[0001] Die Erfindung betrifft einen am vorderen Ende eines Handgriffs angeordneten Rasierapparatekopf,
insbesondere Rasierklingeneinheit eines Naßrasierapparates, bei dem in einem, eine
vordere Führungsleiste sowie eine hintere Abdeckkappe aufweisenden Kunststoffgehäuse
eine Einfach- oder Doppelrasierklinge befestigt ist und bei dem der Rasierapparatekopf
eine Vorratseinrichtung zur Aufnahme eines flüssigen Rasierhilfsmittels, Hautpflegemittels
oder dgl. in Form einer Vorratskammer aufweist, wobei dieser Vorratseinrichtung eine
Abgabeeinrichtung zur Abgabe des Mittels während der Rasur zugeordnet ist.
[0002] Bei Einwegnaßrasierapparaten ist eine Einfach- oder Doppelrasierklinge unlösbar im
Rasierapparatekopf in einem Kunststoffgehäuse eingebettet. Ist der Rasierapparatekopf
separat ausgebildet und kann an einem Handgriff befestigt werden, wobei zu diesem
Zweck der Handgriff sowie der Rasierapparatekopf miteinander korrespondierende Verriegelungseinrichtungen
aufweisen, spricht man von einer sogenannten Rasierklingeneinheit.
[0003] Es ist bekannt, derartige Rasierklingeneinheiten mit einem zusätzlichen Gleitstreifen
auszurüsten, um so die Rasur durch eine Reibungsminderung komfortabler zu gestalten.
Dieser Gleitstreifen ist dabei mit einem Rasierhilfsmittel versehen, das während der
Rasur abgegeben wird. Dabei unterscheidet man im wesentlichen zwei Systeme.
[0004] Das erste System basiert auf einer Mischung des wasserlöslichen Kunststoffes des
Typs Polyox (PEO) und dem nicht wasserlöslichen Polystyrol (PS). Diese PEO/PS-Gleitstreifen
gibt es in verschiedenen Formen. Sie werden auch nach verschiedenen Herstellungsverfahren
gefertigt. Gleich ist bei allen diesen Gleitstreifen, daß während der Rasur eine bestimmte
Menge, meistens zwischen 1 und 5 Milligramm des wasserlöslichen Kunststoffes appliziert
wird.
[0005] Nachteilig bei diesem ersten System ist, daß der Auftrag des Polyox während der Rasur
sehr ungenau erfolgt und stark von den individuellen Rasiergewohnheiten abhängt. Auch
zeigt sich, daß schon mit der zweiten und dritten Rasur die herausgelöste Menge an
Polyox nachläßt, was somit schon sehr schnell zu einem spürbaren Nachlassen des Rasierkomforts
führt. Ein weiterer Nachteil dieses ersten Systems liegt darin, daß sich schon nach
wenigen Anwendungen ein sehr unsauberes Aussehen des Gleitstreifens einstellt. Darüber
hinaus ist der Gleitstreifen empfindlich gegen Feuchtigkeit, die insbesondere im Badezimmer
vorhanden ist. Darüber hinaus hängt bei Polyox-Lösungen die sich während der Rasur
ergebende Viskosität stark vom individuellen Rasierverhalten des Benutzers ab, d.h.
wie stark der Gleitstreifen mit Wasser benetzt wird. Bei nicht gleichmäßiger Behandlung
der Rasierklingeneinheit werden die Effekte negativ und der Benutzer kritisiert die
"Klebrigkeit" des weißen Gleitstreifens. Schließlich wird bei dem ersten System der
wasserlösliche Gleitfilm durch einen Kunststoff erzeugt, der zwar als dermatologisch
unbedenklich eingestuft ist, jedoch läßt sich der erwünschte Effekt nicht mit Naturstoffen
erreichen. Dies liegt darin begründet, daß das Herstellungsverfahren Temperaturen
verlangt, die Naturstoffe zersetzen würden. Aufgrund des Herstellungsverfahrens ist
auch kein Wirkstoffzusatz möglich. Die bei der Herstellung des Gleitstreifens notwendigen
Temperaturen liegen dabei über 200°C.
[0006] Das zweite System basiert auf einer Ultra Glide-fähigen Folie, die während der Rasur
ebenfalls die Reibungskraft reduziert und so eine komfortablere Rasur gewährleistet.
Während in dem zuvor beschriebenen ersten System deutlich feststellbare und meßbare
Polyoxmengen auf die Rasierfläche appliziert werden, ist dies beim zweiten System
zur Erreichung des gleichen Effektes nicht notwendig.
