstehen. Es versteht sich, daß man beispielsweise auch die Kontakte 7a, 7b, genauer
gesagt nur deren Höhe, mit den Kontakten 8a, 8b vertauschen kann. Wahlweise könnte
man auch die Kontakte 7a, 8a, 9a nach den Kontakten 7b, 8b, 9b schalten. Wie man leicht
erkennt, kann man auf diese Weise ganz gezielt einen bestimmten Messerkontakt und
Gegenkontakt auswählen, an welchem der besagte Lichtbogen auftreten kann bzw. muß.
Beim Vertauschen der Kontakthöhen der Kontakte 7a, 7b mit denen der Kontakte 8a, 8b
würde beispielsweise der Lichtbogen zwischen dem Kontaktmesser 3b und dem Gegenkontakt
7b auftreten.
[0044] Wie man außerdem erkennt, erstrecken sich von den Kontakten 7b und 8b jeweils Abgangsleitungen
13,14 zu Anschlußkontakten 15 für den über den Sicherungslasttrenner geschalteten
Verbraucher. Es versteht sich, daß der einzige Lichtbogen möglichst dorthin verlegt
werden sollte, wo die geringste Gefahr eines Überschlags bzw. Sekundärlichtbogens
von dem betreffenden Kontakt zu einem der anderen Kontakte, den Abgangsleitungen 13
oder 14 oder gar den Sammelschienen S1, S2, S3 auftreten könnte. Daje nach der Höhenlage
der Abgangsleitung 13 ein entsprechender Überschlag von dem Kontakt 8b zu der dicht
daneben verlaufenden Abgangsleitung 13 nicht völlig auszuschließen ist, wäre also
eine Anordnung am sinnvollsten, bei weicher der einzige Lichtbogen an den Kontakten
7b oder 7a auftritt, wenn der Sicherungslasttrenner unter Kurzschlußbedingungen eingeschaltet
wird.
[0045] Falls gewünscht, können auch die Höhen sämtlicher Zu-/Abangskontakte unterschiedlich
sein.
[0046] In Figur 1c, welche lediglich schematisch die in einer Ansicht von rechts auf Figur
1a erkennbaren Bestandteile des Sicherungslasttrenners (ohne Oberteil 1 und ohne Löschkammern
16) zeigt, erkennt man sowohl die V-förmig zulaufende Vorderkannte des Kontaktmessers
3a als auch den V-förmigen Einlaufbereich des Lyrakontaktes 7a. Man sieht daran, daß
bei einer relativ langsamen Einschaltbewegung zunächst die schrägen Flächen der Messervorderkante
und des V-förmigen Einlaufbereiches des Kontaktes 7a relativ lose miteinander in Berührung
kommen, so daß im Falle eines Kurzschlusses als Last hinter den Kontakten ein Lichtbogen
unvermeidlich ist.
[0047] Die in Figur 1 a eingezeichneten Höhendifferenzen Δx und Δy liegen in der Größenordnung
von 5 Millimetern (mm) für Δx und von etwa 2 - 3 Millimeter für Δy. Diese Höhenunterschiede
reichen aus, um die gewünschte Zeitfolge der Kontaktierungen zu erhalten, ohne daß
gleichzeitig mehrere Lichtbogen entstehen. Gleichzeitig hat diese unterschiedliche
Kontakthöhe bzw. der unterschiedliche Kontaktabstand keinen negativen Einfluß auf
den Ausschaltvorgang unter Last. Auch bei einem normalen Ausschaltvorgang unter Last
werden zwischen den Kontaktmessern 3a, 3b, 4a, 4b, 5a, 5b und den Konktaktflächen
der Lyrakontakte 7a, 7b, 8a, 8b, 9a, 9b Lichtbogen gezogen. Dabei entsteht ein zweifacher
Lichtbogen an jedem der Sicherungseinsätze 3,4,5, wobei die Gesamtspannung sich auf
die beiden Lichtbögen jedes der Sicherungseinsätze verteilt und damit relativ leicht
und schnell unter zusätzlicher Wirkung der Löschkammern 16 gelöscht werden kann. Da
die typische Lichtbogenlänge ein Vielfaches der Höhenunterschiede Δx bzw. Δy beträgt,
haben diese Höhenunterschiede keinen nennenswerten Einfluß auf den Spannungsabfall
über die Lichtbögen und das Löschen der Lichtbögen. Die aus dem Auftreten der doppellten
Lichtbögen und beim Trennen der Kontakte unter Last resultierenden Vorteile des einfacheren
und schnelleren Löschens der Lichtbögen bei einem solchen Sicherungslasttrenner mit
linearer Parallelführung der Sicherungseinsätze 3,4,5 bleiben also voll erhalten.
