[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zum Führen eines Stahlbandes
während seines Durchlaufs durch eine mit einer Folge von Behandlungsstationen ausgestattete
kontinuierliche Bandbehandlungsanlage, wobei Laufrichtung und/oder -spur des Bandes
beliebig eingestellt und/oder fallweise zwecks Kontrolle durch visuelle Inspektion
das Band von der Unterseite zur Oberseite - bzw. umgekehrt - gewendet wird.
[0002] Eine bekannte Behandlungsanlage für Stahlband umfaßt beispielsweise Stationen für
eine kontinuierliche Folge von Behandlungsschritten wie Entfetten, Glühen, Verzinken,
Dressieren, Lackieren, Kontrollieren, Aufwickeln etc.. Bei einer solchen Feuerverzinkungs-
und Lackieranlage, wie sie beispielhaft in der Figur 1 gezeigt ist, wird die sogenannte
"Gutseite" des Bandes von der Unterseite zur Oberseite gewendet, um diese für eine
Kontrolle durch visuelle Inspektion zugänglich zu machen, wobei die aus dem Verzinkungsbad
austretende Unterseite des Bandes in fortlaufender Bandlaufrichtung zunächst weiterhin
die Bandunterseite bleibt. Beim Dressieren, beispielsweise durch Aufrauhen der Bandoberfläche
und beim abschließenden Aufwickeln, muß dann die Bandunterseite zwecks fortlaufender
visueller Inspektion zur Bandoberseite gewendet werden.
[0003] Dazu wird das Band senkrecht nach oben in eine Stahlkonstruktion unterhalb des hohen
Hallendaches in Längsrichtung über die Anlagenteile hinweg geführt, am Hallenende
senkrecht nach unten und dann horizontal entgegen der Bandlaufrichtung des Einlaufteils
der Anlage zur weiteren Behandlung und zum Aufwickeln zurückgeführt. Dabei wird das
Band dicht unterhalb des Daches der ca. 40 m hohen Halle über die Auslaufgruppe mit
Auslaufschlingenturm und weiter über die Lackierungsvorrichtung transportiert. Dies
erfordert eine lange, stabile und hohe Stahlkonstruktion mit Tragrollen zum Führen
des Bandes sowie einen untergebauten Kran zum Handling der darunter befindlichen Anlagenteile.
Die erforderliche hohe Halle wird entsprechend lang, beispielsweise 150 m. Hieraus
ergibt sich noch ein weiterer Nachteil, weil die lange horizontale Strecke der hochgelegenen
Bandführung zu Bandlaufproblemen und Bandbeschädigungen auf den Tragrollen führen
kann.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zum
Führen eines Stahlbandes während seines Durchlaufs durch eine kontinuierliche Bandbehandlungsanlage
anzugeben, welche die vorgenannten Schwierigkeiten, insbesondere beim überleiten des
Bandes im Bereich der Dachkonstruktion der Halle, vermeidet, und infolgedessen eine
wesentliche Verkürzung der hohen Hallenkonstruktion und zugleich eine verbesserte
Bandführung, vorzugsweise unter Beibehaltung der Bandlaufrichtung durch die Anlage
ermöglicht. Darüberhinaus soll es mit dem Verfahren und der Vorrichtung auch problemlos
möglich sein, die Laufrichtung des Bandes beliebig einzustellen und einen Spurverlauf
z. B. mit Parallelversatz einzurichten.
[0005] Die Lösung der Aufgabe gelingt mit der Erfindung durch ein Verfahren entsprechend
den Merkmalen von Anspruch 1. Eine Ausgestaltung sieht dabei vor, daß das Band insgesamt
um einen Winkelbetrag (Phi) von 180
o verdrillt wird, derart, daß am Ende der Umlenkungen um 180
o die Bandunterseite beim Einlauf in die erste Rolle des Bandwendeturms zur Bandoberseite
beim Auslauf aus der letzten Rolle gewendet ist, und umgekehrt.
[0006] Mit Vorteil wird das Band im Bandwendeturm innerhalb einer vergleichsweise kurzen
horizontalen Strecke jeweils über unten und oben angeordnete Umlenkrollen geführt
und dabei von Rolle zu Rolle um einen Winkel (Phi) verdrillt, so daß im Falle einer
Umlenkung um die letzte untere Rolle mit insgesamt 180
o die Bandunterseite beim Einlauf zur Bandoberseite beim Auslauf gewendet ist. Auch
ergibt sich hierdurch eine kürzere und niedrigere Hallenkonstruktion sowie eine besser
kontrollierbare Bandführung. Als weiterer Vorteil kann erforderlichenfalls die Bandlaufrichtung
durch die gesamte Anlage unverändert beibehalten werden, wodurch eine bessere übersicht
und Kontrollmöglichkeit über die einzelnen Stationen der kontinuierlichen Bandbehandlungsanlage
erreicht wird.
