[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Regelung der Verbrennungsluftzufuhr bei
einem Ofen, insbesondere einem Kachelofen, mit einem in der Brennraumtüre oder in
einem in den Brennraum mündenden Luftzuführungskanal angeordneten Verschlußorgan,
mit einem im Verbrennungsgasweg des Ofens angeordneten Thermofühler und mit einer
von der Brennraumtüre betätigbaren, vorzugsweise von einem elektrischen Türkontakt
gebildeten Sicherheitseinrichtung, wobei der Temperaturfühler und die Sicherheitseinrichtung
mit einer Steuereinrichtung in Wirkverbindung stehen, die mit einer Verstelleinrichtung,
beispielsweise einem Thermostellmotor, für das Verschlußorgan gekuppelt ist. Eine
derartige Vorrichtung ist beispielsweise aus der AT-PS 395 475 bekanntgeworden.
[0002] Bei dieser bekannten Vorrichtung wird die Steuereinrichtung durch den Temperaturfühler
derart beeinflußt, daß das Verschlußorgan, welches die Zufuhr der Verbrennungsluft
regelt, vollständig geöffnet bleibt, bis ein vollständiger Abbrand der Brennstoffe
erfolgt ist und dadurch die Temperatur der Verbrennungsgase unter einem vorgegebenen
Wert absinkt. Dann wird das Verschlußorgan vollständig geschlossen und die Zufuhr
von Verbrennungsluft vollständig unterbunden, sodaß keine Luftströmung im Brennraum
entsteht, durch die die gespeicherte Wärme in unerwünschter Weise über den Kamin abgeführt
wird. Dadurch, daß die Steuereinrichtung nicht nur durch den Temperaturfühler, sondern
auch durch die von der Brennraumtüre betätigbare Sicherheitseinrichtung beeinflußt
wird, wird verhindert, daß bei einem Nachfüllen von Brennstoff in den Brennraum das
Verschlußorgan geschlossen bleibt und dadurch für den nachgefüllten Brennstoff keine
Verbrennungsluftzufuhr erfolgt.
[0003] Diese bekannte Vorrichtung gewährleistet somit eine maximale Sicherheit gegen Rauchgasexplosionen
und verhindert eine unerwünschte Abfuhr der gespeicherten Wärme, eine optimale Steuerung
der Verbrennungsluftzufuhr während des Abbrandes bis zur Beendigung desselben ist
jedoch mit dieser bekannten Vorrichtung nicht möglich, da bei dieser bekannten Vorrichtung
das Verschlußorgan während des Abbrandes stets vollständig geöffnet ist.
[0004] Der CO-Gehalt im Verbrennungsgas, das durch den Kamin abgeführt wird, ist einerseits
von der Temperatur im Feuerungsraum, andererseits von der dem Feuerungsraum zugeführten
Menge an Verbrennungsluft und damit von der Stellung des Verschlußorganes abhängig.
Je höher die Temperatur im Brennraum ist, desto geringer ist die für die Verbrennung
benötigte Luft. Wird nun stets eine gleich große Menge Verbrennungsluft dem Brennraum
zugeführt, so steigt bei einem geringeren Bedarf von Verbrennungsluft die Restsauerstoffmenge
im Verbrennungsgas und damit auch der CO-Gehalt. Erhöhter CO-Gehalt bewirkt jedoch
eine Belastung der Umwelt. Außerdem wird durch einen Luftüberschuß im Brennraum dieser
gekühlt und dadurch der Wirkungsgrad des Ofens verschlechtert.
[0005] Die vorliegende Erfindung hatsich somit zur Aufgabe gestellt, den Nachteil der bekannten
Vorrichtung zu vermeiden und eine Vorrichtung zu schaffen, mit welcher es ermöglicht
wird, den CO-Gehalt im Verbrennungsgas auf einem optimalen Wert zu halten. Zur Lösung
dieserAufgabe schlägt die Erfindung vor, daß die Steuereinrichtung zusätzlich mit
einer im Verbrennungsgasweg des Ofens angeordneten Lambdasonde in Wirkverbindung steht.
