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EP 0 612 359 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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13.09.1995 Patentblatt 1995/37 |
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Anmeldetag: 19.09.1992 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)6: C23G 1/36 |
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Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/DE9200/808 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 9306/262 (01.04.1993 Gazette 1993/09) |
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VERFAHREN ZUR REGENERATION VON ALTBEIZEN
METHOD FOR RECYCLING USED PICKLING LIQUORS
PROCEDE POUR LA REGENERATION DE DECAPANTS USES
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE DE FR GB IT NL |
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Priorität: |
24.09.1991 DE 4131793
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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31.08.1994 Patentblatt 1994/35 |
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Patentinhaber: METALLGESELLSCHAFT Aktiengesellschaft |
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60015 Frankfurt (DE) |
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Erfinder: |
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- BRÜCKEN, Volker
D-6240 Königstein (DE)
- PÖTZSCHKE, Manfred
D-6242 Kronberg (DE)
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Entgegenhaltungen: :
DE-A- 1 571 728 DE-B- 1 155 610 US-A- 3 801 481 US-A- 4 149 951
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DE-A- 3 906 791 US-A- 3 072 545 US-A- 4 149 946
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Regeneration von beim Beizen von Werkstücken
aus un- und niedrig-legierten Stählen mittels Salzsäure anfallender, Salzsäure, Eisen-
und Zinksalze enthaltender Altbeize durch Elektrolyse, wobei die Fe²⁺-Ionen und die
Zink²⁺-Ionen an der Kathode metallisch abgeschieden und aus dem Kathodenraum entfernt
werden.
[0002] Das Beizen bezweckt die Beseitigung der aus nicht-metallischen, vorzugsweise oxidischen
Bestandteilen bestehenden, auf den Oberflächen von Werkstücken aus Stahl bei der Warmverformung
oder Wärmebehandlung gebildeten Zunder- oder Rostschicht, um eine metallisch-blanke
Oberfläche zu erhalten, die erforderlich ist, wenn die Stahloberfläche einen Schutzüberzug
erhalten soll. Damit auf die Oberfläche von Werkstücken aus un- und niedrig-legierten
Stählen eine Zinkschutzschicht durch Feuerverzinken aufgetragen werden kann, werden
die Werkstücke bevorzugt in Salzsäure gebeizt, wodurch es zur Bildung von bis zu 300
g/l FeCl₂ in der Salzsäure kommt. Die blanke Stahloberfläche wird anschließend mit
einer dünnen Zinkschutzschicht von 0,04 bis 0,1 mm Dicke durch Eintauchen des Werkstücks
in geschmolzenes Zink überzogen. Falls jedoch die aufgetragene Zinkschutzschicht noch
von der Oberfläche des Überzugs bis zur Stahloberfläche des Werkstücks reichende Poren
und Risse aufweisen sollte, ist es notwendig, dieses Werkstück erneut in der Salzsäure
zu beizen, mit der Folge, daß zusätzlich zu FeCl₂ noch bis zu 100 g/l ZnCl₂ in der
Salzsäure entsteht.
[0003] Die anfallenden Abfallbeizen werden zum überwiegenden Teil je nach ihrer Zusammensetzung
für chemische Prozesse verwendet. Dabei entstehen jedoch nicht unbeachtliche Mengen
an zu deponierenden Reststoffen. Eine solche Beseitigung von Altbeizen auf Basis von
Mineralsäuren wird in Zukunft wegen verschärfter Umweltauflagen sowie kleiner und
erheblich teurer werdendem Deponieraum immer problematischer, so daß die Regeneration
der Altbeizen, insbesondere auf der Basis von Salzsäure mit darin enthaltenem FeCl₂
und ZnCl₂, erheblich an Bedeutung gewinnen wird.
[0004] Aus der US-A-3 801 481 ist ein Verfahren zur Regeneration von Metallionen enthaltenden
Altbeizen durch Elektrolyse bekannt. Dabei werden das Eisen sowie andere Metalle an
der Kathode und Eisenoxide sowie andere Metallsalze an der Anode abgeschieden und
von dort entfernt.
[0005] Gegenstand der US-A-3 072 545 ist ein Verfahren zum galvanischen Abscheiden von Metallen,
vorzugsweise von Eisen aus Metallsalzen, wie Eisensulfat oder Eisenhalogenide enthaltenden
Altbeizen. Dabei wird die Metallsalz enthaltende Lösung in den außenliegenden Kathodenraum
einer aus drei Räumen bestehenden Elektrolysezelle eingeleitet. Der Kathodenraum ist
von einem Mittelraum durch ein fluid-permeables, poröses Diaphragma und der Mittelraum
wieder von einem sich daran anschließenden Anodenraum durch eine kationenselektive
Membrane getrennt. Im dem Kathodenraum wird ein größerer Druck als in dem Mittelraum
aufrechterhalten, so daß die Altbeize aus dem Kathodenraum durch das poröse Diaphragma
in den Mittelraum strömt, aus diesem abgezogen und dem Anodenraum aufgegeben wird.