[0007] Das Band kann aber auch in seiner Laufrichtung veränderlich eingestellt oder mit
Parallelversatz seiner Laufspuren durch Teile der Anlage geführt werden.
[0008] Durch die Verdrillung des Bandes innerhalb des Bandwendeturmes treten am Band erhöhte
Randspannungen auf. Diese müssen innerhalb des elastischen Bereiches liegen und werden
durch geeignete Maßnahmen kompensiert. Hierfür sieht eine Ausgestaltung vor, daß der
zulässige Verdrillungswinkel (Phi) des Bandes zwischen einer oberen und einer unteren
Rolle vom Verhältnis der freien Länge (L) des Bandes zwischen den beiden Rollen zur
Bandbreite (B) und der daraus resultierenden zulässigen Randspannung (Sigma) des Bandes
bestimmt wird.
[0009] Eine weitere Maßnahme zur Verringerung der Radspannungen des Bandes bei dessen Verdrillung
zwischen zwei Rollen besteht erfindungsgemäß darin, daß im Bandwendeturm ballige Rollen
verwendet werden.
[0010] Hierfür sieht eine Ausgestaltung vor, daß der die Balligkeit bestimmende Durchmesserunterschied
(D - D') einer Rolle etwa dem Betrag der durch die Verdrillung des Bandes um einen
Winkelbetrag (Phi) bei gegebener freier Bandlänge (L) des Bandes zwischen einem Rollenpaar
entstehenden und eine Dehnung der Bandkantenbereiche verursachenden Kantenverlängerung
(Delta L) entspricht.
[0011] Entsprechend einer zusätzlichen Ausgestaltung kann dabei weiter vorgesehen sein,
daß Längenunterschiede bzw. Spannungsunterschiede des Bandes innerhalb des Bandwendeturmes
durch Korrektur der vertikalen Abstände zwischen den unteren und den mit diesen zusammenwirkenden
oberen Rollen kompensiert werden. Hierdurch erübrigt sich die Anordnung eines zusätzlichen
Schlingenspeichers.
[0012] Im Falle eines erforderlichen Parallelversatzes der Laufspuren des Bandes sieht eine
Ausgestaltung der Erfindung vor, daß das Band im Umlenkturm im Durchlauf durch eine
erste Gruppe von Rollen in einen von der Richtung seiner Einlaufspur abweichenden
Winkel verschwenkt und nach Durchlaufen einer dem Betrag des Seitenversatzes entsprechenden
geraden Zwischenstrecke in einer zweiten Gruppe von Umlenkrollen wieder in die ursprüngliche
Richtung seiner Einlaufspur zurückgeschwenkt wird.
[0013] Bei dieser Ausgestaltung der Erfindung ergibt sich auch die Möglichkeit, daß zur
Kompensation eines durch die Umlenkrollen beim Bandwenden verursachten Seitenversatzes
(S) das Band in einer ersten Gruppe von Umlenkrollen um wenigstens einen Winkelbetrag
mehr als 180
o verdrillt, im Winkel (Beta) zur Bandeinlaufachse (x-x) aus der letzten, unteren Rolle
heraus in einem Stück gerader Längsführung in Richtung gegen die Bandauslaufachse
(y-y) zu, um den Betrag (S) des Seitenversatzes in eine zweite Gruppe von Umlenkrollen
geführt und darin um einen Winkelbetrag in die zur Richtung der Bandeinlaufachse (x-x)
koaxiale Bandauslaufachse (y-y) geschwenkt wird. Mit dieser Maßnahme wird eine Rückführung
des Bandes innerhalb des Turmes unter Beibehaltung der Bandlaufspur durch die Anlagenmitte
von Anfang bis Ende erreicht. Zweckmäßigerweise sind, wie bei Schlingentürmen üblich,
vor und hinter dem Bandwendeturm Mittel zur Bandmittensteuerung vorgesehen.
[0014] Eine Vorrichtung zum Führen eines Stahlbandes in einer Behandlungsanlage für Stahlband,
wobei die Anlage Stationen für kontinuierliche Folgen von Behandlungsschritten wie
Entfetten, Glühen, Verzinken, Dressieren, Lackieren, Kontrollieren, Aufwickeln etc.
aufweist, zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens, ist gekennzeichnet durch
einen nach Art eines vertikalen Schlingenspeichers ausgebildeten Bandwendeturm mit
einer Anzahl von in vertikalem Abstand angeordneten oberen und unteren Band-Umlenkrollen,
wobei diese in Durchlaufrichtung des Bandes von Rolle zu Rolle in gleichsinnigen,
sich fallweise zu 180
o kumulierenden Winkelbeträgen (Phi₁ bis Phi
n) relativ zur Bandeinlaufachse (x-x) verdreht angeordnet sind, derart, daß das Band
bei Umschlingung jeweils eines von einer unteren und einer oberen Rolle gebildeten
Rollenpaares um einen Winkelteilbetrag (Phi) verdrillt und fallweise bei einer Summe
aller Verdrillungs-Winkelbeträge (Phi₁ bis Phi
n) von 180
o von der Unterseite zur Oberseite - und umgekehrt - gewendet ist. Dabei wird durch
Umschlingung jeder Rolle um annähernd 180
o eine gute Führung sowie Schonung der Bandoberfläche erreicht.