[0048] In den Figuren 2a, b sind nochmals zwei mögliche Varianten zur Erzielung der gewünschten
Schaltreihenfolge der jeweils zweiten Kontaktmesser von Sicherungseinsätzen dargestellt.
Die dargestellte Nebeneinanderanordnung der zu den drei Phasen L1, L2 und L3 gehörenden
Lyrakontakte findet man in der Praxis bei Sicherungslasttrennern, deren Oberteil um
eine Achse verschwenkbar ist und drei nebeneinander im gleichen Abstand zu Schwenkachse
angeordnete Sicherungseinsätze trägt. Man kann jedoch die drei hier nebeneinandergeordneten
Lyrakontakte auch als schematische Darstellung der an sich hintereinander angeordneten
Kontakte 7b, 8b und 9b in Figur 1a verstehen.
[0049] Figur 2a zeigt eine Variante, bei welcher alle drei zweiten Kontaktmesser 3b, 4b,
5b in der gleichen Höhe an einem (nicht dargestellten) Oberteil angeordnet sind und
entlang des Doppelpfeiles 17 nach oben bzw. unten bewegt werden können, z.B. durch
Verschwenken des Oberteiles um eine Achse, die horizontal im Abstand hinter der Papierebene
und parallel zur Papierebene verläuft.
[0050] Die drei Kontakte 7b, 8b. 9b sind auf dem (ebenfalls nicht näher dargestellten) Unterteil
2 in etwas unterschiedlicher Höhe montiert, so daß der Kontakt 8b gegenüber dem Kontakt
7b um einen Betrag Δ x angehoben ist, während der Kontakt 9b gegenüber dem Kontakt
7b um den Betrag Δy abgesenkt ist. Es ist klar, daß beim gleichzeitigen, parallelen
Absenken der drei Kontaktmesser 3b, 4b, 5b zunächst das Messer 4b mit dem Lyrakontakt
8b in Eingriff tritt, wobei im Falle einer symmetrischen Schaltung des Verbrauchers
wiederum dieser Einschaltvorgang stromlos erfolgt. Im übrigen ist hierbei vorausgesetzt,
daß die jeweils ersten Kontaktmesser 3a, 4a und 5a bereits in Eingriff mit ihren entsprechenden
Gegenkontakten 7a, 8a und 9a stehen, bevor die zweiten Kontaktmesser mit ihren Gegenkontakten
in Berührung kommen.
[0051] Im Falle eines Kurzschlusses auf der Verbraucherseite kann dann beim weiteren Absenken
der Kontaktmesser in Richtung der Gegenkontakte ein Lichtbogen zwischen dem Kontaktmesser
3b und dem Lyrakontakt 7b entstehen, der jedoch von der verbleibenden Phase L3 relativ
weit entfernt ist. Der Kurzschlußstrom wird durch die Sicherungseinsätze 3,4, die
zu den Kontaktmessern 3b, 4b gehören, innerhalb einer Zeit unterbrochen, die kurzer
ist als die Zeit, die das Kontaktmesser 5b benötigt, um den verbleibenden Weg Δy zurückzulegen.
[0052] Die unterschiedlich hohe Montierung der Lyrakontakte 7b, 8b, 9b gemäß Figur 2a hat,
im Gegensatz zu einer ebenfalls denkbaren unterschiedlich langen Ausführung der jeweiligen
Kontaktschenkel, den Vorteil, daß jeweils identische Lyrakontakte verwendet werden
können, die auch jeweils den gleichen Kontaktdruck und gleiche Kontaktbedingungen
gewährleisten. Gleichzeitig bringt dies selbstverständlich fertigungstechnische Vorteile
mit sich, da keine verschiedenen Typen von Lyrakontakten hergestellt werden müssen.
