[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine spitzenlose Rundschleifmaschine gemäss
dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
[0002] Eine spitzenlose Rundschleifmaschine umfasst eine Schleifscheibe und eine Regelscheibe,
deren Mantelflächen sich gegenüberliegend und voneinander beabstandet sind. In einem
Spalt zwischen den Mantelflächen ist eine Werkstückauflagevorrichtung vorhanden, auf
die ein zu bearbeitendes Werkstück auflegbar ist, welches während dem Bearbeitungsvorgang
an der Regelscheibe, an der Werkstückauflagevorrichtung und an der Schleifscheibe
anliegt. Das Werkstück wird von der sich drehenden Regelscheibe in Rotation versetzt,
während die sich in Gegenrichtung zum Werkstück ebenfalls drehende Schleifscheibe
die Oberfläche des Werkstückes abträgt. Ein Werkstück nach dem anderen wird zum Bearbeiten
zwischen die genannten Scheiben auf die Werkstückauflage gelegt. Das Zuführen und
Wegführen von Werkstücken kann dabei entweder manuell oder automatisch erfolgen.
[0003] Sowohl die Schleifscheibe als auch die Regelscheibe können, je nach Ausführung der
Maschine, in mehreren Achsen verstellbar sein. Die Verstellung erfolgt dabei üblicherweise
über CNC-gesteuerte Achsen.
[0004] Beide, die Schleifscheibe und die Regelscheibe, müssen von Zeit zu Zeit zum Erhalten
ihres Profiles abgerichtet werden. Dazu sind jeder der genannten Scheiben je eine
Abrichtvorrichtung mit je einem Abrichtwerkzeug zugeordnet.
[0005] Die bearbeiteten Werkstücke müssen kontrolliert und ausgemessen werden. Im einfachsten
Fall kann dies dadurch geschehen, dass nach dem Schleifzyklus das Werkstück entnommen
und dessen Abmessungen manuell bestimmt werden. Eine entsprechende Korrektur an den
Maschineneinstellungen ist gegebenenfalls notwendig. Ein solches Vorgehen ist investitionsmässig
wohl kostengünstig, erfordert aber viel teure Zeit eines Facharbeiters und ruft relativ
grosse Standzeiten der Schleifmaschine hervor.
[0006] Heutige spitzenlose Rundschleifmaschinen verfügen auch schon über Einrichtungen,
die ein automatisches Ausmessen der bearbeiteten Werkstücke ermöglichen. Dazu werden
diese nach dem Schleifzyklus von einem Lade- und Entlademechanismus einer extern angeordneten
Messvorrichtung, einer sogenannten Post-Prozess-Messvorrichtung zugeführt. Diese kann
die ermittelten Messresultate beispielsweise direkt an eine Steuereinrichtung der
Maschine weiterleiten. Korrektureinstellungen an der Regel- und oder an der Schleifscheibe
können so automatisch vorgenommen werden. Es ist auch möglich, den Zeitpunkt festzustellen,
wann ein erneutes Abrichten notwendig ist. Nach dem Messvorgang wird das Werkstück,
wenn in Ordnung, vom genannten Mechanismus zu den fertig bearbeiteten Werkstücken
gelegt oder wenn erforderlich, zum Weiterbearbeiten wieder an die Bearbeitungsstelle
zugeführt.
[0007] Solche automatischen Post-Prozess-Messvorrichtungen in Verbindung mit den genannten
Lade- und Entlademechanismen sind konstruktiv aufwendig, verlangen eine Anpassung
an die Form und die Grösse der verschiedenen Werkstücke und sind demzufolge investitionsmässig
entsprechend teuer.
[0008] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine spitzenlose Rundschleifmaschine
zu schaffen, bei der ein automatisches Ausmessen der Werkstücke nach dem Schleifzyklus
auf einfachere Art als soeben beschrieben möglich ist.
[0009] Diese Aufgabe wird mit einer spitzenlosen Rundschleifmaschine gelöst, die die im
kennzeichnenden Teil des Patentanspruches 1 aufgeführten Merkmale aufweist.