[0015] Dabei kann eine zusätzliche Ausgestaltung vorgesehen sein, wonach die oberen Umlenkrollen
Mittel zur Einstellung des vertikalen Abstandes zu den unteren Rollen aufweisen. Hierdurch
können Längenunterschiede des Bandes innerhalb des Bandwendeturmes ohne zusätzliche
Bereitstellung eines Schlingenspeichers in einfacher Weise ausgeglichen werden. Darüberhinaus
kann eine weitere Ausgestaltung vorsehen, daß die oberen Rollen der Wendeeinrichtung
Mittel zur Einstellung und vorzugsweise Konstanthaltung des Spannungszustandes im
durchlaufenden Band aufweisen. Solche Mittel können beispielsweise hydraulische Kolben/Zylinder-Einheiten
sein, welche die oberen Rollen in einem vorgegebenen Spannungszustand des umlaufenden
Bandes halten. Die Mittel zur Längen- und Spannungskompensation können eine Einheit
bilden.
[0016] Durch ballig ausgebildete Umlenkrollen, wobei vorzugsweise der Durchmesserunterschied
zwischen Mitte und Stirnseite einer balligen Rolle etwa dem Betrag der durch Verdrillung
des Bandes um einen Winkelbetrag (Phi) verursachten Kantenverlängerung des Bandes
bei gegebener Bandbreite und Achsabstand der Rollen entspricht, wird das Band wirksam
von erhöhten Randspannungen entlastet, wobei auch noch die Bandführungseigenschaften
der Rollen verbessert werden. Zudem handelt es sich um eine unkomplizierte Maßnahme.
[0017] Eine besondere Ausgestaltung sieht vor, daß der Bandwendeturm zwei voneinander getrennte
Gruppen von Rollenpaaren aufweist, die durch eine gerade Laufstrecke des Bandes in
Richtung auf eine zur Bandeinlaufachse (x-x) koaxiale Bandauslaufachse (y-y) miteinander
in Verbindung stehen, wobei die Summe der Winkelbeträge beider Gruppen sich vorzugsweise
zu 180
o kumuliert. Mit dieser Ausgestaltung wird die Beibehaltung des Bandlaufs in einer
Linie durch die Anlagenmitte vom Einlauf bis zum Auslauf des Bandes gewährleistet.
[0018] Wenn darüberhinaus die gerade Laufstrecke soweit verlängert wird, daß sie dem Betrag
eines vorgegebenen Abstandes von zwei parallelen Spuren entspricht, kann mit dieser
Vorrichtung ein beliebiger Parallelversatz beim Bandtransport eingestellt werden.
Auch kann mit einer entsprechenden Kombination von Verdrillungswinkeln eine beliebige
Einstellung der Bandlaufrichtung erreicht werden.
[0019] Eine weitere wesentliche Ausgestaltung sieht vor, daß die oberen und unteren Rollen,
in der vertikalen Projektion gesehen, derart einander zugeordnet sind, daß die Seitenlinien
zweier einen gemeinsamen Bandabschnitt führender und um einen Winkelbetrag (Phi) gegeneinander
verdrehter Rollen sich jeweils in deren halben Länge schneiden. Mit dieser Maßnahme
wird in einfacher Weise sichergestellt, daß das Band beim Lauf durch die einander
folgenden Rollenpaare jeweils eine sichere Mittenführung auf jeder Rolle beibehält.
[0020] Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachstehenden
Erläuterung einiger in den Zeichnungen schematisch dargestellter Ausführungsbeispiele.
[0021] Es zeigen:
- Fig. 1
- in Seitenansicht eine herkömmliche kombinierte Feuerverzinkungs- und Lackieranlage;
- Fig. 2
- die Feuerverzinkungs- und Lackieranlage mit einem erfindungsgemäßen Bandwendeturm;
- Fig. 3a-3c
- schematische Darstellungen unterschiedlicher Verdrillungsmöglichkeiten beim Bandwenden,
z.B. mit 2 x 90o (Fig. 3a) bzw. 4 x 45o (Fig. 3b) bzw. 6 x 60o (Fig. 3c);
- Fig. 4
- eine Seitenansicht eines Bandwendeturms;
- Fig. 5
- eine vertikale Projektion des Bandwendeturms;
- Fig. 6a-6c
- schematische bzw. diagrammatische Darstellungen der erforderlichen freien Bandlängen
(L) beim Verschränken von Bändern unterschiedlicher Bandbreiten;
- Fig. 7a-7b
- schematische Darstellungen der Kompensation von Verdrillungs-Randspannungen mittels
balliger Führungsrollen;
- Fig. 8
- eine schematische Darstellung eines Bandwendeturms mit peripher angeschlossenen Transportspuren
für den Bandtransport zwischen unterschiedlichen Behandlungsstationen einer Anlage.