[0053] Die zweite, in Figur 2b dargestellte Variante zeigt Lyrakontakte 7b, 8b, 9b, die
alle in gleicher Höhe montiert sind. Dagegen sind die Sicherungseinsätze entweder
in unterschiedlicher Höhe montiert oder relativ zueinander geneigt montiert, so daß
die Kontaktmesser 3b, 4b, 5b in der dargestellten Position einen unterschiedlichen
Abstand zu ihren entsprechenden Gegenkontakten haben. Werden nun wiederum in der gleichen
Weise wie im Zusammenhang mit Figur 2a beschrieben die Sicherungseinsätze und damit
die Kontaktmesser 3b, 4b, 5b gleichzeitig mit derselben Geschwindigkeit in Richtung
des Doppelpfeiles nach unten abgesenkt, so tritt zunächst das Kontaktmesser 5b mit
dem Gegenkontakt 9b in Eingriff, anschließend nach einem weiteren Absenken um den
Betrag Δy das Kontaktmesser 3b und schließlich nach einem noch weiteren Absenken um
den Betrag Δx auch Kontaktmesser 4b mit dem Gegenkontakt 8b. Gegenüber der im Zusammenhang
mit Figur 2a dargestellten Version haben hier lediglich die Phasen L2 und L3 ihre
Rollen vertauscht.
[0054] Man erkennt, daß alle vorgenannten Ausführungsformen gegenüber dem Stand der Technik
den Vorteil mit sich bringen, daß im Falle eines Kurzschlusses auf der Verbraucherseite
beim Einschalten deutlich weniger Lichtbögen und im günstigsten Fall nur ein einziger
Lichtbogen entsteht, während beim Stand der Technik bis zu 6 Lichtbögen gleichzeitig
entstehen konnte, die in einem kurzen Zeitraum und auf einem relativ kleinen Volumen
sehr viel Energie freisetzten und damit auch Sekundärkurzschlüsse auslösen konnten,
die für eine Bedienperson ggf. eine große Gefahr bedeuten würden und die überdies
auch zur Zerstörung erheblicher Teile der gesamten Schaltanlage führen konnten. Durch
die Reduzierung der Zahl der Lichtbögen und der damit freigesetzten Energie sowie
der daraus auch resultierenden Verminderung von Metalldampfemissionen kann der erfindungsgemäße
Sicherungslasttrenner ohne aufwendige zusätzliche Maßnahmen zur Verhinderung von Sekundärschlüssen
konstruiert und damit auch relativ kompakt und preiswert hergestellt werden.
1. Verfahren zum Schalten, insbesondere zum Einschalten eines Sicherungslasttrenners
(1), bei welchem drei an einem Oberteil (2) des Sicherungslasttrenners angebrachte
Sicherungseinsätze (4,5,6) gleichzeitig im wesentlichen parallel und um die gleiche
Strecke bewegt und mit an einem Unterteil (3) des Sicherungslasttrenners angeordneten
Gegenkontakten (7a,b; 8a,b; 9a,b) in bzw. außer Eingriff gebracht werden, dadurch
gekennzeichnet, daß der Stromschluß über die drei Sicherungseinsätze (4,5,6) zeitlich
versetzt erfolgt, indem die Kontaktierung der ersten Kontaktmesser (3a, 4a, 5a) jedes
der Sicherungseinsätze (3,4,5) gleichzeitig oder in einer beliebig vorgebbaren zeitlichen
Reihenfolge erfolgt, während mindestens für einen ersten Sicherungseinsatz (3,4) mindestens
die Kontaktierung seines zweiten Kontaktmessers (3b,4b) mit dem zugehörigen Gegenkontakt
(7b,8b) zeitlich vor der Kontaktierung der zweiten Kontaktmesser (3b,5b oder 4b,5b)
der beiden anderen Sicherungseinsätze (3,5 oder 4,5) erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontaktierung des zweiten
Kontaktmessers (3b) des ersten Sicherungseinsatzes (3) nach dem Kontaktieren des ersten
Kontaktmessers (3a) des ersten Sicherungseinsatzes (3) erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontaktlerung des zweiten
Kontaktes (4b) des zweiten Sicherungseinsatzes zeitlich nach der Kontaktierung des
ersten Kontaktmessers (4a) des zweiten Sicherungseinsatzes (4) und zeitlich nach der
Kontaktierung beider Kontaktmesser (3a,3b) des ersten Sicherungseinsatzes (3) erfolgt
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß alle zweiten
Kontaktmesser (3b,4b,5b) zeitlich nacheinander mit ihren entsprechenden Gegenkontakten
(7b,8b,9b) in Eingriff gebracht werden.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß alle ersten Kontaktmesser (3a,4a,5a)
mit ihren entsprechenden Gegenkontakten (7a,8a,9a) in Eingriff gebracht werden, bevor
ein zweites Kontaktmesser (3b,4b,5b) mit seinem entsprechendem Gegenkontakt (7b,8b,9b)
in Eingriff gebracht wird.