[0010] Mit der erfindungsgemässen Ausführung und Anordnung der Messeinrichtung kann das
Werkstück nach dem Schleifen, d.h. vor dem Entladen, direkt auf der Werkstückauflagevorrichtung
ausgemessen werden. Teure Lade- und Entlademechanismen zum Zuführen des Werkstückes
an eine extern angeordnete Messvorrichtung sind nicht notwendig. Ein eventuelles Nachschleifen
bei Uebermass ist sofort möglich. Die Standzeiten der Maschine während einem Messvorgang
sind minimal. Das Entladen eines Werkstückes ist kostengünstig auf ein Förderband
möglich.
[0011] Da die Auflagefläche der Werkstückauflagevorrichtung üblicherweise zur Regelscheibe
hin geneigt ist, wird, bevor eine Messung durchgeführt werden kann, vorteilhafterweise
die Schleifscheibe aus dem Bereich des Werkstückes entfernt. Dieses verharrt wegen
der obgenannten Ausbildung der Werkstückauflagevorrichtung auf der letzteren und liegt
an der Regelscheibe an. Es ist dabei denkbar, dass die Schleifscheibe sowohl im wesentlichen
parallel zur Längsachse der Werkstückauflagevorrichtung (in der Y-Achse) oder rechtwinklig
dazu (in der X-Achse) aus dem Bereich des Werkstückes entfernt werden kann. Je nachdem
ist mindestens ein Y-Schlitten oder ein X-Schlitten erforderlich.
[0012] Eine vorteilhafte Ausführung sieht vor, dass für die Schleifscheibe sowohl ein X-Schlitten
als auch ein Y-Schlitten vorhanden sind. In einer bevorzugten Ausführung ist der Y-Schlitten
längs einer am Maschinentisch angebrachten Querwange in der Y-Achse verschiebbar und
der X-Schlitten, welcher die Schleifscheibe trägt, auf dem Y-Schlitten montiert.
[0013] Eine andere Ausbildung der Werkstückauflagevorrichtung weist eine prismatische Oberfläche
auf, dergestalt, dass ein Werkstück darauf liegen bleibt, egal, ob die Schleifscheibe
oder die Regelscheibe oder beide vom Werkstück wegbewegt werden.
[0014] Die Messeinrichtung mit dem Messkopf kann irgend an einem Ort angeordnet sein, von
dem aus es möglich ist, den Messkopf von der der Regelscheibe gegenüberliegenden Seite
der Werkstückauflage an das Werkstück zuzustellen. Der Ort, an welchem die Messeinrichtung
angeordnet ist, darf jedoch die Bearbeitung des Werkstückes nicht behindern. So kann
die Messeinrichtung beispielsweise direkt am Maschinentisch angeordnet sein, beispielsweise
vorne rechts, auf der Schleifscheibenseite, bezüglich der durch die Werkstückauflagevorrichtung
verlaufenden Längsachse. Es ist ebenfalls denkbar, die Messeinrichtung direkt an der
Werkstückauflagevorrichtung zu befestigen. Vorteilhafte Ausführungen sehen vor, dass
die Messeinrichtung mindestens mit dem Y-Schlitten in Verbindung steht. Bevorzugt
ist sie jedoch mit dem auf dem Y-Schlitten angeordneten X-Schlitten gekoppelt, wobei
die Messeinrichtung dann alternativ auch schleifspindelseitig auf der hinteren Seite
der Schleifscheibe, z.B. einschwenkbar, angebracht sein könnte. Es ist auf diese Weise
möglich, mit dem oder den genannten Schlitten nicht nur die Schleifscheibe aus dem
Bereich des Werkstückes wegzuführen, sondern auch die Messeinrichtung zum Werkstück
zuzustellen.
[0015] Der empfindliche Messkopf selbst ist relativ zur Messeinrichtung bewegbar montiert.
Er kann von einer geschützten Ruhestellung in eine Messstellung aus der Messeinrichtung
herausgefahren werden. Dies kann zum Beispiel entweder mittels einer Längsverschiebung
auf Anschlag oder mittels einer Ausschwenkbewegung erfolgen.
[0016] Je nach Ausführung der Messeinrichtung kann es erforderlich sein, dass diese parallel
zur Maschinentischebene schwenkbar oder rechtwinklig zur Maschinentischebene hochschwenkbar
ausgeführt ist. Im einen Fall kann dies notwendig sein, um eine Stirnseite der Schleifscheibe
freizugeben, damit diese ausgetauscht werden kann oder in einem anderen Fall kann
dies notwendig sein, um die Messeinrichtung aus dem Bearbeitungsbereich zu entfernen.
