[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Schneiden von Streifen aus einem Bodenbelag,
insbesondere einen Teppichleistenschneider, mit einem von einer Führungsstange getragenen
Messer und mit einem Schneidanschlag, an dem die Führungsstange längseinstellbar befestigt
ist und der mit einem unteren Schenkel den Bodenbelag untergreift.
[0002] Bei einer derartigen, durch das DE-GM 81 33 641 bekannten Schneidvorrichtung untergreift
der untere Schenkel der Schneidanlage den Bodenbelag nur um ein im Vergleich zur üblicherweise
verlangten Schneidbreite von Teppichleisten geringes Maß und wird von der das Messer
tragenden Führungsstange weit überragt. Da das Schneiden von Teppichleisten oder dgl.
im allgemeinen auf dem Fußboden durchgeführt wird, besteht die Gefahr, daß die Klinge
durch Auftreffen auf den Estrich rasch stumpf wird oder daß die Klinge in einen zuvor
verlegten Bodenbelag einschneidet und diesen beschädigt. Um dieser Gefahr zu begegnen,
ist bei der bekannten Schneidvorrichtung die Klinge in einem mit einem Gteitfuß versehenen
Schneidrahmen eingespannt und wird der Gleitfuß unter dem zu schneidenden Bodenbelag
vorgeschoben. Ein solcher Schneidrahmen verteuert aber die Schneidvorrichtung, und
seine Montage an der Führungsstange ist verhältnismäßig umständlich und nur unter
Zuhilfenahme eines Schraubwerkzeuges ausführbar.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine sehr preiswerte und bequem handhabbare
Vorrichtung zum Schneiden von Bodenbelagstreifen zu schaffen.
[0004] Ausgehend von einer Schneidvorrichtung der eingangs genannten Art, ist die Lösung
dieser Aufgabe erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß der untere Schenkel des Schneidanschlages
eine Länge gleich der maximal einstellbaren Schneidbreite aufweist und daß das Messer,
bis Auftreffen seiner Klinge auf den unteren Schenkel, niederschwenkbar ist. Infolge
dieser Maßnahmen ist die Klinge gegen ein Auftreffen auf den Untergrund geschützt
und ist eine Beschädigung des Untergrundes sicher ausgeschlossen. Bei Verwendung einer
üblichen Hakenklinge trifft nur der Klingenrücken auf den unteren Schenkel des Schneidanschlages
auf, so daß die Klingenschneide gegen ein vorzeitiges Stumpfwerden geschützt ist.
[0005] Nach weiteren Merkmalen der Erfindung ist die Führungsstange an einem Ende mit einem
Gewindeabschnitt versehen und in eine am Grundkörper des Messers vorgesehene Gewindebohrung
einschraubbar, wobei der Messergrundkörper vorzugsweise mit einer durchgehenden Gewindebohrung
versehen ist, so daß das Messer umsetzbar und die Schneidvorrichtung sowohl für Rechtshänder
als auch Linkshänder geeignet ist.
[0006] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist als Messer ein übliches Tapetenmesser
mit ausfahrbarer Klinge verwendet, dessen Grundkörper am klingenseitigen Ende in einem
unteren Eckbereich die Gewindebohrung zur Aufnahme der Führungsstange aufweist. Die
Führungsstange besitzt einen runden Querschnitt und durchsetzt einen von zwei am Schneidanschlag
angeformten Klemmbacken gebildeten Klemmkanal, und die Klemmbacken sind mittels einer
Griffschraube zusammenspannbar. Das Teppichmesser ist nach Abschrauben von der Führungsstange
wieder als solches zu verwenden. Das Auf- und Abschrauben des Teppichmessers ist mit
wenigen Handgriffen und ohne Zuhilfenahme eines Werkzeuges durchführbar, zumal die
Führungsstange mittels der Klemmbacken im Bedarfsfall am Schneidanschlag dreharretiert
werden kann, wonach der Schneidanschlag und das Teppichmesser große Hebelarme zur
Verfügung stellen, wenn eine sehr stramme Verschraubung von Führungsstange und Teppichmesser
zu lösen ist.
[0007] Nach weiteren Merkmalen der Erfindung kann der untere Schenkel an seinen beiden Längsrändern
mit je einer Skala versehen und die Klinge bis Auftreffen auf die Skala niederschwenkbar
sein. Bei der Einstellung der Schneidbreite kann somit die Klinge unmittelbar auf
den entsprechenden Skalenstrich ausgerichtet werden.
[0008] Vorteilhafterweise ist der untere Schenkel an seinen beiden Längsrändern mit je einer
Abfasung versehen. Hierdurch wird der Vorschub des unteren Schenkels unter dem zu
schneidenden Bodenbelag erleichtert.
[0009] Der Erfindung zufolge können der Seitenanschlag, die Klemmbacken und der untere Schenkel
einstückig aus einem Kunststoff gefertigt sein, der eine für das Anspannen der Klemmbacken
ausreichende Elastizität aufweist. Alternativ kann der untere Schenkel aber auch aus
einer harten Kunststoffplatte bestehen, die an dem Schneidanschlag befestigt ist.
[0010] Insgesamt ist durch die Erfindung eine nur aus wenigen Teilen bestehende, preiswerte
Schneidvorrichtung erreicht, die bequem und genau handhabbar ist und deren Messer
jederzeit auch für sich verwendbar ist.