6. NH-Sicherungslasttrenner mit an einem Unterteil (2) angeordneten Zu- und Abgangskontakten
(7a,b; 8a,b; 9a,b), von denen die Zugangskontakte mit den Phasen eines mehrphasigen
Wechselstromnetzes verbindbar sind, wobei je ein Paar von Zu-/Abgangskontakten durch
einen Sicherungseinsatz überbrückt wird, der für den Eingriff mit den Zu-/Abgangskontakten
Kontaktmesser (3a,b; 4a,b; 5a,b) aufweist und wobei an einem Oberteil (1) mindestens
derartige Sicherungseinsätze angebracht sind und Unterteil (2) und Oberteil (1) derart
gegeneinander bewegbar sind, daß die Kontaktmesser der Sicherungseinsätze mit den
Zu-/Abgangskontakten des Unterteils (2) in Eingriff treten, dadurch gekennzeichnet,
daß
(a) mindestens ein Teil der Zu-/Abgangskontakte (7a,b; 8a,b; 9a,b;) eine unterschiedliche
Kontakthöhe hat,
und/oder
(b) mindestens zwei Sicherungseinsätze (3,4,5) in unterschiedlicher Höhe oder relativ
zueinander geneigt am Oberteil (1) aufgehängt sind,
wobei die unterschiedliche Kontakthöhe bzw. unterschiedliche Aufhängung bzw. Neigung
der Sicherungseinsätze so gewährt ist, daß beim Aufeinanderzubewegen von Unterteil
(2) und Oberteil (1) der Stromschluß über einen ersten der Sicherungseinsätze zeitlich
vor dem Stromschluß über die anderen Sicherungseinsätze erfolgt
7. Sicherungslasttrenner nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens die
Zu-/Abgangskontakte des ersten Sicherungseinsatzes eine unterschiedliche Höhe haben.
8. Sicherungslasttrenner nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens die
Zu-/Abgangskontakte (8a,b) für den zweiten Sicherungseinsatz (4) oder dessen Kontaktmesser
(4a,b) in unterschiedlicher Höhe angeordnet sind.
9. Sicherungslasttrenner nach einem der Ansprüche 6 bis 8, bei weichem das Oberteil (1)
in Richtung auf das Unterteil (2) parallel verschiebbar ist, dadurch gekennzeichnet,
daß der zweite Kontaktpunkt des ersten Sicherungseinsatzes und/oder der zweite Kontaktpunkt
des zweiten Sicherungseinsatzes eine möglichst große Entfernung zu Bauelementen haben,
welche auf einem anderen Potential liegen, bzw. eine andere Phase haben, als der zweite
Kontaktpunkt.
10. Sicherungslasttrenner nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß
die Höhendlfferenz des zweiten Kontaktpunktes eines Sicherungseinsatzes zum ersten
Kontaktpunkt zwischen ein und zehn Milimeter, vorzugsweise zwischen zwei und fünf
Milimeter beträgt.