[0022] Fig. 1 zeigt eine kombinierte Feuerverzinkungs- und Lackieranlage in herkömmlicher
Ausführung mit einem ersten niedrigen Hallenteil (40) und einem anschließenden etwa
40 m hohen und 150 m langen Hallenbauteil (41). In der niedrigen Halle (40) befindet
sich die Einlaufgruppe (1), worin von zwei Coils abwickelbare Bänder (30a, 30b) zu
einem endlosen Band (30) vereinigt werden, und dieses anschließend im Durchlauf durch
eine Entfettungsstation (2) mit nachgeschaltetem horizontalem Schlingenspeicher (3)
in den hohen Hallenteil (41) eingeführt wird. Darin wird das Band (30) zunächst im
Durchlauf durch eine Glühstation (4) spannungsfrei geglüht, und nach Durchlauf durch
eine nachgeordnete Kühleinrichtung (5) in der Verzinkungsstation (6) verzinkt. Nach
Durchlauf durch eine weitere Kühlstrecke (7) wird das Band senkrecht nach oben in
eine Stahlkonstruktion (8) und darin unterhalb des Daches der hohen Halle (41) in
ca. 40 m Höhe horizontal über die Anlagenteile (9 - 12), am Hallenende senkrecht nach
unten und dann wieder horizontal in entgegengesetzter Bandlaufrichtung zum Einlaufteil
(1) zur weiteren Behandlung zunächst durch Dressiergerüste (9), danach durch eine
Streck-Richteinrichtung (10) und aus dieser durch die vollautomatische Lackiervorrichtung
(11) geführt. Aus dieser tritt das verzinkte und lackierte Band durch einen der Lackiervorrichtung
angegliederten vertikalen Auslauf-Schlingenturm in die Auslaufgruppe (12) und wird
dort auf Coils gewickelt. An den mit "X" bezeichneten Stellen, z. B. am Austritt des
Bandes (30) aus der Verzinkung (6), zwischen den Dressiergerüsten (9) sowie in der
Auslaufgruppe (12), wird das Band (30) einer Kontrolle durch visuelle Inspektion (X)
unterzogen. Zu diesem Zweck wird die ursprüngliche Unterseite (33) des Bandes (30)
zur Bandoberseite (34) gewendet. Das geschieht in der herkömmlichen Ausführung der
Anlage durch Umwendung um 2 x 90
o in der vertikalen Strecke (35) zwischen der Stahlkonstruktion (8) und dem Einlauf
in die Dressiergerüste (9). Es ist ersichtlich, daß hierfür durch die Höhe der Halle
(41), deren Länge sowie die erforderliche hohe und lange Stahlkonstruktion (8) ein
vergleichsweise äußerst hoher Aufwand zum Wenden des Bandes (30) erforderlich ist.
Als weiterer Nachteil ergibt sich zwangsläufig eine gegenläufige Bandlaufrichtung.
Auch besteht die Gefahr, daß das Band in der hohen Stahlkonstruktion (8) durch ungenauen
und schwierig zu überwachenden Lauf beschädigt wird.
[0023] Eine Anlage gemäß vorliegender Erfindung mit einem Bandwendeturm (20) ist in der
Figur 2 dargestellt. Der Bandwendeturm (20) ist zwischen der Verzinkungsstation (6)
und deren nachgeordneter Kühlstrecke (7) und den Dressiergerüsten (9) etwa im ersten
Drittel der hohen Halle (41) angeordnet. Durch Einbau des Bandwendeturms (20) wird
erreicht, daß die hohe und teure Hallenkonstruktion um ca. 40 m verkürzt und der verkürzte
Teil durch eine die Auslaufgruppe (12) aufnehmende niedrigere Halle (42) ersetzt wird.
Deren Höhe beträgt ca. 15 m gegenüber etwa 35 m der hohen Halle. Das mit der Bandunterseite
(33) einlaufende Band (30) wird im Bandwendeturm (20) um 180
o gewendet und tritt mit der "Gutseite" als Bandoberseite (34) aus dem Bandwendeturm
(20) aus.