[0007] Die Ultra Glide-fähige Folie des zweiten Systems erreicht somit eine komfortablere
Rasur ohne die zuvor beschriebenen Nachteile des ersten Systems, so daß es zu keinen
spürbaren Auftrag von Gleitmitteln auf die Haut kommt, so daß weiterhin die Leistung
über einen längeren Zeitraum und über mehrere Rasuren erhalten bleibt, so daß sich
in einem weiteren Punkt kein unsauberes Aussehen während der Benutzung ergibt und
so daß schließlich weitestgehende Unempfindlichkeit gegen Luftfeuchtigkeit und Wärme
gegeben ist. Allerdings kann aufgrund des Wirkungsmechanismus kein flüssiges, natürliches
Rasierhilfsmittel aufgetragen werden sowie keine Hautpflegemittel sowie parfümierte
Rasierhilfsmittel.
[0008] In der US-A-4 850 107 ist ein Rasierapparatekopf offenbart, der am vorderen Ende
eines Handgriffs angeordnet ist und dabei ist in einem, eine vordere Führungsleiste
sowie eine hintere Abdeckkappe aufweisenden Kunststoffgehäuse eine Doppelrasierklinge
angeordnet. Zur Erleichterung der Rasur weist der Rasierapparatekopf eine Vorratseinrichtung
zur Aufnahme eines flüssigen Rasierhilfsmittels auf, der eine Abgabeeinrichtung zur
Abgabe dieses flüssigen Rasierhilfsmittels währen der Rasur zugeordnet ist. Zu diesem
Zweck ist im oberen Bereich des Rasierapparatekopfes ein mit dem flüssigen Rasierhilfsmittel
getränkter Schwamm angeordnet. Während der Rasur muß der Benutzer oberseitig auf den
Schwamm drücken, so daß das flüssige Rasierhilfsmittel durch Öffnungen im Schneidkantenbereich
der Rasierklingen hinausgepreßt wird.
[0009] Diese vorbekannte Vorrichtung hat den Nachteil, daß zum einen mit den Fingern durch
den Benutzer das Rasierhilfsmittel herausgedrückt werden muß, zum anderen die Vorratseinrichtung
zur Aufnahme des flüssigen Rasierhilfsmittels eines Verflüchtigung desselben nicht
verhindern kann. Weiterhin ist es unmöglich, mit der vorbekannten Vorrichtung hochflüssige
Rasierhilfsmittel usw. kontrolliert abzugeben.
[0010] Davon ausgehend liegt der Erfindung die
Aufgabe zugrunde, den Rasierapparatekopf, insbesondere Rasierklingeneinheit der eingangs
angegebenen Art derart weiterzuentwickeln, daß auch flüssige Rasierhilfsmittel, Hautpflegemittel
oder dgl. abgegeben werden können, daß diese sich bei Nichtbenutzung nicht verflüchtigen
können und weiterhin eine passive, selbsttätige Abgabe des flüssigen Rasierhilfsmittels
erreicht wird.
[0011] Als technische
Lösung wird angegeben, daß in der Vorratskammer eine in dieser verstellbare, rohrförmige
Patrone zur Aufnahme des flüssigen Mittels angeordnet ist, wobei diese Patrone wenigstens
eine Bohrung aufweist, die in der einen Verstellstellung hinter einer korrespondierenden
Öffnung des Kunststoffgehäuses liegt und die in der anderen Verstellstellung der Patrone
durch die Innenwand der Vorratskammer geschlossen ist.
[0012] Ein nach dieser technischen Lehre ausgebildeter Rasierapparatekopf, insbesondere
Rasierklingeneinheit hat den Vorteil, daß ein Auftrag von flüssigen, natürlichen und
gegebenenfalls parfümierten Rasierhilfsmitteln sowie Hautpflegemitteln oder dgl. während
der Rasur möglich ist. Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß der Rasierapparatekopf
eine Bevorratungseinrichtung für diese Flüssigmittel aufweist, die dann bei Bedarf
während der Rasur abgegeben werden. Die Vorratseinrichtung wurde durch die Entwicklung
von schmalen Rasierklingen möglich, ohne damit gleichzeitig eine nachteilige Vergrößerung
der Rasierklingeneinheit für die Bevorratung des Flüssigmittels zu schaffen. Dadurch
ist es möglich, Rasierpflegemittel oder allgemein Pflegemittel mit immer gleichbleibender
Viskosität aufzutragen. Dies hängt dabei nicht vom individuellen Rasierverhalten ab,
wie dies beispielsweise bei den bekannten Polyox-Lösungen der Fall ist. Besondere
Bedeutung erhält dabei die erfindungsgemäße Rasierklingeneinheit dadurch, daß sie
sich besonders dazu eignet, Naturstoffe zu applizieren. Naturstoffe können hautverträglicher
als die bisher verwendeten Kunststoffe sein, sind jedoch temperatur- und lichtempfindlich.
