[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Behandlung einer Materialbahn, vorzugsweise
zur Entwässerung einer Papierbahn im Impulstrocknungsverfahren, mit einer Heizwalze
und einem Gegenlager, welches zusammen mit der Heizwalze einen Preßspalt bildet, wobei
zumindest die Heizwalze eine feststehende Achse, einem Walzenmantel und mindestens
ein Lagerelement zur Abstützung des Walzenmantels auf der Achse aufweist und der Walzenmantel
eine Grundschicht und eine auf die Grundschicht aufgebrachte dünne keramische aufheizbare
Oberflächenschicht enthält.
[0002] Bei der Behandlung einer Materialbahn, insbesondere bei der Entwässerung einer Papierbahn,
die einen hohen Wasseranteil hat, wird die Materialbahn durch eine Vorrichtung geführt,
die zumindest einen Preßspalt aufweist, welcher durch eine Walze und ein der Walze
gegenüberliegend angeordnetes Gegenlager gebildet ist. Das Gegenlager kann sowohl
als zweite Walze als auch als ein hydraulischer Schuh ausgebildet sein. Insbesondere
bei der Entwässerung einer Papierbahn durchläuft die noch einen hohen Wasseranteil
enthaltende Papierbahn den Preßspalt, wobei zwischen der Walze und dem Gegenlager
das Wasser aus der Papierbahn mechanisch herausgedrückt wird. Eine Verbesserung der
Entwässerung wird im Stand der Technik dadurch erzielt, daß die Walze als Heizwalze
ausgebildet ist. Das Ziel der aus dem Stand der Technik vorbekannten Vorrichtung ist
es, eine möglichst weitgehende Entwässerung der Materialbahn zu erzielen. Hierbei
hat es sich als nachteilig erwiesen, daß die noch sehr wenig feste Papierbahn an der
Preßwalze anhaftet, wodurch es zu einem Abreißen der Papierbahn kommen kann. Diese
Produktionsstörungen treten insbesondere aufgrund einer ungeeigneten Oberflächenbeschaffenheit
des Walzenmantels auf.
[0003] Aus dem Stand der Technik sind daher verschiedene Arbeitsschichten für die Oberfläche
der Presswalzen bekannt. Beispielsweise geht aus der DE-PS 103 677 die Verwendung
von Naturgranit als Werkstoff für die Presswalze hervor. Dieser zwar gute Ablöseeigenschaften
aufweisende Werkstoff hat jedoch den Nachteil, daß der Granit bei Temperaturunterschieden
im Granit, wie sie durch Beheizen mit Dampfkästen von außen entstehen, durch thermische
Spannungen zerstört wird. Es sind daher im rufe der Zeit verschiedene Arbeitsschichten
entwickelt worden, die als Ersatz für Granitwalzen eingesetzt wurden. Bei diesen aus
dem stand der Technik bekannten Lösungen handelt es sich in der Regel um einen Walzengrundkörper
aus Gusseisen oder Stahl, auf welchen Beschichtungen aufgebracht werden, die den Ablöseeigenschaften
des Granits gleichkommen. Die Ablöseeigenschaften werden dabei im wesentlichen auf
Oberflächenkavernen und auf die Mischung von wasserabstoßenden und wasseranziehenden
Komponenten zurückgeführt. Beispielsweise wurden in Kunststoffüberzügen Füllmaterialien
wie Granitmehl verarbeitet. Eine derartige Arbeitsschicht ist aus der EP-OS 0 337
934 bekannt.
[0004] Ferner ist aus der DE-OS 35 46 343 eine Pressenwalze für eine gattungsgemäße Vorrichtung
bekannt, die eine Arbeitsschicht ihres Zylindermantels aufweist, die aus einer Mischung
aus Metallpulver und einem Pulver aus anorganischem Stoff gebildet wird. Bei diesem
anorganischen Stoff handelt es sich um einen keramischen Stoff, der beispielsweise
durch thermisches Aufspritzen auf den Walzenkörper erzeugbar ist.
