[0001] Die Erfindung betrifft eine Antennenanordnung für in der Hand tragbare Funkgeräte.
[0002] Unter in der Hand tragbaren Funkgeräten werden hier Geräte verstanden, die über Funk
kommunizierend und die problemlos manuell handhabbar, insbesondere leicht und jederzeit
tragbar sind. Hierzu gehören z.B. Mobilfunkgeräte und vor allem die Handapparate der
Schnurlostelefonie, jedoch keine Geräte, deren mobiler Einsatz nur in Kombination
mit einem Fahrzeug sinnvoll ist.
[0003] Schnurlostelefone sind heute allgemein bekannt. Sie weisen jeweils ein Basisgerät
und ein Handgerät auf. Das Basisgerät ist relativ ortsfest angeordnet und über eine
Anschlussleitung wie ein herkömmliches Telefon mit dem Telefonnetz verbunden. Das
Handgerät ist dagegen in einem Umkreis der Grössenordnung 100 m frei bewegbar, wobei
die Verbindung zum Basisgerät im Vollduplex über einen oder zwei Funkkanäle erfolgt.
Beide Geräte sind in Grösse und Gewicht mit konventionellen Telefonen vergleichbar.
[0004] Schnurlostelefone stehen heute wie alle Einrichtungen der Telekommunikation unter
einem hohen Kostendruck. Es besteht daher die allgemeine Aufgabe, z.B. die Handgeräte
von Schnurlostelefonen nicht nur leicht, dauerhaft, ergonomisch und formschön auszubilden,
sondern auch bezüglich ihrer technischen Funktionen fortschrittlich, allen einschlägigen
Normen entsprechend, fertigungsgerecht und dazu vor allem preiswert. Gelingt das letzte
nicht, ist ein Markterfolg so gut wie ausgeschlossen.
[0005] Als Antenne für in der Hand tragbare Funkgeräte sind z.B. Teleskopantennen bekannt.
Die Länge der Antenne richtet sich nach der verwendeten Funkfrequenz und beträgt bei
Frequenzen im GigaHertzbereich noch einige Zentimeter. Die Antenne bildet jeweils
ein aus dem Gehäuse des Gerätes herausragendes Bauteil, das speziell befestigt, angeschlossen
und gegenüber Beschädigungen geschützt ist.
[0006] Im Rahmen der genannten allgemeinen Aufgabe besteht nun ein Detailproblem darin,
für den Bereich der Geräteantennen eine gegenüber dem bisherigen bessere Lösung zu
finden.
[0007] Die Lösung dieses Detailproblems bzw. der konkretisierten Aufgabe ist durch den kennzeichnenden
Teil von Anspruch 1 gegeben. Die Lösung bringt in fertigungstechnischer und preislicher
Hinsicht einen wesentlichen Fortschritt. Die abhängigen Ansprüche geben Ausgestaltungen
der Erfindung an.
[0008] Im folgenden wird die Erfindung anhand von neun Figuren beispielsweise näher beschrieben.
Es zeigen:
Fig. 1 - Schematische Darstellung einer Antennen-Anordnung
Fig. 2 - Perspektivische Ansicht eines ersten Ausführungsbeispiels
Fig. 3 bis 9 - Varianten von Antennen.
[0009] Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung einer Antennen-Anordnung, wie sie bei
in der Hand tragbaren Funkgeräten einsetzbar ist. Die Anordnung weist eine Antenne
10 und eine Anpassleitung 15 auf. Die Antenne 10 und die Anpassleitung 15 sind so
aufeinander abgestimmt, dass die Eingangs- bzw. Ausgangsimpedanz der Antenne und die
Impedanz der Anpassleitung 15 gleich sind. Im noch zu beschreibenden, bevorzugten
Ausführungsbeispiel beträgt diese Impedanz beispielsweise 50 Ω.
[0010] Die Antenne 10 ist nun bevorzugt als Halbwellendipol ausgebildet. Dieser Dipol besitzt
zwei im wesentlichen gleich lange, symmetrische Antennenarme 11, 12, deren Länge im
Vakuum insgesamt der halben Wellenlänge /2 der Resonanzfrequenz entsprechen würde.
Bei einer heute üblichen Arbeitsfrequenz von z.B. 1,890 GHz wäre diese Länge etwa
8 cm. Durch die dielektrischen Eigenschaften der Umgebung der Antennenarme 11, 12
wird die genannte Länge jedoch sehr massgeblich verringert.
