[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Naßrasierapparat mit einem länglichen Handgriff
und einer mittels eines Befestigungsmechanismus am Handgriff zu befestigenden Rasierklingeneinheit.
[0002] Naßrasierapparate der gattungsgemäßen Art sind allgemein bekannt. An einem im wesentlichen
länglichen Handgriff wird, üblicherweise an einem seiner Enden, eine Rasierklingeneinheit
mittels eines Befestigungsmechanismus befestigt. Solche Rasierklingeneinheiten bestehen
in vorbekannter Weise aus einem Kunststoffkörper, in welchem eine Einfachrasierklinge
oder eine Doppelrasierklinge eingebettet ist. Im Fall der Verwendung von Doppelrasierklingen
werden die Schneidkanten der beiden Rasierklingen versetzt zueinander angeordnet.
Aus der EP 0 307 710 sind auch entsprechende Rasierklingeneinheiten bekannt, bei welchen
der Kunststoffkörper zusammen mit den Rasierklingen mit einem Draht mit mehreren nebeneinanderliegenden,
wendelförmigen Windungen umwickelt ist und dabei der Draht zumindest teilweise in
im Kunststoffkörper ausgebildeten Rillen geführt ist. Mit derartigen neueren Rasierklingeneinheiten
lassen sich unerwünschte Hautverletzungen vermeiden und bessere Rasierergebnisse erzielen.
[0003] Zwischen dem Handgriff und den Rasierklingeneinheiten sind eine Vielzahl von Befestigungsvorrichtungen
bekannt. Üblicherweise werden dei Rasierklingeneinheiten, die selbst längliche Körper
darstellen, derart auf eine Endkante eines Handgriffes aufgesetzt, daß sich die Längsachse
des Handgriffes und die Längsachse der Rasierklingeneinheit senkrecht schneiden.
[0004] Bei den vorbekannten oben beschriebenen Naßrasierern hat sich jedoch herausgestellt,
daß beim Rasieren von Körperflächen in aller Regel der im wesentlichen senkrecht zu
den Schneidkanten der Rasierklingen stehende Handgriff stört. Aus diesem Grunde wird
der vorbekannte Naßrasierer dann zu flach gehalten, was zu schlechten Rasierergebnissen
und damit verbundenen unerwünschten Hautreizungen führt.
[0005] Der Erfindung liegt daher die
Aufgabe zugrunde, einen Naßrasierer anzugeben, welcher insbesondere zum Rasieren von Körperflächen
besser geeignet ist. Weiterhin soll eine für einen erfindungsgemäßen Rasierapparat
besonders geeignete Rasierklingeneinheit angegeben werden.
[0006] Zur
Lösung der genannten Aufgabe schlägt die Erfindung vor, daß die Rasierklingeneinheit am
Handgriff derart befestigt ist, daß die Rasierklingenschneidkanten im wesentlichen
parallel zur Handgrifflängsrichtung verlaufen.
[0007] Im wesentlichen parallel schließt dabei auch Winkelabweichungen von der Längsrichtung
des Handgriffs ein.
[0008] Die Rasierklingenschneidkanten befinden sich somit nicht mehr quer an einer Oberkante
des Handgriffes, sondern zum, Beispiel seitlich am Handgriff und parallel zu dessen
Längsrichtung. Selbst bei einer gekröpften Ausführung des Halters verlaufen die Schneidekanten
somit zur Halterlängsrichtung im wesentlichen parallel. Der erfindungsgemäße Naßrasierer
läßt sich damit an beliebigen Körperstellen einfach and in der jeweils gewünschten
Neigung über die zu rasierenden Körperflächen führen.
[0009] Werden herkömmliche Rasierklingeneinheiten verwendet, so wird die Bedienperson auf
die Bedienung des Naßrasierapparates in nur einer Richtung bzw. mit nur einer Hand
festgelegt. Da herkömmliche Rasierklingeneinheiten auf einer Seite Rasierklingenschneidkanten
aufweisen, die auch nur in einer Richtung ausgerichtet sind, kann die Bedienperson
entsprechend Schwierigkeiten beim Rasieren ungünstig liegender Körperstellen oder
nach dem Ungreifen haben.
[0010] Aus diesem Grunde wird zur Verbesserung des erfindungsgemäßen Naßrasierapparates
vorgeschlagen, Rasierklingeneinheiten zu verwenden, welche an einer Seite eine Befestigungsvorrichtung
zur Befestigung an dem Handgriff aufweisen, und an den beiden an dieser Seite anliegenden
Längsseiten Rasierklingen mit Schneidkanten. Die Rasierklingeneinheiten sollen also
an zwei gegenüberliegenden Seiten doppelt ausgebildet sein. Als besonders vorteilhaft
hat sich die Verwendung einer Rasierklingeneinheit in Dachprofilform herausgestellt,
bei welcher innen bzw. an der Unterseite die Ein- bzw. Aufschiebvorrichtung angeordnet
ist, und an den beiden Längsseiten die Rasierklingen längsachsenparallel befestigt
sind.
