| (19) |
 |
|
(11) |
EP 0 609 818 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
21.02.1996 Patentblatt 1996/08 |
| (22) |
Anmeldetag: 01.02.1994 |
|
|
| (54) |
Verfahren zum Ausfugen von Pflastersteinanordnungen
Process for filling joints of paving element arrangement
Procédé de remplissage des joints dans des arrangements de pavés
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
AT DE FR IT |
| (30) |
Priorität: |
03.02.1993 CH 328/93
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
10.08.1994 Patentblatt 1994/32 |
| (73) |
Patentinhaber: AMMANN & CODURI AG
NATURSTEIN-PFLÄSTERUNGEN |
|
CH-8863 Buttikon (CH) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- Ammann, Lukas
CH-8854 Galgenen (CH)
- Coduri, Livio
CH-8863 Buttikon (CH)
|
| (74) |
Vertreter: Troesch Scheidegger Werner AG |
|
Patentanwälte,
Siewerdtstrasse 95,
Postfach CH-8050 Zürich CH-8050 Zürich (CH) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
DE-A- 1 658 525 DE-A- 3 616 398 US-A- 1 347 654
|
DE-A- 2 929 935 FR-A- 2 391 337 US-A- 4 108 813
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Ausfugen von Pflastersteinanordnungen,
deren Fugen in einem ersten Schritt teilweise mit herkömmlichem Mörtel gefüllt worden
sind und danach nachgestossen wurden. Unter Pflastersteinanordnungen werden Bodenpflasterungen
verstanden, welche beispielsweise aus Natur-Pflastersteinen, Betonsteinen oder Platten
aufgebaut werden, deren Fugen mit Fugenmaterial ausgefüllt werden.
[0002] Herkömmlicherweise erfolgt das Ausfugen von Pflastersteinanordnungen in drei Schritten.
Zuerst werden die Fugen teilweise, üblicherweise ca. bis zur halben Höhe, mit einem
Mörtel ausgefüllt. Danach werden die Pflastersteine mit einer Stossmaschine nachgestossen
und dabei gleichzeitig der Mörtel verhältnismässig stark durchgerüttelt. Anschliessend
werden die Fugen mit demselben Mörtel vollständig ausgefüllt. Die Reinigung der Flächenpflästerung
erfolgt anschliessend durch Aufbringen von Sägemehl oder ähnlichen Mitteln und dem
nachfolgenden Wegwischen dieser Mittel. Die derart hergestellten Fugen werden verhältnismässig
schnell rissig und es werden ganze Teile davon abgetragen. Dies ist auf eine Entmischung
des herkömmlich verwendeten Mörtels insbesondere während des Nachstossens zurückzuführen,
der Körner mit Grössen unter 1 mm enthält, sowie auch auf das Reinigungsmittel, üblicherweise
Sägemehl oder ähnliche Mittel, welches die oberste Fugenschicht nachteilig beeinflusst.
[0003] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung bestand nun darin, ein Verfahren zum Ausfugen
von Pflastersteinanordnungen bereitzustellen, welches die oben geschilderten Nachteile
vermeidet, eine längere Lebensdauer der Fugen erzielt und optisch vorteilhafte Fugen
erzeugt.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass die Fugen mittels eines
Fugenmörtels, welcher vornehmlich Körner mit einem Durchmesser von 1 bis 4 mm aufweist,
vollständig aufgefüllt werden, und anschliessend mittels eines Vibrators, welcher
über die Pflastersteinanordnung gefahren wird, der Fugenmörtel abgerüttelt wird. Der
verwendete Fugenmörtel weist eine optimale Konsistenz für das Einbringen in die Fugen
auf, indem er sehr leicht fliesst und es zu keiner Entmischung oder Absetzung der
Zuschlagstoffe kommt, da keine Körner mit einem Durchmesser unter 1 mm verwendet werden.
Durch das nachfolgende Abrütteln wird eine optimale Verdichtung der Fugen erreicht,
indem überschüssiges Wasser und Lufteinschlüsse entweichen können, ohne dass die Pflastersteine
weiter nachgestossen werden.
[0005] Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass ein Quarzsandfugenmörtel
verwendet wird, welcher wenigstens einen Anteil von 85% von Quarzkörnern mit einem
Durchmesser von 1 bis 4 mm und den Rest normales Korn mit einem Durchmesser von bis
zu 4mm aufweist. Diese Zusammensetzung hat sich als besonders geeignet zum Ausfugen
erwiesen. Bevorzugterweise werden vornehmlich Quarzkörner mit annähernd kugelförmiger
Form verwendet.
