[0001] Die Erfindung betrifft einerseits ein Verfahren zur Herstellung einer mindestens
zwei Ziehstopfen aufnehmenden, einerseits durch eine Ziehangel und andererseits durch
eine am Außenumfang eines Ausgangsrohrs angebrachte Dellung begrenzten Stopfenkammer
beim Kaskadenziehen von Rohren aus Nichteisenmetallen oder deren Legierungen.
[0002] Andererseits richtet sich die Erfindung auf eine Vorrichtung zur Durchführung des
Verfahrens.
[0003] Durch die EP 0 353 324 B1 ist es bekannt, unmittelbar im Längenabschnitt hinter einer
an einem Ausgangsrohr angeformten Ziehangel eine Stopfenkammer für Ziehstopfen vorzusehen.
Auf der anderen Seite wird die Stopfenkammer von einer Delle begrenzt, die radial
von außen in das Rohrmaterial eingedrückt ist. Die frei beweglichen Ziehstopfen sind
dadurch in der Stopfenkammer eingebettet und gehen nicht verloren. Das Ausgangsrohr
kann ein Preßrohr bzw. ein gewalztes oder ein längsnahtgeschweißtes Rohr sein.
[0004] Zur Reduzierung des Außendurchmessers und der Wanddicke wird das Ausgangsrohr in
mehreren Zügen durch im Abstand zueinander angeordnete im Öffnungsquerschnitt kleiner
werdende Ziehringe bewegt, wobei die im Durchmesser unterschiedlich großen Ziehstopfen
dann jeweils das entsprechende Widerlager bilden.
[0005] Um das Kaskadenziehen einwandfrei durchführen zu können, muß im bekannten Fall die
Wanddicke des einen bestimmten Außendurchmesser aufweisenden Ausgangsrohrs so bemessen
sein, daß auch unter Berücksichtigung von Fertigungstoleranzen des Vormaterials wie
ungleichmäßigem Außendurchmesser, ungleichmäßiger Wanddicke und Ovalität der im Durchmesser
kleinste Ziehstopfen sich bis zur Übernahme der Widerlagerfunktion frei in der Stopfenkammer
bewegen kann. Wird hierfür nicht Sorge getragen, kann der Ziehstopfen eingeklemmt
werden und das Ausgangsrohr abreißen. Da bei jedem Zug bis zum Zusammenwirken von
Ziehring und Ziehstopfen zwangsläufig ein Hohlzug stattfindet, bei welchem der Innendurchmesser
des jeweilig im Außendurchmesser zu reduzierenden Rohrabschnitts des Ausgangsrohrs
im Bereich der Stopfenkammer verkleinert und demzufolge auch die Wanddicke durch den
Stauchvorgang beim Durchtritt durch den Ziehring geringfügig erhöht wird, ist man
bislang gezwungen gewesen, die Wanddicke des Ausgangsrohrs zu reduzieren, um die freie
Beweglichkeit des kleinsten Ziehstopfens gewährleisten zu können. Dadurch wird aber
die Menge an eingesetztem Material verringert und als Folgeerscheinung das wirtschaftliche
Ausbringen an Fertigrohr herabgesetzt.
[0006] Ausgehend von dem im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 beschriebenen Verfahren liegt
der Erfindung die Aufgabe zugrunde, dieses Verfahren so zu verbessern und auch eine
geeignete Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zu schaffen, daß pro Ausgangsrohr
mehr Material eingesetzt werden kann und demzufolge auch mehr Fertigrohr ohne Qualitätseinbußen
erzielbar ist.
[0007] Was den verfahrensmäßigen Teil dieser Aufgabe anlangt, so besteht dessen Lösung in
den im Kennzeichen des Patentanspruchs 1 aufgeführten Merkmalen.
