[0001] Vertikal-/ Horizontal-Personenfördersystem bestehend aus mit eigenen Antriebsmitteln
versehenen Kabinen für Vertikal- und Horizontalfahrt und Vertikal- und Horizontal-Fahrschächten,
welche mit festen und beweglichen Führungsmitteln ausgerüstet sind, in welche die
Antriebsmittel der Kabinen kraft- und formschlüssig eingreifen, wobei im selben Schacht,
vertikal und/oder horizontal, gleichzeitig mehr als eine Kabien verkehren kann.
[0002] Ein System der genannten Art wird mit dem US-Patent Nr. 3,658,155 dargestellt und
beschrieben. Die Antriebsmittel auf den Kabinen sind ein Motor und eine Kettentransmission
auf eine achsial verschiebbare Welle mit stirnseitigen Zahnritzeln. Die schachtseitigen
Führungsmittel sind mehrspurige Zahnstangenprofile, wobei die einen nur vertikal angeordnet
sind, andere nach links in die Horizontale führen und eine dritte nach rechts in die
Horizontale führt. Durch das achsiale Verschieben der Ritzelwelle auf eine bestimmte
Zahnstange wird die entsprechende Fahrbahn gewählt. Die Kabine hängt am Antrieb und
wird an den vier Ecken mit zusätzlichen Stützrädern geführt. Spezielle mechanische
Einrichtungen halten bei Richtungswechsel die Zahnritzel im Eingriff.
[0003] Dieses System besteht aus sehr vielen mechanischen Präzisionsteilen; insbesondere
werden die verschiedenen Zahnstangenprofile entsprechende Kosten verursachen. Ferner
müssten zusätzlich noch entsprechende Sicherheitseinrichtungen für den Fall des Bruches
eines Kraftübertragungsteiles vorgesehen werden.
[0004] Betreffend Antriebsmittel auf einer selbstfahrenden Kabine beschreiben eine französische
Patentschrift Nr. 1.557.662 und die korrespondierende deutsche Offenlegungsschrift
Nr. 39 39 762 einen Kabinenantrieb mittels Zahnriemen. Der Zahnriemen ist doppelseitig
profiliert. In die innenseitigen Zähne greifen ein Antriebsrad und eine Umlenk-/Spannrolle
ein. Die aussenseitigen Zähne des Zahnriemens greifen, ebenfalls formschlüssig, in
eine Zahnstange ein, welche gleichzeitig als Führungsmittel dient. Bedingt durch die
Zahnformen der Zahnstange und des Zahnriemens muss auf der Strecke zwischen Antriebs-
und Umlenkrolle eine Andruckvorrichtung vorgesehen werden, damit die formschlüssige
Verbindung erhalten bleibt. Diese Andruckeinrichtung besteht aus einem weiteren Zahnriemen
mit einer Anzahl Druckrollen oder in einer anderen Form aus einer Reihe in einem Support
angeordneten Druckrollen.
[0005] Bei diesem System findet eine relativ fein verzahnte Zahnstange Verwendung und mit
der nötigen Zahnriemen-Andruckvorrichtung ist ein zusätzlicher Aufwand zu leisten.
Sicherheitsvorrichtungen sind nicht vorhanden, da es sich um einen Bauaufzug handelt.
Eine solche müsste aber für eine Personentransporteinrichtung vorhanden sein.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Personenfördersystem für
Vertikal- und Horizontaltransport zu schaffen, das einfache feste und bewegliche Führungsmittel
aufweist, dessen auf dem Raupenprinzip beruhende Antriebsmittel auf der Kabine keine
Andruckmittel benötigen und das eine Sicherheitseinrichtung aufweist, die im Falle
des Bruches eines tragenden Kraftübertragungsmittels die Kabine stillsetzt.
[0007] Diese Aufgabe wird durch die in den Ansprüchen gekennzeichnete Erfindung gelöst.
[0008] Die Vorteile der Erfindung liegen darin, dass kostengünstige Führungsmittel in der
Form von Normprofilen verwendet werden können, in welchen die für die formschlüssige
Verbindung benötigten Teile nur in grösseren Abständen angeordnet sind und mittels
einfachen mechanischen Operationen ausgeformt werden können, dass die Antriebsmittel
auf der Kabine für beide Fahrrichtungen, vertikal und horizontal dienen, dass eine
für die Kraftübertragung verwendete Rollenkette dank der Form der Formschlussteile
in den Führungsmitteln keine Andruckvorrichtung benötigen und dass bei allfälligem
Kettenriss eine Kabinenbremse und ein Sicherheitskontakt betätigt werden.