[0024] Unterschiedliche Möglichkeiten beim Bandwenden um 180
o sind in den Figuren 3a bis 3c an drei Beispielen gezeigt. Beim Bandwenden mit nur
drei Rollen (21, 22) entsprechend Figur 3a wird das Band (30) um 2 x 90
o verdrillt, wobei sehr hohe Randspannungen auftreten. Diese könnten nur durch eine
sehr große freie Bandlänge (L) in erträglichen Grenzen kompensiert werden, was jedoch
einen unwirtschaftlich hohen Aufwand erfordern würde. Bei Anwendung von fünf Rollen
(21, 22) entsprechend Figur 3b ergeben sich vier Verdrillungen mit einem Winkel von
je 45
o zu insgesamt 180
o. Noch günstigere Verhältnisse ergeben sich gemäß Fig. 3c durch sechs Verdrillungen
um je 30
o mit 7 Rollen (21, 22) bei wesentlich reduzierter Länge (L). Gleiche "Gutseiten" des
Bandes (30) sind beim Einlauf als Unterseite (33) und beim Auslauf als Oberseite (34)
mit der Inspektionsseite (X) bezeichnet.
[0025] Entsprechend der Darstellung in Figur 4 ist der Bandwendeturm (20) mit einer Anzahl
von in vertikalem Abstand angeordneten oberen (21) unteren (22) Band-Umlenkrollen
ähnlich einem vertikalen Schlingenspeicher ausgebildet. Die oberen Band-Umlenkrollen
(21) und die zwischen der ersten und letzten unteren Rolle (22c, 22d) dazwischenliegend
angeordneten unteren Rollen (22) sind in Durchlaufrichtung des Bandes (30) von Rolle
(21) zu Rolle (22) und umgekehrt in gleichsinnigen, sich zu 180
o kumulierenden Winkelbeträgen (Phi₁ bis Phi
n) relativ zur Bandeinlaufachse (x-x) verdreht angeordnet. Diese Anordnung ist besonders
gut aus der Figur 5 erkennbar. Dabei wird das Band (30) bei Umschlingung um jeweils
ein von einer unteren (22) und einer oberen (21) Rolle gebildetes Rollenpaar um den
Winkelbetrag (Phi) verdrillt und in der Summe aller Verdrillungs-Winkelbeträge schließlich
um 180
o gewendet. Die Abspannlänge ist mit (L), die Bandeinlaufachse mit (x-x) und die koaxiale
Bandauslaufachse mit (y-y) bezeichnet.
[0026] In der Figur 4 ist weiterhin rein schematisch gezeigt, daß die oberen Umlenkrollen
(21) der Wendeeinrichtung (20) Mittel (25) zur Einstellung des vertikalen Abstandes
(L) zu den unteren Rollen (22, 22c, 22d) aufweisen können. Eine solche mögliche Abstandsänderung
ist in der Figur 4 mit "D" bezeichnet. Die Mittel zur Abstandseinstellung sind rein
schematisch mit Pfeilen (25) angedeutet. Dabei können die oberen Rollen (21) Mittel
(25) sowohl zur Bandlängen-Einstellung als auch zur Konstanthaltung des Spannungszustandes
im durchlaufendem Band (30) aufweisen. Solche Mittel (25) können miteinander identisch
sein und beispielsweise aus Kolben/Zylinder-Einheiten bestehen. In der Figur 4 ist
weiter dargestellt, daß die Bandeinlaufachse (x-x) mit der Unterseite "U" in den Bandwendeturm
(20) einläuft und nach Verdrillen des Bandes um insgesamt 180
o mit der gleichen Bandseite, nunmehr jedoch als Oberseite "O", zur Bandauslaufachse
(y-y) austritt.
[0027] Eine Rückführung des Bandes (30) innerhalb des Wendeturmes (20) gewährleistet erforderlichenfalls
die Beibehaltung des Bandlaufs in einer Linie vom Anfang bis zum Ende der Anlage und
damit die Koaxialität zwischen Bandeinlaufachse (x-x) und Bandauslaufachse (y-y).
Dies wird dadurch erreicht, daß gemäß Fig. 5 die Bandwendeeinrichtung des Bandwendeturmes
(20) zwei Gruppen (20A) bzw. (20B) von Rollenpaaren (21a; 22a) bzw. (21b; 22b); aufweist,
die durch eine gerade, im Winkel (Beta) zur Achse (x-x) verlaufende Band-Laufstrecke
(31) des Bandes (30) miteinander verbunden sind. Dabei ergänzen sich die Winkelbeträge
(Phi₁ bis Phi
n) der beiden Gruppen (20A) und (20B) zu 180
o.
[0028] In der Figur 6a ist die Verdrillung eines Bandabschnitts (32) im Achsabstand (L)
zwischen einer oberen Rolle (21) und einer unteren Rolle (22) rein schematisch dargestellt.
Hierbei wird ein mittiger Abrollvorgang und exakter Lauf des Bandabschnittes (32)
dadurch sichergestellt, daß die oberen und unteren Rollen (21, 22), in der vertikalen
Projektion der Figur 6b gesehen, derart einander zugeordnet sind, daß die Seitenlinien
(28 bzw. 29) zweier, einen gemeinsamen Bandabschnitt (32) führender Rollen (21 bzw.