[0008] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren wird jetzt unmittelbar hinter der Ziehangel eine
Stopfenkammer mit einer Wanddicke geschaffen, die bei gleichbleibendem Rohraußendurchmesser
kleiner als die Wanddicke des restlichen Ausgangsrohrs bemessen ist. Hierdurch ist
also der Innendurchmesser der Stopfenkammer unter Beachtung der Durchmesserreduzierungen
beim Ziehvorgang und der dabei erfolgenden Wanddickenerhöhung auf einen Betrag gebracht
worden, der die Bewegungsfreiheit auch des im Durchmesser kleinsten Ziehstopfens bis
zu dem Zeitpunkt gewährleistet, wo dieser Ziehstopfen mit dem ihm zugeordneten Ziehring
zusammenwirkt. Es kann folglich aufgrund der speziellen Gestaltung der Stopfenkammer
jetzt ein Ausgangsrohr eingesetzt werden, das in der Wanddicke größer als beim bislang
eingesetzten Ausgangsrohr bemessen werden kann und bei welchem die unvermeidlichen
Fertigungstoleranzen im Außendurchmesser, in der Wanddicke und in der Ovalität im
Hinblick auf die Bewegungsfreiheit des im Durchmesser kleinsten Ziehstopfens keine
Rolle mehr spielen. Darüberhinaus ist mit dem Abstrecken der Stopfenkammer eine Verlängerung
des Ausgangsrohrs im Bereich der Stopfenkammer um ca. 20 % verbunden. Dadurch wird
die Länge des zur Erzeugung der Ziehangel notwendigen Rohrabschnitts reduziert. Auch
wird jetzt der Durchmesser der Ziehangel kleiner gehalten. Mithin kann der durch die
Ziehangel bedingte Materialabfall vorteilhaft verringert werden.
[0009] Praktische Versuche haben gezeigt, daß das Einsatzgewicht um ca. 25 % erhöht werden
kann, was folglich mit einer beträchtlichen Erhöhung des Ausstoßes an Fertigrohr verbunden
ist. Wird jetzt z.B. ein Preßrohr mit einem Außendurchmesser von 80 mm und einer Wanddicke
von 5 mm eingesetzt, so kann dies in drei Zügen zu einem Fertigrohr mit einem Außendurchmesser
von 46 mm und einer Wanddicke von 2,2 mm umgeformt werden, was bislang nur mit einem
Ausgangsrohr mit einem Außendurchmesser von 80 mm und einer Wanddicke von 4 mm durchführbar
war.
[0010] Die Lösung des gegenständlichen Teils der der Erfindung zugrundeliegenden Aufgabe
wird in den kennzeichnenden Merkmalen des Patentanspruchs 2 gesehen.
[0011] Danach sind eine Klemm- und Delleinheit einerseits sowie eine Aufdorn- und Abstreckeinheit
andererseits funktionsoptimiert einander zugeordnet. Die Klemm- und Delleinheit besitzt
radial bewegliche Klemmbacken und Dellstößel. Mit Hilfe der Klemmbacken kann ein Ausgangsrohr
örtlich fixiert werden, damit zunächst unter Einsatz des Bestandteil der Aufdorn-
und Abstreckeinheit bildenden Dorns ein über die Klemm- und Delleinheit in Durchlaufrichtung
des Ausgangsrohrs vorstehender Längenabschnitt derart aufgedornt werden kann, daß
sich in diesem Bereich sowohl der Innendurchmesser als auch der Außendurchmesser vergrößern.
Nach dem Aufdornen wird der Außendurchmesser des aufgedornten Längenabschnitts bei
im Ausgangsrohr verbleibendem Dorn auf den ursprünglichen Außendurchmesser des Ausgangsrohrs
abgestreckt. Sind dann der Abstreckring und der Dorn vom Ausgangsrohr entfernt worden,
können mit Hilfe der Klemm- und Delleinheit und der dieser zugeordneten Dellstößel
Dellen am Ausgangsrohr erzeugt werden, womit eine Begrenzung der späteren Stopfenkammer
gebildet wird. Nachdem die Ziehstopfen in die Stopfenkammer eingebracht worden sind,
wird letztlich am freien Ende des Ausgangsrohrs die Ziehangel angeformt.
[0012] Um den Dorn und den Abstreckring in Längsrichtung des Ausgangsrohrs verlagern zu
können, sieht die Ausführungsform gemäß den Merkmalen des Patentanspruchs 3 zwei mechanisch
aneinander gekoppelte hydraulisch beaufschlagbare Zylinder vor, welche in entgegengesetzte
Richtungen ausfahrbare Kolbenstangen aufweisen. Die Zylindergehäuse sind örtlich festgelegt.