[0009] In den Zeichnungen sind Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes dargestellt
und es zeigen
- Fig.1
- eine Gesamtansicht des Transportsystems,
- Fig.2
- Einzelheiten der Antriebsvorrichtung,
- Fig.3 und 3a
- Ausbildung des Führungsprofils,
- Fig.4
- Anordnung der Antriebs- und Stützmittel an einer Kabine,
- Fig.5
- Draufsicht auf Schacht und Kabine,
- Fig.6
- Situation mit Vertikal- und Horizontalschacht, sowie mit festen und beweglichen Führungsmitttlen,
- Fig.7 und 7a
- eine weitere Ausbildung des Führungsprofils,
- Fig.8
- eine weitere Anordnung der Antriebs- und Stützmittel an einer Kabine,
- Fig.9
- eine Anordnung von vier Antrieben und Stützstempeln an einer Kabine,
- Fig.9a
- Einzelheit einer Umlenk- und Spannrolle,
- Fig.10
- Einzelheiten eines Kettenantriebes,
- Fig.11
- eine weitere Form des Schwenkmechanismus für einen beweglichen Führungsteil und
- Fig.12
- eine Einrichtung für Horizontalfahrt im Zwischenstockbereich.
[0010] In der Fig.1 befindet sich in einem Vertikalschacht 2 eine Kabine 1, welche mit Förderketten
4 kraft- und formschlüssig beidseitig mit einem Führungsprofil 5 verbunden ist. Die
Förderketten 4 laufen je an beiden Seiten und um die untere Ecke an der Unterseite
der Kabine 1. Sie sind je von drei Rollen geführt resp. angetrieben. Die Führungsprofile
5 sind mit Schachtwänden 7 fest verbunden. Im unteren Teil des Vertikalschachtes 2
mündet dieser in einen Horizontalschacht 3. Die untersten vertikalen Führungsprofile
des Vertikalschachtes 2 sind mit 6 bezeichnet und können je mit einer Schwenkmechanik
6.1 unter eine Decke 8 hochgeschwenkt werden. Auf der linken Seite der Darstellung
ist ein Führungsprofil 6 mit gestrichelten Konturen im hochgeschwenkten Zustand gezeigt.
In der vertikalen Lage des Führungsprofiles 6 ist ein Verriegelungsmechanismus 6.2
aktiv, indem in diesem Beispiel ein Verriegelungsbolzen in eine Bohrung eines horizontalen
Führungsprofiles 3.1 eindringt und das Führungsprofil 6 auch unter Belastung in dieser
Lage festhält. Die Verriegelungsmechanik 6.2 ist mit einem Gestänge mit der Schwenkmechanik
6.1 verbunden und wird jeweils bei den Schwenkvorgängen von dieser mit einer nicht
dargestellten Vorrichtung zusätzlich betätigt.
[0011] In der Fig.2 sind die Einzelheiten der Antriebsmittel dargestellt. Die Förderkette
4 ist eine Rollenkette und besteht aus Rollen 4.1 und Laschen 4.2. Die Förderkette
4 wird im Innern der Kabine 1 unten links für die linke Förderkette 4 resp. unten
rechts für die gestrichelt gezeichnete Förderkette 4 mit einem Kettenrad 9 angetrieben.
