[0001] Die Erfindung betrifft eine verbesserte Schußfadenbremse mit steuerbarer Bremswirkung,
insbesondere für schützenlose Webmaschinen, bestehend aus zwei sich federnd gegeneinander
legenden und den Schußfaden zwischen sich aufnehmenden lamellenartigen Teilen, auf
die die steuerbaren Mittel einwirken, die die Lage wenigstens eines der beiden lamellenartigen
Teile gegenüber dem anderen verstellen.
[0002] Derartige Schußfadenbremsen werden bei schützenlosen Webmaschinen eingesetzt, damit
das Schußfadeneintragsorgan den ausgewählten Schußfaden in gespanntem bzw. gestrecktem
Zustand erfassen kann. Während des Schußeintrages sind die Eintragsorgane, z.B. die
von beiden Seiten her in das Webfach vorgeschobenen und wieder zurückgezogenen Greifer
erheblichen Beschleunigungen und Verzögerungen unterworfen. Nach seinem Erfassen wird
der Faden von den Greifern rasch zur Fachmitte gebracht und dabei schnell von der
Spule abgezogen. In der Fachmitte erfolgt die Übergabe an den von der Gegenseite her
vorgeschobenen Greifer. Dabei wird für kurze Zeit der rasche Fadenabzug unterbrochen.
Anschließend wird der Faden vom übernehmenden Greifer vollends schnell durch das Webfach
gezogen und am Ende der Eintragsbahn freigegeben und dadurch in seiner Geschwindigkeit
gestoppt. Über die ganze Zeit des Schußeintrages muß der Faden gespannt bleiben und
darf z.B. beim kurzen Unterbrechen des Fadenabzuges während der Fadenübergabe nicht
nachlaufen und z.B. keine Schlingen bilden. Um diese Forderung zu erfüllen, ist die
o.g. Schußfadenbremse vorgesehen und vielfach so ausgebildet, daß sie nicht nur eine
ständige gleichmäßige Bremswirkung auf den Faden ausübt, sondern in unterschiedlichen
Phasen des Schußeintrages auch eine unterschiedlich starke Bremswirkung realisiert.
[0003] Aus der DE-PS 34 46 567 ist eine Schußfadenbremse mit stufenweise steuerbarer Bremswirkung
für schützenlose Webmaschinen bekannt. Diese Schußfadenbremse besteht aus zwei sich
federnd gegeneinander legenden und den Schußfaden zwischen sich aufnehmenden lamellenartigen
Teilen, auf die zusätzlich individuell und willkürlich steuerbare Mittel einwirken.
Dabei sollen die steuerbaren Mittel in der Lage sein, wenigstens eines der beiden
lamellenartigen Teile gegenüber dem anderen zu verstellen.
Als steuerbare Mittel sind hier elektromagnetische Mittel vorgesehen, z.B. solche
wie ein an dem einen lamellenartigen Teil anliegendes Ankerstück und diesem gegenüberliegend
ein an dem anderen lamellenartigen Teil angeordneter Elektromagnet. Die Steuerung
dieser Fadenbremse gestattet es nicht, die auf den Schußfaden wirkende Bremskraft
in engen Toleranzen gestuft einzustellen. Die Einstellung der Bremskräfte auf eine
Vielzahl exakt definierter Werte ist nicht möglich; damit ist auch eine Reproduzierbarkeit
der Bremskräfte nahezu ausgeschlossen. Darüber hinaus besteht der Nachteil, daß diese
Fadenbremse nur zwei Steuerungsmöglichkeiten zuläßt, nämlich die Bremse ist elektromagnetisch
belastet oder sie ist nicht belastet.
[0004] Aus der EP 0 475 892 A1 ist eine Fadenbremse für Webmaschinen bekannt, wonach der
Schußfaden zwischen einem Bremsband und einem gesteuert bewegbaren Bremskörper geführt
ist und wobei der Bremskörper durch einen mit einer Ansteuer- und Logikschaltung verbundenen
Stellmotor betätigbar ist.
Hier wird die Drehbewegung der Stellmotorwelle über eine Hebelmechanik in eine Hubbewegung
des Bremskörpers umgesetzt. Diese Fadenbremse ist nur in der Lage die Bremswirkung
entweder aufzuheben oder nicht aufzuheben, da eine Art Grundbremsung, wie sie mit
den lamellenartig ausgebildeten Bremsteilen gemäß der DE-PS 34 46 567 möglich ist,
nicht gegeben ist.
