(19)
(11) EP 0 611 530 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
15.10.1997  Patentblatt  1997/42

(21) Anmeldenummer: 94200352.6

(22) Anmeldetag:  17.02.1994
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6A41G 3/00

(54)

Verfahren zur Auffüllung einer Frisur

Method for attaching additional hair to complete a coiffure

Procédé pour compléter une coiffure par fixation d'un postiche


(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE DE LU NL

(30) Priorität: 19.02.1993 NL 9300317

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
24.08.1994  Patentblatt  1994/34

(73) Patentinhaber: M. SNEL-ROELANDSCHAP
NL-3524 GB Utrecht (NL)

(72) Erfinder:
  • M. SNEL-ROELANDSCHAP
    NL-3524 GB Utrecht (NL)

(74) Vertreter: Bartelds, Erik 
Arnold & Siedsma, Advocaten en Octrooigemachtigden, Sweelinckplein 1
2517 GK Den Haag
2517 GK Den Haag (NL)


(56) Entgegenhaltungen: : 
DE-U- 9 105 404
US-A- 4 771 798
US-A- 2 865 380
US-A- 5 121 761
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Auffüllung einer Frisur, indem mit einem Teil des die Frisur bildenden Kopfhaares eine Reihe loser Haare verbunden wird, wobei eine Reihe von Kopfhaaren miteinander zu einem Strang verbunden wird und die losen Haare mit dem so gebildeten Strang verbunden werden. Ein solches Verfahren ist unter anderem durch die DE-U-9105404 bekannt geworden.

    [0002] Eine immer wachsende Anzahl von Menschen widmet heutzutage ihrem Äußeren große Aufmerksamkeit, und folglich ihrer Frisur, die ja in erheblichem Maße das Äußere bestimmt. Eine immer wachsende Anzahl von Menschen wünscht denn auch die Frisur regelmäßig zu ändern und den jeweils herrschenden Modetrends anzupassen. Ein Problem dabei ist, daß Kopfhaar nur eine beschränkte Wachstumsgeschwindigkeit hat, so daß es nicht gut möglich ist, die Länge der Frisur kurzfristig zu vergrößern. Ein anderes Problem ist, daß eine große Anzahl von Menschen zu wenig oder zu dünnes Kopfhaar hat, um eine angemessene Varietät in den Frisuren zu ermöglichen.

    [0003] Es sind bereits mehrere Methoden bekannt, um eine Frisur aufzufüllen. Am einfachsten ist die Benutzung einer Perücke oder eines Toupets. Dies hat jedoch den Nachteil, daß immer die Gefahr des Loslösens besteht, wodurch sich für den Träger peinliche Situationen ergeben können. Auch aus diesem Grunde können Perücken bei allerhand Aktivitäten kaum getragen werden.

    [0004] Eine andere Lösung, namentlich für Menschen mit zu wenig Kopfhaar ist die Implantierung von zusätzlichem Kopfhaar. Dies aber ist eine einschneidende Behandlung, die außerdem keine Lösung bietet, wenn man die Länge des Kopfhaares schnell einem herrschenden Modetrend anpassen möchte.

    [0005] Eine dritte Lösung bietet die sogenannte "Hair Weaving"-Technik, wie zum Beispiel beschrieben in der obenerwähnten DE-U-9105404, wobei ein Teil der Kopfhaare zu einem Strang verbunden wird, und eine Reihe vom zusätzlichen Haaren an den so gebildeten Strang befestigt wird. Diese zusätzliche Haare können dabei zuerst zu einem Haarteil oder einer "Schlaufe" zusammengenommen sein. Auf diese Weise kann eine Frisur leicht aufgefüllt werden, während durch die Verbindung zwischen dem Kopfhaar und den losen Haaren die aufgefüllte Frisur robust ist und keine Gefahr des Loslösen besteht.

    [0006] Das bekannte Verfahren hat aber den Nachteil, daß die Kopfhaare zu einem Strang verwebt werden, wodurch das Lösen des Strangs bei einer Änderung der Frisur eine zeitaufwendige und für den Träger schmerzliche Behandlung sein kann, weil die miteinander verwebte Kopfhaare sich oft verkletten.

    [0007] Die Erfindung beabsichtigt aus diesem Grunde die Schaffung eines Verfahrens, mit der es möglich ist, eine Frisur schnell und mit wenig Anstrengung den Wünschen des Trägers anzupassen. Dies wird erfindungsgemäß erzielt, indem der Strang gebildet wird indem das Kopfhaar büschelweise entlang einem Stützband gebunden wird, wobei mit einer Nadel ein Webfaden um die Kopfhaarbüschel und das Stützband geschnürt wird.

    [0008] Vorzugsausführungen des Verfahrens nach der Erfindung werden in den Unteransprüchen 2 - 8 beschrieben.

