[0001] Die Erfindung betrifft eine wiederverschließbare Verpackung aus Kunststoffolie, insbesondere
zur Aufnahme von Papier-Taschentüchern, mit Vorderwand, Rückwand, und mit Faltlappen,
die zum Öffnen und Schließen entlang vorgegebener Faltlinien faltbar sind.
[0002] Kunststoffolien gehören zu den am häufigsten benutzten Verpackungsmaterialien. Insbesondere
werden Kunststoffolien für quaderförmige Weichpackungen verwendet, die zur Aufnahme
eines Stapels gefalteter Papier-Taschentücher dienen (DE-U-91 09 814.9). Bekannt sind
aber auch bereits Zigaretten-Packungen, die aus einer mehrschichtigen (laminierten)
Kunststoffolie bestehen.
[0003] Eine für die Verpackungstechnik nachteilige Eigenschaft von Kunststoffolien besteht
darin, daß infolge der materialbedingten Rückstellkräfte in Kunststoffolien durch
bloßes Falten gebildete, konstant wiederkehrende Faltlinien nicht erzielbar sind.
Diese sind aber insbesondere bei solchen Verpackungen erforderlich, die Faltlappen,
insbesondere Schließlappen, zum mehrfachen Öffnen und Wiederverschließen der Verpackung
aufweisen (DE-U-91 09 814.9). Bei solchen wiederverschließbaren Folienverpackungen
ist es erforderlich, daß Faltlappen entlang vorgegebener Faltlinien zuverlässig korrekt
gefaltet werden.
[0004] Der Erfindung liegt demnach die Aufgabe zugrunde, Verpackungsmaterial mit dauerhaften
Rückstellkräften, insbesondere Kunststoffolie so vorzubereiten bzw. zu behandeln,
daß Faltlinien ohne äußeren Eingriff stets wiederkehrend gebildet werden.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe ist die erfindungsgemäße Verpackung dadurch gekennzeichnet,
daß im Bereich der Faltlinien aneinandergrenzende Bereiche der Kunststoffolie dauerhaft
miteinander verbunden sind, bei einer thermoplastischen Kunststoffolie vorzugsweise
durch Wärme und Druck.
[0006] Bei der Erfindung wird demnach die Kunststoffolie im Bereich der Faltlinie durch
dauerhafte Verformung behandelt, derart, daß eine stabile, von Rückstellkräften nicht
beeinflußte Faltlinie gebildet wird. Vorzugsweise sind zu diesem Zweck unmittelbar
benachbart zur Faltlinie verlaufende, streifenförmige Bereiche der Folie miteinander
verbunden, und zwar durch thermisches Siegeln, durch Kleben oder auf andere Weise.
Eine so entstehende Siegelnaht ist für wiederkehrende Faltungen, insbesondere im Zusammenhang
mit dem Öffnen und Wiederverschließen der Verpackung, stabil. Die Siegelnaht bzw.
die durch diese definierte Faltlinie hat gewisse Rückstellkräfte in Richtung auf die
Faltstellung.
[0007] Besonders vorteilhaft anwendbar ist eine in erfindungsgemäßer Weise behandelte Folie
für wiederverschließbare, quaderförmige Verpackungen, bei denen eine Oberwand als
Schließlappen dient und durch faltbare Seitenlappen mit schmalen Seitenwänden der
Packung verbunden ist. Bei dieser Konstruktion einer Verpackung kommt es darauf an,
daß beim Schließen des Schließlappens bzw. der Oberwand die Seitenlappen präzise zwischen
Oberwand und Stirnfläche der Packung eingefaltet werden.
[0008] Weitere Einzelheiten der Erfindung werden nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels
der erfindungsgemäßen Verpackung näher erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht einer geöffneten Verpackung,
- Fig. 2
- eine Seitenansicht einer geöffneten Verpackung,
- Fig. 3
- eine Frontansicht der geöffneten Verpackung gemäß Fig. 2,
- Fig. 4
- eine Seitenansicht der Verpackung, ähnlich Fig. 2, jedoch in einer Zwischen-Schließstellung,
- Fig. 5
- eine Frontansicht der Verpackung gemäß Fig. 4,
- Fig. 6
- eine vergrößerte Darstellung des in der Fig. 4 eingekreisten Ausschnitts, und
- Fig. 7
- eine nochmals vergrößerte Schnittdarstellung der Verpackung gemäß Fig. 6 entlang der
Linie VII-VII.
