(19)
(11) EP 0 616 943 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
28.09.1994  Patentblatt  1994/39

(21) Anmeldenummer: 93102906.0

(22) Anmeldetag:  25.02.1993
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5B65B 25/20
(84) Benannte Vertragsstaaten:
DE ES FR GB IT

(71) Anmelder: Fa. MARIO DELLA BELLA GmbH
D-55286 Wörrstadt (DE)

(72) Erfinder:
  • Sieben, Volker
    D-55288 Gabsheim (DE)
  • Rode, Helmut
    D-55232 Alzey (DE)

(74) Vertreter: Goroll, Peter 
Rechtsanwälte Goroll & Surhoff, Scheffelstrasse 11
D-65187 Wiesbaden
D-65187 Wiesbaden (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Verfahren und Vorrichtung zum vollautomatischen Legen und Falten von länglich geformter Textilware, wie Strümpfe, Strumpfhosen und dergl.


    (57) Das Verfahren als auch die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zum vollautomatischen Legen und Falten von länglich geformter Textilware basiert auf vier Stationen mit jeweils rundumlaufenden silikonbeschichteten Bändern (Fig. 9). Der Strumpf läuft auf Band (1) zu und wird von Band (2) weiter transportiert mit der selben Umlaufrichtung. In der richtigen Positionierung entnimmt der Legearm (28) dem Wickelkartenmagazin (15) die Wickelkarte (10) und legt diese auf den auf Band (1) befindlichen Strumpf (31). Mittels hydraulischer Vorrichtung (11) und (13) werden Bänder (2) und (3) angehoben. Durch Veränderung der Umlaufrichtung und Öffnung der Bänder (2) und (3) wird der Strumpf samt Wickelkarte (10) in die umlaufenden Bänder (2) und (3) eingezogen und auf das Band (4), welches mit acht umlaufenden silikonbeschichteten Bändern versehen ist, zu 1/3 gefaltet aufgebracht. Auf Band (4) erfolgen die weiteren Faltungen zunächst durch den ersten Rechen (56) sowie den Faltrechen (57) und den versetzbaren Rechen (58), wobei Rechen (58) um 180° versetzt die Endfaltung statt in Rechts- in Linksfaltung bewirkt. Die Positionierung erfolgt durch zwei Fotoschalter (49) und (50).
    Nach der Endfaltung wird der Strumpf dem Band (61) übergeben, welches Brems- als auch Beschleunigungsfunktion hat. Die acht umlaufenden silikonbeschichteten Bänder transportieren den Strumpf bzw. die Wirkware zur Verpackungsstation. Integriert in diese Station (61) sind sieben Abstreiffinger (65), die ein Einziehen des Strumpfes in die Maschine verhindern. Die gesamte Vorrichtung (Fig. 9) wird elektronisch gesteuert (44), so daß gegenüber den bisher bekannten Maschinen der Vorteil höherer Effizienz und Schnelligkeit gegeben ist.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Legen und Falten von länglich geformter Textilware, wie z. B. Damenfeinstrumpfhosen, Strümpfe und dergl. zusammen mit einer Wickelkarte und gegebenenfalls einer Steckkarte sowie einer Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.

    [0002] Die bekannten Vorrichtungen zum halbautomatischen oder automatischen Falten von zu verpackender, länglich geformter Textilware, beispielsweise Damenfeinstrumpfhosen, Strumpfhosen und Strümpfen und dergl. weisen eine Vielzahl von Arbeitsgängen auf, die den heutigen Ansprüchen nicht gerecht werden. Das Falten und Legen der bisher bekannten Maschinen findet zu langsam statt.

    [0003] Der Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahren und der Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens liegt gegenüber den bisher bekannten Verfahren und Vorrichtungen darin, daß diese Maschine schneller und effizienter arbeitet. Der weitere Vorteil liegt darin, daß sie variabeler arbeitet als die bisherigen. Dies liegt u. a. an den variabel verstellbaren Fotozellen, ferner an der Umbaubarkeit des Rechens. Durch einfaches Umsetzen dieses Rechens wird von Rechtsfaltung auf Linksfaltung umgeschaltet. Vorteilhaft ist auch die elektronische Geschwindigkeitsregelung der Faltbänder. Dieses ist notwendig, da durch die unterschiedlichen Strumpfarten (Gewebearten) im Zusammenwirken mit der Wickelkarte ein Verrutschen derselben verhindert wird. Dies wird durch die elektronische Regelung gesteuert. Hiermit korrespondierend ist weiterhin vorteilhaft die Reduzierung oder Erhöhung der Taktzahl der zu legenden respektive zu verpackenden Strumpfarten.

