[0001] Die Erfindung betrifft ein aluminiumhaltiges Substrat für Emailbeschichtungen, enthaltend
wenigstens auf den Seiten der Emailbeschichtung eine Oxidschicht, ein Verfahren zur
Herstellung der Oxidschicht und die Verwendung der aluminiumhaltigen Substrate.
[0002] Aluminiumwerkstoffe, wie beispielsweise Folien, Bänder oder Bleche werden beispielsweise
für den Fassaden- und Fahrzeugbau als Deckbleche eingesetzt. Solche Deckbleche werden
in der Regel anodisiert, um gegenüber Umwelteinflüssen resistent zu sein. In der Zeitschrift
"Aluminium" 54. Jahrgang, 1978, Heft 8, Seiten 527 und 528, W. Grosskopf, "Überblick
über Anwendung und Durchführung des Emaillierens von Aluminium", wird das Emaillieren
von Reinaluminiumbändern bis 0,3 mm Dicke beschrieben. Es wurde gefunden, dass nicht
jeder Aluminiumwerkstoff emaillierbar ist, und insbesondere magnesiumhaltige Aluminiumlegierungen
für eine Emaillierung ungeeignet sind.
[0003] In der UDSSR-Patentschrift 1 120 034 A wird ein Verfahren zum Emaillieren von Aluminiumlegierungen
beschrieben, wobei die Legierung anodisiert wird und der anodisierte Artikel mit einem
Muster eines Emailpulvers beschichtet, getrocknet und das Email gebacken wird, um
eine dekorative Oberfläche resp. ein dekoratives Muster zu erhalten. In "The Surface
Treatment and Finishing of Aluminium and its Alloys", Finishing Publication Ltd.,
Teddington, Middlesex, England, 5th edition, volume 2, 1987, Seite 1162, wird beschrieben,
dass einerseits die schlechtesten Resultate durch die Anwendung einer Emailschicht
auf einem anodisierten Aluminium erreicht würden, andererseits anodisiertes Aluminium
wiederum eine wesentlich bessere Bindung und Widerstand gegen thermischen Schock zeige.
Bis anhin war demnach das Problem einer über lange Zeit auf einer aluminiumhaltigen
Substrat anhaftenden Emailschicht nicht gelöst. Es ist immer zu befürchten, dass sich
eine solche Schicht bald nach dem Auftrag ablöst oder abplatzt.
[0004] Aufgabe vorliegender Erfindung ist es, diese Nachteile zu vermeiden und ein Substrat
zur Verfügung zu stellen, das sich insbesondere für die Beaufschlagung mit einer Emailschicht
eignet sowie ein Verfahren zur Herstellung des Substrates und eine Verwendung für
das Substrat vorzuschlagen.
[0005] Erfindungsgemäss wurde die Aufgabe dadurch gelöst, dass das Substrat eine Oberflächenschicht
aus Aluminium oder aus einer Aluminiumlegierung enthält und auf dieser Schicht eine
porenhaltige Oxidschicht befindlich ist, wobei die Oxidschicht eine Dicke von mehr
als 0,2 µm aufweist, der Porendurchmesser 0,03 bis 0,15 µm ist und das Verhältnis
von Porentiefe zu Porendurchmesser von 2 bis 60 beträgt.
[0006] Aluminiumhaltige Substrate sind beispielsweise flächenförmige Substrate aus Aluminium
oder seinen Legierungen. Beispiele sind Folien, Bänder, Bleche oder Profile. Die Substrate
können aber auch Körper beliebiger Gestalt mit einer Aluminiumoberfläche oder einer
aluminiumhaltigen Oberfläche sein. Weitere Substrate sind Verbundwerkstoffe, die an
wenigstens einer Deckschicht aus Aluminium oder aus einer Aluminiumlegierung bestehen.
Vorzugsweise werden Folien, Bänder oder Bleche aus Aluminium oder Aluminiumlegierungen
angewendet. Die Oxidschicht kann sich über die ganze Fläche des Aluminiums oder der
Aluminiumlegierung erstrecken oder kann zumindest an den Stellen vorgesehen sein,
an denen die Emailbeschichtung aufgebracht werden soll.
[0007] Die Oxidschicht ist porenhaltig. Insbesondere sind Poren, die gegen die Oberfläche
hin offen sind vorgesehen. Vorteilhaft ist die Porenverteilung über die Oberfläche
gleichmässig. Das aluminiumhaltige Substrat weist vorteilhaft eine Oxidschicht einer
Dicke von 0,2 bis 2 µm auf. Das aluminiumhaltige Substrat weist vorteilhaft eine Oxidschicht
mit einem Porendurchmesser von 0,04 bis 0,1 µm.