[0005] Aus der EP-PS 02 07 921 ist darüberhinaus eine Druckwalze für eine Papiermaschine
bekannt, die in intergrierter Bauweise einen Metallkern enthält, auf dem eine metallische
Grundschicht und eine Keramik-Arbeitsschicht aufgebracht sind, wobei die Grundschicht
einen Ausdehnungskoeffizenten aufweist der zwischen derjenigen des Metallkernes und
der Oberflächenschicht liegt. Die Keramikschicht hat eine Durchlässigkeit von 1 bis
30 %. Die Keramikschicht hat eine Dicke von 1 bis 30mm. Bei einer Schichtstärke unter
1 mm war das Ablöseverhalten gestört. Ferner ist es aus dem Stand der Technik, nämlich
der EP-OS 0 481 321 bekannt, der zuvor beschriebenen Keramikschicht Glimmer-Partikel
als wasserabstoßende Komponente sowie Imprägnierungen auf Basis synthetischer Harze
hinzuzufügen.
[0006] Schließlich ist es im Stand der Technik bekannt, eine Materialbahn, vorzugsweise
eine Papierbahn, mittels Preßwalzen zu entwässern, die auf sehr hohe Temperaturen
erhitzt sind. Bei der Berührung der nassen Materialbahn wird schlagartig ein Teil
des Wassers in der Papieroberfläche verdampft.. Durch den entstehenden Dampf wird
die Materialbahn zwangsläufig von der Preßwalze weggedrückt, so daß das sonst zu beachtende
Ablöseverhalten keine entscheidende Rolle mehr spielt. Es hat sich jedoch gezeigt,
daß sich insbesondere bei metallischen Oberflächen der Preßwalzen mit sehr guten Wärmeleitungseigenschaften
zuviel Dampf bildet, der den Faserverbund einer Papierbahn zerreißt. Aus diesem Grunde
hat es sich als vorteilhaft erwiesen, auch bei diesem vorbekannten Verfahren die metallischen
Oberflächen der Preßwalzen mit einer Energiebremse, beispielsweise einer dünnen keramischen
Schicht zu versehen. Hierdurch wird ein Übermaß an Dampfbildung vermieden. Nachteil
dieser vorbekannten Vorrichtung ist es jedoch, daß neben der Walzenoberfläche auch
die ganze Walze und das Hydrauliköl ihrer hydrostatischen oder hydrodynamischen Abstützung
aufgeheizt wird, welches bei Temperaturen von mehr als 150
. Celsius seine Schmierfähigkeit verliert. Hieraus ergibt sich zwangsläufig, daß das
Hydrauliköl gekühlt werden muß, wodurch ein Wärmeverlust entsteht, der den thermischen
Wirkungsgrad der Preßwalze für das Impulstrocknen verringert.
[0007] Zwar kann der Wärmeverlust der vorgenannten Presswalze nach innen dadurch begrenzt
werden, daß in der Walzenbohrung zwischen der Watzenwand und den Lagerelementen eine
isolierende Schicht, beispielsweise eine keramische Schicht angeordnet wird, jedoch
ist das Einbringen dieser Schicht sehr kompliziert und konstruktiv aufwendig.
[0008] Abgesehen davon wird auf diese Art und Weise nur die Wärmeabgabe in die Bohrung behindert.
Nicht vermieden kann mit dieser Maßnahme, daß der gesamte metallene Walzenkörper eine
hohe Temperatur annimmt. Da aber der Ausdehnungskoeffizient von Keramik gegenüber
dem metallenen Walzenkörper fast um die Hälfte niedriger ist, wird die äußere Keramikschicht
wie auch die innere Isolierschicht im Betrieb durch ihre Aufheizung Zugspannungen
unterworfen. Die Keramikschichten sind aber nur in geringem Maße auf Zug belastbar.
[0009] Auch das Einbringen einer dünnen Grundschicht mit einem Ausdehnungskoeffizienten
zwischen dem der keramischen Arbeitsschicht und dem des Grundkörpers, die als Haftvermittler
dienen sollte, führte zu keiner nennenswerten Lösung der voranstehend geschilderten
Problematik. Die in der EP-PS 02 07 921 und der EP-OS 0 481 221 beschriebenen dünnen
Grundschichten dehnen sich nämlich gemeinsam mit dem Grundkörper aus, so daß die keramische
Arbeitsschicht wiederum hohen Zugspannungen ausgesetzt ist.
