[0001] Die Erfindung betrifft ein Radiallaufrad gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Es ist bei Radiallaufrädern der angegebenen Gattung lange bekannt, daß die Strömungsgeschwindigkeit
in der Nähe der Deckscheibe stark abfällt. Dadurch werden Wirkungsgrad und Leistungsdichte
des Laufrades beeinträchtigt.
[0003] Der DE 29 40 773 A1 sind Möglichkeiten zu entnehmen, die Kontur der Deckscheibe sowie
verschiedene Maßverhältnisse und Winkel im Hinblick auf eine hohe Leistungsdichte
und einen guten Wirkungsgrad optimal zu gestalten. Die Erfindung geht von Laufrädern
aus, die in diesem Dokument beschrieben sind. Bei diesen Laufrädern können die Schaufeln
als profilierte oder auch nicht profilierte Schaufeln ausgebildet sein. In dem letzteren
Falle können sie kreisbogenförmig oder parabelförmig gekrümmt oder auch als gerade
Schaufeln ausgebildet sein. Die Außenkanten der Schaufeln verlaufen parallel zur Drehachse.
[0004] Die Schrift zeigt auch ein Ausführungsbeispiel, bei dem der Außendurchmesser des
Schaufelkranzes von der Nabenscheibe zur Deckscheibe hin zunimmt. Die Zunahme liegt
zwischen etwa 10,5 und 35 %. Bei diesem Schaufelkranz ist der die Schaufeln tragende
Rand der Nabenscheibe in Richtung von der Deckscheibe weg um einen Winkel von 10 bis
25 Grad abgebogen. Die Tangente zur Deckscheibe an deren äußerem Rand schließt mit
einer radialen, d.h. rechtwinklig zur Laufradachse gerichteten Linie einen Winkel
von 20 bis 30 Grad ein. Bei dieser Konfiguration ist der austretende Luftstrom spitzwinklig
zur Achse gerichtet. Derartige Laufräder werden üblicherweise als Diagonal- oder Halbaxialräder
bezeichnet. Nach Berechnungen des Erfinders können bei einem Laufrad, dessen Schaufelkranzdurchmesser
an der Deckscheibe mehr als etwa 6 % größer ist als an der Nabenscheibe, unerwünschte
Scherströmungen, die mit erhöhten Verlusten verbunden sind, nur durch Verwindung der
Schaufeln vermieden werden. Für die Herstellung verwundener Schaufeln sind komplizierte
Spezialwerkzeuge erforderlich, so daß eine Einzel- oder Kleinserienfertigung in der
Regel nicht wirtschaftlich ist.
[0005] Durch die Zeitschrift HLH Band 40 (1989) Nr. 8 - August, Seiten 426 bis 428, ist
ein Diagonalrad bekannt geworden, bei dem der Außendurchmesser des Schaufelkranzes
an der Deckscheibe etwa 29 % größer ist als an der Nabenscheibe. Die Schaufeln haben
eine Wölbung und eine Verwindung.
[0006] Auch die EP-B1-0 112 932 befaßt sich mit dem Problem, die Leistungsdichte und den
Wirkungsgrad von Radiallaufrädern zu erhöhen. Sie beschreibt ein Laufrad, dessen Schaufeln
durch Verwindung oder Scherung verformt sind, wobei der Innendurchmesser des Schaufelkranzes
von der Deckscheibe zur Nabenscheibe hin abnimmt. Der Außendurchmesser ist bei einigen
Ausführungsbeispielen konstant. Bei einem Ausführungsbeispiel variiert er in der Weise,
daß er seinen minimalen Wert an der Deckscheibe und seinen maximalen Wert an der Nabenscheibe
annimmt.
[0007] Durch die DE-PS 35 20 218 sind Radiallaufräder bekannt, die durch Spritzgießen hergestellt
sind. Die Form des Laufrades richtet sich dabei nach den Möglichkeiten und Erfordernisen
der Spritzgießtechnik; das gilt insbesondere für die Durchmesser der verschiedenen
Teile als Funktion der axialen Koordinate. Bei den dargestellten Ausführungsbeispielen
nimmt der Innendurchmesser ebenso wie der Außendurchmesser des Schaufelkranzes von
der Nabenscheibe in Richtung auf die Deckscheibe zu.
[0008] Die Erfindung befaßt sich nicht mit Laufrädern, die durch Gießen hergestellt sind.
Sie befaßt sich überhaupt nicht mit kompliziert geformten Laufrädern, die wegen des
hohen Werkzeugaufwandes nur in großen Serien wirtschaftlich hergestellt werden können.
Sie befaßt sich vielmehr mit den im Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen Laufrädern,
die in Einzel- oder Kleinserienfertigung mit geringem Aufwand an Spezialwerkzeugen
herstellbar sind.
[0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Radiallaufrad gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 weiter zu verbessern, so daß der Wirkungsgrad und die Leistungsdichte
erhöht werden.
[0010] Diese Aufgabe wird durch das kennzeichnende Merkmal des Anspruchs 1 gelöst. Durch
den in der Nähe der Deckscheibe vergrößerten Durchmesser erfährt die Luftströmung
in diesem Bereich eine stärkere Zentrifugalbeschleunigung. Dadurch wird die Austrittsgeschwindigkeit
über der äußeren Schaufelbreite vergleichmäßigt, und es ergibt sich eine deutliche
Verbesserung von Wirkungsgrad und Leistungsdichte, ohne daß eine Verwindung der Schaufeln
erforderlich ist.
