[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Abfüllen von gefährlichen
Stoffen in Behälter, insbesondere in Säcke, nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1.
[0002] Eine derartiges Verfahren und eine dazugehörende Anlage ist mit der auf den gleichen
Anmelder zurückgehenden EP 521 252 A1 bzw. dem DE 91 07 768 U bekanntgeworden. Bei
dieser bekannten Abfüllanlage sind zwei übereinanderliegende Kästen vorhanden, wobei
der obere Kasten als Handschuh-Kasten ausgebildet ist, um die entsprechenden Manipulationen
am Füllkopf unter gefahrlosen Bedingungen vornehmen zu können.
[0003] Merkmal der älteren Patentanmeldung war ferner, daß unterhalb des oberen Handschuh-Kastens
ein zweiter, unterer Handschuh-Kasten angeordnet war, in dem das zu befüllende Faß
mit den darin angeordneten Füllsäcken angeordnet war.
[0004] Die Verwendung von zwei übereinanderliegenden Handschuh-Kästen macht jedoch die Anlage
kostenaufwendig und relativ schwierig zu bedienen.
[0005] Außerdem bestand eine nicht abdichtbare Übergangsöffnung zwischen dem oberen Handschuh-Kasten
und dem unteren Handschuh-Kasten, was mit dem Nachteil verbunden war, daß unter bestimmten
Bedingungen die in dem zu befüllenden Faß und der unteren Kammer befindliche Luft
über diese offene Übergangsöffnung in den oberen Handschuh-Kasten gelangen konnte,
wodurch es zu einer Kontamination der Luft in der oberen Kammer kommen konnte.
[0006] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung
der eingangs genannten Art so weiterzubilden, daß unter geringeren Herstellungskosten
für die Vorrichtung ein betriebssicheres Verfahren gewährleistet ist.
[0007] Zur Lösung der gestellten Aufgabe ist ein Verfahren durch die Merkmale des Anspruches
1 gekennzeichnet, während eine nach dem Verfahren arbeitende Vorrichtung durch die
Merkmale des Patentanspruches 7 gekennzeichnet ist.
[0008] Wesentliches Merkmal der Erfindung ist, daß nun ein unterer Handschuh-Kasten überhaupt
entfallen kann und daß das Faß selbst als Schleusenkammer fungiert, in dem es abdichtend
an einer, an der Unterseite des oberen Handschuh-Kastens angeordneten Abdichtvorrichtung
anliegt und eine vollständig geschlossene Atmosphäre bildet.
[0009] Durch den Entfall eines unteren Handschuh-Kastens ist damit die Vorrichtung wesentlich
kostengünstiger herzustellen, weil alle dementsprechenden Teile entfallen können.
[0010] Weiteres wesentliches Merkmal der Erfindung ist, daß nun eine Abdichteinrichtung
im Übergangsbereich zwischen der oberen Kammer (Handschuh-Kasten) und dem darunter
abdichtend angeordneten Faß vorgesehen ist, welche Abdichteinrichtung im wesentlichen
aus einem Schwingdeckel besteht, der abdichtend über bestimmte Dichtringe entweder
die Öffnung zwischen dem Handschuh-Kasten und dem darunterstehenden Faß freigibt oder
abdichtend verschließt.
[0011] Bei der älteren Patentanmeldung war im übrigen auch nicht die Luftführung in dem
Handschuhkasten über entsprechende Filter und Gebläse sowie entsprechende Reinigungsmöglichkeiten
beschrieben.
[0012] Das Wesentliche des Verfahrens besteht nun darin, daß zunächst in einem ersten Verfahrensschritt
das Faß unterhalb der Abdichtvorrichtung am oberen Handschuh-Kasten auf einer Waage-Plattform
plaziert wird und daß dann der obere Ringflansch des Fasses an einer aufblasbaren
Dichtung abgedichtet wird, welche Dichtung Teil eines Gestells ist, welches auf der
Waage plaziert ist und von der Waage mitgewogen wird. Um eine Verfläschung des Wiegeergebnisses
zu vermeiden, ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß dieses Wiegegestell in Richtung
zum Handschuh-Kasten über einen flexiblen Ringschlauch abgedichtet wird, so daß keine
Krafteinleitung von dem Wiegegestell auf den oberen Handschuh-Kasten erfolgt.
