[0001] Die Erfindung betrifft eine Cigarettenpapierhülse mit Filtermundstück zur Selbstverfertigung
von Cigaretten.
[0002] Cigarettenpapierhülsen, bei denen das Filtermundstück aus einem ersten Filterpfropfen
gebildet ist, welcher mit einer Leimschicht am mundseitigen Ende mit der Innenflache
der Papierhülse verbunden ist, deren Außenfläche von einem vom Mundstückende bis gegebenenfalls
über den Bereich des ersten Filterpfropfens hinausragenden Mundstückumhüllungsblatt
umgeben ist, sind zur Selbstverfertigung von Cigaretten allgemein bekannt. Diese Cigarettenpapierhülsen
werden verwendet, um eine Tabakportion entweder mittels einer Vorrichtung in die Cigarettenpapierhülse
als vorgeformten Strang einzuschieben oder um formstabile Tabakpatronen in die Cigarettenpapierhülse
einzustopfen. Derartig formstabile Tabakpatronen können entweder aus einem zusammengepreßten
und gegebenenfalls durch Bindemittel zusammengehaltenen Tabakstrang bestehen oder
können auch als z.B. aus der NL-A 6 703 935 bekannten Tabakpatrone eingesetzt werden,
die von einer porösen Umhüllung aus vollständig rauchbarem Material umgeben sind.
[0003] Die Selbstverfertigung von Cigaretten mit derartigen Papierhülsen ist insofern unvollkommen,
als einmal dem Verbraucher wegen des Standardfiltermundstückes nicht die Möglichkeit
gegeben ist, verschieden ventilierte oder leichtere Cigaretten selbst zu fertigen
und weil zum anderen die in Schachteln dargebotenen Cigarettenpapierhülsen an ihren
offenen Enden oft eingedrückt werden, so daß die Einführung von Tabakportionen erschwert
wird.
[0004] Ferner sind Fabrikcigaretten bekannt, bei denen das Filtermundstück z.B. gemäß GB-B
2 194 427 aus einem äußeren rohrförmigen zylindrischen Filter oder Filtering und einem
in diesem koaxial angeordneten Filterkern besteht, der in Richtung auf den Mittelbereich
der Cigarette aus dem Filterring herausragt.
[0005] Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, Cigarettenpapierhülsen vorzuschlagen,
welche sowohl im Hinblick auf die Leichtigkeit bzw. Ventilation bei selbstverfertigten
Cigaretten variabel bzw. anpaßbar sind und die ferner zusätzlich bei einer bevorzugten
Ausführung einen Schutz der Papierhülse gegen Verformung insbesondere an dem dem Filtermundstück
abgewandten offenen Ende ermöglichen.
[0006] Zur Lösung dieser Aufgaben wird eine Cigarettenpapierhülse vorgeschlagen, welche
gemäß Kennzeichen Hauptanspruch ausgebildet ist, wobei besonders bevorzugte Ausführungsformen
in den Unteransprüchen aufgeführt sind.
[0007] Ausgangspunkt der Erfindung ist es, daß die zur Selbstverfertigung von Cigaretten
vorgesehene Papierhülse so ausgebildet ist, daß in der Papierhülse mindestens ein
Koaxialfilter vorgesehen ist, der aus einem äußeren rohrförmigen zylindrischen Filter
und einem in diesem koaxial angeordneten Filterkern besteht, der in Richtung auf dem
Mittelbereich der Cigarettenpapierhülse aus dem Filterring herausragt.
[0008] Bei einer ersten Ausführungsform der Erfindung hat die Cigarettenpapierhülse ein
übliches Filtermundstück und ist so ausgebildet, daß der Koaxialfilter verschiebbar
und in seinem äußeren Durchmesser dem der Papierhülse derart angepaßt ist, daß er
in bezug auf den Filterpfropfen des Filtermundstückes als weiterer Filterpfropfen
an der Innenfläche der Papierhülse dicht anliegt, aber durch leichten Druck beim Befüllen
der Papierhülse mit einer Tabakportion in dieser axial verschiebbar ist.
[0009] Bei einer zweiten Ausführungsform ist der Koaxialfilter anstelle des üblichen Filtermundstückes
vorgesehen, wobei die Außenfläche des Filterringes mit der Innenfläche der Papierhülse
am mundseitigen Ende mit dieser verbunden bzw. verleimt ist.