Temperatur und Licht führen normalerweise zu einem Abbau der natürlichen Moleküle
und der Zutritt von Luft kann zu einer Zersetzung durch Sauerstoffaufnahme führen.
All diese möglichen Nachteile der Naturstoffe sind durch die erfindungsgemäße Vorratseinrichtung
im Rasierapparatekopf ausgeschlossen. Während beim zuvor beschriebenen ersten System
des Standes der Technik zwischen 2 und 5 Milligramm Polyox pro Rasur appliziert werden
muß, um zu einer Verbesserung des Rasurkomforts zu gelangen, läßt der erfindungsgemäße
Rasierapparatekopf den Auftrag von Rasierhilfsmitteln oder dgl. von ca. 20 Milligramm
bis ca. 700 Milligramm zu, wobei mittels des zur Verfügung stehenden Volumens für
das Flüssigmittel eine ausreichende Zufuhr über die Rasurdauer garantiert werden kann.
[0013] Dadurch, daß in der Vorratskammer eine in dieser verstellbare, rohrförmige Patrone
zur Aufnahme des flüssigen Mittels angeordnet ist, wobei diese Patrone wenigstens
eine Bohrung aufweist, die in der einen Verstellstellung hinter der korrespondierenden
Öffnung des Kunststoffgehäuses liegt und die in der anderen Verstellstellung der Patrone
durch die Innenwand der Vorratskammer geschlossen ist, läßt sich die Vorratskammer
durch eine entsprechende Stellung der Patrone für die Rasur öffnen, während für den
Nichtgebrauch des Rasierapparates die Patrone derart verstellt wird, daß deren Bohrungen
verschlossen sind und somit ein Auslaufen des in der Patrone enthaltenen Rasierhilfsmittels
verhindert wird. Dieses Patronenprinzip eignet sich besonders für dünnflüssige und
schnell flüchtige Stoffe. Vorzugsweise besteht die Patrone auch aus einem transparenten
Material und bildet dabei im rückseitigen Bereich des Rasierapparatekopfes die Mantelfläche,
so daß der Benutzer von außen den Füllstand innerhalb der Patrone kontrollieren kann.
[0014] Vorzugsweise ist dabei die Patrone in der Art eines Hohlzylinders ausgebildet. Dies
hat den Vorteil, daß sie drehbar innerhalb der Vorratskammer angeordnet werden kann,
so daß zum Öffnen und Schließen der Öffnungen zwei verschiedene Drehstellungen vorzusehen
sind.
[0015] Alternativ zur drehbaren Patrone kann diese auch in Richtung der Achse seitlich verschiebbar
innerhalb der Vorratskammer angeordnet sein. Vorzugsweise sind dabei seitwärts angebrachte
Druckstücke vorgesehen, mit denen das Verschieben der Patrone ermöglicht wird.
[0016] In einer ähnlichen Weiterbildung wie bei der zuvor beschriebenen Applikationsrolle
kann auch hier die Patrone vorzugsweise auswechselbar in der Vorratskammer angeordnet
sein, so daß eine leere Patrone durch eine volle ersetzt werden kann und somit über
die gesamte Lebensdauer der Rasierklinge die Versorgung mit dem Rasierhilfsmittel
gewährleistet ist.
[0017] Es wird in einer Weiterbildung des Rasierapparatekopfes vorgeschlagen, daß dieser
bei Nichtgebrauch mit einer die Verdunstung des flüssigen Mittels verhindernden Abdeckfolie
versehen ist. Dadurch kann bei längerer Lagerung des Rasierapparates verhindert werden,
daß das Rasierhilfsmittel allmählich verdunstet.
[0018] Vorzugsweise ist die Vorratseinrichtung im hinteren Bereich des Rasierapparatekopf
angeordnet, also im Bereich der hinteren Abdeckkappe des Rasierapparatekopfes. Dabei
macht man sich die schmale Ausbildung der Rasierklingen zunutze, die im hinteren Bereich
des Rasierapparatekopfes genügend Platz lassen, um dort die Vorratseinrichtung vorzusehen.
