[0001] Die Erfindung betrifft einen Sicherheitsschalter mit einem Gehäuse, das mindestens
eine Gehäuseöffnung zum Einführen eines Betätigungsorgans aufweist und in der eine
Walze zur Betätigung eines im Gehäuse beweglichen Kontaktträgers drehbar angeordnet
ist, wobei die Walze gegen Drehung gesperrt und durch das Einführen des Betätigungsorgans
entsperrbar und drehbar ist.
[0002] Ein derartiger Sicherheitsschalter mit getrenntem Betätigungsorgan ist beispielsweise
aus den DE-C-3 100 862, 3 330 109 und 3 433 048 bekannt. Dieser ist ohne großen Aufwand
und ohne zusätzliche mechanischen Bauteile direkt an einer Schutzeinrichtung, etwa
einer Schutztür oder einer Maschine anbringbar. Das Betätigungsorgan kann hierbei
auch genügend kompliziert so gestaltet werden, daß es mit einfachen Mitteln nicht
kopierbar ist, so daß ein Überlisten des Sicherheitsschalters mit Gegenständen des
täglichen Gebrauchs (Schraubendrehern, Flaschenöffnern etc.) oder einfach gebogenen
Werkzeugen (Büroklammern) nicht möglich ist. Jedoch sind die vom Schalterhersteller
gelieferten Betätigungsorgane unter sich alle identisch, so daß man beispielsweise
mit einem Ersatzbetätiger trotz offener Schutztür den Schalter betätigen kann.
[0003] Es wurde versucht, dieses Problem dadurch zu lösen, daß durch eine interne Feder
ein lose eingestecktes Betätigungsorgan wieder herausgedrückt wird oder das Betätigungsorgan
mehrere Teile umfaßt, die für sich allein den Schalter nicht betätigen können und
erst gemeinsam montiert werden müssen, um ihre Funktion zu erfüllen. Im ersteren Fall
läßt sich zumindest der Schalter durch eine zweite Person betätigen, im zweiten Fall
lassen sich Teile auch auf einem kleinen Brett o.dgl. montieren, so daß wieder ein
Ersatzschlüssel vorliegt.
[0004] Die ferner bekannte Verwendung eines individuell elektronisch kodierten Betätigungsorgans
im Zusammenhang mit einem mit einem integrierten Lesekopf ausgerüsteten Sicherheitsschalter,
dem ein Auswertegerät zugeordnet ist, führt zu erheblich vergrößerten Baugrößen von
Schalter und Betätigungsorgan, Problemen bezüglich der Unterbringung des Auswertegeräts,
zusätzlichem Montageaufwand und Kosten und Störanfälligkeit.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Sicherheitsschalter der eingangs genannten Art
zu schaffen, der ohne großen Aufwand individuell mechanisch kodiert ist.
[0006] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die Walze mehrere, unabhängig voneinander
um eine Achse drehbar gelagerte Scheiben umfaßt, die alle mit einer steuerkurvenartigen
Ausnehmung versehen sind, durch die ein zur Achse parallel verlaufender, mit dem Kontaktträger
verbundener Stift geführt ist, wobei die Scheiben unterschiedliche, der mindestens
einen Gehäuseöffnung zugewandte Radialausnehmungen zum Eingriff mit entsprechenden
Betätigungsabschnitten des Betätigungsorgangs aufweisen.
[0007] Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind der nachfolgenden Beschreibung und den
Unteransprüchen zu entnehmen.
[0008] Die Erfindung wird nachstehend anhand eines in den beigefügten Abbildungen dargestellten
Ausführungsbeispiels näher erläutert.
[0009] Fig. 1 zeigt perspektivisch und ausschnittweise einen Sicherheitsschalter mit seinem
Betätigungsorgan.
[0010] Fig. 2 zeigt ausschnittweise einen Längsschnitt durch den Sicherheitsschalter von
Fig. 1.
[0011] Fig. 3 zeigt einen gegenüber Fig. 2 um 90° gedrehten Schnitt des Sicherheitsschalters
von Fig. 1.
[0012] Der dargestellte Sicherheitsschalter umfaßt ein Gehäuse 1, das durch Zwischenwände
2 in eine Kontaktkammer 3, eine Abdichtkammer 4 und eine Walzenkammer 5 unterteilt
ist. In der Kontaktkammer 3 sind fest montierte Anschlußkontakte 6 angeordnet, während
in die Kontaktkammer 3 ein einen Stößel 7 und eine Kontaktbrücke 8 umfassender Kontakträger
9 hineinragt. Der Stößel 7 wird durch Öffnungen in den Zwischenwänden 2 gerade geführt
und ist durch eine sich im Gehäuse 1 abstützende Feder 10 in seine Ausgangsposition
vorgespannt. Die Kontaktbrücke 8 ist gegenüber dem Stößel 7 in dessen Axialrichtung
um einen vorbestimmten Hub gegen eine Federvorspannung 11 verschieblich. Ein Dichtungsbalg
12, der an einem Führungsfortsatz 13 der die Kontaktkammer 3 und die Abdichtkammer
4 trennenden Zwischenwand 2 befestigt ist, ist ferner an dem Stößel 7 befestigt, so
daß die Kontaktkammer 3 gegen das Eindringen von Feuchtigkeit gesichert ist.