Das Ausgangssignal der Lambdasonde entspricht nach einer dieser Lambdasonde zugeordneten
Kennlinie dem Restsauerstoffgehalt im Verbrennungsgas, sodaß mittels dieser Lambdasonde
über die Steuereinrichtung die Verstelleinrichtung für das Verschlußorgan derart beeinflußt
und somit während des Abbrandes die zugeführte Menge an Verbrennungsluft derart geregelt
wird, daß das Verbrennungsgas nur den geringstmöglichen Restsauerstoff enthält und
damit die CO-Emission auf ein Minimum reduziert wird. Die Regelung der Verbrennungsluftzufuhr
erfolgt somit sowohl in Abhängigkeit von der Temperatur im Brennraum als auch in Abhängigkeit
vom Restsauerstoff im Verbrennungsgas, also in Abhängigkeit von jenen Werten, welche
für eine günstige Verbrennung bei optimalem Wirkungsgrad und geringster Umweltbelastung
maßgebend sind. Mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird somit das Verschlußorgan
nicht nur zwischen einer Offenstellung und einer Schließstellung verstellt, sondern
es werden vielmehr auch Zwischenstellungen des Verschlußorganes durch die Steuereinrichtung
bewirkt und damit die Menge der zugeführten Verbrennungsluft geregelt.
[0006] Für eine optimale Regelung ist eine Rückmeldung der jeweiligen Stellung des Verschlußorganes
zur Steuereinrichtung erforderlich. Um eine solche Rückmeldung zu erzielen, ist gemäß
einem weiteren Merkmal der Erfindung die Verstelleinrichtung mit einem beispielsweise
von einem Drehpotentiometer gebildeten Stellungsgeber gekuppelt, der mit der Steuereinrichtung
in Wirkverbindung steht.
[0007] Vorzugsweise ist eine beheizte Lambdasonde vorgesehen, wodurch auch bei Beginn des
Verbrennungsvorganges die für die einwandfreie Funktion der Lambdasonde erforderliche
Betriebstemperatur gewährleistet ist.
[0008] Damit sichergestellt ist, daß mit der Lambdasonde die tatsächlichen Werte an Restsauerstoff
im Verbrennungsgas erfaßt werden, ist erfindungsgemäß die Lambdasonde im Verbindungsstück
zum Kaminanschluß angeordnet. Der Temperaturfühler hingegen soll die im Brennraum
vorhandene Temperatur messen, da ja die Verbrennungstemperatureine Regelgröße für
die ZufuhrderVerbrennungsluft und damit für die Stellung des Verschlußorganes bildet.
Aus diesem Grunde ist zweckmäßig der Temperaturfühler im Verbrennungsgasweg im Bereich
der Austrittsöffnung der Verbrennungsgase aus dem Brennraum vorgesehen.
[0009] Die Steuereinrichtung, welche mit der Verstelleinrichtung für das Verschlußorgan
gekuppelt ist, bewirkt eine lineare Verstellung dieser Verstelleinrichtung, sodaß,
um eine optimale Regelung zu erzielen, auch die Luftzutrittsöffnungen des Verschlußorganes
linear vergrößert oder verkleinert werden müssen. Besteht das Verschlußorgan aus einer
um eine Achse verschwenkbaren Türe od.dgl., so ist eine lineare Änderung der Zufuhr
von Verbrennungsluft nicht gewährleistet. Aus diesem Grunde ist gemäß einem weiteren
Merkmal der Erfindung das Verschlußorgan mit durch die Verstelleinrichtung linear
öffenbaren bzw. schließbaren Luftzutrittsöffnungen versehen, sodaß bei einer durch
Änderung der Regelgrößen bewirkten linearen Verstellung der Verstelleinrichtung auch
die Größe der Luftzutrittsöffnungen in gewünschter Weise linear erfolgt. Bei einer
bevorzugten Ausführungsform besteht hiebei das Verschlußorgan aus zwei relativ zueinander
verschiebbaren, die Luftzutrittsöffnungen aufweisenden Platten. Bei Verschiebung einer
dieser Platte relativ zur anderen überdecken sich die in den beiden Platten befindlichen
Luftzutrittsöffnungen entweder vollständig, teilweise oder gar nicht, sodaß hiedurch
die gewünschte lineare Änderung der Luftzufuhr gewährleistet ist.