[0019] Weiterhin erstreckt sich die Vorratseinrichtung vorzugsweise im wesentlichen über
die gesamte Breite des Rasierapparatekopfes, so daß die gesamte Rasierbreite mit dem
Rasierhilfsmittel versehen wird. Unter der "Breite" des Rasierapparatekopfes ist dabei
die in Rasierrichtung querverlaufende Erstreckung des Rasierapparatekopfes zu verstehen.
[0020] In einer vorteilhaften Weiterbildung der Vorratskammer ist diese zumindest teilweise
durch ein transparentes Material gebildet, welches zumindest teilweise die Mantelfläche
des Rasierapparatekopfes bildet. Dies bringt den Vorteil mit sich, daß der Füllstand
des flüssigen Rasierhilfsmittels innerhalb der Vorratskammer von außen sichtbar ist
und so auf einfache Weise durch den Benutzer kontrolliert werden kann.
[0021] Als Abgabeeinrichtung ist vorzugsweise wenigstens eine im Kunststoffgehäuse ausgebildete
Öffnung vorgesehen, aus der das flüssige Mittel aus der Vorratskammer während der
Rasur heraustritt. Vorzugsweise mündet (münden) die Öffnung(en) im Bereich der Abdeckkappe.
Alternativ oder aber auch zusätzlich mündet (münden) bei der Doppelrasierklinge die
Öffnung(en) im Bereich zwischen den Rasierklingen. Im letzteren Fall entspringen die
Öffnungen vorzugsweise einer gemeinsamen Zuführung von der Vorratskammer aus. Die
Öffnungen sind jedoch nicht auf die beschriebenen Stellen beschränkt, sie können auch
an jeder anderen beliebigen Stelle münden, beispielsweise auch vor den Rasierklingen.
[0022] Die Öffnungen lassen sich auf die unterschiedlichsten Art und Weisen ausbilden.
[0023] So können beispielsweise mehrere, voneinander separate Öffnungen in Form von Bohrungen
über die Breite des Rasierapparatekopfes verteilt vorgesehen sein. Die Bohrungen haben
dabei vorzugsweise einen runden Querschnitt. Dadurch wird die gesamte Rasierbreite
mit dem Rasierhilfsmittel versehen. Auch kann die Öffnung als parallel zu der (den)
Schneidkante(n) der Rasierklinge(n) sich erstreckender Schlitz ausgebildet sein. Auch
hier ist es möglich, mehrere Schlitze über die Breite des Rasierapparatekopfes gleichmäßig
zu verteilen. Auch ist es denkbar, mehrere Schlitze übereinander anzuordnen.
[0024] In einer Weiterbildung der Öffnung bzw. der Öffnungen entspringen diese bei einer
Haltung des Rasierapparatekopfes mit senkrecht nach unten gerichteten Rasierklingen
vom Bodenbereich der Vorratskammer aus. Man macht sich dabei den Umstand zunutze,
daß im Normalfall die Rasur mit abwärts gerichteten Rasierbewegungen gestartet wird.
Durch die so ausgebildeten Öffnungen kann dann das flüssige Rasierhilfsmittel mit
Wirkstoff und/oder Parfüm nach unten austreten. Somit ist bei den abwärts gerichteten
Rasierbewegungen jederzeit ein Nachschub des Rasierhilfsmittels gewährleistet.
[0025] In einer speziellen konstruktiven Ausbildung dieses Konzeptes sind die Öffnungen
vorzugsweise durch einen schlitzartigen Kanal gebildet, der sich im wesentlichen parallel
zu der (den) Ebene(n) der Rasierklinge(n) nach vorne hin erstreckt. Vorzugsweise ist
dabei der schlitzartige Kanal (wobei auch mehrere derartige schlitzartige Kanäle über
die Breite des Rasierapparatekopfes verteilt vorgesehen sein können) in der Abdeckkappe
des Kunststoffgehäuses ausgebildet.
[0026] In einer weiteren konstruktiven Ausbildung kann auf der Oberseite des Rasierapparatekopfes
eine über dessen Breite sich erstreckende, gegen eine Federkraft verschwenkbare Klappe
angeordnet sein, die in ihrer Grundstellung die Öffnung aufgrund der Federkraft selbsttätig
verschließt und während der Rasur aufgrund der Druckausübung durch Verschwenken die
Öffnung freigibt und anschließend wieder selbsttätig in die Verschlußstellung während
des Nichtgebrauchs zurückgeht. Somit wird während der Rasur die Klappe betätigt und
die Applikationsöffnungen werden geöffnet. Somit ist bei dieser Ausführungsform ein
selbständiger Austritt des Rasierhilfsmittels während des Nichtbenutzungszeitraumes
ausgeschlossen.
