[0001] Die Erfindung betrifft eine Fördervorrichtung mit Laufrad zum Bewegen von Gasen oder
Flüssigkeiten in einem Strömungskanal.
[0002] Es sind bereits Fördereinrichtungen bekannt, bei denen ein Ventilator mit seinem
Motorblock direkt in der Mitte des Strömungskanals angeordnet ist. Diese hat jedoch
den Nachteil, daß der Motorblock für das strömende Medium ein Hindernis bildet, zur
Wirbelbildung beiträgt und den tatsädilichen Strömungsquerschnitt verringert. Insbesondere
tritt bei solchen Ventilatoren ein merklicher Leistungsverlust auf, wenn der Ventilator
aus baulichen oder sonstigen Gründen nicht in seiner Idealposition im Strömungskanal
angebracht werden kann. Abgesehen von den bisher genannten Nachteilen ist die Kühlung
des Ventilatormotors problematisch und eine solche Förderungeinrichtung ist für die
Bewegung von heißen Medien nicht geeignet. Schließlich verschmutzt der Motor rasch,
wenn die transportierten Medien Partikel enthalten, wie z.B. Abgase oder Abwässer.
Ein weiteres Problem besteht darin das durch die Elektrik im Strömungskanal bei entzündbaren
Medien Explosionsgefahr besteht.
[0003] Weiters sind Fördereinrichtungen bekannt, bei denen ein Laufrad über eine lange Welle
eines außerhalb des Strömungskanales liegenden Motors angetrieben wird, wobei zum
Durchtritt der Welle in den Strömungskanal dieser eine Krümmung aufweist, damit die
Motorwelle direkt das Laufrad tragen kann. Die Krümmung im Strömungskanal unmittelbar
vor dem Laufrad bewirkt jedoch einen deutlichen Leistungsabfall und die lange Welle
erfordert eine hochpräzise Fertigung und gute Wartung. Natürlich kann die das Laufrad
tragende Welle auch über eine Umsetzung von einem Motor angetrieben werden, sodaß
keine Krümmung des Strömungskanals notwendig ist, aber dabei entstehen ebenfalls Verluste.
Ein weiteres Problem stellt dabei die Abdichtung des Strömungskanals an den Öffnungen
für die Welle oder für andere Teile einer Umsetzung dar. Insbesondere bei der Förderung
von gefährlichen Medien ist das von großer Bedeutung.
[0004] Allgemein stellt sich auch das Problem, daß bei der Förderung von Medien mittels
Laufrädern die äußeren Schichten der Medien höhere Geschwindigkeiten haben als die
inneren Schichten, die bei ungünstigen Bedingungen manchmal sogar zum Stehen kommen.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es eine Fördereinrichtung zu finden bei der
die obengenannten Probleme nicht auftreten bzw. zumindest verringert werden.
[0006] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß für die Rotation des Laufrades
eine Antriebsvorrichtung bestehend aus einem Stator und einem Anker verwendet wird,
der als Ring ausgeführt ist, der das um eine Achse drehbare Laufrad konzentrisch umschließt
und der mit dem Laufrad eine Einheit bildet. Der Stator liegt somit am Umfang des
Strömungskanals und kann zur Förderung von heißen Medien von außen gekühlt werden
und die Strömung in der Mitte des Strömungkanals wird nicht behindert.
[0007] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß auch durch eine Fördereinrichtung gelöst, bei der
ein durch eine Antriebsvorrichtung angetriebenes äußeres Laufrad durch seine Drehung
über ein Getriebe ein kleineres, inneres Laufrad antreibt, wodurch für eine gleichmäßige
Strömung über den gesamten Strömungsquerschnitt gesorgt wird. Vorzugsweise wird dabei
das äußere Laufrad durch einen Elektromotor betrieben, dessen Anker ringförmig ist
und das Laufrad konzentrisch umschließt. Durch die verbesserte Förderung der mittigen
Strömung im Strömungskanal ist jedoch auch der Antrieb des äußeren Laufrades durch
einen außerhalb des Strömungskanales liegenden Motor möglich.
[0008] In dem ringförmigen Anker können Permanentmagneten angeordnet sein, die dem durch
die im Stator befindlichen Spulen erzeugten Drehfeld folgen. Insbesondere bei leicht
entzündlichen Gasen ist die Verwendung von Permanentmagneten aus Sicherheitsgründen
von Vorteil.
[0009] Haben die zu fördernden Medien hingegen eine sehr hohe Temperatur, muß eine andere
Antriebsvorrichtung, z.B. ein Asynchronmotor mit Kurzschlußläufer gewählt werden,
wobei sich im Anker elektrisch leitende, zur Drehachse des Laufrads parallele Stäbe
und im Stator Spulen, welche das magnetische Drehfeld erzeugen, befinden.