    [0004] Nach der Herstellung werden Strumpfwaren, z. B. Damenstrumpfhosen, Strümpfe und dergleichen von einer entsprechend ausgerichteten Vorrichtung aufgenommen, die die Strümpfe trocknet und auf Material- als auch Farbfehler überprüft. Erweist sich die Strumpfhose als zufriedenstellend, wird diese über eine Fördereinrichtung der hier vorliegenden erfindungsgemäßen Vorrichtung übergeben, die in einer Ebene und gleicher Höhe in vier Stationen angeordnet ist, die ein vollautomatisches Einlegen der entsprechenden Strumpfarten und dergl. bewirkt.

    [0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Strumpfhose, Strümpfe und dergl. von dem Förderband der Trocknungs- und Überprüfungsvorrichtung mit der Fußform in Arbeitsrichtung kommend von dem ersten Faltband, welches ein rundumlaufendes Endlosband, das vorteilhaft silikonbeschichtet ist, aufgenommen wird. Die Aufnahme erfolgt über eine Fotozelle, die im Zusammenwirken mit dem Steuerungsprogramm und dem entsprechenden Elektromotor die länglich geformte Textilware über Faltband 1 zu dem ebenfalls in gleicher Ebene und Höhe befindlich rundumlaufenden Faltband 2 transportiert (Figur 1 Schemazeichnung). Ein Verrutschen oder Verziehen ist erfindungsgemäß durch die gleichmäßige Geschwindigkeit der beiden rundumlaufenden Bänder und die aufgebrachte Silikonbeschichtung ausgeschlossen. Je nach Länge der Textilware wird der Vorgang des Übernehmens respektive Aufbringens auf die beiden ersten Faltbänder elektronisch gesteuert.

    [0006] In einer bestimmten Position der Strumpfhose nach Erreichen des zweiten Faltbandes, die durch die vorgeschaltete Lichtschranke bewirkt wird, werden Faltbänder (2) und (3) pneumatisch angehoben und ebenfalls pneumatisch geöffnet (Figur 2 Schemazeichnung).

    [0007] In dieser Position erfolgt über die elektronische Steuerung das Absenken der Wickelkarte mit dem Wickelkartenlegearm auf das Ende des ersten Faltbandes. Gleichzeitig ändert sich die Laufrichtung des zweiten Faltbandes in Linksrichtung und bewirkt somit das Einziehen der Strumpfhose zwischen Faltbänder (2) und (3), so daß der Strumpf auf das Faltband (4) mit den acht endlos umlaufenden und silikonbeschichteten Bändern nunmehr im ersten Drittel gefaltet aufgebracht wird (Figur 4 Schemazeichung).

    [0008] In das Faltband (4) sind zwei verstellbare Fotozellen integriert, die die Positionierung der länglich geformten Textilwaren bestimmen. Mit einem Faltrechen zu Beginn des Faltbandes (4) wird das verdickte Ende der Strumpfhose mittels Rechtsfaltung eingelegt (Figur 5 Schemazeichnung).

    [0009] Bei Erreichen des zweiten Faltrechens wird die Strumpfhose erneut rechts gefaltet (Figur 6 Schemazeichnung).

    [0010] Bei Faltrechen 3 erfolgt die letzte Rechtsfaltung, so daß der Strumpf nunmehr endgefaltet ist (Figur 7 Schemazeichnung).

    [0011] Durch die erfindungsgemäße Verstellung des Faltrechens drei um 180° wird beim letzten Legevorgang eine Linksendfaltung erzielt (Figur 8 Schemazeichnung). Dies hat den Vorteil, daß bei dem Verpacken der Strumpfhose und dergl. in einen Sichtbeutel durch die nur doppelte Gewebelage der Farbeindruck sowie die Qualität von außen sichtbar wird, während bei der Rechtsfaltung ein ebenso erwünschter, kräftigerer Farbton sichtbar wird. Weiterhin ergibt sich durch diese erfindungsgemäße Umsetzung des Faltrechens (58) die Möglichkeit eines Lichtsichtfenstereinschubes.