[0008] Als aluminiumhaltiges Substrat können Substrate mit einer Oberflächenschicht aus
Reinaluminium, enthaltend im wesentlichen Aluminium und die handelsüblichen Verunreinigungen
oder aus Aluminiumlegierungen angewendet werden.
[0009] Substrate aus Aluminium können beispielsweise ein Aluminium einer Reinheit von 98,5
Gew.-% und höher, bevorzugt von 99,0 Gew.-% und höher und insbesondere 99,5 Gew.-%
und höher, und dem Rest handelsübliche Verunreinigungen enthalten.
[0010] Bevorzugt für die Substrate sind Aluminiumknetlegierungen. Zu diesen Legierungen
gehören z.B. die Typen AlMg, AlMgSi, AlCuMg, AlZnMg und AlZnMgCu.
[0011] Aluminiumknetlegierungen können beispielsweise enthalten: Bis zu 1,5 Gew.-% Silicium,
bis zu 1,0 Gew.-% Eisen, bis zu 6,0 Gew.-% Kupfer, bis zu 1,5 Gew.-% Mangan, bis zu
6,0 Gew.-% Magnesium, bis zu 7,0 Gew.-% Zink, bis zu 0,2 Gew.-% Titan und bis zu 1,6
Gew.-% andere Elemente, Rest Aluminium. Besonders bevorzugt sind Substrate aus einer
Aluminiumlegierung, enthaltend 0,25 bis 1,5 Gew.-% Silicium, bis zu 0,3 Gew.-% Eisen,
bis zu 0,25 Gew.-% Kupfer, 0,1 bis 0,8 Gew.-% Mangan, 2,7 - 5,0 Gew.-% Magnesium,
bis zu 1 Gew.-% Zink, 0,01 bis 0,2 Gew.-% Titan,bis 0,2 Gew.-% Chrom, und bis zu 1,5
Gew.-% andere Elemente, Rest Aluminium.
[0012] Beispiele aus der Praxis von Substraten sind Aluminiumlegierungen AlMg3, AlMg3Si,
AlMg5, AlMg5Si und AlMg10.
[0013] Bevorzugt für die Substrate sind auch Aluminiumgusslegierungen. Zu diesen Legierungen
gehören z.B. die Typen: AlSi, AlSiMg, AlSiCuMg, AlMgSiCuMg, AlMgSi und AlZnMg. Von
diesen Typen wiederum sind besonders bevorzugt Aluminiumgusslegierungen enthaltend:
Bis zu 11,0 Gew.-% Silicium, bis zu 1,0 Gew.-% Eisen, bis zu 5,2 Gew.-% Kupfer, bis
zu 0,5 Gew.-% Mangan, bis zu 7,5 Gew.-% Magnesium, bis zu 10 Gew.-% Zink, bis zu 0,3
Gew.-% Titan, bis zu 1,2 Gew.-% Nickel, bis zu 0,03 Gew.-% Blei, bis zu 0,03 Gew.-%
Zinn und bis zu 0,05 Gew.-% andere Elemente, Rest Aluminium.
[0014] Die Substrate können nur diese Aluminium- oder aluminiumhaltige Oberflächenschicht
und über dieser Oberflächenschicht, zumindest partiell, die Oxidschicht aufweisen,
oder es können z.B. im Sinne eines Verbundes oder eines Laminates weitere aluminiumhaltige
Schichten oder Schichten anderer Werkstoffe einseitig der Oberflächenschicht angeordnet
werden, während die Oxidschicht anderseitig angeordnet werden kann. Die Aluminium-
oder aluminiumhaltige Oberflächenschicht muss sich sinngemäss an der Oberfläche befinden,
damit die Oxidschicht in zutreffender Weise daran resp. darauf angebracht werden kann.
Die Oxidschicht bildet dann die nunmehr aussen frei liegende Schicht zur weiteren
Beschichtung mit der Emailleschicht.
[0015] Vorliegende Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung des Aluminium-
oder aluminiumhaltigen Substrates für Emailbeschichtungen. Erfindungsgemäss wird das
Verfahren derart ausgeführt, dass am Substrat, wenigstens auf den Seiten der vorgesehenen
Emailbeschichtungen ein Anodisierverfahren mit einem sauren Elektrolyten bei Temperaturen
von 30 bis 80 °C und einer Spannung von 30 bis 120 Volt, während 1 bis 60 Sekunden,
durchgeführt wird.