[0011] Vorteilhafte weitere Merkmale der Erfindung sind in den Ansprüchen 2 bis 4 angegeben.
[0012] Die Zeichnung dient zur Erläuterung der Erfindung anhand eines vereinfacht dargestellten
Ausführungsbeispiels.
- Fig. 1
- zeigt im Schnitt ein Radiallaufrad gemäß der Erfindung.
- Fig. 2
- zeigt eine Gegenüberstellung der Kennlinien eines erfindungsgemäßen Laufrades und
eines Laufrades nach dem Stand der Technik.
[0013] Das in Fig. 1 dargestellte Laufrad besteht aus einer ebenen Nabenscheibe 1, einer
ringförmigen Deckscheibe 2 und mehreren Schaufeln 3, die einen Schaufelkranz bilden.
Die Deckscheibe 2 ist in bekannter Weise trompetenartig geformt. Die Kontur hat in
der Darstellung der Fig. 1 annähernd die Form eines Kreisbogens von 90 Grad, so daß
die Tangente am inneren Rand etwa parallel zur Drehachse und am äußeren Rand radial
verläuft, d.h. mit der Drehachse einen Winkel von 90 Grad einschließt. Die Schaufeln
3 sind ebene oder zylindrisch gebogene Bleche oder auch tragflügelartige Profile.
Sie sind zwischen Nabenscheibe 1 und Deckscheibe 2 eingeschweißt, z.B. durch Punktschweißen.
[0014] Die Innenkanten der Schaufeln 3 bestehen aus einem geradlinigen zur Drehachse parallelen
Abschnitt, der sich von der Nabenscheibe 1 bis zu einer Zwischenebene 4 erstreckt,
und einem daran anschließenden, schwach nach außen gekrümmten bogenförmigen Abschnitt,
der sich von der Zwischenebene 4 bis zur Deckscheibe 2 erstreckt. Die Außenkanten
schließen sowohl mit dem Rand der Nabenscheibe 1 als auch mit dem Außenrand der Deckscheibe
2 bündig ab. Der Außendurchmesser der Deckscheibe 2 ist etwa 3 % größer als der Durchmesser
der Nabenscheibe 1. Daher nimmt der Außendurchmesser des Schaufelkranzes von der Nabenscheibe
1 zur Deckscheibe 2 hin zu. Die Außenkante der Schaufel 3 besteht aus zwei geradlinigen
Abschnitten. Der erste Abschnitt 5 ersteckt sich von der Nabenscheibe 1 in axialer
Richtung über eine Höhe a bis zu der zur Nabenscheibe 1 parallelen Zwischenebene 4.
Er schließt mit der Drehachse einen spitzen Winkel ein. Der zweite Abschnitt 6 erstreckt
sich zwischen der Zwischenebene 4 und der Deckscheibe 2 über eine Höhe b. Er ist parallel
zur Drehachse. Das Verhältnis a:b, in dem die Zwischenebene 4 den Abstand zwischen
Nabenscheibe 1 und Deckscheibe 2 unterteilt, liegt bei etwa 7:3.
[0015] In Fig. 2 sind in dimensionsloser Darstellung die Druckzahl ψ und der Wirkungsgrad
η über der Volumenzahl φ aufgetragen. Der Index 1 bezeichnet den Stand der Technik,
der Index 2 die Erfindung. Es ist deutlich erkennbar, daß sowohl der Wirkungsgrad
als auch die Druckzahl durch die Erfindung verbessert werden. Das Maximum des Wirkungsgrades,
das den optimalen Arbeitspunkt angibt, ist zu einer höheren Volumenzahl verschoben.
Da somit im optimalen Arbeitspunkt sowohl Druckzahl als auch Volumenzahl im Vergleich
zum Stand der Technik vergrößert sind, ergibt deren Produkt eine deutlich erhöhte
Leistungsdichte.
1. Radiallaufrad,
mit einer Nabenscheibe,
mit einer ringförmigen, trompetenartig geformten Deckscheibe
und mit einem Schaufelkranz, bestehend aus mehreren ebenen oder zylindrisch gebogenen
Schaufeln, die durch einfache Verbindungen, wie Schweiß-, Niet- oder Steckverbindungen,
an Nabenscheibe und Deckscheibe befestigt sind,
dadurch gekennzeichnet, daß der Außendurchmesser des Schaufelkranzes an der Deckscheibe
(2) 1 bis 6 % größer ist als an der Nabenscheibe (1).
2. Radiallaufrad nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Außendurchmesser des
Schaufelkranzes zwischen der Nabenscheibe (1) und einer zur Nabenscheibe parallelen
Zwischenebene (4) stetig zunimmt und zwischen der Zwischenebene und der Deckscheibe
(2) konstant ist, wobei die Zwischenebene (4) den Abstand zwischen Nabenscheibe (1)
und Deckscheibe (2) im Verhältnis mindestens 7:3 unterteilt.
3. Radiallaufrad nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Nabenscheibe
(1) eben ist.
4. Radiallaufrad nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Tangente
zur Deckscheibe (2) an deren äußerem Rand radial verläuft.