[0001] Die Erfindung betrifft einen Schraubendrehereinsatz gemäß Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Schraubendrehereinsätze der hier angesprochnen Art werden in Verbindung mit eine
Antriebseinrichtung aufweisenden Werkzeugen verwendet, wobei der Antriebsbereich des
Schraubendrehereinsatzes in eine geeignete Aufnahme des Werkzeugs, beispielsweise
in ein Maschinenfutter, einsteckbar ist. Für verschiedene Anwendungsbereiche können
unterschiedliche Schraubwerkzeugeinsätze verwendet werden. Einsätze der hier angesprochenen
Art zeichnen sich durch eine tordierbare Zone aus, die dazu dient, bei der Verwendung
des Schraubwerkzeugeinsatzes auftretende Drehmomentspitzen elastisch federnd abzufangen.
Das heißt, bei einem plötzlichen Anstieg des Antriebsmoments oder bei einem mehr oder
weniger abrupten Abbremsen der Schraube auftretende Drehmomentspitzen werden durch
eine entsprechend starke Torsion der tordierbaren Zone abgefangen, so daß einerseits
Beschädigungen der Schraube vermieden werden, so daß diese problemlos später herausgeschraubt
werden kann. Andererseits werden Schäden im Abtriebsbereich, beziehungsweise am Wirkstelleneingriff
des Schraubendreheinsatzes vermieden. Schließlich reduzieren sich aufgrund der elastischen
Torsion nachteilige Wirkungen auf die Antriebseinrichtung beziehungsweise die Verbindung
zwischen dieser und dem Antriebsbereich des Werkzeugeinsatzes.
[0003] Es sind Schraubendrehereinsätze bekannt (DE-OS 22 31 949) bei denen die tordierbare
Zone als Sollbruchstelle ausgelegt ist, die bei Erreichen eines vorgebbaren Soll-Drehmoments
abgeschert wird. Derartige Einsätze sind lediglich als Einwegartikel ausgelegt und
nicht universell einsetzbar. Bei einem weiteren bekannten Schraubendrehereinsatz (DE
39 07 567 C2) sollen die oben beschriebenen Nachteile dadurch vermieden werden, daß
zwischen Abtriebs- und Antriebsbereich eines Schraubendreheinsatzes ein Torsionsabschnitt
vorgesehen ist, der bei Drehmomentbelastung elastisch tordierbar ist und damit als
Dämpfungselement wirkt. Bei Verwendung dieses Einsatzes auftretende Drehmomentspitzen
führen zu keiner Verformung des Abtriebsbereichs, sondern bewirken eine elastische
Verdrillung beziehungsweise Torsion. Bei diesem bekannten Schraubendrehereinsatz zeichnet
sich der Torsionsabschnitt durch einen über dessen gesamte Länge konstanten kreisförmigen
Querschnitt aus. Das Verhältnis von Durchmesser zu Länge des Torsionsabschnitts ist
speziell definiert und liegt zwischen 0,2 und 0,5.
[0004] Der Abtriebsbereich dieses bekannten Schraubendrehereinsatzes ist für den Eingriff
in eine Schraube speziell ausgebildet. Beispielsweise sind am Ende des Werkzeugeinsatzes
kreuzförmig angeordnete Rippen vorgesehen, die in Eingriff mit einer Kreuzschlitzschraube
treten. Aufgrund dieser Rippen ergibt sich im Abtriebsbereich eine wesentlich höhere
Torsionsfestigkeit als im Bereich der tordierbaren Zone. Dies gilt auch für einen
sich an den Abtriebsbereich anschließenden Übergangsbereich, in dem die im Abtriebsbereich
vorgesehenen Rippen auslaufen. Drehmomentspitzen bewirken daher ausschließlich eine
Torsion der tordierbaren Zone mit kreisförmigen Querschnitt, während die Übergangszone
praktisch unverformt bleibt. Die Länge der Übergangszone hängt von den Dimensionen
des Schraubendreheinsatzes ab, dessen axiale Abmessung durch Normen festgelegt ist.