11. Sicherungslasttrenner nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß
das Oberteil relativ zum Unterteil um eine Achse verschwenkbar ist, wobei alle drei
Sicherungseinsätze im wesentlichen den gleichen Abstand zur Schwenkachse haben und
die Zu-/Abgangskontakte der Sicherungseinsätze im wesentlichen nebeneinander angeordnet
sind, dadurch gekennzeichnet, daß die zweiten Kontakte eine unterschiedliche Höhe
haben, wobei vorzugsweise der mittlere der zweiten Kontakte die größte Höhe aufweist.
12. Sicherungslasttrenner nach einem der Ansprüche 6 bis 8, bei welchem das Oberteil relativ
zum Unterteil um eine Achse verschwenkbar ist und die Sicherungseinsätze im wesentlichen
denselben Abstand zur Schwenkachse haben und ebenso wie die Zu-/Abgangskontakte im
wesentlichen nebeneinander angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Sicherungseinsätze
in unterschiedlichen Neigungen am Oberteil (1) aufgehängt sind, so daß ihre von der
Drehachse am weitesten entfernten Kontaktmesser unterschiedlich weit in Richtung auf
die Gegenkontakte vorspringen, wobei vorzugsweise der mittlere Kontakt am weitesten
vorspringt.
1. A method of switching, in particular switching on, a fuse load-break switch (1), wherein
three fuse cartridges (4, 5, 6) disposed on an upper portion (2) of the fuse load-break
switch are moved simultaneously substantially parallel and by the same distance, and
are brought into or out of contact with co-operating contacts (7a, b; 8a, b; 9a, b)
arranged on a lower portion (3) of the fuse load-break switch, characterised in that
circuit closure is effected by way of the three fuse cartridges (4, 5, 6) with a time
delay by contacting of the first contact blades (3a, 4a, 5a) of each of the fuse cartridges
(3, 4, 5) being effected simultaneously or in any predeterminable sequence in respect
of time, while at least for a first fuse cartridge (3, 4) at least contacting of its
second contact blade (3b, 4b) with the associated co-operating contact (7a, 8b) is
effected prior to contacting of the second contact blades (3b, 5b or 4b, 5b) of the
other two fuse cartridges (3, 5 or 4, 5).
2. A method according to claim 1 characterised in that contacting of the second contact
blade (3b) of the first fuse cartridge (3) occurs after contacting of the first contact
blade (3a) of the first fuse cartridge (3).
3. A method according to claim 1 characterised in that contacting of the second contact
(4b) of the second fuse cartridge occurs after contacting of the first contact blade
(4a) of the second fuse cartridge (4) and after contacting of both contact blades
(3a, 3b) of the first fuse cartridge (3).
4. A method according to one of claims 1 to 3 characterised in that all second contact
blades (3b, 4b, 5b) are brought into engagement in succession in respect of time with
their corresponding co-operating contacts (7b, 8b, 9b).
5. A method according to claim 4 characterised in that all first contact blades (3a,
4a, 5a) are brought into engagement with their corresponding co-operating contacts
(7a, 8a, 9a) before a second contact blade (3b, 4b, 5b) is brought into engagement
with its corresponding co-operating contact (7b, 8b, 9b).
6. An NH-fuse load-break switch having feed and delivery contacts (7a, b; 8a, b; 9a,
b) which are arranged on a lower portion (2) and of which the feed contacts can be
connected to the phases of a multi-phase ac network, wherein a respective pair of
feed/delivery contacts is bridged over by a cartridge fuse which has contact blades
(3a, b; 4a, b; 5a, b) for engagement with the feed/delivery contacts and wherein at
least such fuse cartridges are disposed on an upper portion (1) and the lower portion
(2) and the upper portion (1) are movable relative to each other in such a way that
the contact blades of the fuse cartridges come into engagement with the feed/delivery
contacts of the lower portion (2), characterised in that
(a) at least a part of the feed/delivery contacts (7a, b; 8a, b; 9a, b) is of a different
contact height,
and/or
(b) at least two fuse cartridges (3, 4, 5) are suspended at different heights or inclinedly
relative to each other on the upper portion (1),
wherein the different contact height or different suspension or inclination of the
fuse cartridges is so provided that when the lower portion (2) and the upper portion
(1) move towards each other the circuit is closed by way of a first one of the fuse
cartridges prior to the circuit being closed by way of the other fuse cartridges.
