[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Reinigen des Innern von Blasinstrumenten
mit einem Reinigungskörper, der ein konvex nach außen gewölbtes Teil umfaßt, an dessen
vorderem Ende ein längliches Durchziehteil befestigt ist.
[0002] Es besteht eine große Notwendigkeit, das Innere von Blasinstrumenten zu reinigen.
Im Laufe der Zeit lagern sich nämlich im Innern des Instruments die verschiedensten
Stoffe zu einem festen Belag ab. Dieser Belag führt nicht nur zu einer allmählichen
Zerstörung des Instruments sondern es werden auch die tonphysikalischen Eigenschaften
des Instruments in sehr nachhaltiger Weise beeinträchtigt, so daß die Qualität des
Blasinstruments allmählich immer mehr nachläßt. So müssen Holzblasinstrumente und
Flöten nach jedem Benutzen von innen getrocknet werden, um Risse im Holz und Beschädigungen
der Klappenpolster zu vermeiden.
[0003] Eine Reinigungsvorrichtung für das Innere von Blasinstrumenten der eingangs angegebenen
Art ist aus der DE-OS 37 15 490 bekannt. Die Reinigungsvorrichtung besteht dabei aus
einem Durchziehteil in Form einer flexiblen Schnur. Am einen Ende dieser Schnur ist
ein Reinigungselement aus einem kugelförmigen Schwammgummi, Schaumgummi oder Kunststoffschaum
befestigt. Das andere Ende der flexiblen Schnur weist ein ebenfalls kugelförmiges
Durchfädelteil auf. Mit dieser bekannten Reinigungsvorrichtung lassen sich zwar sehr
gute Reinigungseffekte erzielen, doch bei manchen Instrumenten kann der Belag insbesondere
bei kritischen Stellen nicht optimal entfernt werden.
[0004] In dem DE-GM 92 14 532 ist eine Reinigungsvorrichtung für Querflöten offenbart. Die
Reinigungsvorrichtung weist einen Stab auf, der an seinem Kopfende eine runde Kopfplatte
trägt. Mit dieser Reinigungsvorrichtung können nur Querflöten oder vergleichbare Instrumente
gereinigt werden.
[0005] Ausgehend von einer Reinigungsvorrichtung für das Innere von Blasinstrumenten der
eingangs angegebenen Art liegt der Erfindung die
Aufgabe zugrunde, eine verbesserte Reinigungsvorrichtung zu schaffen, mit der auf einfache
und effektive Weise ein optimaler Reinigungseffekt erzielt wird.
[0006] Als technische
Lösung wird mit der Erfindung vorgeschlagen, daß der Reinigungskörper ein plattenförmiges
Teil aufweist, auf dessen Oberseite das gewölbte Teil angeordnet ist.
[0007] Eine nach dieser technischen Lehre ausgebildete Reinigungsvorrichtung hat den Vorteil,
das mit ihr auf optimale Weise das Innere von Blasinstrumenten gereinigt und getrocknet
werden kann. Dies wird mit der besonderen Formgebung des Reinigungskörpers erzielt,
der eine besondere Profilierung aufweist, nämlich ein plattenförmiges Teil, auf dessen
einen Flachseite ein gewölbtes Teil gewissermaßen dergestalt angeordnet ist, daß das
gewölbte Teil eine Erhöhung auf dem plattenförmigen Teil bildet. Der Reinigungskörper
ist dabei flexibel bzw. kompressibel dergestalt ausgebildet, daß er nach einer Druckausübung
auf ihn, wie dies beim Hindurchziehen durch ein Blasinstrument der Fall ist, anschließend
wieder in seine Ausgangsform zurückkehrt. Die Maße des so ausgebildeten Reinigungskörpers
sowie auch die Maße des Durchziehteils hängen von dem jeweiligen Instrument ab. Das
plattenförmige Teil und das gewölbte Teil können aus dem gleichen Material oder aber
aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Sofern die beiden unterschiedlichen Teile
aus unterschiedlichen Materialien bestehen, können sie individuell den an sie gestellten
Aufgaben angepaßt werden. Die beiden Teile können dabei beispielsweise miteinander
verklebt sein. Für den Fall, daß die beiden Teile aus dem gleichen Material bestehen,
können sie einstükkig hergestellt sein. Aber auch hier ist es denkbar, die plattenförmigen
Teile und die gewölbten Teile jeweils einzeln herzustellen, um sie anschließend miteinander
zu verbinden, beispielsweise miteinander zu verkleben. Dadurch können unterschiedliche
Teilegröße zur Schaffung der verschiedensten Größenkombinationen miteinander variiert
werden.