[0010] Ist die Temperatur so hoch, daß das starke Störungen im Magnetfeld die Funktion des
Motors verhindern kann der Antrieb des Laufrades erfolgen indem der ringförmige Anker
als Turbinenrad ausgebildet ist, welchem über im Stator befindliche Düsen ein gasförmiges
oder flüssiges unter Druck stehendes Antriebsmedium zugeleitet wird. Dabei kann ein
Teil des zu fördernden Mediums nach Komprimierung als Antriebsmedium dienen.
[0011] Selbstverständlich sind auch andere Motoren denkbar, sofern sie den erfindungsgemäßen
ringförmigen, das Laufrad umgebenden Aufbau des Ankers erlauben.
[0012] Um die Strömung am Rand des Strömungskanals nicht zu stören, kann der Anker in einer
Vertiefung im Stator laufen.
[0013] Das zwischen dem äußeren Laufrad und dem inneren Laufrad vorgesehene Getriebe kann
erfindungsgemäß aus zwei Kugellagern bestehen, wobei das äußere Laufrad auf dem Außenring
des ersten Kugellagers sitzt, dessen Innenring gegenüber dem Strömungskanal festgelegt
ist, wobei der Außenring des ersten Kugellagers mit dem Käfig des zweiten Kugellagers
verbunden ist, dessen Innenring mit der Achse des inneren Laufrades einstückig oder
mit dieser verbunden ist, wohingegen der Außenring des zweiten Kugellagers gegenüber
dem Strömungskanal festgelegt ist.
[0014] Im weiteren wird die erfindungsgemäße Fördereinrichtung anhand von Ausführungsbeispielen,
die in den beiliegenden Zeichnungen dargestellt sind, näher erklärt.
[0015] Dabei zeigt Fig. 1 eine Fördereinrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung im Schnitt.
Fig.2 zeigt die Fördereinrichtung aus Fig.1 in einer teilweise geschnittenen Ansicht
in Strömungsrichtung. Fig.3 zeigt ein anderes Ausführungsbeispiel der Erfindung im
Schnitt.
[0016] Fig.4 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel in einer Ansicht in Strömungsrichtung.
[0017] Die Figuren 1 und 2 zeigen einen Strömungskanal 8, in dem sich ein Laufrad 3 befindet,
welches auf einem gegenüber dem Strömungskanal 8 ortsfesten Gestell 9 drehbar gelagert
ist. Die Blätter des Laufrades 3 sind an ihren äußeren Enden fest mit einem Ring verbunden,
der der Anker 1 eines Elektromotors ist. In dem Anker 1 befinden sich zur Drehachse
parallel verlaufende, elektrisch leitende Stäbe 4, z.B. aus Kupfer, die über Kurzschlußringe
10 verbunden sind. Am Umfang des Strömungskanals 8 ist der Stator 6 mit Spulen 5 ausgebildet,
die ein magnetisches Drehfeld erzeugen und damit den Anker 1 und gleichzeitig das
Laufrad 3 bewegen. Um die Randströmungen nicht zu stark zu beeinflussen, läuft der
Anker 1 in einer radialen Vertiefung 7 des Stators.
[0018] Die in Fig.3 dargestellte Ausführungsform der Erfindung zeigt ein äußeres Laufrad
23 mit kleinen, außen liegenden Blättern, das über ein erstes Kugellager 21 am gegenüber
dem Strömungskanal 8 ortsfesten, mit dem Innenring 26 des Kugellagers 21 verbundenen
Gestell 9 gelagert ist. Der Außenring 25 des ersten Kugellagers 21 ist mit dem Käfig
27 eines zweiten Kugellagers 22 verbunden, dessen Außenring 29 über Träger 31 an den
Wänden des Strömungskanals 8 befestigt ist und dessen Innenring 28 mit der Achse 30
eines kleinen, inneren Laufrades 24 verbunden ist. Das äußere Laufrad 23 wird, wie
das in Fig.l und 2 dargestellte Laufrad, durch einen Elektromotor angetrieben, dessen
Anker 1 als Ring das Laufrad 23 konzentrisch umschließt und mit dem Laufrad fest verbunden
ist. Der Stator 6 des Elektromotors ist mit den Spulen 5 außerhalb des Strömungskanals
angeordnet, wo er gegebenenfalls bei der Förderung von heißen Medien leicht gekühlt
werden kann. Durch die Drehung des Laufrades 23 dreht sich der Außenring 25 des ersten
Kugellagers 21, der den Käfig 27 des zweiten Kugellagers 22 mitnimmt und auf diese
Weise den Innenring 28 des zweiten Kugellagers 22 gegenüber dem ortsfest angeordneten
Außenring 29 in Rotation versetzt. Diese Übersetzung bewirkt, daß sich das innere
Laufrad 24 mit größerer Geschwindigkeit dreht als das äußere Laufrad 23 und für eine
gute mittige Strömung sorgt.