[0017] Der Messkopf selbst besitzt zwei federnd geführte Tastarme, die ähnlich wie eine
Schiebelehre den Werkstückdurchmesser erfassen. Diese Bauweise hat den Vorteil, dass
das Messresultat von eventuellen radialen Werkstückverlagerungen unbeeinflusst bleibt.
Die Bewegung der Tastarme wirkt beispielsweise auf einen kapazitiven Messgeber, der
ein der Durchmesseränderung entsprechendes Signal abgibt. Die Tastarme können innerhalb
des Messkopfes auch auseinander- oder zusammenführbar ausgeführt sein.
[0018] Die Ausnehmung an der Werkstückauflagevorrichtung ist notwendig, damit der untere
Tastarm des Messkopfes an das Werkstück zugeführt werden kann. Sollen an mehreren
Orten der Durchmesser des Werkstückes bestimmt werden, so ist es eventuell notwendig,
mehrere Ausnehmungen an der Werkstückauflagevorrichtung auszuführen. Anhand von Figuren
ist die Erfindung im folgenden beispielsweise näher erläutert. Es zeigen
- Fig. 1
- eine Aufsicht auf eine spitzenlose Rundschleifmaschine in schematischer Darstellung
mit einer ersten Ausführungsform der Messeinrichtung,
- Fig. 1a
- eine Ausführungsvariante für den strichpunktierten Ausschnitt in der Fig. 1,
- Fig. 2
- die Aufsicht auf eine spitzenlose Rundschleifmaschine gemäss der Fig. 1 mit einer
zweiten Ausführungsform der Messeinrichtung, und
- Fig. 3
- eine Vorderansicht der Regel- und der Schleifscheibe mit der Werkstückauflagevorrichtung,
wobei die Messeinrichtung in einer dritten Ausführungsform zum Werkstück zuschwenkbar
ist.
[0019] In der in der Fig. 1 gezeigten Aufsicht auf eine spitzenlose Rundschleifmaschine
ist mit dem Bezugszeichen 11 ein Maschinentisch bezeichnet. Das Bezugszeichen 12 kennzeichnet
eine Schleifscheibe, welche an einem Schleifscheibenspindelstock 13 über eine Schleifscheibenspindel
37 drehbar gelagert ist. Der Spindelstock ist auf einem ersten X-Schlitten 32 angeordnet,
welcher auf einem Y-Schlitten 31 aufliegt, der eine erste Längsführungswange aufweist.
Längs dieser Wange ist der X-Schlitten in der durch das Bezugszeichen 20 angegebenen
X-Achsen-Richtung im wesentlichen rechtwinklig zur Längsachse einer Werkstückauflagevorrichtung
16 verschiebbar. Der Y-Schlitten 31 ist auf einer Querführungswange 30 angeordnet
und in einer Y-Achsen-Richtung, welche mit dem Bezugszeichen 22 bezeichnet ist, quer
zum Maschinentisch und im wesentlichen parallel zur Längsachse der Werkstückauflagevorrichtung
verschiebbar. Mit dem Bezugszeichen 25 ist eine Messeinrichtung gekennzeichnet, die
in diesem Ausführungsbeispiel am Spindelstock befestigt ist und die später genauer
beschrieben wird. Der Spindelstock 13 ist um eine Schwenkachse 48, welche sich im
wesentlichen rechtwinklig zum Maschinentisch erstreckt, in der mit 49 bezeichneten
Richtung relativ zum ersten X-Schlitten 32 verschwenkbar. Die obgenannte Y-Achsen-Richtung
entspricht einer ersten Richtung und die obgenannte X-Achsen-Richtung entspricht einer
zweiten Richtung.