Die axiale Länge der Übergangszone wird um so größer, je kleiner der das Torsionsverhalten
beeinflussende Durchmesser des kreisförmigen Querschnitts des Torsionsabschnitts ist.
Es ist bekannt, daß der für das Torsionsverhalten charakteristische elastische Rückstellwinkel
des Schraubendrehereinsatzes proportional zur Länge des Torsionsabschnitts und umgekehrt
proportional zu dem polaren Trägheitsmoment ist. Letztes hängt von der vierten Potenz
des Durchmessers des Torsionsbereichs ab. Aufgrund dieser Zusammenhänge ergibt sich,
daß ein günstiges Torsionsverhalten des Schraubendrehereinsatzes nur bedingt einstellbar
ist. Um einen größeren elastischen Rückstellwinkel zu erreichen, muß der Durchmesser
des Torsionsabschnitts verkleinert werden, wodurch, wie oben dargestellt, sich die
an den Abtriebsbereich anschließende Übergangszone vergrößert, das heißt, eine größere
axiale Ausdehnung erfährt. Dadurch verkürzt sich jedoch der Torsionsanschnitt. Um
bei diesem bekannten Schraubendrehereinsatz die elastische Aufnahme höherer Drehmomente
zu ermöglichen, muß also der Durchmesser des Torsionsabschnitts verkleinert werden.
Dies erhöht die Gefahr, daß der Schraubendrehereinsatz schließlich nicht mehr die
notwendige Abscherfestigkeit gegen Drehmomentspitzen aufweist. Der maximal erreichbare
Rückstellwinkel des Werkzeugeinsatzes kann daher nur in einem engen Rahmen variiert
werden.
[0005] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, einen Schraubendrehereinsatz zu schaffen, der
bei einer hohen Abscherfestigkeit gegen Drehmomentspitzen ein in einem weiten Bereich
einstellbares Torsionsverhalten zeigt.
[0006] Diese Aufgabe wird bei einem Schraubendrehereinsatz der eingangs genannten Art mit
Hilfe der in Anspruch 1 aufgeführten Merkmale gelöst. Dadurch, daß der zwischen Abtriebsbereich
und Antriebsbereich des Schraubendrehereinsatzes liegende Zwischenbereich als Torsionsbereich
ausgebildet ist, dessen Profil sich praktisch über die gesamte Länge ändert, kann
das Torsionsverhalten des Schraubendreheinsatzes auch bei einer aufgrund von DIN-Normen
festgelegten Länge in einem weiten Rahmen verändert werden. Durch das variable Profil
des Torsionsbereichs und des sich daraufhin ändernden polaren Trägheitsmoments kann
die elastische Verdrillung beziehungsweise Torsion des Schraubendrehereinsatzes zwischen
dem mit einer Schraube in Eingriff stehenden Abtriebsbereich und dem mit einer Antriebseinrichtung
einer Werkzeugmaschine zusammenwirkenden Antriebsbereich eingestellt werden.
[0007] Bevorzugt wird eine Ausführungsform des Schraubendrehereinsatzes, bei dem sich der
maximale Durchmesser des Profils des Torsionsbereichs ausgehend vom Abtriebsbereich
bis zu einem Scheitel vergrößert und anschließend in Richtung auf den Abtriebsbereich
abnimmt. In der Nähe zur Schraube ergibt sich dadurch eine hohe Festigkeit des Schraubendrehereinsatzes,
so daß Beschädigungen des Abtriebbereichs auch bei Drehmomentspitzen sicher vermieden
werden. An diesen relativ drehstarren Bereich schließt sich dann ein Abschnitt des
Torsionsbereichs an, dessen Tordierbarkeit mit abnehmendem maximalem Durchmesser mehr
und mehr zunimmt. Das Torsionsverhalten des Schraubendrehereinsatzes kann unmittelbar
durch die Wahl des Profils beeinflußt werden, so daß die gewünschten Dämpfungseigenschaften
und ein vorgegebener Rückstellwinkel vorgebbar sind.
