[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bildung eines Fadensicherungsknotens auf
einer Flachstrickmaschine mit mindestens zwei gegeneinander versetzbaren Nadelbetten
und einem Schlitten mit Schloßteilen für Stricken, Fang und Maschenumhängen.
[0002] Bei Gestricken, die bereichsweise mit unterschiedlichen Fäden oder Garnen hergestellt
werden, insbesondere bei ausgeprägten Intarsiengestricken mit unterschiedlich farbigen
und auch unmittelbar aneinanderstoßenden Intarsienbereichen, liegen auf einer Seite
des Gestrickes die Anfänge und die Enden der verwendeten unterschiedlichen Fäden frei.
Diese Fadenenden werden anschließend von Hand mit einem Knoten versehen, um zu verhindern,
daß die Fadenenden in das Gestrick nachgezogen werden und sich dort Laufmaschen bilden
können. Dieses Handverknoten der Fäden ist zeitraubend.
[0003] Es ist auch versucht worden, die Fadenenden auf der Flachstrickmaschine nach Art
einer Abknüpfung so in das Gestrick einzuziehen, daß eine Laufmaschenbildung verhindert
wird. Hierbei ergeben sich jedoch an den Fadeneintrittsstellen und den Fadenaustrittsstellen
durch Fadenzug sichtbare Unregelmäßigkeiten im Gestrickbild, die aus einer Lochbildung,
einer Gestrickauswölbung oder aus einem ungeraden Verlauf von Maschenreihen und Maschenstäbchen
bestehen.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu einer auf der Flachstrickmaschine
ausführbaren Fadensicherung zu schaffen, die einem Abknüpfen der Fäden von Hand gleichwertig
ist und das Gestrickbild nicht negativ beeinflußt.
[0005] Die gestellte Aufgabe wird mit einem Verfahren der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
mit den Verfahrensmerkmalen des kennzeichnenden Teiles des Patentanspruches 1 gelöst,
insbesondere in Verbindung mit den kennzeichnenden Merkmalen der Patentansprüche 2
oder 3.
[0006] Das Verfahren gemäß der Erfindung läßt sich mindestens mit modernen Flachstrickmaschinen,
die einen kurzen Schlittenhub und eine Schlittenumkehr an jeder Stelle der Nadelbetten
erlauben, rationell durchführen. Dabei läßt sich der Zeitaufwand mit Flachstrickmaschinen,
die mehrere Schloßsysteme aufweisen und die bei einem Schlittenhub das Durchführen
mehrerer Verfahrensschritte erlauben, noch weiter verringern. Das Verfahren läßt sich
aber auch mit Flachstrickmaschinen, die nur ein einziges kombiniertes Strick-, Fang-
und Umhängesystem aufweisen, durchführen. Durch den Einsatz von Flachstrickmaschinen
mit Niederhalteplatienen läßt sich die Knotenbildung in einzelnen Verfahrensschritten
begünstigen.
[0007] Der Vorteil des Verfahrens gemäß der Erfindung erschöpft sich aber nicht darin, daß
ein Abknüpfen der Fadenenden von Hand entfällt, sondern liegt vor allem auch darin,
daß einheitliche Knoten gebildet werden und durch die Knotenbildung das Gestrickbild
nicht verändert wird. Die an einer Fadeneinlaufstelle und an der Fadenauslaufstelle
eines Intarsiengestrickfeldes gebildeten Knoten liegen auf der Rückseite dicht am
Gestrick an. Es entsteht keine äußerlich sichtbare Maschenanhäufung oder gar eine
Lochbildung im Gestrick. An den Übergangsstellen und Ecken der Intarsienfelder bleibt
ein regelmäßiger geradliniger Verlauf der Maschenreihen und Maschenstäbchen gewahrt.
Es bleiben scharfe Farbränder an den Abknüpfstellen erhalten und es erfolgt kein Fadenübertritt
in ein benachbartes Gestrickfeld, durch welchen die Farbgrenzen an den Abknüpfstellen
verwischt werden könnten.
[0008] Nachfolgend werden mögliche Verfahrensabläufe zur Bildung eines Fadensicherungsknotens
mit Hilfe einer Flachstrickmaschine anhand von Fadenlaufdarstellungen näher erläutert.
[0009] Im einzelnen zeigen:
- Fig. 1 - 9
- Fadenlaufdarstellungen einer ersten Art der Bildung eines Fadensicherungsknotens an
der Fadeneinlaufstelle eines Intarsiengestrickfeldes;
- Fig. 10 - 18
- Fadenlaufdarstellungen einer ersten Art der Bildung eines Fadensicherungsknotens an
der Fadenauslaufstelle eines Intarsiengestrickfeldes;
- Fig. 19
- eine rückseitige Ansicht einer mit einem Fadensicherungsknoten versehenen Gestrickstelle;
- Fig. 20
- einen Schnitt durch das Gestrick an einer Knotenstelle;
- Fig. 21 - 28
- Fadenlaufdarstellungen einer zweiten Art der Bildung eines Fadensicherungsknotens
an der Fadenauslaufstelle eines Intarsiengestrickfeldes;
- Fig. 29 - 36
- Fadenlaufdarstellungen einer zweiten Art der Bildung eines Fadensicherungsknotens
an der Fadeneinlaufstelle eines Intarsiengestrickfeldes;
- Fig. 37
- eine Draufsicht auf eine mit einem Fadensicherungsknoten versehene Gestrickstelle;
- Fig. 38
- einen schematischen Querschnitt durch den Endbereich der beiden Nadelbetten einer
Flachstrickmaschine.
[0010] In allen Figuren ist für jedes von drei einsetzbaren Schloßsystemen einer Flachstrickmaschine
eine Doppelreihe von Punkten vorgegeben, welche in bekannter Weise die Nadeln von
zwei miteinander zusammenwirkenden Nadelbetten symbolisieren. Die jeweils untere Punktreihe
jeder Doppelreihe symbolisiert die Nadeln des vorderen Nadelbettes, die obere Punktreihe
die Nadeln des hinteren Nadelbettes einer Flachstrickmaschine. Die obere Doppelreihe
ist dem in überwiegendem Maße eingesetzten Schloßsystem S1, die mittlere Doppelreihe
dem zweiten Schloßsystem S2 und die untere Doppelreihe einem dritten Schloßsystem
S3 zugeordnet, wobei es sich jeweils um kombinierte Schloßsysteme handelt, mit welchen
die Funktionen "Stricken", "Fang" und "Umhängen" ausgeführt werden können. In den
einzelnen Figuren ist die obere, dem Schloßsystem S1 zugeordnete Doppelreihe von Punkten
jeweils dem in der Schlittenhubrichtung voreilenden Schloßsystem und die untere Doppelreihe
dem nacheilenden Schloßsystem zugedacht. Das Schloßsystem S1 ist also immer voreilend
vor Schloßsystem S2 und S3. In jeder Figur ist linksseitig die jeweilige Schlittenlaufrichtung
durch einen Pfeil 10 gekennzeichnet. Zur leichteren Orientierung sind in der Zeichnung
einzelne Nadeln der unteren Punktreihe von Schloßsystemen, also des vorderen Nadelbettes,
mit Buchstaben und Symbolen gekennzeichnet. Die mit einem Stern-Symbol gekennzeichnete
Nadel markiert den Anfang oder das Ende eines Intarsiengestrickfeldes.