[0008] In einer bevorzugten Weiterbildung der erfindungsgemäßen Reinigungsvorrichtung wird
vorgeschlagen, daß das plattenförmige Teil eine runde Scheibe ist. Eine derartige
runde Scheibe in der Form eines flachen Zylinders läßt sich technisch einfach herstellen
und besitzt darüber hinaus eine große Querstabilität, wobei der Randbereich der Scheibe
mit der Innenwandung des zu reinigenden Instruments in Kontakt tritt.
[0009] Eine weitere bevorzugte Weiterbildung der erfindungsgemäßen Reinigungsvorrichtung
schlägt vor, daß das gewölbte Teil ein Kugelabschnitt, insbesondere eine Halbkugel
ist. Durch diese Kugelform läßt sich der Reinigungskörper problemlos durch das Blasinstrument
hindurchziehen, wobei sein Vorteil darin liegt, daß er mit relativ großer Fläche in
Kontakt mit der Innenwandung des Blasinstruments tritt. Selbstverständlich kann das
gewölbte Teil auch beispielsweise von einem Ellipsoid oder einem vergleichbaren gewölbten
Körper ausgehen.
[0010] Eine Weiterbildung hiervon schlägt vor, daß der Durchmesser des Kugelabschnittes
kleiner ist als der Durchmesser der runden Scheibe. Dadurch wird ein optimaler Reinigungseffekt
erzielt, wobei die genauen Größen sowohl der runden Scheibe als auch des Kugelabschnittes
von dem jeweiligen Anwendungsfall abhängen.
[0011] Eine weitere bevorzugte Weiterbildung schlägt vor, daß der Reinigungskörper aus Schwammgummi,
Schaumgummi und/oder aus einem Kunststoffschaum besteht. Diese Materialien sind einerseits
flexibel bzw. kompressibel genug, um sie problemlos durch das Blasinstrument hindurchziehen
zu können, zum anderen können mit ihnen sehr gute Reinigungs- und Trocknungseffekte
erzielt werden.
[0012] Eine weitere Weiterbildung schlägt vor, daß der Reinigungskörper zusätzlich noch
von der Seite des gewölbten Teils her von einem Lappen insbesondere aus Leder oder
Stoff abgedeckt ist. Dieses zusätzliche Reinigungselement wird insbesondere für Reinigungsvorrichtungen
vorgesehen, die für Klarinetten, Saxophone, Oboen oder Fagotte bestimmt sind.
[0013] Eine weitere Weiterbildung schlägt vor, daß das längliche Durchziehteil eine flexible
Schnur insbesondere aus Kunststoff ist. Vorzugsweise handelt es sich bei der flexiblen
Schnur um eine Nylonschnur. Diese ist einerseits flexibel genug, um sie auch bei kurvenreichen
Blasinstrumenten hindurchfädeln zu können, andererseits ist diese Schnur vom hygienischen
Standpunkt her akzeptabel, da sie ohne weiteres durch Abwaschen gereinigt werden kann.
Schließlich beschädigt sie die Innenwandung des zu reinigenden oder zu trocknenden
Instruments nicht.
[0014] Dabei weist das freie Ende der Schnur vorzugsweise einen Durchfädelkörper auf. Bei
dem Durchfädelkörper kann es sich beispielsweise um eine Kugel aus Holz oder Blei
handeln. Die Bleikugel zeichnet sich durch ihr hohes Gewicht aus, so daß die flexible
Schnur problemlos Biegungen folgen kann, wenn der Benutzer das zu reinigende Instrument
entsprechend dreht. Um Beschädigungen zu vermeiden, wird man die Bleikugel mit einer
Kunststoffummantelung versehen.