[0010] Bei der ersten Ausführungsform besteht die Cigarettenpapierhülse aus einem üblichen
Filtermundstück, beispielsweise einem Acetatfilterpfropfen, welcher mit der Papierhülse
verleimt ist und vorzugsweise mit einem Mundstücksumhüllungsblatt im Bereich des Filterpfropfens
umhüllt ist und vorzugsweise um einige Millimeter auch die leere Papierhülse umfaßt.
Dieses Filtermundstück kann zur besseren Ventilation auf an sich bekannte Weise beispielsweise
durch Laserstrahlen perforiert sein, um den Hauptstromrauch mit Nebenluft zu verdünnen.
Erfindungswesentlich bei dieser Ausführungsform ist, daß in der Papierhülse der Koaxialfilter
als weiteres Filterelement vorgesehen ist, dessen äußerer Durchmesser dem der Papierhülse
derart angepaßt ist, daß dieser weitere Filterpfropfen am der Innenfläche der Papierhülse
dicht anliegt aber durch leichten Druck in axialer Richtung beim Befüllen der Papierhülse
mit einer Tabakportion in dieser in Richtung auf das Filtermundstück verschiebbar
ist. Hierzu ist der Außendurchmesser des Filterringes des Koaxialfilters um 0,05 bis
0,2 mm kleiner als der Innendurchmesser der Cigarettenpapierhülse. Da der verschiebbare
Koaxialfilter an dem dem Filtermundstück entgegengesetzten Ende der Papierhülse angeordnet
ist, wird die Papierhülse an ihrem ursprünglich freien oder offenen und zum Einführen
oder Bestopfen mit der Tabakportion geeigneten Ende stabilisiert und kann in der Schachtel
nicht beschädigt werden.
[0011] Bei der Selbstverfertigung von Cigaretten, beispielsweise mit Tabakportionen gemäß
NL-A-6 703 935 oder DE-U-8 326 921 oder DE-U-8 309 186 wird diese formstabile Tabakpatrone
benutzt, um den verschiebbaren Koaxialfilter in Richtung auf das Filtermundstück zu
verschieben. Auch bei Verwendung von Vorrichtungen zum Stopfen von Cigarettenapierhülsen,
die aus einer länglichen Preßkammer und einem bewegbaren Preßbalken bestehen, kann
der Strangartige Tabakvorrat durch den kolbenartigen Tabak-Ausstoßschieber zusammen
mit dem verschiebbaren Koaxialfilter mit dem vorderen Teil der Aufstecktülle und/oder
bei der Überführung des Tabakvorrates in die Hülse in Richtung auf das Filtermundstück
geschoben werden.
[0012] Bei der Selbstverfertigung von Cigaretten mit der ersten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Papierhülse kann einmal eine verhältnismäßig kurze Tabakpatrone mit einem Tabak des
leichten Typs eingeschoben werden, wobei der axial bewegbare Koaxialfilter in Richtung
auf das übliche Filtermundstück so weit verschoben wird, bis der hervorstehende Filterkern
an der tabakseitigen Frontfläche des Filterpfropfens des üblichen Filtermundstückes
anliegt. Es bildet sich hierbei eine Hohlkammer, die insbesondere bei einem ventilierten
Filtermundstück eine spiralförmige Verwirbelung des Hauptstromrauches mit der Beiluft
ermöglicht. Wird dagegen zur Selbstverfertigung von Cigaretten des schweren Typs eine
längere Tabakpatrone eingeführt, so wird wie vorher der Koaxialfilter in Richtung
auf das erste Filtermundstück verschoben, bis der hervorstehende Filterkern die tabakseitige
Frontfläche des Filterstopfens berührt; bei weiterem Einführen der an sich längeren
Tabakpatrone wird der Filterring über den Filterkern geschoben, so daß praktisch zwei
Filterteile im Mundstückbereich liegen. Da hier keine oder nur eine geringe Verwirbelung
mit Beiluft erfolgt, wird eine stärkere Cigarette erhalten.
[0013] Bei der zweiten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Cigarettenhülse bei der der
Koaxialfilter das übliche Filtermundstück ersetzt, ist es ebenfalls möglich, eine
kürzere Tabakpatrone einzuführen, die bis zu dem vorstehenden Filterkern reicht. Es
bildet sich dann, wie bei der ersten Ausführungsform, eine Hohlkammer, in der die
Verwirbelung der Beiluft vonstatten geht. Beim Einschieben einer längeren Tabakpatrone
wird der Filterkern in den Filterring gedrückt, wobei man dann eine weniger belüftete
oder stärker schmeckende Cigarette erhält.