[0011] Die Fig. 1 bis 9 zeigen von Schlittenhub zu Schlittenhub den Ablauf eines ersten
Verfahrens der Bildung eines Fadensicherungsknotens an der Einlaufstelle eines Intarsienfadens.
[0012] Fig. 1 zeigt oben die letzte, mit allen Nadeln des vorderen Nadelbettes aus einem
Faden 11, der nachfolgend Altfaden genannt wird, gestrickte Rechts/Links-Maschenreihe.
Es kann sich hierbei um die letzte Maschenreihe eines Intarsien-Gestrickbereiches
handeln, oder aber um die letzte Reihe eines Grundgestrickbereiches. Beim Schlittenhub
gemäß Pfeil 10 von rechts nach links wird mit dem ersten Schloßsystem S1 eine Masche
von der Nadel P des vorderen Nadelbettes auf die benachbarte Nadel 12 des hinteren
Nadelbettes übertragen. Es ist die übernächste Nadel zu der mit einem Stern-Symbol
gekennzeichneten Nadel des vorderen Nadelbettes, an welcher ein neuer Intarsien-Gestrickbereich
beginnen soll. Beim gleichen Schlittenhub wird mit dem Schloßsystem S2 ein Intarsienfaden
13, nachfolgend Neufaden genannt, auf einigen Nadeln des hinteren Nadelbettes zu Henkeln
verstrickt, zuletzt auf der Nadel 14, die der Nadel Z des vorderen Nadelbettes zugeordnet
ist. Anschließend wird der Neufaden 13 von der vorher durch Umhängen einer Masche
freigewordenen Nadel P des vorderen Nadelbettes zu einem Henkel verstrickt und nachfolgend
der Schlitten in die andere Laufrichtung umgeschaltet. Vom Schloßsystem S1 wird gemäß
Fig. 2 der Neufaden 13 von den Nadeln 15 und 16 zu Henkeln verstrickt. Durch einen
Brückenabschnitt 18 des Neufadens 13 erfolgt dabei eine Überkreuzung der beiden Schenkel
des auf der Nadel 14 gebildeten Henkels und damit ein Niederhalten dieses Henkels
19. Nach einem Nadelbettenversatz und einer Schlittenhubumkehr erfolgt gemäß Fig.
3 mittels des Schloßsystems S1 ein Umhängen des auf der Nadel 14 des hinteren Nadelbettes
gebildeten und durch den Brückenabschnitt 18 des Neufadens 13 niedergehaltenen Henkels
19 auf die mit dem Stern-Symbol gekennzeichnete Nadel des vorderen Nadelbettes. Die
beiden Schenkel 19a und 19b des umgehängten Henkels 19 erstrecken sich jetzt über
den Brückenabschnitt 18 des Neufadens 13 hinweg.
[0013] Nach der nächsten Schlittenumkehr wird gemäß Fig. 4 der auf der Nadel P des vorderen
Nadelbettes gebildete Henkel mittels des Schloßsystemes S1 abgeworfen und dadurch
ausreichend Fadenmaterial für den weiteren Knotungsvorgang erhalten. Nach der nächsten
Schlittenhubumkehr wird gemäß Fig. 5 der Neufaden 13 mit einem weiteren Brückenabschnitt
20 bis zur Nadel P des vorderen Nadelbettes gezogen und dort zu einem Henkel verstrickt.
[0014] Beim anschließenden Schlittenhub wird gemäß Fig. 6 der auf der Nadel 15 des hinteren
Nadelbettes befindliche Henkel 21, dessen Schenkel durch den Brückenabschnitt 20 des
Neufadens niedergehalten sind, auf die mit einem Stern-Symbol gekennzeichnete Nadel
des vorderen Nadelbettes zu dem dort bereits befindlichen Henkel 19 umgehängt. Nach
der nächsten Schlittenumkehr wird gemäß Fig. 7 im Knotenbildungsbereich nicht gearbeitet,
nur nachkuliert, erst wieder nach der folgenden Schlittenumkehr, wo gemäß Fig. 8 mit
dem Schloßsystem S1 der Neufaden 13 auf der Nadel 14 des hinteren Nadelbettes zu einem
Henkel verstrickt und anschließend über die Schenkel des auf der Nadel 16 befindlichen
Henkels gezogen wird. Mit dem nachfolgenden Schloßsystem S2 wird dann der auf der
Nadel P des vorderen Nadelbettes befindliche Henkel abgeworfen, und vom nächstfolgenden
Schloßsystem S3 wird die immer noch auf der Nadel 12 des hinteren Nadelbettes befindliche
umgehängte Altmasche auf die Nadel P des vorderen Nadelbettes zurückgehängt.
[0015] Nach dem nächsten Schlittenhub werden gemäß Fig. 9 mit dem System S1 die Henkel von
den Nadeln 14 und 16 des hinteren Nadelbettes abgeworfen. Mit dem Schloßsystem S2
wird mit dem Neufaden auf den Nadeln des vorderen Nadelbettes eine Rechts/Links-Maschenreihe
gebildet, beginnend mit einem Henkel 22 auf der mit dem Symbol O gekennzeichneten
Nadel. Mit dem Schloßsystem S3 wird sicherheitshalber die Nadel 16 nochmals in eine
Abwerfstellung bewegt. Der Knoten ist fertiggestellt, und außerhalb des nachfolgend
gebildeten Intarsien-Gestrickbereiches befindet sich kein Neufaden mehr.