[0020] Am Maschinentisch 11 ist eine zweite Längsführungswange 35 angeordnet, die sich rechtwinklig
zur Querführungswange 30 erstreckt und auf welcher ein zweiter X-Schlitten 36 in der
mit 21 bezeichneten zweiten Richtung verschiebbar ist. Auf dem zweiten X-Schlitten
ist ein Regelscheibenspindelstock 15 befestigt, der eine drehbar gelagerte Regelscheibenspindel
38 trägt, an welcher eine Regelscheibe 14 angeordnet ist. Etwa mittig vom Maschinentisch
11 ist die Werkstückauflagevorrichtung 16 gezeichnet, die sich in ihrer Längsrichtung
im wesentlichen parallel zur ersten oder Y-Achsenrichtung 22 erstreckt. Auf der einen
Längsseite der Werkstückauflagevorrichtung ist die Regelscheibe 14 angeordnet, die
mittels dem zweiten X-Schlitten 36 zur Werkstückauflagevorrichtung 16 zustellbar oder
von der letzteren entfernbar ist. Auf der anderen Längsseite der Werkstückauflagevorrichtung
befindet sich während dem Schleifzyklus die Schleifscheibe 12, die mittels dem Y-Schlitten
31 und dem ersten X-Schlitten 32 an die genannte Seite der Werkstückauflagevorrichtung
zustellbar ist. Ein Werkstück 17 ist zum Bearbeiten auf die Werkstückauflagevorrichtung
16 aufgelegt. Die Mantelflächen 23, 24 der Schleifscheibe 12 und der Regelscheibe
14 liegen sich während dem Bearbeitungsvorgang üblicherweise gegenüber.
[0021] Nach dem Bearbeitungsvorgang wird die Schleifscheibe mittels dem ersten X-Schlitten
32 und dem Y-Schlitten 31 vom Werkstück 17 weggefahren. Der Y-Schlitten 31 bewegt
sich dabei so, dass ein Messkopf 26, welcher in der Messeinrichtung 25 gehalten ist,
dem Werkstück 17 gegenüberliegend zu liegen kommt.
[0022] Die Messeinrichtung 25 umfasst einen Messkopfträger 39, der im gezeigten Ausführungsbeispiel
in der Aufsicht L-förmig ausgeführt ist, wobei ein Schenkel davon auf der der Werkstückauflagevorrichtung
16 abgewandten Seite der Schleifscheibe 12 am Schleifscheibenspindelstock 13 befestigt
ist. Der andere Schenkel des Messkopfträgers 39 erstreckt sich rechtwinklig dazu in
der zweiten oder X-Achsen-Richtung. Er umfasst im wesentlichen zwei voneinander beabstandete
parallele Messkopftragwangen 40, 41, zwischen denen der Messkopf 26 längsverschiebbar
ist. Die Verschieberichtung 43 entspricht dabei der genannten zweiten Richtung 20.
Eine Messkopfzustellvorrichtung 42, beispielsweise ein auf einen Anschlag wirkenden
Zylinder oder eine antreibbare Spindel, ist für das Zustellen des Messkopfes zwischen
einer eingefahrenen Schutzstellung und einer ausgefahrenen Messstellung zuständig.
In der Fig. 1 befindet sich der Messkopf 26 in der eingefahrenen Schutzstellung, da
seine beiden mit 27 und 28 bezeichneten, übereinanderliegenden und voneinander beabstandeten
Tastarme nicht von den Messkopftragwangen vorstehen.
[0023] Damit die Tastarme 27, 28 des Messkopfes 26 das Werkstück 17 zum Messen unter bzw.
übergreifen können, ist in der Oberfläche der Werkstückauflagevorrichtung, auf welcher
das Werkstück 17 aufliegt, eine mit 29 bezeichnete Ausnehmung angebracht. Diese erstreckt
sich in Richtung zum Maschinentisch 11 und bewirkt unterhalb dem Werkstück 17 einen
Freiraum zum Durchgreifen des unteren Tastarmes. Mit 44 ist eine Schwenkachse eingezeichnet,
längs derer die Messeinrichtung 25 in der mit dem Pfeil 45 angegebenen Richtung verschwenkbar
ist. Dies ist notwendig, um zum Wechseln der Schleifscheibe 12 die vom Spindelstock
13 abgewandte Stirnfläche der Schleifscheibe freizulegen. Anstelle des Wegschwenkens
um die Schwenkachse 44 könnte, wie dies in der Fig. 1a angedeutet ist, innerhalb des
Messkopfträgers 39 eine Drehachse 46 vorgesehen sein, um welche plan einer Drehfläche
47 die Messeinrichtung 25 in einer Ebene, etwa rechtwinklig zur Maschinentischoberfläche
hochschwenkbar wäre.
[0024] Die Komplexität einer CNC-Maschinensteuerung nimmt mit der Anzahl der gesteuerten
Achsen zu, nicht zuletzt darum, weil die Verstellung eines gesteuerten Maschinenteiles
die relativen Stellungen von anderen gesteuerten Maschinenteilen beeinflussen kann.