[0006] Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass die Fugen unmittelbar
nach dem Abrütteln mittels einem nassem, porösen und saugfähigen Material, vorzugsweise
einem Schwamm, gereinigt werden. Damit wird vermieden, dass Sägemehl oder ähnliche
Reinigungsmittel in die Oberfläche der Fuge gelangen können. Ebenfalls wird damit
eine optisch schön ausgestrichene Fuge erreicht.
[0007] Nochmals eine weitere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass auch
beim ersten, teilweisen Füllen der Fugen ein Fugenmörtel vornehmlich mit Körnern mit
einem Durchmesser von 1 bis 4 mm verwendet wird. Damit können Pflastersteinböden mit
einem einzigen Fugenmittel erstellt werden, welches die erwähnten, besonders guten
Eigenschaften aufweist. Insbesondere weisen die Fugen eine besonders gute Frost- und
Tausalzbeständigkeit auf, ohne dass dafür spezielle chemische Zusätze beigemischt
werden müssen.
[0008] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachstehend anhand von Zeichnungen noch
näher erläutert. Es zeigen
Fig. 1 den Querschnitt durch eine Pflastersteinanordnung mit teilweise gefüllten Fugen;
Fig. 2 den Querschnitt von Fig. 1 mit vollständig ausgefüllten Fugen;
Fig. 3 den Querschnitt von Fig. 2 während dem Reinigen der Fugen mit einer Schwamm-vorrichtung.
[0009] Auf einem geebneten Kies- oder Sanduntergrund 1 werden Pflastersteine 2, hier beispielsweise
Naturpflastersteine, zur Erstellung einer Flächenpflasterung dicht nebeneinander angeordnet,
wie aus Figur 1 ersichtlich ist. Zwischen den einzelnen Pflastersteinen 2 ist jeweils
eine Fuge 3 vorhanden. Diese Fugen 3 müssen zur Fixierung der Pflasterstein 2 mit
einem geeigneten Mittel ausgefüllt werden. Herkömmlicherweise wird dazu ein Mörtel
4 verwendet. Davon wird zuerst soviel in die Fugen 3 eingebracht, dass diese ca. zur
Hälfte mit dem Mörtel 4 gefüllt sind. Vorzugsweise kann hierfür bereits ein Quarzsandfugenmörtel
mit Quarzkörnern mit einem Durchmesser von 1 bis 4 mm verwendet werden. Anschliessend
werden die Pflastersteine mit einer herkömmlichen Pflasterramme 5 nachgestossen, damit
die Oberflächen der einzelnen Pflastersteine auf eine Ebene zu liegen kommen, d.h.
damit die Flächenpflasterung eben wird. Dabei wird auch gleichzeitig der Fugenmörtel
stark durchgerüttelt.
[0010] Anschliessend müssen die Fugen noch vollständig ausgefüllt werden. Hierzu wird vorzugsweise
ein Quarzsandfugenmörtel 6 verwendet, welcher Quarzkörner mit einem Durchmesser von
1 bis 4 mm aufweist, wie in Figur 2 dargestellt. Dieser Fugenmörtel weist die Eigenschaften
auf, dass er sehr leicht fliesst und damit die Fugen optimal ausfüllt und dass er
sich auch unter Vibrationen nicht entmischt. Herkömmliche Fugenmörtel, welche auch
einen nicht unbeträchtlichen Anteil an Korngrössen unter 1 mm aufweisen, entmischen
sich unter Vibrationen, was dazu führt, dass die kleineren und leichteren Bestandteile
nach oben wandern und die schwereren Bestandteile nach unten. Damit wird eine inhomogene
Fuge geschaffen, welche nicht sehr lange haltbar ist und leicht beschädigt werden
kann. Der Quarzsandfugenmörtel hingegen erlaubt die Herstellung von Fugen mit einer
homogenen Kornverteilung, wodurch sie eine grössere Beständigkeit aufweisen und robuster
gegen äussere Einwirkungen sind.
[0011] Der Quarzsandfugenmörtel wird anschliessend mittels eines Vibrators 7, welcher beispielsweise
die Vibrationen mittels Gummileisten 7' auf die Pflastersteine 2 und damit in den
Mörtel überträgt, leicht durchgerüttelt. Die Stärke der Vibrationen sind derart bemessen,
dass die Pflastersteine 2 nicht mehr nachgestossen werden, dass aber aus dem Fugenmörtel
überschüssige Flüssigkeit, in der Regel Wasser, und Lufteinschlüsse entweichen können.