[0027] Vorzugsweise besteht die Klappe aus einem elastischen Material und ist die Verschwenkachse
definierend auf der Oberseite des Rasierapparatekopfes befestigt. Durch die innere
Spannung der Klappe wird somit die Federkraft erzeugt, mit der die Klappe selbsttätig
in die Schließstellung verschwenkt wird.
[0028] In einer Weiterbildung dieses Klappenprinzips definieren die Rückseite der Abdeckkappe
sowie die Vorderseite der in diesem Bereich verschwenkbaren Klappe miteinander korrespondierende
Anlageflächen, wobei die Oberseite der Klappe in der verschwenkten Öffnungsstellung
die hintere Fortsetzung der Abdeckkappe bildet. Auf diese Weise ist ein sicheres Verschließen
der Öffnungen im Nichtgebrauchszustand des Naßrasierapparates gewährleistet.
[0029] Ausführungsbeispiele eines erfindungsgemäßen Rasierapparatekopfes in Form einer Rasierklingeneinheit
werden nachfolgend anhand der schematischen Zeichnungen beschrieben. In diesen zeigt:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht einer ersten Ausführungsform;
- Fig. 2
- einen Schnitt durch die Rasierklingeneinheit in Fig. 1 in vergrößertem Maßstab;
- Fig. 3
- eine hälftige Ansicht von oben auf eine weitere Ausführungsform;
- Fig. 4
- eine entsprechende Ansicht von vorne der Rasierklingeneinheit in Fig. 3;
- Fig. 5
- eine Seitenansicht der Rasierklingeneinheit in Fig. 3 von rechts;
- Fig. 6
- einen Schnitt entlang der Linie XVIII-XVIII in Fig. 4;
- Fig. 7
- einen Schnitt entlang der Linie XIX-XIX in Fig. 4.
[0030] In den Zeichnungen sind Ausführungsformen eines erfindungsgemäßen Rasierapparatekopfes
in Form einer sogenannten Rasierklingeneinheit 1 dargestellt. Bei diesen Rasierklingeneinheiten
1, die am vorderen Ende eines (nicht dargestellten) Handgriffes mittels eines speziellen
Verriegelungsmechanismus befestigt werden, ist dabei jeweils in einem Kunststoffgehäuse
2 eine Rasierklinge 3 in Form einer Doppelrasierklinge unlösbar eingebettet. Wie in
den Schnittdarstellungen jeweils erkennbar ist, ist hierfür jeweils ein L-förmiger
Abstandhalter 4 vorgesehen, an dessen einem Schenkel die beiden Rasierklingen 3 beidseitig
befestigt sind, während der andere Schenkel des Abstandhalters 4 im Kunststoffgehäuse
2 festgelegt ist. Die Rasierklingen 3 liegen dabei jeweils auf einer Klingenplattform
5 des Kunststoffgehäuses 2 auf.
[0031] Weiterhin weisen sämtliche Ausführungsformen der Rasierklingeneinheit 1 eine parallel
zu den Schneidkanten der Rasierklingen 3 sich erstreckende, vordere Führungsleiste
6 sowie eine hintere Abdeckkappe 7 auf, welche im wesentlichen auf der oberen Rasierklinge
3 aufliegt und zusammen mit der vorderen Führungsleiste 6 und den Rasierklingen 3
die Schneidgeometrie definiert.
[0032] In weiterer gemeinsamer Übereinstimmung weisen die Rasierklingeneinheiten 1 jeweils
im hinteren Bereich ein Vorratselement für ein flüssiges Rasierhilfsmittel (welches
gegebenenfalls auch parfümiert sein kann), Hautpflegemittel oder dgl. auf. Da die
Rasierklingen 3 schmal ausgebildet sind, ist hinter ihnen in der Rasierklingeneinheit
1 genügend Platz zur Anordnung dieses Vorratselementes, ohne daß die Rasierklingeneinheit
1 nachteiligerweise vergrößert werden muß.