22) sich jeweils im Bereich der Bandmitten (x-x) bzw. (y-y) der halben Bandbreiten
(B/2) schneiden. Unter Einhaltung dieser Bedingung wird der Bandabschnitt (32) sicher
mit seinen Bandmittellinien (x-x) bzw. (y-y) über die Mitte jeder balligen Rolle (21
bzw. 22) geführt.
[0029] Anhand von Beispielen ist ersichtlich, daß sich durch Kantenverlängerung beim Verdrillen
des Bandes (30) Randspannungen ergeben. Beispielsweise beim Wenden um 90
o zwischen zwei Rollen mit dem Achsabstand (L) ergibt sich eine Kantenverlängerung
(L) plus (Delta L) nach folgender Berechnung:
z. B. für die Verdrillung um 90
o mit
B = 1.500 mm und
L = 30.000 mm ergibt sich gemäß Fig. 7a:
(1)

(2)

Delta L (%) = 0,0312 %
(3)

Sigma = 65,6 N/mm²
Hierin bedeuten:
- B
- = Bandbreite
- L
- = Längenabstand Rollenachse/Rollenachse
- Delta L
- = Kantenverlängerung
- Sigma
- = resultierende Randkantenspannung
- E
- = Elastizitätsmodul des Bandmaterials
überschlägig ergibt sich bei einem Verdrillungswinkel von Phi = 30
o ca. 30 %; demnach Sigma = 22 N/mm² bei Delta L = 3,1 mm. Danach wird die erforderliche
Balligkeit zur Entlastung der Bandkantenspannung (Sigma) angenommen mit

.
[0030] Bei der Verdrillung bleibt die Mittellinie des Bandes unverändert lang, während sich
die Ränder nach dem Gesetz einer Schraubenlinie verlängern müssen. Daraus ergibt sich:

Der zweite Ausdruck in der Wurzel ist gegenüber der Zahl 1 immer klein, so daß angenähert
gilt:
Damit beträgt die Dehnung der Bandränder:

Die Dehnung muß durch die Bandzugkraft aufgebracht werden, wobei sie linear zur Bandmitte
hin abklingt.

Bei Verdrillung Phi = 90
o ist
Aufgelöst nach Verdrillungslängen (L) ergibt sich:
Hierin bedeuten:
- Epsilon
- = die durch Bandkraft aufzubringende Banddehnung
- EpsilonR
- = Randkantendehnung
- Epsilonm
- = mittlere Dehnung über die Bandbreite
- FZ
- = zulässige Bandkraft
- Fspez
- = spezifischer Bandzug
- h
- = Banddicke
- Phi
- = Verdrillungswinkel
Nach diesen Berechnungen ergeben sich die notwendigen freien Bandlängen (L) für Bandbreiten
(B) zwischen 650 und 1980 mm für unterschiedliche Verdrillungswinkel (Phi) zwischen
den Rollen (21) bzw. (22) in Abhängigkeit von einem spezifischen Bandzug (F
spez) und der Randkantenspannung (Sigma) in N/mm² und entsprechend die notwendigen Abspannlängen
(L) in Metern gemäß Diagramm in Figur 6. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel nach
der Erfindung wurden 6 Umlenkungen mit je einem Winkel (Phi) von 30
o bei einer Bandbreite B = 1700 mm und einer Abspannlänge (L) von 30 m gewählt. Aus
dem Diagramm gemäß Fig. 6 geht hervor, daß für diese Verhältnisse ein spezifischer
Bandzug (F
spez) von ca. 12 N/mm² resultiert.
[0031] Entsprechend der Berechnung sind die Umlenkrollen (21 bzw. 22) ballig ausgebildet.
Dabei entspricht der Durchmesserunterschied (Delta D) zwischen Mitte (D) und Stirnseite
(D') einer balligen Rolle (21, 22) in etwa dem Betrag der durch die Verdrillung des
Bandes (30) um einen Winkelbetrag (Phi) verursachten Kantenverlängerung (Delta L)
bei unveränderlichem Achsabstand (L) der Rollen (21 bzw. 22).
[0032] Ein Ausführungsbeispiel zeigt die Verhältnisse für einen praktischen Ausführungsfall
wie folgt:
| - Banddicke: |
0,2 - 0,8 mm |
| - Bandbreite: |
750 - 1500 mm |
| - freie Abspannlänge: |
ca. 30 m |
| - Rollendurchmesser: |
ca. 800 mm |
| - Ablenkwinkel je Rollenpaar: |
30o |
[0033] Die durch Verdrillung auftretenden erhöhten Randspannungen liegen sicher innerhalb
des elastischen Bereiches und werden durch geeignete Wahl der Rollenballen kompensiert.
[0034] Die Rollenballen, z.B. 3 - 4 mm im Durchmesser bei 800 mm Rollendurchmesser und 1800
mm Ballenlänge, sorgen zudem für einen Selbstzentriereffekt und damit für exakten
Bandlauf. Vor und hinter dem Bandwendeturm sind vorzugsweise Bandmittensteuereinheiten
vorgesehen.