Es muss deshalb bei der hier gezeigten spitzenlosen Rundschleifmaschine darauf geachtet
werden, die einzelnen Maschinenteile so anzuordnen, dass das Vorhandensein von Schlitten
mit numerisch gesteuerten Achsen auf ein Minimum beschränkt ist. Durch das Anordnen
des Regelscheibenspindelstockes 15 und des Schleifscheibenspindelstockes 13 auf der
gegenüberliegenden Seite einer durch je eine der Stirnflächen der Regelscheibe 14
und der Schleifscheibe 12 aufgespannten Ebene wurde im wesentlichen auf der dem Regelscheibenspindelstock
15 abgewandten Seite der Regelscheibe Platz geschaffen zum Anordnen einer ersten Abrichtvorrichtung
18 mit einem dem Schleifscheibenspindelstock zugewandten ersten Abrichtwerkzeug 33.
Durch das Verfahren der Schleifscheibe 12 mittels dem Y-Schlitten 31 und dem ersten
X-Schlitten 32 kann die Schleifscheibe 12 dem ersten Abrichtwerkzeug 33 zugeführt
werden. Durch eine Hin- und Herbewegung des Y-Schlittens in der ersten Richtung 22
erfolgt eine Abrichtung der Mantelfläche 23 der Schleifscheibe parallel zur genannten
ersten Richtung. Es spielt dabei keine Rolle, ob die Schleifscheibenspindel 37 genau
parallel zum Y-Schlitten 31 steht. Dieses, unabhängig von einer Schwenkstellung der
Schleifscheibenspindel zur Y-Achse parallele Abrichten ist nur möglich, weil die Abrichtung
der Schleifscheibe von der Werkstückseite der letzteren her erfolgt. Es war bisher
bei den spitzenlosen Rundschleifmaschinen üblich, dass die Abrichtung der Schleifscheibe
auf der der Werkstückauflage abgewandten Seite vorgenommen wurde. Eine Abweichung
von der Parallelität zwischen der Schleifscheibenspindel und dem Y-Schlitten verdoppelt
sich dadurch auf der Werkstückseite der Schleifscheibe und musste bis anhin durch
eine entsprechende Korrektur der Schwenkstellung der Schleifscheibe kompensiert werden.
Es kann auch vorgesehen sein, dass neben der ersten Abrichtvorrichtung 18 eine weitere
Abrichtvorrichtung 18' mit einem andersartigen Abrichtwerkzeug 33' vorhanden ist.
In diesem Falle könnte die Schleifscheibe 12 mit der einen dieser Abrichtvorrichtungen
18, 18' beispielsweise mit einem Einzeldiamanten und mit der anderen mit einer Diamantrolle
abgerichtet werden.
[0025] Auf der der Schleifscheibe 12 gegenüberliegenden Seite ist eine zweite Abrichtvorrichtung
19 mit einem zweiten Abrichtwerkzeug 34 zum Abrichten der Regelscheibe 14 vorhanden.
Auch die Mantelfläche 24 der Regelscheibe 14 kann von der Werkstückseite her abgerichtet
werden. Das zweite Abrichtwerkzeug 34 wird mit den Schlitten 31 und 32 zur Regelscheibe
zugeführt. Zum Abrichten der letzteren ist es erforderlich, dass die Werkstückauflagevorrichtung
16 abklappbar, absenkbar oder wegnehmbar ausgeführt ist.
[0026] Im gezeigten Ausführungsbeispiel sind die Mantelfläche 23 der Schleifscheibe 12 und
die Mantelfläche 24 der Regelscheibe 14 je von der Werkstückseite her abrichtbar.
Mittels dem Y-Schlitten und dem ersten X-Schlitten können beide Abrichtvorgänge durchgeführt
werden. Die Anzahl numerisch gesteuerter Achsen ist minimal. Es ist jedoch dabei zu
beachten, dass dazu ein relativ grosser Verfahrensweg des Y-Schlittens vorhanden sein
muss. Dazu erstreckt sich die Querführungswange 30 praktisch über die ganze Breite
des Maschinentisches 11.