Vom Kettenrad 9 läuft sie im Innern der Kabine 1 hoch bis zu einer oberen Umlenkrolle
13. Von der Umlenkrolle 13 läuft sie auf die Aussenseite der Kabine 1 und taucht in
das Führungsprofil 5 ein, in welchem bei diesem Beispiel jede zweite Rolle 4.1 formschlüssig
auf eine Stufe 5.1 des Führungsprofiles 5 zu liegen kommt. Das Führungsprofil 5 ist
über Halter 5.2 fest mit der Schachtwand 7 verbunden. Mit einer Kettenbewegung nach
unten bewegt sich die Kabine 1 nach oben. Die Förderkette 4 wird dann an der unteren
Ecke der Kabine 1 von einer Umlenkrolle 12 in die horizontale Richtung umgelenkt,
und läuft unter der Kabine 1 bis zur Umlenkspannrolle 11 von welcher sie dann wieder
in das Kabineninnere geführt wird. Mit dem horizontalen Rückwärtslaufen bis zum Kettenrad
9 ist dann der Ausgangspunkt wieder errreicht. Die Umlenkspannrolle 11 wird von einer
Feder 11.1 über eine Schubstange 11.2 nach rechts gedrückt zwecks Spannung der Förderkette
4. Am rechten Federende ist eine Schaltkurve mit 11.4 bezeichnet. Beim Nachlassen
der Kettenspannung infolge Bruch wird von der Schaltkurve 11.4 ein elektrischer Kontakt
11.5 berührt, welcher über eine elektrische Leitung 11.6 mit einer nicht dargestellten
Sicherheitsschaltung in Verbindung steht. Am verlängerten Ende der Schubstange 11.2,
welche durch eine zusätzliche Führung 11.7 führt, ist ein Bremsschuh 11.3 angebracht.
Zwischen der Bremsfläche des Bremsschuhs 11.3 und der Schachtwand 7 ist ein kleiner
Abstand von beispielsweise ein bis fünf cm vorhanden. Das Kettenrad 9 wird über ein
Reduktionsgetriebe 9.1 von einem Motor 10 angetrieben. Eine zweite Förderkette 4 mit
Rollen und Antrieb auf der rechten Seite der Kabine 1 ist mit einigen gestrichelten
Linien angedeutet.
[0012] Die Fig.3 zeigt einen Ausschnitt aus dem Führungsprofil 5. Das U-förmige Profil hat
eine innere Basisfläche 5.4 und Seitenschenkel 5.3. Auf der Basisfläche 5.4 sind in
regelmässigen Abständen "X" die Stufen 5.1 angebracht. Die Breite der Stufen 5.1 entspricht
mit etwas Spiel der Breite der Rolle 4.1 der Förderkette 4. Zwischen den Seitenkanten
der Stufen 5.1 und den Innenflächen der Seitenschenkel 5.3 des Führungsprofils 5 ist
je ein freier Zwischenraum der, mit etwas Spiel, der doppelte Dicke der Lasche 4.2
der Förderkette 4 entspricht. Die Höhe des Seitenschenkels 5.3 ist beispielsweise
so gewählt, dass dieser bei der eingreifenden Förderkette 4 bis knapp unter die Rollenachsen
reicht. Der Abstand "X" zwischen den Stufen 5.1 entspricht einem ganzzahligen Vielfachen
der Teilung der Förderkette 4. Die Stufen 5.1 weisen einen positiven Winkel "a" zur
Horizontalen "h" auf. Der Effekt dieser Anordnung ist in der Fig.3a mittels eines
Kräftedreiecks dargestellt. Dabei ist Pg die Vertikalkraft und Pq die zur Basisfläche
5.4 des Führungsprofiles 5 gerichtete und aufgrund der schrägen Auflage der Rolle
4.1 resultierende Seitenkraft.
[0013] In der Fig.4 ist die doppelseitige Anordnungsart von zwei Förderketten 4 ersichtlich.
Die vertikalen Partien der Förderketten 4 sind je in der Nähe einer Kabinenkante einander
diagonal gegenüber angeordnet. An der Unterseite der Kabine 1 laufen die Förderketten
4 über ca 90% der Kabinenbreite parallel zueinander. Auf beiden vertikalen Seitenflächen
der Kabine 1 sind im untersten Teil Stempelführungen 15 mit ein- und ausfahrbaren
rechteckigen Stützstempeln 14 angeordnet. Ein nicht dargestellter Mechanismus in der
Stempelführung 15 ermöglicht das Ein- und Ausfahren der Stützstempel 14.
[0014] In der Fig.5 ist in der Draufsicht die Anordnung der vorgehend genannten Teile ersichtlich.
Die Förderketten 4 befinden sich im Eingriff in den Führungsprofilen 5 und die Bremsschuhe
11.3 bewegen sich mit einem kleinen Abstand der Schachtwand 7 entlang. Mit 15 sind
die Oberseiten der Stempelführungen 15 zu sehen, welche sich etwa in der Mitte der
Kabinenseiten befinden.
