[0001] Die Erfindung betrifft eine Sicherheitsvorrichtung für eine Sicherheitstür, bei der
in der Sicherheitstür ein Seil, das bei einem Angriff auf die Sicherheitstür in seiner
Lage veränderbar ist, und eine Notverriegelung angeordnet sind, die von dem lageveränderten
Seil ausgelöst wird.
[0002] Es ist bekannt, als Bestandteil von Sicherheitsvorrichtungen für Sicherheitstüren,
die z.B. bei Tresoren oder Stahlschranken verwendet werden, Seile, Drähte oder Bänder
- nachfolgend zusammengefaßt als "Seile" bezeichnet - zu verwenden. Die Seile werden
in einem Riegelwerkraum der Sicherheitstür hinter einer äußeren Türpanzerung an gefährdeten
Bereichen entlanggeführt und mit ihren Enden auf besonderen Bolzen, Dornen oder dergleichen
aufgehängt (vgl. DE 92 04 933 U1). Wird die Türpanzerung mit mechanischen oder thermischen
Werkzeugen durchbrochen oder wird versucht, das Türschloß auszuschlagen, werden die
Seile von ihrer Aufhängung gelöst; die unter der Wirkung der ordnungsgemäß aufgehängten
Seile in ihrer Ruhelage gehaltene Notverriegelung wird ausgelöst.
[0003] Die bekannten Sicherheitsvorrichtungen erlauben nicht, Riegelbolzen, die bei geschlossener
Sicherheitstür ausgeschlossen sind - über den Türrahmen vorstehen - und in ein Gehäuse,
z.B. des Tresors oder Stahlschranks, eingreifen oder es hintergreifen, zu schützen.
Wird der Riegelbolzen im Bereich zwischen Türrahmen und Gehäuse gewaltsam durchtrennt,
wirken die Seile der bekannten Sicherheitsvorrichtungen nicht, die Sicherheitstür
läßt sich öffnen. Um dieser Gefahr zu begegnen, werden bekannte Sicherheitstüren so
dick ausgeführt, daß ihre Riegelbolzen bei einem gewaltsamen Durchbruch durch die
Türplatte bzw. durch den Bereich zwischen Türrahmen und Gehäuse mit Hilfe von schleifenden
bzw. thermischen Werkzeugen nicht, jedenfalls nur schwer, zerstört werden können.
Eine solche Konstruktion, bei der die hier angesprochenen Teile überdimensioniert
sind, ist aufwendig und nicht systemgerecht.
[0004] Hier will die Erfindung Abhilfe schaffen. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde,
eine Sicherheitstür der eingangs genannten Art so auszugestalten, daß der Sicherheitsstufe
der Sicherheitstür angemessen dicke Türplatten und Riegelbolzen verwendet werden können
und nicht überdimensionierte Türplatten und Riegelbolzen verwendet werden müssen.
Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß das Seil einerseits mit
einem Notverriegelungselement verbunden ist, das von dem unzerstörten Seil entgegen
der Wirkung von Halteelementen, z.B. Federn, in seiner Ruhelage gehalten ist, umgelenkt
durch einen Riegelwerksraum in der Sicherheitstür, aus dem Riegelwerksraum heraus
und außerhalb des Riegelwerksraums in dem Bereich zwischen Türrahmen und einem mit
der Sicherheitstür versehenen Gehäuse an Riegelbolzen vorbei geführt und gespannt
ist und andererseits in der Sicherheitstür befestigt ist.
[0005] Bei der Erfindung wird die Sicherheitsvorrichtung ausgelöst, sobald das Seil zerstört
ist. Dabei überdeckt das Seil die sicherheitsrelevanten Teile der Sicherheitstür.
Innerhalb des Riegelraums passiert es den Bereich des Schlosses. Wenn also im Bereich
des Schlosses ein Angriff gegen die Sicherheitstür geführt wird, tritt dieselbe Wirkung
ein wie bei bekannten Sicherheitsvorrichtungen: Die Notverriegelungselemente rasten
ein. Zusätzlich werden bei der Erfindung aber auch weitere für die Sicherheit relevante
Teile innerhalb des Riegelwerksraums überstrichen. Insbesondere aber wird bei der
Erfindung durch das Seil der Bereich zwischen dem Türrahmen und dem Gehäuse, in das
die Sicherheitstür eingebaut ist, erfaßt, das ist der Bereich, in dem die Riegelbolzen
angeordnet sind. Ein Angriff auf die Riegelbolzen führt also ebenfalls zur Zerstörung
des Seils und damit zur Auslösung der Notverriegelungselemente.
[0006] Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen beschrieben.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend
im einzelnen beschrieben. Es zeigen in verkleinerter, schematischer Darstellung
- Figur 1
- die Innenansicht einer Sicherheitstür bei abgenommenem Innenblatt;
- Figur 2
- die Ansicht der Sicherheitstür in Richtung des Pfeils II in Figur 1;
- Figur 3
- die Ansicht der Sicherheitstür in Richtung des Pfeils III in Figur 1.