[0027] Die in der Fig. 2 gezeigte spitzenlose Rundschleifmaschine unterscheidet sich von
der vorbeschriebenen Ausführungsform im wesentlichen dadurch, dass eine Messeinrichtung
50 am Maschinentisch 11 angeordnet und nicht mit einem der genannten Schlitten verfahrbar
ist. Die der Fig. 1 entsprechenden Maschinenteile sind mit gleichen Bezugszeichen
bezeichnet. Die zweite Abrichtvorrichtung 19 könnte anstelle seitlich des Schleifscheibenspindelstockes
13 ebenfalls stirnseitig, wie hier gezeigt, angeordnet sein. Sie könnte aber auch
direkt am ersten X-Schlitten 32 befestigt sein. Die Schleifscheibe 12 ist vom Werkstück
entfernt, und die Messeinrichtung 50 befindt sich in der zum Messen vorgesehenen Stellung.
[0028] Die Messeinrichtung 50 umfasst einen Messeinrichtungshalter 51, der ortsfest mit
dem Maschinenbett 11 verbunden ist. Daran ist über eine Messeinrichtungsschwenkachse
52 ein Verbindungssteg 58 schwenkbar gelagert. Dieser Steg ist in einer Ebene im wesentlichen
parallel zum Maschinenbett 11 verschwenkbar. An dem der Schwenklagerung abgewandten
Ende des Verbindungssteges 58 ist ein Messkopfträger 53 angeordnet. Dieser weist zwei
zueinander parallele Messkopftragwangen 54, 55 auf, zwischen denen der Messkopf 26
verschiebbar geführt ist. Die Verschiebebewegung erfolgt, wie vorgängig beschrieben,
auch in dieser Ausführung mit einer Messkopfzustellvorrichtung 56 zwischen einer eingefahrenen
Schutzlage und einer ausgefahrenen Messlage. Diese letztere ist in der Fig. 2 dargestellt.
In der zum Messen vorgesehenen Schwenkstellung der Messeinrichtung 50 entspricht die
mit dem Bezugszeichen 57 angegebene Verschieberichtung des Messkopfes der zweiten
Richtung 20. Mit 59 ist strichpunktiert die der Ruhelage entsprechende Stellung der
Messeinrichtung 50 gezeichnet, welche während den Schleifzyklen eingenommen ist. Es
könnte ebenfalls vorgesehen sein, dass der Messeinrichtungshalter 51 so ausgeführt
ist, dass der Verbindungssteg 58 zusammen mit der Schwenkachse 52 in der ersten mit
22 bezeichneten Richtung verschiebbar wäre. Dies wäre dann erforderlich, wenn der
Durchmesser des Werkstückes nicht nur an einer Stelle gemessen werden sollte. Eine
andere Möglichkeit um dies zu erreichen wäre die, dass der Verbindungssteg 58 selbst,
beispielsweise teleskopartig, verlängerbar oder verkürzbar wäre. Mit einem in einem
weiten Bereich veränderbaren teleskopisch ausgeführten Verbindungssteg könnte eventuell
sogar auf die Schwenkachse 52 verzichtet werden.
[0029] Eine dritte Ausführungsform der Messeinrichtung ist in der Fig. 3 dargestellt und
mit 60 bezeichnet. Das Bezugszeichen 12 stellt die Schleifscheibe dar, 14 die Regelscheibe
und 16 die Werkstückauflagevorrichtung. Bei dieser Vorderansicht auf die Schleifscheibe
und die Regelscheibe erkennt man recht gut die zur Regelscheibenmantelfläche hin geneigte
Auflagefläche der Werkstückauflagevorrichtung 16, die bewirkt, dass beim Wegfahren
der Schleifscheibe 12 das Werkstück 17, an der Mantelfläche der Regelscheibe 14 anliegend,
auf der Werkstückauflagevorrichtung verbleibt. Ebenfalls gut sichtbar sind der untere
und der obere Tastarm 27, 28 des Messkopfes 26, welche Tastarme das zu messende Werkstück
17 unter bzw. übergreifen. Die Funktion der Ausnehmung 29 zum Zuführen des unteren
Tastarmes 27 an das Werkstück 17 ist anschaulich gezeigt.
[0030] Der Messkopf 26 ist in diesem Ausführungsbeispiel an der Schleifscheibenabdeckung
61 angeordnet. Am stirnseitigen Teil der Schleifscheibenabdeckung ist parallel und
beabstandet dazu eine Messkopfabdeckwange 62 angebracht. Im Zwischenraum zwischen
dem genannten stirnseiten Teil und der Messkopfabdeckwange ist der Messkopf 26 an
einem vorderen und hinteren Messkopfzustellhebel 65, 66 schwenkbar gelagert. Der Messkopf
ist in der mit 67 angegebenen Schwenkrichtung von einer mit 26' bezeichneten eingefahrenen
Ruhestellung in die ausgefahrene Messstellung verfahrbar. Die am Messkopf 26 schwenkbar
gelagerten Schwenkkopfzustellhebel 65, 66 sind je an einem mit der Schleifscheibenabdeckung
und der Messkopfabdeckwange verbundenen Messkopfschwenklager 63, 64 gehalten.