    [0009] Die Erfindung wird nunmehr anhand eines Beispiels erläutert, wobei auf die beigefügte Zeichnung Bezug genommen wird, in der übereinstimmende Teile mit übereinstimmenden Bezugszeichen bezeichnet sind und worin:

    Figur 1 eine Ansicht eines Kopfes mit natürlicher Frisur und einem damit nach dem erfindungsgemäßen Verfahren zu verbindenden zusätzlichen Frisurteil ist, und

    Figur 2 eine teilweise weggeschnittene perspektivische Ansicht eines Details eines Kopfhaarstrangs und einer daran nach dem erfindungsgemäßen Verfahren zu befestigenden Flechte loser Haare.



    [0010] Auf einem Kopf 1 eines Trägers ist aus einer großen Anzahl von Kopfhaaren 3 eine Frisur 2 gebildet worden. Diese Frisur 2 kann nach der Erfindung aufgefüllt werden, indem mit einem Teil des Kopfhaares 3 eine Anzahl loser Haare 4 verbunden wird, beispielsweise durch Verweben. Dazu kann zunächst an einer beliebigen Stelle in der Frisur 2 ein Scheitel 5 mit beliebiger Form gezogen werden. Entlang diesem Scheitel 5 kann eine Reihe von Kopfhaaren 3 miteinander zu einem Strang 6 verwebt werden, an welchem Strang 6 danach die Zusatzhaare 4 befestigt werden können. Der Strang 6 wird somit in der Nähe der Haarwurzeln 12 der miteinander verwebten Kopfhaare 3 gebildet.

    [0011] Der Strang wird erfindungsgemäß derart gebildet, indem das Kopfhaar 3 büschelweise entlang einem Stützband 7 gebunden wird. Auf diese Weise wird vermieden, daß das Kopfhaar 3 sich in dem Strang 6 verkletten, wodurch das spätere Lösen des Strangs eine schwierige, zeitaufwendige und für den Träger schmerzliche Prozedur würde. Das Stützband 7 kann beispielsweise aus Viskosematerial hergestellt sein. Der Strang 6 wird entlang dem Stützband 7 angebracht, indem mit einer Nadel 11 ein Webfaden 10 um die Kopfhaarbüschel 3 und das Band 7 geschnürt wird. Dazu wird der Faden 10 zunächst außenseitig parallel zu dem Strang 6 gelegt, danach an der Unterseite hinter dem Strang 6 und dem Band 7 entlang geholt, kreuzweise unter dem parallel liegenden Teil des Fadens 10 entlang an der Außenseite des Strangs 6 nach unten geführt, wobei eine erste Schlaufe gebildet wird, erneut an der Unterseite hinter dem Strang 6 und dem Stützband 7 entlang geholt und an der Außenseite des Strangs 6 über den parallel damit verkaufenden Fadenteil nach unten geführt, wobei eine zweite Schlaufe gebildet wird, und schließlich durch die erste Schlaufe hindurchgesteckt und weiter parallel zu dem Strang 6 geführt. Auf diese Weise wird ein fester Strang 6 gebildet, der erforderlichenfalls trotzdem wieder einfach gelöst werden kann.

    [0012] Eventuell kann weiter vor der Bildung des Strangs 6 auf dem Kopfhaar 3 entlang dem Scheitel 5 eine Schutzschicht angebracht werden, wie sie beispielsweise unter dem Namen Micro-form hairweave Protection auf den Markt gebracht wird. Damit kann die Beschädigung des Kopfhaars 3 als Folae der daran erfolgenden Befestigung des Zusatzhaares 4 vermieden werden. Ebenfalls kann diese Schutzschicht dazu benutzt werden, das Stützband 7 bei der Bildung des Strangs 6 an seiner Stelle zu behalten.

    [0013] Die Zusatzhaare 4 können, um deren Befestigung an dem Kopfhaar 3 zu vereinfachen, zunächst mit einer Reihe von Stützfäden 8 zu einer sogenannten Flechte 9 verwebt werden, Diese Flechte 9 wird dann an dem Strang 6 festgenäht, wonach die gesamte auf diese zustande gekommene Frisur in das gewünschte Modell geschnitten werden kann.

    [0014] Wenn das Kopfhaar wächst und der Abstand zwischen dem Strang 6 und den Haarwurzeln 12 somit zunimmt, werden die Zusatzhaare 4, die ja an dem Kopfhaar 3 angeheftet sind, "mitwachsen". Wenn das Kopfhaar 3 so weit gewachsen ist, daß die Verbindung zwischen dem Kopfhaar 3 und dem angehefteten Zusatzhaar 4 sichtbar zu werden droht, kann die Flechte 9 von dem Strang 6 losgelöst werden, und dann kann der Strang 6 losgelöst werden. Danach kann an einer anderen Stelle ein Scheitel 5 gezogen werden und kann wieder nahe den Haarwurzeln 12 des Kopfhaares 3 neben dem Scheitel 5 ein neuer Strang gebildet werden, an dem dann die Flechte loser Haare 4 befestigt werden kann.