    [0012] Die länglich geformte und eingelegte Textilware wird dem letzten Band, dem Transportband, welches in gleicher Höhe und Ebene angeordnet ist, übergeben. Die erfindungsgemäße Funktion dieses Transportbandes besteht darin, daß der ankommende Strumpf elektronisch gesteuert sowohl abgebremst als auch beschleunigt werden kann. Dies hängt von der Schwere des gefalteten Strumpfes ab. Dieses Transportband hat die weitere Aufgabe, die gefaltete Textilware dem Verpackungsband zu übergeben.

    [0013] Die Erfindung wird nachfolgend in Zeichnungen beschrieben, wobei weitere vorteilhafte Einzelheiten den Zeichnungen zu entnehmen sind.

    [0014] Die Zeichnungen zeigen im einzelnen:
    Das Faltsystem besteht aus zwei Faltstationen (5) und (46) und einem Transportband (61).

    [0015] Die erste Faltstation (5) setzt sich aus drei Faltbändern (1-3) zusammen, deren Transportriemen geschlossen und rundumlaufend endlos sind. Die zweite Faltstation (46) besteht aus dem Faltband (4) und dem Transportband (61).

    [0016] Die Transportriemen der Faltbänder sind an der Oberfläche erfindungsgemäß mit einer Silikonbeschichtung versehen. Diese vorteilhafte Ausgestaltung bewirkt, daß der auf dem oder den Transportriemen zu transportierende Strumpf nicht rutscht und hierdurch positioniert wird. Der Strumpf kann sich nicht zwischen die Faltbänder ziehen und es entstehen keine Falten. Es erfolgt eine glatte Übernahme des Strumpfes durch das Faltband (4).

    [0017] Die rundumlaufend geschlossenen Transportriemen der Faltbänder (1-3) werden durch ein bestimmtes System derart auf den Antriebs- und Umlenkrollen (6) fixiert, daß sie am Ablaufen gehindert werden. Auf der Unterseite der Transportriemen befindet sich hierfür ein Steg (7), welcher in einer Nut (8) der Antriebs- und Umlenkrollen (6) der Faltbänder (1-3) läuft.

    [0018] Die in gleicher Höhe und Ebene hintereinander angeordneten Faltbänder (1) und (2) laufen zunächst in gleicher Richtung, der Strumpf wird durch die Umlaufbewegung des Faltbandes (1) auf das Faltband (2) zulaufend transportiert. Erfindungsgemäß wird die länglich geformte Textilware entsprechend der vorgeschalteten Lichtschranke (9) in die vorgesehene Stellung gefahren. Nach dem Einschieben der Wickelkarte (10) läuft das Faltband (2) in umgekehrter Richtung, namentlich in Linksrichtung und zieht den Strumpf mit der aufliegenden Wickelkarte (10) zwischen dieses und das Faltband (3). Durch das Einziehen zwischen Faltband (2) und Faltband (3) wird der Strumpf über das Wickelkartenblatt zum ersten Mal gefaltet. Diese erste Faltung ist variabel in der Faltlänge.

    [0019] Wenn der Stumpf mit der aufliegenden Wickelkarte auf Bändern (1) und (2) positioniert ist, werden die Transportbänder (2) und (3) jeweils aufliegend auf axialgelagerten Wellen (6a) mittels einem pneumatischen System, Zylinder (11) angehoben, das obere Band (2) im Zusammenwirken mit zwei weiteren kleineren am Faltband (3) angebrachten pneumatischen Zylindern (12) geöffnet, damit der Strumpf mit der Wickelkarte eingeführt werden kann. Nach Einführung von Wickelkarte respektive Steckkarte und Strumpf schließen sich die beiden Faltbänder (2) und (3) wiederum pneumatisch und der Strumpf mit der Wickelkarte wird aus den Faltbändern (2) und (3) in entsprechend gefalteter Form ausgebracht. Der Strumpf und dergl. ist nun in Richtung des anschließenden Faltbandes (4) über die Wickelkarte zu einem Drittel gefaltet (Figur 1-4 Schemazeichnung).

    [0020] Der erfindungsgemäße pneumatische Zylinder (11) bewirkt die pneumatische Anhebung der Bänder (2) und (3) über ein Kugelgelenk (13) kugelgelenkgelagert verbunden mit einer Welle (14), sowie einer Zuluftleitung (15) für den Zylinder (11).