[0005] Ferner muß bei dieser Lösung die Bremskraft im geschlossenen Zustand der Bremse mechanisch
eingestellt werden; die Einstellung kann während des Webmaschinenlaufes nicht mehr
verändert werden.
Zur Positionierung des Stellmotors ist nach dem EP 0 475 892 ein Induktivsensor erforderlich.
[0006] Mit der europäischen Patentanmeldung 0 524 429 ist ferner eine Fadenbremse, insbesondere
zum Einsatz bei Schußfadeneintrag auf Webmaschinen bekannt. Hier besteht die Fadenbremse
aus einer motorisch drehangetriebenen Welle, die auf einem Teil ihres Umfangs durch
Querschnittsreduzierung eine Ausnehmung ausbildet, und aus einer federnden Lasche,
die am Umfang der Welle über der Ausnehmung anliegt.
Diese Querschnittsreduzierung soll dazu dienen, wahrend des Schußeintrages auch einen
mit Knoten behafteten Schußfaden einen freien Durchgang durch die Bremse zu sichern.
Die Fadenbremskraft wird nach erfolgtem Schußfadeneintrag derart wirksam, daß die
Ausnehmung aus dem Durchgangsbereich des Schußfadens durch motorisches Drehen herausbewegt
wird. Der Schußfaden liegt dann zwischen der Umfangsfläche der Welle und der an der
Welle anliegenden federnden Lasche.
Nachteilig ist, daß diese Fadenbremse ebenfalls nur zwei Steuerungsmöglichkeiten zuläßt;
entweder dem Schußfaden wird ein freier Durchgang durch die Bremse ermöglicht oder
der Schußfaden wird zwischen den Bremselementen geklemmt.
[0007] Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Fadenbremse der im Oberbegriff genannten
Gattung derart weiterzubilden, daß die Bremsparameter, wie z.B. die Bremskraft in
engen Grenzen einstellbar und reproduzierbar gestaltet werden können.
[0008] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß die an sich bekannte Schußfadenbremse,
die aus zwei sich federnd gegeneinander legenden und den Schußfaden zwischen sich
aufnehmenden lamellenartigen Teilen besteht, mittels eines Scheibenmagnet-Schrittmotors
gesteuert wird. Dabei ist auf dem freien Ende der Schrittmotorwelle ein exzentrisch
angeordnetes und fest mit der Schrittmotorwelle verbundenes, vorzugsweise rotationssymmetrisch
ausgebildetes Stellelement vorgesehen, das mit einem der lamellenartigen Teile in
Wirkverbindung steht, und der Schrittmotor im Hinblick auf seine Wirkparameter signalübertragend
mit einer programmierbaren Fadenbremssteuerung verbunden ist.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung gehen aus den Unteransprüchen und der
Beschreibung hervor.
[0009] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- die mittels Stellmotor betätigbare Schußfadenbremse in der Vorderansicht,
- Fig. 2
- die Schußfadenbremse gemäß Fig. 1 in der Draufsicht,
- Fig. 3
- das Blockschaltbild der Fadenbremssteuerung,
- Fig. 4
- die Schußfadenbremse in perspektivischer Darstellung.
[0010] Figur 1 zeigt eine Schußfadenbremse mit lamellenartigen Blattfedern als Bremskörper.
Auf einem Träger oder sonstigen Maschinenteil 1 ist ein Block 2 angeordnet, in dem
zwei Bolzen 3, die auch verdrehbar sein können, vorhanden sind. Die Bolzen 3 dienen
als Halterung für die lamellenartigen Teile, d.h. für die beiden Blattfedern 6a und
6b.
[0011] Am Block 2 ist eine Halterung 5 für die Fadenführungsösen 4 vorgesehen. Der Schußfaden
11 wird in der eingezeichneten Pfeilrichtung durch die Fadenführungsösen 4 und zwischen
den lamellenartigen Blattfedern 6a und 6b hindurchgezogen.
[0012] Durch Verdrehen der Bolzen 3 werden die Blattfedern 6a und 6b mehr oder weniger stark
aneinander gelegt bzw. voneinander ganz abgehoben. Auf diese Weise kann die gewünschte
Grundstufe der Bremswirkung eingestellt werden.
In Figur 1 ist an der Halterung 10, die mit der Halterung 5 verbunden ist (Fig. 2),
der Stellmotor 7 ortsfest angeordnet. Mit 7a ist die elektrische Zuleitung des Stellmotors
7 angedeutet. Mit dem freien Ende der Stellmotorwelle 8 des Stellmotors 7 ist ein
vorzugsweise rotationssymmetrisch ausgebildetes Stellelement 9 exzentrisch verbunden.