[0008] Bevorzugt wird weiterhin eine Ausführungsform des Schraubendrehereinsatzes, der sich
dadurch auszeichnet, daß sich der maximale Durchmesser des Torsionsbereichs stetig
ändert. Auf diese Weise lassen sich die bei Drehmomentspitzen auftretenden Belastungen
des Schraubendrehereinsatzes über dessen Länge so verteilen, daß ein Abscheren mit
hoher Sicherheit vermieden werden kann.
[0009] Bevorzugt wird weiterhin eine Ausführungsform des Schraubendrehereinsatzes, die sich
dadurch auszeichnet, daß der Torsionsbereich durch Kaltverformung hergestellt ist.
Dadurch läßt sich einerseits eine sehr hohe Festigkeit des Werkzeugeinsatzes bei einer
optimalen Zähigkeit erreichen, so daß Schäden an dem Einsatz mit hoher Warscheinlichkeit
ausgeschlossen sind.
[0010] Insbesondere wird ein Ausführungsbeispiel des Schraubendrehereinsatzes bevorzugt,
der für die Verwendung im Zusammenhang mit Kreuzschlitzschrauben mit einer Profilierung
versehen ist, die kreuzförmig angeordnet Rippen umfaßt. Diese Profilierung wird ausgehend
von den Abtriebsbereich des Einsatzes in Richtung zu dessen Antriebsbereich fortgesetzt,
so daß der sich an den Abtriebsbereich anschließende Torsionsbereich des Einsatzes
mit einer identischen Profilierung wie im Abtriebsbereich versehen ist. Ein derartig
ausgestalteter Schraubendrehereinsatz ist daher relativ einfach herstellbar.
[0011] Weitere Ausgestaltungen des Einsatzes ergeben sich aus den übrigen Unteransprüchen.
[0012] Die Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine Seitenansicht eines Schraubendrehereinsatzes und
- Figur 2
- einen Querschnitt durch den Schraubendrehereinsatz.
[0013] Die Ausgestaltung des Schraubendrehereinsatzes ist grundsätzlich frei wählbar, insbesondere
kann der Abtriebsbereich an verschiedene Schraubentypen angepaßt werden. Im nachfolgenden
wird der Schraubendrehereinsatz lediglich beispielhaft anhand eines Einsatzes erläutert,
der für Kreuzschlitzschrauben speziell ausgebildet ist.
[0014] Figur 1 zeigt einen Schraubendrehereinsatz 1, dessen eines als Abtriebsbereich 3
bezeichnetes Ende mit einer Schraube, hier mit einer Kreuzschlitzschraube, in Eingriff
bringbar ist. Sein gegenüberliegendes als Antriebsbereich 5 bezeichnetes Ende ist
einer hier nicht dargestellten Antriebseinrichtung einer Schraubenmaschine zugeordnet
und entsprechend der für Schraubendrehereinsätze der hier beschriebenen Art geltenden
DIN-Norm als Außensechskant ausgebildet. Im vorderen Abschnitt des Antriebsbereichs
5 sind übliche Kerben 7 vorgesehen, die der Befestigung des Schraubendrehereinsatzes
1 in der Antriebseinrichtung beziehungsweise in einer Werkzeugaufnahme dienen.
[0015] Der Antriebsbereich 5 geht über eine hier konisch ausgebildete Stufe 9 in einen Zwischenbereich
über, der als Torsionsbereich 11 des Schraubendrehereinsatzes 1 dient.
[0016] Der Abtriebsbereich 3 des Schraubendrehereinsatzes 1 ist mit einer Profilierung versehen,
deren Form an die dem Schraubendrehereinsatz zugeordnete Schraube angepaßt ist. Hier
sind vier kreuzförmig angeordnete Rippen 13 vorgesehen, die im Abtriebsbereich, beziehungsweise
im Eingriffsbereich mit der Schraube entsprechend der zugehörigen DIN-Norm ausgebildet
und angeordnet sind.