    [0021] Faltband (1) wird über einen kleinen Elektromotor (16) angetrieben. Der axial angebrachte Motor (16) ist über die Welle (17) mit einem Kettenrad (18) verbunden. Dieses Kettenrad (18) ist über eine Kette (19) mit einem kleineren Kettenrad (20) verbunden. Diese umlaufende Kette (19) treibt über den Motor (16) Faltband (1) an.

    [0022] Die Faltbänder (2) und (3) werden über einen kleinen Elektromotor (21) mittels Kettenrädern (22) und Ketten (23) angetrieben. Auf der Antriebsachse (6) befindet sich ein Zahnriemenantrieb (24), der eine zweite Achse (25) antreibt. Auf der gegenüberliegenden Seite der zweiten Achse (25) befindet sich Stirnrad (26). Dieses kämmt mit einem zweiten Stirnrad (27) auf der Antriebsachse (6) des Transportbandes (2) und treibt über die erfindungsgemäße Verbindung somit Band (2) an.

    [0023] In einer bevorzugten Ausgestaltung ist eine Wickelkartenlegestation (28) vorgesehen. Diese Wickelkartenlegestation (28) besteht aus dem Wickelkartenmagazin (15) und dem Wickelkartenlegearm (29), dessen erfindungsgemäße Funktion dadurch zustandekommt, daß Zylinder (30) des Legearms (29) vorwärts fährt und mittels vier Saugnäpfen (32) die Wickelkarte (10) aus dem Magazin (15) entnimmt. Mit den vier Saugnäpfen (32) sind über Zuleitungen vier Schläuche (33) verbunden, die wiederum mit einer Vakuumpumpe (34) korrespondieren. Diese Vakuumpumpe (34) bewirkt über die vier Saugnäpfe (32) die Annahme der Wickelkarte (10). Der Legearm (29) mit der angesaugten Wickelkarte (10) bewegt sich in horizontaler Richtung auf das beschichtete Transportband (1) des ersten Faltbandes und dem dort positionierten in waagrechter Richtung liegenden Strumpf (31) zu (Figur 1-3 Schemazeichnung).

    [0024] Der Antrieb (35) des Wickelkartenlegearms (29) befindet sich an einem Halter (36). An diesem Halter (36) befindet sich ein Drehzylinderantrieb (35) mit Initiatoren (37). Diese elektrischen Kontakte steuern die Position des Drehzylinders. Der Drehzylinder (35) wird durch Federkraft (2 Zugfedern) (38) unterstützt, die die Trägheit des Zylinders überwindet. Die Kraft des Drehzylinders (35) wird über einen Zahnriemen (39) auf den Legearm (29) übertragen. Den passenden Schwenkwinkel erreicht man durch eine Übersetzung der beiden Zahnriemenrollen (40). Mit dem Herunterschwenken des Legearms (29) öffnen sich die beiden Transportbänder (2) und (3). Die gesamte Legearmmechanik wandert mittels eines zweiten Zylinders (41) in Richtung Faltbänder (2) und (3) und schiebt somit die Wickelkarte (10) zwischen die beiden ersten Rollen der Faltbänder (2) und (3). In dieser Position wird der Saugvorgang beendet und die Wickelkarte (10) freigegeben. Bedingt durch das Material der Textilware, des Strumpfes und dergl. sowie der Art und Dicke des Kartons, aus der die Wickelkarte besteht, hat diese das Bestreben, nach Beendigung des Saugvorganges wieder zurückzuspringen. Ein an der Legearmmechanik (29) angebrachtes Halteblech (42) hält unter dem Druck einer Zugfeder (43) die Wickelkarte (10) in Position und verhindert hierdurch ein Zurückspringen derselben. Nach dem Einschieben der Wickelkarte (10) und des Strumpfes (31) schließen sich die Faltbänder (2) und (3). Aus dieser Position laufen die Faltbänder (2) und (3) erneut an und ziehen den Strumpf mit der Wickelkarte durch die Transportbänder (2) und (3). Die Wickelkarte (10) und der Strumpf (31) werden durch die Umlaufbewegung der vorhergehenden Bänder auf Band (4) transportiert. Hierdurch ist die erste Faltung der länglich geformten Textilware beendet.