[0016] Das Anodisierverfahren kann beispielsweise derart ausgeführt werden, dass die zu
anodisierende Oberfläche des Substrates mit dem sauren Elektrolyten in Kontakt gebracht
wird. Der saure Elektrolyt kann beispielsweise eine starke Säure oder ein Gemisch
starker Säuren enthalten. Typische Beispiele solcher Säuren sind Schwefelsäure (H₂SO₄),
oder Phosphorsäure (H₃PO₄). Weitere Säuren, die angewendet werden können sind beispielsweise
Oxalsäure oder Sulfosalicylsäure. Auch Gemische genannter Säuren können angewendet
werden. In der Praxis werden beispielsweise Schwefelsäure in Mengen von 40 bis 200
g/l und bevorzugt von 50 bis 160 g/l eingesetzt (Schwefelsäure bezogen auf 100 % Säure).
Es kann als Elektrolyt auch Phosphorsäure in einer Menge von 60 bis 100 g/l und insbesondere
85 g/l angewendet werden, wobei die Säuremenge auf 100 % reine Säure bezogen ist.
Ein anderer bevorzugter Elektrolyt ist Schwefelsäure in Mischung mit Oxalsäure, wobei
insbesondere eine Menge von 150 bis 200 g/l Schwefelsäure mit beispielsweise 30 bis
50 g/l Oxalsäure gemischt wird. Ein weiterer Elektrolyt enthält beispielsweise 130
bis 170 g/l Sulfosalicylsäure in Mischung mit 6 bis 10 g/l Schwefelsäure. Die zu behandelnden
Oberflächen werden mit dem Elektrolyten in Berührung gebracht und mit Gleichstrom,
Impulsstrom, Wechselstrom oder asymmetrischen Wechselstrom durchgeführt. Unter Gleichstrom
werden auch praktisch gleichartige Ströme, beispielsweise die durch Vollweggleichrichtung
eines Einphasenwechselstromes oder durch Gleichrichtung eines Dreiphasenwechselstromes
erzeugt werden, verstanden. Als asymmetrische Wechselstromarten können beispielsweise
sinusförmiger Wechselstrom mit einer Spannungs/Zeitkurve mit ungleich hohen Amplituden
im positiven und negativen Teil, rechteckförmiger Wechselstrom mit einer Spannungs/Zeitkurve
mit gleich hohen Amplituden und ungleich langen Zeitanteilen des positiven und negativen
Teils, rechteckförmiger Wechselstrom mit einer Spannungs/Zeitkurve mit ungleich hohen
Amplituden im positiven und negativen Bereich oder rechteckförmiger Wechselstrom mit
einer Spannungs/Zeitkurve mit ungleich hohen Amplituden und ungleich langen Zeitanteilen
des positiven und negativen Teils angewendet werden. Ferner können sinusförmige Wechselstromkurven
mit Phasenanschnitt im positiven und negativen Teil und auch andere asymmetrische
Wechselströme mit unterbrochenem Stromfluss eingesetzt werden, wie z.B. mit dreieckförmigem
Wechselstrom.
[0017] In der Praxis wird das Anodisierverfahren bei Elektrolyt-Temperaturen von 40 bis
60 °C durchgeführt.
[0018] Besonders gute Ergebnisse werden dann erzielt, wenn das Anodisierverfahren bei einer
Spannung von 30 bis 90 Volt durchgeführt wird. Es ist vorteilhaft, das Anodisierverfahren
während 5 bis 30 Sek. durchzuführen. Der in der Praxis angewandte Vorgang der Erzeugung
der Oxidschicht läuft im wesentlichen so ab, dass das Substrat und dabei insbesondere
die mit Email zu beschichtende Oberfläche aus Aluminium oder Aluminiumlegierung einer
Vorbehandlung unterzogen wird, wobei die Oberfläche zuerst entfettet, dann gespült
und schliesslich gebeizt wird, wobei das Beizen beispielsweise mit einer Natriumhydroxidlösung
in einer Konzentration von 50 bis 200 g/l bei 40 bis 60° während einer bis zehn Minuten
durchgeführt werden kann. Anschliessend kann die Oberfläche gespült und mit einer
Säure wie z.B. Salpetersäure, insbesondere einer Konzentration von 25 bis 35 Gew.-%
im Bereich der Raumtemperatur von typischerweise 20 - 25 °C während 20 - 60 Sekunden
neutralisiert, erneut gespült und gegebenenfalls getrocknet werden.