Das Verstellelement 9 steht mit der äußeren Fläche einer der Blattfedern in Wirkverbindung;
hier mit der Blattfeder 6a.
[0013] Figur 3 zeigt das Blockschaltbild der Fadenbremssteuerung. Die von der Fadenbremse
zu realisierenden Parameter werden an dem Dialogterminal 12 eingestellt und der als
Microkontrollsteuerung ausgebildeten Fadenbremssteuerung 13, die seriell mit der Webmaschinensteuerung
14 gekoppelt ist, übermittelt. Der Stellmotor 7 erhält von der Fadenbremssteuerung
13 die Stellsignale.
[0014] Figur 4 zeigt die verbesserte Schußfadenbremse, wo anstelle des Blockes 2 zur Aufnahme
der Bolzen 3 und anstelle der Halterung 5 die Fadenösen 4, die Bolzen 3 und der Stellmotor
7 gemeinsam an einer Platine 15 befestigt sind.
[0015] Mit der erfindungsgemäßen Lösung wird im Vergleich zum Stand der Technik in vorteilhafter
Weise ein musterorientiertes Bremsen und Freigeben des Schußfadens erzielt. Das Einstellen
der Bremskräfte erfolgt über Menüs am Webmaschinendialogterminal. Es sind daher keinerlei
mechanische Einstellungen erforderlich.
Der zur Anwendung kommende Stellmotor ist ein Scheibenmagnet-Schrittmotor, der keine
magnetische Koppelung zwischen den Phasen besitzt und aufgrund des Scheibenmagnet-Rotors
ein extrem niedriges Trägheitsmoment aufweist. Das hat zur Folge, daß höher beschleunigt
und stärker abgebremst werden kann. Außerdem weist der Schrittmotor einen Schrittwinkel
von 3,6 Grad auf, was eine sehr hohe Auflösung des Hubes (50 Schritte bei 180 Grad)
ergibt.
Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht darin, daß die Bremsparameter der Fadenbremse
wie z.B. Bremsgeschwindigkeit mit der Beschleunigung der Schußfadeneintragsorgane
z.B. der Greifer synchronisiert werden können. Damit ist immer die notwendige, d.h.
keine zu niedrige aber auch keine zu hohe Fadenspannung vorhanden, was wiederum die
Gefahr des Fadenreißens nahezu ausschließt.
ZEICHNUNGS-LEGENDE
[0016]
- 1
- Maschinenteil
- 2
- Block
- 3
- Bolzen
- 4
- Fadenführungsöse
- 5
- Halterung
- 6a
- Blattfeder
- 6b
- Blattfeder
- 7
- Stellmotor
- 7a
- Zuleitung
- 8
- Stellmotorwelle
- 9
- Stellelement
- 10
- Halterung
- 11
- Schußfaden
- 12
- Dialogterminal
- 13
- Fadenbremssteuerung
- 14
- Webmaschinensteuerung
- 15
- Platine
1. Verbesserte Schußfadenbremse mit steuerbarer Bremswirkung, insbesondere für schützenlose
Webmaschinen, bestehend aus zwei sich federnd gegeneinander legenden und den Schußfaden
zwischen sich aufnehmenden lamellenartigen Teilen, wobei auf wenigstens einem der
Teile ein steuerbares Mittel einwirkt, das die Lage wenigstens eines der beiden lamellenartigen
Teile gegenüber dem anderen verstellt, dadurch gekennzeichnet, daß das steuerbare Mittel ein Schrittmotor (7) ist, mit einem auf dem freien Ende
der Schrittmotorwelle (8) exzentrisch angeordneten und fest mit der Schrittmotorwelle
(8) verbundenen, vorzugsweise rotationssymmetrisch ausgebildeten Stellelement (9),
das mit einem der lamellenartigen Teile (6a,6b) in Wirkverbindung steht und der Schrittmotor
(8) im Hinblick auf seine Wirkparameter signalübertragend mit einer programmierbaren
Fadenbremssteuerung (13) in Verbindung steht.
2. Schußfadenbremse nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Verwendung eines Scheibenmagnet-Schrittmotors.
3. Schußfadenbremse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die programmierbare Fadenbremssteuerung (13) eine Microkontrollsteuerung ist,
die seriell mit der Webmaschinensteuerung (14) gekoppelt ist.
4. Schußfadenbremse nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Einstellung der Wirkparameter über Menüs am Webmaschinen-Dialogterminal (12)
erfolgt.