[0017] Aus Figur 1 ist ersichtlich, daß sich hier die im Abtriebsbereich 3 vorgesehene Profilierung
bis über praktisch die gesamte axiale Ausdehnung des Torsionsbereichs 11 erstreckt.
Das heißt, auch der Torsionsbereich des Schraubendrehereinsatzes 1 ist bis in die
unmittelbare Nähe der Stufe 9 profiliert.
[0018] Dadurch, daß die Profilierung vom Abtriebsbereich 3 bis in den Torsionsbereich 11
fortgesetzt wird, ist der Schraubendrehereinsatz 1 relativ einfach herstellbar. Es
ist jedoch festzuhalten, daß die Formgebung des Torsionsbereichs unabhängig von der
Form des Abtriebsbereichs 3 gewählt werden kann.
[0019] Figur 1 läßt erkennen, daß der maximale Durchmesser des Torsionsbereichs 11 beziehungsweise
dessen Außendurchmesser bis zu einem Scheitel 15 zunimmt und von da an in Richtung
auf den Antriebsbereich 5 abnimmt. Entsprechend nimmt die Höhe der Rippen 13 nicht
nur im Abtriebsbereich 3 sondern auch in dem sich unmittelbar daran anschließenden
Abschnitt des Torsionsbereichs 11 zu, bis im Scheitel 15 in der Nähe des Scheitels
15 eine Maximalhöhe erreicht ist. Anschließend nimmt die Höhe der Rippen 13 zum Antriebsbereich
5 hin ab. Schließlich laufen die Rippen in der Nähe der Stufe 9 aus, so daß sich hier
in unmittelbarer Nähe dieser Stufe ein kreisförmiger Querschnitt des Torsionsbereichs
11 ergibt.
[0020] Die Breite der Rippen ist im Abtriebsbereich entsprechend der DIN-Norm ausgebildet.
Sie nimmt im Torsionsbereich 11 zu. Dort, wo die Rippen in die Oberfläche des kreiszylindrisch
ausgebildeten Torsionsbereichs übergehen, ist die maximale Breite erreicht.
[0021] Entsprechend ergibt sich für die Tiefe der zwischen den Rippen 13 vorgesehenen -aus
Figur 2 deutlich ersichtlichen- Nuten 17 folgendes: Sie nimmt ausgehend von der Spitze
des Schraubendrehereinsatzes bis zum Scheitel 15 zu, um von da aus in Richtung zum
Antriebsbereich 5 abzunehmen. Auch die Höhe der Rippen verhält sich entsprechend,
sie ist also im Bereich des Scheitels 15 am größten und nimmt sowohl in Richtung zum
Antriebsbereich 5 als auch in Richtung zum Abtriebsbereich 3.
[0022] Bei dem in Figur 1 dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Länge von Torsionsbereich
11 und Abtriebsbereich 3, gemessen ab der Stufe 9, mit L bezeichnet, die Länge des
Abtriebsbereichs 3 allein mit A und die des profilierten Torsionsbereichs 11 mit B.
Der letzte, hier nicht profilierte Abschnitt des Torsionsbereichs 11 ist mit C gekennzeichnet,
der hier gemessene Außen-Durchmesser mit D.
[0023] Die Form der die Profilierung bildenden Rippen 13 und die der dazwischen liegenden
Nuten 17 ergibt sich aus dem in Figur 2 wiedergegebenen Querschnitt durch den Schraubendrehereinsatz
1. Die Darstellung zeigt besonders deutlich, daß die Rippen 13 kreuzförmig angeordnet
sind, wobei ihre gedachten Mittelachsen jeweils einen Winkel von 90° zueinander anschließen.