[0015] Die Fig.6 zeigt den Uebergang vom Vertikalschacht 2 in einen Horizontalschacht 3.
Die Fortsetzung des Führungsprofiles 5 ist im Bereich des Horizontalschachtes 3 das
hochschwenkbare Führungsprofil 6. In der gezeichneten Form befindet sich dieses in
der heruntergeschwenkten und verriegelten Lage, so dass eine Kabine 1 bis zum Boden
des Horizontalschachtes 3 fahren könnte. Auf dem Boden des Horizontalschachtes 3 sind
zwei Führungsprofile 3.1 mit einer mit den Förderketten 4 übereinstimmenden Spurweite,
sowie zwei ein- und ausfahrbare Stützstempel 17 installiert. Der Pfeil beim Führungsprofil
6 deutet dessen Bewegungsablauf beim Hochschwenken an.
[0016] Die Fig.7 zeigt eine Variante der Stufe 5.1, wobei diese aus der Basisfläche 5.4
des Führungsprofiles 5 in der dargestellten Art herausgestanzt und -gebogen wird.
In der Fig. 7a ist eine weiterentwickelte Variante dargestellt bei welcher die Stufe
5.1 eine leicht abwärts gerundete Stirnpartie 5.5 aufweist.
[0017] Die Fig.8 zeigt eine weitere Anordnung der Förderketten 4, bei welcher diese je in
der Mitte der Kabinenseite eingebaut und nur in vertikaler Richtung aktiv sind. An
der Kabinenunterseite sind an den vier Ecken ein- und ausfahrbare Stützrollen 16 angeordnet,
wobei, wie die Pfeile andeuten, diese bei Bedarf auch in der Hubachse drehbar ausgebildet
sein können. Die Stützräder 16 überragen im ausgefahrenen Zustand nach unten die untere
Umlenkrolle 12 der Förderkette 4 so weit, dass die Förderkette 4 in der untersten
Position der Kabine 1 die, falls vorhanden, horizontalen Führungsprofile 3.1 oder
den Boden des Horizontalschachtes 3 nicht berührt.
[0018] Gemäss der Anordnungsvariante in der Fig.9 sind auf jeder Kabinenseite je zwei parallel
laufende vertikale Förderketten 4 vorgesehen. Mit 17 sind vier im Quadrat angeordnete
Stützstempel an der Unterseite der Kabine 1 bezeichnet. Diese sind im Beispiel in
der gleichen Spurweite angeordnet wie die seitlichen Förderketten 4, so dass sie beim
Ausfahren in den Führungsprofilen 3.1 im Horizontalschacht 3 anstehen.
[0019] Gemäss Fig.9a weisen die unteren Umlenkrollen 12 und Spannrollen 11 vorstehende Seitenränder
12.1 auf, so dass sie bei Horizontalfahrt der Kabine 1 auf den vertikalen Schenkeln
der horizontalen Führungsprofile 3.1 fahren ohne Berührung von Teilen 4.1 oder 4.2
der Förderketten 4 mit der inneren Grundfläche der Führungsprofile 3.1.
[0020] Die Antriebs- und die Spanneinrichtung der vertikalen Förderketten 4 ist in der Fig.10
dargestellt. Der Antriebsmotor 10 ist in einer Gleitführung 18 gelagert. Die ganze
Einrichtung, bestehend aus Motor 10, Reduktionsgetriebe 9.1 und Antriebskettenrad
9 wird von einer Druckfeder 19 gegen die Förderkette 4 gedrückt und hält die Förderkette
4 gespannt. Mit dieser Einrichtung verbunden ist auch noch der Bremsschuh 11.3 und
ein nicht dargestellter Ueberwachungskontakt 11.4,11.5,11.6 wie in Fig.2 gezeigt.
Die Eingriffsstelle der Antriebs- und Spanneinheit befindet sich unmittelbar oberhalb
der unteren Spannrolle 12 um einen genügenden Umschlingungswinkel zu erhalten.