[0033] Die erste Ausführungsform (Fig. 1 und 2) sieht die Verwendung einer Vorratskammer
8 im hinteren Bereich des Kunststoffgehäuses 2 der Rasierklingeneinheit 1 vor. Die
Oberseite des Kunststoffgehäuses 2 weist dabei eine Reihe von Öffnungen 9 in Form
von Bohrungen parallel zu den Schneidkanten der Rasierklingen 3 auf, wie in der perspektivischen
Ansicht gemäß Fig. 9 erkennbar ist. Wesentlich bei dieser Ausführungsform ist, daß
innerhalb der Vorratskammer 8 eine rohrförmige Patrone 22 zur Aufnahme des flüssigen
Rasierhilfsmittels angeordnet ist, welche endseitig jeweils abgeschlossen ist und
somit einen in sich geschlossenen Behälter bildet. Die Patrone weist dabei über die
Länge der Mantelfläche verteilt Bohrungen 23 auf, welche insbesondere im Hinblick
auf die Zwischenabstände mit den Öffnungen 9 der Vorratskammer 8 korrespondieren.
Im Innern weist die Patrone 22 durch Fortsätze 24 gebildete Kanäle 25 auf, welche
in den Bohrungen 23 auf der Mantelfläche der Patrone 22 münden. Wesentlich bei dieser
Ausführungsform ist, daß die Patrone 22 seitlich verschiebbar innerhalb des Kunststoffgehäuses
2 angeordnet ist. Das Verschieben der Patrone 22 kann dabei durch seitliche Betätigungsknöpfe
26 erreicht werden, wobei die Betätigungsrichtung durch die Pfeile P'' angedeutet
ist. Durch die seitliche Verschiebung der Patrone 22 lassen sich die bohrungsähnlichen
Öffnungen 9 des Kunststoffgehäuses 2 öffnen und schließen, indem in der Öffnungsstellung
die Bohrungen 23 der Patrone 22 exakt hinter den Öffnungen 9 des Kunststoffgehäuses
2 liegen, wahrend in der Schließstellung nach Verschieben der Patrone 22 dessen Bohrungen
23 hinter den Zwischenwänden zwischen den Öffnungen 9 des Kunststoffgehäuses 2 liegen,
so daß diese die Bohrungen 23 der Patrone 22 verschließen.
[0034] Dieses Prinzip eignet sich besonders für dünnflüssige und schnell flüchtige Stoffe.
Der Abstand sowie die Größe der Öffnungen 9 sowie der Bohrungen 23 bestimmen die während
der Rasur aufgetragene Menge. Dabei kann die Applikationsmenge dem Belastungsprofil
angeglichen werden, welches sich aus den unterschiedlichen Belastungszonen der Rasierklingeneinheit
1 ergibt. Dabei ist die Belastung und damit auch der Bedarf an Rasierhilfsmitteln
im Mittelbereich der Rasierklinge 3 am größten, während zum Rand hin eine Abnahme
zu verzeichnen ist.
[0035] Die weitere Ausführungsform (Fig. 3 bis 7) schließlich sieht ebenfalls wie bei der
ersten Ausführungsform die Verwendung einer Vorratskammer 8 im hinteren Bereich des
Kunststoffgehäuses 2 der Rasierklingeneinheit 1 vor. Die Oberseite des Kunststoffgehäuses
2 weist dabei im Bereich der Abdeckkappe 7 eine Reihe von Öffnungen 9 in Form von
jeweils einen runden Querschnitt aufweisenden Bohrungen parallel zu den Schneidkanten
der Rasierklingen 3 auf. Dabei ist erkennbar, daß im mittleren Bereich der Rasierklingeneinheit
1 die Öffnungen 9 dichter aufeinander folgen als weiter außen. Außer diesen Öffnungen
9 im Bereich der Abdeckkappe 7 weist diese Ausführungsform zusätzliche Öffnungen 9
auf, welche im hinteren Bereich zwischen den beiden Rasierklingen 3 münden, wie insbesondere
in der Schnittdarstellung gemäß Fig. 7 erkennbar ist. Die Öffnungen 9 gehen dabei
jeweils von einer gemeinsamen Zuführung aus der Vorratskammer 8 aus. Dabei ist aber
nicht jeder Öffnung 9, die im Bereich der Abdeckkappe 7 mündet, eine Öffnung 9 zugeordnet,
welche zwischen den beiden Rasierklingen 3 mündet. Wie insbesondere in Fig. 4 erkennbar
ist, wird immer eine in der Abdeckkappe 7 mündende Öffnung 9 übersprungen.