7. A fuse load-break switch according to claim 6 characterised in that at least the feed/delivery
contacts of the first fuse cartridge are of a different height.
8. A fuse load-break switch according to claim 6 characterised in that at least the feed/delivery
contacts (8a, 8b) for the second fuse cartridge (4) or the contact blades (4a, b)
thereof are arranged at a different height.
9. A fuse load-break switch according to one of claims 6 to 8 wherein the upper portion
(1) is displaceable in parallel relationship towards the lower portion (2) characterised
in that the second contact point of the first fuse cartridge and/or the second contact
point of the second fuse cartridge are at a maximum distance relative to components
which are at a different potential or which are of a different phase from the second
contact point.
10. A fuse load-break switch according to one of claims 6 to 9 characterised in that the
difference in respect of height of the second contact point of a fuse cartridge relative
to the first contact point is between one and ten millimetres, preferably between
two and five millimetres.
11. A fuse load-break switch according to one of claims 6 to 8 characterised in that the
upper portion is pivotable relative to the lower portion about an axis, wherein all
three fuse cartridges are at substantially the same spacing relative to the pivot
axis and the feed/delivery contacts of the fuse cartridges are arranged substantially
side-by-side, characterised in that the second contacts are of a different height,
wherein preferably the middle one of the second contacts is of the greatest height.
12. A fuse load-break switch according to one of claims 6 to 8 wherein the upper portion
is pivotable relative to the lower portion about an axis and the fuse cartridges are
at substantially the same spacing relative to the pivot axis and like the feed/delivery
contacts are arranged substantially side-by-side characterised in that the fuse cartridges
are suspended at different inclinations on the upper portion (1) so that their contact
blades which are most remote from the axis of rotation project to different distances
towards the co-operating contacts, wherein preferably the middle contact projects
furthest.
1. Procédé pour connecter, en particulier pour enclencher un fusible-sectionneur (1),
dans lequel trois éléments de remplacement (4, 5, 6) rapportés à une partie supérieure
(2) du fusible-sectionneur se déplacent simultanément, d'une manière essentiellement
parallèle, et sur la même distance, et sont mis en contact avec des contre-contacts
(7a, b ; 8a, b ; 9a, b) disposés contre une partie inférieure (3) du fusible-sectionneur,
ou en sont détachés, caractérisé en ce que la fermeture du circuit s'effectue d'une
manière décalée dans le temps par l'intermédiaire des trois éléments de remplacement
(4, 5, 6), par le fait que la mise en contact des premières lames de contact (3a,
4a, 5a) de chacun des éléments de remplacement (3, 4, 5) s'effectue simultanément,
ou selon une séquence temporelle prédéfinie quelconque, tandis que, au moins pour
un premier élément de remplacement (3, 4), au moins la mise en contact de sa deuxième
lame de contact (3b, 4b) avec le contre-contact correspondant (7b, 8b) s'effectue,
dans le temps, avant la mise en contact des deuxièmes lames de contact (3b, 5b ou
4b, 5b) des deux autres éléments de remplacement (3,5 ou 4,5).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la mise en contact de la deuxième
lame de contact (3b) du premier élément de remplacement (3) s'effectue après la mise
en contact de la première lame de contact (3a) du premier élément de remplacement
(3).
3. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la mise en contact du deuxième
contact (4b) du deuxième élément de remplacement s'effectue dans le temps après la
mise en contact de la première lame de contact (4a) du deuxième élément de remplacement
(4), et, dans le temps, après la mise en contact des deux lames de contact (3a, 3b)
du premier élément de remplacement (3).
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que toutes les deuxièmes
lames de contact (3b, 4b, 5b) entrent successivement en contact avec leurs contre-contacts
correspondants (7b, 8b, 9b).
5. Procédé selon la revendication 4, caractérisé en ce que toutes les premières lames
de contact (3a, 4a, 5a) sont mises en contact avec leurs contre-contacts correspondants
(7a, 8a, 9a) avant qu'une deuxième lame de contact (3b, 4b, 5b) entre en contact avec
son contre-contact correspondant (7b, 8b, 9b).