[0009] Als vorteilhaftes Anwendungsbeispiel ist in den Zeichnungen eine quaderförmige Verpackung
10 dargestellt mit Vorderwand 11, Rückwand 12, schmalen Seitenwänden 13, 14 und Stirnwänden,
d. h. Bodenwand 15 und Oberwand 16. Letztere ist einstückig mit der Rückwand 12 verbunden
und erstreckt sich bei geöffneter Verpackung gemäß Fig. 1 in derselben Ebene wie diese.
Ein freies Ende der Oberwand 16 ist als Lasche 17 ausgebildet. Diese reicht bei geschlossener
Verpackung bis auf die Vorderwand 11 hinab.
[0010] Die Oberwand 16 ist weiterhin jeweils mit den Seitenwänden 13, 14 verbunden, und
zwar über etwa dreieckige Seitenlappen 18, 19. Diese laufen spitz zu bis zu rückseitigen
Eckpunkten 20, 21, in denen auch die Oberwand 16, Rückwand 12, Seitenwand 13 bzw.
Oberwand 16, Rückwand 12, Seitenwand 14 aneinanderstoßen.
[0011] Die Verpackung besteht aus einer Kunststoffolie. Diese ist nicht zwangsläufig mit
vorgefertigten Faltlinien versehen. Letzere entstehen vielmehr erst durch den Gebrauch
der Verpackung und sind im Einzelfall gezielt an bestimmten Stellen vorgesehen. Die
Übergänge zwischen den einzelnen Wandungen 11..16 bzw. Lappen 18, 19 sind demnach
nicht scharf ausgeprägt und lediglich in den Fig. als (Knick-)Linien dargestellt.
Beispielsweise ist die aufrechte Kante 22 zwischen der Vorderwand 11 und der Seitenwand
13 keine Kante im Sinne eines scharfen Knickes, sondern eher eine logische Trennung
zwischen Seitenwand und Vorderwand. Gleiches gilt für die übrigen in den Fig. erkennbaren
"Kanten", sofern nicht im folgenden anders dargestellt.
[0012] Die Fig. 2 bis 5 zeigen die Verpackung 10 einmal in geöffneter Stellung, analog Fig.
1, und zum anderen in einer Zwischen-Schließstellung, insbesondere Fig. 4. Bei letzterer
ist die Oberwand 16 aus der Ebene der Rückwand 12 leicht nach vorne abgewinkelt. Die
Lasche 17 ist nochmals weiter abgewinkelt, eine vergrößerte Darstellung hiervon zeigt
Fig. 6.
[0013] In Öffnungsstellung (Fig. 2) sind die Seitenlappen gestreckt. Beim Schließvorgang
werden die Seitenlappen 18, 19 nach innen gefaltet über eine Zwischenfaltstellung
gemäß Fig. 4 und Fig. 5 bzw. Fig. 6 in eine Schließstellung, in der die Seitenlappen
18, 19 gefaltet unterhalb der Oberwand 16 liegen. Die Lasche 17 erstreckt sich im
Bereich der Vorderwand 11 und kann lösbar mit dieser verbunden sein, zum Beispiel
durch ein klebendes Tape.
[0014] Zur exakten Faltung der hier dreieckförmig ausgebildeten Seitenlappen 18, 19 sind
diese durch Faltlinien begrenzt und geteilt. Am Übergang der Seitenlappen 18, 19 zu
den Seitenwänden 13, 14 sind Faltlinien 23, 24 vorgegeben, ebenso am Übergang der
Seitenlappen 18, 19 zur Oberwand 16 entsprechende Faltlinien 25, 26. Ausgehend von
den Eckpunkten 20, 21 verlaufen Faltlinien 27, 28 in Diagonalrichtung zur Teilung
der Seitenlappen 18, 19 jeweils in einen mit der Oberwand 16 verbundenen Lappenteil
29, 30 und einen mit der Seitenwand 13, 14 verbundenen Lappenteil 31, 32.
[0015] Die hier dreieckförmigen Seitenlappen 18, 19 sollen auch nach mehrmaligem Öffnen
und Schließen der Verpackung ein präzises Faltbild in Schließstellung aufweisen. Zu
diesem Zweck sind mindestens die Faltlinien 27 und 28 in besonderer Weise ausgebildet,
wie nämlich in Fig. 7 als Detail gezeigt. Die Seitenlappenteile (Lappenteil 29 und
Lappenteil 31 bzw. 30 und 32) sind im Bereich der Faltlinie 27 bzw. 28 unter Bildung
einer Naht 33 definierter Breite dauerhaft miteinander verbunden.
[0016] Vorzugsweise ist die Verpackung aus einem thermoplastischen Material hergestellt.