[0015] Alternativ ist es auch denkbar, daß das freie Ende der Schnur eine Spitze aufweist.
[0016] Eine weitere Weiterbildung hiervon schlägt vor, daß auf der Seite des plattenförmigen
Teils eine zweite Schnur angreift. Diese Form einer Reinigungsvorrichtung in Kombination
mit dem bereits erwähnten Lappen eignet sich besonders für Sopran-Saxophone.
[0017] Alternativ zu der flexiblen Schnur ist es auch denkbar, als längliches Durchziehteil
bzw. - in diesem Fall - Durchstoß- oder Schiebeteil einen insbesondere flexiblen Stab
zu verwenden. Dieses Reinigungselement beispielsweise mit einem Kunststoffstab und
dabei insbesondere mit einem PVC-Stab läßt sich problemlos von außen in das Instrument
einführen, um damit die zu reinigenden oder zu trocknenden Stellen zu erreichen. Durch
eine Hin- und Herbewegung wird dabei der Reinigungs- und Trocknungseffekt erzielt.
[0018] Eine Weiterbildung hiervon schlägt schließlich vor, daß auf dem plattenförmigen Teil
auf der dem gewölbten Teil abgewandten Seite ein Lappen insbesondere aus Leder oder
Stoff befestigt ist. Eine derartige Reinigungsvorrichtung mit einem flexiblen Stab
und dem Lederlappen eignet sich besonders zum Reinigen von Querflöten.
[0019] Verschiedene Ausführungsbeispiele der erfindungsgemäßen Reinigungsvorrichtung werden
nachfolgend anhand der Zeichnungen beschrieben. In diesen zeigt:
- Fig. 1
- eine Ansicht einer ersten Ausführungsform mit einer flexiblen Schnur und einer Spitze;
- Fig. 2
- eine zweite Ausführungsform, wobei die flexible Schnur statt der Spitze am freien
Ende eine Durchfädelkugel aufweist;
- Fig. 3
- eine dritte Ausführungsform entsprechend der in Fig. 2, jedoch mit einem zusätzlichen
Lederlappen über dem Reinigungskörper;
- Fig. 4
- eine vierte Ausführungsform in einer Weiterbildung der dritten Ausführungsform in
Fig. 3, wobei die vierte Ausführungsform zusätzlich noch eine zweite Schnur aufweist;
- Fig. 5
- eine fünfte Ausführungsform, bei der der Reinigungskörper an einem flexiblen Stab
angeordnet ist;
- Fig. 6
- eine sechste Ausführungsform ähnlich der in Fig. 5, jedoch wobei der Reinigungskörper
zusätzlich noch einen Lederlappen aufweist.
[0020] In Fig. 1 ist eine erste Ausführungsform einer Reinigungsvorrichtung dargestellt,
die insbesondere zum Reinigen von Posaunen geeignet ist. Die Reinigungsvorrichtung
weist dabei ein Durchziehteil in Form einer flexiblen Schnur 1 aus Kunststoff, insbesondere
Nylon auf. Am einen Ende dieser Schnur 1 ist ein Reinigungskörper 2 angeordnet. Dieser
besteht aus einem plattenförmigen Teil 3 in Form einer zylinderförmigen, runden Scheibe.
Auf der einen Oberseite bzw. Flachseite diesen plattenförmigen Teils 3 befindet sich
ein gewölbtes Teil 4 in Form einer Halbkugel. Sowohl das plattenförmige Teil 3 als
auch das gewölbte Teil 4 bestehen aus Schwammgummi, können aber auch aus einem anderen,
vergleichbaren Material bestehen, beispielsweise Schaumgummi oder aus einem Kunststoffschaum.
Das freie Ende der Schnur 1 weist eine Spitze 5 zum Durchfädeln durch die Posaune
auf.
[0021] Als Reinigungskörper 2 kann auch einfach nur eine Halbkugel vorgesehen sein, also
ohne das plattenförmige Teil 3.
[0022] Die Ausführungsform in Fig. 2 unterscheidet sich von der Ausführungsform in Fig.