[0016] Die Fig. 10 bis 18 zeigen den Ablauf eines ersten Verfahrens der Bildung eines Abschlußknotens
mit dem Intarsienfaden nach der Fertigstellung eines Intarsien-Gestrickbereiches,
wieder von Schlittenhub zu Schlittenhub. Zunächst wird bei einem Schlittenhub von
links nach rechts mit dem Schloßsystem S1 und einem Neufaden 25 auf den Nadeln des
vorderen Nadelbettes eine Rechts/Links-Maschenreihe hergestellt, beginnend mit einem
Henkel 26 auf der mit einem Stern-Symbol gekennzeichneten Nadel des vorderen Nadelbettes,
auf deren Höhe der vorher gestrickte Intarsiengestrickbereich endet. Mit dem nacheilenden
Schloßsystem S2 wird nochmals eine Rechts/Links-Maschenreihe des Intarsienstrickbereiches
mit den Nadeln des vorderen Nadelbettes und mit dem Intarsienfaden 13 bis zu der mit
einem Stern-Symbol gekennzeichneten Nadel gestrickt. Dann wird auf der benachbarten,
mit dem Symbol O gekennzeichneten Nadel des vorderen Nadelbettes ein Henkel 27 mit
dem Intarsienfaden 13 gebildet. Anschließend erfolgt eine Schlittenumkehr, und es
wird gemäß Fig. 11 mit dem Schloßsystem S1 die auf der Nadel P im vorderen Nadelbett
befindliche Masche auf die Nadel 12 des hinteren Nadelbettes umgehängt, und mit dem
Schloßsystem S2 wird der Faden 13 von der Nadel mit dem Symbol O zur Nadel 14 des
hinteren Nadelbettes gezogen, dort zu einem Henkel und anschließend auf der freigewordenen
Nadel P des vorderen Nadelbettes ebenfalls zu einem Henkel abgestrickt. Nach einer
erneuten Schlittenumkehr werden dann gemäß Fig. 12 mit dem Schloßsystem S1 analog
der Fadenführung nach Fig. 2 Henkel auf den Nadeln 15 und 16 des hinteren Nadelbettes
gestrickt, wobei der Faden 13 die Schenkel des auf der Nadel 14 gebildeten Henkels
29 mit einem Brückenabschnitt 28 niederhält. Nach der nächsten Schlittenumkehr und
nach einem Nadelbettenversatz wird gemäß Fig. 13 analog Fig. 3 der Henkel 29 auf die
mit dem Stern-Symbol gekennzeichnete Nadel des vorderen Nadelbettes umgehängt, wobei
die Schenkel des Henkels 29 den Brückenabschnitt 28 des Intarsienfadens 13 überkreuzen.
Bei den nächsten beiden, aus den Fig. 14 und 15 ersichtlichen Schlittenhüben wird
analog den Fig. 4 und 5 verfahren, also der auf der Nadel P befindliche Henkel abgeworfen
und anschließend von der Nadel 16 aus erneut ein Henkel mit dieser Nadel P gestrickt,
wobei eine weitere Fadenbrücke 30 gebildet wird. Die restliche Knotenbildung gemäß
Fig. 16 erfolgt analog Fig. 6 durch Umhängen des auf der Nadel 15 befindlichen Henkels
31 auf die bereits mit dem Henkel 29 belegte Nadel mit dem Stern-Symbol.
[0017] Nach der nächsten Schlittenumkehr erfolgt gemäß Fig. 17 das Abwerfen des auf der
Nadel P des vorderen Nadelbettes befindlichen Henkels, und nach der nächsten Schlittenumkehr
wird gemäß Fig. 18 mit dem Schloßsystem S1 mit dem abzuknüpfenden Intarsienfaden 13
ein Henkel auf der Nadel 14 gebildet, der Faden anschließend über die Schenkel des
auf der Nadel 16 noch befindlichen Henkels gezogen und auf einer im Abstand davon
befindlichen Nadel des hinteren Nadelbettes erneut zu einem Henkel verstrickt. Mit
dem Schloßsystem S2 wird die Nadel P des vorderen Nadelbettes sicherheitshalber nochmals
in eine Abwerfstellung gebracht, und auch die Nadeln 14 und 16 des hinteren Nadelbettes
werden in eine Fadenabwerfstellung gebracht. Mittels des Schloßsystemes S3 wird die
eingangs auf die Nadel 12 des hinteren Nadelbettes umgehängte Masche wieder auf die
Nadel P des vorderen Nadelbettes zurückgehängt.
[0018] Es versteht sich, daß nach den dargestellten Strickverfahren nicht nur in Intarsiengestricken,
sondern auch bei anderen Gestrickgebilden an gewünschten Stellen Fäden abgeknüpft
werden können. Wie die Fig. 19 und 20 zeigen, ist an der Knotenstelle keine Lochbildung
und auch keine Verzerrung der Maschenreihen und Maschenstäbchen zu erkennen. Außerdem
liegt der gebildete Knoten dicht am Gestrick an.
[0019] Die Fig. 21 bis 28 zeigen von Schlittenhub zu Schlittenhub den Ablauf eines zweiten
Verfahrens der Bildung eines Fadensicherungsknotens an der Auslaufstelle eines Intarsienfadens,
also am Ende eines gebildeten Intarsiengestrickfeldes. Zur leichteren Orientierung
sind in der Zeichnung eingesetzte Nadeln der unteren und der oberen Punktreihe von
Schloßsystemen, also des ersten (vorderen) oder zweiten (hinteren) Nadelbettes, mit
Bezugsziffern 112 - 118 oder 122 - 128 gekennzeichnet. Die mit einem Stern-Symbol
gekennzeichnete Nadel markiert den Anfang oder das Ende eines Intarsiengestrickfeldes.