[0010] Ausgehend von dem voranstehend beschriebenen Stand der Technik liegt der Erfindung
die
Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur Behandlung einer Materialbahn, vorzugsweise zur Entwässerung
einer Papierbahn im Impulstrocknungsverfahren, zu schaffen, welche die voranstehend
beschriebenen Nachteile des Standes der Technik vermeidet und insbesondere eine verbesserte
Energieeffizienz und eine verbesserte mechanische Stabilität aufweist.
[0011] Die
Lösung dieser Aufgabenstellung sieht vor, daß die keramische Arbeitsschicht eine Stärke
von weniger als 1 mm aufweist, daß die Grundschicht als Wärmeisolierung aus keramischen
Material besteht, und daß die Grundschicht eine Stärke hat, die größer ist als die
Stärke der keramischen Arbeitsschicht.
[0012] Eine derart ausgestaltete Vorrichtung hat den Vorteil, daß die zu entwässernde Materialbahn
in weitaus geringerem Maße an der Walzenoberfläche haftet und gleichzeitig die Entwässerung
der Materialbahn, vorzugsweise der Papierbahn, durch eine hohe Temperatur und einen
hohen Druck verbessert werden kann. Hierbei ist es von besonderem Vorteil, daß die
dünne keramische Arbeitsschicht bei externem Aufheizen an ihrer Oberfläche eine hohe
Temperatur aufweist, jedoch eine geringe Wärmeleitfähigkeit hat, so daß der Walzenmantel
aus Metall in weitaus geringerem Maße aufgeheizt wird. Gleichzeitig wird die unterschiedliche
Ausdehnung der keramischen Arbeitsschicht und des metallischen Walzenmantels durch
die im Vergleich zu der Arbeitsschicht dickere Grundschicht aus keramischem Material
aneinander angeglichen, so daß keine Zugspannungen in der keramischen Arbeitsschicht
entstehen.
[0013] Eine einfacher Herstellung einer Heizwalze für die erfindungsgemäße Vorrichtung wird
gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung dadurch erzielt, daß die wärmeisolierende
Grundschicht mittels wasserstabilisiertem Plasmaspritzen auf dem Walzenmantel aufgebracht
ist. In der Berechnung hat es sich hierbei als besonders vorteilhaft erwiesen, die
Grundschicht mit einer Stärke von 5 bis 30 mm auf dem Walzenmantel aufzubringen. Hierdurch
wird eine Vermeidung der Zugspannung in der Arbeitsschicht erzielt.
[0014] Eine besonders effiziente Reduzierung der Zugspannung in der Arbeitsschicht ist gemäß
einem weiteren Merkmal der Erfindung dadurch erzielbar, daß die Grundschicht eine
Stärke von 8 bis 10 mm, vorzugsweise etwa 9,5 mm hat. Eine derartige Grundschicht
ist kostengünstig durch die Verwendung von Al 203 herstellbar.
[0015] Bei der keramischen Arbeitsschicht ist es besonders vorteilhaft, wenn diese aus Zirkoniumoxid
besteht und eine Stärke von 0,5 mm aufweist. Dieses keramische Material weist besonders
geeignete Wärmeleitfähigkeitswerte auf, die eine optimale Temperaturwirkung bereits
bei einer Schichtdicke von 0,5 mm ermöglicht.
[0016] Bei einer Weiterentwicklung der erfindungsgemäßen Vorrichtung für das Impulstrocknen
ist es in vorteilhafter Weise vorgesehen, daß der Walzenmantel der Heizwalze aus Schalenhartguß
besteht, der in äußerem Bereich weißes Eisen und im inneren Bereich graues Eisen aufweist.