1 dadurch, daß statt der Spitze 5 ein Durchfädelkörper 6 vorgesehen ist, bei dem es
sich um eine Holzkugel handeln kann. Diese Variante der Reinigungsvorrichtung ist
insbesondere für Hörner geeignet.
[0023] In Fig. 3 ist eine Weiterbildung der Variante in Fig. 2 dargestellt. Die Weiterbildung
besteht darin, daß der Reinigungskörper 2 zusätzlich noch einen Lappen 7 aus Leder
aufweist, der auf die Schnur 1 aufgesteckt ist und auf dem gewölbten Teil 4 aufliegt
und dabei den Reinigungskörper 2 gewissermaßen umgreift. Diese Variante eignet sich
besonders zum Reinigen von Klarinetten sowie von Saxophonen.
[0024] Die Ausführungsform in Fig. 4 stellt eine Weiterentwicklung der Ausführungsform in
Fig. 3 dar, und zwar dergestalt, daß am plattenförmigen Teil 3 ebenfalls zentrisch
eine zweite Schnur 1' angreift, die ebenfalls an ihrem freien Ende mit einem Durchfädelkörper
6' ausgestattet ist, bei der es sich um eine Holzkugel handeln kann, während der Durchfädelkörper
6 der anderen Schnur 1 eine Bleikugel sein kann. Diese Variante der Reinigungsvorrichtung
eignet sich besonders gut zum Reineigen von Sopran-Saxophonen.
[0025] Die Ausführungsform in Fig. 5 unterscheidet sich von den vorhergehenden Ausführungsformen
und dabei insbesondere von der nächstliegenden Ausführungsform in Fig. 1 dadurch,
daß statt der flexiblen Schnur 1 ein mehr oder weniger flexibler Stab 8 vorgesehen
ist, an dem der Reinigungskörper 2 der zuvor beschriebenen Form angeordnet ist.
[0026] Eine Weiterbildung hiervon ist in Fig. 6 dargestellt, und zwar ist das plattenförmige
Teil 3 zusätzlich mit einem Lappen 9 aus Leder versehen. Diese Reinigungsvorrichtung
eignet sich besonders zum Reinigen von Querflöten.
Bezugszeichenliste
[0027]
- 1
- Schnur
- 1'
- Schnur
- 2
- Reinigungskörper
- 3
- plattenförmiges Teil
- 4
- gewölbtes Teil
- 5
- Spitze
- 6
- Durchfädelkörper
- 6'
- Durchfädelkörper
- 7
- Lappen
- 8
- Stab
- 9
- Lappen
1. Vorrichtung zum Reinigen des Innern von Blasinstrumenten mit einem Reinigungskörper
(2), der ein konvex nach außen gewölbtes Teil (4) umfaßt, an dessen vorderem Ende
ein längliches Durchziehteil befestigt ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Reinigungskörper (2) ein plattenförmiges Teil (3) aufweist, auf dessen Oberseite
das gewölbte Teil (4) angeordnet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das plattenförmige Teil (3)
eine runde Scheibe ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das gewölbte Teil
(4) ein Kugelabschnitt, insbesondere eine Halbkugel ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchmesser des
Kugelabschnitts kleiner ist als der Durchmesser der runden Scheibe.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Reinigungskörper
(2) aus Schwammgummi, Schaumgummi und/oder aus einem Kunststoffschaum besteht.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Reinigungskörper
(2) zusätzlich noch von der Seite des gewölbten Teils (4) her von einem Lappen (7)
insbesondere aus Leder oder Stoff abgedeckt ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das längliche
Durchziehteil eine flexible Schnur (1) insbesondere aus Kunststoff ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das freie Ende der Schnur
(1) einen Durchfädelkörper (6) aufweist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das freie Ende der Schnur
(1) eine Spitze (5) aufweist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß auf der
Seite des plattenförmigen Teils (3) eine zweite Schnur (1') angreift.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet daß das längliche
Durchziehteil ein insbesondere flexibler Stab (8) ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß auf dem plattenförmigen
Teil (3) auf der dem gewölbten Teil (4) abgewandten Seite ein Lappen (9) insbesondere
aus Leder oder Stoff befestigt ist.