[0035] Mit der Erfindung wird durch Einsatz eines Bandwendeturms (20) zum Führen bzw. zum
Wenden des Bandes (30) eine übersichtliche und unkomplizierte Vorrichtung geschaffen,
die an beliebiger Stelle der Anlage einsetzbar ist. Gleichzeitig wird hierdurch die
Höhe und Länge der großen Halle (41) unter erheblicher Kosteneinsparung reduziert
und ein gleichsinniger Durchlauf des Bandes (30) von der Einlaufstation (1) bis zur
Auslaufstation (12) der Anlage erreicht. Weitere Kosteneinsparungen und technische
Vorteile ergeben sich dadurch, daß der Bandwendeturm (20) nach Art eines vertikalen
Schlingenspeichers Mittel (25) zur Bandlängenkompensation und/oder zur Einhaltung
eines konstanten Spannungszustandes des Bandes (30) aufweisen kann.
[0036] Ferner wird mit der Erfindung auch die Möglichkeit eröffnet, die Bandlaufrichtung
beliebig einzustellen oder das Band mit Parallelversatz von einer ersten Laufspur
in eine im Abstand dazu verlaufende zweite Laufspur umzulenken. Damit eröffnen sich
unkomplizierte Möglichkeiten der Bandführung durch unterschiedliche Anlagenteile eines
mehrteiligen Anlagenkomplexes.
[0037] Ein Beispiel hierfür ist in der Figur 8 rein schematisch gezeigt. Vom Anlagenteil
I wird ein Band (30c) in den Bandwendeturm (20) eingeführt und darin um 90
o in der Bandlaufrichtung geschwenkt, worauf das Band (30c) aus dem Turm (20) heraus
zum Anlagenteil II geführt wird. Aus dem Anlagenteil III läuft das Band (30d) in den
Turm (20), wird darin gewendet und mit Parallelversatz aus diesem heraus in den Anlagenteil
II weitergeführt. Aus dem Anlagenteil IV läuft das Band (30e) in den Turm (20), wird
darin gewendet und danach in den Anlagenteil II weiter transportiert. Aus dem Anlagenteil
V läuft das Band (30f) in den Turm (20), wird darin in seiner Laufrichtung um 90
o geschwenkt und, ohne gewendet zu werden, aus dem Turm (20) in den Anlagenteil II
weitergeführt.
[0038] Die in der Figur 8 gezeigten Beispiele können je einzeln oder zu mehreren gleichzeitig
in einem entsprechend ausgebildeten Bandwendeturm (20) durchgeführt werden. Sie dienen
lediglich zum Aufzeigen der unterschiedlichen Möglichkeiten der Bandführung in dem
Turm (20), je nach dessen Ausgestaltung mit einer oder mehrerer Gruppen von vertikal
beabstandeten Umlenkrollen.
1. Verfahren zum Führen eines Stahlbandes während seines Durchlaufs durch eine mehrere
Behandlungsstationen aufweisende kontinuierliche Bandbehandlungsanlage, wobei Laufrichtung
und/oder -spur des Bandes beliebig eingestellt und/oder fallweise dabei das Band von
der Unterseite zur Oberseite - bzw. umgekehrt - gewendet wird, dadurch gekennzeichnet, daß das Band in einen Bandwendeturm eingeführt und in diesem ähnlich einem vertikalen
Schlingenspeicher über vertikal beabstandete obere und untere Umlenkrollen geführt
und dabei von Rolle zu Rolle um jeweils einen Winkelbetrag verdrillt wird, derart,
daß es zwischen Bandeinlauf und Bandauslauf in einen beliebigen Verdrillungswinkel
eingestellt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Band insgesamt um einen Winkelbetrag von 180o derart verdrillt wird, daß nach Umlenkung um die letzte Rolle des Bandwendeturms
die Bandunterseite beim Einlauf in die erste Rolle zur Bandoberseite beim Auslauf
gewendet ist, und umgekehrt.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Einstellung eines Parallelversatzes zwischen zwei Laufspuren das Band im
Bandwendeturm im Durchlauf durch eine erste Gruppe von Rollen in einen von der Richtung
seiner Einlaufspur abweichenden Winkel verschwenkt und nach Durchlaufen einer dem
Betrag des Seitenversatzes entsprechenden geraden Zwischenstrecke in eine zweite Gruppe
von Umlenkrollen eingeführt und darin wieder in die ursprüngliche Richtung seiner
Einlaufspur zurückgeschwenkt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Kompensation eines durch die Umlenkrollen bei der Bandwendung verursachten
Seitenversatzes (S) das Band in einer ersten Gruppe von Umlenkrollen um einen Winkelbetrag
weiter als um 180o verdrillt, in einem schrägen Winkel zur Bandeinlaufachse aus der letzten, unteren
Rolle heraus in einem Stück gerader Längsführung in Richtung gegen die Bandauslaufachse
zu um den Betrag (S) des Seitenversatzes in eine zweite Gruppe von Umlenkrollen geführt
und darin um einen Winkelbetrag in die zur Richtung der Bandeinlaufachse (x-x) koaxiale
Bandauslaufachse (y-y) zurückgeschwenkt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Verringerung der Randspannungen des Bandes bei dessen Verdrillung zwischen
jeweils zwei Rollen im Bandwendeturm ballige Rollen verwendet werden.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der die Balligkeit bestimmende Durchmesserunterschied einer Rolle in etwa dem
Betrag der durch die Verdrillung des Bandes um einen Winkelbetrag (Phi) bei gegebener
freier Bandlänge (L) zwischen einem Rollenpaar entstehenden und eine Dehnung der Bandkantenbereiche
verursachenden Kantenverlängerung entspricht.