[0013] Ebenso ist wichtig, daß durch die Anordnung einer aufblasbaren Dichtung in einem
Wiegegestell, welche aufblasbare Dichtung sich kraft- und formschlüssig am oberen
Ringflansch des Fasses anlegt, auch keine Dichtungskräfte das Wiegeergebnis verfälschen
können, weil es sich um ein geschlossenes System handelt, welches auf der Waage aufsitzt
und somit keine außenliegenden Kräfte in dieses System eingeleitet werden.
[0014] Damit ist es nun erstmals möglich, ein Faß abichtend in einem Wiegegestell zu halten,
welches Wiegegestell über einen flexiblen Ringschlauch an der Unterseite des oberen
Handschuhkastens angeordnet ist, wodurch ein absolut dicht schließender Abschluß des
gesamten Systems zur Umgebung hin erreicht wird.
[0015] Weiteres Merkmal des Verfahrens ist, daß in bestimmten Verfahrensschritten ein Schwingdeckel
betätigt wird, der wahlweise die Öffnung an der Unterseite des Handschuh-Kastens in
Richtung zu dem abdichtend gehaltenen Faß öffnet und schließt.
[0016] Der Erfindungsgegenstand der vorliegenden Erfindung ergibt sich nicht nur aus dem
Gegenstand der einzelnen Patentansprüche, sondern auch aus der Kombination der einzelnen
Patentansprüche untereinander. Alle in den Unterlagen, ein schließlich der Zusammenfassung,
offenbarten Angaben und Merkmale, insbesondere die in den Zeichnungen dargestellte
räumliche Ausbildung werden als erfindungswesentlich beansprucht, soweit sie einzeln
oder in Kombination gegenüber dem Stand der Technik neu sind.
[0017] Im folgenden wird die Erfindung anhand von lediglich einen Ausführungsweg darstellenden
Zeichnungen näher erläutert. Hierbei gehen aus den Zeichnungen und ihrer Beschreibung
weitere erfindungswesentliche Merkmale und Vorteile der Erfindung hervor.
[0018] Es zeigen:
- Figur 1:
- schematisiert eine Anlage nach der Erfindung in der Ausgangsstellung;
- Figur 2:
- die Anlage nach Einbringen und Abdichten des Fasses;
- Figur 3:
- die Anlage mit befestigtem Außensack;
- Figur 4:
- die Anlage mit abgedichtetem Außensack;
- Figur 5:
- die Anlage mit montiertem Innensack;
- Figur 6:
- die Anlage mit einer Darstellung der Belüftung des Innensackes;
- Figur 7:
- die Anlage mit Darstellung der Befüllung des Innensackes;
- Figur 8:
- die Anlage mit Darstellung des Verschlusses des Innensackes;
- Figur 9:
- die Anlage nach Auftrennen der Verbindung zwischen dem oberen und dem unteren Teil
des Innensackes;
- Figur 10:
- die Anlage nach Einbringen beider Säcke in das Faß;
- Figur 11:
- die Anlage nach Verschluß der Öffnung im Handschuh-Kasten und Entfernung des Fasses;
- Figur 12:
- die Anlage in einer alternativen Ausführungsform im Vergleich zur Figur 5;
- Figur 13:
- die Anlage in einer Reinigungsphase;
- Figur 14:
- die Anlage in der Trocknungsphase.
[0019] Gemäß Figur 1 besteht die Anlage im wesentlichen aus einem oberen Handschuh-Kasten
1, der eine untere Öffnung 2 in einer Bodenplatte 69 aufweist, wobei unterhalb der
Öffnung 2 eine Abdichtvorrichtung 3 angeordnet ist, die Teil eines Gestells 4 ist,
welches auf der Waage-Plattform 6 aufliegt.
[0020] Der Handschuh-Kasten 1 steht seinerseits auf einem Gestell 5 auf dem Erdboden.
[0021] Wichtig ist, daß das auf der Waage-Plattform aufsitzende Gestell 4 ein Spiel 7 zum
Erdboden aufweist, so daß dieses Gestell Teil der Waage selbst ist.
[0022] Die Befüllung mit flüssigen oder schüttfähigen Stoffen erfolgt über ein Auslaufventil
8, welches mit einem nicht näher dargestellten Zuführsystem verbunden ist. An der
Unterseite des Auslaufventils 8 kann eine Dosiereinrichtung 9 angeordnet sein und
der Auslauf der Dosiereinrichtung mündet über einen Füllkopf 10 in den Handschuh-Kasten
1.