[0020] Zunächst wird gemäß Fig. 21 bei einem Schlittenhub von links nach rechts mit einem
der Schloßsysteme, hier dem Schloßsystem S2, eine Rechts/Links-Maschenreihe mit dem
anschließend auszulegenden und abzuknüpfenden Faden 120 auf dem ersten Nadelbett bis
zu einem gewünschten Gestrickfeldende gestrickt. Der ausgeschwenkt dargestellte Fadenführer
111 steht am Ende des mit dem Faden 120 hergestellten Intarsiengestrickfeldes. Nach
einer Schlittenhubumkehr werden gemäß Fig. 22 zunächst vor dem Gestrickfeldende befindliche
Maschen aus dem zweiten Nadelbett in das erste Nadelbett umgehängt, was durch Pfeile
121 angedeutet ist. Außerdem wird eine vor dem gewünschten Gestrickfeldende innerhalb
des Gestrickfeldes vorher gebildete Masche 130 auf die Nadel 123 des zweiten Nadelbettes
umgehängt. Dies wird mittels des hier voreilenden Schloßsystemes S1 durchgeführt,
während mit dem nacheilenden Schloßsystem S2 mit dem abzuknüpfenden Faden 120 ein
Henkel 131 auf der am Gestrickfeldende befindlichen Nadel 125 des zweiten Nadelbettes
und anschließend ein Henkel 132 auf der durch das Umhängen der Masche 130 vorher freigewordenen
Nadel 113 des ersten Nadelbettes gebildet werden. Anschließend wird nach einer Umkehr
der Schlittenhubrichtung 10 und einem Versatz des zweiten Nadelbettes um eine Nadelteilung
entgegen der umgekehrten Schlittenhubrichtung gemäß Fig. 23 mit dem voreilenden Schloßsystem
S1 der abzuknüpfende Faden 120 auf dem zweiten Nadelbett zu jeweils einem Henkel 133,
134 auf den dem beim vorangegangenen Verfahrensschritt auf der Nadel 125 gebildeten
Henkel benachbarten Nadeln 124, 126 verarbeitet, wobei die Schenkel des auf der Nadel
125 befindlichen Henkels 131 von einer Fadenbrücke 135 überkreuzt werden. Mit dem
nacheilenden Schloßsystem S2 wird der auf der Nadel 125 des zweiten Nadelbettes befindliche
Henkel 131, dessen Schenkel von der Fadenbrücke 135 überkreuzt sind, über die Fadenbrücke
135 hinweg auf die Nadel 114 des ersten Nadelbettes umgehängt.
Nach einer erneuten Schlittenhubumkehr und einem Rückversatz des zweiten Nadelbettes
in der neuen Schlittenhubrichtung 10 erfolgt gemäß Fig. 24 ein Abwerfen eines neben
dem auf die Nadel 114 umgehängten Henkels auf der Nadel 113 des ersten Nadelbettes
befindlichen Henkels mittels des voreilenden Schloßsystems S1, während mit dem nacheilenden
Schloßsystem S2 im zweiten Nadelbett mit der Nadel 125 ein Henkel 136 und mit der
Nadel 124, die bereits einen vorher gebildeten Henkel 133 trägt, eine Masche 139 gebildet
wird, auf welche dann ein im ersten Nadelbett mit der Nadel 113 gefertigter Henkel
137 folgt.
Gemäß Fig. 25 wird nach einer erneuten Schlittenhubumkehr und einem Versatz des zweiten
Nadelbettes in der neuen Schlittenhubrichtung 10 mittels des voreilenden Schloßsystems
S1 der früher auf der Nadel 126 des zweiten Nadelbettes gebildete Henkel 134 abgeworfen.
Mit dem nacheilenden Schloßsystem S2 wird die im zweiten Nadelbett auf der Nadel 124
zusammen mit einem Henkel 133 befindliche Masche 139 über die Schenkel des auf der
Nadel 114 des ersten Nadelbettes befindlichen Henkels 131 hinweg auf die benachbarte
Nadel 115 des ersten Nadelbettes umgehängt. Anschließend wird bei einer erneuten Schlittenhubumkehr
gemäß Fig. 26 das zweite Nadelbett in der neuen Schlittenhubrichtung 10 zurückversetzt,
und mit dem voreilenden Schloßsystem S1 wird eine Nachkulierung des auf der Nadel
113 des ersten Nadelbettes befindlichen Henkels 137 bewirkt, bevor er mittels des
nacheilenden Schloßsystemes S2 abgeworfen wird. Gemäß Fig. 27 erfolgt nach der nächsten
Schlittenhubumkehr die Bildung eines Henkels 138 auf einer außerhalb des fertiggestellten
Intarsiengestrickfeldes befindlichen Nadel 118 des ersten Nadelbettes mittels des
voreilenden Schloßsystemes S1, und mittels des nacheilenden Schloßsystemes S2 wird
die eingangs auf die Nadel 123 des zweiten Nadelbettes umgehängte Masche 130 wieder
auf die Nadel 113 des vorderen Nadelbettes zurückgehängt. Schließlich wird nach der
nächsten Schlittenhubkehr nach einem erneuten Versatz des zweiten Nadelbettes in eine
Umhängeposition mittels des voreilenden Schloßsystems S1 der auf der Nadel 125 des
zweiten Nadelbettes verbliebene Henkel 136 abgeworfen und der auf der Nadel 114 des
ersten Nadelbettes befindliche Henkel 131 nachkuliert, während mittels des nacheilenden
Schloßsystemes S2 nochmals eine Nachkulierung der im ersten Nadelbett befindlichen
Henkel 131, 133 und Maschen 139 auf den Nadeln 114 und 115 erfolgt, wie Fig. 28 zeigt.
[0021] Bei einer zweiten Art der Bildung des am Anfang * eines neuen Intarsiengestrickfeldes
vorzusehenden Knotens zur Sicherung des neu eingebrachten Intarsienfadens, der als
Neufaden 120 bezeichnet wird, werden zunächst gemäß Fig. 29 mit dem dort voreilenden
System im Bereich der durch ein Stern-Symbol gekennzeichneten Anfangsstelle des Neufadenbereiches
in einer den Altfadenbereich abschließenden, mit den Nadeln des ersten Nadelbettes
aus dem Altfaden 119 gebildeten Rechts/Links-Maschenreihe aus dem zweiten Nadelbett
einige Maschen in das erste Nadelbett umgehängt, was durch Pfeile 121 angedeutet ist.
Außerdem wird mit dem voreilenden System von einer außerhalb der Intarsienfeldgrenze
befindlichen Nadel 113 des vorderen Nadelbettes eine Masche 140 der Rechts/Links-Maschenreihe
auf die korrespondierende Nadel 123 des zweiten Nadelbettes umgehängt, wie ebenfalls
durch einen Pfeil angedeutet ist. Mit dem nacheilenden Schloßsystem S3 werden aus
dem abzusichernden Neufaden 120 Henkel mit der Nadel 118 und der durch das Umhängen
freigewordenen Nadel 113 des ersten Nadelbettes und mit der auf der Intarsienfeldgrenze
* befindlichen Nadel 125 des zweiten Nadelbettes gebildet. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel
ist der mit der Nadel 125 des zweiten Nadelbettes gebildete Henkel 141 zwei Nadelteilungen
von dem im ersten Nadelbett gebildeten Henkel 142 entfernt, der auf der durch Umhängen
der Altfadenmasche 140 freigewordenen Nadel 113 gebildet wird. Nach einer Schlittenhubumkehr
- die Schlittenhubrichtung ist wieder durch Pfeile 10 gekennzeichnet - werden gemäß
Fig. 30 mit dem voreilenden Schloßsystem S1 mit dem Neufaden 120 vom zuletzt gebildeten
Henkel 142 aus im zweiten Nadelbett Henkel 143 und 144 mit den Nadeln 124 und 126,
also beiderseits des vorher mit der Nadel 125 gebildeten Henkels 141, gefertigt. Dabei
bildet der Neufaden 120 zwischen den beiden neuen Henkeln 143 und 144 eine die Schenkel
des Henkels 141 niederhaltende Fadenbrücke 145. Mit dem nacheilenden Schloßsystem
S2 wird gemäß Fig. 30 der an seinen Schenkeln durch die Fadenbrücke 145 gehaltene
Henkel 141 über die Fadenbrücke 145 hinweg auf die Nadel 115 des ersten Nadelbettes
umgehängt.