[0021] Die Fig.11 zeigt eine weitere Variante des schwenkbaren Führungsprofiles 6. Mittels
Horizontalschwenkeinrichtungen 6.3 wird das Führungsprofil 6 zur Freigabe der Horizontalfahrt
um 90° um die Vertikalachse nach hinten an die Seitenwand des Horizontalschachtes
3 geschwenkt. Die Horizontalschwenkeinrichtung 6.3 betätigt ebenfalls sinngemäss den
Verriegelungsbolzen 6.2. Das Führungsprofil 6 kann aus zwei Teilen bestehen und, beispielsweise
in der Mitte, eine Trennstelle 6.4 aufweisen. Die untere Horizontalschwenkeinrichtung
6.3 weist zusätzlich eine nicht dargestellte interne Mechanik auf, die es erlaubt,
den unteren Teil eines mit der Kabine 1 belasteten Führungsprofiles 6 bis zu dessen
Entlastung, beispielsweise ein bis zwei cm abzusenken, um als Vorbereitung für eine
Horizontalfahrt auf einem Zwischenstockwerk den unteren Teil des Führungsprofiles
6 vorausgehend zurückzuklappen.
[0022] In der Fig.12 wird die Umsetzeinrichtung für Horizontalfahrt in einem Zwischenstockwerk
dargestellt. Es ist mit 5.6 ein hochschwenkbares Führungsprofil als neues Element
bezeichnet, das um eine horizontale Achse in die horizontale Lage mittels einem nicht
dargestellten Schwenkantrieb hochgeschwenkt werden kann und in dieser Lage eine Fortsetzung
des horizontalen Führungsprofiles 3.1 in einem Horizontalschacht 3 bilden. Der untere
Teil schwenkbaren Führungsprofiles 6 ist an die Wand des Horizontalschachtes 3 zurückgeschwenkt.
[0023] Die vorstehend beschriebene Einrichtung arbeitet wie folgt: Das Funktionsprinzip
wird vorerst anhand der Fig.1 bis 7 beschrieben. Der Antriebsmotor 10 treibt die Förderkette
4 via Reduktionsgetriebe 9.1 und Kettenrad 9 in der gewünschten Richtung an. Es sei
vorerst angenommen, dass eine Vertikalfahrt ausgeführt werden soll. Dreht das Kettenrad
9 im Uhrzeigersinn, bewegt sich die Förderkette 4 nach dem Verlassen der oberen Umlenkrolle
13 in Abwärtsrichtung und hebt die Kabine 1 in Aufwärtsrichtung. Der Hubeffekt für
die Kabine 1 entsteht dadurch, dass jede zweite, dritte, vierte oder n-te Rolle 4.1
der Förderkette 4 beim Ablaufen ab der oberen Umlenkrolle 13 auf eine Stufe 5.1 des
Führungsprofiles 5 aufläuft und durch die leichte Schräge der Stufe 5.1 gemäss Fig.3a
mit einer kleinen, aber konkreten Kraft Pq gegen die Basisfläche 5.4 des Führungsprofiles
5 gedrückt wird. Durch dieses Selbst-Andrücken der Förderkette 4 in das Führungsprofil
5 wird die bei solchen Antrieben übliche Andruck-Einrichtung im Rücken einer Förderkette
überflüssig. Der Abstand der Stufen 5.1 im Führungsprofil 5 wird in der Praxis in
Abhängigkeit von den Kriterien Hublast, Geschwindigkeit, Anzahl Förderketten 4, Dimensionen
der zusammen wirkenden Komponenten, Sicherheit und Reserve gewählt. Als Besipiel kann
empfohlen werden, dass pro Eingriffsbereich einer Förderkette 4 mindestens vier Stufen
5.1 vorzusehen sind. Auf diese Art kann nun die Kabine auf- und abwärts bewegt werden.
Natürlich laufen die Förderketten 4, seien es zwei, drei oder vier an einer Kabine
1, mit synchroner Geschwindigkeit miteinander. Das Führungsprofil 5 (6) übernimmt
gleichzeitig auch die Führung der Kabine 1 in der anderen horizontalen Richtung, weil
die Kettenlaschen 4.2 ebenfalls teilweise in das Führungsprofil 5 (6) eintauchen.