An der Anode entwickelt sich Sauerstoff, und Wasserstoff wird aus dem Anodenraum über
die kationenselektive Membrane in den Kathodenraum überführt.
[0006] Die US-A-4 149 946 beschreibt ein Verfahren zur Regeneration von schwefelsäurehaltiger,
gelöstes Eisensulfat enthaltender Altbeize. Diese Altbeize wird in den Kathodenraum
einer Elektrolysezelle, der auf beiden Seiten jeweils durch eine kationenselektive
Membrane von einem Anodenraum getrennt ist, eingeleitet und den Anodenräumen gelöstes
Ammoniumsulfat aufgegeben. Durch die Wirkung des elektrischen Stroms wird metallisches
Eisen an der Kathode abgeschieden, und Ammoniumionen wanderen aus den Anodenräumen
durch die kationenselektive Membrane in den Kathodenraum, so daß der Ammoniumsulfatgehalt
im Kathodenraum und der Schwefelsäuregehalt in den Anodenräumen ansteigen. Die regenerierte
Schwefelsäure wird aus den Anodensäumen in den Kreislauf und die Ammoniumsulfatlösung
aus dem Kathodenraum in die Anodenräume zurückgeführt.
[0007] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Elektrolyseverfahren zur Regeneration
von Altbeizen auf der Basis von Salzsäure, in der Eisen- und Zinksalze enthalten sind,
bereitzustellen.
[0008] Gelöst ist diese Aufgabe dadurch, daß die Altbeize dem Kathodenraum einer Elektrolyse,
der auf beiden Seiten durch eine Kationenaustauscher-Membrane von einem Schwefelsäure
enthaltenden Anodenraum getrennt ist, aufgegeben wird, und die Cl⁻-Ionen mit den aus
den Anodenräumen in den Kathodenraum wandernden H⁺-Ionen zu freier Salzsäure reagieren,
die dem Beizprozeß unmittelbar wieder zuführbar ist.
[0009] Im Rahmen der weiteren Ausgestaltung des Elektrolyse-Verfahrens betragen die Zellspannung
2 bis 12 V, vorzugsweise 4 bis 8 V, und die Stromdichte ≧ 1 kA/m², vorzugsweise 1
bis 5 kA/m². Durch diese Maßnahmen läßt sich eine Trennleistung von bis zu 60 % erzielen.
Als Anolyt dient Schwefelsäure mit einem Säuregehalt von bis zu 5 %, die durch die
Anodenräume im Kreislauf strömt.
[0010] Die Vorrichtung zur Durchführung des Elektrolyse-Verfahrens besteht aus drei nebeneinander
angeordneten Zellen, von denen die mittlere den Kathodenraum bildende Zelle von den
beiden äußeren die Anodenräume bildenden Zellen durch jeweils eine Kationenaustausch-Membran
getrennt ist. Die Eisen- und Zinksalze enthaltende Altbeize auf Basis von Salzsäure
wird dem Kathodenraum zugeführt, wo unter Einwirkung des Gleichspannungsfeldes die
Fe²⁺- und Zn²⁺-Ionen an der Kathode nacheinander in metallischer Form abgeschieden
werden. Die ladungsbedingte Wanderung der Cl⁻-Ionen zu den Anoden wird durch die Kationenaustauscher-Membranen
unterbunden, da diese nur für Kationen durchlässig sind. Die in den Anodenräumen gebildeten
H⁺-Ionen wanderen durch die Kationenaustauscher-Membranen, so daß die Cl⁻-Ionen mit
den H⁺-Ionen zu freier Salzsäure reagieren.
[0011] Die Metalle werden bevorzugt dendritisch abgeschieden. Die Dendrite werden mittels
einer automatisch arbeitenden Kammvorrichtung von den Kathoden kontinuierlich abgestreift,
fallen auf den Boden des Kathodenraums und werden von dort ausgeschleust.
[0012] Die Erfindung ist im folgenden anhand eines Fließschemas näher und beispielhaft erläutert.
[0013] Eine Altbeize der Zusammensetzung
| FeCl₂ |
220 g/l |
| ZnCl₂ |
55 g/l |
| HCl |
20 g/l |
wird aus der Beizanlage (1) über die Leitung (2) dem Kathodenraum (3) der Elektrolysezelle
(4) zugeleitet. An der Kathode (5) werden die Fe²⁺- und Zn²⁺-Ionen nacheinander dendritisch
abgeschieden. Der Kathodenraum (3) ist durch Kationenaustauscher-Membranen (6,7) begrenzt.