    [0015] Die Zusatzhaare 4 können synthetische Haare sein, zum Beispiel kann es sich dabei um haare handeln, die unter dem Namen "Fortune Modacrylic Fibre" auf den Markt gebracht werden. Dieses Synthetikhaar ist in einer großen Anzahl unterschiedlicher Farben erhältlich, so daß durch die Verwebung von Synthetikhaar mit unterschiedlichen Farben in geeigneten Verhältnissen zu einer Flechte 9 genau die Farbe des Kopfhaares des Trägers erhalten werden kann. Auch ist es selbstverständlich möglich, eine abweichende Farbe zu wählen. Es ist selbstverständlich aber auch vorstellbar, statt Synthetikhaar eine Flechte 9 aus natürlichem Haar zu erstellen, zum Beispiel sogar mit dem Haar des Trägers selbst.


    Ansprüche

    1. Verfahren zur Auffüllung einer Frisur (2), indem mit einem Teil des die Frisur (2) bildenden Kopfhaares (3) eine Reihe loser Haare (4) verbunden wird, wobei eine Reihe von Kopfhaaren (3) miteinander zu einem Strang (6) verbunden wird und die losen Haare (4) mit dem so gebildeten Strang (6) verbunden werden, dadurch gekennzeichnet, daß der Strang (6) gebildet wird indem das Kopfhaar büschelweise entlang einem Stützband (7) gebunden wird, wobei mit einer Nadel ein Webfaden (10) um die Kopfhaarbüschel und das Stützband (7) geschnürt wird.
     
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Stützband (7) aus Viskosematerial hergestellt ist.
     
    3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß vor der Bildung des Strangs (6) ein Scheitel (5) mit der gewünschten Form in dem Kopfhaar (3) gezogen wird.
     
    4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß nach dem Ziehen des Scheitels (5) eine Schutzschicht auf dem Kopfhaar (3) entlang dem Scheitel (5) angebracht wird.
     
    5. Verfahren nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die losen Haare (4) zunächst zu einer Flechte (9) verwebt werden und daß danach die Flechte (9) mit dem Strang (6) verbunden wird.
     
    6. Verfahren nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die losen Haare (4) aus Kunststoff hergestellt sind.
     
    7. Verfahren nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Farbe der losen Haare (4) der Farbe des Kopfhaars (3) angepaßt ist.
     
    8. Verfahren nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die mit dem Kopfhaar (3) verbun denen losen Haare (4) nach einer gewissen Zeit wieder losgelöst werden können und an einer anderen, gewünschten Stelle wieder mit dem Kopfhaar (3) verbunden werden können.
     


    Claims

    1. Method of completing a hair-style (2), in which a row of loose hairs (4) is joined to some of the hairs (3) on the head forming the hair-style (2), a row of head hairs (3) being joined together to form a strand (6) and the loose hairs (4) being joined to the strand (6) formed in this manner, characterised in that the strand (6) is formed in that the head hair is tied in bunches along a supporting band (7), a weaving thread (10) being laced around the bunches of head hair and the supporting band (7) by a needle.
     
    2. Method according to claim 1, characterised in that the supporting band (7) is made of viscose material.
     
    3. Method according to claim 1, characterised in that a parting (5) of the desired shape is drawn in the head hair (3) before the formation of the strand (6).
     
    4. Method according to claim 3, characterised in that, once the parting (5) has been drawn, a protective layer is applied to the head hair (3) along the parting (5).
     
    5. Method according to one of the preceding claims, characterised in that the loose hairs (4) are first woven into a braid (9) and that the braid (9) is then joined to the strand (6).
     
    6. Method according to one of the preceding claims, characterised in that the loose hairs (4) are made of plastic,
     
    7. Method according to one of the preceding claims, characterised in that the colour of the loose hairs (4) matches the colour of the head hair (3).
     
    8. Method according to one of the preceding claims, characterised in that the loose hairs (4) joined to the head hair (3) can be removed again after a certain time and can be joined to the head hair (3) again at another desired point.
     


    Revendications

    1. Procédé pour compléter une coiffure (2), dans lequel une rangée de cheveux libres (4) est reliée avec une partie des cheveux (3) formant la coiffure, dans lequel une rangée de cheveux (3) est reliée ensemble pour former un cordon (6) et les cheveux libres (4) sont reliés avec le cordon (6) ainsi formé, caractérisé en ce que le cordon (6) est formé en liant les cheveux par touffes le long d'une bande de support (7), un fil de tissage (10) étant noué au moyen d'une aiguille autour des touffes de cheveux et de la bande de support (7).
     
    2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la bande de support (7) est réalisée en un matériau de viscose.
     
    3. Procédé selon la revendication 1 caractérisé en ce que, avant la formation du cordon (6), une raie (5) est tirée avec la forme désirée dans les cheveux (3).
     
    4. Procédé selon la revendication 3, caractérisé en ce que, après avoir tiré la raie (5), une couche de protection est disposée sur les cheveux (3) le long de la raie (5).
     
    5. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les cheveux libres (4) sont d'abord entrelacés pour former une natte (9) et en ce que la natte (9) est ensuite reliée avec le cordon (6).
     
    6. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les cheveux libres (4) sont réalisés en matière plastique.
     
    7. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la couleur des cheveux libres (4) est ajustée à la couleur des cheveux (3).
     
    8. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les cheveux libres (4) reliés aux cheveux (3) peuvent être détachés après un temps déterminé et reliés à nouveau avec les cheveux (3) dans une autre position souhaitée.
     




    Zeichnung