Die in Richtung auf das Ausgangsrohr bzw. die Klemm- und Delleinheit ausfahrbare Kolbenstange
des Aufdornzylinders ist mit dem Dorn verbunden, welcher zum Aufweiten des Endabschnitts
des Ausgangsrohrs dient und beim Abstrecken dieses Endabschnitts als Widerlager für
den Abstreckring dient. Die in die andere Richtung ausfahrbare Kolbenstange des Abstreckzylinders
ist über ein Gestänge mit dem Abstreckring verbunden, welches parallel zu den Längsachsen
der Zylinder verläuft. Am freien Ende des Gestänges ist der Abstreckring angeordnet.
[0013] Zur Herstellung der Stopfenkammer am in Durchlaufrichtung vorderen Ende des Ausgangsrohrs
wird das Ausgangsrohr zunächst mit einem die axiale Erstreckung der Stopfenkammer
und der Ziehangel berücksichtigenden Längenabschnitt über die Klemm- und Delleinheit
hinaus bewegt. Anschließend werden die Klemmbacken an das Ausgangsrohr angelegt und
damit das Ausgangsrohr örtlich fixiert.
[0014] Die Ausgangsposition der Aufdorn- und Abstreckeinheit ist derart, daß der Aufdornzylinder
eingefahren und der Abstreckzylinder ausgefahren ist. Nach dem Fixieren des Ausgangsrohrs
wird dann der Abstreckzylinder im Einfahrsinne beaufschlagt, so daß der Abstreckring
entlang des über die Klemm- und Delleinheit in Durchlaufrichtung vorstehenden Endabschnitts
des Ausgangsrohrs gleitet. Nach Erreichen der Endstellung wird der Aufdornzylinder
im Ausfahrsinne beaufschlagt und der Dorn in das Ausgangsrohr unter Vergrößerung des
Innen- und Außendurchmessers gestoßen. Hat der Dorn seine Endstellung erreicht, wird
der Abstreckzylinder im Ausfahrsinne beaufschlagt und der Außendurchmesser des aufgedornten
Längenabschnitts auf das ursprüngliche Maß abgestreckt. Der Dorn verbleibt hierbei
im Ausgangsrohr. Nach dem Abstrecken wird auch der Aufdornzylinder im Einfahrsinne
beaufschlagt und der Dorn aus dem Ausgangsrohr gezogen. Anschließend werden die Dellstößel
radial einwärts bewegt und zwei Dellen in 180° Versetzung erzeugt. Letztlich wird
die Ziehangel am freien Ende des mit einer reduzierten Wanddicke versehenen Längenabschnitts
angeformt, wenn vorab die Ziehstopfen in die durch das Aufdornen hergestellte Stopfenkammer
eingeführt worden sind.
[0015] Die Erfindung ist nachfolgend anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- in schematischer Seitenansicht eine Ziehkaskade zur Durchmesserreduzierung eines kupfernen
Ausgangsrohrs;
- Figuren 2 bis 6
- jeweils im vertikalen schematischen Längsschnitt fünf verschiedene Arbeitspositionen
einer Klemm- und Delleinheit sowie einer dieser zugeordneten Aufdorn- und Abstreckeinheit;
- Figur 7
- in der Seitenansicht, teilweise im vertikalen Längsschnitt, den Endabschnitt des Ausgangsrohrs
nach dem Aufdornen;
- Figur 8
- die Darstellung der Figur 7 nach dem umfangsseitigen Abstrecken und
- Figuren 9 bis 14
- im vertikalen Längsschnitt verschiedene Umformsituationen beim Kaskadenziehen des
Ausgangsrohrs.
[0016] Beim Kaskadenziehen von z.B. nahtlosen Rohren aus Nichteisenmetallen, wie insbesondere
Kupfer oder Kupferlegierungen (Preßrohre, gewalzte oder längsnahtgeschweißte Rohre)
wird ein Verfahren angewendet, bei welchem in ein Ausgangsrohr 1 eingebrachte Ziehstopfen
2, 3, 4 mit Ziehringen 5, 6, 7 zusammenwirken (Figuren 1 und 9), die jeweils Bestandteil
einer Ziehmaschine 8, 9, 10 einer Ziehkaskade 11 bilden. Beim Ausführungsbeispiel
der Figur 1 sind drei Ziehmaschinen 8, 9, 10 mit drei Ziehringen 5, 6, 7 vorgesehen.