[0012] Anschliessend werden die Fugen vorzugsweise mit einer Schwammvorrichtung 8 gereinigt,
wie in Figur 3 schematisch dargestellt. Diese Vorrichtung weist beispielsweise ein
umlaufendes Schwammband 9 auf, welches in einem Gefäss 10 mittels Wasser gereinigt
wird. Durch dieses Schwammband 9 wird der Pflastersteinboden von Fugemmörtelresten
gereinigt, und die Fugen werden zusätzlich an ihrer nach oben weisenden Fläche ausgestrichen.
Dies führt u.a. zu optisch sehr ansprechenden Fugen.
[0013] Durch das erfindungsgemässe Verfahren werden Fugen in Pflastersteinanordnungen von
hoher Qualität in bezug auf Beständigkeit, Festigkeit und Aussehen erzielt.
[0014] Es lassen sich damit selbstverständlich auch Fugen von plattenförmigen Steinen resp.
Kunstplatten erstellen.
1. Verfahren zum Ausfugen von Pflastersteinanordnungen, deren Fugen in einem ersten Schritt
teilweise mit herkömmlichem Mörtel gefüllt worden sind und danach nachgestossen wurden,
dadurch gekennzeichnet, dass die Fugen mittels eines Fugenmörtels, welcher vornehmlich
Körner mit einem Durchmesser von 1 bis 4 mm aufweist, vollständig aufgefüllt werden,
und anschliessend mittels eines Vibrators, welcher über die Pflastersteinanordnung
gefahren wird, der Fugenmörtel abgerüttelt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Quarzsandfugenmörtel verwendet
wird, welcher wenigstens eine Anteil von 85% von Quarzkörnern mit einem Durchmesser
von 1 bis 4 mm und den Rest normales Korn mit einem Durchmesser von bis zu 4mm aufweist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass vornehmlich Quarzkörner
mit annähernd kugelförmiger Form verwendet werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Fugen
unmittelbar nach dem Abrütteln mittels einem nassem, porösen und saugfähigen Material,
vorzugsweise einem Schwamm, gereinigt werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass auch beim
ersten, teilweisen Füllen der Fugen ein Fugenmörtel vornehmlich mit Körnern mit einem
Durchmesser von 1 bis 4 mm verwendet wird.
1. Method for filling joints of paving stone arrangements, the joints of which have been
partially filled in a first step with ordinary mortar and thereafter pushed together,
characterized in that, the joints are completely filled up by a joint mortar, which
preferably comprises grains with a diameter ranging from 1 to 4 mm, and finally the
joint mortar is shaken in by a vibrator which is driven over the paving stone layout.
2. Method according to claim 1, characterized in that a quartz sand joint mortar is used,
which comprises at least an 85% part of quartz grains with a diameter ranging from
1 to 4 mm and the rest of normal grains with a diameter up to 4 mm.
3. Method according to claim 1 or 2, characterized in that approximately spherical quartz
grains are preferably used.
4. Method according to any of claims 1 to 3, characterized in that the joints are cleaned
immediately after the shaking operation with a wet, porous and absorbant material,
preferably a sponge.
5. Method according to any of claims 1 to 4, characterized in that also for the first,
partial filling of the joints, a joint mortar preferably with grains with a diameter
ranging from 1 to 4 mm is used.
1. Procédé pour le remplissage d'arrangements de pavés, dont on a remplis partiellement
les joints dans une première étape de mortier ordinaire et que l'on a ensuite pressés
ensemble, caractérisé en ce que l'on achève le remplissage des joints au moyen d'un
mortier de jointoyage, qui comprend de préférence des grains ayant un diamètre compris
entre 1 et 4 mm, et finalement on vibre le mortier de jointoyage au moyen d'un vibrateur
que l'on conduit par dessus l'arrangement de pavés.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'on utilise un mortier de
jointoyage à base de sable de quartz, qui comprend au moins une partie de 85% de grains
de quartz ayant un diamètre compris entre 1 et 4 mm, et le reste de grains normaux
de diamètre jusqu'à 4 mm.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que l'on utilise de préférence
des grains de quartz approximativement sphériques.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que l'on
nettoie immédiatement les joints après le vibrage avec un matériau mouillé, poreux
et absorbant, de préférence une éponge.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que l'on
utilise également pour le premier remplissage partiel un mortier de jointoyage de
préférence avec des grains ayant un diamètre compris entre 1 et 4 mm.