[0014] Diese zweite erfindungsgemäße Ausführungsform der Cigarettenpapierhülse kann noch
abgewandelt werden, indem auf dem in die Papierhülse hineinreichenden Filterkern ein
weiterer Ringfilter aufgesetzt ist. Die Wirkungsweise ist die gleich wie bei der zweiten
zuletzt erwähnten Grundausführung; es können kurze Tabakpatronen unter Belassung einer
Hohlkammer eingeschoben werden, oder es können zur Herstellung schwererer Cigaretten
längere Tabakpatronen in die Papierhülse eingeschoben werden, wobei dann der tabakseitig
auf dem Filterkern aufgesetzte Filterring von der längeren Tabakportion in den mundseitigen
Filterring geschoben wird.
[0015] Eine weitere Variante der zweiten Grundform, bei der der Koaxialfilter mundstückseitig
angeordnet ist, besteht darin, daß mundseitig vor dem Koaxialfilter noch ein weiterer
üblicher Filterpfropfen vorgesehen ist. Auch hier wirkt der Koaxialfilter mit seinem
vorstehenden Filterkern nach dem gleichen Prinzip; es wird beim Einschieben einer
kurzen Tabakpatrone eine Hohlkammer gebildet bzw. beim Einschieben einer langen Filterpatrone
praktisch ein Doppelfilter aus dem mundseitig ersten üblichen Filterpfropfen und dem
sich direkt daran anschließenden Koaxialfilter mit eingeschobenen Kernfilter erhalten.
[0016] Der Koaxialfilter ist vorzugsweise so ausgebildet, daß zwischen dem Filterring und
dem in Richtung auf den Mittelbereich der Cigarettenpapierhülse herausragenden Filterkern
eine Gleitschicht vorgesehen ist oder daß in dem Ringraum des Filterringes und/oder
auf der Außenfläche des Filterkerns eine Membrane oder Folie vorgesehen ist, um ein
besseres Gleiten zwischen Filterring und Filterkern zu ermöglichen.
[0017] Im folgenden soll die Erfindung anhand von Zeichnungen näher erläutert werden; es
zeigen:
Figur 1 einen Schnitt durch die erfindungsgemäße Cigarettenpapierhülse mit einem üblichen
Filtermundstück und einem am entgegengesetzten Ende angeordneten verschiebbaren Koaxialfilter;
Figur 2 einen Schnitt durch eine zweite Ausführungsform der Erfindung, bei der am
Filtermundstück ein fixierter Koaxialfilter vorhanden ist;
Figur 3 einen Schnitt durch eine Papierhülse analog Figur 2, bei der der Filterkern
noch einen weiteren Filterring trägt;
Figur 4 einen Schnitt durch die erfindungsgemäße Cigarettenpapierhülse analog Figur
2, bei der vor dem fixierten Koaxialfilter noch ein weiterer Filterpfropfen vorgesehen
ist.
[0018] Die in Figur 1 gezeigte Cigarettenhülse besteht aus der Papierhülse 2 mit einem am
mundseitigen Ende eingeleimten Filterpfropfen 4 und einem aufgeleimten Umhüllungsblatt
8.
[0019] Am entgegengesetzten Ende dieser Papierhülse 2 ist der Koaxialfilter in axialer Richtung
bewegbar eingesetzt, der aus einem Filterring 10 und einem in die Mitte der Papierhülse
hervorragenden Filterkern 10' besteht, wodurch an dem dem Mundstück entgegengesetzten
Ende ein zylinderförmiger Hohlraum 11 gebildet ist. Im vorliegenden Fall ist die hülsenförmige
Innenwand des Filterringes 10 mit einer Gleitschicht 10" belegt.