[0024] Für eine Horizontalfahrt der Kabine 1 sind nun noch weitere Funktionen und Einrichtungen
beteiligt. Es sei angenommen, dass eine Horizontalfahrt im untersten Halt stattfinden
soll. Solche Horizontalfahrten dienen dem Schachtwechsel einer Kabine 1 oder der Fahrt
in einen seitlichen Pufferraum. Die Kabine 1 fährt hinunter bis zu diesem untersten
Halt. Dann werden, zwecks Entlastung der von den Rollen 4.1 belasteten Stufen 5.1
im schwenkbaren Führungsprofil 6, die seitlichen Stützstempel 14 soweit ausgefahren,
bis die Rollen 4.1 einige mm von den Stufen 5.1 abgehoben sind. Dann wird das Führungsprofil
6 auf der, der gewünschten Fahrtrichtung entsprechenden Seite an die Decke 8 hochgeschwenkt
und anschliessend werden die Stützstempel 14 wieder hochgefahren. Jetzt sitzt die
Kabine 1 mit den vorstehenden Rändern 12.1 der unteren Umlenkrolle 12 und der Spannrolle
11 auf den vertikalen Schenkeln der horizontalen Führungsschienen 3.1. Die Kabine
1 kann nun mit dem Förderkettenantrieb horizontal fahren, wobei die Förderketten 4
selbst nur noch der Führung dienen bei diesem Betrieb. Für eine anschliessende Vertikalfahrt
im benachbarten Schacht erfolgt der beschriebene Zyklus sinngemäss in umgekehrter
Reihenfolge. Der Vorgang des Wechsels zwischen Vertikal- und Horizontalfahrt im untersten
Halt ist im Prinzip, unabhängig von den Ausführungsvarianten von Antrieben und Führungen,
immer der Gleiche. Aus Platzersparnisgründen wird man, betreffend Führungsprofil 6,
der Variante gemäss Fig.11 für einen Wechsel zwischen benachbarten Vertikalschächten
den Vorzug geben. Anstelle des Hochschwenkens erfolgt dann das platzsparende Zurückklappen
des Führungsprofiles 6 an die Seitenwand des Horizontalschachtes 3.
[0025] Der Wechsel von Vertikal- in Horizontalfahrt in einem hierzu vorgesehenen Zwischenstockwerk
ist im Prinzip gleich, benötigt jedoch mangels vorhandenem Schachtboden einige zusätzliche
Funktionen. Ein solcher Fahrtrichtungswechsel wird anhand der Fig.12 beschrieben und
besteht aus folgenden Operationen:
- Anhalten der Kabine 1 auf dem Zwischenstockwerk
- Entlasten des unteren Teils des Führungsprofiles 6 durch leichtes Absenken mittels
der unteren Schwenkmechanik 6.3
- Zurückklappen des unteren Teils des Führungsprofiles 6
- Hochklappen des Führungsprofiles 5.6 in die Horizontale
- Abstützen der Kabine 1 auf dem bezw. den hochgeklappten Führungsprofilen 5.6
- Zurückklappen des oberen Teils des Führungsprofiles 6
- Einfahren der Stützstempel 14
- Analoge Vorbereitung für horizontale Einfahrt im Zielschacht
- Horizontalfahren zum benachbarten und entsprechend vorbereiteten Schacht
- Wiedererrichten der Situation für Vertikalfahrt im verlassenen Vertikalschacht
- Nach Ankunft im benachbarten Schacht umgekehrter Ablauf der eingangs beschriebenen
Operationen als Vorbereitung für Vertikalfahrt
Das Prinzip von auf Stufen 5.1 in Führungsprofilen 5, 6 abstützenden Förderketten
4 ermöglicht verschiedene Ausführungsvarianten. Die Förderketten 4 können einander
diagonal gegenüber gemäss Fig.2, 4 und 5 angeordnet sein. Der Vorteil dieser Anordnung
wird darin liegen, dass der Antrieb einerseits und die Kettenspannung mit der Sicherheitseinrichtung
anderseits voneinander funktionell getrennt angeordnet werden können. Ausführungsvarianten
gemäss Fig.8, 9 und 10 haben den Vorteil des möglicherweise kleineren Platzbedarfes
in der Kabine 1. Werden antreibbare, ein- und ausfahrbare und um die Hubachse drehbare
Stützrollen 16 gemäss Fig.8 verwendet, so besteht die Möglichkeit, die Kabine 1 auf
einer führungslosen Ebene in beliebigen horizontalen Richtungen wie ein Landfahrzeug
zu bewegen. Bei der Ausführungsvariante gemäss Fig.9 übernehmen die unteren Umlenkrollen
12 die Transportfunktion auf den Führungsprofilen 3.1 in Horizontalrichtung (Fig.9a).