6. Fusible-sectionneur BT à haut pouvoir de coupure, comportant des contacts d'entrée
et des contacts de sortie (7a, b; 8a, b ; 9a, b) disposés sur une partie inférieure
(2), contacts dont les contacts d'entrée peuvent être connectés aux phases d'un réseau
polyphasé en courant alternatif, chaque paire de contacts d'entrée/sortie étant shuntée
par un élément de remplacement, qui présente des lames de contact (3a, b ; 4a, b ;
5a, b) pour assurer le contact avec les contacts d'entrée/sortie, et où au moins des
éléments de remplacement de ce type sont disposés contre une partie supérieure, la
partie inférieure (2) et la partie supérieure (1) pouvant se déplacer l'une vers l'autre
de telle sorte que les lames de contact des éléments de remplacement entrent en contact
avec les contacts d'entrée/sortie de la partie inférieure (2), caractérisé en ce que
(a) au moins une partie des contacts d'entrée/sortie (7a, b ; 8a, b ; 9a, b) ont des
hauteurs de contact différentes, et/ou
(b) au moins deux éléments de remplacement (3, 4, 5) sont suspendus à la partie supérieure
(1), à des hauteurs différentes, ou selon une inclinaison relative les uns par rapport
aux autres,
où la hauteur de contact différente, ou encore la suspension ou l'inclinaison différentes
des éléments de remplacement, sont assurées par le fait que, quand la partie inférieure
(2) et la partie supérieure (3) se déplacent l'une vers l'autre, la fermeture du circuit
a lieu par l'intermédiaire d'un premier des éléments de remplacement, avant la fermeture
du circuit par l'intermédiaire des autres éléments de remplacement.
7. Fusible-sectionneur selon la revendication 6, caractérisé en ce qu'au moins les contacts
d'entrée/sortie du premier élément de remplacement ont des hauteurs différentes.
8. Fusible-sectionneur selon la revendication 6, caractérisé en ce qu'au moins les contacts
d'entrée/sortie (8a, b) du deuxième élément de remplacement (4) ou de ses lames de
contact (4a, 4b) sont disposés à des hauteurs différentes.
9. Fusible-sectionneur selon l'une des revendications 6 à 8, dans lequel la partie supérieure
(1) peut coulisser parallèlement dans la direction de la partie inférieure (2), caractérisé
en ce que le deuxième point de contact du premier élément de remplacement et/ou le
deuxième point de contact du deuxième élément de remplacement se trouvent à une distance
aussi grande que possible des composants qui se trouvent à un autre potentiel, ou
encore présentent une autre phase que celle du deuxième point de contact.
10. Fusible-sectionneur selon l'une des revendications 6 à 9, caractérisé en ce que la
différence de hauteur entre le deuxième point de contact d'un élément de remplacement
et le premier point de contact est comprise entre 1 et 10 mm, de préférence entre
2 et 5 mm.
11. Fusible-sectionneur selon l'une des revendications 6 à 8, caractérisé en ce que la
partie supérieure peut pivoter par rapport à la partie inférieure autour d'un axe,
auquel cas les trois éléments de remplacement sont essentiellement équidistants de
l'axe de pivotement, et les contacts d'entrée/sortie des éléments de remplacement
sont disposés essentiellement les uns à côté des autres, caractérisé en ce que les
deuxièmes contacts ont des hauteurs différentes, de préférence le contact central
des deuxièmes contacts ayant la hauteur la plus grande.
12. Fusible-sectionneur selon l'une des revendications 6 à 8, dans lequel la partie supérieure
peut pivoter autour d'un axe par rapport à la partie inférieure, et les éléments de
remplacement sont essentiellement équidistants à l'axe de pivotement, et de même les
contacts d'entrée/sortie sont disposés essentiellement les uns à côté des autres,
caractérisé en ce que les élément de remplacement sont suspendus à la partie supérieure
(1) avec des inclinaisons différentes, de façon que leurs lames de contact situées
le plus loin de l'axe de rotation dépassent sur des distances variables dans la direction
des contre-contacts, le dépassement le plus grand étant de préférence celui du contact
central.