Der Querschnittsform beziehungsweise das Profil des Schraubendrehereinsatzes 1 ergibt
sich durch einen gedachten Kreis K1 mit einem Durchmesser da, der in Figur 2 gestrichelt
eingezeichnet ist. Die Nuten 17 sind so tief in den Schraubendrehereinsatz eingebracht,
daß sich ein innerer nicht profilierter Bereich mit einem gedachten Kreis K2 ergibt,
der in Figur 2 ebenfalls gestrichelt eingezeichnet ist und einen Durchmesser di aufweist.
Die Sohle der Nuten ist -entsprechend der DIN-Norm- V-förmig ausgebildet, wobei die
beiden Seitenbereiche der Sohle einen Winkel einschließen, der größer ist, als der
Winkel, den die sich an die Sohle anschließenden Seitenflanken 19 der Rippen 13 einschließen.
Es zeigt sich also, daß die Breite der Rippen von der Sohle zu deren äußerem vom gedachten
Kreis K1 umschlossenen Endbereich abnimmt.
[0024] Der Schraubendrehereinsatz 1 wird üblicherweise aus zäh-hartem Werkzeug-Stahl hergestellt.
Die Profilierung wird vorzugsweise durch Kaltverformung hergestellt, wobei in einen
zylindrischen Rohling die Nuten 17 eingepreßt werden, wobei die Rippen 13 entstehen.
Bei der Kaltverformung ergibt sich somit eine praktisch gleichbleibende Querschnittsfläche
im Torsionsbereich 11 des Schraubendrehereinsatzes 1, während sich das Profil beziehungsweise
der maximale Außen-Durchmesser des Einsatzes entsprechend den Erläuterungen zu Figur
1 ändert: Der Durchmesser nimmt, von der Spitze des Werkzeugs gesehen, bis zum Scheitel
15 zu, um von da abzunehmen.
[0025] Schließlich ergibt sich ein Durchmesser D im letzten Abschnitt C des Torsionsbereichs
1, der unmittelbar an den Antriebsbereich 5 angrenzt.
[0026] Für das gewünschte Torsionsverhalten des Schraubendrehereinsatzes 1 ist es wesentlich,
daß die Profilierung sich praktisch über die gesamte Länge des Torsionsbereichs 11
erstreckt. Dabei ändert sich die Höhe der Rippen 13 beziehungsweise die Tiefe der
Nuten 17 kontinuierlich, wobei die Rippen und Nuten im Endabschnitt des Torsionsbereichs
11 in einem zylindrischen Abschnitt auslaufen.
[0027] Durch die spezielle Formgebung des Torsionsbereichs, also durch die Wahl einer von
einem Kreis abweichenden Querschnittsform wird das polare Trägheitsmoment des Schraubendrehereinsatzes
erhöht. Durch das sich kontinuierlich ändernde Profil werden sprunghafte Änderungen
des polaren Trägheitsmoments und damit des Torsionsverhaltens des Schraubendrehereinsatzes
vermieden. Vielmehr wird praktisch die gesamte Länge des Torsionsbereichs 11 zwischen
dem Abtriebsbereich 3 und dem Antriebsbereich 5 für das elastische Abfangen von Drehmomentspitzen
ausgenutzt, wobei in allen axialen Abschnitten des Torsionsbereichs aufgrund der speziellen
Formgebung ein definiertes Torsionsverhalten einstellbar ist.
[0028] Gegenüber herkömmlichen Schraubendrehereinsätzen, deren Länge durch DIN-Normen festgelegt
ist, ergibt sich bei gleichen in axialer Richtung gemessenen Abmessungen eine wesentliche
Verlängerung des Torsionsbereichs, dessen Torsionsverhalten durch die Wahl der Querschnittsform
vorgebbar ist.