[0023] Teil des Füllkopfes 10 ist ein Füllrohr 11, welches an seinem Außenumfang eine aufblasbare
Dichtung 12 aufweist, die pneumatisch über eine Leitung 14 aufblasbar und entlüftbar
ist.
[0024] Teil des Füllkopfes 10 ist ferner noch ein Absaugstutzen 13, über den mittels einer
Leitung 16 eine Absaugung aus dem zu befüllenden Sack erfolgen kann.
[0025] In den Füllkopf 10 mündet noch eine Leitung 15, welches ein inertes Gas in den Füllkopf
10 einführen kann, um diesen zu inertisieren.
[0026] Die Luftführung in dem Handschuh-Kasten erfolgt in Pfeilrichtung 24 über einen Zuluftfilter
25, der über eine Ansaugöffnung 26 in den Handschuh-Kasten 1 mündet. Aus dem Handschuhkasten
1 wird Luft über den Vorfilter 17 und den Hauptfilter 18 abgesaugt, die über die Ansaugöffnung
26 einströmt. Die über die Filter 17,18 gelangende Luft sammelt sich in einem Sammelraum
19 und wird über eine Leitung 20 wahlweise entweder über Abluftfilter 22 der Atmosphäre
zugeführt oder Sie wird über ein Gebläse 23 in Pfeilrichtung 31 abgesaugt.
[0027] Statt des Abluftfilters 22, der an der Leitung 21 angeschlossen ist, kann die Leitung
21 auch unmittelbar in einen nicht näher dargestellten Produktsammelraum für das abzufüllende
Produkt zurückgeführt werden.
[0028] Die Filter 17,18 sollen die über die Leitung 16 aus dem Füllkopf 10 gelangende Luft
filtern und entfernen, während weitere Filter 28,29 über eine Ansaugöffnung 27 und
ein Klappenventil, die in der Kammer selbst zirkulierende Luft filtern und über die
Leitung 30 entfernen sollen.
[0029] Durch das Einströmen der Luft an der Ansaugöffnung 26 und das Abströmen über die
Ansaugöffnung 27 wird somit ein Unterdruck in dem Handschuh-Kasten erzeugt, der vermeidet,
daß kontaminierte Luft aus dem Handschuh-Kasten 1 in die Umgebung gelangt.
[0030] Es sind noch Reinigungsvorrichtungen vorhanden, wobei über eine Leitung 32 ein Reinigungsmedium
in die Kammer eingeführt wird, wobei an einem flexiblen Schlauch 33 eine Sprühpistole
34 angeordnet ist, die über die Betätigung durch die Handschuh-Öffnungen hindurch
an jede beliebige Stelle in dem HandschuhKasten 1 gerichtet werden kann.
[0031] Über die Leitung 35 kann ein Trocknungsmedium in die Kammer eingeführt werden.
[0032] Die Bodenplatte 69 ist in Richtung zu einer Ecke des Handschuh-Kastens 1 geneigt,
so daß eine Ablauföffnung mit einem darunterliegenden Ventil 36 definiert wird und
das Reingiungsmedium über diese Ablauföffnung entfernt werden kann.
[0033] Im Normalzustand (Ausgangszustand) ist die Öffnung 2 zwischen dem Handschuh-Kasten
1 und dem darunterliegenden freiliegenden Gestell 4 hermetisch dicht geschlossen.
Hierzu wird ein Schwingdeckel 38 verwendet, der über einen Hebel 37 in zwei verschiedene
Schwenkstellungen schwenkbar ist. Auf dem Schwingdeckel 38 lagert ein Dichtring 39,
der in Figur 1 noch keine Dichtfunktion hat.
[0034] Die Abdichtvorrichtung 3 besteht im wesentlichen aus dem besagten Schwingdeckel 38
und einer umlaufenden, aufblasbaren Dichtung 40, die im Bereich eines nach außen geöffneten,
U-förmig profilierten Flansches 41 angeordnet ist. An dem Flansch 41 setzt abdichtend
ein flexibler Ringschlauch 42 an, der mit der Oberseite des Gestells 4 verbunden ist.