[0011] Die Anpassleitung 15 ist mittig zur Antenne 10 und quer zu dieser angeordnet. Die
Anpassleitung ist mit ihrem einen Ende an den einen der Antennenarme, z.B. den Arm
11 angeschlossen und mit ihrem anderen Ende an nicht gezeigte Elektronikschaltkreise,
insbesondere Sende- und Empfangsschaltkreise. Der Aufbau der Anpassleitung umfasst
zwei unterschiedliche, hochohmige Microstrip-Leiter 17.1, 17.2 und zwei unterschiedliche
Kondensatoren 18.1, 18.2, die mit ihren einen Polen an Masse liegen. Die Microstrip-Leiter
17 stellen bei Hochfrequenz RL-Impedanzen dar, die Kondensatoren 18 RC-Impedanzen.
Gesamthaft ergibt sich für die Anpassleitung 15 das Verhalten einer LC-Impedanz, deren
Wert durch Verändern der Werte der einzelnen Elemente (17.1, 17.2, 18.1, 18.2) variierbar
ist.
[0012] Fig. 2 zeigt ein erstes, praktisches Ausführungsbeispiel einer Antennenanordnung
entsprechend Fig. 1. In perspektivischer Ansicht ist eine tragende, zweiseitig beschichtete
Leiterplatte 20 dargestellt, bevorzugt eine Platte auf der Basis von Glasepoxyd. Auf
der einen, in der Darstellung oberen Seite 19 der Platte 20 und nahe am Plattenrand
25, sowie parallel zu diesem Rand 25 sind die Antennenarme 11, 12 als gedruckte Leiterzüge
angeordnet. Am Kontaktende des einen Armes 11 ist die Anpassleitung 15 angeschlossen.
Diese umfasst die hochohmigen, gedruckten Microstrip-Leitungen 17.1, 17.2, an die
die Kondensatoren 18.1, 18.2 als diskrete Bauelemente angeschlossen sind.
[0013] Die Microstrip-Leitungen 17 sind mäanderförmig geführt, wobei zwischen jeweils zwei
Schenkeln in Art von Leitersprossen mehrere Querverbindungen angeordnet sind. Diese
Querverbindungen lassen sich einzeln und beginnend von der offenen Seite her durchtrennen.
Hierdurch besteht die Möglichkeit, die Länge der Microstrip-Leitungen schrittweise
zu vergrössern und damit die RL-Impedanz dieser Leitungsabschnitte zu trimmen. Den
beiden Microstrip-Leitungen 17.1 und 17.2 von Fig. 1 entsprechen damit im wesentlichen
die beiden leiterförmigen Leitungsabschnitte samt deren Randbereichen.
[0014] Die Anpass-Leitung 15 ist an ihrem der Antenne 10 abgekehrten Ende entweder direkt
mit einem elektronischen Schaltkreis, z.B. einem Sendeverstärker verbunden oder mit
einer Leitung von vorgegebenem Wellenwiderstand, insbesondere einer 50-Ω-Leitung 28.
[0015] Auf der in Fig. 2 unteren, anderen Seite 21 der Platte 20 ist eine relativ grossflächige
Masse-Fläche 22 angeordnet. Diese schraffiert dargestellte Fläche 22 liegt auf Erdpotential
und wirkt mit der Anpassleitung 15 zusammen, jedoch nicht mit der Antenne 10. Ihre
Form ist daher so gewählt, dass sie den Bereich der Anpassleitung 15 und den weitaus
überwiegenden Teil der elektronischen Schaltkreise vollständig abdeckt, die Antennenarme
11, 12 dagegen im wesentlichen vollständig unabgedeckt lässt. Als Ausnahme dieser
Regel reicht die Masse-Fläche 22 mit einem relativ spitz auslaufenden Ende 23 bis
zur Antennen-Mitte, wo das innere Ende des Antennenarms 12 durch die Platte 20 hindurch
mit der Masse-Fläche 22 verbunden und damit geerdet ist.
[0016] Die Kondensatoren 18 sind ebenfalls mit ihren einen Anschlusspolen durch die Leiterplatte
20 hindurch mit der Masse-Fläche 22 verbunden und liegen damit einseitig auf dem Bezugspotential
Null.
[0017] Die beschriebene Antennen-Anordnung ist im Aufbau einfach und vor allem in der Technik
der konventionellen gedruckten Leiterplatten herstellbar. Dies hat den besonderen
Vorteil, dass die Antennen-Anordnung zusammen mit dem Verdrahtungsmuster der elektronischen
Schaltkreise eines z.B. Handgerätes eines Schnurlostelefons herstellbar ist, insbesondere
auf einer einzigen, gemeinsamen Platte 20. Dies spart dann weiter Befestigungsmittel
im Handgerät und vereinfacht die Montage.