    [0025] Das verdickte Ende der länglich geformten Textilware, wie z. B. Damenfeinstrumpfhosen, Strumpfhosen etc. machen einen weiteren erfindungsgemäßen Schritt notwendig, namentlich daß bei dem Einziehen des Strumpfes (31) mit der Wickelkarte (10) nach vorhergehendem Einziehvorgang sich wiederum die Faltbänder (2) und (3) kurz öffnen, um den starken Druck auf die beiden ersten Wellen (6) der Faltbänder zu vermindern. Der Verminderung des Druckes bedarf es, da am Strumpfende der Hosengummi eine Verdickung bildet. Diese Verdickung bewirkt bei permanent geschlossenen Band ein unsauberes Falten sowie ein Schlagen des oberen Faltbandes (2), wenn der Hosengummi diese Stelle passiert. Nach diesem Vorgang schließen sich die Faltbänder (2) und (3) wieder. Das kurze Öffnen und Schließen wird durch das elektronische Steuerungsprogramm (44) bewirkt, das mit den Zugfedern (45) und den beiden pneumatisch arbeitenden mit Band (3) fest verbundenen Zylindern (12) zusammenwirkt.

    [0026] Das länglich geformte Textil, wie z. B. Damenstrumpfhosen und dergl. wird nunmehr auf Faltband (4) durch die rundumlaufenden Faltbänder (2) und (3) übertragen. Das Faltband (4) hat acht umlaufende einzelne Transportriemen (47), die ebenfalls an der Oberfläche mit Silikon beschichtet sind. Die Zentrierung jedes einzelnen Transportriemens (47) erfolgt auf der Antriebs- bzw. Umlenkrolle, die jeweils acht Erhöhungen (48) aufweisen und hierdurch die Transportriemen (47) am Ablaufen hindern. Das Faltband (4) weist zwei Geschwindigkeitsstufen auf. Unterhalb der Transportriemen befinden sich jeweils in der Mitte derselben zwei Fotoschalter (49) und (50), die diese Geschwindigkeiten regulierend, verbunden mit dem elektronischen Programm (44) steuern.

    [0027] Der Strumpf kommt zu Beginn des Faltbandes (4) mit größerer Geschwindigkeit an und wird durch die erste Fotozelle (49) auf eine kleinere Geschwindigkeit heruntergesteuert. Dies soll zum einen das Verrutschen des Strumpfes mit der Wickelkarte (10) verhindern, zum anderen soll hiermit die genaue Positionierung des Strumpfes gewährleistet werden. Dieses ist variabel. Je nach Länge der länglich geformten Textilwaren werden die Lichtschranken (49) und (50) manuell durch Verschieben verstellt. Die erste Lichtschranke (49) bewirkt das Abstoppen des Strumpfes, die zweite Lichtschranke (50) beendet den Transport des Strumpfes auf diesem Transportband (4) genau an dieser Stelle.

    [0028] Das Transportband (4) wird über einen kleinen Elektromotor (51) angetrieben. Dieser axial angebrachte Motor (51) ist über die Welle (52) mit einem Kettenrad (53) versehen. Dieses Kettenrad (53) wird über eine Kette (54) mit einem kleineren Kettenrad (55) verbunden. Diese umlaufende Kette treibt über den Motor (51) Faltband (4) an.

    [0029] Bei der erfindungsgemäßen Lege- und Faltvorrichtung wird der Faltrechen (56), der generell in der Vorrichtung vorhanden ist oder dort nachträglich eingebaut werden kann, bei Strumpfübergrößen verwendet. Faltrechen (56) hat die Funktion, das Hosenteil zunächst einzuschlagen (Figur 5 Schemazeichnung). Faltrechen (57) schlägt das Hosenteil nochmals ein (Figur 6 Schemazeichnung). Ist kein Strumpf in Übergröße vorhanden, übernimmt die Funktion des Faltrechens (56) der Faltrechen (57). Die Endfaltung übernimmt der Faltrechen (58), indem er, wie die beiden Rechen zuvor, nach oben schwenkt und somit die letzte Faltung vollendet (Figur 7 Schemazeichnung).

    [0030] Dieses System kann variiert werden, indem der Faltrechen (58) umgebaut wird derart, daß er axial an der gleichen Stelle gelagert umgesetzt wird, d. h. er befindet sich jetzt um 180° versetzt auf der gegenüberliegenden Seite und faltet den Strumpf nunmehr in der Linksfaltung (Figur 8 Schemazeichnung). In der ersten Position bewirkt Faltrechen (58) die Rechtsfaltung. Die vorzugsweise Ausgestaltung der jeweiligen Faltungsrichtung orientiert sich an den Bedürfnissen des Verwenders.