Nach einer erneuten Schlittenhubumkehr wird gemäß Fig. 31 mit dem voreilenden Schloßsystem
S1 der früher auf der Nadel 113 des ersten Nadelbettes gebildete Henkel 142 abgeworfen.
Mit dem nacheilenden Schloßsystem S2 wird von dem früher gebildeten Henkel 144 ausgehend
auf der durch das Umhängen des Henkels 141 freigewordenen Nadel 125 des zweiten Nadelbettes
ein neuer Henkel 146 und anschließend auf der durch das Abwerfen des Henkels 142 freigewordenen
Nadel 113 des ersten Nadelbettes ein neuer Henkel 147 gebildet. Dabei ergibt sich
zwischen den beiden neuen Henkeln 146 und 147 eine Fadenbrücke 148, die sich über
die Schenkel des Henkels 143 legt.
[0022] Nach der nächsten Schlittenhubumkehr wird gemäß Fig. 32 mit dem voreilenden Schloßsystem
S1 der an seinen Schenkeln durch die Fadenbrücke 148 gehaltene Henkel 143 von der
Nadel 124 des zweiten Nadelbettes auf die korrespondierende Nadel 114 des ersten Nadelbettes
umgehängt und somit neben den bereits früher umgehängten Henkel 141 gebracht. Dabei
wird der Henkel 143 über die vorher gebildete Fadenbrücke 148 gelegt. Mit dem nacheilenden
Schloßsystem S2 wird eine Nachkulierung des von der Nadel 113 des ersten Nadelbettes
gebildeten Henkels 147 bewirkt.
Nach der nächsten Schlittenhubumkehr wird mit dem Schloßsystem S1 der auf der Nadel
126 des zweiten Nadelbettes befindliche Henkel 144 abgeworfen, wie auch der zuletzt
nachkulierte Henkel 147 von der Nadel 113 des vorderen Nadelbettes abgeworfen wird
(Fig. 33).
[0023] Nach erneuter Schlittenhubumkehr wird gemäß Fig. 34 der den Neufaden 120 leitende
Fadenführer 111 ausgeschwenkt, und nach der nächsten Schlittenhubumkehr werden mit
dem voreilenden Schloßsystem S1 die anfangs umgehängte Altfadenmasche 140 in das erste
Nadelbett zurückgehängt und mit dem nacheilenden Schloßsystem S2 der auf der Nadel
115 des ersten Nadelbettes befindliche Henkel 141 nachkuliert (Fig. 35). Nach der
nächsten Schlittenhubumkehr wird gemäß Fig. 36 mit dem Schloßsystem S1 der Henkel
146 von der Nadel 125 des zweiten Nadelbettes abgeworfen und erfolgt nochmals eine
Nachkulierung der beiden Henkel 141, 143 des Knotens, der nun fertiggestellt ist.
[0024] Fig. 37 zeigt eine Draufsicht auf den mit den Verfahrensschritten der Fig. 29 bis
36 hergestellten Knoten. Pfeile markieren den Fadenverlauf in dem Knoten, von welchem
einzelne Henkel und Fadenbrücken bezeichnet sind, insbesondere die beiden nebeneinanderliegenden
Henkel 141 und 143. Fig. 37 zeigt, wie sich der Knoten über die Breite von zwei Maschenstäbchen
erstreckt.
[0025] Fig. 38 zeigt einen Querschnitt durch die oberen Enden der beiden Nadelbetten, eines
vorderen Nadelbettes 150 und eines hinteren Nadelbettes 151, einer Flachstrickmaschine,
mit welcher die vorstehend beschriebenen Verfahren zur Knotenbildung durchgeführt
werden können. Die beiden Nadelbetten 150, 151 bilden miteinander einen durchgehenden
Spalt 152, oberhalb welchem die Gestrickbildung und auch die Knotenbildung erfolgt
und durch welchen hindurch ein gebildetes Gestrick in Richtung des eingetragenen Pfeiles
153 abgezogen wird. Beide Nadelbetten sind mit jeweils gleich ausgebildeten Niederhalteplatinen
154 bestückt, die sich zwischen den Nadeln der Nadelbetten befinden und durch welche
der Spalt 152 durch Verschwenken der Platinen 154 zeitweilig verschließbar ist. Die
Nadelbetten 150, 151 können entweder beide mit Zungennadeln oder beide mit Schiebernadeln
besetzt sein. In das Nadelbett 150 ist eine Zungennadel 155, und in das Nadelbett
151 ist eine Schiebernadel 156 eingezeichnet. Bei der Zungennadel 154 wird in bekannter
Weise der Nadelkopf zeitweilig mittels einer verschwenkbaren Zunge 157 verschlossen,
während bei den Schiebernadeln 156 ein Schließen des Nadelkopfes mittels eines Schiebers
158 erfolgt.
[0026] Der über die Nadelbetten hinweg verstellbare Schloßsystemträger, an welchem die Schloßsysteme
S1 - S3 ausgebildet sind, ist aus Fig. 38 nicht ersichtlich. Es handelt sich hier
um bekannte Flachstrickmaschinen, mit denen die beschriebenen Verfahren zur Knotenbildung
durchgeführt werden können.