[0011] Besonders gute Ergebnisse werden durch die Kombination der neuen Rasierklingeneinheit
mit den erfindungsgemäßen Naßrasierer erzielt, wobei die Rasierklingeneinheit auf
eine Führungseinrichtung in eine Aussparung eines ergonomisch ausgeformten Handgriffes
aufgeschoben wird.
[0012] Der Bedienperson steht somit ein Naßrasierapparat zur Verfügung, mit welchem im wesentlichen
beidhändig und an den unterschiedlichsten Körperstellen in unterschiedlichsten Richtungen
einfach eine Rasur durchgeführt werden kann.
[0013] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung
anhand der Figuren. Dabei zeigen:
- Fig. 1
- eine Ansicht eines erfindungsgemäßen Naßrasierapparates mit aufgesetzter Rasierklingeneinheit
in Seitenansicht;
- Fig. 2
- eine Ansicht eines erfindungsgemäßen Naßrasierapparates ohne aufgesetzte Rasierklingeneinheit
von oben;
- Fig. 3
- eine Teilansicht des vorderen Teils des erfindungsgemäßen Naßrasierapparates gemäß
Fig. 2 von der Seite;
- Fig. 4
- eine Teilansicht entlang der Schnittlinie IV-IV gemäß Fig. 3; und
- Fig. 5
- eine Explosionsdarstellung einer erfindungsgemäßen Rasierklingeneinheit.
[0014] Der in Fig. 1 gezeigte Naßrasierapparat 1 besteht aus einem länglichen Handgriff
2 und einer Rasierklingeneinheit 3. Die Rasierklingeneinheit 3 ist an dem Handgriff
2 derart befestigt, daß die Rasierklingenschneidkanten 4 der Rasierklinge 5 parallel
zur Längsrichtung des Handgriffes 2 verlaufen.
[0015] Der Handgriff 2 hat einen im wesentlichen elliptischen, ergonomisch geformten Griffteil
6, welcher an seiner Vorderseite mit einer gut zu greifenden Oberflachenstruktur 7
versehen ist.
[0016] Wie insbesondere in den Fig. 2 und 3 zu sehen ist, weist der Handgriff in seinem
vorderen Teil eine Aussparung 8 auf, in welcher eine Führungsschiene 9 zur Aufnahme
einer Rasierklingeneinheit 3 angeordnet ist. Diese Führungsschiene 9 hat beispielsweise
einen wie in Fig. 4 gezeigten Querschnitt.
[0017] Selbstverständlich sind auch andere Befestigungsvorrichtungen für die Rasierklingeneinheit
möglich. Dabei sind die unterschiedlichsten Nut und Federkombinationen, Schnappverschlüsse
und dgl. denkbar.
[0018] Auf der in Fig. 2 bis 4 gezeigten Führungsschniene zur Befestigung der Rasierklingeneinheit
befindet sich ein Rastnocken 10, auf welchem die Rasierklingeneinheit 3 nach dem Aufschieben
verrastet und so nur noch durch einen entsprechenden Zug von der Führungsschiene abziehbar
ist.
[0019] Zwischen dem Griffteil 6 und der Aussparung 8 des Handgriffes 2 befindet sich ein
Auswurfknopf 11, welcher, wenn er beispielsweise mit dem Daumen einer Hand nach vorne
verschoben wird, eine aufgesetzte Rasierklingeneinheit 3 über den Rastnocken 10 von
der Führungsschiene 9 aus der Aussparung 8 herausschiebt.
[0020] Ein Ausführungsbeispiel für eine neue Rasierklingeneinheit für einen erfindungsgemäßen,
Naßrasierapparat ist in Fig. 5 gezeigt. Diese Rasierklingeneinheit besteht aus einem
Kunststoffkörper 20, welcher länglich ausgebildet ist und einen im wesentlichen rechteckigen
Querschnitt aufweist. Auf beiden Seiten des Kunststoffkörpers 20 werden jeweils zwei
Rasierklingen 5 mit einem dazwischenliegenden Abstandselement 21 aufgelegt. Dann wird
der Kunststoffkörper 20 zusammen mit den Rasierklingen 5 und den Zwischenstücken 21
mittels eines Drahtes 22 umwickelt, welcher wendelförmige Windungen, die mit Abstand
zueinander verlaufen, bildet. Die so gebildete Klingeneinheit 23 wird in eine dachförmige
Kappe 24 eingesetzt, wodurch eine vollständige Klingeneinheit gebildet wird.
[0021] Damit die Drahtwicklungen nicht seitlich verrutschen können, Kann der Kunststoffkörper
an seiner Vorderkante Einkerbungen 25 aufweisen.
[0022] Die Unterseite 26 des Kunststoffkörpers sowie die Unterseiten der Seitenteile 27
der Kappe 24 sind so ausgebildet, daß die Klingeneinheit auf eine entsprechende Führung,
beispielsweise der Führungsschiene 9 gemäß Fig. 2 bis 4, aufgesetzt werden kann.