Der elektrochemisch notwendige Ladungsausgleich der Altbeize erfolgt durch Wanderung
von H⁺-Ionen aus den Anodenräumen (8,9) mit Anoden (10,11) in den Kathodenraum (3),
so daß sich dort freie Salzsäure bildet. Die aus dem Kathodenraum (3) über Leitung
(12) ablaufende, in die Beizanlage (1) zurückgeführte regenerierte Beizlösung setzt
sich zusammen aus
| FeCl₂ |
95 g/l |
| ZnCl₂ |
30 g/l |
| HCl |
100 g/l. |
[0014] Vom Boden des Kathodenraums (3) werden die dendritisch abgeschiedenen Metalle Eisen
und Zink ausgeschleust. Der aus Schwefelsäure bestehende Anolyt wird mittels der Pumpe
(13) im Kreislauf (14) durch die Anodenräume (8,9) geführt. Die Zellspannung beträgt
6 V und die Stromdichte 1 kA/m².
1. Verfahren zur Regeneration von beim Beizen von Werkstücken aus un- und niedrig-legierten
Stählen mittels Salzsäure, anfallender, Salzsäure, Eisen- und Zinksalze enthaltender
Altbeize durch Elektrolyse, wobei die Fe²⁺-Ionen und Zn²⁺-Ionen an der Kathode metallisch
abgeschieden und aus dem Kathodenraum entfernt werden, dadurch gekennzeichnet, daß
die Altbeize dem Kathodenraum einer Elektrolyse, der auf beiden Seiten durch eine
Kationenaustauscher-Membrane von einem Schwefelsäure enthaltenden Anodenraum getrennt
ist, aufgegeben wird, und die Cl⁻-Ionen mit den aus den Anodenräumen in den Kathodenraum
wandernden H⁺-Ionen zu freier Salzsäure reagieren.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zellspannung 2 bis 12 V,
vorzugsweise 4 bis 8 V, und die Stromdichte ≧ 1 kA/m², vorzugsweise 1 bis 5 kA/m²,
betragen.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die im Kreislauf
durch die Anodenräume geführte Schwefelsäure einen Säuregehalt von bis zu 5 % besitzt.
1. A method for the regeneration by electrolysis of waste pickle containing hydrochloric
acid, iron and zinc salts produced upon the pickling of workpieces made of non-alloyed
and low-alloyed steels by means of hydrochloric acid, wherein the Fe²⁺ ions and Zn²⁺
ions are metallically separated off at the cathode and are removed from the cathode
compartment, characterised in that the waste pickle is fed to the cathode compartment
of an electrolysis stage which is separated from an anode compartment containing sulphuric
acid on both sides by a cation-exchanger membrane, and the Cl⁻ ions react with the
H⁺ ions migrating from the anode compartments into the cathode compartment to form
free hydrochloric acid.
2. A method according to Claim 1, characterised in that the cell voltage is 2 to 12 V,
preferably 4 to 8 V, and the current density is ≧ 1 kA/m², preferably 1 to 5 kA/m².
3. A method according to Claims 1 and 2, characterized in that the sulphuric acid circulated
through the anode compartments has an acid content of up to 5%.
1. Procédé de régénération par électrolyse d'un décapant usé contenant de l'acide chlorhydrique,
des sels de fer et de zinc, se formant lors du décapage par l'acide chlorhydrique
de pièces d'aciers non alliés ou faiblement alliés, dans lequel les ions Fe²⁺ et les
ions Zn²⁺ sont déposés à la cathode sous forme métallique et sont éliminés du compartiment
cathodique, caractérisé en ce que le décapant usé est versé dans le compartiment cathodique
d'une électrolyse, qui est séparé des deux côtés par une membrane échangeuse de cations
d'un compartiment anodique contenant de l'acide sulfurique, et en ce que les ions
Cl⁻ réagissent avec les ions H⁺ migrant des compartiments anodiques dans le compartiment
cathodique pour donner de l'acide chlorhydrique libre.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la tension de la cellule est
de 2 à 12 V, de préférence de 4 à 8 V, et en ce que la densité de courant est supérieure
ou égale à 1 kA/m², de préférence de 1 à 5 kA/m².
3. Procédé selon les revendications 1 et 2, caractérisé en ce que l'acide sulfurique
passant en circuit fermé dans les compartiments anodiques possède une teneur en acide
allant jusqu'à 5 %.