7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Längenunterschiede bzw. Spannungsunterschiede des Bandes innerhalb des Bandwendeturmes
durch Änderung der Abstände zwischen den unteren und den mit diesen zusammenwirkenden
oberen Rollen kompensiert werden.
8. Vorrichtung zum Führen eines Stahlbandes in einer kontinuierlichen Behandlungsanlage
für Stahlband, wobei die Anlage Stationen für Behandlungsschritte wie Entfetten, Glühen,
Verzinken, Dressieren, Lackieren, Kontrollieren, Aufwickeln etc. aufweist, zur Durchführung
des Verfahrens nach den vorhergehenden Ansprüchen, gekennzeichnet durch einen ähnlich einem vertikalen Schlingenspeicher ausgebildeten Bandwendeturm (20)
mit einer Anzahl von in vertikalen Abständen angeordneten oberen (21) und unteren
(22) Band-Umlenkrollen, wobei die Rollen in Durchlaufrichtung des Bandes (30) jeweils
von Rolle (21) zu Rolle (22) in gleichsinnigen Winkelbeträgen (Phi₁ bis Phin) relativ zur Bandeinlaufachse (x-x) verdreht angeordnet sind, derart, daß das Band
(30) bei Umschlingung eines von einer unteren (22) und einer oberen (21) Rolle gebildeten
Rollenpaares um einen Winkelbetrag (Phi) verdrillt und fallweise bei einer Summe aller
Verdrillungs-Winkelbeträge (Phi₁ bis Phin) von 180o die Bandunterseite (33) zur Bandoberseite (34) - und umgekehrt - gewendet ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß vor und hinter dem Bandwendeturm (20) Bandmitten-Steuereinheiten vorgesehen
sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß die oberen Umlenkrollen (21) der Wendeeinrichtung (20) Mittel (25) zur Einstellung
des vertikalen Abstandes (L) und/oder zur Einstellung bzw. Konstanthaltung des Spannungszustandes
im durchlaufenden Band (30) aufweisen.
11. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Umlenkrollen (21) bzw. (22) ballig ausgebildet sind.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchmesserunterschied (Delta D) zwischen Mitte (D) und Stirnseite (D')
einer balligen Rolle (21, 22) in etwa dem Betrag der durch die Verdrillung des Bandes
(30) um einen Winkelbetrag (Phi) verursachten Kantenverlängerung (Delta L) des Bandes
(30) bei unveränderlichem Achsabstand (L) der Rollen (21) bzw. (22) entspricht.
13. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Bandwendeturm (20) zwei Gruppen (20A) bzw. (20B) von Rollenpaaren (21a;
22a) bzw. (21b; 22b) aufweist, die durch eine gerade Laufstrecke (31) des Bandes (30)
im Winkel (Beta) in Richtung auf eine zur Bandeinlaufachse (x-x) koaxiale Bandauslaufachse
(y-y) miteinander in Verbindung stehen, wobei die Summe der Winkelbeträge (Phi₁ bis
Phin) der beiden Gruppen (20A) und (20B) sich vorzugsweise zu 180o ergänzen.
14. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die oberen (21) und unteren (22) Rollen, in der vertikalen Projektion gesehen,
derart einander zugeordnet sind, daß die Seitenlinien (28) bzw. (29) zweier einen
gemeinsamen Bandabschnitt (32) führender und um den Winkelbetrag (Phi) gegeneinander
verdrehter Rollen (21) bzw. (22) sich jeweils in den Bandmittellinien (x-x) bzw. (y-y)
der halben Bandbreite (B/2) schneiden.
15. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüuche 8 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß der zulässige Verdrillungswinkel (Phi) des Bandes (30) zwischen einer oberen
und einer unteren Rolle (21, 22) vom Verhältnis der freien Länge (L) des Bandes (30)
zwischen diesen Rollen zur Bandbreite (B) und der daraus resultierenden Randspannung
(SigmaR) des Bandes (30) bestimmt wird.