[0023] Die so gebildete Klingeneinheit kann in einen sogenannten Dispenser bereitgestellt
werden, dessen äußere Form im wesentlichen der mit Übermaß gebildeten Dachform der
Klingeneinheit entspricht, und in welchen die Klingeneinheit seitlich hereingeschoben
werden kann. Dadurch wird ermöglicht, daß die Klingeneinheit praktisch einhändig durch
Aufschieben auf die Führungsschiene aus dem Dispenser entnommen werden kann.
Bezugszeichenliste
[0024]
- 1
- Naßrasierapparat
- 2
- Handgriff
- 3
- Rasierklingeneinheit
- 4
- Rasierklingenschneidkanten
- 5
- Rasierklinge
- 6
- Griffteil
- 7
- Oberflächenstruktur
- 8
- Aussparung
- 9
- Führungsschiene
- 10
- Rastnocken
- 11
- Auswurfknopf
- 20
- Kunststoffkörper
- 21
- Abstandselement
- 22
- Draht
- 23
- Klingeneinheit
- 24
- Kappe
- 25
- Einkerbungen
- 26
- Unterseite
- 27
- Seitenteile
1. Naßrasierapparat (1) mit einem länglichen Handgriff (2) und einer mittels eines Befestigungsmechanismus
(9,26) am Handgriff zu befestigenden Rasierklingeneinheit (3), dadurch gekennzeichnet, daß die Rasierklingeneinheit (3) am Handgriff (2) mit im wesentlichen parallel zu
dessen Längsrichtung verlaufenden Rasierklingenschneidkanten (4) befestigt ist.
2. Naßrasierapparat (1) nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß an einem Ende des
länglichen Handgriffes (2) eine in Längsrichtung des Handgriffes verlaufende Aussparung
zur Aufnahme einer Rasierklingeneinheit (3) gebildet ist.
3. Naßrasierapparat (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Handgriff (2)
an einer Seitenkante eine in Längsrichtung verlaufende Aussparung in Länge einer Rasierklingeneinheit
(3) aufweist, in welche die Rasierklingeneinheit (3) eingesetzt ist.
4. Naßrasierapparat (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
der Handgriff (2) eine parallel zur Längsrichtung verlaufende Führungsvorrichtung
(9) aufweist, welche mit einer entsprechend komplementär ausgebildeten Ein- bzw. Aufschiebvorrichtung
(26,27) an der Rasierklingeneinheit (3) zu deren Befestigung zusammenwirkt.
5. Naßrasierapparat (1) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsvorrichtung
(9) eine Rastvorrichtung in Form einer Nut oder eines Nocken (10) aufweist, welche
mit einem Teil der Rasierklingeneinheit (3) zu deren Verrastung zusammenwirkt.
6. Naßrasierapparat (1) nach einem der Ansprüche 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß
neben der zum Einsetzen der Rasierklingeneinheit (3) gebildeten Führungsvorrichtung
(9) an dem Handgriff (2) ein Auswurfknopf ausgebildet ist, mit welchem eine Rasierklingeneinheit
(3) von der Führungsvorrichtung (9) abnehmbar ist.
7. Naßrasierapparat (1) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Auswurfknopf
mittels einer Feder in der nicht vorgeschobenen Ruhestellung gehalten ist.
8. Naßrasierapparat (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß
eine Abdeckkappe für die Rasierklingeneinheit (3) vorgesehen ist.
9. Naßrasierapparat (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß
die Rasierklingeneinheit (3) eine Seite mit der komplementär zur Führungsvorrichtung
(9) am Handgriff (2) ausgebildeten Ein- bzw. Aufschiebvorrichtung (26,27) aufweist,
und an den beiden an diese Seite in Längsrichtung verlaufenden Seiten Rasierklingen
(4) mit parallel zur Längsrichtung der Rasierklingeneinheit verlaufenden Schneidkanten
(5) angeordnet sind.
10. Naßrasierapparat (1) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Rasierklingeneinheit
eine Dachprofilform hat, wobei an der Innenseite die Ein- bzw Aufschiebvorrichtung
(26,27) ausgebildet ist, und an den zwei Längsseiten die Rasierklingen (4) angeordnet
sind.
11. Naßrasierapparat (1) nach einem der Ansprüche 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß
die Rasierklingeneinheit einen länglichen Kunststoffkörper (20) aufweist, bei welchem
auf zwei gegenüberliegenden Seiten Rasierklingen (5) angeordnet sind, und wobei der
Kunststoffkörper mit Rasierklingen von einem Draht (22) mit nebeneinanderliegenden,
wendelförmigen Windungen umwickelt ist.
12. Naßrasierapparat (1) nach einem der Ansprüche 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet,
daß die Rasierklingeneinheit in einem dachförmigen Dispenser bereitgestellt ist, welcher
eine seitliche Öffnung zur Einhandbedienung aufweist.