1. Verfahren zur Bildung eines Fadensicherungsknotens auf einer Flachstrickmaschine mit
mindestens zwei gegeneinander versetzbaren Nadelbetten und einem Schlitten mit Schloßteilen
für Stricken, Fang und Maschenumhängen, dadurch gekennzeichnet, daß der abzusichernde
Anfang oder das abzusichernde Ende eines in einem Gestrickteil, insbesondere Intarsienfeldes,
verwendeten Neufadens (13, 120) im Bereich des Gestrickfeldrandes mit Nadeln beider
Nadelbetten zu Henkeln oder Maschen verarbeitet wird, wobei in aufeinanderfolgenden
Schlittenhüben nach einem Überkreuzen beider Schenkel mindestens eines auf einem ersten
Nadelbett gebildeten Henkels (19, 131) oder einer Masche dieser Henkel oder diese
Masche über die Überkreuzungsfadenstrecke (18, 135) hinweg auf eine Nadel eines zweiten
Nadelbettes umgehängt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß auf den in das zweite Nadelbett
umgehängten Henkel (19) oder die umgehängte Masche nachfolgend zusätzlich ein zweiter
Henkel (21) oder eine zweite Masche über eine andere Überkreuzungsfadenstrecke (20)
hinweg umgehängt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß nach dem eine Fadenstrecke
überkreuzenden Umhängen des Henkels (131) oder der Masche in das zweite Nadelbett
im ersten Nadelbett ein auf einer benachbarten Nadel gebildeter Henkel (133) oder
eine Masche durch eine zusätzliche Masche (139) oder einen Henkel belegt wird und
dieses Doppelgebilde anschließend auf eine benachbarte Nadel (115) des zweiten Nadelbettes
wieder über eine Überkreuzungsfadenstrecke hinweg umgehängt wird.
4. Verfahren zur Bildung eines Fadensicherungsknotens nach Anspruch 1 und 2 unter Einsatz
mindestens eines Schloßsystemes, gekennzeichnet durch folgende Verfahrensschritte:
a1) Umhängen einer neben dem gewünschten Anfang eines Neufadenbereiches befindlichen
Masche einer auf einem ersten Nadelbett gestrickten Rechts/Links-Maschenreihe eines
Altfadenbereiches (Faden 11) auf eine Nadel (12) eines zweiten Nadelbettes und Verstricken
eines Neufadens (13) auf mit Abstand voneinander befindlichen Nadeln des zweiten Nadelbettes,
auf der in Schlittenhubrichtung (10) vor der umgehängten Altfadenmasche befindlichen
Nadel (14) des zweiten Nadelbettes und auf der freigewordenen Nadel (P) des ersten
Nadelbettes;
b1) nach Schlittenumkehr Verstricken des Neufadens (13) auf dem zweiten Nadelbett
auf der zur umgehängten Altfadenmasche übernächsten und freien Nadel (15) des zweiten
Nadelbettes unter Überkreuzung des in a1) zur freigewordenen Nadel (P) des ersten
Nadelbettes geführten Schenkels und des anderen Schenkels des auf der Nadel (14) gebildeten
Henkels und Verstricken des Neufadens (13) auf mindestens einer weiteren anschließenden
Nadel (16) des zweiten Nadelbettes;
c1) nach erneuter Schlittenhubumkehr Umhängen des Neufadenhenkels (19) der vor der
Nadel (14) mit der umgehängten Altfadenmasche befindlichen Nadel (12) des zweiten
Nadelbettes auf die den Anfang des Neufaden-Gestrickbereiches bestimmende Nadel (*)
des ersten Nadelbettes der hierzu entsprechend gegeneinander versetzten beiden Nadelbetten,
unter Überkreuzung (18) des in b1) von der freigewordenen Nadel (P) des ersten Nadelbettes
zum zweiten Nadelbett gezogenen Neufadens (Fadenbrücke 18) durch beide Maschenschenkel
(19a, 19b) des umgehängten Henkels (19);
d1) nach erneuter Schlittenhubumkehr Abwerfen des auf der freigewordenen Nadel (P)
des ersten Nadelbettes in a1) gebildeten Neufadenhenkels;
e1) nach erneuter Schlittenhubumkehr Bilden eines neuen Neufadenhenkels auf der freigewordenen
Nadel (P) des ersten Nadelbettes unter Überkreuzung (Fadenstrecke 20) aller vorher
zwischen den beiden Nadelbetten gebildeten Neufadenbrücken;
f1) nach erneuter Schlittenhubumkehr Übertragen eines Neufadenhenkels (21) des zweiten
Nadelbettes auf die bereits mit einem Neufadenhenkel (19) belegte, den Anfang des
Neufaden-Gestrickbereiches bestimmende Nadel (*) des ersten Nadelbettes unter Überkreuzen
der zuletzt zwischen den beiden Nadelbetten gebildeten Neufadenbrücke (20) durch die
beiden Maschenschenkel des übertragenen Neufadenhenkels (21);
g1) nach der übernächsten Schlittenhubumkehr und nach Abwerfen der bei a1) umgehängten
Altfadenmasche Verstricken des Neufadens (13) auf der in Schlittenhubrichtung nach
der vorher die Altfadenmasche haltenden Nadel (12) befindlichen Nadel (14) und Führen
des Neufadens (13) bis über die Schenkel des nächstfolgenden, im zweiten Nadelbett
befindlichen Henkels (Nadel 16), Abwerfen des auf der Nadel (P) des ersten Nadelbettes
befindlichen Neufadenhenkels und anschließendes Rückhängen der in a1) vom ersten in
das zweite Nadelbett umgehängten Altmasche auf die von ihr in a1) freigegebene Nadel
(P) des ersten Nadelbettes;
h1) nach erneuter Schlittenhubumkehr Abwerfen der auf dem zweiten Nadelbett befindlichen
Neufadenhenkel (Nadeln 14, 16) und anschließendes Verstricken des Neufadens (13) auf
den Nadeln des ersten Nadelbettes zu einer den Neufaden-Gestrickbereich beginnenden
Rechts/Links-Maschenreihe.