[0007] Der Türkörper 1 einer als Ausführungsbeispiel gewählten Sicherheitstür ist gebildet
von einem Außenblatt 11, einem im Abstand von dem Außenblatt 11 parallel angeordneten
Innenblatt 12 sowie von das Außenblatt 11 und das Innenblatt 12 verbindenden Seitenwänden
13. Der von den genannten Teilen eingeschlossene Raum ist als Riegelwerksraum 14 definiert.
An der inneren Stirnseite des Türkörpers 1 ist ein Türband 15 für die Befestigung
an einem nicht dargestellten Gehäuse vorgesehen. An der entgegengesetzten Stirnseite
und an der Seite stehen über die Seitenwände 13 Riegelbolzen 6 vor. Die Riegelbolzen
6 sind verbunden mit einem Riegelwerk 7, das aus einem inneren Querriegel 71, einem
äußeren Querriegel 72 sowie einem Längsriegel 73 gebildet ist. Mit Hilfe des Riegelwerks
7 werden die Riegelbolzen 6 ein- und ausgeschlossen, wie es z.B. in DE 34 06 913 C2
beschrieben ist. Zum Öffnen und Schließen der Sicherheitstür ist ein Schloß 8 zu betätigen,
das im Ausführungsbeispiel als Doppelbartschloß ausgebildet ist. Dessen Funktion ist
z.B. in DE 36 44 999 C2 beschrieben. Andere Schlösser, auch Schloßkombinationen, können
verwendet werden.
[0008] Bestandteil der Sicherheitstür ist eine Sicherheitsvorrichtung, die aus einem Seil
2 und einer im Ausführungsbeispiel aus zwei Notverriegelungselementen 30,31 bestehenden
Notverriegelung gebildet ist. Bei einem Angriff auf die Sicherheitstür wird das Seil
2 zerstört und die Notverriegelung 3 dadurch ausgelöst, daß die Notverriegelungselemente
30,31 nach außen über den Rahmen der Tür gedrückt werden.
[0009] Das Seil 2 ist ein Endlosseil. Es ist einerseits mit dem einen Notverriegelungselement
30 verbunden. Das Seil 2 ist dann antiparallel zu der Kraft, die ein Halteelement
in dem Notverriegelungselement 30 ausübt, sodann senkrecht zu dem Außenblatt 11 bis
zum Punkt 21, von da parallel zu dem Außenblatt 11 geführt. Im Bereich des Außenblatts
11 ist in der Seitenwand 13 eine Öffnung 23 vorgesehen, durch die das Seil 2 aus dem
Riegelwerksraum 14 in den Bereich außerhalb der Seitenwand 13 austritt. Es passiert
dann den mit dem inneren Querriegel 71 verbundenen Riegelbolzen 6, um zwischen diesem
Riegelbolzen 6 und dem Türband 16 durch eine weitere Öffnung 23 in der Seitenwand
13 wieder in den Riegelwerksraum 14 einzutreten. Von dort ist das Seil 2 schräg zur
Seitenwand 13 in Richtung des äußeren Querriegels 72 geführt, wo es in geringem Abstand
von der Mittelachse der Sicherheitstür im Punkt 24 umgelenkt ist. Der Punkt 24 befindet
sich in dem Bereich, in dem einer der Riegelbolzen 6 mit dem äußeren Querriegel 72
verbunden ist. Von dem äußeren Punkt 24 ist das Seil 2 dann parallel zur Längsachse
der Sicherheitstür geführt bis zu einem inneren Punkt 22, der sich im Bereich des
Schlosses 8 befindet. In dem inneren Punkt 22 ist das Seil 8 wiederum umgelenkt zu
einer Öffnung 25 in der der Seitenwand 13 mit den Öffnungen 23 gegenüberliegenden
Seitenwand. Hier durchsetzt das Seil 2 die Seitenwand 13, um außerhalb und parallel
zu ihr analog der gegenüberliegenden Seite an dem Riegelbolzen 6 vorbei in den Bereich
des Notverriegelungselements 31 geführt zu werden. Im Bereich des Notverriegelungselements
30 durchsetzt das Seil 2 wiederum eine Öffnung 25 bis zu einem Punkt 26, in dem es
aus der bisherigen Ebene nach innen in die Ebene der Notverriegelungselemente 30,31
geführt ist. Mit dem Notverriegelungselement 31 ist das Seil 2 auf die gleiche Weise
verbunden wie mit dem ersten Notverriegelungselement 30. Das Seil 2 ist schließlich
in der Ebene der Notverriegelungselemente 30,31 zum Notverriegelungselement 30 weitergeführt.