In diesen Ziehringen 5, 6, 7 wird der Querschnitt des Ausgangsrohrs 1 entsprechend
den Durchmessern der Durchlauföffnungen der Ziehringe 5, 6, 7 sowie der Durchmesser
der Ziehstopfen 2, 3, 4 stufenweise reduziert.
[0017] Die zur Durchführung des Verfahrens notwendigen Ziehstopfen 2, 3, 4 werden, wie die
Figur 9 zu erkennen gibt, lose, d.h. frei beweglich in eine Stopfenkammer 12 eingebracht,
die sich am in Durchlaufrichtung DR des Ausgangsrohrs 1 vorne liegenden Ende zwischen
einer Ziehangel 13 und zwei, den Querschnitt des Ausgangsrohrs 1 verringernden Dellen
14 befindet.
[0018] Zur Herstellung dieser Stopfenkammer 12 wird eine Vorrichtung 15 verwendet, wie sie
aus den Figuren 2 bis 6 näher hervorgeht.
[0019] Diese Vorrichtung 15 (siehe Figur 2) umfaßt eine Klemm- und Delleinheit 16 für das
Ausgangsrohr 1 sowie eine zur Klemm- und Delleinheit 16 koaxial angeordnete und zu
ihr relativverlagerbare Aufdorn- und Abstreckeinheit 17.
[0020] Die Klemm- und Delleinheit 16 ist mit radial beweglichen Klemmbacken 18 versehen,
die der örtlichen Fixierung des Ausgangsrohrs 1 dienen. Mit den Klemmbacken 18 sind
Halterungen 19 verbunden, die in diametraler Versetzung Dellstößel 20 tragen, welche
radial in Richtung auf das Ausgangsrohr 1 verlagerbar sind.
[0021] Die Aufdorn- und Abstreckeinheit 17 umfaßt zwei hydraulisch beaufschlagbare Zylinder
21, 22, deren Gehäuse 23, 24 örtlich fixiert und stirnseitig aneinandergekoppelt sind.
Der der Klemm- und Delleinheit 16 näherliegende Aufdornzylinder 21 weist eine in Richtung
auf die Klemm- und Delleinheit 16 ausfahrbare Kolbenstange 25 auf, die einen Dorn
26 trägt. Der andere Abstreckzylinder 22 besitzt eine in Durchlaufrichtung DR des
Ausgangsrohrs 1 ausfahrbare Kolbenstange 27. Am freien Ende der Kolbenstange 27 ist
eine Traverse 28 befestigt. Die Traverse 28 steht über ein parallel zu den Zylindern
21, 22 verlaufendes Gestänge 29 mit einem Abstreckring 30 in Wirkverbindung, der sich
in der Ausgangsstellung der Vorrichtung 15 gemäß Figur 2 etwa am freien Ende des Dorns
26 befindet.
[0022] Zur Fertigung der Stopfenkammer 12 gemäß Figur 9 wird das Ausgangsrohr 1 mit einem
Außendurchmesser AD von 80 mm und einer Wanddicke D von 5 mm zunächst so weit durch
die Klemm- und Delleinheit 16 bewegt, daß über die Klemm- und Delleinheit 16 ein Längenabschnitt
31 vorsteht, welcher die Fertigung der Stopfenkammer 12 sowie der Ziehangel 13 ermöglicht.
Ist diese Position erreicht, wird das Ausgangsrohr 1 mit Hilfe der Klemmbacken 18
örtlich fixiert.
[0023] Nunmehr wird gemäß Figur 3 der Abstreckzylinder 22 im Einfahrsinne beaufschlagt.
Hierbei gleitet der Abstreckring 30 am Außenumfang des umzuformenden Endabschnitts
31 des Ausgangsrohrs 1 entlang bis zu der stirnseitig der Klemmbacken 18 liegenden
Position.
[0024] Im Anschluß daran wird entsprechend Figur 4 der Dornzylinder 21 im Ausfahrsinne beaufschlagt,
so daß der Dorn 26 in den ca. 365 mm langen Endabschnitt 31 eindringt und, wie die
Figur 7 erkennen läßt, sowohl den Innendurchmesser ID von 70 mm als auch den Außendurchmesser
AD von 80 mm des Ausgangsrohrs 1 auf den Innendurchmesser ID1 von 72 mm und den Außendurchmesser
AD1 von 82 mm vergrößert.