Am Gestell 4 ist eine vertikale nach unten gerichtete aufblasbare zweite Dichtung
43 angeordnet. Die Dichtungen 41,43 sind über die Leitungen 47,48 be- und entlüftbar.
[0035] Zur Feststellung, ob ein Faß im Gestell 4 vorhanden ist oder nicht, ist ein Näherungssensor
44 am Gestell 4 angeordnet.
[0036] Ein weiterer Näherungssensor 45 stellt die Schwenkstellung des Hebels 37 fest, nämlich
ob der Schwingdeckel 38 in der einen oder in der anderen Schwenkstellung sich befindet.
[0037] Gemäß Figur 2 wird nun ein Faß 49 auf die Waage-Plattform 6 gestellt und die Dichtung
43 aufgeblasen, wodurch sich der Ringflansch 50 des Fasses abdichtend an der Dichtung
43 anlegt.
[0038] Wie eingangs erläutert, verändert diese Abdichtung nicht das Wiegeergebnis, weil
die Dichtung 43 am Gestell 4 angeordnet ist und das Gestell 4 seinerseits auf der
Waage-Plattform 6 steht. Es handelt sich also um ein in sich geschlossenes Kräftesystem,
welches sich nicht mit einer zusätzlichen Kraft an außenliegenden Teilen abstützt.
[0039] Das Eigengewicht des Gestells und der Dichtung 43 wird durch die Tarierung der Waage
ausgeglichen.
[0040] In dem Faß 49 sind zwei Säcke vorhanden, nämlich ein Außensack 51 und ein Innensack
52. Beide Säcke 51,52 sind geöffnet.
[0041] Durch die Betätigung des Hebels 37 wird der Schwingdeckel 38 mit dem daraufliegenden
Dichtring 39 in die Stellung 38',39' verschwenkt, so daß die Öffnung 2 jetzt frei
wird. Es wird nun vom Bediener der Anlage der Rand 53 des Außensackes 51 nach oben
gezogen und über den Flansch 41 gelegt. Es wird dann gemäß Figur 4 der danebenliegende
Dichtring 39' montiert, so daß er seine Stellung 39 einnimmt, wodurch der Rand 53
des Außensackes 51 festgelegt ist. Gemäß Figur 5 wird nun der Innensack 52 nach oben
gezogen, so daß sein Rand sich an der aufblasbaren Dichtung 12 anlegt, die Teil des
Füllkopfes 10 ist.
[0042] Die Dichtung 12 wird über die Leitung 14 aufgeblasen.
[0043] Gemäß Figur 6 kann nun der Innenraum des Innensackes 52 inertisiert werden, indem
über die Leitung 15 ein inertes Gas über den Innensack 52 eingeleitet wird, welches
in den eingezeichneten Pfeilrichtungen den Innenraum 54 spült und welches über die
Leitung 16 und die Filter 17,18 und über das Gebläse 23 wieder abgesaugt wird.
[0044] Diese Belüftung des Innensackes 52 ist nur wahlweise und ist nicht für alle Anwendungsfälle
notwendig.
[0045] Beim Übergang von Figur 6 auf Figur 7 wird nun die Waage tariert, um sämtliche Fremdgewichte
auszuschalten. Es kann nun der eigentliche Füllungsvorgang beginnen, in dem aus dem
Auslaufventil 8 bei eingeschalteter Dosiereinrichtung 9 das Füllgut (Produkt) in Pfeilrichtung
56 in den Innensack 52 fließt und dort am Boden sich in Form des Produktes 57 anhäuft.
Die bei diesem Füllvorgang verdrängte Luft wird in Pfeilrichtung nach oben über die
Leitung 16 angesaugt und kann über die Leitung 21 entweichen.
[0046] Nach erfolgter Befüllung meldet die Waage die vollständige Befüllung des Innensackes
52, wodurch der Produktfluß aus dem Auslaufventil stillgesetzt wird. Es wird gemäß
Figur 8 der Innensack zunächst über den Absaugstutzen 13 abgesaugt, wobei die Sackverschlüsse
59,60 noch nicht angebracht werden. Es erfolgt somit eine Evakuierung des Innensackes
52 und erst wenn dieser evakuiert wird, werden die Sackverschlüsse 59, 60 angebracht.
Im übrigen wird dann auch noch die Luft in Pfeilrichtung 58 aus dem Füllkopf 10 abgesaugt.