[0019] Die Fig.4 zeigt eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung bei der der
Anker 41 ebenfalls mit dem Laufrad 33 festverbunden ist und die Form eines Ringes
hat, der wie ein Turbinenrad ausgebildet ist. Der Antrieb erfolgt dabei über ein unter
Druck stehendes Antriebsmedium das durch im Stator 36 befindliche Düsen 35 auf die
Schaufelelemente 34 des Ankers 41 geleitet wird. Das Antriebsmedium kann gasförmig
oder flüssig sein. Es kann ein Teil des zu fördernden Mediums als Antriebsmedium verwendet
werden, wobei dieses zuerst komprimiert wird und dann den Düsen zugeleitet wird.
1. Fördervorrichtung mit Laufrad zum Bewegen von Gasen oder Flüssigkeiten in einem Strömungskanal,
dadurch gekennzeichnet, daß für die Rotation des Laufrades (3) eine Antriebsvorrichtung
bestehend aus einem Stator (6) und einem Anker (1) verwendet wird, der als Ring ausgeführt
ist, der das um eine Achse (2) drehbare Laufrad (3) konzentrisch umschließt und der
mit dem Laufrad (3) eine Einheit bildet.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebsvorrichtung elektrisch
gespeist ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebsvorrichtung als
Asynchronmotor mit Kurzschlußläufer ausgeführt ist, wobei sich im Anker (1) elektrisch
leitende zur Drehachse des Laufrads (3) parallele Stäbe (4) und im Stator (6) Spulen
(5), welche das magnetische Drehfeld erzeugen, befinden.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebsvorrichtung ein
Elektromotor ist, wobei sich im Anker Permanentmagneten und im Stator (6) Spulen (5),
welche das magnetische Drehfeld erzeugen, befinden.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß sich im Stator zwei
diametral angeordnete Spulen befinden, wobei eine Anlaufhilfe für den Anker vorgesehen
ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß bei der Förderung von heißen
Gasen die Anlaufhilfe für den Anker durch die thermische Eigenbewegung der Gase gegeben
ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der ringförmige Anker als
Turbinenrad ausgebildet ist, welchem über im Stator befindliche Düsen ein gasförmiges
oder flüssiges unter Druck stehendes Antriebsmedium zugeleitet wird.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß ein Teil des zu fördernden
Mediums nach Komprimierung als Antriebsmedium dient.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Stator
(6) eine Vertiefung (7) in radialer Richtung aufweist, in welcher der Anker (1) läuft.
10. Fördervorrichtung mit Laufrad zum Bewegen von Gasen oder Flüssigkeiten in einem Strömungskanal,
dadurch gekennzeichnet, daß ein angetriebenes äußeres Laufrad (23) durch seine Drehung
über ein Getriebe (20) ein kleineres, inneres Laufrad (24) antreibt.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß das äußere Laufrad durch
eine Antriebsvorrichtung bestehend aus einem Stator (6) und einen Anker (1) angetrieben
wird, wobei der Anker (1) als Ring ausgeführt ist, das äußere Laufrad (23) konzentrisch
umschließt und mit dem äußeren Laufrad (23) eine Einheit bildet.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebsvorrichtung
ein Elektromotor ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebsvorrichtung
als Asynchronmotor mit Kurzschlußläufer ausgeührt ist, wobei sich im Anker (1) elektrisch
leitende zur Drehachse der Laufräder (23,24) parallele Stäbe (4) und im Stator (6)
Spulen (5), welche das magnetische Drehfeld erzeugen, befinden.
14. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß sich im Anker Permanentmagneten
und im Stator Spulen, welche das magnetische Drehfeld erzeugen, befinden.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß sich im
Stator zwei diametral angeordnete Spulen befinden, wobei eine Anlaufhilfe für den
Anker vorgesehen ist.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß bei der Förderung von heißen
Gasen die Anlaufhilfe für den Anker durch die thermische Eigenbewegung der Gase gegeben
ist.
17. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der ringförmige Anker als
Turbinenrad ausgebildet ist, welchem über im Stator befindliche Düsen ein gasförmiges
oder flüssiges unter Druck stehendes Antriebsmedium zugeleitet wird.
18. Vorrichtung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß ein Teil des zu fördernden
Mediums nach Komprimierung als Antriebsmedium dient.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß der Stator
eine Vertiefung in radialer Richtung aufweist, in welcher der Anker läuft.
20. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß das äußere Laufrad durch
eine Welle eines Motors angetrieben wird, der außerhalb des Strömungskanals liegt.
21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß das äußere
Laufrad (23) auf dem Außenring (25) eines ersten Kugellagers (21) sitzt, dessen Innenring
(26) gegenüber dem Strömnngskanal (8) festgelegt ist, wobei der Außenring (25) des
ersten Kugellagers (21) mit dem Käfig (27) eines zweiten Kugellagers (22) verbunden
ist, dessen Innenring (28) mit der Achse (30) des inneren Laufrades (24) einstückig
oder mit dieser verbunden ist, wohingegen der Außenring (29) des zweiten Kugellagers
(22) gegenüber dem Strömungskanal (8) festgelegt ist.