[0020] Bei der in Figur 2 gezeigten Ausführungsform ist der Koaxialfilter anstelle des üblichen
Filtermundstückes vorgesehen. Der Filterring 10 ist an der Innenseite der Papierhülse
2 verleimt. Der Filterkern 10' rakt wieder in die Mitte der Papierhülse hinein. Im
vorliegenden Fall ist sowohl die rohrförmige Innenwand des Filterringes 10 mit einer
Gleitschicht 10" versehen. Gegebenenfalls kann auch der Filterkern 10' eine weitere
Gleitschicht besitzen. Der Mundstückbereich ist von einem Umhüllungsblatt 8 umgeben,
welches Perforationen 16 aufweist und zur Belüftung einer sich nach Einschieben der
Tabakpatrone bildenden Hohlkammer dient, in der sich Nebenluft mit dem Hauptstromrauch
spiralförmig verwirbelt. Beim Einschieben einer kurzen Tabakpatrone verbleibt diese
Hohlkammer, während beim Einschieben einer längeren Tabakpatrone der Filterkern 10'
in den hülsenförmigen Ringraum des Ringfilters 10 hineingeschoben wird, so daß sich
keine oder nur eine kleine Hohlkammer bildet.
[0021] Bei der in Figur 3 gezeigten Anordnung, die der Ausbildung gemäß Figur 2 entspricht,
ist auf dem hervorstehenden Ende des Filterkernes 10' noch ein weiterer Filterring
9 aufgesetzt, der gegebenenfalls auf seiner zum Mundstück hin gerichteten Ringfläche
noch mit einer Schicht 31 belegt sein kann, um bei einer entsprechenden, ventilierten
Cigarette eine getrennte Führung von Hauptstromrauch und Beiluft zu erzielen.
[0022] Bei der in Figur 4 gezeigten Ausführungsform, die im wesentlichen der nach Figur
2 entspricht, ist vor dem fest eingeleimten Koaxialfilter 10 ein üblicher Filterpfropfen
14 mundseitig vorgesetzt bzw. eingeleimt.
1. Cigarettenpapierhülse mit Filtermundstück zur Selbstverfertigung von Cigaretten,
dadurch gekennzeichnet, daß in der Papierhülse (2) mindestens ein Koaxialfilter vorgesehen
ist, der aus einem äußeren rohrförmigen zylindrischen Filter (10) und einem in diesem
koaxial verschiebbaren, angeordneten Filterkern (10') besteht, der in Richtung auf
den Mittelbereich der Cigarettenpapierhülse (2) aus dem Filterring (10) herausragt,
wobei der Koaxialfilter entweder
a) als verschiebbarer Koaxialfilter ausgebildet ist und in seinem äußeren Durchmesser
dem der Papierhülse (2) derart angepaßt ist, daß er in bezug auf den Filterpfropfen
des Filtermundstückes als weiterer Filterpfropfen an der Innenfläche der Papierhülse
dicht anliegt, aber durch leichten Druck beim Befüllen der Papierhülse mit einer Tabakportion
in dieser verschiebbar ist (Figur 1), oder
b) als am Filtermundstück fixierter Koaxialfilter ausgebildet ist und an der Außenfläche
des Filterringes (10) mit der Innenfläche der Papierhülse (2) am mundseitigen Ende
dieser verbunden ist; (Figur 2).
2. Cigarettenpapierhülse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem
Filterring (10) und dem Filterkern (10') des Koaxialfilters eine Gleitschicht vorgesehen
ist oder daß der Filterring (10) und/oder Filterkern (10') mit einer Membrane (10")
belegt ist.
3. Cigarettenpapierhülse nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Außenfläche der Papierhülse (2) mit einem vom Mundstücksende gegebenenfalls
über das Filterelement (1) hinausreichenden Mundstükkumhüllungsblatt (8) umgeben ist.
4. Cigarettenpapierhülse nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß verschiebbare
Koaxialfilter (10, 10') an dem dem mit einem üblichen Filterpfropfen (4) versehenen
Filtermundstück entgegengesetzten Ende der Papierhülse (2) angeordnet ist; (Figur
1).
5. Cigarettenpapierhülse nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Filterkern
(10') des am Filtermundstück fixierten Koaxialfilters an seinem dem Mundstück abgewandten
Ende mit einem weiteren Filterring (9) versehen ist, der mit dem Filterkern (10')
entweder fest verbunden oder auf diesem verschiebbar ist; (Figur 3).
6. Cigarettenpapierhülse nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß mundseitig
vor dem am Filtermundstück fixierten Koaxilfilter (10, 10') ein weiterer Filterpfropfen
(14) vorgesehen ist; (Figur 4).
7. Cigarettenpapierhülse nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich
des Filtermundstückes Perforationen (16) vorgesehen sind.