5. Verfahren zur Bildung eines Fadensicherungsknotens nach Anspruch 1 und 2 unter Einsatz
mindestens eines Schloßsystemes, gekennzeichnet durch folgende Verfahrensschritte:
a2) Stricken einer Rechts/Links-Maschenreihe mit einem anschließend auszulegenden
und abzuknüpfenden Faden 13 auf einem Nadelbett bis zu einem gewünschten Gestrickfeldende
unter Bildung eines abschließenden Henkels (27) auf der über das Gestrickfeldende
(*) in Schlittenhubrichtung hinaus folgenden Nadel (O);
b2) Umhängen einer vor dem gewünschten Gestrickfeldende (*) innerhalb des Gestrickfeldes
in a2) gebildeten Masche auf eine Nadel (12) eines zweiten Nadelbettes und bei zu
a2) entgegengesetztem Schlittenhub Bildung je einer Masche auf der in Schlittenhubrichtung
(10) vor dem umgehängten Henkel befindlichen Nadel (14) des zweiten Nadelbettes und
anschließend auf der freigewordenen Nadel (P) des ersten Nadelbettes;
c2) nach Schlittenhubumkehr Verstricken des abzuknüpfenden Fadens (13) auf dem zweiten
Nadelbett auf der zu dem in b2) umgehängten Henkel übernächsten und freien Nadel (15)
des zweiten Nadelbettes unter Überkreuzung (28) der beiden in b2) zwischen den beiden
Nadelbetten gezogenen Fadenbrücken und Verstricken des Fadens (13) auf mindestens
einer weiteren in Schlittenhubrichtung (10) anschließenden Nadel (16) des zweiten
Nadelbettes;
d2) nach erneuter Schlittenhubumkehr Umhängen des in b2) im zweiten Nadelbett gebildeten
Henkels (29) auf die das Ende eines Gestrickbereiches bildende Nadel (*) des ersten
Nadelbettes der hierzu entsprechend gegeneinander versetzten beiden Nadelbetten unter
Überkreuzung des in b2) vom zweiten Nadelbett zu der freigewordenen Nadel (P) des
ersten Nadelbettes gezogenen Fadenbrücke (28) durch beide Maschenschenkel des umgehängten
Henkels (29);
e2) nach erneuter Schlittenhubumkehr Abwerfen des auf der freigewordenen Nadel (P)
des ersten Nadelbettes in b2) gebildeten Henkels;
f2) nach erneuter Schlittenhubumkehr erneut Bildung eines Henkels auf der freigewordenen
Nadel (P) des ersten Nadelbettes unter Überkreuzung (Fadenbrücke 30) aller vorher
zwischen den beiden Nadelbetten gebildeten Fadenbrücken;
g2) nach erneuter Schlittenhubumkehr Übertragen eines Henkels (31) des zweiten Nadelbettes
auf die bereits mit einem Henkel (29) belegte, den Rand eines Gestrickbereiches bestimmende
Nadel (*) des ersten Nadelbettes unter Überkreuzen der zuletzt zwischen den beiden
Nadelbetten gebildete Fadenbrücke (30) durch die beiden Maschenschenkel des übertragenen
Henkels (31);
h2) nach erneuter Schlittenhubumkehr Abwerfen des auf der freigewordenen Nadel (P)
des ersten Nadelbettes gebildeten Henkels;
i2) nach erneuter Schlittenhubumkehr Bilden eines Henkels auf einer im Gestrickrandbereich
befindlichen freien Nadel (14) des zweiten Nadelbettes und anschließendes Führen des
Fadens (13) über die Schenkel des in Schlittenhubrichtung nächstfolgenden Henkels
(Nadel 16) des zweiten Nadelbettes und Bilden eines neuen Henkels auf mindestens einer
nachfolgenden Nadel des zweiten Nadelbettes;
Rückhängen der in b2) vom ersten in das zweite Nadelbett umgehängten Masche auf die
in b2) von ihr freigegebene Nadel (P) des ersten Nadelbettes sowie Abwerfen der auf
Nadeln (14, 15) des zweiten Nadelbettes befindlichen Henkel.
6. Verfahren zur Bildung eines Fadensicherungsknotens nach Anspruch 1 und 3 unter Einsatz
von mindestens zwei Schloßsystemen, gekennzeichnet durch folgende Verfahrensschritte:
a1) mit einem voreilenden Schloßsystem Umhängen von vor dem gewünschten Anfang (*)
eines Neufadenbereiches in einem zweiten Nadelbett befindlicher Maschen auf die Maschen
einer vorher in einem ersten Nadelbett gebildeten Rechts/Links-Maschenreihe eines
Altfadenbereiches und Umhängen einer neben dem gewünschten Anfang (*) eines Neufadenbereiches
befindlichen Masche (140) der Rechts/Links-Maschenreihe auf eine Nadel (123) des zweiten
Nadelbettes; mit einem nacheilenden Schloßsystem Einbinden eines Neufadens (120) durch
Henkelbildung mindestens auf einer Nadel (125) des zweiten Nadelbettes, die sich in
Schlittenhubrichtung (10) zwei Nadelteilungen vor der umgehängten Altfadenmasche (140)
befindet, und im ersten Nadelbett mindestens auf der durch das Umhängen freigewordenen
Nadel (113);
b1) nach Schlittenhubumkehr mit dem voreilenden Schloßsystem (S1) Bilden von Henkeln
(143, 144) auf Nadeln (124, 126) des zweiten Nadelbettes, die beiderseits der zwei
Nadelteilungen entfernt von der umgehängten Altfadenmasche (140) befindlichen Nadel
(125) liegen, unter Überkreuzung der Schenkel des in a1) auf dieser Nadel (125) bereits
gebildeten Henkels (141) durch eine Fadenbrücke (145); mit dem nacheilenden Schloßsystem
(S2) Umhängen des in a1) im zweiten Nadelbett gebildeten Henkels (141) auf eine Nadel
(115) des ersten Nadelbettes unter Überkreuzung der zwischen den unmittelbar vorher
gebildeten Henkeln (143, 144) verlaufenden Fadenbrücke (145);
c1) nach erneuter Schlittenhubumkehr mit dem voreilenden Schloßsystem (S1) Abwerfen
des in a1) auf einer Nadel (113) des ersten Nadelbettes gebildeten Henkels (142),
und mit dem nacheilenden Schloßsystem (S2) Bilden eines Henkels (146) auf der durch
das Umhängen in b1) freigewordenen Nadel (125) des zweiten Nadelbettes und Bilden
eines Henkels (147) auf der durch das vorherige Abwerfen freigewordenen Nadel (113)
des ersten Nadelbettes unter Schaffung einer die Schenkel eines im zweiten Nadelbett
gebildeten Henkels (143) überkreuzenden Fadenbrücke (148);
d1) nach erneuter Schlittenhubumkehr mit dem voreilenden Schloßsystem (S1) Umhängen
des im zweiten Nadelbett auf der in Schlittenhubrichtung (10) vor dem dort in c1)
neugebildeten Henkel (146) befindlichen Henkels (143) auf die in Schlittenhubrichtung
(10) nach der in c1) mit einem Henkel (147) belegten Nadel (113) befindliche Nadel
(114) des ersten Nadelbettes unter Überkreuzung der zwischen den in c1) gebildeten
Henkeln (146, 147) befindlichen Fadenbrücke (148); mit dem nacheilenden Schloßsystem
(S2) Nachkulieren des in c1) gebildeten Henkels (147) im ersten Nadelbett;
e1) nach erneuter Schlittenhubumkehr mit einem der Schloßsysteme (S1) Abwerfen des
in Schlittenhubrichtung (10) im zweiten Nadelbett ersten, in b1) gebildeten Henkels
(144) und des in d1) im ersten Nadelbett nachkulierten Henkels (147);
f1) nach erneuter Schlittenhubumkehr Ausschwenken des den Neufaden (120) führenden
Fadenführers (111);
g1) nach Schlittenhubumkehr mit dem voreilenden Schloßsystem (S1) Rückhängen der in
a1) umgehängten Altfadenmasche (140) in das erste Nadelbett; mit dem nacheilenden
Schloßsystem (S2) Nachkulieren des in b1) in das erste Nadelbett umgehängten Henkels
(141);
h1) nach erneuter Schlittenhubumkehr mit einem der Schloßsysteme Abwerfen des in c1)
im zweiten Nadelbett gebildeten Henkels (144) und Nachkulieren der im ersten Nadelbett
befindlichen Henkel (141, 143).
