[0001] Die Erfindung betrifft eine elektro-hydraulische Stelleinheit, insbesondere zur Steuerung
von Baumaschinen, mit einem verschiebbaren Hauptkolben, der im Bereich mindestens
einer seiner Stirnseiten eine Steuerkammer aufweist, die durch ein einziges, mittels
zweier Elektromagnete betätigbares Steuermittel in Form eines Vorsteuerventils mit
Druckmittel beaufschlagbar bzw. entlastbar ist, das mit dem Hauptkolben im wesentlichen
in Reihe angeordnet ist, sowie mindestens einem Weg-Kraft-Wandler, der in Wirkverbindung
mit dem Hauptkolben und dem Kolben des Vorsteuerventils steht.
[0002] Eine derartige elektro-hydraulische Stelleinheit ist aus der DE-A 41 23 140 bekannt.
Die mechanische Kopplung der Kolben von mindestens zwei Hydraulikventilen ist technisch
schwer zu realisieren, da durch diese Kopplung Kräfte auf die Ventilkolben einwirken
können, wodurch diese letztendlich zum Klemmen neigen, und zwar innerhalb der Bohrung,
in welcher der jeweilige Kolben geführt wird. Diese Klemmneigung kann z.B. dadurch
entstehen, daß zwischen den Kolben radialer Versatz aufgrund von Fertigungstoleranzen
vorhanden ist und deswegen die seitlich eingeleitete Kraft sich vektoriell in eine
axiale und eine radiale Komponente aufteilt. Hierbei ist zu beachten, daß die Kolben
von Hydraulikventilen mit sehr hoher Fertigungsgenauigkeit innerhalb der Bohrung eingepaßt
sind, um eine optimale klemmfreie Führung zu gewährleisten und um die Leckölverluste
möglichst gering zu halten. Die Fertigungstoleranzen sind oft im Bereich von < 1/1000
mm gewählt.
[0003] Ziel des Erfindungsgegenstandes ist es, die im St.d.T. vorgeschlagenen Merkmale dahingehend
weiterzubilden, daß ein von Fertigungstoleranzen weitestgehend unabhängiges System
gebildet wird.
[0004] Dieses Ziel wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß der Weg-Kraft-Wandler, in
axialer Richtung gesehen, spiel frei und, in radialer Richtung gesehen, querkraftfrei
mit dem Hauptkolben und dem Kolben des Vorsteuerventils verbunden ist.
[0005] Vorteilhafte Weiterbildungen des Erfindungsgegenstandes sind den Unteransprüchen
zu entnehmen.
[0006] Die mechanische Kopplung des Hauptkolbens mit dem Kolben des Vorsteuerventils erfolgt
durch den als Spiralfeder ausgebildeten Weg-Kraft-Wandler, dergestalt, daß über eine
Schraube sowie eine Scheibe und Federteller die Feder auf ein Maß vorgespannt wird,
welches sich aufgrund der Länge des Distanzrohres ergibt. Durch die Anlage des Federtellers
auf dem Grund der Bohrung bzw. des Maßes l1 innerhalb des Hauptkolbens und des Federtellers
an der Hülse, kann die Vorspannung der Feder gleichfalls bestimmt werden. Dieses statisch
überbestimmte System wird vorzugsweise dadurch wieder statisch bestimmt bzw. spielfrei,
daß die Fertigungstoleranzen der Bohrung bzw. des Maßes innerhalb des Hauptkolbens
und des Federtellers an der Hülse negativ zum Nennmaß und die Länge des Rohres positiv
zum Nennmaß gewählt werden. Hierdurch ergibt sich im Bereich der erlaubten Toleranzen
ein positives Spiel, welches durch den Einbau eines Längenausgleichselementes, vorzugsweise
eines O-Ringes, kompensiert wird. Der O-Ring wird in Bezug auf sein Material so ausgewählt,
daß dieser eine Federwirkung besitzt, welche spielausgleichend wirkt, und zwar innerhalb
des möglichen Toleranzbandes der Tiefe der Bohrung bzw. des Maßes in Kombination mit
der Länge des Distanzrohres. Hierdurch wird jedes Spiel vermieden und eine optimale
Wechselwirkung zwischen dem Hauptkolben und dem Kolben des Vorsteuerventils gewährleistet.