Hierbei handelt es sich um ein Gußeisen, das aufgrund seiner besonderen Legierung
und Gußtechnik im äußeren Bereich als weisses Eisen mit einer hohen Härte zwischen
450 und 600 HV, einem hohen E-Modul von ca. 180.000 N-mm² und einer schlechten Wärmeleitfähigkeit
von ca. 20 W/mK anfällt. Ein derartig ausgebildeter Walzenmantel hat den Vorteil,
daß er eine gute Stützwirkung und damit gute mechanische Eigenschaften hat und gleichzeitig
als thermische Barriere wirkt. Je nach Legierung kann die Stärke der Schicht, in der
das Eisen weiß anfällt beeinflußt werden. Als besonders vorteilhaft hat es sich erwiesen,
wenn das weiße Eisen eine Schichtstärke von 20 bis 80 mm hat. Hierbei wirkt sich der
niedrige Ausdehnungskoeffizient des weißen Eisens günstig auf die thermische Spannungsverteilung
innerhalb des Walzenmantels aus.
[0017] Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird die Heizwalze vorzugsweise von außen beheizt.
Hierdurch werden eine schnelle Aufheizung der keramischen Arbeitsschicht erzielt und
große Wärmeverluste vermieden. Es hat sich gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung
als vorteilhaft erwiesen, die keramische Arbeitsschicht mit einem Metallpulver zu
versetzen, so daß diese Arbeitsschicht elektrisch leitend ist. Eine mit diesem Merkmal
ausgebildete Vorrichtung weist dann den Vorteil auf, daß die keramische Arbeitsschicht
gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung durch Induktion von Wirbelströmen in die
Arbeitsschicht beheizbar ist.
[0018] Um die Oberfläche der mit dem Metallpulver versetzten keramischen Arbeitsschicht
nicht zu verändern und somit die vorteilhafte geringe Anhaftneigung der Materialbahn
an der Arbeitsschicht beizubehalten, wird gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung
vorgeschlagen, daß sich unmittelbar unter der Arbeitsschicht eine elektrisch leitende
Schicht befindet.
[0019] Die Erfindung wird im folgenden anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme
auf die beiliegenden, schematischen Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen
- Fig. 1 eine Seitenansicht einer Vorrichtung zur Behandlung einer Materialbahn;
- Fig. 2 eine Ansicht der Vorrichtung gemäß der Fig. 1;
- Fig. 3 eine Ansicht einer Heizwalze und
- Fig. 4 einen vergrößerten Ausschnitt der Heizwalze gemäß dem in Fig. 3 dargestellten
Kreis A.
[0020] Eine aus Fig. 1 ersichtliche, allgemein durch das Bezugszeichen 1 angedeutete Vorrichtung
zur Behandlung einer Materialbahn, vorzugsweise zur Entwässerung einer Papierbahn
2 im Impulstrocknungsverfahren weist eine Heizwalze 3 und eine als Gegenlager dienende
hydraulische Schuhwalze 4 auf, die zusammen mit der Heizwatze 3 einen Preßspalt 5
bildet. Die Gegenwalze 4 kann ebenfalls durch einen hydraulischen Schuh ersetzt werden.
[0021] Die Heizwalze 3 ist in üblicher Weise als Rohr um ihre Längsachse drehbar gelagert.
Die Heizwalze 3 kann sowohl hydrostatisch als auch hydrodynamisch auf der durchgehenden
feststehenden Achse 6 abgestützt werden. Die Gegenwalze 4 ist eine Schuhwalze und
ebenfalls hydrostatisch oder hydrodynamisch abgestützt (14).
[0022] In der Nähe der Oberfläche der Heizwalze 3 ist eine Außenbeheizung 8 vorgesehen,
die beispielsweise als Induktions-Heizung ausgebildet ist, welche elektromagnetische
Energie in das Material des Walzenmantels 7 der Heizwalze 3 koppelt und damit eine
Temperaturerhöhung insbesondere der Arbeitsoberfläche bewirkt.
[0023] In den Figuren 3 und 4 ist der konstruktive Aufbau der Heizwalze 3 detailliert dargestellt.