[0018] Die Arme 11, 12 der Antenne 10 sind entsprechend den Figuren 1 und 2 etwa linear
und liegen im wesentlichen auf einer gemeinsamen Geraden. Die nachfolgenden Figuren
zeigen in schematischer Ansicht Varianten der Antenne 10, die ebenfalls spiegelsymmetrisch
ausgebildet sind.
[0019] Fig. 3 zeigt als erste Variante eine Antenne, deren Arme 111, 112 L-förmig gewinkelt
sind, wobei die inneren, einander zugekehrten Schenkel der Antennenarme auf einer
gemeinsamen Geraden liegen.
Fig. 4 zeigt als zweite Variante eine Antenne 10 mit kreisbogenförmig geformten Armen
211, 212. Hierbei liegen diese Arme auf einem gemeinsamen Kreis.
Fig. 5 zeigt als dritte Variante eine Antenne 10, bei der die Arme 311, 312 in ihren
inneren, einander zugekehrten Bereichen wellenförmig ausgebildet sind und in ihren
äusseren Bereichen linear.
Fig. 6 zeigt als vierte Variante eine Antenne 10, bei der im Vergleich zur dritten
Variante (Fig. 5) die linearen und die wellenförmigen Bereiche der Arme 311, 312 miteinander
vertauscht sind.
[0020] Jede der bis hierher beschriebenen Antennen 10 bildet einen planaren Halbwellendipol
mit spiegelsymmetischen Antennenarmen 11, 12; 111, 112; 211, 212; 311, 312. Die Arme
liegen vollständig auf einer einzigen Seite (z.B. 19) der Leiterplatte 20 auf und
sind bevorzugt als gedruckte Leiterzüge ausgebildet. Als bevorzugtes Material für
die Leiterplatte 20 wird Glasepoxyd genannt. Es ist jedoch auch anderes Material möglich,
z.B. Keramikmaterial, auf dem die Antennenarme im Siebdruckverfahren entsprechend
der Dickfilmtechnik hergestellt sind. Wichtig für die Antenne 10 ist generell, dass
sie nahe zum Plattenrand 25 der Platte 20 liegt. Dies gilt für ihren gesamten Verlauf,
also für beide Arme und die gesamte Ausdehnung der Arme.
[0021] Fig. 7 zeigt eine weitere Antenne 10, dargestellt im Schnitt durch eine Leiterplatte
20. Hiernach ist die Antenne zweischichtig und formgleich auf beiden Seiten 19, 21
der Platte 20 ausgebildet, wobei eine Vielzahl von Verbindungen 31 durch die Platte
20 hierdurch die beiden Antennenhälften innig miteinander verbinden. Die Verbindungen
31 sind problemlos und im wesentlichen automatisch durch gebohrte Löcher in der Platte
20 durchplattierbar.
[0022] Fig. 8 zeigt den Schnitt quer durch eine weitere Antenne 10. Diese Antenne ist vorwiegend
am stirnseitigen Plattenrand 25 einer Leiterplatte 20 angeordnet. Hierzu ist der Randbereich
beider Seiten 19, 21 der Platte 20 mit einander zugeordneten Leiterbahnen belegt,
die um die Plattenkante herum elektrisch miteinander verbunden sind, z.B. durch eine
Plattierung 26.
[0023] Fig. 9 zeigt den Schnitt quer durch eine weitere Antenne 10. Bei dieser Antenne liegt
der eine Arm 411 auf der einen Seite 19 der Leiterplatte 2o und der andere Arm 412
auf deren anderer Seite 21. Durch diesen Aufbau wird die Bohrung durch die Platte
20 überflüssig, die entsprechend Fig. 2 vom anderen Antennenarm aus zum Ende 23 der
Masse-Fläche 22 führt.
[0024] Die beschriebene Antennenanordnung lässt eine ganze Reihe weiterer Variationen zu.
Nachfolgend werden einige Beispiele angegeben:
- Die Leiterplatte 20 kann nach der sogenannten Dickfilmtechnik mit Hilfe des Siebdrucks
hergestellt sein anstatt in der konventionellen Ätztechnik.
- Die Dicke und die Oberflächeneigenschaften der Antennenarme 11, 12 können variieren.
- Es lassen sich die Antennenarme 11, 12 als Stanzteile aus Metallblech herstellen und
auf die Leiterplatte 20 aufkleben.
- Die Leiterplatte 20 kann mehrschichtig aufgebaut sein, wobei dann im Bereich der Antennenarme
11, 12 sämtliche Metallschichten entfernt sein müssen.
- Die Antenne 10 kann anders als eine Halbwellen-Dipol ausgebildet sein, z.B. als einarmige
Stabantenne oder als Schlitzantenne.