Die Naht 33 ist dann durch Aufbringung von Druck und Wärme als Siegel- oder Prägenaht
ausgebildet mit einer Breite von etwa 0,5 mm. Beim Schließen der Verpackung durch
Anlegen der Oberwand 16 bzw. Lasche 17 an die Vorderwand 11 wird durch die Faltlinien
27, 28 bzw. die Naht 33 automatisch eine saubere Einwärtsfaltung der Seitenlappen
18, 19 erzielt. Es entstehen keine störenden Überstände nach außen und auch keine
ungewollten zusätzlichen Falten. Die Verpackung 10 bleibt auch nach mehrmaligem Öffnen
und Schließen in diesem Bereich funktionell und optisch ansprechend.
[0017] Die beschriebene Naht 33 kann auch alternativ oder zusätzlich im Bereich der Faltlinien
23..26 vorgesehen sein, ebenso wie diese selbst alternativ oder zusätzlich zu den
Faltlinien 27, 28 angeordnet sind.
[0018] Ein zur Bildung der Verpackung 10 vorgesehener Zuschnitt ist einstückig ausgebildet
und hier nicht gezeigt. Die Lasche 17 weist einen freien Rand 35 auf, der etwa kreisförmig
konvex gekrümmt ist. Als Gegenstück hierzu ist ein freier Rand 36 der Vorderwand 11
konkav gekrümmt ausgebildet. Am flach ausgebreiteten Zuschnitt gehen die Ränder 34,
35, 36 nach Art einer Sinuslinie fließend ineinander über. Die sich ergebende Randlinie
(Sinuslinie) weist keine Knicke oder Sprünge auf.
[0019] Die in Fig. 7 gezeigte formstabile Faltlinie bzw. Prägenaht kann auch durch Klebung
der streifenförmigen Bereiche hergestellt sein. Alternativ sind auch andere formverändernde
Behandlungen der Folie im Bereich von Faltlinien möglich, zum Beispiel ein örtliches
Recken der Folien zur Schaffung einer streifenförmigen Materialverminderung im Bereich
der Faltlinie.
[0020] Die beschriebene und in Fig. 7 dargestellte Faltlinie kann auch bei anderen Formen
und Typen von Verpackungen angewendet werden, wo stabilisierte, zuverlässig gebildete
Faltlinien erforderlich sind.
1. Wiederverschließbare Verpackung (10) aus Kunststoffolie, insbesondere zur Aufnahme
von Papier-Taschentüchern, mit Vorderwand (11), Rückwand (12), und mit Faltlappen,
die zum Öffnen und Schließen entlang vorgegebener Faltlinien (27, 28) faltbar sind,
dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich der Faltlinien (27, 28) aneinandergrenzende Bereiche der Kunststoffolie
dauerhaft miteinander verbunden sind, bei einer thermoplastischen Kunststoffolie vorzugsweise
durch Wärme und Druck.
2. Verpackung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Bildung der Faltlinie
(27, 28) zu dieser benachbarte, streifenförmige Bereiche der Kunststoffolie, insbesondere
mit einer Breite bis zu 1 mm, vorzugsweise von etwa 0,5 mm, durch Klebung oder thermisches
Siegeln miteinander verbunden sind.
3. Verpackung nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch eine quaderförmige Gestalt
mit Vorderwand (11), Rückwand (12), schmalen Seitenwänden (13, 14), Oberwand (16)
und Bodenwand (15), wobei die Oberwand (16) einstückig an die Rückwand (12) anschließt
und zum Schließen der Verpackung (10) in Richtung auf die Vorderwand (11) klappbar
ist und wobei weiterhin die Oberwand (16) mit den Seitenwänden (13, 14) je durch faltbare
Seitenlappen (18, 19) verbunden ist, die je mindestens eine Faltlinie (27, 28) nach
Maßgabe von Anspruch 1 oder 2 aufweisen.
4. Verpackung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Faltlinie (27, 28) den
Seitenlappen (18, 19) teilt in einen mit der Oberwand (16) verbundenen Lappenteil
(29, 30) und einen mit der Seitenwand (13, 14) verbundenen Lappenteil (31, 32).
5. Verpackung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß eine vorgegebene Faltlinie
(23, 24) zugleich Verbindungslinie zwischen Seitenwand (13, 14) und Seitenlappen (18,
19) ist.
6. Verpackung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß eine vorgegebene Faltlinie
(25, 26) zugleich Verbindungslinie zwischen Oberwand (16) und Seitenlappen (18, 19)
ist.