[0036] Entsprechend wie bei der ersten Ausführungsform (Fig.1 und 2) ist auch bei dieser
Ausführungsform innerhalb der Vorratskammer 8 eine rohrförmige Patrone 22 aus durchsichtigem
Material zur Aufnahme des flüssigen Rasierhilfsmittels angeordnet. Diese Patrone 22
ist jeweils endseitig abgeschlossen und bildet somit einen in sich geschlossenen Behälter.
Wie aus den Schnittdarstellungen gemäß Fig. 6 und 7 erkennbar ist, ist die Patrone
22 rückseitig in das Kunststoffgehäuse 2 der Rasierklingeneinheit 1 eingesetzt und
durch Widerhaken 31 darin gehalten. Die Patrone 22 ist somit von außen sichtbar, so
daß aufgrund der Durchsichtigkeit des Materials der Füllstand im Innern der Patrone
22 kontrolliert werden kann.
[0037] Weiterhin weist die Patrone 22 über die Länge der Mantelfläche verteilt Bohrungen
23 auf, welche insbesondere im Hinblick auf die Zwischenabstände mit den Zuführungen
zu den Öffnungen 9 der Vorratskammer 8 korrespondieren. Wesentlich bei dieser Ausführungsform
ist ebenfalls, daß die Patrone 22 seitlich verschiebbar innerhalb des Kunststoffgehäuses
2 angeordnet ist. Das Verschieben der Patrone 22 kann dabei durch seitliche Betätigungsknöpfe
26 erreicht werden, wobei die Betätigungsrichtung durch die Pfeile P'' angedeutet
ist. Durch die seitliche Verschiebung der Patrone 22 lassen sich die bohrungsähnlichen
Zuführungen zu den Öffnungen 9 des Kunststoffgehäuses 2 öffnen und schließen, indem
in der Öffnungsstellung die Bohrungen 23 der Patrone 22 exakt hinter den Zuführungen
mit den Öffnungen 9 des Kunststoffgehäuses 2 liegen, während in der Schließstellung
nach Verschieben der Patrone 22 dessen Bohrungen 23 hinter den Zwischenwänden zwischen
den Zuführungen zu den Öffnungen 9 des Kunststoffgehäuses 2 liegen, so daß diese die
Bohrungen 23 der Patrone 22 verschließen.
[0038] Dieses Prinzip eignet sich ebenso wie die erste Ausführungsform (Fig. 1 und 2) besonders
für dünnflüssige und schnell flüchtige Stoffe. Der Abstand sowie die Größe der Öffnungen
9 sowie der Bohrungen 23 bestimmen dabei die während der Rasur aufgetragene Menge.
Dabei kann die Applikationsmenge dem Belastungsprofil angeglichen werden, welches
sich aus den unterschiedlichen Belastungszonen der Rasierklingeneinheit 1 ergibt.
Dabei ist die Belastung und damit auch der Bedarf an Rasierhilfsmitteln im Mittelbereich
der Rasierklinge 3 am größten, während zum Rand hin eine Abnahme zu verzeichnen ist.
Aus diesem Grunde sind bei dieser Ausführungsform der Rasierklingeneinheit 1 im mittleren
Bereich die Öffnungen 9 dichter als im Randbereich.
Bezugszeichenliste
[0039]
- 1
- Rasierklingeneinheit
- 2
- Kunststoffgehäuse
- 3
- Rasierklinge
- 4
- Abstandhalter
- 5
- Klingenplattform
- 6
- Führungsleiste
- 7
- Abdeckkappe
- 8
- Vorratskammer
- 9
- Öffnung
- 22
- Patrone
- 23
- Bohrung
- 24
- Fortsatz
- 25
- Kanal
- 26
- Betätigungsknopf
- 31
- Widerhaken
- P''
- Pfeil
1. Am vorderen Ende eines Handgriffs angeordneter Rasierapparatekopf, insbesondere Rasierklingeneinheit
(1) eines Naßrasierapparates,
bei dem in einem, eine vordere Führungsleiste (6) sowie eine hintere Abdeckkappe (7)
aufweisenden Kunststoffgehäuse (2) eine Einfach- oder Doppelrasierklinge (3) befestigt
ist,
wobei der Rasierapparatekopf eine Vorratseinrichtung zur Aufnahme eines flüssigen
Rasierhilfsmittels, Hautpflegemittels oder dgl. in Form einer Vorratskammer (8) aufweist,
wobei dieser Vorratseinrichtung eine Abgabeeinrichtung zur Abgabe des Mittels während
der Rasur zugeordnet ist dadurch gekennzeichnet,
daß in der Vorratskammer (8) eine in dieser verstellbare, rohrförmige Patrone (22)
zur Aufnahme des flüssigen Mittels angeordnet ist, wobei diese Patrone wenigstens
eine Bohrung (23) aufweist, die in der einen Verstellstellung hinter einer korrespondierenden
Öffnung (9) des Kunststoffgehäuses (2) liegt und die in der anderen Verstellstellung
der Patrone (22) durch die Innenwand der Vorratskammer (8) geschlossen ist.