[0025] Insgesamt ergibt sich durch die Erfindung ein wesentlicher, technischer Entwicklungsschritt
in Bezug auf die Fertigbarkeit, was sich in der Reduzierung der Herstellungskosten
zeigt. Der Anwendung sind keine grundsätzlichen Grenzen gezogen. Sinnvoll ist jedoch
vor allem die Verwendung in handlichen Geräten für den allgemeinen Gebrauch, insbesondere
in Handgeräten der Schnurlostelefonie und den zugehörigen Basisgeräten.
1. Antennenanordnung für ein in der Hand tragbares Funkgerät,
- wobei das Funkgerät eine Leiterplatte (20) umfasst, die wenigstens einen wesentlichen
Teil der elektronischen Schaltkreise des Gerätes und die Verbindungsleitungen zwischen
diesen trägt, und
- wobei die Antennenanordnung die eigentliche Antenne, deren Halterung und deren elektronische
Anpassung an die Sende- und Empfangsschaltkreise beinhaltet,
dadurch gekennzeichnet,
- dass in einem Randbereich der Leiterplatte (20) und im wesentlichen entlang des
Plattenrandes (25) eine Halbwellendipol-Antenne (10) angeordnet ist,
- dass diese Antennne (10) zwei im wesentlichen spiegelsymmetrische Antennenarme (11,
12; 111, 112; 211, 212; 311, 312) aufweist,
- dass das innere Ende des einen Antennenarms (11, 111, 211, 311) über eine Anpassleitung
(15) mit den elektronischen Schaltkreisen und das innere Ende des anderen Antennenarms
(12, 112, 212, 312) mit einer Massefläche (22) verbunden ist, wobei die Eingangsimpedanz
der Antenne (10) und die Impedanz der Anpassleitung (15) aneinander angepasst sind,
und
- dass auf der Leiterplatte (20) die Nachbarbereiche der Antenne (10) im wesentlichen
frei von jeglichen sonstigen Leitern sind.
2. Antennenanordnung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Antennenarme (11, 12) im wesentlichen linear ausgebildet sind und auf einer
gemeinsamen Geraden liegen.
3. Antennenanordnung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Antennenarme (111, 112) L-förmig gewinkelt ausgebildet sind, wobei jeweils
die einen L-Schenkel auf einer gemeinsamen Geraden und die anderen L-Schenkel parallel
zueinander liegen.
4. Antennenanordnung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Antennenarme (211, 212) im wesentlichen kreisbogenförmig ausgebildet sind
und auf einem gemeinsamen Halbkreis liegen.
5. Antennenanordnung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Antennenarme (311, 312) teilweise linear und ansonsten wellenförmig ausgebildet
sind.
6. Antennenanordnung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Leiterplatte (20) wenigstens zwei Leiterschichten aufweist,
- dass wenigstens der eine Antennenarm (11, 111, 211, 311) als gedruckte Leiterbahn
aus der einen Leiterschicht gebildet ist,
- dass die Anpassleitung (15) wenigstens teilweise ebenfalls aus dieser einen Leiterschicht
gebildet ist,
- dass aus einer anderen Leiterschicht eine Masse-Fläche (22) gebildet ist, die zugeordnet
wenigstens den Bereich der Anpasssleitung (15) überdeckt und den Bereich der Antennenarme
(11, 12; 111, 112; 211, 212; 311, 312; 411, 412) unabgedeckt lässt, und
- dass der andere Antennenarm (12, 112, 212, 312) mit der Masse-Fläche (22) verbunden
ist.
7. Antennenanordnung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Masse-Fläche (22) den weit überwiegenden Teil der anderen Leiterschicht ausfüllt,
wobei die Masse-Fläche (22) im Bereich der Anpassleitung (15) und gegen die inneren
Enden der Antennenarme (11, 12) hin relativ spitzwinklig ausläuft.
8. Antennenanordnung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Anpassleitung (15) wenigstens eine gedruckte, hochohmige Microstrip-Leitung
(17.1, 17.2) umfasst, die aus Material der einen Leiterschicht gebildet ist, und die
(17.1, 17.2) durch wenigstens einen diskreten Kondensator (18.1, 18.2) mit der Masse-Fläche
(22) verbunden ist.
9. Antennenanordnung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Anpassleitung (15) zwei in Serie geschaltete Microstrip-Leitungen (17.1,
17.2) und zwei Kondensatoren (18.1, 18.2) umfasst.
10. Antennenanordnung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Microstrip-Leitungen (17.1, 17.2) mäanderförmige Trimm-Bereiche aufweisen,
deren sprossenförmige Querverbindungen zum Zwecke des Trimmens durchtrennbar sind.