[0019] Die gegebenenfalls vorbehandelte Substratoberfläche, resp. das Substrat kann in der
Elektrolytlösung anodisch geschaltet werden, worauf zwischen dem als Anode wirkenden
Metall und einer als Gegenelektrode ebenfalls in die Lösung eingetauchten Kathode
ein elektrischer Strom übergeht. Nach dem Anodisierverfahren kann das Substrat oder
die behandelte Oberfläche weiteren Behandlungen, wie z.B. Spülen oder Imprägnieren,
wie z.B. mit einem Flussmittel, zugeführt werden.
[0020] Vorliegende Erfindung betrifft auch die Verwendung des erfindungsgemässen Erzeugnisses
als Substrat für Emailbeschichtungen. Insbesondere kann das Substrat nach vorliegender
Erfindung für Emailbeschichtungen mit einem Schmelzpunkt von 480 °C bis zum Schmelzpunkt
oder nahe dem Schmelzpunkt des Substrates verwendet werden. Mit nahe dem Schmelzpunkt
werden beispielsweise Temperaturen zwischen 20 oder 10 °C unter dem Schmelzpunkt beschrieben.
Zweckmässig wird das Erzeugnis als Substrat für Emailbeschichtungen auf Basis von
Alkali-Silico-Titanaten, gegebenenfalls mit Einbrenntemperatur-senkenden Zusätzen,
z.B. den Verbindungen, wie Oxide, des Lithiums, Bariums, Antimons, Cadmiums, Wismuts
oder Vanadiums angewendet. In bevorzugter Ausführungsform betrifft die vorliegende
Erfindung die Verwendung des Erzeugnisses als Substrat für Emailbeschichtungen aus
einer Fritte, enthaltend die Oxide des Siliciums in Mengen von 27 bis 33 Gew.-%, bevorzugt
30 Gew.-%, des Kaliums von 9 bis 12 Gew.-%, bevorzugt 9,5 bis 11,5 Gew.-%, des Titans
von 18 bis 22 Gew.-%, bevorzugt 20 bis 22 Gew.-%, des Natriums von 18 bis 22 Gew.-%,
bevorzugt 20 bis 22 Gew.-%, des Aluminiums von 0,5 bis 3,2 Gew.-%, bevorzugt 2,8 bis
3,2 Gew.-%, des Lithiums von 3,5 bis 4,2 Gew.-%, bevorzugt 3,8 bis 4,2 Gew.-%, des
Bors von 5 bis 8 Gew.-%, bevorzugt 6,5 bis 8 Gew.-%, des Zirkons von 0,05 bis 3 Gew.-%,
vorzugweise von 2,3 bis 3 Gew.-%, des Zinks von 0,8 bis 2,0 Gew.-%, vorzugsweise 0,8
bis 1,5 Gew.-% des Magnesiums von 1 bis 1,5 Gew.-%, des Cadmiums von 0 bis 5 Gew.-%,
des Antimons von 0 bis 2,8 Gew.-%, des Strontiums von 0 bis 1,5 Gew.-% und des Phosphors
von 0 bis 2,5 Gew.-%.
[0021] Bevorzugt sind Emailbeschichtungen, die als Fritte mit Zusätzen auf das Substrat
aufgebracht und durch Wärmebehandlung oder Einbrennen in eine Emailbeschichtung einer
Dicke von 50 bis 200 µm, bevorzugt von 50 bis 120 µm und insbesondere 70 bis 100 µm,
übergeführt werden. Die Emailbeschichtung ihrerseits kann beispielsweise aus einer
Mischung von Oxiden in den angegebenen Mengenverhältnissen erzeugt werden. Die Oxide
liegen in der Regel als Fritte, d.h. als Gemisch, das gemahlen wurde, vor. Diese Fritte
kann ihrerseits mit Verarbeitungshilfsmittel, wie beispielsweise Borsäure, Natrium-Metasilikat,
Kaliumhydroxid, Titandioxid und Pigmenten versetzt werden. Typisches Beispiel einer
Frittezusammensetzung enthält: 100 Teile Fritte, etwa 4 Teile Borsäure, einen Teil
mit Natrium-Metasilikat, einen Teil Kaliumhydroxid, fünf bis fünfzehn Teile Titandioxid
und einen bis sieben Teile Pigment. Entsprechend den Anforderungen an die farbliche
Gestaltung der Emaillierung können farbgebende Pigmente angewendet werden. Die Emaillierung
kann beispielsweise eine Schicht umfassen, wobei eine Schicht einer Frittenzusammensetzung
auf die Substratoberfläche aufgebracht wird und in einem Brennvorgang eingebrannt,
d.h. in die Emailbeschichtung überführt wird. Im Rahmen der Erfindung liegen auch
weitere Verfahren, gemäss denen zwei Schichten in zwei Brennvorgängen, drei Schichten
in drei Brennvorgängen resp. mehrere Schichten in mehreren Brennvorgängen aufgebracht
werden. Andere Verfahren zur Aufbringung von Emailschichten bestehen im Aufbringen
von zwei oder weiteren Fritteschichten oder Frittezusammensetzungen mit nur einem
Brennvorgang. Die Fritte kann beispielsweise eine mittlere Korngrösse von weniger
als 74 µm und zweckmässig weniger als 44 µm aufweisen. Die Fritte kann durch Aufstreuen,
Sprayen, Eintauchen oder Schlämmen aufgebracht werden. Weitere Möglichkeiten sind
das elektrostatische Sprühen oder die Elektrophorese. Fallweise muss die Fritte, sofern
sie mit einem Suspensionshilfsmittel wie Wasser aufgebracht wurde, getrocknet werden.