[0013] Der Stößel 7 trägt an seinem in die Walzenkammer 5 ragenden Ende eine bügelartige
Halterung 14 für einen sich quer zur Längsachse des Stößels 7 erstreckenden Stift
15. Der Stift 15 ist an beiden Enden in einer sich in Bewegungsrichtung des Stößels
7 erstreckenden Führung 16 im Innern des Gehäuses 1 geführt. Die bügelartige Halterung
14 kann an den Innenseiten des Gehäuse 1 geführt sein.
[0014] In der Walzenkammer 5 ist eine Achse 17 parallel zur Längsrichtung des Stiftes 15
angeordnet, auf der eine Reihe von Scheiben 18 unabhängig voneinander drehbar angeordnet
ist.
[0015] Jede Scheibe 18 ist mit einer steuerkurvenartigen Ausnehmung 18 für den Stift 15
versehen, wobei die steuerkurvenartigen Ausnehmungen 19 zweckmäßigerweise jeweils
zwei einen Hub des Kontaktträgers 9 bewirkende, symmetrisch zueinander angeordnete
Kurvenzweige aufweisen, so daß eine genügende Drehung der eine Walze bildenden Scheiben
18 sowohl in der einen wie auch in der anderen Drehrichtung einen entsprechenden Hub
des Kontaktträgers 9 zur Betätigung des Sicherheitsschalters bewirkt. Hierzu ist beispielsweise
eine Gestalt der Ausnehmungen 19 in Form einer sehr flachen "3" oder eines steilen,
geschwungenen "V" (beispielsweise entsprechend den Steuernuten in der DE-PS 31 00
862, Abb. 1 und 5 mit den korrespondierenden Wirkungen bezüglich des Schaltvorgangs)
zweckmäßig. In der Ausgangsposition befindet sich der Stift 15 in der Mitte der symmetrischen
Ausnehmungen 19.
[0016] Zur Betätigung des Kontaktträgers 9 über den Hub des Stiftes 15, der durch das Verdrehen
der Scheiben 18 und damit der steuerkurvenartigen Ausnehmungen 19 bewirkt wird, sind
die Scheiben 18 jeweils mit einer Radialausnehmung 20 versehen. Die Radialausnehmungen
20 sind in Richtung der Achse 16 und auf eine vorzugsweise schlitzartige GehäuseÖffnung
21 ausgerichtet, wobei durch die Gehäuseöffnung 21 ein Betätigungsorgan 22 einschiebbar
ist.
[0017] Beim dargestellten Ausführungsbeispiel sind vier Gehäuseöffnungen 21 zum Einführen
des Betätigungsorgans 22 vorgesehen, von denen zwei stirnseitig und zwei dazu senkrecht
verlaufend seitlich derart angeordnet sind, daß das seitlich oder benachbart stirnseitig
eingeführte Betätigungsorgan 22 auf dieselben Radialausnehmungen 20 trifft, die hierzu
eintrittsseitig zu einem Einführmaul erweitert sind, und in diese, wenn es sich um
das passende Betätigungsorgan 22 handelt, einführbar ist. In diesem Fall besitzt jede
Scheibe 18 zwei umfangsmäßig zueinander um 90° versetzt angeordnete Radialausnehmungen
20.
[0018] Die Walze wird hier aus einer Kombination von Scheiben 18 aus einer bestimmten Anzahl
von Scheibentypen mit unterschiedlich geformten Radialausnehmungen 20 und gegebenenfalls
Scheibenstärken gebildet. Die Radialausnehmungen 20 wirken beim Einschieben des Betätigungsorgans
22 mit korrespondierenden Betätigungsabschnitten 23 des Betätigungsorgangs 22 (breitere
Radialausnehmungen 20 mit entsprechend breiten Betätigungsabschnitten 23, schmälere
mit entsprechend schmalen Betätigungsabschnitten 23) zusammen, so daß die Scheiben
18 insgesamt entsprechend der Einschubrichtung des Betätigungsorgans 22 gedreht und
damit der Kontakträger 9 zur Betätigung des Sicherheitsschalters verschoben wird.