7. Verfahren zur Bildung eines Fadensicherungsknotens nach Anspruch 1 und 3 unter Einsatz
von mindestens zwei Schloßsystemen, gekennzeichnet durch folgende Verfahrensschritte:
a2) Stricken einer Rechts/Links-Maschenreihe mit einem anschließend auszulegenden
und abzuknüpfenden Faden (120) auf einem ersten Nadelbett mindestens bis zu einem
gewünschten Gestrickfeldende (*);
b2) bei gegenüber a2) entgegengesetztem Schlittenhub zunächst Umhängen von vor dem
Gestrickfeldübergang (*) befindlichen Maschen aus einem zweiten Nadelbett in das erste
Nadelbett und Umhängen einer vor dem gewünschten Gestrickfeldende innerhalb des Gestrickfeldes
bei a2) gebildeten Masche (130) auf eine Nadel (123) des zweiten Nadelbettes mit dem
voreilenden Schloßsystem, und mit dem nacheilenden Schloßsystem Bildung je eines Henkels
(131, 132) auf der am Gestrickfeldende (*) befindlichen Nadel (125) des zweiten Nadelbettes
und anschließend auf der durch das Umhängen einer Masche (130) freigewordenen Nadel
(113) des ersten Nadelbettes mit dem abzuknüpfenden Faden (120);
c2) nach Versatz des zweiten Nadelbettes um eine Nadelteilung gegen die erneut umgekehrte
Schlittenhubrichtung (10) Verstricken des abzuknüpfenden Fadens (120) mit dem voreilenden
Schloßsystem (S1) auf dem zweiten Nadelbett unter Bildung je eines Henkels (133, 134)
auf den neben dem in b2) im zweiten Nadelbett gebildeten Henkel (131) benachbarten
Nadeln (124, 126) unter Überkreuzung der beiden Schenkel dieses Henkels (131) durch
eine Fadenbrücke (135); mit dem nacheilenden Schloßsystem (S2) Umhängen des zuletzt
genannten Henkels (131) auf das erste Nadelbett über die seine Schenkel überkreuzende
Fadenbrücke (135) hinweg;
d2) nach erneuter Schlittenhubumkehr und nach Rückversatz des zweiten Nadelbettes
in der neuen Schlittenhubrichtung (10) Abwerfen eines neben dem umgehängten Henkel
(131) befindlichen Henkels (132) im ersten Nadelbett mittels des voreilenden Schloßsystemes
(S1), und mit dem nacheilenden Schloßsystem (S2) Bilden eines Henkels (136) und Bilden
einer Masche (139) über einem älteren, in c2) gebildeten Henkel (133) im zweiten Nadelbett
und anschließend Bilden eines Henkels (137) auf der dem umgehängten Henkel (131) benachbarten
und durch den Henkelabwurf freigewordenen Nadel (113) des ersten Nadelbettes;
e2) nach erneuter Schlittenhubumkehr Abwerfen des in c2) auf dem zweiten Nadelbett
gebildeten Henkels (134) mittels des voreilenden Schloßsystems (S1) und Versatz dieses
Nadelbettes in Schlittenhubrichtung (10); mit dem nacheilenden Schloßsystem (S2) Umhängen
der im zweiten Nadelbett befindlichen, in d2) gebildeten Masche (139) und dem Henkel
(133) auf das erste Nadelbett über die Schenkel des früher umgehängten Henkels (131)
hinweg;
f2) Rückversatz des zweiten Nadelbettes und nach erneuter Schlittenhubumkehr mit dem
voreilenden Schloßsystem (S1) Nachkulierung des in d2) im ersten Nadelbett gebildeten
Henkels (137) und anschließendes Abwerfen dieses Henkels (137) mittels des nacheilenden
Schloßsystems (S2);
g2) nach erneuter Schlittenhubumkehr Bilden eines Henkels (138) auf einer außerhalb
des gebildeten Gestrickfeldes befindlichen Nadel (118) des ersten Nadelbettes mit
dem voreilenden Schloßsystem (S1) und Rückhängen der in b2) umgehängten Masche (130)
mittels des nacheilenden Schloßsystems;
h2) nach erneuter Schlittenhubumkehr Versatz des zweiten Nadelbettes in Umhängeposition,
Abwurf des auf dem zweiten Nadelbett verbliebenen Henkels (136) und Nachkulierung
des im ersten Nadelbett befindlichen, in c2) umgehängten Henkels (131) mittels des
voreilenden Schloßsystems (S1), und mittels des nacheilenden Schloßsystems (S2) Nachkulierung
der im ersten Nadelbett befindlichen umgehängten Henkel/Masche (133/139) und des daneben
befindlichen umgehängten Henkels (131).
8. Fadensicherungsknoten, gebildet nach einem Verfahren der Ansprüche 1, 2, 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet, daß er jeweils an einer Ecke eines Gestrickbereiches, insbesondere
Intarsiengestrickbereiches, dicht gegen die Gestrickrückseite anliegend und deckungsgleich
mit einer Gestrickmasche angeordnet ist, und daR das Gestrick an der Knotenstelle
unverformt ist und von einem Intarsiengestrickbereich in einen angrenzenden Gestrickbereich
und umgekehrt geradlinig verlaufende Maschenreihen und Maschenstäbchen aufweist.
9. Fadensicherungsknoten, gebildet nach einem Verfahren der Ansprüche 1, 3, 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet, daß der Knoten auf zwei nebeneinanderliegende Maschen des
Gestrickes verteilt ausgebildet ist.
10. Flachstrickmaschine zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis
7 und zur Herstellung von Fadensicherungsknoten nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet,
daß die mindestens zwei Nadelbetten (150, 151) mit Zungen- oder Schiebernadeln (155,
156) und mit Niederhalteplatinen (154) bestückt sind.