[0010] In der Zeichnung ist die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles schematisch
veranschaulicht. Fig.1 zeigt einen Ofen mit dem Prinzip der erfindungsgemäßen Vorrichtung.
Fig.2 stellt in größerem Maßstab das Verschlußorgan zusammen mit der Verstelleinrichtung
dar.
[0011] Der in derZeichnung dargestellte Ofen weist eine Brennraumtüre 1 zum Nachfüllen des
festen Brennstoffes sowie eine das Aschenfach verschließende Aschentüre 2 auf, in
der eine Öffnung zur Zufuhr von Verbrennungsluft angeordnet ist, die durch ein in
Fig.2 näher dargestelltes Verschlußorgan 3 abschließbar ist. Der im Inneren des Ofens
befindliche, durch die Brennraumtüre 1 zugängliche Brennraum weist eine Austrittsöffnung
4 für die Verbrennungsgase auf, die über ein Verbindungsstück 5 mit einem im Gebäude
befindlichen Kamin verbunden ist, überwelchen die bei der Verbrennung entstehenden
Verbrennungsgase abgeführt werden.
[0012] Die durch das Verschlußorgan 3 verschließbare Öffnung zur Zufuhr von Verbrennungsluft
muß natürlich nicht in der Aschentüre 2 vorgesehen sein, sondern kann auch an einer
anderen Stelle angeordnet sein, beispielsweise in der Brennraumtüre 1 oder in einem
gesonderten, in den Brennraum mündenden Luftzuführungskanal.
[0013] Im Verbindungsstück 5 ist eine beheizte Lambdasonde 6 vorgesehen, die ein dem 0
2-Gehalt der Verbrennungsgase entsprechendes Ausgangssignal erzeugt, das über eine
elektrische Leitung 7 mit einer elektronischen Steuereinrichtung 8 verbunden ist,
die außerhalb des Ofens an einer beliebigen Stelle angebracht werden kann.
[0014] Im Bereich der Austrittsöffnung 4 befindet sich ein Thermoelement 9, das eine derAbbrandtemperatur
proportionale elektrische Spannung erzeugt. Das Thermoelement ist über eine elektrische
Leitung 13 mit der elektronischen Steuereinrichtung 8 verbunden.
[0015] Im Bereich der Brennraumtüre 1 ist ein elektrischer Türkontakt 11 vorgesehen, der
beim Öffnen und Schließen der Brennraumtüre 1 betätigt wird und der über eine elektrische
Leitung 12 an die Steuereinrichtung 8 angeschlossen ist.
[0016] Wie aus Fig.2 hervorgeht, besteht das Verschlußorgan 3 aus zwei Platten, von welchen
die obere Platte 14 sichtbar ist, welche relativ zur darunter befindlichen Platte
in Richtung des Doppelpfeiles 15 verschiebbar ist. Die Verschiebung erfolgt durch
eine beispielsweise von einem Thermostellmotor gebildete Verstelleinrichtung 16 über
ein Gestänge 17. Die Verstelleinrichtung ist über eine elektrische Leitung 10 (siehe
Fig.1) mit der Steuereinrichtung 8 verbunden. Ein solcher Thermostellmotor 16 ist
mit einer Rückstellvorrichtung versehen, die das Verschlußorgan 3 bei Stromausfall
öffnet, um zu verhindern, daß dieses Verschlußorgan 3 bei einem erfolgenden Abbrand
nicht geöffnet ist und daher keine Zufuhr von Verbrennungsluft erfolgt. Ein solcher
Thermostellmotor enthält einen Dehnstoff, der sich bei der durch Stromzufuhr erfolgten
Erwärmung ausdehnt und dabei das Verschlußorgan 3 schließt, bei einer Unterbrechung
der Stromzufuhr, also bei einem Stromausfall, jedoch sein Volumen verringert und dadurch
ein Öfnen des Verschlußorganes 3 bewirkt.