[0011] Der Gegenstand der Erfindung wird im folgenden anhand eines in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispieles näher beschrieben. In der Zeichnung zeigen:
- Fig. 1
- Die Schneidvorrichtung nach der Erfindung in Draufsicht,
- Fig. 2
- eine Seitenansicht auf das verwendete Teppichmesser,
- Fig. 3
- eine Stirnansicht, in Richtung des Pfeiles III in Fig. 1 gesehen, auf die Schneidvorrichtung
bei abgenommenem Messer und
- Fig. 4
- einen Schnitt gemäß der Linie IV-IV in Fig. 3.
[0012] Die Schneidvorrichtung besteht aus einem Teppichmesser 1, einem winkeligen Schneidanschlag
2 mit unterem Schenkel 3 und einer endseitig in eine Durchgangsgewindebohrung 4 des
Grundkörpers des Messers 1 eingeschraubte Führungsstange 5, die am Schneidanschlag
2 längsverstellbar festgespannt ist. In der Längsmitte des Schneidanschlages 2 ist
hierzu ein von zwei Klemmbacken 6, 7 gebildeter Klemmkanal 8 zur Aufnahme der Führungsstange
5 ausgebildet, die mittels einer die beiden Klemmbacken 6, 7 durchsetzenden Griffschraube
9 stramm am Schneidanschlag festspannbar ist. Ferner weist der Schneidanschlag 2 eine
obere Abwinkelung 10 auf, die den zu schneidenden Bodenbelag ein kurzes Stück weit
übergreift.
[0013] Der untere Schenkel 3 weist eine Länge gleich der maximal einstellbaren Schneidbreite
auf, so daß die Messerklinge 11 immer über dem unteren Schenkel 3 verbleibt. An seinen
Längsrändern ist der untere Schenkel 3 jeweils mit einer Skala versehen. Das Messer
1 ist mit seiner Klinge 11 bis Auftreffen auf den unteren Schenkel 3 niederschwenkbar,
wobei der Abstand zwischen Klinge 1 und der Schwenkachse bzw. Führungsstange 5 so
bemessen ist, daß die Klinge 11 im Bereich der Skalenstriche auftrifft, und somit
die Schneidbreiteneinstellung sehr genau beobachtet werden kann. Ferner ist der plattenförmige
Schenkel 3 an seinen Längsrändern jeweils durch eine Abfasung 12, 13 abgeflacht, auf
der zweckmäßigerweise die Skalenziffern angeordnet sind.
[0014] Das Messer 1 kann wahlweise entweder wie in Fig. 1 mit seiner rechten Seite oder
alternativ mit seiner linken Seite auf den endseitigen Gewindeabschnitt 14 der Gewindestange
5 aufgeschraubt werden, wobei im letzteren Falle die in Fig. 1 untere Skala zur Schneidbreiteneinstellung
verwendet wird.
Bezugszeichenliste
[0015]
- 1
- Teppichmesser
- 2
- Schneidanschlag
- 3
- Schenkel
- 4
- Durchgangsgewindebohrung
- 5
- Führungsstange
- 6
- Klemmbacke
- 7
- Klemmbacke
- 8
- Klemmkanal
- 9
- Griffschraube
- 10
- Abwinkelung
- 11
- Messerklinge
- 12
- Abfasung
- 13
- Abfasung
- 14
- Gewindeabschnitt
1. Vorrichtung zum Schneiden von Streifen aus einem Bodenbelag, insbesondere Teppichleistenschneider,
mit einem von einer Führungsstange (5) getragenen Messer (1) und mit einem Schneidanschlag
(2), an dem die Führungsstange (5) längseinstellbar befestigt ist und der mit einem
unteren Schenkel (3) den Bodenbelag untergreift, dadurch gekennzeichnet, daß der untere
Schenkel (3) eine Länge gleich der maximal einstellbaren Schneidbreite aufweist und
daß das Messer (1) bis Auftreffen seiner Klinge (11) auf den unteren Schenkel (3)
niederschwenkbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsstange (5) an
einem Ende mit einem Gewindeabschnitt (14) versehen und in eine am Grundkörper des
Messers (1) vorgesehene, seitliche Gewindebohrung (4) einschraubbar ist.
3. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Grundkörper
des Messers (1) mit einer durchgehenden Gewindebohrung (4) versehen ist.
4. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Messer (1)
ein übliches Teppichmesser mit austauschbarer Klinge (11) ist und daß die Gewindebohrung
(4) am klingenseitigen Ende des Grundkörpers des Messers (1) in einem unteren Eckbereich
angeordnet ist.
5. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsstange
(5) einen runden Querschnitt aufweist und einen von zwei am Schneidanschlag (2) angeformten
Klemmbacken (6, 7) gebildeten Klemmkanal (8) durchsetzt und daß die Klemmbacken (6,7)
mittels einer Griffschraube (9) zusammenspannbar sind.
6. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der untere Schenkel
(3) an seinen beiden Längsrändern mit je einer Skala versehen ist und daß die Klinge
(11) bis auf die Skala niederschwenkbar ist.
7. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der untere Schenkel
(3) an seinen beiden Längsrändern mit je einer Abfasung (12, 13) versehen ist.
8. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Schneidanschlag
(2), die Klemmbacken (6, 7) und der untere Schenkel (3) einstückig aus Kunststoff
gefertigt sind.
9. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der untere Schenkel
(3) aus einer harten Kunststoffplatte besteht, die am Schneidanschlag (2) befestigt
ist.