[0047] Gemäß Figur 9 wird nun ein Trennschnitt zwischen dem oberen Sackverschluß 59 und
dem unteren Sackverschluß 60 ausgeführt, wodurch ein Sackrest 61 am Füllkopf 10 verbleibt.
[0048] Es wird dann der Innensack 52 in das Faß 49 zurückgestopft.
[0049] Gemäß Figur 10 wird die aufblasbare Dichtung 40 entlüftet und der Dichtring 39 wird
wieder in seine Stellung 39' verbracht. Anschließend wird der Außensack 51 mit einem
Sackverschluß 62 verschlossen.
[0050] Durch Betätigung des Hebels 37 wird der Schwingdeckel geschlossen und trägt dann
auf seiner Oberseite den Dichtring 39. Es wird die Dichtung 40 aufgeblasen, um den
Schwingdeckel 38 abdichtend anzulegen, wodurch die Öffnung 2 hermetisch dicht geschlossen
wird.
[0051] Danach wird gemäß Figur 11 die Dichtung 43 entlüftet, wodurch der Ringflansch 50
des Fasses 49 frei kommt und dieses dann in Pfeilrichtung 63 von der Waage-Plattform
6 entfernt werden kann.
[0052] Das Faß wird anschließend noch mit einem nicht näher dargestellten Faßdeckel und
einem dazugehörenden Spannring hermetisch verschlossen.
[0053] Damit ist der vollständige Verfahrensablauf der Befüllung eines Fasses beschrieben
worden.
[0054] Die Figur 12 zeigt eine Alternative zu dem Verfahrenszustand in Figur 5. Die Figur
5 zeigte nämlich, das Befüllen eines ersten Sackes, wenn noch kein Sackrest vorhanden
ist, während die Figur 12 zeigt, wie ein in dem Handschuh-kasten 1 verbleibender Sackrest
61 entfernt wird.
[0055] Hierzu ist es vorgesehen, daß dieser Sackrest 61 bei entlüfteter Dichtung 12 in einen
in der Kammer angeordneten Korb 46 verbracht wird und erst danach wird dann der Innensack
52 gemäß Figur 5 an dem Füllkopf 10 befestigt.
[0056] Gleichzeitig wird gemäß Figur 12 der obere Rand 64 des Innensackes 52 über den Dichtring
39 gestülpt, um zu gewährleisten, daß sich im Bereich des Sackrestes 61 noch befindliche
oder im Bereich des Füllkopfes 10 befindliche Produktteilchen in den Innensack 52
hineinfallen und nicht in den Zwischenraum zwischen dem Innensack 52 und dem Außensack
51.
[0057] Die Figur 13 zeigt die Reinigungsphase der gesamten Anlage, wo über die Leitung 33
ein Reinigungsmedium zugeführt wird, welches über die Sprühpistole 34 in der Kammer
verteilt wird. Hierbei können die Filter 17,18 ausgebaut werden, ebenso wie die Rohrstücke
66, 67, die jeweils lösbar über aseptische Spannverschlüsse mit den entsprechenden
Rohrleitungen verbunden sind.
[0058] Das Reinigungsmedium fließt über die geneigte Bodenplatte 69 zu der Ablauföffnung
oberhalb des Ventils 36 ab.
[0059] Die Leitung 36 ist über ein Ventil mit einem Ablauf 65 verbunden.
[0060] Die Figur 14 zeigt die Trocknungsphase, wo über eine Leitung 35 ein Trocknungsmedium,
z. B. heiße Luft, ein inertes Gas oder dgl. eingeführt wird und über die Sprühpistole
34 in der gesamten Handschuh-Kammer 1 verteilt wird. Es kann hierbei die Trocknungsluft
bei eingeschaltetem Gebläse 23 über die Leitung 20 aus der Kammer entfernt werden,
wobei in Pfeilrichtung 24 über die Leitung 26 Luft nachgesaugt wird.
[0061] Das Wesentliche der vorliegenden Erfindung liegt also in den neuen Verfahrensschritten,
daß ein Faß auf die im freien stehende Waage gestellt wird und auf der Waage ein Wiegegestell
angeordnet ist, welches hermetisch mit einem an der Unterseite das Handschuh-Kastens
befestigter Abdichtvorrichtung verbunden ist.