Nach dem Trocknen kann das beschichtete Substrat in einen Ofen gebracht werden, wobei
das Brennverfahren kontinuierlich oder stufenweise erfolgen kann. Typische Brennzeiten
liegen im Bereich zwischen 3 und 10 Minuten, wobei Brennzeiten zwischen 3 und 6 Minuten
bevorzugt werden. Typische Brenntemperaturen liegen zwischen 480 und 560 °C. Alle
Verfahren können schrittweise oder kontinuierlich durchgeführt werden.
[0022] Die erfindungsgemässe Oberflächenschicht und die darüber angeordnete Oxidschicht
stellen ein Substrat dar, welches für eine Emailbeschichtung besonders geeignet ist,
da die Benetzung durch die Bestandteile der Emailbeschichtung während des Einbrennprozesses
in besonderem Masse ausgeprägt ist und dadurch die Verwendung von Fritten mit niedrigerem
Schmelzpunkt, d.h. mit einem Schmelzpunkt von beispielsweise bis zu 20 °C unter dem
üblichen Bereich, ermöglicht wird. Die erfindungsgemässe Oxidschicht ist insbesondere
arm an Magnesium und Kupfer und verhindert eine weitere Diffusion von Magnesium aus
der Oberflächenschicht, während und nach dem Einbrennen der Emailbeschichtung. Ein
negativer Einfluss des Kupfers wird ausgeschaltet, da die Oxidschicht, bedingt durch
die Rücklösung während der Anodisation, arm an Kupfer ist.
[0023] Die Substrate nach vorliegender Erfindung mit den Emailbeschichtungen weisen eine
äusserst glatte Oberfläche auf. Durch die Emailbeschichtung ist das Substrat gegen
mechanische, physikalische, chemische und actinische Einflüsse und beispielsweise
gegen Umwelteinflüsse weitgehend geschützt. Die Oberfläche ist glatt, glänzend und
von grosser Härte. Durch die glatte Oberfläche können beispielsweise Schmutz, Farbstoffe,
lösungsmittelhaltige Farbstoffe oder in einem Trägermedium befindliche Farbstoffe
nicht in Poren eindringen und das Aussehen der Oberfläche verändern oder verunstalten.
Die grosse Härte der Oberfläche schützt vor Abrasion und anderen mechanischen Einwirkungen.
[0024] Vorliegende Substrate mit einer Emailbeschichtung eignen sich beispielsweise im Hochbau
als Fassadenplatten für Innen- und Aussenanwendungen, als Aussenschicht an Verbundplatten
für Fassaden oder für den Innenausbau, als Verkleidungsplatten oder Karrosserieteile
für Fahrzeuge, wie Eisenbahnwagen, Busse und andere Strassen- und Schienenfahrzeuge
und für Anwendungen in Bereichen korrosiver Atmosphäre. Auch geeignet sind die mit
Email beschichteten Substrate nach vorliegender Erfindung für Möblierungen in öffentlichen
Bereichen wie Plakatsäulen, Briefkästen, Automatenkästen und dergleichen, die z.B.
durch Vandalismus einer erhöhten Gefährdung ausgesetzt sind. Die Emailbeschichtungen
auf den erfindungsgemässen Substraten können beispielsweise eine derart glatte Oberfläche
aufweisen, dass allein durch die Bewitterung eine starke Selbstreinigung der emailbeschichteten
Substrate erfolgt.