[0017] Sowohl die obere Platte 14 als auch die darunter befindliche Platte weisen Luftzutrittsöffnungen
18 auf, die je nach Stellung der beiden Platten relativ zueinander einander mehr oder
weniger überdecken, wodurch der den Luftzutritt bestimmende Querschnitt dieser Luftzutrittsöffnungen
bei einer linearen Verschiebung der Platte 14 relativ zur darunter liegenden Platte
mittels der Verstelleinrichtung 16 linear verändert wird.
[0018] Das Gestänge 17 istweiters mit einem von einem Drehpotentiometer 19 gebildeten Stellungsgeber
gekuppelt, der, gleichfalls über die elektrische Leitung 10 (siehe Fig.1), eine Rückmeldung
der Stellung des Verschlußorganes 3 zur Steuereinrichtung 8 bewirkt.
[0019] Die vom Temperaturfühler 9 und von der Lambdasonde 6 ausgesandten Signale werden
in der Steuereinrichtung 8 derart verwertet, daß über das Verschlußorgan 3 eine optimale
Zufuhr an Verbrennungsluft erfolgt, durch die der Restsauerstoffgehalt im Verbrennungsgas
so gering als möglich gehalten wird und keine Verschlechterung der CO-Emission durch
Sauerstoffmangel auftritt. Die durch den Türkontakt 11 gebildete Sicherheitseinrichtung
verhindert, daß nach einem Öffnen der Brennraumtüre 1 zum Nachlegen von Brennstoff
das Verschlußorgan 3 geschlossen bleibt und daher keine Zufuhr von Verbrennungsluft
erfolgt.
1. Vorrichtung zur Regelung der Verbrennungsluftzufuhr bei einem Ofen, insbesondere
einem Kachelofen, mit einem Verschlußorgan (3), das in der Brennraumtüre (1) oder
in einem in den Brennraum mündenden Luftzuführungskanal angeordnet ist, mit einem
im Verbrennungsgasweg des Ofens angeordneten Temperaturfühler (9) und mit einer von
der Brennraumtüre (1) betätigbaren, vorzugsweise von einem elektrischen Türkontakt
(11) gebildeten Sicherheitseinrichtung, wobei der Temperaturfühler (9) und die Sicherheitseinrichtung
mit einer Steuereinrichtung (8) in Wirkverbindung stehen, die mit einer Verstelleinrichtung
(16), beispielsweise einem Thermostellmotor, für das Verschlußorgan (3) gekuppelt
ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinrichtung (8) zusätzlich mit einer im
Verbrennungsgasweg des Ofens angeordneten Lambdasonde (6) in Wirkverbindung steht.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstelleinrichtung
(16) mit einem beispielsweise von einem Drehpotentiometer (19) gebildeten Stellungsgeber
gekuppelt ist, der mit der Steuereinrichtung (8) in Wirkverbindung steht.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder2, dadurch gekennzeichnet, daß eine beheizte Lambdasonde
(6) vorgesehen ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Lambdasonde
(6) im Verbindungsstück (5) zum Kaminanschluß angeordnet ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Temperaturfühler
(9) im Verbrennungsgasweg im Bereich der Austrittsöffnung (4) der Verbrennungsgase
aus dem Brennraum vorgesehen ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Verschlußorgan
(3) mit durch die Verstelleinrichtung (16) linear öffenbaren bzw. schließbaren Luftzutrittsöffnungen
(18) versehen ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Verschlußorgan (3)
aus zwei relativ zueinander verschiebbaren, die Luftzutrittsöffnungen (18) aufweisenden
Platten (14) besteht.