[0007] Der Außendurchmesser der Federteller wird vorzugsweise klein gewählt, relativ zum
Durchmesser der ihn umgebenden Bohrung. Gleiches gilt für den radialen Abstand zwischen
der Hülse und dem Innendurchmesser der Federteller sowie des Durchmessers des Kolbens
des Vorsteuerventils zum Durchmesser d1. Hierdurch ergibt sich ein großes radiales
Spiels der bewegten Teile innerhalb der Gehäuse. Die mechanische Kopplung erfolgt
somit ausschließlich kraftschlüssig über die Federkraft der Feder. Dies hat zur Folge,
daß die Ventilkolben bzw. die Ventilgehäuse mit den entsprechenden Bohrungen zur Aufnahme
der Ventilkolben mit einem relativ hohen radialen Versatz zueinander angebaut werden
können. Durch die Möglichkeit, die entsprechenden Bauteile mit geringen Anforderungen
an die Fertigungsgenauigkeit bei optimaler Funktion zu fertigen, ergeben sich technische
Vereinfachungen und somit günstigere Herstellungskosten.
[0008] Der Erfindungsgegenstand ist in einem Ausführungsbeispiel dargestellt und wird wie
folgt beschrieben.
[0009] Die einzige Figur zeigt der Einfachheit halber lediglich die Kolben ohne Gehäuse,
wobei zur besseren Verdeutlichung die erkennbaren Bauteile analog zur DE-A 41 23 140
beziffert sind.
[0010] Erkennbar sind der Hauptkolben 2 und der Kolben 4 des nicht weiter dargestellten
Vorsteuerventils. Im Bereich der dem Kolben 4 zugewandten Stirnfläche 12 ist eine
Bohrung 13 eingebracht. Das freie Ende 14 des Hauptkolbens 2 ist mit einem Gewinde
versehen, das zur Aufnahme einer Hülse 15 dient. Die Hülse 15 weist eine Durchgangsbohrung
16 auf, durch welche der Kolben 4 hindurchtritt. Die Stirnfläche 12 bildet mit der
Stirnfläche 17 der Hülse 15 und der Stirnfläche 18 des Kolbens 4 eine radiale Ebene.
Innerhalb der Bohrung 13 ist als Weg-Kraft-Wandler eine Schraubenfeder 7 angeordnet,
die axial zwischen Federtellern 20,21 gehalten ist. Die zwischen den Federtellern
20,21 gehaltene Schraubenfeder 7 wird nun mittels einer Schraube 22, welche in die
Stirnfläche 18 des Kolbens 4 eingebracht wurde, auf ein Maß vorgespannt, das der Länge
eines Distanzrohres 24 entspricht, das sich radial zwischen der Schraubenfeder 7 und
dem Schraubenschaft 23 erstreckt. Der Federteller 21 stützt sich an den eine Ebene
bildenden Stirnflächen 17,18 einerseits der Hülse 15 und andererseits des Kolbens
4 ab. Der Federteller 20 stützt sich axial an einem Radialansatz 25 innerhalb der
Bohrung 13 ab. Der Abstand zwischen dem Radialansatz 25 und der eine Ebene bildenden
Stirnflächen 12,17 und 18 ist hierbei mit L1 bezeichnet. Der Abstand L1 ist hierbei
aus Gründen der Fertigungstoleranzen kleiner gewählt als die axiale Länge des Distanzrohres
24, wobei das sich hierbei einstellende Axialspiel mittels eines O-Ringes 26 ausgeglichen
wird, der mittels einer Distanzscheibe 27 gegen den Federteller 20 gedrückt wird.
Der Kolben 4 wird innerhalb der Durchgangsbohrung 16 der Hülse 15 mit verhältnismäßig
großem radialem Spiel geführt. Dies wird durch das Zeichen d1 in diesem Beispiel angegeben.
Die übrigen Durchmesserverhältnisse, so beispielsweise zwischen den Federtellern 20,21
und des sie umgebenden Durchmessers 28 der Bohrung 13 sind ähnlich groß gewählt, so
daß es bei auftretendem Radialversatz zwischen dem Kolben 4 und dem Hauptkolben 2
nicht zu Klemmungen der Kolben 2 bzw. 4 in den zugehörigen Gehäusebohrungen kommen
kann.