[0062] Weiterer wichtiger Verfahrensschritt ist, daß die Kammer Reinigungs- und Trocknungseinrichtungen
aufweist, so wie eine spezielle Luftführung, wobei sowohl die Luft aus dem Füllkopf
10 entfernt werden kann, als auch die Luft aus der Kammer selbst.

1. Verfahren zum Abfüllen von gefährlichen Stoffen in Behälter, bei welchem die abzufüllenden
Stoffe am Auslauf einer Produktionsanlage über einen Handschuh-Kasten, einer Schleusenkammer
und einem Faßcontainer unter Reinraumbedingungen portioniert und abgepackt werden,
dadurch
gekennzeichnet, daß
a) der Faßcontainer (49) unterhalb der Abdichtvorrichtung (3) am oberen Handschuh-Kasten
(1) auf einer Waage-Plattform (6) positioniert wird,
b) der obere Ringflansch (50) des Faßcontainers (49) durch Aufblasen der aufblasbaren
Dichtung (43) abgedichtet wird,
c) der Durchgang zwischen dem Handschuh-Kasten (1) und dem Raum mit dem Faßcontainer
(49) geöffnet wird,
d) der Bediener den Außensack (51) aus dem Faßcontainer (49) über den Flansch (41)
im Handschuh-Kasten (1) zieht und befestigt,
e) der Bediener den Innensack (52) aus dem Faßcontainer (49) an dem Auslauf der Produktionsanlage
befestigt,
f) der Füll- und Wägevorgang und das Schließen des Auslaufes nach erfolgter Füllung
durchgeführt wird,
g) der Innensack (52) evakuiert wird,
h) der Innensack (52) und dann der Außensack (53) verschlossen werden, in den Faßcontainer
(49) gestopft und der Faßcontainer (49) hermetisch verschlossen wird,
i) der Handschuh-Kasten (1) gegen den Raum für den Faßcontainer (49) hermetisch verschlossen
wird.
2. Verfahren zum Abfüllen nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Innensack (52), nachdem er an dem Auslauf der Produktionsanlage befestigt
ist, durch ein inertes Gas inertisiert wird.
3. Verfahren zum Abfüllen nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß nachdem der Handschuh-Kasten (1) nach dem Abschluß des Füllvorganges gegen den
Raum für den Faßcontainer (49) hermetisch verschlossen ist, ein Reinigungsvorgang
des Handschuh-Kasten (1) durchgeführt wird.
4. Verfahren zum Abfüllen nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß ein Reinigungsmedium über Sprühpistolen in den Handschuh-Kasten (1) gesprüht
und über wechselbare Filter wieder abgesaugt wird.
5. Verfahren zum Abfüllen nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß das Reinigungsmedium über spezielle Vorrichtungen abfließt.
6. Verfahren zum Abfüllen nach Anspruch 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß ein Trocknungsvorgang angeschlossen wird.
7. Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens zum Abfüllen gefährlicher Stoffe nach Anspruch
1,
dadurch gekennzeichnet, daß unter dem Handschuh-Kasten (1) eine Waage-Plattform vorhanden ist, auf der ein
Wiegegestell (4) für den Faßcontainer (49) als Teil einer Waage mit einer Abdicht-Vorrichtung
gegen den Handschuh-Kasten (1) angeordnet ist, daß die Öffnung zwischen dem Handschuh-Kasten
(1) und dem als Schleusenkammer dienenden Faßcontainer (49) hermetisch abschließbar
ist, daß eine aufblasbare Dichtung in dem Wiegegestell kräftefrei in Bezug auf die
Wägung, am oberen Ringflansch des Faßcontainers (49) anliegt und daß im Faßcontainer
(49) ein Innensack und ein Außensack vorhanden sind.
8. Vorrichtung zum Abfüllen nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, daß die Öffnung zwischen dem Handschuh-Kasten (1) und dem Faßcontainer (49) über
einen Schwingdeckel hermetisch abschließbar ist.
9. Vorrichtung zum Abfüllen nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet, daß eine Einführvorrichtung für ein inertes Gas vorgesehen ist.
10. Vorrichtung zum Abfüllen nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, daß eine Reinigungsvorrichtung für den Handschuh-Kasten (1) vorgesehen ist, die Sprühdüsen
für flüssige oder gasförmige Reinigungsmedien und Absaug- oder Ablaufeinrichtungen
sowie eine Trocknungsvorrichtung aufweist.