[0025] Alle Angaben in Teilen oder Prozenten beziehen sich auf das Gewicht, sofern nicht
anders angegeben.
Beispiele
[0027] Die nachfolgend beschriebenen Substrate werden wie folgt vorbehandelt:
a) Entfetten,
b) spülen,
c) beizen in einer Natronlauge, enthaltend 100 g/l NAOH, bei 50 °C während 3 Minuten,
d) spülen,
e) neutralisieren in 30 Gew.-% wässriger HNO₃, bei 20 °C während 30 Sekunden,
f) spülen,
g) trocknen.
[0028] Die eingesetzten Fritten basieren auf Alkali-Siliko-Titanat mit einer Zusammensetzung:
| Gew.-% |
Fritte 1 |
Fritte 2 |
| SiO₂ |
27 - 33 |
30 |
| K₂O |
9,5 - 11,5 |
10 |
| TiO₂ |
20 - 22 |
18 |
| Na₂O |
20 - 22 |
18 |
| Al₂O₃ |
2,8 - 3,2 |
0,5 |
| Li₂O |
3,8 - 4,2 |
3,5 |
| B₂O₃ |
6,5 - 8 |
5 |
| ZrO₂ |
2,3 - 3 |
0,05 |
| MgO |
1 - 1,5 |
-- |
| ZnO |
0,8 - 1,5 |
2 |
| CdO₂ |
-- |
5 |
| Sb₂O₅ |
-- |
2,8 |
| SrO |
-- |
1,5 |
| P₂O₅ |
-- |
2,5 |
| Einbrenntemperatur: |
500 - 520 °C |
540 - 560 °C |
[0029] Die Fritten werden mit Hilfsmitteln vermahlen, so dass sich ein Gemisch etwa folgender
Zusammensetzung ergibt:
| Fritte |
Teile 100 |
| Borsäure |
4 |
| Na-Metasilikat |
1 |
| KoH |
1 |
| TiO₂ |
5 - 15 |
| Pigment |
1 - 7 |
Beispiel 1, Vergleich:
[0030] Ein Substrat aus einer aluminiumhaltien Legierung AlMg₃, beispielsweise ein Blech
einer Dicke von 2 mm wird gemäss oben beschriebener Vorbehandlung vorbereitet. Eine
niedrig schmelzende Email-Fritte gemäss der oben genannten Zusammensetzung 1 wird
in einer Schicht und einem Brennvorgang bei 500 °C während 10 Minuten eingebrannt.
Es resultiert ein emailbeschichtetes Substrat, wobei die Emailbeschichtung jedoch
keine Haftung zeigt und abblättert. Darunter weist das Substrat aus der Aluminiumlegierung
eine graue Oberfläche auf.
Beispiel 2:
[0031] Ein Substrat aus einer Aluminiumlegierung AlMg₃ wird gemäss oben angegebener Vorbehandlung,
Schritte a) bis f), vorbereitet und anodisiert. Der Elektrolyt enthält 50 g/l H₂SO₄
und die Anodisierung wird bei 55 bis 60 °C mit einer Stromdichte von 15 A/dm² bei
30 Volt während 12 Sekunden durchgeführt. Nach Abschluss der Anodisierung wird eine
Schichtdicke von 9000 Å (0,9 µm) und ein Porendurchmesser von 310 Å (0,031 µm) gemessen.
Das anodisierte Substrat, das nunmehr eine Oxidschicht trägt, wird mit einer niedrig
schmelzenden Email-Fritte der obigen Zusammensetzung 1 in einer Schicht und einem
Brennvorgang bei 500 °C und während 10 Minuten Dauer emailliert. Das resultierende
Produkt weist ein perfekte Haftung und ein perfektes Aussehen der Emailschicht auf
dem Substrat auf. Nach einer Umformung des Bleches und einem Schlagfesttest gemäss
DEZ-Merkblatt F6.2 kann keine Emailabplatzung festgestellt werden.
Beispiel 3:
[0032] Der Versuch gemäss Beispiel 2 wird wiederholt, das Substrat ist jedoch eine AlMg₁SiCu-Legierung.
Das Verfahren wird gemäss Beispiel 2 ausgeführt und entsprechend werden die gleich
guten Resultate gemäss Beispiel 2 erhalten.