[0011] Bei Auslenkung des Kolbens 4 in Richtung A wird der Federteller 21 samt Schraube
22 in Richtung des Freiraumes 29 des Hauptkolbens 2 gedrückt, wobei der Federteller
20 relativ zum Radialansatz 25 stationär verbleibt. Durch diese Bewegung wird ein
Ölstrom in Richtung des Hauptkolbens 2 gesteuert, wodurch der Hauptkolben 2 in Richtung
B bewegt wird.
[0012] Im umgekehrten Fall, d.h. wenn der Kolben 4 in Richtung B ausgelenkt wird, bleibt
der Federteller 21 in Anlage an der Stirnfläche 17 der Hülse 15 und zieht die Schraube
22 samt Federteller 20 in diese Richtung. Durch diese Bewegung wird ein Ölstrom in
Richtung des Hauptkolbens 2 gesteuert, wodurch dieser in Richtung A bewegt wird.
1. Elektro-hydraulische Stelleinheit, insbesondere zur Steuerung von Baumaschinen, mit
einem verschiebbaren Hauptkolben (2), der im Bereich mindestens einer seiner Stirnseiten
eine Steuerkammer aufweist, die durch ein einziges, mittels zweier Elektromagnete
betätigbares Steuermittel in Form eines Vorsteuerventils mit Druckmittel beaufschlagbar
bzw. entlastbar ist, das mit dem Hauptkolben (2) im wesentlichen in Reihe angeordnet
ist, sowie mindestens einem Weg-Kraft-Wandler (7), der in Wirkverbindung mit dem Hauptkolben
(2) und dem Kolben (4) des Vorsteuerventils steht, dadurch gekennzeichnet, daß der
Weg-Kraft-Wandler (7), in axialer Richtung gesehen, spielfrei und, in radialer Richtung
gesehen, querkraftfrei mit dem Hauptkolben (2) und dem Kolben (4) des Vorsteuerventils
verbunden ist.
2. Elektro-hydraulische Stelleinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Hauptkolben (2) im Bereich seines dem Kolben (4) des Vorsteuerventils zugewandten
Endes (12) mit einer Bohrung (13) versehen ist, die öffnungsseitig durch eine Hülse
(15) mit Durchgangsbohrung (16) verschließbar ist, daß der Kolben (4) des Vorsteuerventils
durch diese Durchgangsbohrung (16) hindurchragt, und daß der Weg-Kraft-Wandler (7)
mittels eines in der Bohrung (13) vorgesehenen Verbindungselementes (22) mit dem durch
die Durchgangsbohrung (16) hindurchragenden Bereich (18) des Kolbens (4) des Vorsteuerventils
verbindbar ist.
3. Elektro-hydraulische Stelleinheit nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der Weg-Kraft-Wandler (7) als Schraubenfeder ausgebildet ist, die das als Schraube
ausgebildete Verbindungselement (22) konzentrisch umgibt.
4. Elektro-hydraulische Stelleinheit nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schraubenfeder (7) axial zwischen Federtellern (20,21) gehalten ist, wobei
einer der Federteller (21) am Radialschenkel (17) der Hülse (15) und der andere (20)
an einem Radialansatz (25) im Bereich der Bohrung (13) anliegt.
5. Elektro-hydraulische Stelleinheit nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß radial zwischen dem Schraubenschaft (23) und der Schraubenfeder (7) ein Distanzrohr
(24) vorgesehen ist.
6. Elektro-hydraulische Stelleinheit nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß axial zwischen Schraubenkopf (22) und dem diesem zugewandten Federteller (20)
eine Distanzscheibe (27) angeordnet ist.
7. Elektro-hydraulische Stelleinheit nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß der axiale Abstand (L1) zwischen dem Radialansatz (25) und der in die Durchgangsbohrung
(16) hineinragenden Stirnfläche (18) des Kolbens (4) des Vorsteuerventils kleiner
ist als die axiale Länge des Distanzrohres (24), und daß zum Ausgleich dieses Axialspieles
zwischen der Distanzscheibe (27) und dem zugehörigen Federteller (20) ein Längenausgleichselement,
insbesondere ein O-Ring (26), angeordnet ist.
8. Elektro-hydraulische Stelleinheit nach den Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß die Federteller (20,21) mit radialem Spiel gegenüber des sie umgebenden Durchmessers
(28) der Bohrung (13) vorgesehen sind.
9. Elektro-hydraulische Stelleinheit nach den Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß der Kolben (4) des Vorsteuerventils mit radialem Spiel innerhalb der Durchgangsbohrung
(16) der Hülse (15) geführt ist.