Wie aus der Fig. 3 zu erkennen ist, ist auf dem Walzenmantel 7 eine Beschichtung aufgebracht.
Diese Beschichtung besteht aus einer isolierenden Grundschicht 9, einer keramischen
Arbeitsschicht 10 und einer zwischen der Grundschicht 9 und der Arbeitsschicht 10
angeordneten elektrisch leitenden Schicht 11, die aus einem Metallpulver besteht.
Die Schicht 11 ermöglicht in einfacher Weise das Aufheizen der Arbeitsschicht 10 durch
Induktion von Wirbelströmen in die Schicht 11.
[0024] Die keramische Arbeitsschicht 10 weist im dargestellten Ausführungsbeispiel eine
Stärke von etwa 0,5 mm auf und besteht aus Zirkoniumoxid. Die aus Al 203 bestehende
Grundschicht 9 hat eine Schichtdicke von etwa 9,5 mm und ist mittels wasserstabilisierten
Plasmaspritzen auf den Walzenmantel 7 aufgebracht. Die zwischen der Grundschicht 9
und der Arbeitsschicht 10 angeordnete Schicht 11 aus Metallpulver hat eine Stärke,
die geringer ist als die Stärke der Arbeitsschicht 10 und etwa 0,4mm beträgt. Es ist
auch möglich, die Schicht 11 in die Arbeitsschicht 10 zu integrieren.
[0025] Der Watzenmantel 7 der Heizwalze 3 besteht aus Schalenhartguß. Hierbei handelt es
sich um ein Gußeisen, das aufgrund besonderer Legierung und Gußtechnik im äußeren
Bereich 12 als sogenanntes weißes Eisen und im inneren Bereich 13 als sogenanntes
graues Eisen anfällt. Das im äußeren Bereich 12 angeordnete weiße Eisen hat eine hohe
Härte zwischen 450 und 600 HV, einen hohen E-Modul von ungefähr 180.000 M/mm² und
eine schlechte Wärmeleitfähigkeit von ungefähr 20 W/nK. Darüberhinaus weist ein derart
aufgebauter Walzenmantel eine hohe mechanische Festigkeit auf und wirkt als thermische
Barriere. Die Schichtstärke des weißen Eisens im äußeren Bereich 12 beträgt etwa 30
mm, und die Schichtstärke des im inneren Bereich 13 angordneten grauen Eisens beträgt
etwa 110 mm, so daß der Durchmesser des Walzenmantels 7 ohne die Grundschicht 9 und
die Arbeitsschicht 10 etwa 140 mm und mit der Grundschicht 9 und der Arbeitsschicht
10 etwa 150 mm beträgt.
[0026] Im folgenden werden die Ausdehungsmittelwerte der verschiedenen Schichten eines Walzenmantels
7 mit externer Beheizung nach dem Stand der Technik und nach der Erfindung gegenübergestellt,
wobei sich alle Angaben auf Mittelwerte der jeweiligen Schichten beziehen:
| Schicht |
Stärke mm |
Ausdehn. Koeff. |
Stand der Technik |
°C |
Erfindung d1(mm/m) |
| |
|
|
°C |
d1(mm/m) |
|
|
| Arbeitsschicht |
0,5 |
6,5x10⁻⁶/K |
330 |
2,0 |
330 |
2,0 |
| Grundschicht |
9,5 |
6,5x10⁻⁶/K |
-- |
-- |
276 |
1,6 |
| Weisses Eisen |
30,0 |
8,5x10⁻⁶/K |
-- |
-- |
207 |
1,59 |
| Graues Eisen |
110,0 |
10,5x10⁻⁶/K |
257 |
2,7 |
176 |
1,64 |
[0027] Es ist erkennbar, daß ein Walzenmantel 7 gemäß dem Stand der Technik thermisch stärker
expandiert als die Arbeitsschicht, woraus Zugspannungen resultieren, die z. B. Oxidkeramik
kaum aushält.