[0025] Daraufhin wird gemäß Figur 5 durch Beaufschlagung des Abstreckzylinders 22 im Ausfahrsinne
der Abstreckring 30 in Durchlaufrichtung DR des Ausgangsrohrs 1 bewegt, wobei er bei
im Endabschnitt 31 verbleibendem Dorn 26 als Widerlager den Außendurchmesser AD1 des
Endabschnitts 31 gemäß der Darstellung der Figur 8 auf den ursprünglichen Außendurchmesser
AD von 80 mm reduziert. Der auf 72 mm aufgeweitete Innendurchmesser ID1 verbleibt
jedoch. Außerdem hat sich der Endabschnitt 31 durch das Abstrecken von der Ausgangslänge
von ca. 365 mm auf etwa 450 mm verlängert.
[0026] Die Aufdorn- und Abstreckeinheit 17 befindet sich jetzt gemäß Figur 6 wieder in der
Ausgangsposition entsprechend der Darstellung der Figur 2. Dies erlaubt es nun, durch
radiales Einwärtsbewegen der Dellstößel 20 gemäß Figur 6 zwei diametral gegenüberliegenden
Dellen 14 (Figur 9) am Außenumfang des Ausgangsrohrs 1 herzustellen, so daß hiermit
auch dessen Innenquerschnitt verringert und dadurch eine der Begrenzungen der Stopfenkammer
12 gebildet wird.
[0027] Nunmehr werden in in den Zeichnungen nicht näher dargestellter Weise die Ziehstopfen
2, 3, 4 in die Stopfenkammer 12 eingebracht und anschließend die Ziehangel 13 angeformt.
Das Ausgangsrohr 1 ist damit für einen Dreifachzug durch die Ziehkaskade 11 vorbereitet.
Der Ziehvorgang läuft etwa wie folgt ab:
[0028] Wird gemäß Figur 9 über die Ziehangel 13 das Ausgangsrohr 1 in Durchlaufrichtung
DR bewegt, so wandern die Ziehdorne 3 und 4 ungehindert durch den Ziehring 5, während
das Ausgangsrohr 1 zwar in seinem Außen- und Innendurchmesser, jedoch nicht in seiner
Wanddicke reduziert wird. Hierbei handelt es sich um einen sogenannten Hohlzug.
[0029] Erreicht gemäß Figur 10 der Ziehstopfen 2 den Bereich des Ziehrings 5, so werden
die Dellen 14 wirksam und bewirken, daß sich der Ziehstopfen 2 in den Ziehring 5 bis
zur Ziehposition bewegt. Nun wird auch die Wanddicke des Ausgangsrohrs 1 reduziert.
Diese Situation ist in der Figur 11 veranschaulicht. Hierbei ist zu sehen, daß sich
die Ziehstopfen 3, 4 noch in demjenigen Bereich der Stopfenkammer 12 befinden, deren
Wanddicke noch nicht reduziert ist. Unmittelbar hinter dem Ziehstopfen 3 beginnt jedoch
bereits der Bereich des Ausgangsrohrs 1 mit verminderter Wanddicke. Hier werden dann
auch im Abstand zum Ziehstopfen 3 zwei weitere Dellen 14 angebracht, um die Verlagerung
des Ziehstopfens 3 in der Stopfenkammer 12 beim folgenden Zug zu begrenzen.
[0030] Am nächsten Ziehring 6 (Figur 12) wird der Außendurchmesser des Ausgangsrohrs 1 unmittelbar
hinter der Ziehangel 13 erneut vermindert, so daß an diesem Ziehring 6 der Ziehstopfen
3 aufgehalten wird. Auch findet hierbei ein Hohlzug statt, der dem Abstand der Dellen
14 vom Ziehstopfen 3 entspricht. Erreicht der Ziehstopfen 3 gemäß Figur 12 die Ziehposition
am Ziehring 6, wird hier eine weitere Verminderung der Wanddicke des Ausgangsrohrs
1 vorgenommen.
[0031] Zur Fortsetzung des Kaskadenziehens werden schließlich entsprechend Figur 13 im Abstand
von dem kleinsten Ziehstopfen 4 weitere Dellen 14 erzeugt, wobei diese Dellen 14 dann
gemäß der Figur 14 dafür sorgen, daß im Bereich des Ziehrings 7 der Ziehstopfen 4
im Zusammenwirken mit dem Ziehring 7 die Reduzierung der Wanddicke auf das Endmaß
bewirkt.