2. Rasierapparatekopf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Patrone (22) in
der Art eines Hohlzylinders ausgebildet ist.
3. Rasierapparatekopf nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Patrone
(22) in Richtung Achse seitlich verschiebbar innerhalb der Vorratskammer (8) angeordnet
ist.
4. Rasierapparatekopf nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Patrone (22) drehbar
innerhalb der Vorratskammer (8) angeordnet ist.
5. Rasierapparatekopf nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
Patrone (22) auswechselbar in der Vorratskammer (8) angeordnet ist.
6. Rasierapparatekopf nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Vorratskammer (8) im hinteren Bereich des Rasierapparatekopfes angeordnet ist.
7. Rasierapparatekopf nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß sich
die Vorratskammer (8) im wesentlichen über die gesamte Breite des Rasierapparatekopfes
erstreckt.
8. Rasierapparatekopf nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die
Vorratskammer (8) zumindest teilweise durch ein transparentes Material gebildet ist,
welches zumindest teilweise die Mantelfläche des Rasierapparatekopfes bildet.
9. Rasierapparatekopf nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die
Öffnung(en) (9) im Bereich der Abdeckkappe (7) mündet (münden).
10. Rasierapparatekopf nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß bei
einer Doppelrasierklinge (3) die Öffnung(en) (9) im Bereich zwischen den Rasierklingen
(3) mündet (münden).
11. Rasierapparatekopf nach Anspruch 9 und 10, dadurch gekennzeichnet, daß die im Bereich
der Abdeckkappe (7) und die davor im Bereich zwischen den Rasierklingen (3) mündenden
Öffnungen (9) einer gemeinsamen Zuführung von der Vorratskammer (8) aus entspringen.
12. Rasierapparatekopf nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß
mehrere, voneinander separate Öffnungen (9) in Form von Bohrungen über die Breite
des Rasierapparatekopfes verteilt vorgesehen sind.
13. Rasierapparatekopf nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß
die Öffnung (9) als parallel zu der (den) Schneidkante(n) der Rasierklinge(n) (3)
sich erstreckender Schlitz ausgebildet ist.
14. Rasierapparatekopf nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß
die Öffnung (9) bei einer Haltung des Rasierapparatekopfes mit senkrecht nach unten
gerichteten Rasierklingen (3) vom Bodenbereich der Vorratskammer (8) aus entspringt.
15. Rasierapparatekopf nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß
die Öffnung (9) durch einen schlitzartigen Kanal gebildet ist, der sich im wesentlichen
parallel zu der (den) Ebene(n) der Rasierklinge(n) (3) nach vorne hin erstreckt.
16. Rasierapparatekopf nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß
auf der Oberseite des Rasierapparatekopfes eine über dessen Breite sich erstreckende,
entgegen einer Federkraft verschwenkbare Klappe angeordnet ist, die in ihrer Grundstellung
die Öffnung (9) aufgrund der Federkraft selbsttätig verschließt und während der Rasur
aufgrund der Druckausübung durch Verschwenken die Öffnung (9) freigibt und anschließend
wieder selbständig in die Verschlußstellung während des Nichtgebrauchs zurückkehrt.
17. Rasierapparatekopf nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Klappe aus einem
elastischen Material besteht und die Verschwenk-achse definierend auf der Oberseite
des Rasierapparatekopfes befestigt ist.
18. Rasierapparatekopf nach Anspruch 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, daß die Rückseite
der Abdeckkappe (7) sowie die Vorderseite der in diesem Bereich verschwenkbaren Klappe
miteinander korrespondierende Anlageflächen definieren und daß die Oberseite der Klappe
in der verschwenkbaren Öffnungsstellung die hintere Fortsetzung der Abdeckkappe (7)
bildet.
19. Rasierapparatekopf nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß
dieser bei Nichtgebrauch mit einer die Verdunstung des flüssigen Mittels verhindernden
Abdeckung, insbesondere Abdeckfolie versehen ist.