Beispiel 4:
[0033] Ein aluminiumlegierungshaltiges Substrat AlFe1,5Mn wird in zwei Proben geteilt, eine
Probe a) erfährt die gleiche Vorbehandlung wie bei Vergleichsversuch 1 und eine Probe
b) erfährt die gleiche Behandlung wie die Probe 2. Die einmal nicht anodisierte Probe
a) und die anodisierte Probe b) werden mit einer Emaillierung versehen, wobei eine
niedrig schmelzende Fritte gemäss Zusammensetzung 1 angewendet wird. Es wird eine
Emailschicht aufgetragen und in einem Brennvorgang bei 490 °C und 8 Minuten eingebrannt.
Die Vergleichsprobe a) resultiert in einer rauhen Oberfläche der Emailbeschichtung
und einem matten Aspekt, während die erfindungsgemässe Probe b) eine glänzende Oberfläche
mit hoher Glätte aufweist.
Beispiel 5:
[0034] Ein Substrat in Form einer AlMg₃-Aluminiumlegierung wird der Vorbehandlung wie oben
beschrieben den Schritten a) bis f) unterzogen und anschliessend anodisiert. Der Elektrolyt
enthält 160 g/l H₂SO₄ und 40 g/l Oxalsäure. Die Temperatur während der Anodisation
wird auf 40 °C eingestellt, die Stromdichte beträgt 10 A/dm² bei einer Spannung von
30 Volt. Die Anodisierung erfolgt während 27 Sekunden. Das Substrat weist eine Oxidschichtdicke
von 14'000 Å (1,4 µm) und einen Porendurchmesser von 420 Å (0,042 µm) auf.
[0035] Das gleiche Material wird einem anderen Elektrolyten bei der Anodisation ausgesetzt,
diesmal enthaltend 150 g/l Sulfosalicylsäure und 8 g/l H₂SO₄. Die Temperatur während
der Anodisierung beträgt 40 °C, die Stromdichte beträgt 5 A/dm² und die Spannung 41
Volt. Die Anodisierdauer beträgt 18 Sekunden, und es resultiert eine Oxidschicht in
einer Dicke von 4500 Å (0,45 µm) und ein Porendurchmesser von 500 Å (0,05 µm).
[0036] Mit dem gleichen Substrat wird eine dritte Variante einer Anodisierung durchgeführt,
es wird ein Elektrolyt, enthaltend 85 g/l H₃PO₄, angewendet und bei 60 ° Anodisiertemperatur,
bei einer Stromdichte von 15 A/dm² und 88 Volt Spannung während 6 Sekunden anodisiert.
Es resultiert eine Oxidschicht in einer Dicke von 3800 Å (0,38 µm) mit einem Porendurchmesser
von 1000 Å (0,1 µm).
[0037] Mit allen drei Proben wird die Emaillierung gemäss Beispiel 1 wiederholt. Alle Proben
zeigen ein gutes Aussehen und weisen eine perfekte Haftung der Emailschicht auf dem
Substrat auf. In allen Fällen beträgt die Schichtdicke der Emaillierung 70 - 90 µm.
1. Aluminiumhaltiges Substrat für Emailbeschichtungen, enthaltend wenigstens auf den
Seiten der Emailbeschichtungen eine Oxidschicht,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Substrat eine Oberflächenschicht aus Aluminium oder einer Aluminiumlegierung enthält
und auf dieser Schicht eine porenhaltige Oxidschicht befindlich ist, wobei die Oxidschicht
eine Dicke von mehr als 0,2 µm aufweist, der Porendurchmesser 0,03 bis 0,15 µm ist
und das Verhältnis von Porentiefe zu Porendurchmesser von 2 bis 60 beträgt.
2. Aluminiumhaltiges Substrat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Oxidschicht
eine Dicke von 0,2 bis 2 µm aufweist.
3. Aluminiumhaltiges Substrat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Oxidschicht
einen Porendurchmesser von 0,04 bis 0,1 µm.
4. Aluminiumhaltiges Substrat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächenschicht
eine Aluminiumknetlegierung darstellt.
5. Aluminiumhaltiges Substrat nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Aluminiumknetlegierung
bis zu 1,5 Gew.-% Silicium, bis zu 1,0 Gew.-% Eisen, bis zu 6,0 Gew.-% Kupfer, bis
zu 1,5 Gew.-% Mangan, bis zu 6,0 Gew.-% Magnesium, bis zu 7,0 Gew.-% Zink, bis zu
0,2 Gew.-% Titan und bis zu 1,6 Gew.-% andere Elemente, Rest Aluminium, enthält.