Bezugszeichenaufstellung
[0032]
- 1 -
- Ausgangsrohr
- 2 -
- Ziehstopfen
- 3 -
- Ziehstopfen
- 4 -
- Ziehstopfen
- 5 -
- Ziehring
- 6 -
- Ziehring
- 7 -
- Ziehring
- 8 -
- Ziehmaschine
- 9 -
- Ziehmaschine
- 10 -
- Ziehmaschine
- 11 -
- Ziehkaskade
- 12 -
- Stopfenkammer
- 13 -
- Ziehangel
- 14 -
- Dellen
- 15 -
- Vorrichtung
- 16 -
- Klemm- und Delleinheit
- 17 -
- Aufdorn- und Abstreckeinheit
- 18 -
- Klemmbacken
- 19 -
- Halterungen
- 20 -
- Dellstößel
- 21 -
- Zylinder
- 22 -
- Zylinder
- 23 -
- Gehäuse v. 21
- 24 -
- Gehäuse v. 22
- 25 -
- Kolbenstange v. 21
- 26 -
- Dorn
- 27 -
- Kolbenstange v. 22
- 28 -
- Traverse
- 29 -
- Gestänge
- 30 -
- Abstreckring
- 31 -
- Längenabschnitt v. 1
- AD -
- Außendurchmesser v. 1
- AD1 -
- Außendurchmesser v. 31
- D -
- Wanddicke v. 1
- DR -
- Durchlaufrichtung
- ID -
- Innendurchmesser v. 1
- ID1 -
- Innendurchmesser v. 31
1. Verfahren zur Herstellung einer mindestens zwei Ziehstopfen (2, 3, 4) aufnehmenden,
einerseits durch eine Ziehangel (13) und andererseits durch eine am Außenumfang eines
Ausgangsrohrs (1) angebrachte Dellung (14) begrenzten Stopfenkammer (12) beim Kaskadenziehen
von Rohren (1) aus Nichteisenmetallen oder deren Legierungen, dadurch gekennzeichnet, daß der in Durchlaufrichtung (DR) vorne liegende Endabschnitt (31) des Ausgangsrohrs
(1) unter Vergrößerung des Innendurchmessers (ID) und des Außendurchmessers (AD) zunächst
aufgedornt und anschließend der Außendurchmesser (AD1) des aufgedornten Endabschnitts
(31) unter Verlängerung dieses Endabschnitts (31) auf den ursprünglichen Außendurchmesser
(AD) abgestreckt werden, worauf die Dellung (14) erzeugt wird, dann die Ziehstopfen
(2, 3, 4) in die Stopfenkammer (12) eingeführt werden und schließlich die Ziehangel
(13) angeformt wird.
2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Patentanspruch 1, gekennzeichnet durch eine Klemm- und Delleinheit (16) für das Ausgangsrohr (1) sowie eine zur Klemm- und
Delleinheit (16) koaxial angeordnete und zu ihr relativverlagerbare Aufdorn- und Abstreckeinheit
(17), wobei die Klemm- und Delleinheit (16) mit zum Ausgangsrohr (1) radial beweglichen
Klemmbacken (18) und Dellstößeln (20) und die Aufdorn- und Abstreckeinheit (17) mit
einem in der Längsachse des Ausgangsrohrs (1) verlagerbaren Dorn (26) sowie mit einem
umfangsseitig des Dorns (26) und des stirnseitig der Klemm- und Delleinheit (16) vorstehenden
Längenabschnitts (31) des Ausgangsrohrs (1) verlagerbaren Abstreckring (30) versehen
sind.
3. Vorrichtung nach Patentanspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufdorn- und Abstreckeinheit (17) zwei in der Längsachse des Ausgangsrohrs
(1) aneinander gekoppelte hydraulisch beaufschlagbare Zylinder (21, 22) mit in entgegengesetzte
Richtungen ausfahrbaren Kolbenstangen (25, 27) aufweist, wobei die in Richtung auf
die Klemm- und Delleinheit (16) ausfahrbare Kolbenstange (25) den Dorn (26) trägt
und die andere Kolbenstange (27) über ein zu den Zylindern (21, 22) paralleles Gestänge
(29) mit dem Abstreckring (30) verbunden ist.