[0029] Bei der Verwendung des hier beschriebenen Schraubendrehereinsatzes findet eine elastische
Verdrillung beziehungsweise Torsion des gesamten zwischen dem Abtriebsbereich 3 und
dem Antriebsbereich 5 liegenden Torsionsbereichs 11 statt. Dabei sind einerseits die
bei einem gegebenen Drehmoment auftretende Torsion und andererseits das Rückstellverhalten
des Schraubendrehereinsatzes, das heißt, zum Beispiel dessen Rück-Drehwinkel, vorherbestimmbar.
Insbesondere kann der Rück-Drehwinkel des Einsatzes durch die Wahl des Profils des
Torsionsbereichs eingestellt werden. Dabei wird insbesondere erreicht, daß bei Anlegen
eines wachsenden Drehmoments der sich einstellende Torsionswinkel, wie bei herkömmlichen
Schraubendrehereinsätzen, zunächst mehr oder weniger linear zunimmt,jedoch dann -vor
Erreichen des Abscherpunktes- ein im wesentlichen kontinuierlicher beziehungweise
gleichbleibender Rück-Drehwinkel einstellt.
[0030] Gleichzeitig mit dem verbesserten Torsionsverhalten wird eine erhöhte Widerstandsfähigkeit
gegen Abscheren erreicht.
[0031] Aus dem oben Gesagten ergibt sich, daß es besonders vorteilhaft ist, wenn die im
Abtriebsbereich 3 vorgesehene Form beziehungsweise das Profil sich bis in den Torsionsbereich
11 erstreckt, da auf diese Weise eine relativ einfache Herstellung möglich ist. Anhand
der Figuren 1 und 2 wurde erläutert, daß die kreuzweise angeordneten Rippen beziehungsweise
Nuten ausgehend vom Abtriebsbereich 3 sich bis praktisch über den gesamten Torsionsbereich
11 erstrecken. Das heißt, die ohnehin zwingend erforderliche Formgebung im Abtriebsbereich
kann bis in den Torsionsbereich fortgesetzt werden, so daß die Herstellung relativ
einfach ist. Überdies ergibt sich durch die kontinuierliche Profilierung ein besonders
guter Kraftfluß innerhalb des Schraubendrehereinsatzes. Bei der oben erwähnten Herstellung
durch Kaltverformung bleibt der Flächeninhalt des Querschnitts über den gesamten Torsionsbereich
11 konstant, so daß das Torsionsverhalten beziehungsweise der sich ergebende Rück-Drehwinkel
besonders exakt vorherbestimmbar sind.
[0032] Schraubendrehereinsätze der hier beschriebenen Art werden entsprechend der DIN-Norm
in drei Standardgrößen hergestellt, wobei sich die folgenden Längenabmessungen gemäß
Figur 1 ergeben (die hier angegebenen Werte wurden beispielhaft gewählt). Für die
Größe PH1: L = 15mm; A = 3,55mm; C = 1,5mm; D = 3,6mm; für die Größe PH2: L = 15,3mm;
A = 4,5mm; B = 10,8mm; C = 1,5mm; D = 4,5mm; für die Größe PH3: L = 14,8mm; A = 6,0mm;
B = 8,8mm; C = 1,3mm; D = 5,7mm.
[0033] Aus diesen Angaben ist ohne weiteres ersichtlich, daß sich für das Verhältnis der
in axialer Richtung gemessenen Länge A des Abtriebsbereichs 3 zur übrigen Länge des
profilierten Teilstücks des Torsionsbereichs 11, die sich aus der Differenz B minus
C errechnet, ein Wert von etwa 0,36 bis 0,8 ergibt; es sind jedoch Verhältniswerte
in einem Bereich von etwa 0,28 bis 0,9 realisierbar. Daraus ist erkennbar, daß sich
die Profilierung ausgehend vom Abtriebsbereich 3 praktisch über die gesamte axiale
Länge B des Torsionsbereichs 11 erstreckt.