    [0031] An der Stelle, an der sich die Achse des Faltrechens (58) befindet, ist ein Stift (59) angebracht, der pneumatisch (60) ausgefahren wird, um ein Verschieben der Wickelkarte (10) und des Strumpfes (31) zu verhindern. Der Stift (59) befindet sich in ausgefahrener Position rechtwinklig parallel direkt über den acht Transportriemen (47). Der Stift (59) bewegt sich je nach dem Takt des Faltbandes in vertikaler aufund abgehender Richtung. Auch diese Bewegungen des Stiftes (59) werden mit dem elektronischen Steuerungsprogramm (44) erreicht.

    [0032] Die Bewegungen des Stiftes (59) sind notwendig, um den Strumpf und die Wickelkarte zusammen zunächst in dieser Position zu halten und dann wieder freizugeben.

    [0033] Die auf den Faltbändern (1-3) und (4) beschriebene Faltung funktioniert auch ohne Einschieben der Wickelkarte (10). In diesem Falle schiebt statt der Wickelkarte eine Steckkarte den Strumpf (Figur 3a Schemazeichnung) zwischen die Faltbänder (2) und (3). Die weitere Faltung erfolgt wie in (Figuren 4-8 Schemazeichnung) dargestellt. Diese Verfahrensweise wird dann gewählt, wenn die Faltung ohne Wickelkarte (10) erwünscht ist.

    [0034] Dem Faltband (4) ist ein Transportband (61) in gleicher Höhe beigeordnet. Dieses ebenfalls auch aus acht umlaufenden und mit Silikon beschichteten Transportriemen (62) bestehend, hat die Funktion, den ankommenden Strumpf sowohl zu bremsen als auch zu beschleunigen. Dies hängt von der Schwere des gefalteten Strumpfes ab. Die Regelung dieses Transportbandes (61) erfolgt über einen regelbaren Gleichstrommotor (63). Die Zentrierung (64) der acht Transportriemen auf dem Beschleunigungs- bzw. Bremsband (61) erfolgt ebenso wie bei Faltband (4). Im Übergang von Faltband (4) zu Transportband (61) und im Auslauf des Transportbandes (61) befinden sich, jeweils angeordnet zwischen den acht Transportriemen (62) sieben Abstreif- bzw. Überlauffinger (65). Diese verhindern durch ihre Anordnung und Biegung (Figur 19), daß sich Teile eines Strumpfes durch die Griffigkeit der Transportriemen (62) zwischen Antriebs- bzw. Umlenkrollen (66) ziehen und den Strumpf zerstören. An dieser Stelle ist die länglich geformte Textilware vollautomatisch gefaltet und kann verpackt werden.

    [0035] Alle in der Beschreibung, den Patentansprüchen und der Zeichnung wiedergegebenen Merkmale des Anmeldungsgegenstandes können für sich alleine oder in jeder denkbaren Kombination von wesentlicher Bedeutung für die Erfindung sein.


    Ansprüche

    1. Verfahren und Vorrichtung zum vollautomatischen Legen und Falten von zu verpackender, länglich geformter Textilware, wie Strümpfe, Strumpfhosen und dergl., zusammen mit einer Wickelkarte oder einer Steckkarte (Fig. 3a Schemazeichnung), gekennzeichnet durch

    - eine erste Faltstation (5), bestehend aus drei Faltbändern (1-3), deren Transportriemen geschlossen und rundumlaufend endlos elektromotorenangetrieben sowie an der Oberfläche silikonbeschichtet sind und die erste Faltung des Strumpfes (31) mit der automatisch eingeschobenen Wickelkarte (10) oder der Steckkarte (Fig. 3a Schemazeichnung) bewirken,