6. Aluminiumhaltiges Substrat nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächenschicht
eine Aluminiumknetlegierung darstellt, enthaltend 0,25 bis 1,5 Gew.-% Silicium, bis
zu 0,3 Gew.-% Eisen, bis zu 0,25 Gew.-% Kupfer, 0,1 bis 0,8 Gew.-% Mangan, 2,7 bis
5,0 Gew.-% Magnesium, bis zu 1,0 Gew.-% Zink, 0,01 bis 0,2 Gew.-% Titan, bis 0,2 Gew.-%
Chrom und bis zu 1,5 Gew.-% andere Elemente, Rest Aluminium.
7. Aluminiumhaltiges Substrat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächenschicht
eine Aluminiumgusslegierung darstellt.
8. Aluminiumhaltiges Substrat nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Aluminiumgusslegierungen
bis zu 11,0 Gew.-% Silicium, bis zu 1,0 Gew.-% Eisen, bis zu 5,2 Gew.-% Kupfer, bis
zu 0,5 Gew.-% Mangan, bis zu 7,5 Gew.-% Magnesium, bis zu 10 Gew.-% Zink, bis zu 0,3
Gew.-% Titan, bis zu 1,2 Gew.-% Nickel, bis zu 0,03 Gew.-% Blei, bis zu 0,03 Gew.-%
Zinn und bis zu 0,05 Gew.-% andere Elemente, Rest Aluminium, enthalten.
9. Verfahren zur Herstellung eines aluminiumhaltigen Substrates für Emailbeschichtungen
nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens an den Bereichen der Emailbeschichtungen
ein Anodisierverfahren in einem sauren Elektrolyten, bei Temperaturen von 30 bis 80
°C und einer Spannung von 30 bis 120 Volt während 1 bis 60 Sekunden durchgeführt wird.
10. Verfahren zur Herstellung eines aluminiumhaltigen Substrates für Emailbeschichtungen
nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Anodisierverfahren bei Elektrolyt-Temperaturen
von 40 bis 60 °C durchgeführt wird.
11. Verfahren zur Herstellung eines aluminiumhaltigen Substrates für Emailbeschichtungen
nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Anodisierverfahren bei einer Spannung
von 30 bis 90 Volt durchgeführt wird.
12. Verfahren zur Herstellung eines aluminiumhaltigen Substrates für Emailbeschichtungen
nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Anodisierverfahren während 5 bis
30 Sekunden durchgeführt wird.
13. Verwendung des Erzeugnisses nach Anspruch 1 als Substrat für Emailbeschichtungen.
14. Verwendung des Erzeugnisses nach Anspruch 13 als Substrat für Emailbeschichtungen
mit einem Schmelzpunkt von 480 °C bis zum Schmelzpunkt des Substrates.
15. Verwendung des Erzeugnisses nach Anspruch 13 als Substrat für Emailbeschichtungen,
enthaltend die Oxide des Siliciums in Mengen von 27 bis 33 Gew.-%, bevorzugt 30 Gew.-%,
des Kaliums von 9 bis 12 Gew.-%, bevorzugt 9,5 bis 11,5 Gew.-%, des Titans von 18
bis 22 Gew.-%, bevorzugt 20 bis 22 Gew.-%, des Natriums von 18 bis 22 Gew.-%, bevorzugt
20 bis 22 Gew.-%, des Aluminiums von 0,5 bis 3,2 Gew.-%, bevorzugt 2,8 bis 3,2 Gew.-%,
des Lithiums von 3,5 bis 4,2 Gew.-%, bevorzugt 3,8 bis 4,2 Gew.-%, des Bors von 5
bis 8 Gew.-%, bevorzugt 6,5 bis 8 Gew.-%, des Zirkons von 0,05 bis 3 Gew.-%, vorzugweise
von 2,3 bis 3 Gew.-%, des Zinks von 0,8 bis 2,0 Gew.-%, vorzugsweise 0,8 bis 1,5 Gew.-%,
und gegebenenfalls eines oder mehrere der Oxide des Magnesiums von 1 bis 1,5 Gew.-%,
des Cadmiums von 0 bis 5 Gew.-%, des Antimons von 0 bis 2,8 Gew.-%, des Strontiums
von 0 bis 1,5 Gew.-% und des Phosphors von 0 bis 2,5 Gew.-%.
16. Verwendung des Erzeugnisses nach Anspruch 13 als Substrat für Emailbeschichtungen,
die als Fritte mit Zusätzen auf das Substrat aufgebracht und durch Wärmebehandlung
in eine Emailbeschichtung einer Dicke von 50 bis 200 µm, bevorzugt 50 bis 120 µm,
und insbesondere 70 bis 100 µm, übergeführt wird.