[0010] Jedes Notverriegelungselement 30,31 weist einen Bolzen 32 auf, der unter der Wirkung
eines Halteelements, im Ausführungsbeispiel einer Feder 33 steht und entgegen der
Wirkung der Feder 33 von dem Seil 2 in seiner Ruhelage gehalten ist. Seitlich tritt
aus dem Notverriegelungselement 30,31 ein mit dem Bolzen 32 verbundener Stift 36 aus,
um den das Seil 2 antiparallel zu der Feder 33 geschlungen ist. An dem Bolzen 32 greift
ein federbelastetes Halteelement 35 an, dessen Reibkraft überwunden werden muß, bevor
die Notverriegelungseinrichtung 30 auslöst, und das beim Auslösen des Halteelements
30,31 hinter den zugehörigen Bolzen 32 greift und dessen Zurück-drücken bei entspanntem
Seil 2 und Halteelement verhindert. Das gesamte Notverriegelungselement 30,31 ist
von einem Gehäuse 37 umgeben, das ebenso wie der Bolzen 32 aus Edelstahl besteht,
um auch in diesem Bereich einen Angriff auf die Sicherheitstür abzuwehren.
[0011] Das Seil 2 kann theoretisch beliebig innerhalb des Riegelwerksraums 14 geführt werden.
Es ist insbesondere so geführt, daß es die kritischen Bereiche der Sicherheitstür
überstreicht, innerhalb des Riegelwerksraums 14 also insbesondere den Bereich des
Schlosses 8, sowie die Bereiche, in denen die Riegelbolzen 6 an den Riegeln 71,72,73
angreifen. Vor allem ist das Seil 2 außerhalb des Riegelwerksraums 14, nämlich in
dem Bereich zwischen dem Rahmen der Sicherheitstür und dem Gehäuse, in das die Sicherheitstür
eingesetzt ist, an zwei Riegelbolzen 6 vorbei geführt. Es ist möglich, das Seil 2
auch an den aus der Stirnseite austretenden Riegelbolzen 6 vorbei zu führen. Es ist
außerdem möglich nur eines der Notverriegelungselemente 30 oder 31 zu verwenden, mit
dem einen Ende des Seils 2 zu verbinden und dessen anderes Ende in dem Türkörper 3
selbst zu befestigen.
[0012] In dem Augenblick, in dem das Seil 2 zerstört wird, entfällt die Kraft, die die Bolzen
32 entgegen der Wirkung der Feder 33 in ihrer Ruhelage halten. Unter der Wirkung der
Feder 33 mit Überwindung des Halteelements 35 werden die Bolzen 32 nach außen in/hinter
das Gehäuse gedrückt und verriegeln die Tür, auch wenn alle Riegelbolzen 6 durchtrennt
sein sollten. Die Halteelemente 35, die hinter die Bolzen 32 greifen, verhindern deren
Zurückdrücken in die Ausgangslage. Da die Verriegelung 3 bezogen auf die Riegelbolzen
6 in wesentlich größerem Abstand von dem Außenblatt 11 angeordnet ist, ist sie sehr
viel schwerer mit Hilfe von Angriffs-Werkzeugen zu erreichen. Überdies besteht sie
aus Edelstahl. Auch ist die psychologische Wirkung auf einen Angreifer der Sicherheitstür
zu beachten: Er hat alle Riegelbolzen 6 durchtrennt und kann trotzdem die Sicherheitstür
nicht öffnen, weil die Notverriegelungsbolzen 32 jetzt eingreifen.
1. Sicherheitsvorrichtung für eine Sicherheitstür, bei der in der Sicherheitstür ein
Seil, das bei einem Angriff auf die Sicherheitstür in seiner Lage veränderbar ist,
und eine Notverriegelung angeordnet sind, die von dem lageveränderten Seil ausgelöst
wird, dadurch gekennzeichnet, daß das Seil (2) einerseits mit einem Notverriegelungselement
(30) verbunden ist, das von dem unzerstörten Seil (2) entgegen der Wirkung von Halteelementen
(Federn 33) in seiner Ruhelage gehalten ist, umgelenkt durch einen Riegelwerksraum
(14) in der Sicherheitstür, aus dem Riegelwerksraum (14) heraus und außerhalb des
Riegelwerksraums (14) in dem Bereich zwischen Türrahmen und einem mit der Sicherheitstür
versehenen Gehäuse an Riegelbolzen (6) vorbei geführt und gespannt ist und andererseits
in der Sicherheitstür befestigt ist.
2. Sicherheitsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Seil (2) mit
einem antiparallel zu dem ersten angeordneten zweiten Notverriegelungselement (31)
verbunden ist.
3. Sicherheitsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Notverriegelungsbolzen
(32) außerhalb der Ebene der Riegelbolzen (6) im Anschluß an ein Innenblatt (12) der
Sicherheitstür angeordnet sind.
4. Sicherheitsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
das Seil (2) innerhalb des Riegelwerksraums (14) an einem Schloß (8) der Sicherheitstür
und an Stellen vorbeigeführt ist, an denen die Riegelbolzen (6) mit einem von dem
Schloß (8) betätigten Riegelwerk (7) verbunden sind.
5. Sicherheitsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
jedes Notverriegelungselement in einem Gehäuse (37) aus Edelstahl untergebracht und
mit einem Bolzen (32) aus Edelstahl versehen ist.