    - eine Wickelkartenlegestation (28), bestehend aus einem Wickelkartenmagazin (15) und einem Wickelkartenlegearm (29), wobei dieser die Wickelkarte sequentiell mittels vier pneumatisch betriebener an dem Legearm angebrachter Saugnäpfe dem Wickelkartenmagazin (15) entnimmt unterstützt durch ein am Legearm (29) angebrachtes Halteblech (42) und durch einen mit dem Legearm (29) verbundenen Drehzylinder (35) einen bestimmten Schwenkwinkel erreicht, wobei durch eine Übersetzung von zwei Zahnriemenrollen (40) der Legearm (29) auf den auf Band (1) und (2) positionierten Strumpf (31) horizontal in Laufrichtung aufsetzt und die Wickelkarte mit dem Strumpf zwischen die umlaufenden Bänder (2) und (3) einschiebt,

    - eine zweite Falt- und Legestation (46) mit acht endlos umlaufenden mit Silikon beschichteten Transportriemen (47) zentriert durch acht Erhöhungen auf der Antriebs- bzw. Umlenkrolle (48) bei zwei durch die verschiebbaren Fotoschalter (49) und (50) elektromotorangetriebenen Geschwindigkeitsstufen, in die drei Faltrechen (56-58) integriert sind, um die jeweils erwünschte Faltung zu gewährleisten und drittem Faltrechen (58) ein pneumatisch bewegter Stift (59), der sich in vertikaler und horizontaler Richtung bewegt, zugeordnet ist zur Fixierung der Wickelkarte (10) und des Strumpfes (31), ferner wird durch Umsetzen des Faltrechens (58) um 180° neben der Rechtsfaltung die Linksfaltung des Strumpfes erreicht,

    - ein Transportband (61), versehen mit acht endlos umlaufenden an der Oberfläche silikonbeschichteten elektromotorangetriebenen (63) Transportriemen (62) zentriert durch acht Erhöhungen auf der Antriebs- bzw. Umlenkrolle (66) das auf den ankommenden Strumpf in zwei Funktionen sowohl bremsend als auch beschleunigend einwirkt versehen mit sieben Abstreif- bzw. Überlauffingern (65),

    - daß sämtliche Steuerungsvorgänge und -abläufe durch ein elektronisches Steuerungsprogramm (44) bewirkt werden.


     
    2. Verfahren und Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die rundumlaufend geschlossenen Transportriemen der Faltbänder (1-3) derart auf den Antriebs- und Umlenkrollen (6) fixiert sind, daß sie am Ablaufen gehindert werden, indem sich auf der Unterseite der Transportriemen ein Steg (7) befindet, der in einer Nut (8) der Antriebs- und Umlenkrollen (6) der Transportbänder (1-3) läuft.
     
    3. Verfahren und Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß mittels einer vorgeschalteten Lichtschranke (9) der Strumpf und dergl. durch die Umlaufbewegung des Faltbandes (1) auf das Faltband (2), welche sich auf einer Ebene befinden und die gleiche Laufrichtung haben, zulaufend transportiert wird und bei Erreichen des Faltbandes (2) dieses in umgekehrter Richtung läuft und den Strumpf mit der Wickelkarte (10) zwischen dieses und das Faltband (3) zieht, wobei der Strumpf zum ersten Mal gefaltet wird, der Antrieb des Bandes (1) erfolgt mittels eines Elektromotors (16) in Verbindung mit Kettenrädern und umlaufender Kette, der Antrieb der Bänder (2) und (3) erfolgt durch einen Elektromotor (21) in Verbindung mit Kettenrädern, Ketten sowie einem Zahnriemenantrieb.
     
    4. Verfahren und Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 3 , gekennzeichnet dadurch, daß der Strumpf mit der aufliegenden Wickelkarte (10) positioniert ist und Transportbänder (2) und (3) mit einem pneumatisch arbeitenden Zylinder (11) angehoben sowie das obere Band (2) im Zusammenwirken mit zwei kleineren an diesem Band angebrachten pneumatischen Zylindern (12) geöffnet wird, zum Einziehen des Strumpfes, wobei sich nach Beendigung des Einziehvorganges die beiden Faltbänder (2) und (3) pneumatisch schließen und der Strumpf aus den Faltbändern (2) und (3) in entsprechend gefalteter Form auf die nächste Faltstation (46) ausgebracht wird.
     
    5. Verfahren und Vorrichtung nach Anspruch 1, 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß sich nach dem vorangegangenen Einzugvorgang in die Faltbänder (2) und (3) sich diese erneut kurz öffnen zur Vermeidung starken Druckes auf die Wellen (6), bedingt durch die Hosengummiverdickung am Strumpfende und danach wieder schließen.
     




    Zeichnung











































    Recherchenbericht