Die in der Fig. 9 dargestellten aus- und einfahrbaren Stützstempel 17 sowie auch jene
mit 14 und 15 bezeichneten der Fig.4 werden in einer anderen Variante im Boden des
unteren Horizontalschachtes 3 statt unterhalb jeder Kabine 1 eingebaut. Bei dieser
Variante müssen dann nicht alle Kabinen 1 mit Stützstempel versehen werden, sondern
weisen nur Förderketten 4 mit den entsprechenden Antrieben auf.
1. Vertikal-/Horizontal-Personenfördersystem bestehend aus mit eigenen Antriebsmitteln
versehenen Kabinen für Vertikal- und Horizontalfahrt und Vertikal- und Horizontal-Fahrschächten,
welche mit festen und beweglichen Führungsmitteln ausgerüstet sind, in welche die
Antriebsmittel kraft- und formschlüssig eingreifen können, wobei im selben Fahrschacht
gleichzeitig mehr als eine Kabine verkehren kann,
dadurch gekennzeichnet
dass eine Kabine 1 mindestens eine der Vertikalfahrt dienende Förderkette 4 mit auf
Stufen 5.1 von Führungsprofilen 5, 6 auflaufenden Rollen 4.1, führenden Laschen 4.2
und mindestens eine untere, der Horizontalfahrt dienende, auf Führungen 3.1 laufende
Umlenk- resp. Spannrolle 12, 11 und mindestens eine, die Förderkette 4 entlastende,
ein- und ausfahrbare Stütze 14, 17 aufweist.
2. Personenfördersystem nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Kettenspann- und Sicherheitseinrichtung vorhanden ist bestehend aus einer
Druckfeder 11.1, einer Spannrolle 11, einer Schaltkurve 11.4, einem Schaltkontakt
11.5, einem Sicherheitskreisanschluss 11.6, einer Schubstange 11.2, einer Schubstangenführung
11.7 und einem Bremsschuh 11.3.
3. Personenfördersystem nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Kettenantrieb bestehend aus Motor 10, Reduktionsgetriebe 9.1 und Kettenrad
9 vorhanden ist.
4. Personenfördersystem nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet,
dass eine kombinierte Einrichtung für Kettenantrieb und -Spannung und Sicherheit vorhanden
ist bestehend aus Motorgleitführung 18, Druckfeder 19, Motor 10, Reduktionsgetriebe
9.1, Kettenrad 9, Schubstange 11.2 und Bremsschuh 11.3.
5. Personenfördersystem nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schachtboden eines Horizontalschachtes 3 ein- und ausfahrbare, die Förderkette
4 der Kabine 1 im Eingriff entlastende Stützstempel 17 aufweist.
6. Personenfördersystem nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kabine 1 antreibbare, ein- und ausfahrbare und um die Hubachse drehbare Stütz-
und Fahrrollen 16 aufweist.
7. Personenfördersystem nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet,
dass Stufen 5.1 in Führungsprofilen 5 und 6 einen positiven Winkel "a" zur Horizontalen
"h" aufweisen und dass sie in einem Abstand "X" zueinander, der ein Vielfaches der
Rollenteilung ist, angeordnet sind.
8. Personenfördersystem nach Anspruch 1 und 7
dadurch gekennzeichnet,
dass Führungsprofile 6 eine Schwenkmechanik 6.1 und eine von dieser betätigte Verriegelungsmechanik
aufweisen.
9. Personenfördersystem nach Anspruch 1 und 7
dadurch gekennzeichnet,
dass Führungsprofile 6 eine Trennstelle 6.4 und Horizontalschwenkeinrichtungen 6.3
aufweisen und dass die untere Horizontalschwenkeinrichtung 6.3 eine interne Absenkeinrichtung
aufweist.
10. Personenfördersystem nach Anspruch 1 und 7
dadurch gekennzeichnet,
dass ein hochschwenkbares Führungsprofil 5.6 vorhanden ist.
11. Personenfördersystem nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet,
dass Umlenkrollen 12 und Spannrollen 11 auf vertikalen Schenkeln von Führungsprofilen
3.1 abrollende Seitenränder 12.1 (11.1) aufweisen.