[0019] Wenn ein Betätigungsorgan 22 verwendet wird, dessen Betätigungsabschnitte 23 nicht
mit den Radialausnehmungen 20 der entsprechenden Scheiben 18 korrespondieren, resultiert
ein Verdrehen der Scheiben 18 gegeneinander und damit ein Blockieren des Stiftes 15
in den steuerkurvenartigen Ausnehmungen 19, so daß der Sicherheitsschalter nicht betätigbar
ist. Entsprechendes würde auch passieren, wenn eine Betätigung mittels eines einfachen
Werkzeugs versucht würde. Auch dieses würde gegen eine vorstehende Scheibe 18 treffen
und diese gegenüber wenigstens einer anderen verdrehen, so daß der Stift 15 verklemmt.
[0020] Somit läßt sich der Sicherheitsschalter nur mit einem ganz bestimmten Betätigungsorgan
22 betätigen. Wenn man mit sechs Scheiben 18 ausgewählt aus fünf verschiedenen Scheibenformen
arbeitet, erhält man 5
6 = 15625 unterschiedliche Kombinationsmöglichkeiten, bei acht Scheiben 18 sind es
bereits 390625 Kombinationsmöglichkeiten, so daß man einen Mißbrauch durch ein Ersatzbetätigungsorgan
wirksam unterbinden kann.
[0021] Durch diese Art der individuellen Kodierung des Sicherheitsschalters werden die Baugröße
sowie der Konstruktions- und Montageaufwand praktisch nicht beeinträchtigt und die
bisherigen Vorteile wie die Betätigung aus mehreren Richtungen können erhalten bleiben.
[0022] Damit die Drehung einer Scheibe 18 nicht über Reibschluß die Drehung einer oder mehrerer
benachbarter Scheiben 18 bewirkt, können die Scheiben 18 mit Abstand zueinander auf
der Achse 17 angeordnet sein. Sie können als ganzes Paket axial verschiebbar auf der
Achse 17 angeordnet sein. Es ist dann zweckmäßig, seitlich am Betätigungsorgan 22
vorstehende Keilflächen 24 vorzusehen, die das Schaltscheibenpaket in die richtige
Lage verschieben, so daß anschließend die Betätigungsabschnitte 23 auf die korrespondierenden
Radialausnehmungen 20 treffen. Dadurch kann die seitliche Toleranz für das Einführen
des Betätigungsorgans 22 erheblich vergrößert werden.
[0023] Gegebenenfalls können die Scheiben 18 auch in zwei oder mehr Gruppen aufgeteilt sein,
die durch gegenüber dem Gehäuse 1 unbewegliche Walzenabschnitte oder Zwischenwände
im Gehäuse 1 voneinander getrennt sind und eine entsprechende Ausbildung des Betätigungsorgans
22 erfordern.
1. Sicherheitsschalter mit einem Gehäuse (1), das mindestens eine Gehäuseöffnung (21)
zum Einführen eines Betätigungsorgans (22) aufweist und in der eine Walze zur Betätigung
eines im Gehäuse (1) beweglichen Kontaktträgers (9) drehbar angeordnet ist, wobei
die Walze gegen Drehung gesperrt und durch das Einführen des Betätigungsorgans (22)
entsperrbar und drehbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Walze mehrere, unabhängig voneinander um eine Achse (17) drehbar gelagerte
Scheiben (18) umfaßt, die alle mit einer steuerkurvenartigen Ausnehmung (19) versehen
sind, durch die ein zur Achse (17) parallel verlaufender, mit dem Kontaktträger (9)
verbundener Stift (15) geführt ist, wobei die Scheiben (18) unterschiedliche, der
mindestens einen Gehäuseöffnung (21) zugewandte Radialausnehmungen (20) zum Eingriff
mit entsprechenden Betätigungsabschnitten (23) des Betätigungsorgangs (22) aufweisen.
2. Sicherheitsschalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Scheiben (18)
axial verschiebbar auf der Achse (17) angeordnet sind und das Betätigungsorgan (22)
Keilflächen (24) zum Verschieben der Scheiben (18) aufweist.
3. Sicherheitsschalter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Stift
(15) in Bewegungsrichtung des Kontaktträgers (9) im Gehäuse (1) geführt ist.
4. Sicherheitsschalter nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
der Kontaktträger (9) eine bügelartige Halterung (14) für den Stift (15) aufweist.
5. Sicherheitsschalter nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
die Walze aus einer Kombination einer bestimmten Anzahl von Scheiben (18) aus einer
bestimmten Anzahl von Scheibentypen mit unterschiedlich geformten Radialausnehmungen
(20) und gegebenenfalls Scheibenstärken gebildet wird.
6. Sicherheitsschalter nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
die steuerkurvenartige Ausnehmungen (19) jeweils zwei einen Hub des Kontaktträgers
(9) bewirkende, symmetrisch zueinander angeordnete Kurvenzweige aufweisen.
7. Sicherheitsschalter nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß
die Radialausnehmungen (20) jeweils mit einer Erweiterung ihres Eintrittsbereichs
zur Einschiebbarkeit des Betätigungsorgans (22) aus zwei zueinander senkrechten Richtungen
durch entsprechende Gehäuseöffnungen (21) versehen sind.