[0031] Ein nicht gezeigtes Antriebsmittel ist für die Verschwenkung des Messkopfes von der
eingefahrenen zur ausgefahrenen Stellung und umgekehrt zuständig.
1. Spitzenlose Rundschleifmaschine mit einem Maschinentisch (11), einer Schleifscheibe
(12), einer Regelscheibe (14), einer Werkstückauflagevorrichtung (16), wobei die Mantelfächen
(23, 24) der Scheiben einander zugewandt sind und die Werkstückauflagevorrichtung
zwischen den Scheiben (12, 14) derart angeordnet ist, dass ein auf die Werkstückauflagevorrichtung
aufgelegtes Werkstück (17) zum Bearbeiten zwischen den Scheiben gehalten ist, und
wobei mindestens eine der Scheiben auf einem Y-Schlitten (31) oder auf einem X-Schlitten
(32, 36) angeordnet und in einer ersten Richtung (22) im wesentlichen parallel zur
Längsachse der Werkstückauflagevorrichtung oder in einer zweiten Richtung (20, 21),
rechtwinklig zur ersten Richtung, relativ zum Maschinentisch verschiebbar ist, dadurch
gekennzeichnet, dass eine Messeinrichtung (25, 50, 60) mit einem relativ zum Maschinenbett
verschiebbaren Messkopf (26), insbesondere zum Messen des Werkstückdurchmessers, vorhanden
ist, und dass die mindestens eine verschiebbare Scheibe (12) wenigstens soweit vom
Werkstück entfernbar ist, dass der Messkopf der Messeinrichtung an das auf der Werkstückauflagevorrichtung
liegende Werkstück zuführbar ist.
2. Schleifmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine
verschiebbare Scheibe die Schleifscheibe (12) ist.
3. Schleifmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der X-Schlitten (32)
auf einem Y-Schlitten (31) oder der Y-Schlitten auf einem X-Schlitten angeordnet ist,
wobei die Schleifscheibe (12) relativ zum Maschinentisch (11) in der ersten (22) und
in der zweiten Richtung (20) verschiebbar ist.
4. Schleifmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die
Messeinrichtung (50) am Maschinentisch (11) oder an der Werkstückauflagevorrichtung
(16) angeordnet ist.
5. Schleifmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Y-Schlitten
(31) vorhanden und die Messeinrichtung (25, 60) mit dem Y-Schlitten in der ersten
Richtung (22) verschiebbar ist.
6. Schleifmaschine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Messeinrichtung
(25, 60) am oberen der beiden Schlitten (31, 32) oder am Schleifscheibenspindelstock
(13) montiert ist.
7. Schleifmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der
Messkopf (26) relativ zur Messeinrichtung (25, 50, 60) bewegbar, insbesondere bei
der an das Werkstück (17) zugestellten Messeinrichtung (25, 50, 60) in einer im wesentlichen
der zweiten Richtung (20) entsprechenden Richtung (43, 57, 67) verschiebbar oder verschwenkbar
ist.
8. Schleifmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass Mittel
(44, 52) zum Schwenken der Messeinrichtung (25, 50) in einer Ebene etwa parallel zu
der durch den Maschinentisch (11) aufgespannten Ebene vorhanden sind.
9. Schleifmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass Mittel
(46) zum Hochschwenken der Messeinrichtung (25) in einer Ebene etwa rechtwinklig zu
der durch den Maschinentisch (11) aufgespannten Ebene vorhanden sind.
10. Schleifmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der
Messkopf (26) zum Abtasten des Werkstückdurchmessers zwei relativ zum Maschinentisch
(11) in vertikaler Richtung voneinander beabstandete Tastarme (27, 28) aufweist.
11. Schleifmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die
zum Auflegen des Werkstückes (17) bestimmte Oberfläche der Werkstückauflagevorrichtung
(16) längs ihrer Längsachse mindestens eine dem Maschinentisch zugewandte Ausnehmung
(29) aufweist.