[0028] Bei der erfindungsgemäßen Ausführung ist die thermische Expansion aller die Arbeitsschicht
10 tragenden Unterschichten, nämlich die Grundschicht 9 und die Bereiche 12, 13 des
Walzenmantels 7 von derselben Größenordnung und zudem geringer als die der Arbeitsschicht
10. Die Arbeitsschicht 10 befindet sich somit während des Betriebes unter einer Druckvorspannung,
was sich günstig auf die Lebensdauer der Arbeitsschicht auswirkt. Zwischen der Grundschicht
9 und einerseits der Arbeitsschicht 10 sowie andererseits dem weissen Eisen im Bereich
12 sind keine nennenswerten relativen Spannungen vorhanden. Bei einem Vergleich des
Energieverlustes einer Heizwalze mit 1.350 mm Außendurchmesser und 150 mm Wandstärke
aus Grauguß, die eine 0,5 mm starke Schicht aus Zirkoniumoxid hat und extern auf 300
bis 400
.C aufgeheizt wird, ist festzustellen, daß der Wärmestrom bei einer nach der Erfindung
ausge bildeten Heizwalze 3 anstelle von 220 kW/m Rohrlänge auf ca. 71 kW/m Rohrlänge
reduziert wird. Hieraus resultiert, daß der thermische Wirkungsgrad von 55 % im Stand
der Technik auf 79% bei einer Vorrichtung gemäß der Erfindung verbessert und die Energieverluste
entsprechend verringert werden.
[0029] Hieraus resultiert ferner der Vorteil, daß die Kühleinrichtungen für das Hydraukliköl
für die hydrostatische oder hydrodynamische Abstützung wesentlich kleiner und damit
wirtschaftlicher dimensioniert werden können.
1. Vorrichtung zur Behandlung einer Materialbahn, vorzugsweise zur Entwässerung einer
Papierbahn (2) im Impulstrockungsverfahren, mit einer Heizwalze (3) und einem Gegenlager
(4), welches zusammen mit der Heizwalze (3) einen Preßspalt (5) bildet, wobei zumindest
die Heizwalze (3) eine feststehende Achse, einen Walzenmantel (7) und mindestens ein
Lagerelement zur Abstützung des Walzenmantels (7) auf der Achse aufweist und der Walzenmantel
(7) eine Grundschicht (9) und eine auf die Grundschicht (9) aufgebrachte dünne aufheizbare
keramische Arbeitsschicht (10) enthält,
gekennzeichnet durch die folgenden Merkmale:
a) die keramische Arbeitsschicht (10) weist eine Stärke von weniger als 1 mm auf;
b) die Grundschicht (9) besteht als Wärmeisolierung aus keramischem Material;
c) die Grundschicht (9) hat eine Stärke, die größer ist als die Stärke der keramischen
Arbeitsschicht (10); und
d) der Walzenmantel (7) besteht aus Schalenhartguß, der im äußeren Bereich (12) weisses
Eisen und im inneren Bereich (13) graues Eisen aufweist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die keramische Arbeitsschicht
durch Metallplasmaspritzen aufgebracht ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die wärmeisolierende
Grundschicht (9) mittels wasserstabilisierten Plasmaspritzen auf dem Walzenmantel
(7) aufgebracht ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Grundschicht
(9) eine Stärke von 5 bis 30 mm hat.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Grundschicht (9) eine
Stärke von 8 bis 10 mm, vorzugsweise etwa 9,5 mm hat.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Grundschicht
(9) aus Al 203 besteht.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die keramische
Arbeitsschicht (10) aus Zirkoniumoxid besteht und eine Stärke von etwa 0,5 mm aufweist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das weisse
Eisen im äußeren Bereich (12) eine Schichtstärke von 20 bis 80 mm hat.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Beheizung
der Heizwalze (3) von außen erfolgt.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die keramische
Arbeitsschicht (10) mit einem Metallpulver versetzt ist, so daß die Arbeitsschicht
(10) elektrisch leitend ist.
11. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Beheizung
der Heizwalze (3) durch Induktion von Wirbelströmen in die Arbeitsschicht (10) erfolgt.
12. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß sich unter der keramischen
Arbeitsschicht (10) eine elektrisch leitende Zwischen-Schicht (11) befindet.