[0034] Insgesamt ist festzuhalten, daß bei dem hier beschriebenen Schraubendrehereinsatz
die bislang vom Abtriebsbereich durch einen Übergangsbereich abgegrenzte tordierbare
Zone aufgegeben wurde zu Gunsten eines Torsionsbereichs, der sich unmittelbar an den
Abtriebsbereich beziehungsweise an den als Wirkstellenbereich bezeichneten Eingriffsabschnitt
mit einer Schraube anschließt. Dabei wird eine im Abtriebsbereich vorgesehene Profilierung
praktisch über den gesamten Torsionsbereich fortgesetzt, wodurch -entgegen herkömmlichen
Erwartungen- das Torsionsverhalten dieses Bereichs keinesfalls verschlechtert wurde.
Vielmehr kann ein exaktes Torsions- beziehungweise Rückstellverhalten des Werkzeugs
bei erhöhter Abscherwiderstandskraft eingestellt werden. Dabei ist es wesentlich,
daß die sich durch die Profilierung des Torsionsbereichs ergebende Querschnittsform
-beziehungsweise der mit da gekennzeichnete Durchmesser des in Figur 2 angesprochenen
Kreises K1- dieses Werkzeugabschnitts kontinuierlich ändert, so daß eine sprunghafte
Änderung des polaren Trägheitsmoments zwischen Abtriebsbereich und Antriebsbereich
vermieden wird.
1. Schraubendrehereinsatz, der an seinem einen Ende einen mit einer Schraube in Eingriff
bringbaren Abtriebsbereich, an seinem gegenüberliegenden Ende einen einer Antriebseinrichtung
zuordenbaren Abtriebsbereich und einen zwischen den Enden angeordneten, eine tordierbare
Zone umfassenden Zwischenbereich aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß der Zwischenbereich von dem Abtriebsbereich (3) bis zum Antriebsbereich (5)
als Torsionsbereich (11) ausgebildet ist und daß sich das Profil des Torsionsbereichs
praktisch über dessen gesamte Länge (B) ändert.
2. Schraubendreheinsatz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der maximale Durchmesser des Profils des Torsionsbereichs (11) ausgehend von
dem Abtriebsbereich (3) bis zu einem Scheitel (15) zunimmt und von da in Richtung
auf den Antriebsbereich (5) abnimmt.
3. Schraubendrehereinsatz nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß sich das Profil des Torsionsbereichs (11) stetig ändert.
4. Schraubendrehereinsatz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Querschnittsform des Torsionsbereichs (11) mit zunehmendem maximalem Durchmesser
des Profils mehr und mehr von der Kreisform abweicht.
5. Schraubendrehereinsatz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Querschnittsfläche des Torsionsbereichs (11) über dessen Länge im wesentlichen
konstant bleibt.
6. Schraubendrehereinsatz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest der Torsionsbereich (11) durch Kaltverformung hergestellt ist.
7. Schraubendrehereinsatz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Querschnittsform des Torsionsbereichs (11) zumindest an seinem dem Abtriebsbereich
(3) zugewandten Ende der Querschnittsform des Abtriebsbereichs entspricht.
8. Schraubendrehereinsatz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Abtriebsbereich (3) zum Eingriff in Kreuzschlitzschrauben mit einer kreuzförmig
angeordnete Rippen (13) umfassenden Profilierung versehen ist.
9. Schraubendrehereinsatz nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Breite und Höhe der Rippen (13) über die Länge des Torsionsbereichs
(11) -vorzugsweise stetig- ändert.
10. Schraubendrehereinsatz nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Rippen (13) durch Nuten (17) voneinander getrennt sind, deren Tiefe und
Breite sich über die Länge des Torsionsbereichs (11) ändert.
11. Schraubendrehereinsatz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis der Länge des Abtriebsbereichs (3) zur Länge des Teilstücks,
in dem sich der maximale Durchmesser des profilierten Teilstücks des Torsionsbereichs
(11) vermindert, in einem Bereich von etwa 0,36 bis etwa 0,8 liegt.